Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 14 (7.4.1938)
- Date
- 1938-04-07
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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?$r. 14 * Beiblcffl C-VrZe 7. Äpril 1938 * Seile 15 Leichtathleten vor der .Saison Arbeit am Nachwuchs steht im Vordergrund Während in England die leichtathletisehe Vorsaison auf offenen Plätzen bereits in vollem Gange ist, hat man bei uns das winterliche Training,, dessen zweckmässige und systematische Durchführung von wesentlicher Bedeutung für den Leistungsstand unserer Aktiven im Sommer sein wird, gerade abgeschlossen. Nur noch einige Wochen wird es dauern, bis die vom Leichtathleten herbeigesehnte Zeit, 4n der er die für technisches Training doch zumeist unzulänglich© Halle mit dem Sportplatz vertauscht, und die Spikes wieder vollends zu ihrem Recht kommen, da ist. Indes, die Umstellung in geistiger und körperlicher Beziehung, deren Notwendigkeit man nicht unterschätzen darf, kann ruhig vor sich gehen. Was wird die neue Saison an Möglichkeiten der Trainingsgestaltung und Wettkampf bereicherung bringen? Was ist zu tun, um den Sport der körperlichen Vorbereitung unserer Menschen zur Auswanderung auf breitester Grundlage nutzbar zu machen? Zuvor eine Feststellung: das Hauptinteresse der nächsten Monate muss sich im Rahmen einer «S Der „Schild"-Sporibund hat die restlichen Vorrundenspiele zur diesjährigen Handball- und Fußballmeisterschaft angesetzt. Am 18. April beabsichtigt man in Breslau ISG 33 Berlin und Schild Breslau im Handball und Fussball gegeneinander spielen zu lassen. Wahrscheinlich, kommen am gleichen Tage in Köln die Be- ■ gegnungen der westdeutschen und südwestdeutschen „Schild"-Vertreter zur Durchführung, und in Mannheim stehen sich im Fussball Schild Stuttgart (Württemberg) und Schild Mannheim (Baden) gegenüber. Als südwestdeutscher Meister konnte sich in allen drei Klassen Schild Frankfurt a. M. qualifizieren, für den Westen kämpfen Schild Bochum im Fussball, Schild Bonn im Frauenhandball und Schild M. Gladbach im Handhall der Männer. In der Zwischenrunde hat am 24. April der Sieger aus dem Handballtreffen ISG 33 gegen Schild Breslau und die Frauen der ISG 33 in Leipzig gegen den dortigen Schild anzutreten, während die gleiche Paarung im Fussball am 8. Mai zustaodekommt i!ililll!ii[liH!il!!llii!l!Iil!li!ii!ll!!!!l intensivierten Erziehungsarbeit dem Nachwuchs zuwenden. Das wird keine Schwierigkeiten bereiten, zumal die Jungen und Mädel geradezu darauf brennen, die Erwartungen, die man auf sie auf Grund ihres hoffnungsvollen Könnens im Vorjahr knüpfte, leistungsmässig nicht zu enttäuschen. Aus diesem Grunde ist es nach wie vor zu vertreten, auch — trotz der verstärkten Breitenarbeit — am Leistungsprinzip festzuhalten; denn Leistungen spornen an, sie werben durch ihr Beispiel am sichersten für den sportlichen Gedanken. Unsere Jugend, die nichts anderes kennt als den jüdischen Sport, die durch ihn überhaupt erst zur Leibesübung gekommen ist, hat ein Recht darauf, in seinen Institutionen gefördert zu werden. Sechs Programmpunkie Wir sind es gewohnt, unsere Kritik verantwortungsbewusst mit positiven Vorschlägen zum Bessermachen zu würzen. So auch diesmal. Es wäre allerdings angebracht, die von uns in sechs Punkten knapp zusammengefassten Forderungen noch in diesen Tagen, das heisst vor Beginn der Saison, in den Kreisen, die es angeht, durchzusprechen und zu prüfen. 1. Von wesentlicher Bedeutung scheint uns die Einrichtung zentraler, mehrtägiger Nachwuchsfurse. In ihnen sollen unsere besten u;id veranlagtesten Jugendlichen unter Leitung geeigneter Lehrkräfte eine Schulung erhalten, durch die sie sich nicht -nur in ihrem persönlichen Können verbessern; sie wird sie vielmehr auch in die Lage versetzen, das ihnen vermittelte theoretische und praktische Wissen den Kameraden ihrer Sportgruppen, die an den Kursen nicht teilnehmen konnten, fördernd zu vermitteln. Das Beispiel des „Schild"-Sportbundes, der von En&e Juni bis Anfang Juli in Berlin im Mittelpunkt reichsoffener, leichtathletischer Jugend- und Juniorenwettkämpfe ein achttägiges Trainingslager dieser Altersstufen durchzuführen beabsichtigt, sollte Schule machen. In kleinerem Rahmen könnten es sogar die Landesverbände übernehmen. 2. Die beiden Verbände bzw. der Reichsausschuss müssten versuchen," eine Anzahl ihrer bewährtesten Sportlehrer als Wandertrainer zu verpflichten, die von Zeit zu Zeit diejenigen Sportgruppen und Vereine besuchen, die sich keinen eigenen Trainer zu halten imstande sind. Diese Wandertrainer hätten an jeder Sportgruppe ihres Bezirks abwechselnd, je nach Anforderung und Grösse, ein bis drei Wochen zu wirken. Sie wären in dieser Zeit durchaus in der Lage, in Intensivkursen erfolgreiche Erziehungsarbeit zu leisten. Zudem bekäme man auf diese Art einmal einen genauen Ueberblick über das in den kleineren Vereinen befindliche Material. 3. Will man noch einen Schritt weitergehen, könnte man den Trainern die Arbeit durch Schaffung eines zentralen Film- und Photoarchivs wesentlich erleichtern und unterstützen. An Hand eines anschaulichen, reichhaltigen Sportbildmaterials wären die theoretisch-technischen Voraussetzungen, auf denen die praktische Leistungsschulung^aufbaut, naturgemäss viel eher herzustellen. "Die Einrichtung des Archivs selbst dürfte keine Schwierigkeiten bereiten. 4. Die Zahl der Aktiven nimmt von Monat zu Monat ab. Das wirkt sich besonders hemmend auf den Trainingsbetrieb der kleineren Vereine aus, deren Leichtathleten viel zu viel auf sich angewiesen sind. Zum Beispiel: In einer kleinen Gemeinde gibt es bei der „Schild'-Gruppe zwei Langstreckenläufer und beim Makkabiverein ebenfalls zwei, die jeder für sich im Rahmen ihres Vereinstrainings an verschiedenen Tagen üben. In solchen und ähnlichen Fällen muss man fordern, dass sich Makkabi- und Sportbundaktive eines Ortes, die die gleiche Spezialdisziplin erwählt haben, zu gemischten Trainingsgruppen zusammenschliessen. Man würde dadurch nicht nur den Austausch gegenseitig fördernder Erfahrungsmomente und eine abwechslungsreichere Trainingsgegnerschaft in die Wege leiten, sondern auch dem Gemeinschaftsgedanken innerhalb des jüdischen Sports. einen segensreichen Dienst erweisen. 5. Der Wettkampfbetrieb der Vereine bedarf einer gründlichen Reorganisation; denn unsere Situation erfordert eine Zusammenfassung aller Kräfte, d. h. mit Ausnahme der beiderseitigen verbandsinternen Meisterschaften und eventueller Makkabiah-Ausscheidungen, eine uneingeschränkte Gemeinsa in k e i t aller sportlichen Veranstaltungen. Mäkkabi-Leichtathleten wären demnach zu den Sportfesten des „Schild" einzuladen und umgekehrt „Schilde-Leichtathleten zu den Veranstaltungen des Makkabi startberechtigt. Nur so wird man in Zukunft kleine, uninteressante „Felder" vermeiden, gleichwertige Gegner an den Start bringen und — die Kassen der Vereine und subventionierenden Organisationen um wesentliche Beträge entlasten können. Gibt es da noch zu zögern? 6. Der letzte Punkt gilt der „Kampfrichterei". Tatsache ist, dass der Erfolg eines Sportfestes publikumsmässig und sportlich von einer disziplinierten und einwandfreien Durchführung abhängt. Sie obliegt zum grössten Teil den Kampfrichtern. Wir erinnern uns, dass an ihnen im Vorjahr vieles auszusetzen war. Das spricht, nicht s6 sehr gegen, die, die sich freundlicherweise und „von keiner Sachkenntnis getrübt'4 als Funktionäre zur Verfügung stellten. Es war zweifellos ein Fehler mangelhafter Ausbildung seitens der veranstaltenden Vereine und Verbände. Hat man die Wintermonate benutzt, hierin Wandel zu schaffen? Noch ist es Zeit. Bis zum Beginn der offiziellen Wettkämpfe kann das Versäumte immer noch nachgeholt werden. Aeltere, in der Praxis geschulte Aktive sollten überall zur Verfügung stehen, die not- wendige Ausbildung zu übernehmen. Unsere Aufgabe Wenn die Saison zu einem vollen Erfolg werden soll, kommt es auf das Mitwirken aller Beteiligten an. Zu ihnen gehört neben den sportlichen Leitern, den Aktiven, den Kampfrichtern und dem Publikum auch die jüdische Presse. Das „Sportblatt" der C.-V.-Zeitung ist sich seiner Aufgabe bewusst und bereit, im Rahmen der vorhandenen Mittel sein Teil beizutragen. Die von uns seit drei Jahren veröffentlichte „Liste der fünf Besten", über deren Wert und Notwendigkeit nicht mehr zu streiten ist, wird fortgesetzt. Unsere Berichterstatter werden aus allen Teilen des Reichs, wie bisher stets sachlich und objektiv, für eine möglichst umfassende Kritik der Geschehnisse Sorge tragen, während unsere Mitarbeiter aus_ allen Gebieten der Leichtathletik Beiträge belehrenden Inhalts zur Verfügung stellen. Manfred Friedmann 9? Schilde-Turner in Hannover Lenel (Mannheim) und Ruth Lief mann (Hamburg) wurden Meister Die Gerätemeisterschaften 1938 des Sportbundes „Schild" sind vorüber. Sie waren ein voller Erfolg für das Turnen innerhalb der jüdischen Sportbewegung. Der glänzende Verlauf ist auf die hervorragende Vorbereitung des mit der Durchführung betrauten ITH 04 Hannover zurückzuführen. Die ITH hat in jeder Hinsicht ein Meisterstück an Organisation geleistet. Im allgemeinen kann man mit den Leistungen der 24 Beteiligten zufrieden sein, zumal das Mass der Anforderungen in diesem Jahre eine Steigerung erfahren hat. Nach den Ergebnissen der Ausscheidungskämpfe hätte man mit ziemlicher Sicherheit auf Jurke (Breslau) oder Rothenberg (Hannover) als Sieger getippt. Aber es kam anders: Schildmeister im Geräteturnen wurde Viktor Lenel (Mannheim) mit 176 Punkten — und zwar verdient; denn er war der einzige unter den Männern, der sich einmal eine „20" erkämpfen konnten. Den zweiten Platz errang Rothenberg (Hannover) mit 167 Punkten. Seine Leistungen wurden in diesem Kampfe leider durch eine unbegreifliche Nervosität stark geschmälert. Es folgten Jurke (Breslau) und Dr. Moses (Berlin). Bei den Frauen übertraf die Siegerin Ruth Lief mann (Hamburg) die in sie gesetzten Erwartungen bei weitem. Sie turnte wirklich in höchster Vollendung und bekam für, ihre bravourösen Leistungen, welche die 400 erschienenen Zuschauer zu wahren Beifallsstürmen hinrissen, den Adolf-Cohn-Wanderpreis zugesprochen. Zweite wurde GusÜ Weissbrodt (Berlin) mit 114 Punkten, während auf den dritten Platz gemeinsam Edith Löbschen und Mimi Weiss (beide Breslau) kamen. Nachdem am Vormittag die PfnchtffDmxgen geturnt worden waren, begann der Nachmittag mit dem Einmarsch sämtlicher Turner und der einzelnen Abteilungen der JTH. Es folgten dann die mit grosser Spannung erwarteten Kürübungen aller Wetturaer, in denen hervorragende Leistungen geboten wurden. Einige Vorführungen der JTH vervollständigten das Programm. Durch die straff« Organisation konnte die Siegerehrung zur festgesetzten Zeit vorgenommen werden. Anlässlich der diesjährigen Meisterschaften wurde dem Turnobmann des „Schild", Dr. P. F r i d b e r g, für seine verdienstvolle Arbeit die silberne Ehrennadel des Sportbundes überreicht Berkovica (Hannover). Die Ergebnisse MS. an er: I. Lenel (Mannheim) 176 Punkte, 2. Rothenberg (Hannover) 167 Punkte. 3. Jurke (Breslau) 159 Punkte, 4. Dr. Moses (Berlin) 156 Punkte, 5. Abraham (Breslau) 142 Punkte, 6. Rosenberg (Breslau) 139 Punkte, 7. Leiser (Berlin) 133 Punkte, 8. Koeea (Berlin) 125 Punkte. 9. Marchand (Köln) 123 Punkte, 10. Schartenberg (Hannover) 118 Punkte. Frauen: 1. Liefmann (Hamburg) 127 Punkte, 2. Weissbrodt (Berlin) 114 Punkte, 3. Weis (Breslau) und Löbschen (Breslau) je 102 Punkte, 4. Sänger (Berlin) 101 Punkte, 5. Stern (Frankfurt &. M.) 100 Punkte, 6. ünger (Frankfurt a. M.) 99 Punkte. 7. Wolff (Hamburg), Seligmann (Fürth), Bothlander (Breslau) je 98 Punkte. Berk. Südwestd eaischland Cerf (Köln) gewann Waldlauf Wieder fanden die südwestdeutschen Waldlaufmeisterschalten in Wiesbaden statt. Und wieder regnete es mit Beginn der Veranstaltung unaufhörlich. Das Wetter stellte an die Geduld der Funktionäre und Läufer harte Anforderungen. Die Läufer mussten teils im Schlamm, teils auf nassen Blättern rutschen, und mancher Fall brachte gründliche Positionsveränderungen, die regulär nicht eingetreten wären. Erfreulich war die Zahl von 80, auch auswärtigen Teilnehmern. Eine gute Rolle spielte der junge Ellinger (Wiesbaden), der in den ersten beiden Runden noch weit hinter Cerf und den beiden Karlsruhern Simon und Abt lag, sich in der letzten Rande mit zäher Energie nach vorn arbeitete und wirklich noch an die zweite Stelle gelangte. Der Sieger Cerf (Köln) lief einen vorbildlich lockeren Stil, der im Ziel so gleichmässig wie zu Beginn war und ihm die besten Aussichten für die Sommersaison eröffnet. Bei den Frauen brachte Trude Seligmann vor Rosenthal (Mainz) und Sternberg (Frankfurt a. M.) ihr Rennen unangefochten nach Hause. Bei der weiblichen Jugend kam die kleine Margret Moser völlig frisch mit grossem Vorsprung ins Ziel. Die Läufe der männlichen Jugend gewannen in der A- Klasse Mosbacher (Darmstadt) und in der B-Klasse Gutmann (Wiesbaden). Bei den Alten Herren siegte Eis (Wiesbaden). L.B. Frauenhandball Die Mädels des Hakoah Frankfurt a. M. errangen einen 4 :0-(2 :0)-Sieg über den JSV Offenbach. Das Resultat ist für die Unterlegenen erfreulich, die mit nur neun Mädels antraten, aber. trotzdem recht gut in der Verteidigung waren. Es war ein faires und eifriges Spiel. Bar Kochba Frankfurt a. M. Frauen—-Bar Kochba Ottenbach Frauen 2:0 (2 : 0). L. B. Fussball im Mainbeiirk In Wiesbaden trafen sich Schild Worms, jetzt mit Mainz kombiniert, und JTB Frankfurt a. M. In der 1. Halbzeit, in der JTB mit dem starken Wind spielte, waren die Wormser nur leicht überlegen (3:3). Später spielte sich der Kampf fast nur im Frankfurter Raum ab. Bis zum Schluss drängten die eifrig, aber nicht flüssig genug spielenden Wormser sehr stark and konnten ein schönes 6:4-Resultat buchen. — Die Schüler waren vorher dem JTB mit 0:5 (0:4) unterlegen. Bar Kochba Frankfurt a„ M. I spielte gegen Bar Kochba Offenbach und war dem Gegner trotz dreier Ersatzleute jederzeit taktisch und technisch überlegen. Schlussstand: 6 :1. Weitere Ergebnisse: JSV Ottenbach Schüler/Ju»enä— Hakoah Frankfurt a. M. Jugend B 0:21; Bar Kochba Frankfurt a. M. Jugend—Bar Kochba Offenbaca Jugend 4:2(2:0). L.B. Zwei weitere Fussball-Verbandsspiele Recht zufrieden mit dem unentschiedenen Ausgang von 1:1 konnten die Stuttgarter Hakoahner im Rückkampf gegen Hakoah Karlsruhe sein. Besonders in der 2. Hälfte war die spielerische Ueberlegenheit der Karlsruher augenscheinlich, wobei die Stürmer mit ihren Schüssen reichlich Pech hatten. Bei Stuttgart vermisste man Walter Hersch. Nie in Frage gestellt war der Sieg der Karlsruh e r Tarnclub-Elf mit 6:0 Toren gegen Schild Heilbronn in Pforzheim. Heilbronn hat viel von seiner früheren Spielstärke eingebüsst, nur die Hintermannschaft konnte einigermassen befriedi- Drei Meinungen zur Schild-Meisterschaft im Turnen Walter Beck, Geschäftsführer des Sportbundes „Schild": Die Meisterschaften waren in jeder Beziehung ganz gross, leistunssmässisr gegenüber den vorjährigen Kämpfen in Hamburg wesentlich verbessert. Die Frauen haben sich der Teilnahme an den Titelkämpfen würdig erwiesen. Bei den Männern bedeutet der Ueberraschungssiee des bisher unbekannten Lenel eine Bestätigung der in den Reihen des „Schild" gepflegten Breitenarbeit. Dr. Paul Fridberg, „Schild"-Obmann im Turnen: Entsprechend den erhöhten Anforderungen in den Pflichtübungen hat sich das Können unserer Turner und Turnerinnen im Laufe des letzten Jahres erheblich gesteigert. Ruth Liefmann (Schild Hamburg) überragte bei den Frauen. Sie ist zur Zeit zweifellos die beste und eleganteste Turnerin des gesamten jüdischen Sports in Deutschland. Viktor Lenel (Schild Mannheim), ein würdiger Nachfolger Jurkes, der sich beim Pferd-längs seiner Chancen begab, überzeugte durch bestechende Haltung. Glanzstücke waren seine Uebung am Pferd und seine Kür am Reck. Ein erfreuliches Zeichen der Unparteilichkeit lieferten auch die Kampfrichter, die insgesamt nur bei einer Wertung erheblich in ihren Urteilen divergierten. An der Organisation war nichts auszusetzen. Dr. Otto Moses, aktiver Teilnehmer, Vierter der Meisterschaft: Es muss neidlos anerkannt werden, dass Lenel. was Schwierigkeit und Ausführung anlangte, um eine Klasse besser war als wir alle. Er hat den Titel vor Rothenberg zu Recht errungen. Organisation und Zeiteinteilung der Veranstaltung war ohne Tadel. Wir Aktive waren bestens aufgenommen und werden uns der in schönster Kameradschaft verlebten Tage in Hannover gern erinnern. gen. Beim Sieger gefielen alle Reihen, besonder» die Stürmer schienen sich wieder ihrer früheren Schusskraft erinnert zu haben. K. W. Schlesien Sportschau In Breslau Am 3. April veranstaltete Bar Eochba Breslau vor 450 Zuschauern eine grosse Turn- und Sportschau seiner verschiedenen Abteilungen, die einen guten Einblick in die Breitenarbeit des Vereins bot. Nach wirkungsvollem Aufmarsch der 150 Teilnehmer rollte ein buntes Programm ab, das Männer, Frauen und Kinder in verschiedenen Sportarten zeigte. Die Veranstaltung fand beim Publikumgrossen Anklang. Dul. Berlins Schild-Kegler siegten In Breslau brachte die Sportgruppe Breslau ein Wettkegeln der besten Schild-Kegler aus Berlin, Breslau und Bindenburg O.-S. in Form eines Mannschaftskampfes zur Durchführung, Auf Bohle siegte Berlin mit 7157 Holz vor Breslau. Bester Einzelkegler war Rüben (Berlin). Auf Schere blieb Breslau mit 3133 Holz vor Berlin erfolgreich, wobei Dallmann (Breslau) überlegen in der Einzelwertung siegte. Auf Asphalt schliesslich gaben wieder die Berliner mit 2563 Holz den Breslauern das Nachsehen. _ Dul. Mitteldeutschland Endlich auch in Leipzig Bar Kochba gegen Schild Es hat reichlich lange gedauert, bis sich die beiden Leipziger Sportvereine nach jahrelangem Nebeneinander endlich zu dem so notwendigen Zusammenarbeiten aufraffen konnten. Äm 3. April standen sich je vier Mannschaften der Vereine gegenüber, und auch nicht ein Misston störte, allen vorherigen Bedenken zum Trotz, das sportliche Geschehen des Tages. Die Mädels begannen mit einem, beiden Parteien gerecht werdenden 2:2. Bei der Jugend machte sich das Eingespieltsein und die Routine der Bar Kochbaner deutlich bemerkbar, di9 der Schild- Jugend eine ziemlich derbe 10:l-Lektion erteilten. Die Männer hatte man beiderseits durch einige auswärtige Spieler verstärkt und ihnen dadurch den Rahmen einer mitteldeutschen Eandhall-Ver- @ Malermeister Oskar Simenauer w Berün W 15, Pariser Str. 50, 9215 87. Erstkl. Hef bandsmannschaft gegeben. Auch hier zeigte sich die Makkabi-Elf dem Schild mit 6:3 überlegen, weil ihr Sturm viel mehr Durchschlagskraft besass. Epstein (BarKocbba Berlin) leitete peinlichst genau, sicher und gut. Von der mitteldeutschen Fussball-SchSld- Mannsehaft hatte man eigentlich einen glatteren Sieg ab das knappe 2:1 über den Makkabi erwartet, nachdem sie bei der Pause bereits 2 :0 führte. Aber die Makkabi-Elf drängte nach dem Wechsel mit aller Macht auf Verbesserung des Resultates, mehr als ein Tor brachte der schwache Sturm jedoch nicht zuwege. Hutterer (Schild Leipzig) und J. Feldmans (Bar Kochba) waren die Besten ihrer Elf. M. Fuchs leitete in gewohnter Sicherheit. K—n. Schild Hamborg in Rostock Eine kombinierte F u s s b a II - Mannschaft des Schild Hamburg spielte am 3. April in Rostock gegen Makkabi Rostock. Trotz stürmischen Wetters bekamer die Zuschauer einen sehr schnellen und harten Kampf zu sehen, den die Hamburger verdient mit i : 0 (1: 0) für sich entscheiden konnten. H. Fdler. l