Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 16 (21.4.1938)
- Date
- 1938-04-21
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 16 C-V.- Zeitung WIRTSCHAFT Unabhängig von der Konjunktur? Die Juden unserer Tage sind in einem anderen Sinne als früher konjunkturbewusst geworden. Mit sorgenvollen Blicken beobachten sie die Entwicklung der Weltwirtschartslage, mit Ernsthaftigkeit und. Gründlichkeit werden in jüdischen Kreisen und in jüdischen Zeitungen die Probleme der Weltkonjunktur erörtert Viele Zehntausend^ sind losgelöst: ans dem wirtschaftlichen Rhythmus ihres früheren Lebens, der ihnen auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten einen gewissen Halt bot. Sie sind verweht in neue Länder, neue Erdteile, in denen sie erst Fuss fassen müssen, um ein wenig von der Verwurzelung zu verspüren, die den dort lebenden Menschen bereits zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Und dieses Gefühl, zunächst nur „Flugsand" zu sein, den möglicherweise schon der erste Sturm wieder nach einem anderen Ort wehen könnte, hat in unseren jüdischen Menschen über das verständliche und berechtigte Konjunkturbewusstsein hinaus eine — wenn man so sagen darf — Konjunktur- „p s y c h o s e" geschaffen, so dass einmal über ihre Berechtigung gesprochen werden soll. Die Erkenntnis der gewaltigen Bedeutung der Konjunktur als Lebensfaktor ist durch die schwerwiegenden wirtschaftlichen und sozialen Bernner Bi .ani-lnst ii ut J. Friediänder 1902 als Sachverständiger gerichtlich vereidigt BERLIN W 35, LützowstraßelO Tel. 2128 90 Buchführung ■ Büonien Steuern Folgen der letzten Wirtschaftskrise Allgemeingut der Menschen geworden. Sie hat Länder und Völker auf Massnahmen sinnen lassen, um in Zukunft ähnliche Katastrophen zu verhindern, und hat damit den ersten Schritt zur Entthronung der bisher für unangreifbar geltenden Konjunkturbewegungen als Beherrscher des Wirtschaftsgeschehens der Welt getan. Der „Götze" Konjunktur, wie er vielleicht noch vor wenigen Jahren gefürchtet und angebeiet worden war, hatte schon in dem Augenblick viel von seiner Kraft verloren, in dem die Menschen entschlossen waren, sich von seitfer kalten und harten Eigengesetzlichkeit frei zu machen. Die Konjunkturtheoretiker hatten versucht, für das Auf und Ab der konjunkturellen Wellenbewegungen bestimmte Kreisläufe festzustellen, und sie sind zweifellos der Wirklichkeit damit recht nahe gekommen. Als ein Beispiel für derartige „Konjunkturzyklen" führen wir die Einteilung an, die das Harvard University Committee of Economic Research in USA festgelegt hat. Danach sieht die Wellenbewegung der Wirtschaft wie folgt aus: Depression — Erholung — Geschäftsaufschwung — Finanzklemme — Krise — und der Kreislauf könnte wieder von vorne beginnen . . . Dieser Konjunkturablauf behält aber nur seine Berechtigung in der freien, sich selbst überlassenen Wirtschaft. Nach den Erfahrungen der Krise von 1932 sind aber Theoretiker und Praktiker zu der Ueberzeugung gekommen, dass es Wege und Möglichkeilen gibt, um diesem scharfen Auf und Ab wenigstens Dämpfungen aufzusetzen, gewisse Härten zu nehmen und auf diese Weise vielleicht später eine noch grössere Gleichmässigkeit zu erzielen. Diese Möglichkeiten sind von den einzelnen Staaten in den letzten Jahren in ihrer Konjunkturpolitik in mehr oder weniger starkem Masse ausgenutzt worden. Konjunkturpolitik gab es auch früher schon, sie hatte sich aber in erster Linie auf das monetäre Gebiet beschränkt und durch Erhöhung oder Ermässigung des Zinsfusses eine gewisse Beeinflussung der Wellenbewegung zu erreichen versucht. Zu diesen monetären Massnahmen oder, besser gesagt: vor sie sind nun in vielen Ländern noch , andere Mittel der staatlichen Konjunkturpolitik getreten, die bei einem Nachlassen der privaten Initiative einzusetzen haben, um so lange anzuhalten, bis diese private Initiative wieder genügend Kraft gesammelt hat. Das sind die staatlichen Investitionen. Ein führender englischer Nationalökonom (Keynes) glaubt sogar, dass durch eine entsprechende Regulierung der staatlichen Investitionspolitik eine einigermassen gleichbleibende Vollbeschäftigung der Wirtschaft eines jeden Landes erreicht werden könnte. Sicher ist auf jeden Fall, dass die staatlichen Investitionen, wenn sie im richtigen Augenblick und an der richtigen Stelle einsetzen, dem konjunkturellen Zyklus sehr viel von seinem Schrecken nehmen können und in einer Reihe von Staaten bereits genommen haben. Zumindest ist der Glaube an die absolute Unantastbarkeit seines gesetzmässigen Ablaufs ins Wanken gekommen. Dass es auch in Zukunft Wellenbewegungen geben wird, erscheint allerdings zunächst noch sicher. Es besteht aber die Hoffnung, dass ihr Ausmass durch geschickte, den Erfordernissen der einzelnen Länder angepasste staatliche Massnahmen weiter verringert und damit auch ihre Auswirkungen auf die Menschen abgeschwächt werden können. Deshalb erscheint es uns gerade für die auswandernden jüdischen Menschen falsch, wenn sie ihren Blick allzusehr der Ge-_ staltung der Weltkonjunktur zuwenden und geradezu glauben, aus ihren Bewegungen auf Erfolg oder Misserfolg ihrer Pläne schliessen zu dürfen. Sicher werden die von Auswanderern aufgebauten jungen jüdischen Existenzen zunächst noch besonders konjunkturempfindlich sein. Sie werden selbst auf leichtere Aussehläge . des Pendels, die sich bei den wirtschaftlich verwurzelten alten Einwohnern dieser Länder noch kaum" oder gar nicht bemerkbar zu machen brauchen, stärker reagieren. Aber ebenso sicher ist es, dass gerade in einer Zeit zurückgehender Bedeutung der scharfen Konjunkturzyklen, der unternehmungslustige, aktive und optimistische Mensch, wenn er erst einmal in ein Land hineingekommen ist, einen Weg zum Aufoau finden wird, H.W—1. Weltsilfeermarkt im Umschwung Der Weltsilbermarkt hatte seit Ende des vorigen Jahres bereits einige Schwankungen zu verzeichnen. Um die Gründe hierfür zu er- - kennen, muss man sich über das internationale Silberproblem klar werden, das besonders kompliziert ist durch die verschiedenen Verwendungsarten des Silbers in der Welt. Neben seiner Verwendung für industrielle und Schmuckzwecke spielt Silber auch als Währungsmetall und für Hortungszwecke, wenn auch heute nicht mehr in dem Ausmasse wie früher, in den os'tasiatischen Ländern eine gewisse Rolle. Für die am Silberproblem interessierten Staaten kam es nun darauf an, Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt in das richtige Verhältnis zu bringen, um erhebliche internationale Preisschwankungen zu verhindern. Dazu gab insbesondere unter anderem die seit dem letzten Jahrzehnt stark gestiegene Weltsilberproduktion Anlass. In Fein-Unzen gerechnet betrug die Silbererzeuguns: der Welt 1933: 169; 1934: 191; 1935: 20S; 1936: 250 und 1937: 276 Millionen. Die Produktion des grössten Silbererzeugungslandes der Welt,' Mexiko, stieg in diesem Zeitraum von 6S auf 88 Millionen Unzen,, die Erzeugung in USA. von 1933 bis 1936 von 23 auf 63, in Südamerika von 13 auf 31, in Kanada von 15 auf 19 und in den übrigen Ländern von 50 auf 56 Millionen Unzen. Zwecks Regulierung des Weltsilbermarktes schlössen im Jahre 1933 die an der Silberfrage direkt interessierten Länder ein Abkommen, wonach sich die Erzeugerländer verpflichteten, von 1934 bis 1937 jährlich 35 Millionen Unzen Silber vom Markte fernzuhalten, also von der Neuproduktion der Minen aufzukaufen. Durch dieses Abkommen wurde am Weltsilbermarkt zweifellos eine gewisse Stabilität erreicht. Ende 1937 jedoch hatten sich Schwankungen am Londoner Silbermarkt ergeben, .die man besonders nut dem Ferhost-Konflikt in Verbindung brachte. Aber auch hier gelang es, den Markt zu beruhigen. Vor kurzem jedoch erst machten sich neue Beunruhigungszeichen am Weltsilbermarkt bemerkbar, deren weitere Auswirkungen noch nicht abzusehen sind. Und das kam, obwohl es von den beteiligten Kreisen nicht direkt zugegeben, aber von Fachleuten um so mehr betont ward, so: Die mexikanische Regierung, die im vergangenen Jahr bereits die_ausländischen Eisenbahngesellschaften enteignet hat — die Bahnen sind in Staatsbesitz überführt worden — hat vor einigen Wochen die Enteignung der ausländischen Petroleumgesellschaften verfügt. Der -Widerstand der hiervon betroffenen Firmen war naturgemäss gross, und die Regierungen der beteiligten Staaten haben sich der Angelegenheit angenommen. Es handelt sich hier, wie jetzt bekannt wird, um Kapitalien von etwa 450 Millionen Dollars. Kein Wunder, dass USA, wie die Fachkreise es nennen, schnell geantwortet hat, und zwar auf einem Gebiete, dass für die Handelsbilanz zwischen Mexiko und USA eine grosse Bedeutung hat: dem Silberkauf. Mit dem 1. April 1938 hat das amerikanische Schatzamt die Ankäufe von mexikanischem Silber eingestellt. Was das' bedeutet, erkennt man, wenn man erfährt, dass von USA im Jahre 1937 für rund 70 Millionen Dollars mexikanisches Silber aufgenommen wurde und im ersten Vierteljahr dieses Jahres schon für 22 Millionen Dollars und ferner, dass Mexiko, der grösste Silberproduzent der Erde, bei einer Welterzeugung an Silber von 276 Millionen Unzen allein 88 Millionen Unzen erzeugt hat. Ein ziemlicher Kursrückgang des mexikanischen Peso in letzter Zeit war deutlicher Ausdruck der Gegenmassnahme der Vereinigten Staaten von Amerika. Falls nun keine Einigung erzielt wird, dürfte Mexiko naturgemäss gezwungen sein, mehr und mehr Silber auf dem Weltmarkt abzusetzen — denn Silber ist sein Hauptausfuhrartikel — was wiederum zu einem Rückgang des Silberpreises auf dem Weltmarkt führen muss. Und nicht nur das! Der Weltsilbermarkt, der bisher durch die ständigen ziemlich gleichbleibenden amerikanischen Silberkäufe eine gewisse Stabilität erreicht hatte, wird nach Einstellung der Silberkäufe seitens USA wieder von dem Gesetz von Angebot und Nachfrage völlig beherrscht sein, was nach der Kenntnis und den Erfahrungen, die man hinsichtlich des internationalen Silberproblems gewonnen hat, einen Sturz des Silberpreises am Weltmarkt bedeuten könnte. Vom amerikanischen Schatzamt wTurde der Ankaufspreis für Silber in kurzer Zeit bereits von 45 auf 43 Cents herabgesetzt. Kurzum: es kriselt gegenwärtig am Weltsilbermarkt, das internationale Siiberproblem ist wieder akut geworden, und es ist noch nicht abzusehen, in welchem Ausmass der Silberpreis von all dem betroffen werden wird. Denn auf massgebender Seite nimmt man immer noch an, dass man sich in irgendeiner Form einigen wird, so . dass derri Weltsilbermarkt eine grössere Erschütterung erspart bleiben wird. Ob diese Annahme richtig ist, wird die nächste Zeit zeigen. Dr. Erich Gottfeld. Seite 15 21. April 1938 Eiafälirimg der Rekhsfkditsteiier in Österreich! Durch eine Verordnung des Reichsfinahzministers ist die Reichsfluchtsteuer, neben verschiedenen anderen reichsdeutschen Steuern, nunmehr in Oesterreich eingeführt worden. Sie beträgt ein Viertel des Vermögens und ist zu entrichten von Personen, die am 1. Januar' 1938 österreichische Bundesbürger waren und seit- Paul Koralkswski H^°™f—«rk* Immobilien Berlin W8,Friedrichstr. 166 Ruf 120897 her ihren Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Lande Oesterreich oder im übrigen Reichsgebiet aufgegeben haben oder aufgeben, weiter von Personen, die am 31. März 1931 Angehörige des Deutschen Reiches waren und nach dem 31. Dezember 1937 ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Lande Oesterreich aufgegeben haben oder aufgeben. it. Die Organisation der Devisenbewirtschaftung hat insofern eine Veränderung erfahren, als die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung in die Hauptabteilung V des Reichswirtschaftsministeriums eingegliedert wurde. Anträge in Devisenangelegenheiten sind aber nicht unmittelbar beim Reichswirtschaftsministerium, sondern wie bisher nur bei den zuständigen Devisen- oder Ueberw^achungsstellen einzureichen. Der Reichswirtschaftsminister ist ermächtigt worden, das Devisengesetz und die zu seiner Aenderung oder Durchführung erlassenen Gesetze und Verordnungen neu zu fassen, zu ändern und zu ergänzen. Durch diese Organisation Veränderung tritt praktisch keine wesentliche Neuerung ein, da die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung schon bisher auf das engste mit dem Reichswirtschaftsministerium verbunden war. Reklame - Entwicklung in USA Die nachstehenden Ausführungen sind als Ergänzung der Aufsatzreihe „Amerika — was der Einwanderer wissen sollte", die an anderer Stelle dieser Nummer der „C.-V.-Zeitung"' abgeschlossen wird, interessant. Für viele Europäer sind die Vereinigten Staaten von Nordamerika das Land der Reklame. Man weiss nach Schilderungen und Berichten, dass sich die Reklame in USA auch auf Gebieten, die für unsere Begriffe der eisentlichen Werbung nicht zugängig sein sollten, betätigt, man kennt aus Zeitschriften und Magazinen den besonderen Stil der amerikanischen Werbung, in den hineinzuwachsen für den an europäische Werbungs- und Wirtschaftsmassstäbe Gewöhnten nicht immer einfach ist Für den Einwanderer, der dem amerikanischen Wirtschaftsleben zunächst noch fremd gegenübersteht, mag die Fülle wirtschaftlicher Werbung in der ersten Zeit verwirrend erseheinen. Die Werbungsträger sind aber im wesentlichen die gleichen wie in Europa. Mehr als dreiviertel aller in USA für die Werbung verausgabten Beträge entfielen im Jahre 1936 auf Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften. Der Rest teilt sich in die Aussen Werbung (outdoor-Werbung) und die Reklame im-Rundfunk. Dass gerade diese in USA einen besonders grossen Umfansr hat, ist bekannt. Interessant ist aber aus einer Aufstellung in der amerikanischen Zeitschrift „Printers Ink" zu ersehen, wieviel konjunkturunempfindlicher die Radioreklame als alle anderen Werbungsarten ist bzw. wie sehr der Rundfunk als Werbemittel selbst in den Jahren der schweren Wirtschaftskrise. 1930 bis 1933, in den Vordergrund treten konnte. Zu einem Teil hängt das naturgemäss auch mit der technischen Vervollkommnung und der wachsenden Verbreitung des Rundfunks gerade in diesen Jahren zusammen, so dass ein konjunkturell vielleicht erfolgter Rückgang auf diese Weise mehr als überdeckt wurde. Während die Ausgaben für alle anderen Werbungsarten bis zum Jahre 1937 den Stand von 1929 nicht wieder erreichen konnten und meist sogar erheblich unter ihm lagen, sind die Aufwendungen für die Radiowerbung weit darüber hinausgeschnellt und haben 1937 in der Index-Berechnung der genannten amerikanischen Zeitschrift (in der die Jahre 1928 bis 1932 gleich 100 gesetzt sind) nahezu das Siebenfache des Standes von 1928 erreicht. Die Ausgaben für die anderen Werbearten — outdoor-(Aussen-), magazines-(Zeitschriften-), farm-papers-(landwirtschaftliche Organe) und newspapers-(Zeitungen-) Werbung — sowie der von der Zeitschrift errechnete Gesamtindex der Werbung in USA hab-n von 1929 bis 1933 fortlaufend erhebliche- Rückgänge bis zum Teil unter die Hälfte des Standes von 1929 zu verzeichnen, die Rund-' funkwerbung weist dagegen nur einmal (im Jahre 1933) einen leichten Einbruch auf, der aber 1934 wieder weit aufgeholt werden ist und sie bereits in diesem Jahr weit über den Stand des Krisentiefs hinausbrachte. Am stärksten gegenüber dem Höchststand. von 1928 bzw. 1929 zurückgeblieben ist die Indexzahl der Ausgaben für die outdoor- Werbung, die übrigens auch die einzige war, dieschon im Jahre 1929 von der beginnenden Wirtschaftskrise erfasst wurde, während die Ausgaben für die anderen Werbearten (mit Ausnahme der Radiowerbung) gerade 1929 ihren höchsten Stand zu verzeichnen hatten. Wenn man die Ausgaben für die Gesamtwerbung und die einzelnen Werbearten in USA im Jahre 1937 vergleicht mit dem Stand vor Ausbruch der Wirtschaftskrise, 60 ergibt sich, dass die Aufwendungen für die Werbung insgesamt 1937 7S,5°/o des Standes von 1929, für die outdoor-Werbung 1937 59,2% des Standes von 1928, für die farm-paper-Wcrbung 1937 60,3°/« des Standes von 1929, für die newspaper-Werbung 1937 73,9°/o des Standes von 1929, für die magazines-Werbung 1937 80°/o des Standes von 1929, für die Rundfunk-Werbung 1937 656,4Vo des Standes von 1929. betragen. Am besten haben sich also nach den Ausgaben für die Rundfunkwerbung noch die Aufwendungen für Propaganda in den Magazinen gehalten. Die erwähnte Zeitschrift führt das aber vor allem auf die Gründung neuer Magazine zurück. Es dürften hier also ähnliche Einflüsse wirksam gewesen sein, wie beim Rundfunk. Einen recht günstigen Stand gegenüber 1929 zeigen dann an dritter Stelle schliesslich noch die Ausgaben für die Werbung in Zeitungen, während die Werbung in landwirtschaftlichen Blättern (wohl als Folge der schlechteren Lage des Farmers) und die Aussenwerbung besonders stark abgefallen sind. w. Die Unterschrift „Mit Deutschem Gruss" Nach Mitteilungen der Industrie- und Handelskammer Hamburg hat der Präsident des Werberats der Deutschen Wirtschaft, den jüdischen Unternehmungen die Anwendung der Grussform „Mit deutschem Gruss" untersagt Das Verbot dieser Grussform ist, wie ausgeführt wird, erfolgt, weil ihre Anwendung geeignet ist, über die jüdische Eigenschaft eines Betriebes hinwegzutäuschen. Aus der Bankwelt' Eines der ältesten jüdischen Bankgeschäfte, die Firma Gebrüder Arons in Berlin, hat sich entschlossen, den Geschäftsbetrieb nicht fortzusetzen, und teilte in einem Rundschreiben an ihre Kundschaft mit, dass sich die Deutsche Effekten- und Wechselbank zur Weiterführung der Konten und Depots bereit erklärt hat. Die ÄLYP&PIgf*- ^arf Km Bsni" GieOSSHANDLUft'G Greifswalder Str 96 53 52 8 . EJnsiampf - Garantie. Firma Gebrüder Arons, die als Privatbankhaus grösseren Umfanges eine geachtete Stellung im Bankgewerbe eingenommen hatte, wurde 1806 gegründet, besteht also jetzt rund 132 Jahre. Sie hat damit etwa das gleiche Alter wie die Firma S. Bleichröder, deren Geschäfte vor kurzem von. Gebr. Hardy übernommen wurden (gegründet 1803). Die Textil-Einzelhandlung M. Ikenberg (Inh. Arthur Schäfer) in Radeberg i. Sa. beging ihr 40jähriges Geschäitsjubiläum. pMshMüssB m§k IMemm Ersehest wöchentlich chne Gewähr. Postschluss für Luftpostsendungen bei folgenden Postämtern: Berlin SW 11; Frankfurt/Main Bahnpostamt 19 oder Flughafen; München Postamt 2 (Klugüafen): Köln Flughafen Einwurf hei anderen Postämtern oder in anderen Orten bis zn 1 Tag früher. Abkürzungen: B. A. Buenos Aires; Cherb. Ch^rhourg; LH LeH.ivre; Liss. Lissabon. Ziffern in Klammern Postschlusszeitcu. Ab Seeweg nach Nordamerika An Berlin Hamhure Bremen Cherb. N.-Yorfc 24. 4. 24. 4. (19) „Europa" 25. 4 26. 4. 1. 5. 25. 4. 25. 4. (19) „Normandie" 27! 4. (LH) 2. 5. 27.4. 28. 4. (3) „Hansa" 28. 4. 29. 4. 6.5. Luftweg: Bis auf weiteres kerne Verbindung Seeweg nach Südamerika Berlin Frankf. Mönch. Cherb. Genua Liss. Rio B. A. 25.4. (18) 25.4. (19) 26. 4. (9) 27. 4. 9. 5. 13. * 26.4.(23) 27.4.(14) 30. 4. 10.5. 13.5. 28.4. (18) 29.4. (8) 30. 4. 3. 5. 16. 5. 20. 5. Luftweg: Zuseht. 1,50 RM für je 5 g (1,25 Brasil) Berlin Frankfurt Köln Rio B. A. 23. 4. (12) 23. 4. (11) 23. 4. (17) Fr. Luftp. 26. 4. 27. 4. 27.4. (21) 27. 4. (24) Dt. Luftp. 30,4. 1. 5. Seeweg nach Südafrika Berlin Köln Southampton Kapstadt 27. 4. (14) 27. 4. (21) 29. 4. („Capetown Castle") 13. 5. Kapstadt—Johannesburg (oder Pretoria) 30 Stunden Luftweg: Zuschlag 35Pf. für je 5 g Berlin München Brindisi Atheo ( 22.4.(10) 22.4.(13) 23.4 (16) J Laufzeit 23. 4. (6) 24. 4. (5) 1 7-9 Tage 26. 4. (10) 26.4. (13) 27. 4. (16) l See- und Landweg nach Palastina Berlin München Haifa 22. 4. (16) 23. 4. (9) via Belgrad-Istanbul 27. 4. 24. 4. (34) 25. 4. (0) via Belgrad—Istanbul 29.4. 26. 4. (16) 27. 4. (9) Schiff 28. 4. ab Brindisi 2. 5. 27.4. (16) 28.4. (9) via Belgrad-Istanbul 3.5. Luftweg: Zuschlag 70 Pf. für je 5 g; mind. 15Pf. Berlin München Brindisi Athen 23. 4. (6)* 24. 4. (5) 24. 4. Lydda 23. 4. (10) 23. 4. (13) 24. 4. (16) 25. 4. Tiberias 26. 4. (6)* 27. 4. (5) 27. 4. Lvdda 26. 4 (10) 26. 4. (13) 27.4. (16) 28. 4. Tiberias 27 4. (10) 27. 4. (13) 28. 4. (16) 29. 4. Tiberias 28. 4. (6)* 29. 4. (5) 29. 4. Lvdda 28. 4. (10) 28. 4. (13) 29. 4. (16) 30. 4. Tiberias Halle/Lpzg. Flugn. (6) * Luftpostsendungen nach Bolivien werden not durch die deutsche Luftpost nach Südamerika befördert (nicht durch die französische). Lnftpostpakete nach Palästina sind bis zum Gewicht von 10 k? und im Umfang von 50: 50:100 zugelassen. Das Porto beträgt bis 1 kg 0,60 RM, bis 3 kg 0.90 RM. bis 5 kg 1,20 RM, bis 10 kg 2,40.RM, dazu tritt der Luftpost Zuschlag von 0,55 RM für 100 g, mindestens 5,50 RM. Das Porto nach Australien ist um % billiger geworden.