Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 8 (24.2.1938)
- Date
- 1938-02-24
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Rr.B* 3. Beiblatt CMlbttung 24. Februar 1938 * Seife 13 Zum ersten Male Im Berliner Kulturbund: „Wenn ich König war'66 Si j'etais roi Es war einmal. . . Der Märchenvorhang hebt sich, wir sind im fernen Indien, in grauer Vergangenheit. Da ist die wunderschöne, aber auch so gescheite Prinzessin, da ist der junge Fischer, der sie aus den Wellen gerettet hat und nun von ihr träumen muss. Da gibt es einen klugen, edlen König, aber auch einen bösen Prinzen, der ihn und auch den wackeren Fischer ins Unglück stürzen will. Und es geschieht etwas Seltsames: dem träumenden Fischer geht ein glühender Wunsch in Erfüllung — freilich nur für einen Tag —: der Wunsch: Wenn ich König war'! Was man an Adolphe Adams liebenswürdiger Musik bewundern muss, ist ihre Unaufdringlichst, die feine Diskretion ihres Untermalens. Die leichte Hand des Komponisten bewährt sich in entzückend eleganten Melodien (von denen Nemeas Tanzlied mit am meisten haftet), in der schlichten Harmonik und in der durchsichtigen Instrumentierung, die das Orchester zum treuen Diener des Gesanges macht. Eiu Fest schöner Stimmen nvjss eine Aufführung dieser Oper mit in erster Linie sein. Dass r=ie es hier wurde, dafür sorgten vor allem Rita A 11 a s z und Ernö G a r a y. Die schalkhafte, geistvolle Prinzessin mit ihren anmutigen Rouladen, die nicht nur virtuos zu singen, sondern auch graziös zu spielen sind — das ist so recht die Rolle für die Atlasz, die hier ihr Bestes gab und sich auch koloraturtechnisch in besonders grosser Form präsentierte. In dem junge Tenor hat der Kulturbund — das zeigt sich jetzt ganz deutlich — eine glückliche Erwerbung gemacht: ein ungewöhnlich schönes Organ bietet edelsten Belcanto. Ein zurückhaltendes und doch irisches Spiel stellt diesen Zephoris in wirksamen Konirast als den träumerischen Naturburschen unter die geistreichen und intriganten Gestalten des Hofes. Da ist zunächst der König selbst, von Walter Olitzki mit jener steifen Grazie, die ihm so gut ansteht (unvergesslicher Basilio!), hingezeiehnet. Ebenso scharfumrissen, ein rechter Theaterbösewicht, der gefährliche Vetter Kadoor, den Siegfried U r i a s mit aller Wucht seiner Stimme ausstattet. Wie diese beiden hohen Herrschaften in erregtem Parlando die endlosen Tonketten der Prinzessin begleiten, das ist ein Ensemble von erlesenster Buffokomik. Ein anderer Bösewicht, ins Osminhafte hin aufgeheitert, der wutschnaubende Küstenaufseher des prachtvollen Gerhard Peehner. Und nun Julius Kuiban! Sobald dieser Mime von Geblüt die Bretter betritt, erfüllt seine pulsierende Lebendigkeit die ganze Szene; jede Bewegung, gleichsam elektrisch geladen, pointiert die Situation. Seine Zelide ist Edith Eisen heim er mit freund-' iicher Anmut und ansprechendem Organ. Aus der Hofgesellschaft sind noch der martialische Kriegsminister Arthur Lew ins und der originelle Medikus Emil Nothmanns zu nennen. Kurt S i n g e r hat mit der Wahl des Stückes und der Besetzung die besten Möglichkeiten seines Ensembles in Einsatz zu bringen verstanden. Sie dürften in der Richtung des Lustspiels liegen, und so konnte der Regisseur Kurt Singer die günstige Prognose, die dieser Aufführung zu stellen war, nur verstärken, indem er die Grenzen zur Operette hin offen hielt und auch gelegentlich Momente leicht pathetischen Charakters durch eine kleine Verschiebung ins Komische hin geniessbar zu machen wusste. Zur Lebendigkeit des Lustspiels fügte Heinz Condeil in Bildern und Kostümen den Glanz des Märchens. Die musikalische Leitung Berthold Sanders „Kap der guten Hoffnung66 Komödie von L. Bus-Fekete Im Berliner .Kulturbundtheater gab man ein neues Stück von Bus-Fekete, dem Autor des ..Jean", betitelt ..Kap der Guten Hoffnung". Reizend und originell, wenn auch in der männlichen Hauptfigur nicht so verdichtet wie in der •Komödie vom politischen Kammerdiener, wieder der Einfall, der einem märchenhaften Vorgang sogar menschliche Züge leiht; von erprobtester Wirkung die Mischung aus Ernst und Scherz, aus Sentimentalität und Heiterkeit, die dem Publikum von jeher besonders behagt hat. Höchst bekömmlich aber — in dieser Zeit — die naiv bejahende, die treuherzig mahnende Lebensphilosophie^ die das „liebe, nette Mädel" Man-, Schmtzlerischer Herkunft, dem jungen, bankerotten, zum Aeusserst'en entschlossenen Bankdirektor mit liebevoller Einfalt zuflüstert: Hab' Sonne im Herzen! Der Lenz ist da! Die Blumen spriessen! Lass' allen Kummer und Sorgen! Wie schön ist doch die Welt! . . . Das „Stückerl Glück", das die tapfere, zu allen Opfern bereite kleine Lebenskünstlerin solcher Weise dem Verzagenden wiedergibt, konnte in der von Fritz W i s t e n auf sorgsamste ausgefeilten Aufführung auch ohne Dialektfärbung nicht echter, nicht anmutiger, nicht heimlich-inniger verkörpert werden als von Camilla Eisner (-Spira), die sich nach ihrer lebenssprühenden Beatrice in Shakespeares „Viel Lärm um Nichts" nun auch in einem modernen Stück als eine neue Hauptstütze des Kulturbund- Ensembles bestätigt hat. Ihr Partner Walter sicherte bei aller Frische die Diskretion der Begleitung und fand im machtvollen Zusammenklang der Chöre mit dem Orchester ihre Höhepunkte. Es gab manche Dacapos und am Schluss einen ehrlichen Erfolg mit vielen Hervorrufen für alle Beteiligten. * Unter den alternierenden Kräften bezaubert Mascha. Ben jakonsky als Nemea durch die Süsse ihres Pianos, während im Forte noch etwas auf Fülle hinzuarbeiten wäre. Der Darstellerin gelingt neben der Schalkhaftigkeit doch am besten die Verzweiflung über die Bosheit Kadoors im dritten Akt. Richard Dresdner, etwas dunkler im Timbre als Garay, besitzt ein schönes, ausbaufähiges Material; einzelne Schwankungen hinsichtlich der Intonation und des Tempos werden sich noch beseitigen lassen. Wilhelm Guttmann. ist ein temperamenlgeladener König, Walter Ries ein Kadoor in scharfen, fast karikaturistischen Strichen. Zelide ist diesmal die frische Ruth Lebnberg. Auch in dieser Besetzung fand das hübsche Werk eine herzliche Aufnahme. Hans Frevhan. H e r z war in der Rolle des Selbstmordkandidaten zunächst nur das willenlose Zielobjekt des l.isiigverschwörerischen Gegenspiels, gegen das jeder Widerstand aus Laune oder Ueberlegenheit des Geistes erlahmte: später löste sich jedoch die spröde Gemessenheit seines Wesens, und er wurde immer freier, aufgeschlossener, aktiver, je mehr er sich dem sinnbildlichen Kap der guten Hoffnung näherte. Von den übrigen Darstellern traf Alfred Berliner mit der komischen Nonchalance des verlegenen Retters aus allen Nöten wieder ins Schwarze. Ausgezeichnet auch Sigmund Nunb e r g als alter treuer Diener seines Herrn mit dem polternden Humor und dem goldenen Kern unter rauher Schale: mit markantesten Linien hingezeichnet der amüsant-pathetische Graphologe von Atired Lichtensteiii, der auch, in Haartracht und Kleidung, die oftbewährle Kunst der Maske wieder spielen Hess. Sonst hob sich aus dem Ensemble — neben kleineren Episodenrollen von Martin Brandt, Fritz L i o n , Lilly Kann, Herbert Grüobaum, Willy Prag er — noch Gerda Klein heraus, die verabschiedete Geliebte von zügelloser Verve und dreister Entschlossenheit. Unter den Bühnenbildern Heinz Condells fiel besonders das geschickt in den Raum gestellte, atmosphärisch durchleuchtete- Bild des kleinen Gartenlokals in Grinzing angenehm ins Auge. Dr. Hugo Lachmanski. Im Theater der Jüdischen Schulen: Molieres der Geizige Das Theater der Jüdischen Schulen in. Berlin, das in diesem Monat auf eine zweijährige, erfolgreiche Tätigkeit im Dienste der Jugend zurück- Chemjo Winawer bereitet die europäische Uraufführung der volkstümlichen jüdischen Oper „Hechaluz" von Jacob Weinberg, New- York, vor. Dies wird die letzte grössere Aufführung des Dirigenten in Deutschland sein, bevor er nach Amerika übersiedelt. blicken kann, brachte soeben Molieres „Der Geizige" heraus. An dieser Aufführung ist zweierlei besonders bemerkenswert: Heinz Cond eil, der bewährte Bühnenbildner der Berliner Kulturbundbühne, hatte zum ersten Male die beiden, sonst getrennten Aufgaben des Ausstatters und Regisseurs gemeinsam übernommen, und Alfred Licht enstein, dessen wendige, aufs schärfste profilierte Kunst des Chargenspiels in diesen Blättern wiederholt gerühmt wurde, debütierte in einer Rolle, die das ganze Stück zu tragen hat. Ein ungewöhnlicher äusserer Erfolg sprach für das Gelingen beider Experimente; man wird sich indes nicht verhehlen dürfen, dass der Regisseur Condell mit einer Ueberbetonung des Possenhaften nicht den BSHEFMAßKEN A«. «nd Vorkanf ». Ansbacher, Frankfurt a. M., Sandweg 6 c echten und ganzen Möllere brachte, und dass der Schauspieler Lichtenstein erst zum Schluss den Charakter des Geizigen als einen Typus des Menschlichen an der Wurzel erfasst hat Condell hielt sich, wie gesagt, an das Derbe, Spasshafte von Charakter und Situationen, malte — zwischen zwei „geizigen" Dekorationen im Frührokokostil — einzelne komische Episoden mit breitem Pinselstrich aus, tat Pantomimisches, Tänzerisches, Musikalisches (aus zeitgenössischer Musik wirksam von Karl Wiener zusammen"' gestellt) hinzu und behielt mit dieser Auffassung offenbar recht, da sie ihm von den jugendlichen. Zuschauern in Ausbrüchen unbändiger Hefterkeit bestätigt wurde. Und doch empfand die' Jugend für einige Augenblicke die ungeheure Tragik des menschlichen Vorgangs: das war im vorletzten Bild, als Harpagon den Raub des vergrabenen Geldes entdeckt und den Verlust, wie von unheimlichen, visionären Gespenstern ge- Zum Gedenken Arthur Eloesser Arthur Eloesser, der Senior unter den jüdischen Literatur- und Theaterkritikern in Deutschland, zugleich einer der ältesten Germanisten aus der Schule Erich Schmidts, ist nach einer schweren Erkrankung, gegen die sein tapferer Lebenswille mit zäher Energie ankämpfte, auf dem Wege zur Rekonvaleszenz im Berliner Jüdischen Krankenhause einem Herzschlage erlegen. Eloesser entstammte einer angesehenen Berliner Familie. Noch in späteren Jahren erzählte er rückschauend von der „Strasse seiner Jugend", auf rfer er, helläugig und mit kluger, humorvoller Bedächtigkeit, Eindrücke für sein reizendes Skizzenbuch gleichen Namens sammelte. Aber auch seine ganze kritische Geisteshaltung wurde durch die Tradition des alten Berlinertums bestimmt, durch jenen aufklärerischen, verstandesklaren Rationalismus, wie er um die Mitte des IS. Jahrhunderts sich besonders von Berlin her ausbreitete und, neben anderen, in Moses Mendelssohn einen seiner Vertreter fand. Es ist daher kein Zufall, dass Eloesser in dem letzten Buch, das er herausgebracht hat und das fiie geistige Entwicklung des Judentums vom .-Ghetto nach Europa" schildert, Mendelssohn zum Ausgangspunkt einer ebenso ehrfurchtsvollen wie beweglichen Darstellung nimmt. Vernunftgemässes Denken — die hervorstechende Signatur der Aufklärungsepoche — -chien Eloessers schriftstellerischer und auch menschlicher Persönlichkeit eine gewisse Kühle 7u verleinen, mit der er sich gegen alle Affekte, gegen alle gefahrdrohenden Aufwallungen der Phantasie und des Herzens wappnen wollte. Er selbst hat einmal von dem Selbstschutz einer phlegmatischen Ironie gesprochen, die der echte Grossstädter im Kampf mit der eigenen Erregbarkeit brauche. Aber soweit er sich auch mit dieser skeptischen Ironie, vielleicht dem einzigen jüdischen Zuge in seinem sonst durchaus weltoffenen Wesen, oft von den Gegenständen seiner Kunstbetrachtung zu distanzieren schien, so nahe traten doch in seinen Gefühlskreis eine Reihe von Gestalten, die sein scheinbares Phlegma in leidenschaftliche Bewegung setzten. Man denke nur an die hochgestimmte Charakteristik Heinrich Heines in seinem umfassenden Lebenswerke, der zweibändigen Literaturgeschichte (und auch in dem bereits erwähnten Buch „Vom Ghetto nach Europa"); man denke ferner an sein Verhältnis zu Josef Kainz, für den er Zeit seines Lebens ein vollgerüttelt Mass von Begeisternug aufbrachte und dem er dann durch Herausgabe seiner Jugendbriefe einen schönen, posthumen Dank abstattete; und man lese einmal die entzückende kleine Biographie Elisabeth Bergners, diese anmutige Liebeserklärung, deren Ursprung er sich voll „enthusiastischer Hingegebenheit" selbst nicht zu enträtseln wusste. Dr. Hugo Lachmanski. Kurt Korff In New-York ist kürzlich Kurt Korff gestorben, der durch drei Jahrzehnte .der führende Kopf der früher üllsteinschen Zeitschriften-Redaktionen war und sich in den letzten Jahren eine leitende Stellung im grössten Presse-Unternehmen der Welt, dem Hearst-Konzern, geschaffen hatte. Mit Kurt Korff ist ein Mann von ebenso grosser schöpferischer Kraft wie persönlicher Bescheidenheit dahingegangen. Nur wenige Leser kannten den Namen dessen, der die ..Berliner Illustrirte Zeitung" geschaffen und zur grössten aktuellen Bilderzeitschrift der Welt mit. einer Auflage bis zu zwei Millionen emporgeführt hatte. In Fachkreisen wusste man, wer er war: man wusste, dass er mit diesem Blatte einen Zeitschriftentyp geschaffen hatte, der zum Vorbild der illustrierten Wochenblätter vieler Länder geworden war. Er hatte von seinem Redak? tionsstuhl aus wesentlichen Anteil an der Heranbildung eines neuen journalistischen Berufsstandes, des Pressephotographen. Nicht weniger hat er durch Entdeckerfreude und unermüdliche Zusammenarbeit für die Pressezeichner getan. Selbst ein Mann von reichem und bew-eglichem Witz, fesselte er einen Krek. berlinisch bodenständiger Karikaturisten an sein Blatt. Er war wohl der erste Journalist, der die aufsteigende Bedeutung des Sports erkannte und ihr lebendigen Ausdruck schuf. Mit einem Fleiss, der sich nie schonte, und einer Gewissenhaftigkeit, die sich auch der Pflicht zu raschestem Bericht nicht unterordnete, gestaltete er in jedem Heft seines Blattes ein Stück bildhafter Zeitgeschichte. Später übernahm er auch die Umwandlung der ..Illustrierten Frauenzeitschrift" in ein Blatt von g^ellscbaftlichem Anspruch, die „Dame", die sich wie seine volkstümlichere Schöpfung zum Bahnbrecher eines neuen Zeitschriftentyps entwickelte. Im Laufe vieler erfolgreicher Schaffensjahre drang der Ruf seiner Leistung auch in die Fachkreise der weiten Welt — und als er vor einigen Jahren nach New-York übersiedelte, sah sich der gereifte Mann bald vor neue Aufgaben gestellt. Er löste sie so, dass ihn der erfolgreichste amerikanische Verleger. W. R. Hearst, zur Reorganisation des Bildwesens seines Konzerns berief und ihn bei den Redaktionen seiner Blätter in liebenswürdiger Hochachtung als einen „Zauberer mit Bildern" einführte — einen Ehrennamen, den Kurt Korff verdiente, obwohl er mit dieser Zauberkraft stets den Willen zu publizistischer Wahrhaftigkeit verband. Jetzt ist er drüben, mitten in neuer Aufbauarbeit, 61 Jahre alt, einer Leukämie erlegen. Keiner, der mit ihm zusammenarbeitete, wird diesen lebensvollen Quell der Anregung, des Einfalls und der nie ermüdenden Hingabe an die Arbeit jemals vergessen. My. Edmund Landau Am IS. Februar starb unerwartet Professor Dr. Dr. h. c. Edmund Georg Hermann Landau, einer der hervorragendsten Vertreter der mathematischen Wissenschaft. Er war am 14. Februar 1877 als Sohn des Berliner Frauenarztes Professor Leopold Landau geboren, promovierte 1899 in Berlin und habilitierte sich hier zwei Jahre später. -Kaum 32]ähris wurde er 1909 als ordentlicher Professor nach Göttingen berufen. Hier hat er bis 1933 gewirkt. Dank seiner Genialität, seiner ungeheuren Arbeitskraft und seiner eisernen Energie konnte er mehr als 250 grössere Arbeiten veröffentlichen. Viele von diesen sind hochbedeutend und bahnbrechend. Sie behandeln hauptsächlich Probleme der Zahlen- und Funktionentheorie. Durch seine Werke, wie etwa das „Handbuch der Lehre von der Verteilung der Primzahlen", sein dreibändiges Jüdische Bücher W 63. Wormser Strasse Sa, am Wittenbergplatz, Ruf 24 70 22 mMHm& FUCHS Werk über Zahlentheorie, die „Neueren Ergebnisse der Funktionentheorie" und die „Neueren Fortschritte der additiven Zahlentheorie" hat er viele, auch wenn sie nicht seine Schüler waren, aufs stärkste beeini'lusst. Für alle Fragen des jüdischen Lebens war Landau sehr interessiert. Eine der ganz wenigen in hebräischer Sprache existierenden mathematischen Arbeiten stammt von ihm: sie ist 1925 in den Schriften der Universität Jerusalem erschienen, deren Kuratorium er angehörte. Zahlreiche Ehrungen wurden Landau, dem Schwiegersohn Paul Ehrlichs, zuteil. So war er Dr. h. c. der Universität Oslo, korrespondierendes Mitglieder der Akademien i.n Rom und der London Mathematic Society. Sein Name ist für immer mit der Geschichte der Mathematik verbunden. A. Br. * In Wien starb im Alter von 81 Jahren Professor Dr. Emanuei L ö w y, der am 1. September 1857 in Wien geboren war. Nach dem Studium der klassischen Philologie und der Sprachwissenschaften besuchte er das arcbäologiseh-epigrapbisehe Seminar und habilitierte sich 1SS7 als Privatclozent in Wien. 1889 erhielt er einen Ruf als ordentlicher Professor für klassische Archäologie nach Rom. Bis zum Jahre 1914 wirkte er an der Universität und an zahlreichen staatlichen und privaten Institutionen. Da er Oesterreicher geblieben war, musste er beim Eintritt Italiens in den Weltkrieg unter Zuriicklassung seiner ganzen Habe Rom verlassen. Seitdem lebte er wieder in Wien, wo er 1918 bis 1928 als ordentlicher Professor an der Universität wirkte. Sein Hauptarbeitsgebiet war das klassische Griechenland. Von seinen Werken seien die zweibändige in vier Auflagen erschienene „Griechische Plastik", sein If C f> F M Jüdischer Buchvertrieb Martin Salomen Bücher - Ritualien - Schallplatten 1% mm wd* mm um beriin-charlottenburg, Dahlmann.Strasse s ruf: 96/ii4i VERSAND IN- UND AUSLAND