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Central-Verein-Zeitung · 1938-01-06 · 1 (6.1.1938) · page 14

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
1 (6.1.1938)
Date
1938-01-06
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seife 14 C.-V.-Zeltung Nr.1 * 6. Januar 1933 Der Terror und seine Bekämpfung Die Gefechie im Norden von Palästina, von denen wir in der vorigen Nummer berichteten, sind nach etwa siebentägigen ununterbrochenen militärischen Operationen zu einem gewissen Abschiuss gekommen. Es gelang den englischen Truppen, ihre Säuberungsaktion in der betroffenen Gegend durchzuführen. Ein Teil des Militärs kehrte darauf in seine Quartiere zurück unter Hinterlassung von Posten an den gefährdeten Punkten. Die Zahl der getöteten Araber hat sich im Laufe der Kampfhandlungen auf 45 erhöht. Auf englischer Seite sind ein Offizier und ein Mann gefallen. In der Nacht zum 30. Dezember kam es in der Nahe von Nablus zu einem halbstündigen Gefecht zwischen Militär und bewaffneten Banden. Es gelang den Soldaten, die Araber mit Hilfe von Flugzeugen in die Flucht zu schlagen. Die Bestattung von sechs gefallenen Bandenmitgiiedern in der Gegend von Safed gestaltete sich zu einer Kundgebung, an der etwa 3000 Araber teilnahmen. Die arabische Bevölkerung trat anlässlich der Beisetzung in den Streik. Auch in den übrigen Teilen des Landes kam es wiederum zu Zwischenfällen, hauptsächlich zu Ali vitalen au? Autobusse und zu Bombenüberfällen Zwischen Jerusalem und Jaffa wurde ein arabischer Autobus, der versehentlich für einen jüdischen gehalten wurde, beschossen. Em arabischer Knabe wurde so schwer verwundet, dass er seinen Verletzungen erlag. In der Nähe von Abugosch, zwischen Tel-Aviv und Jerusalem, wurden bei einem Angriff auf phien Autobus der Chauffeur leicht, und ein Passagier, der 33jährige Ingenieur Yechiel E r r o n i, s c h w e r v e r w u n d e t. Auch er, der eine Frau und ein Kind hinterlässt, ist später g e s t o r b e n. In der Nähe von Dschenin wurden in einem arabischen Taxi der Chauffeur und zwei Passagiere verwundet. Die Bewachung auf dem Wege zwischen Jaffa und Jerusalem ist verschärft worden. Verschiedene Bombenanschläge wurden in TT a; f a . J e r u s a 1 e m und Safed verübt. In Ha'::> wurde eine Bombe in ein Cafe geworfen. Ein britischer Soldat sprang rechtzeitig hinzu und warf die Bombe auf einen freien Platz, wo sie explodierte, ohne Schaden anzurichten. Auch in Jerusalem konnte der Schaden durch rasches Zugreifen von zwei britischen Polizisten verhindert werden. Ein jüdischer Knabe bemerkte an der Kreuzung von King Georg Avenue und Jaffa Road einen Handkoffer, aus dem Rauch aufstieg. Er machte zwei Polizisten darauf aufmerksam, die den Brand erstickten, wodurch die Expiosion vermieden wurde. In Safed wurde eine Bombe in das Wohnhaus des Polizeiinspektors Wilson geworfen. Auch sie explodierte nicht. Der Bezirksbeamte berief sämtliche arabischen Notabein der Stadt zu sich und erklärte ihnen, dass die Polizei alle arabischen Häuser durchsuchen würde, falls sie den Attentäter nicht auslieferten. Eine Kolonie bei Jerusalem wurde beschossen, und "auch in einer jüdischen Wohngegend innerhalb der Stadt fielen am 29. Dezember abends Schüsse. Arn 2. Januar, mittags, hat sich in der Nähe von Safed ein Gefecht zwischen Polizei und bewaffneten Banden abgespielt. Ein schwerverwundeter Araber, in dessen Besitz grosse Mengen von Gewehrpatronen gefunden wurden, konnte sefangen genommen werden. Die übrigen Bandenteilnehmer entkamen. Abgesehen von diesem Gefecht und einigen Schüssen, die am 2. Januar, mittags, in den Hügeln in der Nähe von Jerusalem auf einen plik gew'ährt nun Einblicke in die persönlichen und sachlichen Kämpfe jener Zeit, die von der offiziellen Geschichtsschreibung bisher nicht mitgeteilt worden sind. Auf die Entstehung des berühmten Baseler Programms, das den Kongress gegen die ursprüngliche Absicht Herzls nicht nur auf den Judenstaat, sondern auch auf Palästina festlegte, fällt ein neues Licht, desgleichen auf die Anfänge des proletarischen Zionismus in Mitteleuropa und auf die Tätigkeit der Kolcnisationsvereine. Bei Herz! freien seine Neigung zu despotischer Geschäftsführung und zur Seibstillusion hinsichtlich seiner eigenen Erfoigsaussichten deutlich hervor. Besonders aufschlussreich ist das Zeugnis des Ministers von Büinski. „Wie heute", so heisst es in seinem Guiachten über „Nationallismus und Zionismus bei den Juden", „erinnere ich mich an den herrlichen Sonntagnachmittag, da Herd in Begleitung Dr. Blochs in meiner Wohnun-s erschienen war. Nach einigen unwichtigen Bemerkungen wurde die Frage aufgeworfen, ob Palästina oder ein anderes Land für den Judenstaat geeignet sei. Ich sprach mich sofort überhaupt gegen die Idee eines Judenstaats aus, trat aber für die Ansied lung von Juden in Palästina ein. Dagegen meint HerzI, der Judenstaatsgedanke wäre ein Lockmittel für die jüdische Jugend. Der Traum eines Judenstaates würde in ihr den Trieb zum Abfall und zur Betätigung in revolutionären Bewegungen bändigen. Aber aucn Bloch, der sich mit Feuereifer für eine Kolonisation in Palästina einsetzte, erklärte, dass sieh dies Land für einen unabhängigen, wirkliehen Judenstaat nicht eigne. Ich sagte Herzl eine gesichertere Heimstätte als in Europa werden die Juden in Palästina nicht haben! Aber wie Herzls Denkart früher einmal radikal assimilatorisch war und im Judentum eine Welt-Taufbewegung scoaffen wollte .... so radikal ging er jetzt an die Nationalisierung der Weltjudenheit heran, komme es, wie es komme . . .". Herzl setzte sieh mit der Kraft seines Willens über solche und andere Bedenken seiner Freunde und erst recht über die Widerstände seiner Gegner hinweg. „Wenn Ihr wollt ist es kein Märchen", ist einer der aufschlussreichsten Sätze für die Erkenntnis des Menschen Herzl selbst Die Grösse seiner geschichtlichen Wirkung wird bestimmt nicht verkleinert, wenn Landau (wie schon vor ihm Chaim Bloch als Herausgeber der Lebenserinnerungen von Josef Samuel Bloch) darauf Zug abgegeben wurden, ohne dass jemand zu. Schaden kam. ist es in den letzten Tagen im Lande ruhig gewesen. in Akko ist der zweite Araber,,der durch den Kriegsrat zum Tode verurteilt worden war. durch den Strang hingerichtet worden. Die Petroleumleitung ist am 2. Januar an zwei Stellen, bei Haifa und bei B e i s a n . beschädigt worden. Das ausfliessende Petroleum wurde in Brand gesteckt. Ein schweres Verbrechen, das aber offenbar keine politischen Motive hat, wurde in Tel-Aviv begangen. Die 70jährige Hanna Lewis wurde in ihrer Wohnung tot, ihr 78 jähriger Ehemann Samuel schwer verwundet aufgefunden. Es scheint ein Raubmord vorzuliegen. Zehn Personen, darunter ein Araber, wurden festgenommen. Im Verlaufe der weiteren Untersuchungen wurde der Araber in Gewahrsam gehalten, die übrigen neun Personen aber entlassen. Auch ein weiterer Araber wurde im Zusammenhang mit der Tat festgenommen. Ausserhalb der eigentlichen Kampfhandlungen ist auch aus der vergangenen WToche wieder von den üblichen Versuchen der Regierungsbehörden, dein Terror durch zivile Massnahmen Abbruch zu tun, zu berichten. So wurde den Einwohnern des arabischen Bezirks in Haifa, innerhalb dessen am 20. Dezember ein Polizeiinspektor ermordet wurde, eine Geldbusse von 500 Pfund auferlegt lieber Tulkerem wurde ein zweistündiges Ausgehverbot verhängt, und die Haftdauer einer Anzahl Araber, deren Entlassung aus dem Konzentrationslager in Akko in Kürze bevorstand, wurde vorläufig verlängert. Dagegen musstedie dem Dorfe Taiyiba auferlegte Kollektivstrafe von 2000 Pfund erlassen werden, nachdem die Dorfbevölkerung auf Grund der Verhängung der Strafe vollzählig abgewandert war. Auch zwei andere arabische Dörfer in der Nähe von Safed sind von ihren Einwohnern völlig entbiösst worden. Der grosste Teil von ihnen ging nach Safed. Von der Arbeit des Militärgerichts ist mitzuteilen, dass in einer Sitzung in Nablus der Araber Suleima« Mah m o u d wegen Waffenbesitzes und Teilnahme an den Gefechten im Norden zum Tode verurteilt wurde. Ein weiteres, bereits am 22. Dezember gefälltes J odesurteil wurde vom Generalmajor W a w e 11 bestätigt. Dagegen reduzierte Generalmajor Wawell eine Reihe von Militärgerichtsurteilen und hob fünf davon ganz auf. Ein Araber aus dem Ramiebezirk wurde wegen Besitzes von Schusswafien zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Im Tel-Aviver Hafen wurde mit dem Bau eines Landungsstegs für Passagiere und der dazugehörigen Räumlichkeiten begonnen. In eiaier Stadtratssitzung erklärte Bürgermeister Rokach, dass der Haien noch vor Pessach für den Passaglerverkehr freigegeben wird. Er stellte fest, dass an privatem und nationalem Kapital bisher 210 000 Pfund in den Hafen investiert worden seien. 1400 Arbeiter sind in ihm beschäftigt — Der neue Landungskai im Hafen von Haifa ist jetzt zur Hälfte fertiggestellt. Er wird zwei weiteren Schiffen die Möglichkeit zum Anlegen bieten, so dass künftig sechs grosse Schiffe gleichzeitig im Kai von Haifa festmachen können- * In Tel-Aviv stellte sich die Notwendigkeit heraus, eine neue orthodoxe Bet-Jacob-Schule zu gründen, da die bereits dort bestehende überfüllt ist hinweist dass der Wert der Herzischen Tagebücher als Quelle der Geschichtsforschung durch die bisweilen gewiss willkürliche Art der Herausgabe durch Professor Leon Kellner mehr getrübt wird, als es1 ohnehin schon bei einem seinem W7esen nach subjektiven Werk notwendig gewesen wäre. Das. man kann sagen, mythische Bild der Persönlichkeit Herzls wird durch manche Beiträge des diesjährigen Theodor Herzi-Jahrbuchs neu verdeutlicht. Viele der dort mitgeteilten Erinnerungen und Dokumente sind frische Blätter zur Geschichte seines Ruhms. Um so bemerkenswerter ist es, dass auch im „Jahrbuch" der andere, der reale Herzl zu Wort kommt insbesondere in dem hochinteressanten Briefwechsel zwischen ihm und Martin Buber einerseits, ihm und dem dänischen Literarhistoriker Georg Brandes andererseits sowie in seinen hochgradig selbstbewußten letztwilligen Aufzeichnungen. Das Treffendste und Zusammenfasse ndste aber zum Thema Herzl hat gewiss Achad Haam gesagt (auch dieser Brief steht im Theodor-Herzl-Jahrbuch): Sein Wert für die jüdische Geschichte liege weniger in seinem realen Leben als in seiner legendarischen Gestalt. Werner Cahnmana. Um den 99bodenständigenT&i2z" Sonderbericht für die C.-V.-Zeitung " Tel-Aviv, im Dezember 1937. Wie alles in Palästina, so ist auch die dortige Tanzkunst erst im Werden. Beeinflusst von diesen und jenen Strömungea, getragen von Elementen der verschiedensten Art,' sucht sie, tastend, doch unbeirrt, ihren Weg. Vor allem einmal hat sie sich über ihr eigenes Wesen, über das, was eigentlich palästinensische Tanzkunst ist klar zu werden. Diesen Weg zu sich selbst zu finden, ist nicht leicht, nicht zuletzt darum, weil die orientalische Kultur- und Kunstwelt, aus der eine hier beheimatete nationale Tanzkunst notwendig herauswachsen muss, für viele der dortigen Tänzerinnen eine ganz neuartige Umgebung ist. Zumeist sind nämlich diese Tänzerinnen?us Europa hervorgegangen, wo sie im Ein Neunzigjähriger Samson Rothschild-Worms Ein Neunzigjähriger? Als ich ihn vor einigen Monaten in seinem von der Liebe einer Tocnter umhegten Heim besuchte, erzählte er mit einer Frische und Lebendigkeit die in Erstaunen setzte, vom Wandel der Zeiten. Vertrauen in die Unaufhalteamkeit geschichtlicher Vorgänge und Hoffnung auf die notwendige innerjüdische Erneuerung sprachen aus Mund und Auge. Er wurde nicht müde, aus den Tagen frommer, entbehrungsreicher Jugendzeit Bilder zu geben. Sie tauchten vor ihm auf. als wäre es gestern gewesen: seine früheste Schulzeit in seinem Heimatdorf K ü 1 s h e i m in .Baden; seine Ausbildung im evangelischen Lehrerseminar in Karlsruhe unter dem Direktor Stern, einem Schüler Pestalozzis, und unter ,.Papa Leuiz", dem gütigen Pädagogen, dem so viele seiner Schüler —- auch ich — vieles zu danken haben; seine erste Lehrtätigkeit schon als Seminarist und nach wenigen Jahren im jüdischen Religionsschuldienst Badens; seine Anstellung an der simultanen Volksschule in Worms. Hier wirkten sich seine Neigung und Begabung für den Lehrberuf ein halbes Jahrhundert segenreich aus. Ein patriarchalisches Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler dauert heute noch. Seine musikalischen Gaben brachten ihn zu einer repräsentativen Stellung im Musikleben der Stadt. Mit besonderer Freude erinnert sich der Jubilar seiner Beziehungen zu verschiedenen zeitgenössischen Schriftstellern und Musikern wie Berthold Auerbach, Anton Bettelheim, Julius Rodenberg,. Hofkapellmeister Levi, dessen Grossvater Rabbiner in Worms gewesen war, u. a. Seine gewandte, stets flüssige Feder hat manche irrige Auffassung über Juden und Judentum in verbindlicher Form berichtigt. Dabei kam ihm seine gründliehe Schulung im jüdischen und hebräischen Schrifttum wohl zustatten. Dem traditionellen Judentum treu verbunden, war er nebenamtlich viele Jahre Sekretär und Archivar der jüdischen Gemeinde Worms. Durch dieses Geiste der internationalen Kunstrichtungen erzogen wurden und haben sich nun hier mit einer völlig anders gearteten Umgebung abzufinden. Umgekehrt sind auch die internationalen Strömungen an den eingeborenen Tänzerinnen nicht spurlos vorübergegangen. So wirken nationale und internationale Tendenzen sowie auch die sinnesfreudige orientalische Welt auf die junge palästinensische Tanzkunst ein. Auch als Land der Bibel und als die neuerbaute Heimstätte der Juden findet Palästina in der Kunst Terpsichores seinen Niederschlag. Aus allen diesen Einflüssen entsteht die junge Tanzkunst, eine Synthese der verschiedensten Elemente. In welcher Weise die einzelnen Tänzerinnen und ihre Schulen mit diesen Problemen fertig geworden sind, dies festzustellen war Gelegenheit bei einer Tanzkonkurrenz. die in Tel-Aviv unter der Devise „Der bodenständige Tanz in Palästina" stattfand. Es ist verständlich, dass hierbei die von der Volkskunst beeinflussten Tänze den gressten Raum einnahmen. Am nächsten kamen den heimatlichen Tänzen die Darbietungen R i n a N i k o v a s mit den Gruppentänzen ihrer Jemenitenmädchen. Mit ihren originalpalästinensischen Musikinstrumenten und den echten Nationaltrachten wirkten diese frischen, jungen, vor Lust und Liebe zur Sache strahlenden Orientalinnen denn auch am unmittelbarsten auf das Publikum. Sie erhielten bei der Preis- Verteilung des zweiten Preis. Ihnen nah im Motiv standen die Vorführungen Yardena Cohens, die aus dem Wettbewerb als Siegerin hervorging. Auch ihre Tänze sind an die palästinensischen Volkstänze angelehnt aber sie steigt über blosse Wiedergabe hinaus, indem sie ihre Themen künstlerisch durchdringt und bearbeitet. Ein starkes Temperament und gutes technisches Können machen die junge Künstlerin zu einer Persönlichkeit auf der Bühne. Von den biblischen Tänzen seien der Gruppentanz „Jephthas Tochter", das Tanzdrama „Kain und Abel" sowie die Totengerippeszene aus dem Buche „Jecheskiel" hervorgehoben. Sie legen Zeugnis davon ab, dass das Buch der Bücher noch immer Stoff genug hergibt für den phantasiereichen Künstler. Das neuerstandene jüdische Palästina taucht einige Male auf der Bühne auf, teils in symbolischen, teils in realistischen Einzel- und Gruopenfänzcp. mitunter unter Verwendung der „Horra", des Tanzes der jüdischen Arbeiter. Eine besondere Gruppe stellen die Amt gewann er besonderes Interesse für dis Geschichte der Juden in Worms. Drei bekannt© Werke geben Zeugnis davon: „Beamte der Wormser jüdischen Gemeinde", Frankfurt a. M. 1920; „Die Abgaben und Schuldenlast der Wormser jüdischen Gemeinde", Frankfurt a. M. 1924; „Aus Vergangenheit und Gegenwart der Gemeinde Worms", Frankfurt a. M. 1905. Sein geschichtliches und allgemein literarisches Wissen, das sich auch in Vorträgen und Aufsätzen über Kompert, Franzos, u. a. bekundete, hat auch mir in den langen Jahren, meiner Freundschaft zu ihm mannigfach Anregung und Förderung gegeben. War die Feier seines 50jährigen Dienstjubiläums für den Jubilar seiner Zeit ein glänzender Spiegel seines langjährigen Wirkens im D:enst der Schule und des öffentlichen Lebens, so wird die Feier seines 90. Geburtstages am 12. Januar für ihn, der wohl der Nestor der jüdischen Lehrer in Deutschland ist, heute das stille Glück einer Gnade des Himmels sein. Dieses göttlichen Geschenkes freuen sich dankbar mit ihm und seiner Familie zahlreiche Freunde und Verehrer. Foi. tdgar W auer Professor Josef Koburger (Ludwigshafen a. Fh.) wurde am 5. Januar 60 Jahre alt. Er gehört seit Jahrzehnten dem engsten Freundeskreis des Jüdischen Centrai-Vereins an, dessen Landesverband Pfalz er mitbegründet und geleitet hat, und ist Mitglied des Hauptvorstandes des Centrai-Vereins. Als Vorsitzender der Gemeinde Ludwigshafen genieest er das _ Vertrauen aller jüdischen Kreise seines Wohnbezirks. Mögen dem stets hilfsbereiten Mann, noch viele Jahre im Dienste unserer Gemeinschaft beschieden sein! Das Jüdische Wohlfahrts- und Jugendamt Berlin warnt vor einem Schwindler, der anter dern Namen ..Ernst Cohn'1 bzw. „Dr. Ernst Heymamr'- auftritt und angibt, für das „Kollektiv junger Künstler1 vx Verbindung mit der „Künstlerhüfe" der Gemeinde und auf Veranlassung der „Jüdischen Reiehvertretung" „Kopien grosser Meister1' zu verkaufen. zumeist grotesk dargebotenen Tänze jüdischer Typen, wie des Heiratsvermittlers- oder des Strassenjungen, dar, sowie die chassidisehen Tänze. Eine viel umfassendere Ansicht vom „palästinensischen Tanz" wird durch eine Gruppe von Tänzerinnen vertreten, die sieh nicht streng an jüdische und folkloristische Motive hält, sondern ihr gesamtes Kunstschaffen für „palästinensisch" erklärt. Dennoch ist auch in deren Tänzen noch vielfach der Zusammenhang mit dem Lande Palästina erkennbar. So lässf z B. der Tanz „Wellen" — vielleicht übrigens der künstlerisch vollendetste Tanz der ganzen Veranstaltung überhaupt — die innige Verbundenheit dieses Landes mit dem Meere sichtbar werden. In anderen Tänzen sind bereits alle nationalen Begrenzungen abgestreift und Themen ganz allgemeiner Natur bebandelt. Am stärksten vertreten diese universale Auffassung vom Tan?, die mit dem dritten Preis ausgezeichneten Geschwister Orn stein. „Vor dem Spiegel" z. B. und anderen Tänzen liegen solche allgemeinen Motive zugrunde. Die Veranstaltung, die erste Landestanzkon- -kurrenz in Palästina, fand in Fach- und Lsienkreisen lebhaftes Interesse. Hoffentlich wird sieh die Sitte solcher Wettbewerbe für ständig pinbürgern, damit Gelegenheit besteht die Weiterentwicklung der jungen palästinensischen Tanzkunst verfolgen zu können. Dr. II. L. In Jerusalem starb im 62 Lebensjahr Berthold Feiwel, Redakteur und Verleger in der Frühzeit des Zionismus und seit 1920 im Keren^ Hajessod sowie im Finanz- und Wirisehaftsrat der zionistischen Exekutive tätig Seine Beisetzung fand unter starker Beteiligung am Oelberge statt. An seinem Grabe sprachen Jizchak Grünbaum im Namen der Exekutive der Jewish Agency, S. Kaplanski für den Keren Raje-ssod und Professor Dr. Hugo Bergmann für die persönlichen Freunde des Verstorbenen In dieser Woche eröffnet der aus London zu Gastvorlesungen an die Hebräische Universität Jerusalemberufene Professor ha? es seine Lehrtätigkeit. Er liest über englische Literatur. Er hat das Recht, zwölf Vorlesungen in englischer Sprache zu halten. Die Frage einer dauernden Besetzung des Lehrstuhles ist noch unentschieden.

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