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Central-Verein-Zeitung · 1938-01-06 · 1 (6.1.1938) · page 12

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
1 (6.1.1938)
Date
1938-01-06
Page
– (sequence 12)
Language
German
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C.-V.-Zeitung Mr. 1 * 6. Januar 1938 Künstlerische Veranstaltungen ■ in Berlin und im. Reich Und wieder einmal Alexander K i p n i s —• aia bis auf den letzten Platz gefüllter Saal und dankbarer, jubelnder Beifall. Das Programm des zweiten Konzerte im Berliner Brüderverein>baus war besonders bunt und reichhaltig, so dass man sich an allen Vorzügen in der Kunst des grossen Sängers erfreuen leonute: am dröhnenden profunden Bass, an der urmacbabmlieb leichten Stimmbehandlun<r und der kunstvollen Atemfünrung, an dem im Lyrischen wie Dramatischen gleich ausdrucksreichen Vortrag. Die gegensätzlichen Höhepunkte waren diesmal die innig-frommen Biblischen Lieder Dvoräks und die groteske Dramatik im Flohlied aus dem „Faust" von Mussorgski. Es scheint, das Kipnis •eine gewisse Starrheit in seinen Programmen befürchtet und so zu Anleihen aus dem Repertoire anderer Stiramregis'ter kommt, wie der Bajazzo-Prolog und das Don Juan-Ständchen Tschaikowskys vermuten lassen. Jedoch zu Unrecht: eine straffere Fassung könnte den für uns kostbaren Menschen nur noch mehr Reiz verleihen, ein russischer Liederabend etwa, allein mit Mussorgski und Volksliedern, wäre sicherlich etwas ganz besonders Schönes. Die Verständigung mit dem Begleiter Woli'gaug Rose ist vortrefflich, der Pianist weiss aufs beste mit seinem modulationsfähigen Ton den Intuitionen des Partners zu folgen. Kai. Im Klubheim des Jüdischen Frauenbundes erfreuten Paula Salonion (Lindb e r g) und Susanne Landsb e r g (II o 1 - 1 aender), begleitet von W. Fabian, mit einem sehr überlegt zusammengestellten Programm eine zahlreich erschienene Hörerschaft. Italienische und Mendelssohn sehe Duette gaben den Rahmen für Lieder des jungen Gerhard' Gold schlag, die. sehr stark romantisierend, weniger modern wirkten als die obas&i drehen Wiegen- und Liebeslieder, die deti Möhepunkt des Abends bildeten. Reicher Beifall belohnte beide Künstlerinnen. J3. Artge). . Im Verein für Jüdische G - schichte und Literat, u r sprach Julius Bah über „J ü d i s c Ii e Heide n u n d ihre Dichter". Bab ging vom Begriff des Heldischen aus, der sich für ihn im Kämpferischen, im Mann der kriegerischen Tat verkörpert In fesselnden, das überreiche Stoffgebiet geschickt zusammenfassenden Darlegungen.zeigte Bab, wie auch die jüdische- Tradition solche Heldengestalten im antiken Sinne kenne, und dass'sie bis in unsere Zeit hinein , in der Dichtung den stärksten 'Widerhall gefunden habe. Aus der Fülle jüdischer Heldendichtungen zitierte der Vortragende die beiden grossartig konzipierten Josua-Gedichie von Victor Hugo und Rainer Maria Rilke, weiterhin verwies er auf die zahllosen Simson-Dramatisierungen sowie auf . die wachsende literarische Fortbildung .der biblischen Tradition von den ersten Königen Sau! und David." ' Für die späteren Zeitalter unserer Geschichte hat dann:, wie Bab-- -•bemerkte^ -jüdisches Heroentum in . de" Gestalt Judah Makkabis — durch Otto Ludwig — .und im .,Ste:nensohn'* Bar Kochba — durch Jakob Picard und Moritz Heimann — ihre bedeutsamste dichterische Ausprägung erhalten. " - H. L. -•'Das dritte Ab'onnementskonzert des Breslaaer Jüdischen Musik Vereins wurde ausschliesslich-von Paula Salomen (Lindberg) bestritten. Was man anlässiich .eines früheren Auftretens bereits -geahnt hatte, wurde nun. in einem Programm, mit Arien und Liedern aus den verschiedensten Bezirken, zur Gewissheit: dass diese feinsinnige Sängerin nicht allein ihre Stimme souverän beherrscht, sondern vor allem, dass ihr reifes und grosses Künstlertum an keinerlei Grenzen der Form und des Stils gebunden ist. So wurden, um nur dieses eine zu nennen, Mahlert ..Kinderlotenlieder" zu einem erschütternden Erlebnis. Erna Klein begleitete sehr poetisch. — In .einem Abend ..Der jüdische Humor'* hörte man den Schauspieler Max Koninski als vortrefflichen Rezitator heiterer Erzählungen iu. a. von Scholem Alejchem, Leo Hirsen iind Specfor). Der ■ besonderen Art ' seines Vortrags war es zu danken, dass selbst das Belangloseste zu echtem jüdischen Erleben Beziehimg gewann. Breiten Raum nahm auch das Jargonlied eiu, das deu jüdischen Humor von jeher am innigsten -widerspiegelte. Alfred Rosbasch sang die längst Aligemeingut gewordenen Melodien, von Erich Schaeffer mit Sorgfalt begleitet, recht charakteristisch,- — Ebr- .!ich-Rosens Revue ..Bitte einsteigen!" erzielte zwei ausverkaufte Häuser. Sie hat nicht ganz das künstlerische Niveau, der ersten (^Vorhang auf:".), übertrifft sie aber an Buntheit und humorvollen Pointen. Das Publikum freute sich, seinen Max E b r 11 e h und seine Rosl Gerstel wiederzusehen: die schmissige Musik Willy Rosens sehr bald, mitsummend., amüsierte es sich köstlich. H£L Im Breslauer Kult u r b u n d sprach Edith H errnsi a d t - 0 e 11 i n g e n aus Werken von Zuckmayer, Werfel. Martha Wertheimer, Schaiom Asch. Schuruianu, Wolfskehi u. a. Der Abend wurde zu einer Feierstunde; die Rezitator;:* tVss^Ho durch die Erhabenheit und Klarheit ihres Vortrag*. Der Beifall war gross. .Scbw» lu die Dresdner K u Iturbun d veranstal-!u!igen fügte sich ein Rezitaüousabend von Lotte S c b vc arz-Rosenb a u m (Breslau) ebenbürtig ein. ihr Programm war mit jüdischen Inhalten erfüllt, w-enu auch nicht nur von jüdischen Autoren gestaltet. Deu Höhepunkt bddeie die wundervolle Legende von Stefan Zweig „Röbel rechtet mit Gott", — Alexander Kipnis wurde stürmisch gefeiert. Nach Schubert-Liedern auf Heinesche Texte, russischen Volksliedern und Opern-Arien erzwang sich seine begeisterte Gemeinde noch zahlreiche Zugaben. Am Flügel bes-leitete der ausgezeichnete Woligang Rose. ' "E.B. In jlünchen sang Eva L e o n 11 Lsi'sos mit sympathischer Stimme Werke von Mozart und Puceini' sowie Minhag chadaschvon Bialik in der Vertonung von Engel, Sonja Ziegler jiddische Lieder. Helmut T e i c h n e r und Ruth W e i n s c h e I boten eine einfallsreiche Clownerie unter dem Titel „unmögliche Hausmusik", und das Ganze wurde durch eine vorzügliche witzige Conference von Heini Berliner zusammengehalten. Ca. . Unter dein Titel „In Kostüm und Maske" wussten in einem heiteren Eieink Tin stabend in Mains.Edith Eisenheimer und Bert Bär (Berlin) die zahlreichen Zuhörer köstlich zu unterhalten. Mas F i r n b e r g (Frankfurt am Main) begleitete schmissig. — In einer im Rahmen der „S e el isch ea^Winte r'h i 1 f e" veranstalteten Weihestunde, in der Rabbiner Dr. S. Le vi Worte der Erbauung sprach, stellte der Chor der Hauptsynagoge unter Leitung von Alfred M endel erneut sein hohes Können unter Beweis. Nicht minder tat dies der Scbülercbor der Bezi.rksechule. Friede! Weis*. Bingen kennengelernt hat, und menschlich die Lebensweisheit, dass das Leben, das. moderne zumal nicht 'das-Leben wäre, Messe es sich nach einem vorgefassten Plane vod Menschen zweckba.it einrichten. Dr. Lutz Weltmann. Zur Feier von Kranz Mo Laars 60. Geburtstag bringt Radio Wien am 11. Januar. 21.10 Uhr, den Einakter ..Feldroarjcbal!" von Molcar zur Auf- ' Literarische Notizen Zu ■ Abraham M o r e v>- s k i s Jubiiäuni der dre-bsigjährigec Arbeit für die jiddische Bühne erschien in W üaa eine Sammlung von Aufsätze!! des Jubilars „Sbyloek und Shakespeare. Sieben Kapitel Shakespearologie5'. 'herausgegeben von der Gesellschaft der Freunde des jiddischen Theater?. L. H. Meuckeus bekanntes Buch „T!• e A is e r? - <: a q Lang nage" ist iu vierter, erweiterter Auflage erschienen. Eine vou jüdischer Seite allerdings beanstandete, v/eil übertreibende Erweiterung dieser Ausgabe, ist ein Abschnitt über die sprachüorrumpierertde Wirkung des Englischen auf das Jiddische. Die berühmte Bibliothek W a r b u r g, die. geschaffen durch Aby Warburg, besonders die Beziehungen zwischen klassischem Altertum und der westeuropäischen Bildung pfiegte. und die vor einigen Jahren nach London verlegt wurde, hat die. Herausgabe einer Zeitschrift beschlossen. Nach den umfangreichen Publikationen — neun Bände „Vorträge" und 20 -Bände „Studien'- —. die noch in Hamburg veröffentlicht wurden, soll nunmehr das Journal of tbe- Warburg Institute'" den Gedankenaustausch zwischen an ihrem Problem besonders interessierten Menschen stärken. __ _ Theater*. Musik« Film. In Wien werden Anfang Februar unter Leitung von Hofrat Ernst Lothar die Proben zu Car! 2 u c k m a v ii r s neuem Schauspiel, dessen Titel noch nicht feststeht, beginnen. Im Mittelpunkt der Handlung steht der schwedische Dichter und Sänger Car! Michael BeHmann, der um 1750 lebte. * Walther Victors Hörspiel ..Ein Tag zwischen /.wei Schüssen*' wurde von den Sendern S t, r a s s bürg und Beromüoster zur Aufführung an¬ Maria.-F. i-s und Ida H o 1 &v d spielen die Kaupti-ulipn in OTeUls neuem Bühnenwerk ..Trauer muss El*»ktra tragen11 am Bcrztheater in W? e n. Im März bringt die Staatsoper in Wien die Uraufführung der Oper ..Die Kathrin-'*. 'Das Textbuch stammt von Ernst Deesem die Musik vos Ev5c.li Wolfgang Korn g o 1 d. Radio -F! or enz bringt am. S. Januar, 20'-.. Uhr, Leo Falls Operette Die Rose vou Stambui--. Darius M i 1 h a u d spielt am 9. Januar, 21.35 Uhr. vor dem Mikrophon des Senders B e r o m ü a s t e r. Der Budapest«'.' Rundfunk überträgt sin 30. Januar, 20 Uhr, ein Konzert der Philharmonischen Gesellschaft unter Leitung von. Issy D o - h r o w e n : das Konzert wird auch vom Brüsseler Sender übern o m m en. Lothar W alle n s t e i n hat Borodins Oper ..Prinz Jgor'* völlig neu bearbeitet. Das Werk wird in dieser Fassung unter der Regie Wallenstekis an der Wiener Staatsoper zur Aufführung gelangen. a; Simon G o k k e , der besonders auf dem Gebiet synagogaier Mu&'tk schöpferisch und literarisch hervorgetreten ist, konnte in Holland sein 2öjähriges Jubiläum als Komponist begehen. Oskar Straus kehrte aus Hollywood nach Wien zurück und arbeitet an einer voiksoper ..Bozena/'. Iu Sew-York erfolgt demnächst die Erstaufführung seiner Operette "..Drei Walzer": jüngst fand dort ein Öskar-Straus-Konzert n. a. mit Joseph Schmidt statt. » * Darius M i. 1 h a u d s ..Armer Matrose'" gelangte in e w - Y o r k zur Aufführung, Die neue französische Komödie Passagier ohne Gepäck** von Jean Anouilh, deutsche Üebersetzung von Berta Zuckorkandl, Musik von Darius M 5 J fa au d . wurde am Deutschen Yolkstheater in- W'en mit ausserordentlichem Beifall aufgenommen. rf' Rudolf Serkiu spielt gemeinsam mit Adolf Busch in Sew-Yo r k sämtliche Beethovenscben Violinsonaten. Ernest B-l ochs „Scheiomo1* itand auf deiu Programm eines Orchesterkonzerts in M o n i r e a 1 ■"Kanada). * Ignatz F r i e d in a n konzertiert Anfang des nächsten Jahres in U n g a r n . Rumänien.Hol-!'a. nd.'Frankreich.Ensland und Italien. Im Anschluss daran . folgt eine Tournee durch A e g y p f. e.n und Pal ä s t, i ti a. (Sopran). Räte Klein-Gr au. Mainz (Sopran), und Fritz Blum (Tenor) trugen aufs beste zum - Gelingen bei. .Irma B e n d h e i ra- (Frankfurt am Main) fügte sieb als Organistin gut ein. — Die Opernsängerin Loni Meinert-Maye r (Mainz) plauderte geschickt aus ihrer reichen Erfahrung über „Technik des Gesangs und der Stimmbildung". ~ m—l. Im Kulturbund Hannover zeigte sieb Erich L a n d e r e r musikalisch auf der Höhe der Meisterschaft. Die h-moll-Sonate von Liszt wurde xruni Glanzpunkt seines reichen Programms. Aber auch Chopin und de Faha versetzten die Zuhörer in Begeisterung. Herta Pinczower besitzt einen umtangreichen. besonders in der Höbe strahlenden Mezzosopran und starke Gestaltungskraft Gerbard. Berkovriiz" bewältigte den anspruchsvollen Klavierpart als zuverlässiger Begleiter. — Eine sehr gute Aufführung bot da? Schauspielensemble der" Hamburger Kulturbundbülrae mit dem geistvoll - *witzigeu - Lustspiel ..Jean**. — Im Kulturkreis des Jüdischen F r a u*e «Vereins gab Edith H e r r n s t a d t - Oettingen einen Vortragsabend mit „Jüdischen Dichtungen unserer Zeit*' und erwies sich mit der eindrucksstarkeu Wiedergabe dieser Schöpfungen als Meisterin des gesprochen en Wortes. " ' Ö. Bsta. In Gcrofcindeabenden in Göttingen, Eisenach, Braunschweig und Meiaingcn sprach Dr. Bruno Schöpfeld (Berlin) über die „Rechtsidee im Judentum,v. Die musikalische Cnirahmung wurde von Alice Kan nes-Cassi r e r, in--BrauiiT schweig von Max Mansie! d^ die beide, von Manfred Sega 11 begleitet wurden, ausgeführt „Immer das Neueste" ist das neue Programm der Beuthener Kleinkunstbühne benannt. Willy Keuereisen und Poldi Jottkowitz zeichnen für die Aufführung verantwortlich. Die fast grossstädtisch anmutende Bühnenausstattung ist das Werk Heinz F r ö h 1 i c h s-; die musikalische Begleitung besorgt Lutz Imbach. Neu ist das Dramatische, das Alexander, langjähriges Mitglied führender Bühnen, mit seinem ^Geizhals" bringt. Bubi Stiebet wirkt in der Beherrschung seiner Blas-, Zupf- und Schlaginstrumente noch besser als früher. Den..Höhepunkt bildet die Revue .^Artisten*'. Hier \vetteiierr? Lotte Eisenhardt. Zita. K e um an ii", H.einz Fröhlich, Heinz Stern, Bubi Stiebel. üncl vor allem. Willy Feuereisen darin, das Publikum mit guter Brettlkunst in die richtige Stimmung zu bringen. W. F. Im Rahmen einer Kulturbund Veranstaltung in Erfurt erfreute Hans Asse u heim " (Frankfurt a. M.) seine dankbaren Zuhörer durch Wiedergabe klassischer und moderne!- Arien und Liederf u. a. setzte er sich mit Erfolg für seinen Frankfurter Landsmann Kowalski dun-h Xacbgestaltung von Liedern und schirm '.-Cyklu^ „Pierrot lunaire" ein. Leo S f. e i u 1>?< '■• f Halle) wirkte als einfühlsamer Begleiter. ' S<-!?. Ein Oratorium wartet auf seine i -jP-iP-s-s i^j LlliL^LaJLJL I sn^f LAjrl^ Karl S a 1 o m o n . jetzt musikalischer Leiter des palästinensischen Rundfunks, hat nach einem vor etwa 15 Jahren erschienenen Text vou Arno Xadel ein dreiteiliges Oratorium ..Der Ton'( komponiert, das 1932 entstanden ist. Das Werk liegt in der handschriftliche.a Partitur vor. Man fühlt sich ein wenig an Hindemiibs-Oas Unaufhörliche*' erinnert, wenn man sieht, wie hier der Textdichter von dem abstrakt gefassfen Begriff des Tons her zu Sprüchen allgemeinen, ins" Religiöse gesteigerten Bekennens vorstössl. Dieses Bekennen erweist sich offenbar, wenn es auch nicht direkt ausgesprochen wird, in wesentlichen Aeusserungen als von jüdischem Gedankengut bestimmt. Die. Partitur, der diese Zeilen vornehmlich gelten, zeigt Karl Salomon zunächst als sicheren Beherrscher aller kompositionstechnischen Probleme. An einer Betrachtung des Eingangschcres lassen sich bereits die diarakteristischen Merkmale dieser Musik gewimien. Die Blechbläser nehmen das fragende Moil-DreiMangmotiv der Anfangsworte vorweg und runden es in zweimaliger „Verkleinerung4* (Halbierurag der Werte) zum Thema. Dann setzt über einem leisen, allmählich anschwellenden Orgelpunkt der tiefen Saitenmstrumente, des-Schlagzeugs und der Orgel der Chor II im Unisono ein: „Was ist der Ton"?", und zwar mit, dem genannten Bläserthema, das nun als C-hor-Ostinato den ganzen Satz durchzieht Der Chor I antwortet, unter Verwendung der Dur-Terz, in kanonischer Zweisümmigkeit: „Die Welt der Seele, das ist die andere Weif''. Am Schluss verstummt die Frage, und die Instrumente beteiligen sich am Kanon der Antwort. Zusammengefasst also: Polypionie, Ostinato, Verkleinerung, Mehrehörigkeit, dazu der alte moiettische Zug der Mehrtextigkeit, hier verbunden mit. Polytonalität — all das kennzeichnet einen Musiker von ausgesprochen moderner Prägung. In jS a ii Francisco fand die Erstaufführung des ..tideiio** nicht nur für diese Stadt, sondern für die gesamte Westküste der Vereinigten Staaten, statt. Dirigent war Fritz Reiner, Regisseur Herben G r a f. # Im Theater an der Wien gelaugte als Weibnachtspremiere die Lustspieloperette „Majestät privat"* nach Flers und Caillavet vod Kurt HeHaier, Musik vors Ralph Benatzky zur ürauf- Die aus Mainz stammende Sängerin Anni L e-b - m a n n trat am Stadttheater T r o p p a u mehrfach mit grossem Erfols auf. * . Josef W sper aus Breslau, Inhaber des Biiitb»€r- und Chopin-Preises, hat seinen zukünftigen. Wohnsitz nach St. Louis, USA. verlegt. Die 16jährige Geigerin Ina Hände! gab im Rahmen der Konzerte des ,:Ku**tstkriug** in A ms te r- $ - Äf§» Gelegeaheiten g and neueste Islodelle.;i£ Bariin-Neuköün, Berlinsr Str. 35/39, Tel. 62 5-5 22 dam einen eigenen Abend, an dem sie mit grossem Erfolg Werke von Beethoven und Bach spielte. Lili K r a. u. s s und Simon G o 1 db e r g gaben ihr erstes diesjähriges Konzert im A m s t e r 4 a m e r ConcertsebouTv. ii. Die bekannte Tauzgruppe von Trudi Schoop brachte an der Scaia La Wien die Uraufführung deV Tanzkomödie ..Alles um Liebe** heraus, zu der Lothar Perl die Musik komponiert hat. •Y- Gitta A 1 p a r spielt im Budapester Küastiertheater die Marie Äntoinette in Karl Komjatis neuer Operette „Die Schönste von Paris1', zu der Mas B e r t u c h das Buch. Peter Herz die Gesangsteste verfasst haben. * Bei einem Konzert anlässiich der Umbeaennung des Kleinen Musikvereinssaals in W i e n zum .,Brahms-Saal*; wird das R o s e -Quartett von Brahms fielen. # Das Londoner B. B. C. Symphonie-Orchester bringt Anfang Februar mit dem Philharmonischen Chor Mahl er s 8. Sinfonie zur Auftubrune:. * Paul Abrahams bekannte Operette „Eoxy und ihr Wundertraura" wurde in ein musikalische? FihuUistspiel „Die entführte Braut" umgeschaffen. der Neues gern mit den Stüpriusipien d:-: '.itusikalisehen Gotik und. des . iriUsikaiiscLien Barock .aufrichtet. Die hiermit gewonnene strenge Konzentriertheil; des musikalischen Geschehens äussert sich ferner in eine!* Vereinheitlichung des thematischen Materials, dessen wiederholte Verwendung und Verarbeitung die einzelnen Sätze und Teile zusanuneiischweisst: Harmonik und. Tonaliiät sind, unabhängig von deu Dogmen, der verschiedenen Ricüiungen behandelt/ Von toiiartsbestimmenden Vorzeichen ist abgesehen, bei Bevorzugung von Quint- und Quartklängen werden doch auch reine Dreiklänge nicht ängstlich gemie'den. während man andererseits in dem Chor ..Schön ist es, Menschen glücklich zu machen** und auch anderswo wunderbar zartwirkenden Folgen von Septimenakkorden begegnet. Im ganzen geht ein Zug gesunder -Herbheit durch diese Elangwelt; es gibt da keins Sentimentalität und kein billiges Pathos, daiür aber ein eindringliches, feierliches Deklamieren des Textwortes und eine meist verhaltene, abe? echte Ausdruckshaitigkeit wie in dem Bariton^ solo „Was willst du/ Gott!" und dem darauffolgenden Chor ..Nun s'chliesse still die Äugend Aus einem anderen Grunde interessiert das Ba* ritonsoio „Ich tanze einen. Tanz zu dir, o Gott"? das Orchester bringt hierzu einen Tanz im Fünf* Viertel-Takt« dessen sequenzierende Melodik etwas Horramässiges hat. Es drängt sieb dabei die kürzlich von Anneliese Landau aufgewo*?* fene Frage nach einem Weg des ■ westeuropäisch' aufgewachsenen Musikers zu eigenem jüdisches Stil"ins Gedächtnis, und man möchte erwägen, ob hier einer sich diesen Weg zu ertasten beginnt, Ein starkes, markantes "Werk ist geschaffen, und es ist zu wünschen, dass die Uraufführung, die der Komponist Chemjo W i n a w e r - übertragen hat, bald stattfinden kann und die' Resonanz erfährt, die sie zu beanspruchen hat. Hans Frevhaii, Paul Muni, der zuletzt die Titelrolle in dem Film ..Zola'1 spicke, ist zur Zeit in Wien, wo er im Rahmen einer Vorstellung der Komödie , zugunsten notleidender Wiener Schauspieler am MO. Dezember eine Ansprache 'hielt. Zur-Aufführung gelauste Ibsens ..Gesnenster** mit Tilla Durieux, Hilde Krah.1 und Ern?t Deutsch. * Am Broadway in >" e w - Y o r k wird demuüchst der Filmschauspieler Paul Muni in einem Sp'recb- -iheater auftreten und zwar iu einem Stück von Ludwig Nerz und Arnim Fried, mann. Robert 'S i o <1 m a k inszeniert einen neuen Film ..MoHeiiard** (nach dem Roman --on O. -P. Gilbert). Die H.auj>troile spielt Harry Baur. Jüdischer Kulturbund Berlin Wcchenplan 'lheat«r in der Kommandanteustr. 57. 20 Uhr: „Viel Lärm um nichts"': S. Januar (Abonnement und Abt.. 46'). 9. Januar (Abt. 27. 37), 10, Januar (Abt. 24. 34). Ii. Januar (Abt. 25, 35';. 12. Januar (Abt. 29, 39)'. IS. Januar (Abt. 28, SS). Kuiiurhuiidsaal. Kommandantenstrasse 58/59: 9. Januar. Ii1/; Uhr. Matinee „Viel Lärm um nichts". 20.15 Uhr: 8. und 9. Januar Kleinkunstbühne : 20 ühr, 11. Janua r Vortrag Dr. Lutz W e 11 m a n n, 13. Januar Vortrag Julius B a h. Theater der jüdischen 'Schuleu, Berlin. Am 17. und 1S. Jauuar, löH a»d Uhr. gelangt im Jüdischen Rriidervereinshaus Gutzkows ,.U riet A c s t s." in der Bearbeitung von Herbert F r i e d e ii t h a 1 zur Eritaufführung. Ig den Haupt rollen: Steffi Rosenbaum. Bert Baer. Werner Bukofzer. Rudolf Ganz, Werner Hinreimann, Ercst. Eoserbauim. Simon Ssir.- >.ky. Inszenierung: Georg J a e o b s o h n. Kartenhesteüung im Büro. Berlin SW19, Stal!«<-hreil»prstrasse 43/42 iTe!.; 17 1151V Bücher gutscheiiie Der Jüdische Kulturbund Berlin weist darauf hin, dass die von ihm in Gemeinschaft mit den jüdischen Verlegern und jüdischen Buchvertriebeu ausgegebenen Gutscheine nur noch bis zun) 10. Jauuar in Zahlung genommen werden. Die Gutscheine, die mif den Theaterkarten an die Mitglieder des Kulturbundes verteilt worden sind, berechtigen zum *Kauf eines jüdischen Buches -zu ermässir^tem Preis in den jüdischen Buchvertrieben, die auf den Gutscheinen verzeichnet sind.

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