Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 35 (27.8.1936)
- Date
- 1936-08-27
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 35 . 2_ Beiblatt 27. August 1936 Holländischer Kunstsommer 1936 Von Dr. Walter Perl Tie Berkeyrsüraßen in der schönen Stnbt Amsterdam sind hüt britiidjen -^afinen nnb^tm» peln geschmückt, die Gebäude an den großen Plätzen Iiraylen im Scheinwerferlicht. die Stadt zcigtztyr treundlichsle» Soiiniiergencht und Ivgrüßt wie alllayrlich ihre Galle durch eine erlesene Kimllschru. Tie Ausstellung unter Pein Titel „Zwei Jayrl, n n d e r t e e n g l i i ch e r K u n st", die hier die» ies Jahr geboten wird, vereinigt in den schönen Räumen . bes städtischen Pru'eums die bellen und edellleii Werke aus der Kunü des Jnselreiche-:- von der Biitte des IB Jahrhunderts über die Romantik und die Vorläufer des Impressionismus bis zum Aiisklaug der großen Traditichi -in unserer Gegenwart. Tie erllen Räume, die ben Meistern des Rokoko, dem großen und bissigen Gellllsci^srskritiker H o g a r t h und den glanzvollen Porträlisten G a i ii s b o r o u g h und R e y n o I d s gewidmet sind, zeigen ein Kleinod neben dem andern. Gainsborough erweist sich hierbei als der grandiose . Porträiill, der keine Stärke vor allein in der Tar- -. stellung markanter Gesichter an» dem Hochadel und den Parlamentskrei'cn zeigt. Zeine Farbgebung i't noch ein wenig kühler und härter als die des etwas älteren Sir Joshua Reynolds, dem er vielleicht am nächsten in dem entzückenden Toppel- Porträtseiner Töchter kommt. Reynolds ist das große koloristische Wunder / der englischen Kunst, der bezaubernde Zchilderer der. Kinder und jungen Frauen, wie auch der vornehmen jugendlichen .Aristokraten. An die drei, großen Namen reihen sich eine Fülle anderer hervorragender Porträlisten wie Zoff a n y , H o v p n e r . Rom n e y und vor allem Sir Thomas L a w r e n c e mit seinem berühmten „steck Boy“, einem sitzenden Gegenstück zu Eamsboroughs ,.8Iue Boy“. . Und dann die Land'chaftsbilder: Man sieht von Gainsborough frühe Landschaften, die in ihrer Tiefe an die letzten Meister der römischen Schule in der Gefolgschaft Claudes erinnern, die große Linie führt dann weiter zu Richard Wilson,, dem stärksten Landschafter des 18. Jahrhunderts, sie wird in der Freiluftmalerei der Romantik bei dem frühverstorbenen Bonington, bei C o n st a b l e und-T urner wieder ausgenommen, die nun das Problem des Impressionismus ein halbes Jahrhundert ^uvor auf ganz eigene Weise erfassen, eine Kunst, die, vom englischen Seeklima außerordentlich begünstigt wurde. Ueberwältigend waren vor allem die großen Gestaltungen Turners, sein Begräbnis des Admirals, eine düstere Seestimmung in graugelb und schwarz, dann der .Seesturm, vielleicht das^ berühmteste Landschafts, bild des Jahrhunderts, und schließlich die zarte, duftige Silhouette des Heidelberger Schlosses. Bei Constable ist deutlicher der Anschluß an die holländische Landschaftstradition zu beobachten. Neben diesen Sonderleistungen englischer Kunst folgt der normale Ablauf der Stilentwicklung im 19. Jahrhundert durchaus der Richtung auf dem Kontinent. Romantik. Realismus lind Jmpreisi-onisinüs" wer.- den gepslegk. Bon Turner-fuhrteine große Lime zu Mae Nkill Whistler, dem spaten Genie des Impressionismus. herüber, der-aieben der . beziin.- . bernden Landichaitskumt der Tyeiu'enoelurno-:-. die ganz in Blau und Grün veriehiviinmen. auch die Portraitradition Reynolds ivieder aiiiniliimt. Whistler leitet zu den Sviuboli'iüen .über/ dem. Kreis der Präraisaeliteii, W an : s .. 3 i e v e n s , B u r n c - I o n e s und Tanie Gabriel R v s s e t t i smit ibrer seltsamen zritireiiiden Cpigonenliiiiil, die noch einen Hvimaiiiislhal in seinen frühen Aussätzen io stark zu begeistern vermochle. Aber mich das licneCnglaiid zeigt interessante Gestalten.neben den Spätinipression-isten Lrpen und. William R i ch o l i v n und dem Abstrakten Ben N i eh v l - fon fällt vor allem Stanley S Yen rer-als ganz großer Könner im Rahmen des neuesten- .Realismus auf. Zum Schluß ist noch der bedeutendste Plastiker des modernen Cuglaiid, der jüdische Künstler Jacob Cp st ein ..zu erwähnen, der mit z:vei wundervollen FraneuportratS, A.uriel und Louise, sowie den markanten Köpfen berühmter Zeitgenossen vertreten ist. TaS Gesamtbild der 'Amsterdamer Englischen' Ausstellung ist überaus geschlossen und gevund'et und zeigt beste Tradition in würdiger Auswahl. Das Rijksmuseum, das im vergangenen Jahrdie ' wunderbare Rembrandt-Sckiau .zeigte, bat feiste Ausstellungsräume diesmal der B erei.nignng niederländischer Knnlty ä n d l e^Fyl deren - 2.'>ialirigein Jubiläum zur .Beringnug gestellt. Hier, wurde ebe.nlalls eine prackitvvlle-Schan ans dem Knnschaiidel und iemeil Ausstrahlungen in den Privatbesitz dargebracht. ' Indem umfangreick>en Knta 1 og der ausstellenden ' Firiiieu linden snh iiuter anderem -bekannte . 'Rainen, ivie G o n d st i k k e r lAmsterdainK Paul ' Casslrer (Amstcrdainl nnd T. K a tz in Tieren, Tic Ausstellung selbst mniaßt alle Gebiete der bildenden Knust nnd des. Knnstgewe.rbes vom Mittelalte-r bis Zinn Rokoko in großer Fülle/ Jnterey'aiite Grceos nnd Tiepolos. ein Kiuderbild Tizians, Tintorettvund Magnasev. dann zivc.i wunderbare -Rembraudts ans. dem Besitz von Katz in Tieren, darunter der herrliche Rabbiiierkops von hkl. sehr gute Frans -Vals, und de Hoogy. Jan Steen in großer -Auswahl, einige schöne Cnglander und gnalitätvolle Franzosen: Boucher. Laueret, Grenze. Watteaus, seliließuch Möbel. - Fayeneen ans China und Telst. Porzellane aller Art. Cine würdige JubilänmSaiisilellling, die dein Sammler wie dem einlaelieii Kuiiüsreiind nocki manches unbekannte Stück oernniielt/-. Wenige Tage nach der Cuglischen Ausstellung wurde ui Rotterdam, der zioeilen Knnstmetroi'm' des Landes/ die I e r o e ii ° B v i ey - A ns st ekln u g in de in herrlichen ,?.>>'ieuwe Boulnanns llRuieuni' erösfnet. Tirektor Hanenia, der seine anßervrdenllielien - Fähigkellen bereits im vergangenen Jahr bei der Bermeer-Aiisstellling miti beim es. Iiat aucki diesmal ivieder eine Problem^ gtichichrliche Ausilel-Iuiig eriler Lrdnuiig zusan-i« - mengebracht. HieroliymuS. B o sch . der große - Gespeiuler-' lind Teiuelsiiialer. der Freund.-deS . liiiiteren ll-isilipy --II,/. -Hd-,t nn Mittelpunkt de.c Sckitiu. bie von den iriilieu Au>a»gen der iiordlilederlaiidl'ibeli ll'rimit ii'eii um G e e r t g e n bis zur BerubruNg niil den Italienern J'eiden R'a- , iiieilUiu S e o r e t .nub - v e e m s k e rcf reicht. Wieber Iiabeu 'all alle ^bedeutenden Galerie,, der Böcll beiu Plu'euilisleiier inil ihm, Bestanden >>nlerUiiiil, Cs inar eiuiiiat beabnelitigk. auf dieier- '.'tils'tdlnng, allein die iiordi'.ieberlandiscM' Kunst m ihrer, Cigeii'iäiibigkeit zn zeigen, ohne den inannigiacheii darilellüiigen I mit über La ' 'etiluiigeii im slamisä^» eliziigelieii..- Geert'gen töt iint Jans. inen 'tzriin'.timlat, der iiarke Por-!-o ii a e v t . der rei zvolte Z>>!eister der vieciiii'v init" seine» zarten Fraueii» ilen zn Boieli. dein. großen nordiy's SpälmiitelaUersi hinüber, der Hier besten Geslaltniigen den Besnckier diirel, die Falle seiner krause» Phantasie packt und er'ctml-tert. Symbol und Allegorie n>erden bei diesem Teilielsmeister grandios in fast erpreisi0liiilis/l,er 'll'eiie geiialtet, gel,ei»»e Fadmi scheinen-von ihm mib dem jungen L n-ea s van L e y b e ii zn '.>RatIu>is G.r » » e io a t d . dem S'Reijter des Jsenlieinier Altars iiud Bollender. der »ordiieticm Aiisdruckskrait. zn süyre». Tann folgt der seine Porte,itiit und Silleiiickulderer LneaS van Lei,den. der ie!>r stark als bibetgtänbiger Holländer ani der Zll-ell des Alten TeslanientS aiijbant: Loli, ii»d leine Töelüer, Snsanna vor dem Richter. Taniet als Richter, find liier als Motive und Staüe zn sinde», sür die der Rtater die.reiche ißesellscliciilsizenerie der eigenen Jett beiiiltzt. Auch in seiner Grapluk ist iiiaiubeS Slüel aus der Alllt der Bibel vorliande». Lvir lelien damit, .daß-schon hundert - Jahre vor ilcembrandt eine starke Bezielniiig der hollaudiselie» Kunst zur J!ßelt deS allen BiiiideS belland. Tie Ausilellniig wird >,l>- gerliiidet dureli die von Italien stark beeinitnßien Mani.eristen Jan bau S e vre l.--Marten van e e m s k e r ck und den Iiel>i,et,e„ Jan G o s.» saert, genaiiiit RRabnse, mit seinen zarten Madonnen. Cine Fülle von -vaiidzeill,»»ugen, ' Kupferstickien und Holzschnitte» ergänzt das Ge- . samtbild der schönen Ansslelliing. Lucas van Leyden: Susanne vor dem Richter Kunstnachrichten Tie h o l I ä n d i s eh o Knustzeitschrist ..Lud Holland tmse. II. bring! eine» nitereilaiileii Anssatz des früher am Berliner. Muse»»,.-tätigen KiliistliistorikerS Jakob-!>c o s e n b e r g über ein Porträt von Ter Bereh. Tie schweb i i che Zeitschrift ..Konftrevy* lKnnstreviiei berietitel in einem Artikel a»S her Fc'der vo» Ragnar Hoz>pe über Karl Jsaoson. - der in Scksiveden ein. belielster Maler ist. In der ..(J.tzell“ <lrs >Z.-.iuI-.-V, IW lPariSi findet Reymoub S >b w a b interelsanle Foriiuilu'. riiugen über ..I.n lt,-,i:,I'Jrelu.ii, .Außerdem bringt diele .iiuiistzeiisckirist loichtige .Blichbesprechniigen. so Andre- B l n m 8 Auzeige Uber A. M. Hiiids ,.Ni«-lli dii.-fly Üalian of Ihn Das Anabenschlff Erzählung von Fr r tz R. o t h g i e ß e r mir Zeichnungen von Horst Nlpratz .. . (io. Fortsetzung.) T)er?7rastmeilter aber lief schon, so schnell ihn seine Füsie tragen, konnten, nach einem roeißen Tuch, um eS aufzuziehcn, als Zeichen, daß sich die Besatzung des Schisses ergeben ioollte... Zu beiden Seiten der aus Grund geratenen Caraoelle machten die Kriegsscbisse sesi. Ein scblanker, noch junger Kondottiere, der Schissshauptmänn der einen Galeasse, sprang als erster herüber. Die Piratenmannschast hatte sorgsam ihre TLasscn zusammengerragen und ausgchäust. - - . ".Habt ibr Beute an Bord?" Fragte der Dcnetianer den MasiL meisier in denen Epracbe, nachdem dieser gemeldet hatte, daß Schifsshauptmann und Pilot nicht mehr lebten. „.Knaben!" war die Antwort. „Knaben?" rief der fremde Schifsshauptmann verwundert und erschreckt, „was für Knaben?" „^udenkindcr!"' Da sah der Denctianer sie auch schon. Eie waren aus der Falltür des Laderaumes herausgckleltert und standen in stummer „ Erwartung auf dem schrägen Deck. Er ging auf sie zu und blickrc in ihre Gesichter. Ein anderer Ausdruck als sonst bei Knaben spiegelte stch darin. Zusammengeballt in acht Tagen hatten die Knaben einen großen Teil aller Empfindungen erfahren müssen, die die Herzen der ILcenschen zerreißen: Schrecken und Entsetzen, Flucht hieraus in eine unwirkliche Welt, Versuchung durch öic^ schwache, weit überschätzte Kraft, Versinken in Gleichgültigkeit, Hoffnung und Enttäuschung, Hunger, Unglück und Krankheit, Ängst um das eigene Leben und um das eines Freundes. Und wie es die Art ihres Volkes war, hatte sie jede Regung zwiefach und mehrfach bewegt. Sie hattrn nichts hingenommen, wie es war, sie harten in endlosen Gesprächen die Fragen über ihre Not und ihre Pein erörtert, zerpflückt und zerwühlt. Deo Denetianer schritt durch die Reihen der Knaben. Er war ein Soldat, aber er wendete sich ab, um seine Bewegung zu verbergen. Während die Piraten gefesselt auf die Galeassen geschasst wurden, ging er in die Kammer des Schiffshauptmanns und nahm Waffen und Seekarten zu sich. Als er in den RTannfchaftSrnum wollte, sah er in die Kajüte des Piloten. Die Tür war offen, er trat ein.. ' . Eine Anzahl der geraubten Knaben stand ln dem engen Raum. Sie weinten. Zwei von ihnen hatten triefende Kleider und zitterten vor F-euchtigkeit und Kälte. Ans dem niedrigen Bettgesicll lag ein Knabe, ein unentioickelteS, dürftiges Kind. Es hatte die Augen geschloneu und war wacbsblcichll Der Venetiancr. trat nah heran, er berührte die Wange des Knaben^ sie war kalt, .er lebte nicht 15. §)ie Abgesandten der jüdischen Gemeinde in Venedig trafen. in einem Schnelldampfer kurz vor Dnukelwerden im Hasen in. Arsila ein. Der.Wind war günstig gewesen: nur vier Tage hatte die Uebersahrt v.on Venedig gedauert. Die drei Männer ließen sich sofort an Land rudern, fragten bei der Hafenbehvrde nach dein Lager der jüdischen Erulanlen,und verlangten einen Wagen -und Führer dahin. Sie stießen auf wenig Cntgtgeiikommen. Seit drei Wochen, seitdem' Raub der Knaben, bereiteten die jüdischen Auswanderer den Behörden von Arsila nur Verdruß und Aerger. Die Unfreundlichkeit wich aber, als die Fremden millellten: sie Härten^ den Erulantcn ihre Uebersiedliing nach Italien anzuzeigen. Binnen kurzem war ein Gefährt und Läufer mit Fackeln zur Stelle. Als man äufbrach, ivar es Nacht geworden. Das Fahrzeug holperte auf dem schlechten Sandweg durch die- Dünen. Der Schein der Fackeln beleuchtete die Gesichter der drei Rcänner, die sich voll Erivartung ansahen. Sie zählten zu den Vornehmsten der Gemeinde Venedigs. Es waren: Leon Abrovonel, Magister medicinae, der Cohn des allbekannten Isaak Abraoanel, der Schriftsteller Calomon Usque, berühmt durch sein Buch „Trost für die Unterdrückung Israels", und Elia Levita, eine Zierde der hebräischen Eprachwissenschast. — Seit .Menschengedanken hatte kein Vorkommnis die Gemeinde Venedigs so aufgewühlt, wie dieses Ereignis mit den geraubten und -durch einen unerhörten Glücksfäll geretteten Iudenknaben. Die Gesetze der Republik San Marko verboten jeden Zuzug von Fremden nach Venedig. D<i» sick> rmrft mif .In^nniRn^S in dem nur alteingesessene und wohlhabende Familien wohnten. Keine vertriebenen Erulanten wurden in die Lagunenstadt hineingelassen, und die Leiden der. spanischen Glaubensgenossen fanden deshalb wenig Widerhall in Venedig, Aber dieses Geschehnis hatte auch die Zurückhaltendsten mit sich fortgerissen. Rabbi Und Vorsteher nahmen die bedauernswerten, elend aussehenden Knaben an der Mole in Empfang. Sie wurden iu Barken gesetzt ,i»d du,cb den Eannl graiide und den' Canal Can PK-Io zur Iudeiistädk gesabre», wo'die gesamte Bevölkerung »liier äußerster Spaiuiiiiig ans. diespaiiisebeü .Knabe» ivarlere. Die t^ei ellelen ivnide» in die ocu neluiisten Hänser der Gemeinde verleilk, dort miss-beste verpflegt- und sogleich in ivarnie Betten gesteckt. Es ivar iiiivc'lstellbar: fast bnndri l Knaben waren durch Piraten ihren Eikern eiilfübri, sie Iiäkien an Dualen niebr ansgcjtaiiden, als-sich die glühendste pRiaiitasie ansnialeiiköinile, und sie waren -gerettet, loeil ein oder zioei .Knaben dciü.Scbisf znm Sinken gebracht nnd an der. Flurb, verhindert hallen. Der hier;» notioendige.. Rciit ivar so groß, dc,ß es sick> nur um eine Fügung Gottes handeln konnte, >oie sie selhsi iit den alten, und nacki Ansicht Vieler anfgeklärleii (Nelebrlen sagriilmslen, Ueherliefcrnngen de, Inden nicht verreickuiel >oa>'. Der gl.eirlierweise zur ddui-eiinnt >oie zn>- S cluvärnierei geneigte jüdiscbe Geist geriet in Aiisioalln,,g. Aher ancft die nicht, jüdische Beoölkernng Venedigs lonrde durch das Schicksal der Knahen.heioegt. Der .Kat derJ-jelm, die SiaalSingnisitoren, überzengten sich durch einige Rcilg'lieder von den. Ergehen der .Knaheii. Der Vorsteher. dlcofes Faoifole ries'am nächsten Tag einen Gelüeinderat ein. .Icieiiiand loandle jicli' gegen den Voi sehlcig deS Vorstehers, und unverzüglich lonrdeii die- Verhandlnnge-n mit den StaalSingnisitoreii ansgeiioninien. - ' Diese erklär len sich .überrä-sck'eud schnell bereit, gegen eine Ansiedelung der Inden von Sedano in, Slaaisgehiet der Republik nichts einzinveiide». Eine G eßbasniiarlunig in der Lagunenstadt selber ivar nicht angängig, dagegen aoili den siegeeignete Viertel in den Städten Padua, Viureiira nnd sRisseiiv"zi.ir Verfügung Sofort, nachdem diese Erklälnng im Geme.inderat eintraf, wurde beschlossen, ans eigene .Kosten zioei. Schisse nach Arsila zu entsenden, um die Juden von Sedano-einzuholeii. Da die A»Srüsiung dieser beiden Schisse sich aber elioa zehn Tage hinziehen würde, sollten drei zu bestiiniiiendc' Abgesandte allsogieich in einem Schnellscglcr den Eltern die Botschaft, von der Rettung ihrer Kinder und der heoorstehendei, Vereinigung mit ihnen üherbringcn. llnft min innrrn sie ans dem TSeg dortlii». Im Fackellicht breiteten sich dir Zeltreihen ivie dunkle Schatten aus. Der Wagen hielt, und sie stiegen ans. Bewaffnete Wärter verwehrten den /jiilritt ziili, Lager. Seit dem Raub der Knaben wechselten die Rcäimer im Postendienst ab. Die drei venetiaiiischen Juden blickten zuerst verwirrt auf die wilden Gestalten, die im Scheine der Fackeln vor ihnen standen. War es möglich, daß dcts Juden waren? Hatten sie nicht gehö.rt,