Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 11 (17.3.1938)
- Date
- 1938-03-17
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Blatt der jüdischen Trau Nr. 11 * 17. März 1938 3- R^Wn» * C -V -Zeituna Seite 11. 3. Beiblatt * C-V.-Zeitung Romantik in der Küche Unsere Liebe zum Hausgerät / Von Meta Samson Jede Hausfrau hat irgendeine grosse Liebe zu einem kleinen Hausgerät. Vielleicht ist es der Quirl, vielleicht der Schneeschläger, die ihrer Arbeit irgendeinen geheimen Antrieb geben. Und ebenso bilden sich oftmals unüberwindliche Abneigungen heraus, deren Ursache eigentlich niemals aufgedeckt wird. Sicher: Es gibt auch eine Romantik der Küche, die keine Hausfrau entbehren mag. Zarte und innige Beziehungen zu einer Arbeit, zu einem dienstbereiten Werkzeug, einem Gegenstand — und das ist schön — solange wir sie, nicht sie uns beherrschen! — Aber da gibt es Schubladen, die die Last der Büchsenöffner, Schäler, Universalmesser — fast alle auf Ausstellungen erstanden — bald nicht mehr tragen können, und die mit ihrer vermeintlichen Zauberkraft ihre Besitzerin schwer enttäuscht haben. — Dann wieder kann man an Stelle solcher mit Stolz erworbenen Museumsotücke in einem sonst gut organisierten Haushalt längst abgenutzte Löffel und Quirle finden, Stätten der Erinnerung, die nicht einmal durch den Gedanken eines Ersatzes entweiht werden sollen! Die Ursache dieser durchaus häufigen . Kritiklosigkeit gegenüber unserem Hausgerät liegt wohl darin, dass diejenige Frauengeneration, bei der die technischen Neuerungen nicht in die Jugendzeit fielen, falsch reagiert. Dieses Missverhältnis wird sich erst mit der unbefangenen Beobachtung und Erarbeitung technischer Fragen lösen, wie sie unserer Jugend bereits selbstverständlich sind. Wenn aber schon jetzt eine solche Auseinandersetzung geraten erj wwelier Lipowetzki Ank. G. Nr. 11/48541 Berlin W 8, >Ä> Friedrichsirasse l?3o, Ecke Leipziger Strasse ^» seheint, so dadurch, dass uns die Umstände zuvorgekommen sind und in zahlreichen Fällen den Ersatz einer mechanischen Hilfe an Stelle einer menschlichen notwendig machen. Damit aber auch erscheint es als unerlässlich, selbst aus dem einfachsten Haus- oder Küchengerät hundertprozentigen Nutzen zu ziehen! Jede Hausfrau muss ihre Arbeit nach zwei Seiten hin betrachten: Ist sie eine Verrichtung, oder lässt sie eine Gestaltung zu? Das tägliche Abwaschen, Gemüseputzen, Aufräumen haben bei dem geringsten Aufwand an Zeit und Kraft bei bester Leistung ihre Grenze erreicht. Es gibt aber auch zahllose Pflichten, die ausbaufähig und zu verwandeln sind, etwa die Zubereitung einer Mahlzeit, die Versorgung der Kinder. Wir sollten also das Gerät an der Stelle einsetzen, wo wir etwas an der Verrichtung einsparen können, um es für Gestaltung auszugeben. Besonders diejenigen Frauen, die für den Haushalt zwar geschickt, deshalb aber noch nicht „hand^geschickt sind, sollten ihre besondere Aufmerksamkeit ihren Bewegungen, und damit auch dem für diese Bewegungen entsprechenden Gerät zuwenden! Jedes Hausgerät wird vom betriebswissenschaftlichen Standpunkt aus einer oder mehreren Kategorien zugeteilt durch die Frage: Erspart es Brennstoff, Zeit, Arbeit oder Schritte? Oefen und Kocher aller Art, auch gut wärmeleitende Kochtöpfe sind beispielsweise Brennstoffsparer. Teigmischer, Küchenmotoren, Reinigungs- und Schneidemaschinen machen sich als Zeitsparer verdient. Küchenschränke -mit vorzüglicher Einteilung, Servierbretter auf Rädern, selbst erhitzbare Plätteisen u. a. gehören zu den Schrittsparern. Werkzeuge mit langem Griff, Geschirr, das vom Herd auf den Tisch gebracht werden kann, rechnet man wiederum zu den Arbeitssparern. Bei einer WohnungsVerkleinerung oder bei fehlender Hilfe wird für die Hausfrau eine bestimmte Kategorie besondere Vorteile bieten. So leicht es ist, bei dem Kauf von Nahrungsmitteln oder Kleidung Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden, so schwer ist es bei der Anschaffung eines Hausgerätes. Die Hausfrau muss sich wirklich klar werden, ob sich ein Apparat für den Zuschnitt ihres Hauses bezahlt macht; denn jeder Besitz stellt zugleich eine Belastung dar. Zuerst ist es natürlich die Preisfrage, die ernsihafter Erwägung bedarf. Billiges oder herabgesetztes Material zeigt fast immer Lücken, die später durch Zeit und Kraft wieder ausgefüllt werden müsse».. Die Milchkanne, die nicht giesst und das Tischtuch befleckt, der Kochtopf, dessen Griff heiss wird und uns die Hand verbrennt, die Bratpfanne, die uneben ist und mehr Bratfett verbraucht, das sind Unkosten, die den anfänglichen Preisunterschied weit übertreffen. Eine Ausgabe, die sich nicht allmählich in eine Einoahme umwandelt, bringt dem Haushaltsetat unabsehbare Schäden. Mit dem Gedanken der Qualitätsware verbindet sich auch bei dem Hausgerät derjenige der schönen und einwandfreien Form. Früher waren Schönheit und Zweckmässigkeit getrennte Begriffe: heute bedingen sie einander. Holen wir uns im Ausverkauf eine Schüssel, die praktisch aber nicht gerade hübsch ist, kaufen wir einen Aschbecher, der hübsch, aber nicht praktisch ist, so bekommt unser Haushalt zwei Gesichter, — aber kein Antlitz. Ebenso wichtig ist die Möglichkeit, dass über die Unterbringungsmöglichkeit einer Neuanschaffung Klarheit herrscht. Selbst das kleinste Küchenmesser, das unbenutzt Platz fortnimmt, ist als Ruhestörer zu buchen. Wie nun erst ein grösseres Gerät, das allen Hausgenossen im Wege steht, oder das nicht „bei der Hand" ist, wenn man es benutzen will. Der Ort für die Aufbewahrung unserer Utensilien, das muss ausdrücklich betont werden, ist keine nebensächliche Angelegenheit. Denn jeder noch so kleine Gegenstand kann die Atmosphäre des Hau6es verändern. Und schliesslich: Der Apparat darf nicht zeitraubende Reinigung verlangen, 6onst nimmt er uns die bei seiner Benutzung ersparte Zeit wieder weg. Man sollte niemals einen Apparat kaufen, dessen Bedienung und Erhaltung uns nicht vorher geläufig geworden ist. Sicherlich war es gerade die Vorführung, die uns zum Kaufentschluss brachte; nur haben wir versäumt, uns selbst mit in die Rechnung zu setzen. Abgesehen von den erlernbaren Regeln gibt es individuelle Verschiedenheiten für die Eignung bestimmter Handgriffe, die für die Rentabilität einer Anschaffung stark ins Gewicht fallen. Die Heinzelmännchen, die heute für uns die Arbeit machen, mögen uns mit dem Gesicht der Technik reichlich nüchtern und poesielos erscheinen. Aber zu der neuen, der kommenden Romantik müssen wir uns erst unseren Weg bahnen. Das Gerät, mit dem wir täglich besser umzugehen verstehen, das unsere Arbeit von mal zu mal müheloser macht, öffnet neuen Einfällen, Verbesserungen, Plänen die Tür. In gewisser Weise gibt es auch heute noch wie im alten Märchen den Kochtopf, der niemals leer wird, wenn, — ja, wenn wir ihn nicht nur benutzen sondern zu lieben verstehen! Blick auf die Frauenarbeit in der Welt Die Bestimmungen über die Staatszugehörigkeit in Holland haben eine wesentliche A.endernng erfahren. Im allgemeinen bleibt auch weiterhin die Nationalität des Vaters für das Kind bestimmend. Ist der Vater aber staatenlos oder unbekannter Nationalität, so hat das Kind Anspruch auf die holländische Staatsangehörigkeit, wenn die Mutter bei seiner Geburt Holländerin war. Die Kinder von Eltern, die staatenlos oder unbekannter Nationalität sind, haben mit eintretender Grossjäh rigkeit das Recht auf Naturalisierung. Eine Holländerin, die einen Ausländer oder einen naturalisierten Holländer in einem Lande heiratet, in dem sie nicht automatisch die Staatsangehörigkeit des Mannes annimmt, behält' nach den neuen Bestimmungen ihre Staatszugehörigkeit. Bei der medizinischen Fakultät der argentinischen Landesuniversität in La P 1 a t a ist eine Schule für Wohlfahrtspflegerinnen eingerichtet worden, welche .der Ausbildung von Wohlfabrtspflegerinnen für die verschiedenen Zweige der Wohlfahrtspflege dient. Im Staate Kanada beginnen die Frauen ausserordentlich an Boden in der öffentlichen Meinung zu gewinnen. So wurden neuerdings drei Frauen als Sachverständige in staatliche Kommissionen berufen. Und zwar gehören Frauen der Kommission für Volksgesundheit, der Rundfunkkoramission und der Kommission zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit an. * In Dänemark hat die Stellung des unehelichen Kindes durch die Schaffung eines neuen Gesetzes eine wesentliche Besserung erfahren. Die Kinder tragen den Namen der Mutier oder bei erwiesener Vaterschaft den des Vaters. Vater und Mutter sind bis zum 18. Lebensjahre des Kindes gleiehteilig unterhaltspflichtig. Bei der Erziehung soll der Lebensstand beider Eltern berücksichtigt werden. Nach dem sechsten Monat der Schwangerschaft reicht die Behörde die Vaterschaftsklage ein. Auch die sonstigen Bestimmungen dienen dem Schutze von Mutter und Kind. Die Leitung der Aussätzigen-Kolonie Ossiamo in Nigeria hat die französische Aerztin Dr. L e n g a u e r berufen. Während bisher der Dienst an den Leprosen von Nonnen geleistet wurde, ist Dr. Lengauer die erste Laiin, welche sich dieser Aufgabe widmet. Sie hat nicht nur die medizinische Versorgung der Kolonie übernommen, sondern sie ist gleichzeitig Oberhaupt, Chef der Verwaltung und der Gerichtsbarkeit. * Die Gestaltung des Strafvollzugs in den verschiedenen Ländern gibt überaus interessante Einblicke in die soziale Auffassung dieser Länder. So hat Ungarn ein einziges Frauenzuchthaus an der Bahnstrecke Budapest—Wien, das mehr einer Arbeitsgemeinschaft als einer Strafkolonie gleicht. Zu der Anstalt gehört ein Landwirtschaftsbetrieb mit Garten. Feldern und Viehzucht. Aus ihm wird fast der ganze Lebcnsmittelbedarf der Insassen gedeckt. Von den Arbeitslöhnen wird die Hälfte den Sträflingen bei ihrer Entlassung ausgezahlt. Die Anstalt steht unter Leitung von Nonnen, welche die Sträflinge auch unterrichten. Die Anstalt hat auch eine gutarbeitende Strafentlassenenfürsorge eingerichtet. Vorbildlich sollen auch die englischen staatlichen Erziehungsanstalten arbeiten, die jugendliche Verwahrloste und Rechtsbrecher aufnehmen. Um eine möglichst individuelle Behandlung und Erziehung der Jugendlichen, die neuerdings bis zum 23. Lebensjahr aufgenommen werden, zu ermöglichen, hat man acht verschiedene in ihrem System •differenzierte Anstalten geschaffen, die aber alle als oberstes Prinzip „Erziehung zur Selbsthilfe1' leisten. Besonderer Wert wird auf die Pflege des Gemeinschaftssinnes gelegt. Die Zöglinge werden in Gruppen von 10 bis 14 zusammengefasst, zu jedem Haus gehört eine Hausmutter, zu der die jungen Menschen Vertrauen haben und vielfach mit all ihren Nöten kommen. Nach dem Standort der ersten derartigen Anstalt führen diese Erziehungsheime den Namen „Borstal". * Bei den letzten Wahlen in England haben 24 Städte und Flecken weibliche Stadtoberhäupter erhalten. * Der 13. Internationale Kongress der Internationalen Vereinigung für Kinderschutz findet vom 12. bis IS. Juni in Frankfurt am Main statt, der Internationale Kongress für Kinderschutz in der zweiten Julihälfte in Berlin. * Als erste Aerztin in Persien wird sich demnächst eine junge Perserin niederlassen, die kürzlich an der Sorbonne in Paris den medizinischen Doktorgrad erworben hat. In einem Interview erklärte die junge Perserin, dass der fortschrittliche Herrscher Irans ihr die Mittel zur Errichtung eines Laboratoriums für Krebsforschung in Teheran zur Verfügung stellen werde. H. St. Verkaufsmesse der jüdischen Schulen Berlins Am kommenden Sonntag wird im Brüdervereinshaus eine Verkaufsmesse sämtlicher von den jüdischen Schulen Berlins und der Vorlehre des Jugendpflegedezernats hergestellten Gegenstände zugunsten der jüdischen Winterhilfe Berlin stattfinden. Ein neugieriger Blick hinter die Kulissen zeigt, was alles geboten wird: Hausrat aus Holz und Metall, Näh- und Bastelarbeiten, Spielzeug. Da hängen gestickte Kinderkleidchen neben lustig bunten Wäschebeuteln und ein Zoo mit Holztieren hat sich neben einer Kolonie brennend roter Lackarbeiten angesiedelt. Stehlampen sind da aus Schmiedeeisen" Tische und Stühle aus eigener Werkstatt, und selbst eine hölzerne Gartencouch fehlt nicht. Tausend Dinge. gibt es. die nützlich sind und schön, und die zweifellos nicht nur um des guten Zweckes willen gekauft werden- Denn in all ihrer Buntheit lachen sie einem wirklich mitten ins Herz, und nicht selten geschieht es, dass man vor irgendeinem Dingelchen plötzlich stehen bleibt und sich mit raschem Impulse sagt: das muss ich haben! Es ist erfreulich zu sehen, welch saubere, anständige Arbeit überall geleistet worden ist. Man weiss, seit Monaten ist es hoch hergegangen in den Schulen und in den Werkstätten. Da ist gebastelt worden und genäht, entworfen und wieder verworfen. Nimmermüde Phantasie hat sich um Formen gerankt und um Farben; fleissige Hände waren an der Drehbank geschäftig und an der Maschine. Das Resultat ist, wie man jetzt sieht, erfreulich. Und es bleibt nur zu hoffen, dass auch der gewünschte Erfolg nicht ausbleiben wird ... W. C. Die Verkaufsmesse findet am Sonntag, 20. März, ab 12 Uhr, im Roten Saal des Brüdervereinshauses, Kurfürstenstr. 115/116, statt. Sämtliche von den jüdischen Schulen Berlins und der Vorlehre des Jugendpflege-Dezernats hergestellten Gegenstände werden zugunsten der Jüdischen Winterhilfe Berlin verkauft. Am Nachmittag spielt das Kinder-Orchester des Waisenhauses Pankow. Eröffnungsansprache 16 Uhr, Direktor Josef Schmeidler, Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde. Eintritt frei. Es kommen zum Verkauf: Möbel und Beleuchtungskörper aus Holz und Metall, Näh- und Bastelarbeiten, Spielzeug u. a. Vom 20. bis einschliesslich 27. März findet eine Ausstellung von Schülerarbeiten in der Privatschule für Mode- und Reklamekunst Georg Hausdorf, Charlottenburg, Bleibtreustrasse 7, statt. Die Richterin Von Arthur Silbergieit Im vierzehn Jen Jahrhundert lebte in Bologna eine junge Rechtsgelehrtin und zugleich Richterin namens Novclla. Diese war so schön, dass sie hinter einem Samtvorhang, der wiederum durch eine Holzschranke von den streitenden Parteien getrennt war, ihres Amtes waltete, damit die Ankläger, Angeklagten und Zeugen in Gedanken und Reden "nicht bei ihrem Anblick in Verwirrung gerieten. Es geschah nun, dass ein Ehepaar zum Austrag seiner Scheidungsklage im Gerichtssaal erscheinen musste. Der Mann, FS at& ALICE SERTOS. W. 50 iSCKlOn Passauer Strasse 3. 24 92 31. Chemische Reinigung — Fiirben — Entflechen. stattlich und hoheitsvoll, berichtete vor dem Vorhang des ihm unbekannten, rätselhaften Richters in einem vornehmen und ruhigen Ton mit Gelassenheit und patrizierhafter Würde alles Wissenswerte, verschwieg taktvoll und zugleich schamhaft die seelischen und ehelichen Verfehlungen 6einer Gattin, alles, was sie je zu belasten vermöchte, nahm jede Schuld auf sich und erschien so durch edle Selbstbeherrschung und schon fast jenseitige, weisheitsvolle Seelenweite als ein wahrhaft vorbildlicher Mensch, während ihm seine Frau, eifervoll auf die Trennung des Ehebandes bedacht, immer ins Wort fiel, zuweilen aufkreischte und keifte und sich einer sonst nur bei Marktweibern üblichen gemeinen, ja unflätigen Ausdruckswreise bediente. Einmal sogar spie sie ihm, vielleicht im Hinblick auf die Unsichtbarkeit des Richters, der daher solchen Frevel kaum zu ahnden vermöchte, im rasendem Wutausbruch mitten ins Gesicht. Es ergab sich von selbst, dass Novella hinter ihrem Vorhang an den Mann einige Fragen richten musste, und hierbei gemahnte ihn ihre strahlende und hohe, gleichsam erdentrückte Stimme, die mit Sanftheit und mit seraphischem Wohlklang die Kämpfe irdischer Leidenschaften, die schrillen Misstöne aller Daseinszwiste, versöhnend und harmonisch überschwebte, an den silbernen Tonfall eines Mädchens, das er in seiner Jugend sehr geliebt hatte und das er wegen seiner eigenen wirtschaftlichen Unzulänglichkeit damals nicht zu ehelichen vermochte. Und weil ihn die Allmacht dieser Stimme überwältigte, setzte sich der Freund gepflegter Lebensart und würdevoller Gelassenheit —' o Wunder — plötzlich in des Wortes ursprünglichem Sinn über alle Schranken hinweg, eilte zum Vorhang und lüpfte dessen Säume. Da trat Novella in ihrer jungfräulichen Anmut Seelen bezwingend hervor und lächelte den Fremdling an, dessen hoheitsvolle Erscheinung nunmehr ihre Sinneso bezauberte, dass sich ihre Brüste auf den Wellenspielen einer stürmischen Sehnsucht hoben und senkten. In gleichem Seligkeitsrausch starrte der Verzückte Novella so an, als wäre ein Schönheitswunder aus einem Frühlingshimmel herniedergeschwebt. Die Szene wandelte sich mit einem Male: Novella und der Fremde glichen plötzlich zwei Liebenden, die sich mit innigen Blicken zu suchen schienen, die Ehefrau aber, die noch soeben mit aller Leidenschaft ihres ungezähmten Herzens zur - Scheidung gedrängt hatte und die jetzt durch den überraschend schnellen Sieg der äusseren und inneren Hoheit ihres Gatten auf ihn eifersüchtig zu werden begann, erschien nun als Riehterin; denn sie starrte Novella so streng und vorwurfsvoll an, als wollte sie diese anklagen und befragen, mit welchem Recht sie ihr eigentlich den Gemahl rauben wolle und dürfe. Da besann sich Novella auf ihre Pflicht zur Unparteilichkeit und ging mit sich zu Gericht. Musste sie sich nicht in ihrem Gewissensstreit zwischen den Stimmen des Herzens und der Vernunft als befangen erklären, noch so leidenschaftliche Empfindungsflammen kühlen Sachlichkeitsgeboten unterordnen und deshalb die Entscheidung einem Amtsgenossen überlassen? Diese Ueberzeugung gewann nach schweren Kämpfen über alle Ueberredungen der Gefühle den Sieg. Ein neuer Termin wurde anberaumt, und ein bejahrter Richter erklärte, nachdem er die zänkische Art der Ehefrau durch stürmische Angriffe auch auf seine Ehre erfahren hatte, im Namen des Gesetzes die Lösung der Lebensgemeinschaft. Aber auch Natur und Schicksal fällten aus urewigen Eigengesetzen ihr Urteil, indem sie nach Verstossung einer fremden, misstönigen Seele zwei Wahlverwandte voll inneren Gleichklangs zur Harmonie eines neuen Bundes verknüpften. Und vor der Unabänderlichkeit dieses Richterspruchs mussten sich fortan alle Parteien beugen. Elegante Damenhttte HELLA KREBS, Berlin W 50, Tauentzienstr. 141 (Still erhaus) 24 50 55. rU&stke-Aiskssm^ i übernimmt jfid. Dame ausser dem Hanse, i 1 bei massigen Ansprüchen j X. 6959. C.-V.-Zeiinng-, Berlin W 15. J Formschöne Büste erhält auch die stärkste Dame durch m. f. jede Büste bes. greschn.Maßbtistenh. v. 5.— an, Corselets, Hüftg. am Lager u nach Maß. Tel. 348215. Anna Kirschmann, Cabg.,Berliner Str. 128 Wasäenitireit ]SwfnemunderStr. 6 Fernruf 44 52 47 Schrankfert. 0.26. halbtrocfc 0.15 ganz trock.0.18 Heißmangel, Handtuchverleilt 25 85 48 Bamberger Str. 7 Lieferung and Abholung frei Haus Alfred Schmidt, M. d. ], G. JtoddlMte %uthTUaqwis Halensee, Joachim-Friedrich-Strafle 49 Telefon: 871250 Umarbeitungen gut u. preiswert.