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Central-Verein-Zeitung · 1938-01-13 · 2 (13.1.1938) · page 18

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
2 (13.1.1938)
Date
1938-01-13
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Nr. 2 * Beiblatt 13. Januar 1938 * Seite 1Z Der Leichtathlet im Winter/ Ein Trainingsprogramm 'Jedem Saisonsport muss eine Ruhepause folgen. Der Leichtathlet, der im Sommer ernsthaft an sich gearbeitet und etwas geschafft hat, braucht eine Erholung seiner seelisch und physich übermässig beanspruchten Kräfte. Er findet sie ganz natürlich in den Wintermonaten. Damit soll jedoch nicht gesagt sein, dass er sich, wie man es früher für richtig befand, von Oktober bis März von sportlicher Betätigung vollkommen zurückhält. Vielmehr will diese Forderung nach heutigen Erfahrungen besagen: höchstens einen Monat gänzlich zu pausieren und dann die vorbereitende Arbeit auf die nächste Saison zwar nicht direkt BBB9I det fidiscke Stted Jti&ß Die Winterhilfsveranstaltung des jüdischen Sports, die am 23. Januar auf dem Grunewaldsportplatz in Berlin mit dem Handballtreffen „Schild"-Berlin gegen Makkabi Südwestdeutschland und dem Fussballkampf ■ Makkabi Berlin gegen .,Schild"-Südweetdeutschland durchgeführt wird, steht weiterhin im Mittelpunkt des jüdischen Sportgeschehens. Nicht nur in Berlin, Frankfurt a. Main und Stuttgart, deren Vereine ihre Besten in die vier Auswahlmannschaften' delegieren, spricht man von den Spielen; auch in den anderen jüdischen Sportzentren Deutschlands erwartet man mit Spannung die Ergebnisse der Kämpfe. Technische und sportliche Vorbereitungen sind überall im Gange. Die genauen Mannschaflsaul-: Stellungen werden wir in der kommenden Woche im Rahmen unserer Vorschau veröffentlichen. Unser südwestdeutscher 5.-AT.-Berichterstatter teilt mit: Die südwestdeutsche F u s s b a 11 mannschaft des „Schild" wird sich voraussichtlich aus den Spitzenspielern von Schild Stuttgart, TC 03 Karlsruhe und Schild Frankfurt a. M. zusammensetzen. Die genaue Aufstellung der Mannschaft kann jedoch erst nach dem Karlsruher Ausscheidungsspiel, das infolge Unbespielbarkeit des Platzes auf den 16. Januar Verschoben werden musste, gegeben werden. Im Handball wird der südwestdeutsche Makkabikreis eine Vertretung nach Berlin senden, die sich in erster Linie aus dem deutschen Makkabimeister, Bar Kochba Frankfurt a. Main, verstärkt durch zwei oder drei Spieler des Bar Kochba Mannheim zusammensetzen wird. Diese Mannschaft ist überaus spielstark. reserven speichernden Sportler jede Uebertreibung selbst im friedlichen Training abträglich sein würde. Wie soll das Wintertraining im einzelnen aussehen? Das allgemeine Ziel war Verbesserung der Kondition, der Technik und des Stils, wobei sich die Intensität der Arbeit nach dem Fortschritt der Kondition, nach dem Stand der vorerst hauptsächlich betriebenen Erholung von seelischen und körperlichen Beanspruchungen der Wettkampfzeit richtet. Das heisst also: man fange mit leichtestem Training, möglichst nicht in der Spezialdisziplin. an, steigere sich stetig, um in der zweiten Winterhälfte den Höhepunkt der beabsichtigten speziellen Vorbereitung erreichen zu können. Bei einem durchschnittlich normalen Hallentraining beginnt man sein Tagespensum am vorteilhaftesten mit einigen Erwärmungsrunden, ehe eine gründliche Gymnastik mit und ohne Gerät für die Lockerung der Muskelpartien und die Beseitigung von Steifheit und Ungelenkigkeit, den Folgen einseitiger Berufsarbeit, sorgt. Sich stets abwechselnd und steigernd sind hierzu Uebungen zu wählen, die neben der allgemeineren Dehnung des Rumpfes und der Gliedmassen, eine Stärkung der meistbeanspruchten Muskeln herbeiführen. Das bedeutet im Rahmen der mehr oder minder beschränkten Hallenverhältnisse, dass der Sprinter bezüglich technischer Schulung Startübungen bevorzugt, um die Reaktion zwischen Startschuss und Wiilensimpuls zu vermindern. Er wird seine ersten Schritte kurz und kräftig stampfen und seine Schrittlänge zu vergrössern suchen. Der Mittel- und Langstr eckler sollte auf die Verbesserung seines Laufstils achten, ohne auf Stärke und Ausdauer zu trainieren. Der Springer wird über massige Höhen bzw.. geringe Weiten mit wenig Anlauf stilgerecht arbeiten und seine Sprunggelenke stärken. Der Werfer schliesslich, dem seine Spezialgeräte in der Halle kaum zur Verfügung stehen werden, könnte durch Würfe und Stösse mit dem Medizinball den Bewegungslauf seiner Uebungen verfeinern und die Ergiebigkeit der Muskelarbeit erhöhen. Neuerdings empfiehlt man dem Leichathleten sogar, das vielseitig durchbildende Gewichtheben in sein Trainingsprogramm einzubeziehen — mit Recht; denn allzu oft scheint uns gerade der Oberkörper eines unterhalb der Gürtellinie muskelbepackten Läufers im Vergleich viel zu schwach zu sein. Das Geräteturnen hätte im übrigen den gleichen kräftigenden Wert. Wichtig für die Schulung der Organkraft ist unbedingt der Waldlauf, zumeist als Training und lediglich hin und wieder in Wettkampfform betrieben. Hierbei wird nicht nur der Schritt aa sich natürlicher, weil er sich dem leicht federnden Waldboden und seinen verschiedenartigsten Hindernissen anpassen muss, auch die Funktionen des Herzens und der Lungen erfahren duch die vermehrte Sauerstoffzufuhr eine beträchtliche Förderung, ganz abgesehen von den geistige Anregungen^der wechselnden Landschaft und den stählenden Vorzügen, die winterliches Training im Freien stets aufzuweisen hat. Gegen eine Beteiligung des Leichtahtleten an Kampfspielen, wie Fussball. Handball oder Hockey, ist natürlich nichts einzuwenden, zumal man oft beobachten kann, mit welcher Freude er bei der Sache ist. Allerdings ist die Mitwirkung eines kampfsporttreibenden Leichtathleten in ersten und repräsentativen Mannschaften in der Regel abzulehnen; denn für ihn ist das Spiel ja eben nur ein Ausgleich, Vergnügen und darf ihn keineswegs seelisch und körperlich sonderlich beanspruchen. Ein gut geleitetes Wintertraining muss Freude bereiten und im Laufe der Zeit zu einem kameradschaftlichem Erlebnis werden, \las man nicht mehr missen möchte. Es gilt, in den wettkampflosen Monaten jenes für den Leichtathleten un- . erlässliche feine Muskelgefühl, auf dem sich später planvolles Leistlingstraining am zweckmässigsten aufbauen lässt, zu erwerben und jenes seelische Wohlbehagen, tdas Selbstbewusstsein. Spannkraft und Leistungsbereitschaft als Grundlagen einer erfolgreichen kampfsportlichen Betätigung vermittelt. Manfred Friedmann. Sport der Woche ■an leichiathletisch kampfsportlich, aber als wesentlich aufbauenden Trainingsfaktor erneut aufzunehmen. Das Wintertraining des Leichtathleten vollzieht sich demnach erheblich anders als seine Arbeit im Sommer. Gilt es dort auf ein besonderes Mass an Leistungsfähigkeit hinzuarbeiten, so ist es hier neben aligemeiner Kondition und harmonischer Bewegungsschulung der Ausgleich technischer und stilistischer Mängel, auf den es ankommt. Vielleicht interessiert in diesem Zusammenhang auch die Frage, ob der Leichatblet im Winter Weltkämpfe bestreiten soll. Sie ist individuell zu beantworten. Die einen glauben, sie für sich bejahen zu können, wie beispielsweise die unerhört widerstandsfähigen Amerikaner, deren Hallenstarts kaum weniger anstrengend und zahlreich sind als die Sportfeste der eigentlichen Saison. Andere wieder lehnen sie mit Ausnahme einiger Waldlauf Wettbewerbe grundsätzlich — und wie wir, mangels geeigneter grosser Sportstätten — ab. Sie begnügen sich mit einem Training in der Halle und im Wald, mit Ausgleichssportarten wie Ballspielen und Wintersport, die, massvoll betrieben, nie schaden können. Wie überhaupt dem in dieser Zeit seelische Kraft- Berlin Waldläufe wurden durchgeführt Während am 9. Januar in Berlin sämtliche Handball-. Fussball- und Hockeyverbandsspiele infolge Ünbenutzbarkeit der Plätze abgesagt werden mussten, führten Bar Kochba Hakoah und ISG 33 ihren zweiten Waldlauf dieser Saison wiederum gemeinsam durch. Natürlich waren die Läufe, die in sämtlichen Klassen einzeln und mannschaftswe'ise gewertet wurden, durch den hohen Schnee überaus schwer und namentlich für Frauen und Schüler viel zu anstrengend; man hätte besser auf ihre Teilnahme verzichten sollen. Bei den Senioren überraschte der junge Bar Kochbaner Petzall, der seinen Klubkameraden Wertb.cn auf den zweiten Platz verweisen konnte. Laskau und K. Meyer (beide ISG- 33) liefen etwa 40 Meter zurück als nächste ein. In der Frauenklasse siegte diesmal Gerda Vogel (ISG 33) vor der vormaligen Siegerin Ilse Levy und der Bar Kochbanerin Ruth Hirschberg. In der Mannschaftswertung siegte die ISG 33 mit 16 gegen 7 Punkten des Bar Kochba. Der Wettbewerb der A 11 e n Herren war heiss umstritten und zum Schhiss sehr knapp: Wisnia (Bar Kochba) entschied ihn für sich vor Engler (ISG 33) und Solomon (Bar Kochba), desgleichen bei den Mannschaften, wo die Blan- Weissen mit 11:10 Punkten im Vorteil waren. Viel Talent sah man wieder bei den Jugendlichen aller Altersstufen. Guttmann vor Chotzen (beide ISG 33) und Walt (Unebne) bei den Aelteren, Jonas (Bar Kochba) vor Graf (ISG 33) und Markwald (Bar Kochba) bei den Jüngeren, lauteten hier die Ergebnisse. Bar Kochba und ISG 33 teilten sich die Mannschaftssiege. Bei den Knaben kam schliesslich Bar Kochba zum Erfolg, und zwar so- Sief Vet Stad und ah Sonntag, 16. Januar Berlin Handball: Turnier des JBC „Berlin", teilnehmende Mannschaften: 'Sportgruppe Breslau, Schild Magdeburg, ISG 33 Berlin, IBC „Berlin11, Auswahlelf des „Schild11 Berlin, Grunewaldsportplatz, ab 12 Uhr. Vcrbandsspiel Kanuclub I—Bar Kochba Hakoah II, Grunewaldsportplatz, 10% Uhr. Fussball: Verbandsspiele u. a. ISG 33 I—Bar Kochba Hakoah II, 12.50 Uhr. Hagibor II—ISK I, 14)4 Uhr, beide Spiele: Sportplatz am Schäfersee. Hockey: Verbandsspiele JTK Grunewald I— ISG 33 II. 9 Uhr, ITC Bar Kochba Damen—Bar Kochba Hakoah Damen I, 10K Uhr, ITC Bar Kochba I —ISG 33 I, IVA Uhr, sämtliche Spiele: Sportplatz Mariendorf, Kaiserstrasse 17. Südwestdeutschland Fussball: Ausscheidungsspiel zweier Südwestdeutscher „Schilde-Mannschaften, Karlsruhe, Sportplatz des TC 03, IVA Uhr; Bar Kochba Frankfurt a. M. I—ITB Frankfurt a. M. I, Frankfurt a. M., Sportplatz Sondershausener Strasse, IVA Uhr; JSV Offenbach I—Bar Kochba Offenbach I. Offenbach, Sportplatz am Nebenbahnhof, IVA Uhr: Schild Mannheim I—Bar Kochba Mannheim I. Mannheim, BK-Sportplatz, IVA Uhr; Hakoah Karlsruhe Jugend—JSV Heidelberg Jugend, Karlsruhe, IVA Uhr. Handball: Schild Frankfurt a. M. I—J.TB Hanau I. F*Tä n k f u r t a. M., Sportplatz Bucbrainweiher, 13K- Uhr; Schild Wiesbaden I—Schild Frankfurt a M. II, 15 Uhr: Schild Wiesbaden Jugend- Schild Frankfurt a. M. Jugend, 12% Uhr; Schild Wiesbaden Frauen—Schild Frankfurt a. M. Frauen, 14 Uhr, alle Spiele: Wiesbaden, Sportplatz Lahnstrasse; JSV Offenbach Frauen—Bar Kochba Offenbach Frauen. Offen b ach, Sportplatz am Nebenbahnhof, 13K Uhr: Schild Mannheim I—Bar Kochba Mannheim I, Mannheim, 10 Uhr; Schild Mannheim Frauen—Bar Kochba Mannheim Frauen, Mannheim, IVA Uhr. Rheinland-Westfalen Handball: Schild Bonn Frauen—ITV 02 Köln Frauen. Bonn, Schildplatz. Tischtennis: Freundschaftsspiel Hakoah Essen— JSG Dortmund, Essen, Jugendheim Saarbrücker Strasse; Meisterschaftsspiel Schild Bocholt—Schild Hagen, Bocholt, Schildheim. Fassball: Punktespiele Schild Aachen/Düren—Schild Bochum, Aachen, Neuer Schildplatz: Schild Bonn —Schild Neuwied, 1. und 2. Mannschaften, Bonn, Schildplatz; Schild Düsseldorf—TUSPA Krefeld, alle Einheiten. Düsseldorf, Schildplatz; ITV 02 Köln —Schild M.-Gladbach, Köln, Fort Deckstein. Bayern Fussball: W i n t e r h i 1 f s spiel ISC Fürth I— Hakoah Stuttgart I, Fürth, Karolinenstr. 148, 13 % Uhr. Mitteldeutschland Fussball: Bar Kochba Dresden I—Bar Kochba Leipzig I, Dresden, Radrennbahn Reick, 14 Uhr. Handball: Bar Kochba Dresden I—Bar Kochba Leipzig I, Dresden. Radrennbahn Reick, 13 Uhr: Schild Leipzig I—Schild Dresden I, vorher 1. Frauen, Leipzig, Sportplatz Thekla, 13 Uhr, wohl bei den Mannschaften als auch' durch Putzrath als Einzeisieger. H. F. Bayern JSC Fürth bayerischer Jugendmei&ter Im Entscheidungsspiel um die bayerische Jugendfussball meisterschaft standen sich am 9. Januar in Fürth ISG Fürth als nordbayerischer Meister und ITUS-München gegenüber. Bei ausserordentlich ungünstigen Bodenverhältnissen kam Fürth zu einem verdienten S : 2-Sieg. Besonders gut F. Stahl als Mittelläufer und F. Krakenberger als Sturmführer, der allein fünf Tore erzielte. Anschliessend trugen die 1. Mannschaften beider Vereine ein Freundschaftsspiel aus. Die immer schlechter -werdenden Bodenverhältnisse zwangen den Schiedsrichter nach 60 Minuten Spielzeit zum Abbruch. Bis dahin führten die Fürther durch das überragende Mittelstürmerspiel Klabers 5 :0. Dem Spielverlauf hätte vielleicht ein Unterschied von zwei bis drei Toren besser entsprochen. R. St. Rheinland-Westfalen Boxkämpfe in Essen Die rührige Hakoah Essen hatte sich am 9. Januar für seine Boxstaffel Gegner aus zahlreichen Vereinen Westdeutschlands verschrieben. Der Saal des Jugendheims war voll besetzt. Im Mittelpunkt stand der Kampf zwischen Fritz Reiff (Hakoah Köln) und dem Schildmeister Grüneberg (Köln). Trotzdem sich Grüneberg am S'chluss der ersten beiden Runden ein klares Plus erboxt hatte und die 3. Runde nur knapp abgab, wurde Reiff völlig zu Unrecht zum Punktsieger erklärt. Bedeutungsvoll war auch der k. o.-Sieg von Belfcr (Essen) gegen Samuel I (Krefeld) in der 1. Runde. Auch sein Klubkamerad Heymann II kam gegen Stern (Schild Dortmund) zu einem jederzeit unbestrittenen Punktsieg. Schindler, der Kölner Makkabimeister, siegte durch k. o. gegen Müller (Schild Dortmund), der in der 2. Pause aufgab. Eine schöne Leistung war auch der Punktsieg von Ackerfeld (Makkabi Düsseldorf) über Srebrnik (Schild Dortmund). Samuel II (Schild Krefeld) konnte Hauser (Essen) und Waag II (Essen) Hirsch (ITV 02 Köln) nach Punkten schlagen.' Im übrigen gab es noch vier Unentschieden, bei denen die Gäste sämtlich benachteiligt schienen. (Essener Boxer zuerst genannt): Ohnhaus—Waldhorn II (Schild Dortmund), Waag I—Waldhorn I (Schild Dortmund), Finger—Bunan (ITV 02 Köln), Löwenstein—Gasiorowski (Schild Wuppertal). R. B. Nur ein Spiel am Mittelrhein Infolge des schlechten Wetters fielen am Mittelrhein einige Fussballspiele aus. Gespielt wurde nur in Düsseldorf. M.- Gladbach/Rheydt ^ar Gast der Düsseldorfer, die bei einigermassen ausgeglichenen Leistungen einen 8:4- (3:2)-Sieg zu Hause behielten. Verdient war dieser aber doch; denn bei beiderseits guten Sturmreihen hatte Düsseldorf in Mittelläufer Leo Meyer, wie immer, eine überragende Kraft. Auch der Mittelstürmer war diesmal „gross in Fahrt1'. _ J.G. Nordwestdeutschland Bielefeld war unvollständig Trotz schlechtester Bodenverhältnisse hatten die ITH 04 Hannover nach längerer Spielpause Schild Bielefeld zu Gast. Eine taktische Regel Allzu oft liest man in Berichten über Fussball- und Handballspiele: „Trotz drückender Feldüberlegenheit gelang es der ,schwarzen* Mannschaft nicht, zu Torerfolgen zu kommen.** Vielleicht würde man treffender sagen müssen» ..Infolge drückender Ueberlegenheit gelang es nicht . . ."; denn darin liegt der Fehler. Wer seinen Gegner in massierter Offensive bedrängt, presst ihn vor dem Tor auf einem engen, dazu von Verteidigern dicht besetzten Raum zusammen. Die Folge: Torsituationen und Schussmöglichkeiten sind weitaus schwerer, zu erzwingen, als wenn in normaler Angriffsordnung vorgegangen wäre. Es ist daher grundfalsch, wenn selbst eine Anzahl unserer besten Mannschaften immer wieder auf diesen Fehler, verfällt, eine Feldüberlegenheit, in welcher. Phase des Spiels es auch sein mag, so auswerten zu wollen, dass alle Mann zum Generalangriff nach vorn geworfen werden. Da sieht man sogar Läufer und Verteidiger die neben dem eigentlichen Stürmerquintett Tore schi essen wollen. Ohne Erfolg natürlich: sie verwirren infolge der zwangsläufig entstehenden Zusammenballungen vor dem gegnerischen Tor lediglich die eigenen Angriffsaktionen bzw. verschaffen der Verteidigerpartei günstigere Abwehrmöglichkeiten. Freilich gelingt es bisweilen, auch auf dieser Art zu Erfolgen zu kommen — aber schliesslich bestätigen Ausnahmen die Regel. Und die besagt:., den Gegner „kommen zu lassen", das Spiel zu öffnen und in der Defensive blitzschnell torbringende Angriffe in den freien Raum zu entwickeln. Diese Taktik ist sehr ausbaufähig, zumal sie dazu führen kann, dass Mannschaften, die im Feldspiel gar, unterlegen sind, durch die Wucht ihrer gekonnten, überrumpelnden Kombinationsangriffe, nicht etwa unverdient, zu siegen vermögen. Womit allerdings nicht gesagt sein soll, offensives Läuferspiel überhaupt abzulehnen. Im Gegenteil, sowohl beim Fussball, in dem namentlich beim W-System die Aussenläufer eine wichtige Angriffsrolle spielen, als auch' beim modernen Handball sollen die Läufer zeitweilig den „Hang nach vorne" verspüren. Aber auf dem „zeitweilig" liegt die Betonung. Ein guter Läufer muss eben den Blick dafür haben, wann seine Zeit gekommen ist. — n. Ehrungen jüdischer Sportler In der Ehrentafel des Österreichischen Sports für das Jahr 1937 sind wieder die Namen einiger jüdischer Sportler verzeichnet. •Wir, finden dort Richard Bergmann, den Tischtennisweltmeister des Jahres 1937, Hakoah Wien,- deren Hockeymannsehaft Verbandsmeister wurde, die Olympiasiegen u Elien P r e i © s. die auch im letzten Jahre Damenflorettmeisterin von Oesterreich wurde. Gerda Gott lieb, die den Titel im gemischten Fünfkampf errang. Fräulein Lichtner, die für die Hakoah Wien die österreichische Strommeisterschaft im Schwimmen erwarb, und Liebster, den vielfach Repräsentativen und österreichischen Tischtennismeister. Palästina-Team verliert Im Rahmen der Vorbereitungen zur Fussball wellmeisterschaft, deren Qualifikationsspiel Palästina demnächst in Tel-Aviv gegen die griechische Ländermannschaft bestreiten wird, weilt zurzeit die Berufsspielermannschaft der Vienna Wien in Palästina. Am 8. Januar spielten die Wiener in Jaffa gegen ein Paläslina-Team und konnten erst in der zweiten Spielhälfte ihren knappen , 1 : 0-Erfolg sicherstellen. Das Spiel fand grosses Interesse; nahezu 10 000 Zuschauer überzeugten sich von dem fortgeschrittenen Können ihrer Mannschaft.' liliilillillilllipi^ ¥ Leider konnten die Westfalen nicht mit voller Mannschaft antreten, da eines ihrer Autos ein Orfer der Glätte wurde, wobei einige Personen zum Glück nur leicht verletzt wurden. Die Hannoveraner siegten schliesslich dank ihres durchschlagkräftigeren Sturmes mit 4:2. Bei Bielefeld verhinderte der sichere Torwart eine höhere Niederlage. Berk. Mitteldeutschland BK. Leipzig hatte Gaste Trotz des schweren Bodens und der dadurch verursachten Behinderung konnten Bar Kochba Leipzigs „A.H." die 1. Fussballelf des Makkabi Chemnitz 3:1 schlagen, nachdem die Gäste bis weit in die 2. Hälfte noch 1 :0 führten. Die beiderseitigen 1. Knaben trennten sich bei Schnee und Hagelsturm 1:1. — Den leichtesten und glattesten Sieg errangen die Frauen des Bar Kochba Leipzig mit 5 :1 ebenfalls gegen Makkabi Chemnitz. Während die Jugend des Bar Kochba Leipzig im Tischtennis gegen Makkabi Chemnitz einen 13:8-Sieg herausholte, unterlagen die Herren der 2. Mannschaft des Bar Kochba Hakoah Berlin 4:5. K—n.

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