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Central-Verein-Zeitung · 1938-05-26 · 21 (26.5.1938) · page 18

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
21 (26.5.1938)
Date
1938-05-26
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seife 18 C-V.-Zeffung Nr.2! * 26.Mai1938 Hilfe für Aerzte Die Tätigkeit der „OSE" im Interesse jüdischer Aerzte aus Deutschland Von Dr. Fritz Aron Anfang April 1938 hat die OSE, Verband der Gesellschaften für Gesundheiteschutz der Juden, ihre deutsche Abteilung liquidiert. Ihr langjähriger Leiter, Dipl.-Ing. F. Walk, ist in die Zentralverwaltung nach Paris übergesiedelt. Dies gibt uns Veranlassung, eingehend die Tätigkeit der OSE auf dem Gebiete der Unterbringung der aus Deutschland ausgewanderten jüdischen Aerzte zu besprechen. D/ie OSE hat sich die Förderung der Gesundheit der Juden als Aufgabe gestellt. Ihre Zentralverwaltung war von 1923 bis 1933 in Berlin. Sie stand während dieser Jahre in engem Kontakt mit zahlreichen jüdischen Aerzten in Deutschland und hat es als ihre Pflicht erachtet, seit 1933 sich den jüdischen Aerzten in Deutschland im besonderen Masse zur Verfügung zu stellen. Der Zentral verband der OSE hat in seinen einzelnen Landesverbänden und in elleo Ländern der "Welt eine Reihe von Vertrauenspersonen, die die jahrzehntelange Arbeit der Gesellschaft unterstützt haben. Die OSE war dadurch in der Lage, diesen Kreis ihrer Vertrauenspersonen zu bitten, in den einzelnen Ländern die Niederlassungsmöglichkeiten, die formellen Voraussetzungen für Einwanderung, Anerkennung der Diplome und die Berufsaussichten prüfen zu lassen. Der OSE standen auch überall Persönlichkeiten zur Verfügung, um interessierten Aerzten Auskünfte zu geben. Sie konnte in einzelnen Ländern Aerztekomitees bilden, die den einwandernden Aerzten Rat und Hilfe angedeiheti lassen konnten und ihnen dadurch das schwierige Problem der Eingliederung in ein fremdes Land erleichterten. Durch diese Vorbereitungsarbeiten hatten die jüdischen Stellen in Deutschland, die sich mit der Beratung jüdischer Aerzte zur Auswanderung befassten, ein zuverlässiges Informationsmaterial zur Verfügung. Durch die Vermittlung der OSE konnten die Interessen der jüdischen Aerzte — innerhalb des gesamten Problems jüdischer Auswanderung aus Deutschland — besonders eingehend bei den ausländischen jüdischen Hilfsorganisationen vertreten werden. . Auf Anregung der OSE bildete sich bereits frühzeitig nach ihrer Uebersiedlung nach Paris ein gemeinschaftlicher Arbe'itsausschuss für Auswanderung jüdischer Aerzte, der es in erster Linie ermöglichte, dass die Beratung der Aerzieauswanderung nach einheitlichen Richtlinien erfolgte und jedes Nebeneinanderarbeiten vermieden wurde.. Die Gesellschaft OSE hat aber seit 1933 neben dieser gemeinschaftlichen Arbeit mit den jüdischen Beratungsstellen in Deutschland auch viel Einzelarbeit geleistet. Es sind bei ihr in diesen Jahren über 3000 Anfragen einzelner Aerzte erfolgt, die eingehend geprüft wurden; in vielen Fällen konnte Hilfe geleistet werden. Es würde den Rahmen dieses kurzen Berichtes überschreiten, wenn man alle Einzelheiten der gemeinschaftlichen Arbeit besprechen wollte. Wenn die Zahl, der -jüdischen Aerzte in Deutschland, die man für das Jahr 1933 auf etwa 8000 schätzen konnte, heute nur wenig über 3000 beträgt und wenn es möglich war, so vielen jüdischen Aerzten zur Auswanderung und zur neuen Existenz zu verhelfen, so gebührt hierfür ein grosser Teil des Dankes der Arbeit der Gesellschaft OSE. Durch die Vermittlung der OSE war es möglich, in Landern, die im allgemeinen für die Einwanderung von Aerzten nicht zugänglich waren, die Erlaubnis -zur Niederlassung zu erhalten. Hierzu setzte sich die OSE nicht nur mit befreundeten Organisationen und Einzelpersonen in Verbindung; sie konnte auch durch Besprechungen mit Regierungsstellen in vielen Ländern genaue Anhaltspunkte zur Beurteilung der Frage gewinnen, ob jüdische Aerzte aus Deutschland Aussicht auf Unterbringung haben. In Frankreich nahm die Verwaltung der OSE Fühlung mit dem Kolonialministerium, und nach vielen Mühen gelang es ihr, die grundsätzliche Bereitschaft des Ministeriums zu erhalten, einigen Aerzten aus Deutschland die Genehmigung zur Anstellung im französischen Kolonialdienst zu geben. Für die Aerzte, die-nach USA auswandern wollten, hat die OSE durch Vermittlung befreundeter amerikanischer Organisationen in zahlreichen Fällen Verwandte in USA zur Ausstellung der erforderlichen Bürgschaft bewogen. In den englischen Kolonien, in Indien und-in Siam hat sie durch ihre Anfragen und Beziehungen Aerzten Niederlassungsmöglichkeiten verschafft. In Tunis, im Irak und in Aegypten hat sie Aerzten Anstellungen und Niederlassungserlaubnis besorgt. Sie hat ferner vielen Aerzten Darlehen und Unterstützungen vermittelt, um ihnen eine Berufsumschichtung bzw. eine Eingliederung in ein fremdes Land zu ermöglichen.. Hier waren besonders ihre Beziehungen zum JOINT (American Joint Distribution Committee) von grossem Nutzen. Der JOINT hat in dankenswerter Weise den Anträgen der OSE bereitwillig entsprochen. Sowohl ihre frühere Stelle in Berlin, als auch die' Zentralverwaltung. empfing täglich eine grosse Anzahl Besucher, die sie über Niederlassungsmöglichkeiten beraten hat. Insbesondere war es, der Berliner Stelle möglich, seit 1933, und zwar in engster Fühlungnahme mit den übri- gen Beratungsstellen für Auswanderungswesen, Spezialfragen zu klären und hat dadurch viele Aerzte vor Enttäuschungen bewahrt. Die OSE bleibt weiter bemüht, für die auswandernden Aerzte aus Deutschland, zu denen noch die jüdischen Aerzte aus Oesterreich hinzutreten, Möglichkeiten zu schaffen Ausserdem will sie jetzt durch eine Sammlung „Aerzte für Äerzte" einen Fonds schaffen, aus dem auswandernden Aerzten aus Deutschland Beihilfen gewährt werden können. Leider sind - die Fondsmittel noch sehr klein, so dass ein» nennenswerte Unterstützung zur Zeit noch nicht . erfolgen kann. Die Leistungen für die Aerzte und die Angehörigen der sonstigen Heilberufe stellen sich als eine zusätzliche Tätigkeit zu dem übrigen Arbeitsgebiet d'er OSE dar. Die grosse finanzielle Mehrbelastung, die diese Mehrarbeit mit sich bringt wird zum allergrössten Teil aus eigenen Mitteln gedeckt. Denn die Ansprüche, - die an die OSE als eine Gesellschaft zur Förderung der Gesundheit der Juden gestellt werden, sind sehr erheblich'und erfordern höchste Geldmittel und Arbeitsleistung^ An wissenschaftlichen, allgemein-medizinischen Veröffentlichungen erscheinen in Paris die „Revue OSE", die „Soziale Medizin" in Warschau und die „Folksgezunt" in Wilna. Die Ausgaben für die grosse sozialmedizinische Hilfsarbeit hat die OSE bis über 70 v. H. aus eigenen Mitteln aufgebracht. Der Rest kam von Sammlungen aus dem Auslande, besonders aus Südafrika, England, Holland, -und vom American Joint Distribution Committee. Die jüdischen Aerzte aus Deutschland sind der OSE für diese ihre Arbeit zu Dank verpflichtet. Wir-wissen, dass auch nach Schliessung der Berliner Stelle die Zentralverwaltung weiter * für die Aerzte tätig bleibt. Darüber hinaus aber haben wir alle grosses Interesse daran, dass die sozial- und ärztliche Fürsorgetätigkeit der OSE ausgebaut wird, weil bei der zunehmenden Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage der jüdischen Menschen die Anforderungen, soziale und ärztliche Hilfe zu leisten, immer . mehr wachsen. - Die Gesellschaft OSE gehört zu den jüdischen Organisationen, die mit den bescheidensten Mitteln für ihre Verwaltungskosten Beachtliches leisten und die ohne Propaganda und ohne grosse Worte eine wertvolle, für die Erhaltung der Gesundheit der Juden notwendige Arbeit ausführen. feO-S=: BEKLEIDUNG OTItSlIPFE•HANDSCHUHE Ml&K SELD1S BERUH €2 HausvogtelplaSs 2 Fabrikation irnd Lager in Kindernnd Damenmänteln, Jacken und Kostümen. Sonder abteilang lfir Herrenrad Damengwnmimäntel Die C.-V.-Zeitxmg ist Ihr Berater rScSinurmasisiSWeft-n MÜNCHEN SW2 Fabrikation von Sport- und Trachten- Strickwaren, Berchtesgadener Jäckchen DAMEN-UNE MÄDCHEN- . mänteufabrik\ RESLAU NUR: NI KOLA! STR. 8/9 Die Statistik beweist dass die Werbung durch die Zeitungsanzeige ausserordentlich erfolgreich ist Die Zeitungs - Anzeige stellt sich nicht ungerufen in den Weg, sie wird aufgesucht und mit Ruhe gelesen. ■Pili»! ^^^^Mi WASCHE S-MOAH8""1'"" SEIDENEB DAMENWÄSCHE Klosterstraise 20 FABRIKATION <$\irs <0~amllteyi-Cfyns!ei$o tn £J\ir dSlaü, in die @.-Q?.<-c£et{ung I Steinberg & Hefsirai ESSEN Herren-Wäsche- und Berufskieider-Fabrik B^^S^S^§i^^0:i^0^?^::'. TEXTILIEN fMedJH*^«^!'' roUARDKWf» ' ' ANSBACH. bäveäh r . gegr^ö7? Seit*f8fiF Sewa Erzeugnisse Sfrumpfr £nd Hemdschuh - Fabriken - LOUIS LEWY& CO. %«- Chemnitz. STRUMPF »FABRIKEN A. M ARUM WO SOBERNHEIM (EH BIN LAND) Gebr. Sussmanns.-e- Gegr. 1883 Strumpffabriken CHEMNITZ Elegante DasnenstrQinpf« Herrensocken HerrenstrISsnpfe in bewährter erstklassiger .Qualität. 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