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Central-Verein-Zeitung · 1938-05-19 · 20 (19.5.1938) · page 18

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
20 (19.5.1938)
Date
1938-05-19
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Nr. 20 C-V.- Zeifung WIRTSCHAFT DER WOCHE Seife 17 19. Mal 1938 Auswanderung und Mitnahme von Umzugsgut Von Dr. Heinz Cohn, Berlin Als Umzugsgut im Sinne der devisenrechtliehen Bestimmungen sind sämtliche Gegenstände zu verstehen, die der Auswanderer und seine Familienangehörigen in ihrem Haushalt bis zu ihrer Auswanderung benutzt haben, sowie neuwertige Gegenstände, die der Auswanderer zur Vervollständigung seines Hausrats oder als Handwerks- oder Arbeitszeug im Ausland "zur Ausübung seines Berufes verwenden will. Nach den bisherigen "Vorschriften konnte dieses Umzugsgut ohne eine besondere Genehmigung der Devisenstelle mitgeführt werden. Es war lediglich eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des zuständigen Finanzamtes sowie eine steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung der letzten Wohnsitzgemeinde des Auswanderers erforderlich. Ferner war mindestens drei Tage vorher die bevorstehende Verpackung und Verladung der Zollstelle anzuzeigen, was gewöhnlich durch den ausführenden Spediteur zu geschehen pflegte. Die Zollstelle war befugt, während der Verpackung und Verladung Nachschau zu halten, ob der Auswanderer Werte mit sich führen wollte, zu deren Verbringung ins Ausland eine Devisengenehmigung erforderlich war. Ergänzend zu den bisherigen Bestimmungen sind nunmehr durch den Runderlass des Reichswirtschaftsministers Nr." 38/38 vom 13. Mai 1938 neue Vorschriften getreten. In dem Runderlass heisst es,' dass Auswanderer in letzter Zeit in steigendem Umfange dazu übergegangen wären, durch grosszügige Ergängung ihres Umzugsgutes erhebliche Vermögenswerte ins Ausland zu überführen. Daher hat letzt derjenige, der Umzugsgut nach dem Ausland befördern will, dieses mindestens 14 Tage vor Verpackung und Verladung der für ihn zuständigen Devisenstelle anzuzeigen. Dieser Anzeige ist ein genaues Verzeichnis der zur Ausfuhr bestimmten Gegenstände in dreifacher Ausfertigung beizufügen, das ausweist, 1. welche Gegenstände bereits vor dem 1. Januar 1933 nachweisbar im Eigentum des Auswanderers gestanden haben, 2. welche Gegenstände seit dem 1. Januar 1933 erworben worden sind, 3. welche Gegenstände in unmittelbarem Zusammenhang mit der Auswanderung angeschafft worden sind, 4. den für die Verpackung und Verladung in Aussicht genommenen Zeitpunkt. Dem Verzeichnis sind auch Unterlagen über den Wert und den Anschaffungszeitpunkt der zur Mitnahme bestimmen Gegenstände beizufügen, die Notwendigkeit der Anschaffung neuer Einrichtungsgegenstände ist eingehend zu begründen. Ferner sind Angaben über die Vermögensverhältnisse des antragstellenden Auswanderers zu machen. ' Auf Grund der eingereichten Unterlagen entscheidet die Devisenstelle im Einvernehmen mit der zuständigen Zollfahndungsstelle darüber, welche Gegenstände als Umzugsgut in das Ausland verbracht werden können. Die Entscheidung der Devisenstelle ist endgültig. Eine Anrufung des Reichswirtschaftsministers gegen die Entscheidung der Devisenstelle ist also nicht vorgesehen. Die Devisenstellen können in Ausnahmefällen auf Einreichung des Verzeichnisses verzichten. Die für die Mitnahme von Umzugsgut nach Palästina vordem bestandenen Sondervorschriften werden aufgehoben. In den letzten Monaten waren bereits die Devisenstellen dazu übergegangen, die Mitnahme von neuangeschafften Gegenständen von einer an die Deutsche Golddiskontbank zu entrichtenden Abgabe abhängig zu machen, soweit die Devisenstellen im Rahmen der bisherigen " Bestimmungen"Gelegenheit hatten, sich mit derartigen Anträgen zu befassen. Der Standort ist entscheidend Die Niederlassungsfrage im Einwanderungsland Das ..Standortproblem" ist die wirtschaftswissenschaftliche Ausdrucksweise für eine ganz eitifacue, aber für jeden ausserordentlich wichtige Frage: Wo soll ich mein Geschäft eröffnen? Von der richtigen Lage eines Betriebes hängt der Erfolg entscheidend ab. Und wenii diese . Frage in einem wirtschaftlich, und geographisch vertrauten Raum meist schon schwer einwandfrei zu beantworten ist, um wieviel schwieriger muss es dann sein, die richtige Antwort in einem fremden Land und unter neuen und unbekannten wirtschaftlichen Verhältnissen zu finden. Jeder kennt aus eigener Beobachtung zahlreiche Fälle, in denen eben eröffnete Läden oder Gewerbebetriebe schon nach kurzer Zeit ALTPAPIER-^Jsn.'T^ GROSSOAXDLUXG Elnslampf - Garantie. ihre Tore wieder schliessen mussten. Und wenn man den Gründen nachgeht, die zu solchen Fehlschlägen geführt haben, so wird man nicht selten die falsche oder unüberlegte Wahl des Standortes als Ursache finden. Wer auswandert und sich draussen mit meist sehr bescheidenen Mitteln eine neue Existenz aufzubauen bestrebt ist, kann sich derartige Verluste, die die Zukunft einer ganzen Familie in Frage stellen, nicht leisten. Deshalb heisst es: Augen auf! Und erst nach genauer Prüfung aller mit dem Standort ües geplanten Geschäfts zusammenhängenden Fragen soll man Investitionen vornehmen. Auch da, wo keine ausgesprochenen Investitionen nötig sind, avo aber durch einen falsch gewählten Standort entweder erhebliche Mehrkosten oder schon nach kurzer Frist neue Umzugsspesen entstehen können, sollten alle einschlägigen Fragen im voraus genau studiert werden. Denn nicht nur der Geschäftserfolg von Handwerkern, Einzelhändlern oder Industriellen hängt von der richtigen Wahl des Standortes ab, auch für die meisten freieren Berufe — Vertreter, Aerzte, Anwälte usw. — ist er ausschlaggebend. An diesem Beispiel, das die Wichtigkeit einer richtigen Standortwahl für alle Berufszweige erweist, zeigt sich auch die Notwendigkeit guter ^irtschaftsgeographischer Kenntnisse über das Kinwanderungsiand, auf die wir vor kurzem (in Nr. 14 der „C.-V.-Zeitung" vom 7. April) ausführlich hingewiesen haben. Denn die Standortfragen sind in vielen Fällen, besonders wenn es s'ch um industrielle Erzeugungsstätten handelt, ^'irtschaftsgeographisch bedingt. Das gilt ähnlich auch für jede andere Tätigkeit; denn selbst im Weichbild einer Stadt können — auch wenn man sie im allgemeinen nicht so bezeichnet — ^irtschaftsgeographische Gesichtspunkte ausschlaggebend sein. Bei der Suche nach dem richtigen Standort ffiusg zunächst die Frage geklärt werden, ob die geplante Tätigkeit stärker rohetofforientiert oder mehr absafeorientiert ist. Diese Bezeichnungen sind im weitesten Sinne aufzufassen; denn zu den Rohstoffen wollen wir jetzt nicht nur die tatsächlichen Rohstoffe oder wichtigen Hilfsstoffquellen rechnen, sondern z. B. auch die Notwendigkeit, den Betrieb vielleicht an einem Hafenort führen zu müssen bzw. seine Abhängigkeit von bestimmten nachrichtlichen oder verkehrsmässigen Verbindungsmöglichkeiten (Eisenbahnen, Wasserwege, Landstrassen, Flugplätze) usw. Auf der anderen Seite mag die Absatzorientierung nicht nur durch die notwendige direkte Verbindung zum letzten Verbraucher, sondern auch durch andere Umstände, wie z. B. leichten Verderb der Ware, die Schnelligkeit ihrer Lieferung usw. bedingt werden. Grundsätzlich wird man sagen können, dass bedeutendere industrielle Betriebe und Grosshandelsgeschäfte meist — in diesem weiten Sinne — rohstofforientiert sind, während sich der Kleinhändler, der Handwerker und auch fast jeder freiberuflich Tätige mehr nach der Absatzseite zu richten hat. Mit der Entscheidung darüber, ob ein Betrieb rohstoff- oder absatzorientiert' ist, ist aber erst eine Vorfrage gelöst. Für die meisten jüdischen Auswanderer wird sie ausserdem kein grosses Problem darstellen, weil die Tätigkeit, die sie im Rahmen ihrer beschränkten Mittel ausüben können, meist konsumorientiert sein wird. Aber auch wenn man das weiss, erhebt sich die Schwierigkeit, den richtigen Platz und innerhalb dieses Platzes die richtige Stelle für die Niederlassung zu finden. Der persönliche Eindruck und die Art der beabsichtigten Tätigkeit sind hierbei ausschlaggebend. Der erste Blick muss den Konkurrenzverhältnissen und der zweite dem Abnehmerkreis gelten, wobei es aber unter Umständen falsch sein kann, aus dem Fehlen bestimmter Berufszweige in einem Land- oder Stadtgebiet ohne weiteres auf Erfolg für das eigene Vorhaben zu schliessen; denn oft mag das ganz eindeutige Ursachen haben, die aber erst nach einer genauen Prüfung der Verhältnisse gefunden werden. Andererseits kann auch Bedarf durch die Eröffnung eines bestimmten Geschäfts oder die Aufnahme einer bisher, nicht vorhandenen Berufstätigkeit geweckt werden. Hier muss gutes Fingerspitzengefühl vielfach exaktes Wissen ersetzen; dabei vermag die sachgemässe Beratung durch Einheimische oder Hilfsorganisationen manchen Zweifel zu lösen. Dass es oftmals auch an ungenügender Werbetätigkeit liegt, wenn ein Betrieb keinen Zuspruch findet, hat wohl jeder schon aus eigener Erfahrung festgestellt. Wie oft sucht man in seiner Nachbarschaft einen Laden oder Handwerker, ohne ihn finden zu können. Und dann entdeckt man später durch Zufall, dass sich in nächster Nähe doch ein solcher Betrieb befunden hat, und man fragt sich: Warum hat er nicht ein wenig mehr oder bessere Reklame für eich gemacht? Schliesslich wird man beachten müssen, dass sich in vielen Ländern Gewerbezweige in besonders starkem Masse an einem einzigen Ort oder in einer bestimmten Gegend angesiedelt haben. Für diesen im ersten Augenblick oft willkürlich erscheinenden Zustand werden bei näherer Betrachtung vielerlei Gründe zu finden sein. Sie müssen nicht unbedingt mit den Rohstoff- oder Absatzverhältnissen zusammenhängen, sondern können klimatische, rechtliche oder geschichtliche Ursachen haben. In den wärmeren Ländern wird man den klimatischen Verhältnissen besondere Aufmerksamkeit schenken müssen. Gerade sie haben oft dazu geführt, dass Regierungshauptstadt und Wirtschaftszentrum nicht identisch sind. Auch die Verkehrsverhältnisse im weitesten Sinne spielen für das Zentrum des Wirtschaftslebens eines Landes oder für einzelne Wirtschaftszweige eine entscheidende Rolle, nicht in gleichem Masse aber für die Landeshauptstadt, die dann in erster Linie Sitz von Behörden und Verwaltungen ist. Hierfür gibt es in Europa und Uebersee Beispiele genug. Das, was für den Betrieb gilt, ist auch für die Arbeitskraft des einzelnen ausschlaggebend.. Jeder muss den Ort zu finden Paul Korafkowski ""Sssssssss— Immobilien, Berlin W15, Uhlandstr. 171/172, Ruf 916100 suchen, der für seine Kenntnisse und Fähigkeiten am geeignetsten ist. So wenig wie — grob gesprochen — der gelernte Industriearbeiter eine rein landwirtschaftliche Gegend aufsuchen wird, so wenig wird ein Landwirt in einem ausschliesslich industriell genutzten Gebiet Lorbeeren ernten können. So hat die Frage des „Standorts'4 für jeden wirtschaftenden Menschen eine grösse Bedeutung; sie wird um so entscheidender, je mehr der einzelne mit seinen materiellen und physischen Mitteln haushalten muss. Das ist bei den meisten jüdischen Auswanderern der Fall, deshalb sei ihnen besondere Vorsieht bei der Wahl ihrer „Standorte" angeraten. Die oft ausgesprochene Warnung vor den Grossstädten hat unter diesem Gesichtspunkt ihr besonderes Gewicht. —1. Weltmarktpreise — Rohstoffvorräte Um die konjunkturelle wirtschaftliche Entwicklung in der Welt zu verfolgen, ist es von Zeit zu Zeit nötig, die Tendenz der Weltmarktpreise zu beobachten, da sich in ihr meist Konjunkturab- und -aufstiege langsam anzudeuten pflegen. Die verschiedenen Konjunkturbeobachter der Welt hoffen jetzt auf eine Belebung der Nachfrage und damit in Kürze auf eine Erholung der im"letzten Jahr stark gesunkenen Weltmarktpreise. Sie stützen diese Annahme in erster Linie auf die neuesten Kreditausweitung s pläne fürdienordamerikanische Wirtschaft. Zweifellos ist die gegenwärtige Wirtschaftspolitik in USA auf einen weiteren staat- Jichen Geldeinsatz gerichtet. Man beziffert die Erweiterung der amerikanischen Kreditbasis nach dem neuesten angekündigten Plan auf etwa 2 Milliarden Dollars. Das Kreditreservoir der amerikanischen Wirtschaft würde sich damit auf 23 Milliarden Dollars erhöhen. Die angekündigten Massnahmen zur Kreditausweitung innerhalb der USA-Wirtschaft sind auch schon in die Praxis umgesetzt worden. Das amerikanische Schatzamt ihaf bereits annähernd 1,4 Milliarden Dollars Gold entsterilisiert, also dem Fonds, in dem das Gold aufgestapelt war, entzogen. Dieses Gold wurde in "Goldzertifikaten den Federal-Reserve-Banken überwiesen, womit die amerikanische Regierung in die Lage gesetzt ist, zur Deckung ihrer laufenden Ausgaben über den Gegenwert bei den Federal-Reserve-Banken zu verfügen. Von dieser Erweiterung der amerikanischen Kreditbasis erhofft man nun eine allgemeine Ausweitung der Nachfrage nach wichtigen Wirtschaftsgütern, zunächst seitens der amerikanischen Wirtschaft, die Renten - misrsversorgung u. and. Versicherungen Victor Sand, Berlin C. 2, Neue Promenade 4 Tel. 42 60 35. sich bei deren Bedeutung für den Weltmarkt auch auf diesen' ausdehnen und damit zu allgemeinen Preiserholungen am Weltmarkt führen soll; denn erhöhte Nachfrage hat allgemein ein Anziehen der Preise der stärker verlangten Waren zur Folge. Für die letzten Monate ist berechnet worden, dass seit Anfang März dieses Jahres das Preisniveau an den Weltrohstoffmärkten immer noch um mehr als 6 Prozent gesunken ist und dass der Gesamtrückgang gegenüber dem Frühjahr 1937 fast 20/Prozent beträgt. In allerletzter Zeit aber ist die Bewegung der Welt m.a r k t - preise bei den einzelnen Warengruppen nicht einheitlich. Betrachtet man die Statistiken und Berichte über die Preisbewegungen an den verschiedenen Weltmärkten in den letzten Wochen, so ergibt sich zunächst hinsichtlich der Getreide markte eine anhaltende rückläufige Tendenz der Preise für Roggen, Gerste und Hafer. Der Weizenpreis dagegen konnte sich zwar noch nicht wesentlich erholen, hatte aber zuletzt wenigstens keine weiteren-Rückgänge zu verzeichnen. Am Genuss mittel markt sind die Preise für Zucker, Kaffee und Kakao weiter gefallen, während sich die Teepreise am Weltmarkt gut gehalten haben. Innerhalb der einzelnen Warengruppen finden wir somit keine einheitlich fallende Tendenz mehr, sondern Waren, deren Preise in letzter Zeit schon ziemlich stabil geblieben sind. Für die vi eh wi rt schaftlichen Erzeugnisse hat sich der Preisrückgang in letzter Zeit ebenfalls nicht mehr fortgesetzt, z. T. haben hier die Preise sogar wieder Erholungstendenzen erkennen lassen. Solche Tendenzen zeigen sich auch bei den Textilroh Stoffen. An den Metallmärkten finden wir in den letzten Wochen auch erhebliche Schwankungen der Weltmarktpreise, aber teilweise, so bei Kupfer, auch schon Erholungen. Da die Angebotsseite für die Preisentwicklung eine erhebliche Rolle spielt, ist es wichtig, sich die Vorratsentwicklung an den Weltrohsloffmärkten zu vergegenwärtigen, um zu wissen, ob die erwähnte Hoffnung auf Preiserholungen gut fundiert ist. Gegenüber den einzelneu Monaten des Jahres 1937 weisen wichtige Warengruppen in diesem Jahre noch Erhöhungen ihrer Weltvorräte auf, wie -Weizen, Baumwolle, Kautschuk. Blei, Zink, Zinn. Der Weltvorrat an Baumwolle wurde Ende März 1937 mit 1539000 und Ende März 1938 mit 2 047 000 Tonnen beziffert, die Zinkvorräte (nur in USA und Grossbritannien) in den gleichen Zeitpunkten auf 35 000 und 128 000 Tonnen. Diese Angebotsvergrösserungen haben also keine besondere Beweiskraft für die Annahme von kommenden Preiserhblungen bei diesen Gütern, da Angebotsvergrösserungen stets auf den Preis drücken. Demgegenüber hat man aber noch die Entwicklung in den letzten Monaten dieses Jahres zu betrachten, und da zeigen sich, besonders für Weizen, Gerste, Hafer, "Mais, Tee und Baumwolle gewisse Verringerungen der Weltvorräte. Da diese Vorratsverminderungen jedoch nicht erheblich sind, ist schwer zu sagen, ob von der Angebotsseite bald günstige Wirkungen auf die Weltmarktpreise für verschiedene Produkte ausgehen werden. Von der Nachfrageseite aus dagegen hofft man stark auf die eingangs erwähnten neuen Massnahmen in USA. Die vor kurzem erfolgten erheblichen Regierungskäuie Englands an den Weltmärkten — "man schätzt die kaufe auf 1 Million Tonnen Weizen, 400 000 Tonnen Zucker und 100 000 Tonnen Walöl im Gesamtwert von etwa 13V2 Millionen Pfund Sterling — hätten eine zwar' nur spekulative allgemeine Preiserhöhung zur Folge gehabt, wenn sie nicht so geschickt vorgenommen worden wären, dass die "Spekulation erst nach Erledigung der Kaufabschlüsse davon erfuhr. Dr. Erich Gottfeld. Erhebung über Arbeitsbuehinhaber Am 25. Juni werden die Arbeitsämter eine 'Arbeitsbucherhebung vornehmen, von der alle Arbeitsbuchinhaber erfaest werden. Durch diese Erhebung sollen verschiedene Feststellungen im Interesse des Arbeitseinsatzes getroffen werden. Die Arbeiter und Augestellten sollen nach Berufsarten aufgegliedert, und auch die Altersgliederung der Arbeiter und Angestellten soll in jeder einzelnen Berufsart festgestellt werden. Die arbeitseinsatzmässige Lage in den Mangelberufen mache es auch notwendig, zu versuchen, alle diejenigen Arbeitskräfte zu ermitteln, die ausserhalb ihres erlernten Berufes als Landarbeiter, Bergarbeiter, Metallarbeiter, Maurer oder Zimmerer eingesetzt werden könnten. Das sich so ergebende arbeitseinsatzmässige Bild werde vervollständigt durch die Feststellung aller überhaupt berufsfremd Beschäftigten. Auch die Lehr- 1 i n g e werden nach Berufsarten ausgezählt werden. Sodann soll noch untersucht werden, wie sich die beschäftigten Arbeiter und Angestellten, besonders auch die berufsfremd Beschäftigten, auf die verschiedenen Wirtschaftszweige verteilen. Von der Erhebung werden auch die nicht in a r b e i t sb u c h p f 1 i c h - tiger Beschäftigung Stehenden erfasst. Endlich sollen auch die Arbeitsbuchinhaber m i t unbekanntem Verbleib festgestellt werden, namentlich solche, die seit dem 15. Mai 1938 aus einer arbeitsbuchpflichtigen Beschäftigung ausgeschieden sind. Aus der Bankwelt Am 5. Mai fand eine ausserordentliche Generalversammlung der „Jewish Public Bank A. - G.<£, D a n z i g, statt, in der die Leitung der Bank die Auflösung der Gesellschaft zur Beschlussfassung unterbreitete. Die Bank hatte in den letzten Jahren unter der zielbewussten Leitung von Herrn Dr. Leo Goldhaber einen ausserordentlichen Aufschwung genommen und stellte eine wesentliche Stütze des jüdischen Mittelstandes dar. Wenn die Liquidation der Bank dennoch ins Auge gefasst wurde, so waren dafür nicht deren Innere Situation massgebend, sondern Umstände, die in der allgemeinen Situation der Juden in Danzig begründet liegen. Dieser Lage trugen die Aktionäre, wenn auch schweren Herzens, Rechnung, und gaben mit 190 :5 Stimmen ihre Zustimmung zur Auflösung der Gesellschaft. Es darf erwartet werden, dass die Rückzahlung der Einlagen sich in derselben Ruhe abwickeln wird, die das jüdische Publikum seit Herbst 1937 an den Tag gelegt hat, seit jener Zeit also, als die ersten Schwierigkeiten für die Bank auftauchten. Dr£ E. L. Die Verhandlungen wegen der Uebernahme des Bankhauses Straus&Co,, Karlsruhe, durch die Badische Bank, über die wir in der C.-V.- Zeitung vom 14. März berichteten, sind, wie gemeldet wird, nunmehr zum Abschluss gelangt. Die laufenden Geschälte des Bankhauses gingen mit dem 16. Mai auf die Badische Bank über. Diese wird ihren gesamten Bankbetrieb in das bisherige Gebäude von Straus & Co. verlegen und

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