Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 26 (30.6.1938)
- Date
- 1938-06-30
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 C.-V.-Zeitung Nr. 26 »30 Juni 1938 Personalien RabfcinerDr. Sänger,Breslau Gustav Ernest 80 Jahre In der ersten Morgenstunde des 25. Juni, am iTage nach seinem 60. Geburtstage, ist nach über einjähriger schwerer Krankheit der Rabbiner 'der Synagogengemeinde Breslau, Dr. Jacob Sänger, gestorben. Dr. Sänger ist in Bingen als Sohn des dortigen Rabbiners Dr. Hirsch Sänger geboren und entstammt einer Familie, in der sich in sechs Generationen der Beruf des Rabbiners vererbt hat Er studierte an den Universitäten Berlin und Würzburs, wo er promovierte, ■und absolvierte das Berliner Rabbinerseminar. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Religionslehrer in Berlin wurde er 1911 Rabbiner und Religionsschulleiter der Jüdischen Religionsgemeinde Gesundbrunnen, Berlin. Vom Frühjahr 1915 bis zum Kriegsende war er als Feldrabbiner, hauptsächlich an der rumänischen Front, .tätig und wirkte mit grosser Hingabe. Er erwarb sich u. a. das Eiserne Kreuz und andere Auszeichnungen. Im Dezember 1918 wurde er nach Breslau berufen, wo er als Rabbiner an der Neuen Synagoge und Direktor der Religions-Unterrichtsanstalt II eine ausgedehnte Tätigkeit ausgeübt hat. Er leitete auch die Gemeindebibliothek, die sich ebenso wie die Religionsunterrichtsanstalt unter seiner Leitung fruchtbar entwickelte. In zahlreichen Gemeindeorganisationen hat er führend mitgearbeitet; er war u. a. Mitglied des Vorstandes des Ortsverbandes Breslau des Jüdischen Centrai- Vereins, auch seines Landesverbandes Niederschlesien und dessen Arbeitsausschusses, ferner war er im Religiös-Liberalen Verein, im Angerschulwerk, im Reichsbund -jüdischer Frontsoldaten eifrig tätig. Die Beisetzung zeigte die ausserordentliche Anteilnahme aller Kreise der Gemeinde an dem Heimgang Dr. Sängers. Die Gemeinderabbiner Dr. Vogelstein und Dr. H o f f - mann würdigten zugleich namens des Gemeindevorstandes und des Jüdisch-Theologischen Seminars das Wirken und die Persönlichkeit des Heimgegangenen. Schw. Ein arbeitsreiches Leben hat der Berliner Musikwissenschaftler und Komponist * Gustav Ernest (Ernst Seligsohn) hinter sich, der am 5. Juli sein 80. Lebensjahr vollendet. Ernest war aus Marienw^erder nach Berlin gekommen, um Jura und Musik zu studieren und nahm bei Theodor Kullak Klavierunterricht. Bei Moritz Moszkowski und Xaver Scharwenka vollendete er seine Ausbildung. Mehr als 25 Jahre wirkte er in London als Pianist und Dirigent, nachdem er sich dem Londoner Publikum mit einer Konzert-Ouvertüre als Komponist vorgestellt hatte. Für dieses Werk wurde ihm — unter 90 Bewerbern — ein Preis der Philharmonie Society zuerkannt. Noch viele andere Werke entstanden in England, Instrumentalkonzerte, Kantaten, Klavier- und Cellostücke. Mit 50 Jahren ging Ernest nach Berlin zurück, wo er als Musikschriftsteller und Dozent für Musikwissenschaft eine reiche Tätigkeit entfaltete. Seine literarischen Werke, vor allem seine Biographien, haben vielfache Verbreitung gefunden. K. W. . geben neben verschiedenen Bleistiftskizzen und Pastellen sowie einer Reihe von Blättern, mit Lithographenkreide gezeichnet, Rechenschaft von der Arbeit der Künstlerin in letzter Zeit. Es ist ganz abwechslungsreich, etwas von der Vorarbeit zu. grosseren Kompositionen zu erfahren. Oft sind es Augenblicksbilder, die mit n J" 18*11 Kantstrasse 130, Tel. 31 91 06. §ff2lßlfl«lf Hiß Antennenbau-Spezialist, .Reparaturen, BftUUiU IBIllb Ankauf — Verkauf gebr. Apparate. dem Stift festgehalten wurden, um dann in Oel ausgeführt und kompositionell erweitert zu werden. Was zunächst im Langformat gearbeitet wird, begegnet später manchesmal im Querformat; aus einer Zeichnung wird ein Linolschnitt, wenn sich grosse und hello Flächen zum Linolschnitt eignen. So interessierend die Vielfalt der Themen ist, so sehr muss man leider feststellen, dass im Künstlerischen Martha Cohn- Lebenheim, wie sie zu berichten weiss, der Form bewusst w^enig oder gar keinen Wert beimisst, sondern einzig und allein die Farbe sprechen lässt. In dem Blatt „Wartende" kannman Formgefühl erkennen, weil man hier eine starke Konzentration auf drei Farben bemerkt, die der Darstellung etwas Ruhe geben. In früher gearbeiteten Skizzen wie dem „Eselsgehege"" oder dem Blatt „Kamel" kommt die sorgfältige Beobachtungsgabe der Malerin auch für die kleinen Dinge zum Ausdruck. bearbeitet von P. Rosenblatt . Schachaufgabe Nr. 125 von Dr. E. Zepter (Deutsche Schachzeitung 1933) ^mmw® ^^^tf ■ ■ a Ä HP w§~w> Ii m7jßm0k ■ 11 W, w& Matt in drei Zügen Weiss: Khl, Tg2, LdS, Se3, Bfi (5) Schwarz: Kh3, Th7 (2j Schachaufgabe Nr. 126 von N. E a s t er (1. Preis in einem englischen Turnier 1931) Fotos: Cvrt Pfeiffer. Breslau (1). Herbert Sonnenfeld, Berlin (1) Kunstnachrichten In einer fünftägigen Versteigerung bringt 'die Londoner Firma Christie den kostbaren Kunstbesitz des verstorbenen Amerikaners Mortimer L. Schiff unter den Hammer. Diese Auktion wird dadurch zum Ereignis auf dem internationalen Kunstmarkt, weil sich hier nicht nur Werke von hervorragender Provenienz dem Publikum stellen, sondern vor allem wegen der darin enthaltenen, seit Jahren nicht auf dpm freien Auktionsmarkt in solcher Qualität angebotenen Kunstwerke. Die Gemälde umfassen eine Reihe von Stücken anerkannten Ranges: Roger van der Weydens „Traum des Papstes . Sergius-", die Pallavicini-Madonna von Memling, zwei Tafelbilder von Barend van Orley, Porträts von Jean Bourdichou und Corneille de Lvon. Ausserdem kommt die auserlesene Zahl der Handzeichnungen der Sammlung Schiff unter den Hammer, acht Blätter von Watteau neben anderen bedeutenden Franzosen des 38. Jahrhunderts. Wertvolles Material bildet auch die Sammlung .der Farbstiche, während die berühmte Sammlung der Majoliken, über die vor einer Reihe von Jahren ein prachtvoll ausgestatteter Katalog erschien, vorläufig noch nicht verkauftwird. An Arbeiten des Kunstgewerbes werden in der Christie-Versteigerung aber hervorragende französische Renaissance- und Barockwerke verkauft, darunter anerkannte glasierte Reliefs von Robbia aus dem Jahre 1513. Die Malerin Martha C o h n -Lebenheim aus Berlin legt eine Mappe mit Aquarellen vor; sie Aus den Gemeinden Mannheim Der Vorsitzende der Gemeinde, Karl Stiefel, gab in der letzten Sitzung der Gemeindevertretung, die sich mit dem Voranschlag für 1938 beschäftigte, einen Ueberblick über die Grundsätze, nach denen dessen Aufstellung er- Elf MUli III Ilf MIMIH f II I f H Hl! Iii!T!If IUI HTfllH ISIMI II UiTITIl f IUI IUI ffie Ms ßdistte Hu$d! Die zweite Haussammlung „Für das jüdische Kind" am Sonntag, 3. Juli, muss die noch fehlenden Mittel beschaffen, damit auch das letzte erholungsbedürftige Kind während der Sommermonate betreut werden kann. Oeffnet eure Türen und eure Herzen den ehrenamtlichen Sammlern und gebt noch einmal mit vollen Händen für das jüdische Kind! Die Sammler legitimieren sich durch einen orangefarbenen Ausweis der Jüdischen Gemeinde zu Berlin „Für das jüdische Kind", der mit der Unterschrift des Sammlers versehen ist. Der Spender erhält eine orangefarbene Quittung mit der aufgedruckten gespendeten Summe. Postscbeckkonto der Jüdischen Winterhilfe Berlin: Berlin 93 446 (mit Vermerk: „Für das jüdische Kind").!l]!I)!!!iiIi!!ilf!l!inil!H(I!!iiIili[niiiin!!llil!3IIS!ll!I[!lHIHH!!l!!HI!!!!nB folgte. Die Rechnung für das Jahr 1936 wurde angenommen. Zu Mitgliedern des Rechnungsprüfungsausschusses für 1937 wurden ernannt: Alfred Lie.bmann, Israel Weil und Erwin Heilbronne r. Der Gemeindevoranschlag für 1938 wurde genehmigt. So. Nerzmäntel fÄ^Sf;; Cohn, Friedrlchstrasse 80, a. d. Behrenstr. Ansichtssendung unverbindlich. Telefon 122295. % &\ ""^i n"" m~ ' m ,/"// '//% & '////////. YS//////. Y/S//S//. V///////. — AB R Ä Ä Matt in zwei Zügen Weiss: Ke8, Dh3, TcS, Lad, Sa7, Se6, Bd4, e-1, g7 ( 9) Schwarz: Kd6, Db8, Tb7, Tg6, Lc7, La2, SaS. Bao, e7, h4 (10) # Lösung der Aufgabe Nr. 124: 1. DfS—a8, (drohend 2. e3—e4f, Kdö—M; 3. DaS—al matt) ... Lf6—b2, (c3): 2. e3—e4f, Kdö—d4; 3. DaS—hS matt * , Tb7—a7; 2. Da8Xc6f, Kd5Xc6; 3. Lfo—e4 matt. Schwarz zieht den Läufer, um die drohende Verstellung desselben durch den eigenen König zu vermeiden. Infolgedessen wird zwar das Matt auf al pariert, aber durch analoge Verstellung das Matt auf hS ermöglicht. * Richtige Lösungen gingen ein von: Rechtsanwalt Dr. Ernst Meyer, Rechtsanw. Ludwig Mayer, Paul Silberstein, Dr. med. Herbert Picard (Berlin), Kantor W. Schul (Gelsenkirchen), Tierarzt Mas K^setminski (Landsberg), Rechtsanw. Dr. Ernst Boehm (Brieg), Gottfried Gumbel (Stuttgart), Alfred Dzialos-zynski, Adolf Schuck (Breslau), Landg.-Rat a. D. Dr. Karl Ulrich (München), Lothar Schönthal, Landg.-Rat i R. Emil Bacharach (Nürnberg), A. Becker (Königsberg), Siegmund Austerlitz (Giessen). Weitere richtige Lösungen von Nr. 123: Rechtsanwalt Ludwig Mayert Dr. med. Herbert Picard (Berlin). # Schachbriefkasten. E. R. (Bünde). Bei Aufgabe Nr. 123 scheitert 1. Ddo—c4 an h6—h5! Die Juden von Kai-Fung-Fu Von Leo Hirsch Die Hauptstadt der nordchinesischen Provinz Honan, Kai-Fung-Fu, die kürzlich von japanischen Truppen besetzt wurde, war Jahrhunderte hindurch das Zentrum der chinesischen Juden. Es ist eins der eigenartigsten Kapitel der jüdischen .Geschichte, das sich hier abgespielt, hat. eine Tragödie, von der nur kärgliche Nachrichten bestehen, dafür desto seltsamere Mutmassimgen, etwa dass hier eine Spur der verlorenen zehn Stämme Israels wäre, und jedenfalls ist die Ansiedluog von Juden im Land der Mitte eine äer ältesten in der Diaspora überhaupt. Eine chinesische Inschrift aus der Zeit des Kaisers Ming-Ti aus der Han-Dynastie bezeugt sie bereits, und das war die Epoche der zweiten Tempelzerstürung. Weitere chinesische Anu;;!>en ^crn^ /iW^^^^^nV - ■' Jf- ^£J?? i<^i^^2^3Jl^^^^ ';'^'s^'J^^^^^^^!^ä^'^^^ ' •uflA ^T xt^s-v^?^fe^»^ ^'^vf-A. -' f — ^% f ^wf^»*^ ^____jMi^lJ;:' Kl/ j—HLÄfiJLj^iiS-SI-.-'—I \? Öfe*^r^- . ..:: ^V!^: fk^m^m^^^^k ■■^mmß i / X.'* - - \ \ E^/**»S^^;i'-^ föt^ftiÄ r^K^^ '«un&M' u-4i-4ip4* j IPljriÄ^ Ä KV^ir^iP^~^ * *> iv—~ , ff^ ^S'^^S^ ^C***7^'^ ■ Plan, der Synagoge (Aus dem Philo-Lexikon) gehen bis ins fünfte Jahrhundert zurück. Einwanderungen aus Indien und Persien unier der Sung-Dynastie (960 bis 1126) sind nachgewiesen, und fortan scheint Kai-Fung-Fu das religiöse Zentrum der chinesischen Juden gewesen zu sein. Die Synagoge dieser Stadt, die der Jesuitenpater Gonzani 1704 entdeckte, enthält eine Inschrift, wonach sie im Jahre 1163 von Jen-Tu-La errichtet worden ist. Was die jüdische Religion betrifft, so heisst es dann, ..so war unser erster Vorfahre Adam, unsere Religion wurde begründet durch Abraham, nachher'kam Mose, welcher der Mittler der heiligen Schriften war". Es folgt eine preisende Kennzeichnung der jüdischen Religion gegen die, ..die da Götzen und Bilder als Götter verehren: die beten vergeblich zu leeren Phantomen." Die Synagoge wurde 1279 umgebaut und vergrößert, und der Kaiser, der,Gründer der Miug- Dynastie gewährte den Juden Handeisprivilegien und Land. In Europa ahnte man von der Existenz jüdischer Gemeinden im Fernen Osten nichts, und als im Jahre 1286 Marco Polo sie bestätigte, hielt man noch Jahrhunderte lang seine Berichte für Märchen. 1421 gab der Kaiser seinem jüdischen Arzt Yen Tscheng die Erlaubnis, die Synagoge von Kai-Fung-Fu zu restaurieren, und stiftete selbst den Weihrauch dafür. Die Synagoge wurde indessen 1461 Opfer einer Ueberschwemmung (und seither öfters Opfer' kriegerischer Invasionen), aber durch einen vornehmen Juden wiederhergestellt, mit neuen Thorarollen und einer Bronzevase, Vasen für Mehl, Leuchtern (Menorahs), einer neuen Balustrade und anderem Nötigem und Zierwerk versehen, das die wohlhabenden Juden von Kai-Fung-Fu stifteten. Eine Inschrift von 1488 betont die Gemeinsamkeiten der jüdischen Religion und des heimischen Kults: „Verehrung des Himmels und Verehrung der Vorfahren, Treue gegenüber den Fürsten und Gehorsam gegenüber den Eltern." Nach der Inschrift von 1489 sind „siebzig Familien aus den westlichen "Landen" mit Kleidern als Geschenken für den Kaiser gekommen, der ihnen die Niederlassung zu Kai-Füng-Fu gestattete. Die Inschrift von 1663 betont die vollkommene Uebereinstimmung des jüdischen Gesetzes „mit den sechs kanonischen Büchern der Chinesen." Um diese Zeit noch bestand kein Zusammenhang zwischen den Juden von Kai-Fung-Fu und der sonstigen jüdischen Welt. Ende des 16. Jahrhunderts empfing der Gründer der Jesuiten- Mission zu Peking einen jungen Mann aus Kai- Fung-Fu. der ihm sagte, er diene „dem Einen Gott , und ein Bild der Madonna mit dem Jesuskinde für eine Darstellung der „Rebekka mit Esau oder Jakob*' hielt. Es gebe in seiner Heimat eine., Gemeinde mit zwölf Familien imd einen Tempel „mit Büchern, geschrieben in der Sprache und Schrift der Biber. Der Pater zeigte ihm eine hebräische Bibel, und der junge Mann erkannte die Schrift wieder. Fortan beschäftigten sich christliche Forscher mit den Juden "von Kai-Fung-Fu, man schilderte ihr Brauchtum, das die Entwicklung der jüdischen Bräuche nicht mitgemacht hatte, skizzierte die Bauten und entzifferte die Inschriften. Zum erstenmal trat 1760 ein Jude Europas in Verbindung mit der Gemeinde Kai-Fung-Fu, der Oberrabbiner von London, 1794 eine New- Yorker Gemeinde, 1815 wieder englische Juden, 1844 der britische Konsul zu Jerusalem, und nach 26 Jahren, 1870 kam die erste, trostlose Antwort: die Tradition schwinde, die Synagoge sei verfallen, nur eine Greisin noch könne ein wenig Hebräisch, .,mit Tränen in den Augen bringen wir Weihrauch dar und flehen, dass unsre Religion wieder aufblühen möge". 1850 gab es 200 Juden in der Stadt, 1866 wurde die Synagoge niedergerissen, das Material verkauft, im Jahr darauf kam der erste Jude aus der .,WTelt" hin, ein Liebermann aus Deutschland, 1900 entstand in Schanghai eine Gesellschaft zur Förderung der Wiedergeburt der chinesischen Juden, 1908 gab es 400 Juden in Kai-Fung-Fu. Welches Schicksal diese in ihrem Aussehen fast chinesischen, in ihren Traditionen ganz morgenländischaltjüdischen Menschen während der letzten Ereignisse getroffen hat, ist noch nicht abzusehen. Aus der wissenschaftlichen Welt In Rom starb Baron Arturo diCastelnuova im Alter von S2 Jahren.. Er war Professor an der Universität Rom, Gründer und Herausgeber der angesehenen Zeitschrift „Echi e Commenti" sowie einer Anzahl italienischer Zeitungen in Argentinien. # Der Radiologs Professor Dr. Skolzberg — früher Wien — erhielt einen Ruf an die Universität I s t a n b u 1. Kurz vor seinem 90. Geburtstag, den er am 29. Juni hätte feiern können, starb in Budapest Stefan Popper, einer der bekanntesten Ingenieure Ungarns. Sein Name ist niit dem grossen Werk der Theissregulierung verbunden. Auch der Bau wichtiger Bahnlinien geht auf seine Initiative zurück. Zahlreiche Industrieunternehmen danken ihm ihre Entstehung. In den breiten Massen wurde er ' durch die Errichtung der „Telefonrundsprecher ' A.-G." bekannt. Vom Reichsverweser war ihm der Titel eines Oberregierungsrats, von der Universität Zürich vor kurzem ihr Goldenes Diplom verliehen worden. * Auf der 86. Generalversammlung der „Pester Lioyd"-Gesellschaft in Budapest verlas der Präsident Dr. Aurel v. Egry aus dem Jahrbuch jenes Kapitel, das sich auf das Wirken des Altchefredakteurs Josef Veszi bezieht, der im vergangenen Jahr nach 23jiihriger Tätigkeit in den Ruhestand getreten ist. Er teilte ferner mit dass die Gesellschaft beschlossen habe, einen Josef- V e s z i - F o n d s in Höhe von 50 000 Pengö zu stiften, dessen Erträgnisse für Ruhe- und Gnadetsgehälter von Angestellten verwandt werden soll. * . An den Folgen einer Operation starb in New- York im After von 52 Jahren der bekannte jüdische Journalist Dr. Samuel M. M e I a m e d. Der Verstorbene schrieb in hebräischer, deutscher, jiddischer und englischer, Sprache hauptsächlich überjüdische Probleme und soziologische und philosophische Themen in einigen der bekanntesten amerikanischen Zeitungen und Zeilschriften. Eine seiner letzten Arbeiten handelt über Spinoza und Buddha und fand in den Kreisen der Chicagoer Universität grösste Beachtung. * In Utrecht starb im Alter von 59 Jahren de? berühmte" Bakterologe Professor L. H. W o 1 f f. * Dr. S. van C r e v e 1 d , einer der bekanntesten Amsterdamer Kinderärzte, wurde zum Professor an der Universität Amsterdam ernannt. Er hat eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten veröffentlicht und war u. a. Assistent von Professor Finkelstein. * . - Zum Gedächtnis an den 100. Geburtstag der berühmten französisch-jüdischen Schauspielerin Rachel wurde von der jiddischen Theatergesellschaft von Morris S c h w a r t z in Paris eine Feier veranstaltet Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums. Zu der am 6. Juli, 17% Uhr, in der Lehranstalt, Berlin N 24, Artilleriestr. 14, stattfindenden ordentlichen Generalversamml ung werden dit Wohltäter der Anstalt hierdurch eingeladen. Tagesordnung: 1. Verwaltungsbericht, 2. Bericht der Revisoren and Entlastung, 3. Wahlen. Ii.