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Central-Verein-Zeitung · 1936-08-13 · 33 (13.8.1936) · page 13

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
33 (13.8.1936)
Date
1936-08-13
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Y Nr. 33 4. Beiblatt Palästina-Umschau der C.-V.-Zeitiing 13. August .1936 Hell-dunkles Lälld / Ergebnisse einer Palästina-Reise Unser 'Mitarbeiter, der voneiner lUmrer-on . Palästina-Reise soeben zuruckgekehrt ist, wird in eiriigcn zusanimenfasscnden. Aufs.itzen seine Lu»--. ..drücke an'dieser Stelle veröffentlichen. Wer einein jüdischen Leserkreis.in Deutschland einen Situationsbericht von dem-Palästina des Jahres 1936 geben will, der hiuss vor allein die Stimmung. festzuhalten versuchen, in der sich der Jischuw zu dieser Zeit befunden hat. Als Mitte April mit den Demonstrationen in Tel-Aviv und mit den Mordtaten in Jaffa die schon seit Monaten über das Land gebreitete Spannung zur Entladung kam, war man weithin geneigt, die anscheinend so zufällig zum Ausbruch gekommene Bewegung zu unterschätzen. Ich erinnere mich vieler Gespräche aus jenen ereten Tagen und Wochen der Unruhen-Gespräche mit Intellektuellen, Bankdirektoren und Leitern grosser Organisationen ebenso wie mit einfachen Arbeitern und kleinen Händlern, jenem berühmten „man on the,Street'.', den man in seiner klassischen palästinischen Gestalt auf dem Boulevard Rothschild in Tel-Aviv antreifen Alle diese verschiedenartigen Menschen glaubten am Anfang, es bandle sich um ein rasch abgebrochenes Feuer, das durch einige energische Massnahmen ebenso rasch wieder erstickt werden könne. Einen Streik von siebenwöchiger Dauer wie in Syrien, so höre ich noch einen führenden Zionisten auf einen von mir gemachten Einwand antworten, müsse man in Palästina deshalb für ausgeschlossen erachten, weil der jüdische Sektor so stark sei, dass die ' Voraussetzung eines Streiks, seine Allgemein- . heit, niemals gegeben sei. Vielfach verwies man auf die Unruhen von 1929 und bezeichnet im Vergleich damit das Geschehene als geringfügig, ohne zu bedenken, dass man sich zum erstenmal'in der Geschichte des neuen Palästina einer planmässigen, zielbewusst und einheitlich politisch geleiteten Aktion der Araber gegenüber sah. Man konnte manchmal an den treffenden rSatz Sh mar ja Levins aus dem zweiten Band seiner Lebenserinnerungen denken, dass kein Volk so wie das jüdische die Fähigkeit der Selbsttäuschung besitze. An diesem Punkt des Berichts muss ich allerdings anfügen, dass ich bei manchem meiner Gesprächspartner den sehr bestimmten Eindruck hatte, dass er seine wahre Meinung verbarg, weil er glaubte, dem unwissenden Touristen gegenüber müsse man jeden Fleck auf dem sonst so strahlenden Bild des „binjan haarez“ in einen Sonnenschein umdeuten. Ich erwähne das deshalb, weil man eine solche Art der „Aufklärung“ gar nicht scharf genug verurteilen kann. Es war inzwischen Mitte Mai geworden, und so mancher der in jenen Wochen Neuangekommenen hatte sich längst seine eigenen Gedanken gemacht, als ich zum erstenmal nach meiner Landung von der schlichten, klugen Frau eines Gewerkschaftssekretärs in Tel-Aviv eine klare und ehrliche Selbsterkenntnis angesichts der sich verschärfenden Situation zu hören bekam, mit den ^Worten: „Wir haben uns alle getäuscht, als wir glaubten, die Unruhen würden schnell beendet sein. Die Wahrheit ist, dass sie . erst beginnen.“ Von diesem Augenblick an, als diese Stimmung einer tapferen Resignation gegenüber eitler Selbstgefälligkeit und falscher Selbstsicherheil sich auszubreiten begann, war die Gelassenheit der Haltung-des Jischuw bewundernswert. Es gehörte offensichtlich zum Plan des arabischen Aufstandes, die landwirtschaftlichen Siedlungsgebiete von den grossen städtischem Wohnzentren der Juden abzuschneiden und so durch Stocken der Nahrnngsmittelznfuh r, durch Hunger und Teuerung die Massen der jüdischen -Arbeiterschaft und des Kleinbürgertums mürbe zu fnachen_Man konnte sehr bald sehen, dass . dieser Versuch zum Scheitern verurteilt war, und zwar vor allem dank der vorbildlichen phrasenlosen Pflichterfüllung der jüdischen Hafenarbeiter und Autobus-Chauffeure. Die Arbejt im Hafen von Haifa, an der jüdische und arabische Arbeiter beteiligt sind, war, im Gegensatz zu Jaffa, nie . unterbrochen, die nach einigen Wochen Streikdauer den englischen Behörden abgerungene Erlaubnis zum Abladen von Gütern in Tel-Aviv und die Raschheit, mit der dann sofort die notwendigen Einrichtungen geschaffen wurden, waren ein bemerkenswerter Erfolg des jüdischen. Abwehrkampfes und haben zugleich mit der Bekanntgabe der neuen erhöhten Arbeitereinwanderungsschedule für das Sommerhalbjahr die Kraft zum Ausharren gestärkt. Und was die Haltung der jüdischen Chauffeure betrifft, so kann kein Wort der Anerkennung, gefunden werden, mit dem man zuviel gesagt hätte. Während die arabischen Autobuslinien ruhtep, versahen die grossen—jüdischen—Autohilfe von Von Dr. Werner Cahnmann Wagen durch die Landschaft', und wohl niemals ist es, trotz häufiger. Steinw.ürfe und- Flinten- . schüsse, dazu gekommen, dass eine Fahrt nichtahsichtsgemäss beendet werden konnte. '.Sowurde der Personen- und Güterverkehr unter ständiger Gefahr für Leben und Gesundheit aufrechterhalten. Trotzdem waren schwere Hemmungen im öffentlichen und privaten Lehen nicht zu vermeiden. . Am fühlbarsten waren sie "in Jerusalem , wo man abends nach sieben Uhr nicht mehr aus dem Haus durfte und wo die Lebe n sin i tt e 1 p re is e in der Altstadt an ■manchen Tagen eine tatsächlich unerschwingliche Höhe erreichten. Die jüdischen und die arabischen Bevölkerungsteile blieben streng getrennt in ihren verschiedenen Wohngegenden; nuran der Hauptpost, oberhalb des Jaffatores, tauschten die Angehörigen der beiden feindlichen Parteien unter dem Schulz englischer Maschinengewehre kurze, prüfende Blicke untereinander aus. Es hat. sich erwiesen, dass Jerusalem trotz seiner, jüdischen -Bevolke- : rungsmehrheit der s t r at e gisch s c h w ä c hs t e P iui k't der jüdischen.Sie'dhuig ist. weil fasb .alte. Dörfer der Umgebung arabisch sind. Dies muss man für-um so bedeutungsvoller mischen,.- als Jerusalem der Sitz der ■ englischen Mandats- Verwaltung ist, so 'dass Ereignisse und Stimmungsstörung in Jerusalem viel mehr auf die Meinungsbildung der massgeblichen Bürokratie zuriiekwirken müssen, als es entsprechende Vorgänge in anderen Teilen des Landes vermöchten. Es wird eine wichtige Aufgabe für die Zukunft sein, die Zahl der jüdischen Siedlungen im südlichen Gebirge und an: den beiden Zufahrtslinien von Jaffa nach Jerusalem in entscheidender Weise zu verstärken. Ganz anders als in Jerusalem war das äussere Bild in Haifa. Dort liefen Araber und Juden in den Strassen durcheinander, arabische Arbeiter arbeiteten ini Hafengelände und in der Kies- Palästina-Chronik der Woche „Egged“, „Hazaphon“, „Därom Jehudah“ und wie sie sonst^heissen. auf allen Strassen ihren gewohnten Dienst und dies, obwohl die Engländer sich erst sehr spät und nachdem schon mehrere Todesopfer gefallen waren, dazu entschlieseen konnten, die Fahrten nur unter militärischer Bedeckung stattfinden zu lassen. Mit rasender Geschwindigkeit flitzten die schweren Es scheint, als sollten Unsicherheit, Gewalttaten und Terrorakte zur unveränderlichen Lebensform Palästinas werden. Auch durch die vergangene Woche erstreckt sich wieder ihre traurige Reife. Versöhnungsaktioireu scheitern an dem unverminderten Kampfwinen der aufständischen Araber, und jede politische Wendung, die ihren radikalen Ansprüchen nicht Genüge tut, führt eine Verschärfung der Lage herbei. So hat auch das amtliche Dementi der Gerüchte, die jüdische Einwanderung nach Palästina sei eingestellt worden, wiederum zu verstärkten arabischen Exzessen geführt. Aus dem Jaffaer Manschie-Viertel, das an der Grenze von Tel Awiw liegt, versuchten am 5. August Araber nach Tel Aviv einzudringen. In Kakun bei Tulkerem wurde ein arabischer Polizist getötet , und ein zweiter verwundet. In Ramalla wurden bei einem Zusammenstoss mit einer Militärpatrouille ein Araber getötet und ein zweiter verwundet. In Jaffa herrscht noch immer ziemlich starke Spannung. Der Versuch eines Angriffs auf die jüdische Siedlung 'Ekron würde durch bald eingetroffene militärische Verstärkungen vereitelt. Um die Lage zu entspannen, bemühte sich die Palästinaregierung weiter vor allem um die Beendigung des Streiks. Sie liess durch Flugzeuge über den Städten Aufrufe abwerfen, in denen die arabische Bevölkerung zur Wiederaufnahme der Arbeit aufgefordert wird, da der lange Streik sie nur noch ärmer mache. In Polizeikreisen rechnete man auf einen Streikabbruch seitens der christlichen Araber, deren Stimmung der Fortsetzung nicht günstig sein sollte. Leider stehen diese Informationen in einem gewissen Gegensatz zu einer eigenen Meinungsäusserung der christlichen' Araber Palästinas, die in der Wiener „Reichspost“ erschienen ist. InJhr wird die arabische Streik- und Aufstandsbewegurig auch vom christlichen Standpunkt aus auf das wärmste verteidigt und die Mandatsregierung heftig kritisiert. Die Palästinaregierung trug noch durch eine weitere Massnahme zur wirksameren Unruhen bekämpfung bei. Sie erliess eine ergänzende Bestimmung zu der Verordnung über die Verhängung von Kollektivstrafen, auf Grund deren die bereits verhängten Kollektivstrafen, die, wie in voriger Nummer hier berichtet wurde, vom - Obersten Gerichtshof aufgehoben worden waren, rückwirkende Kraft erhielten. Gleichzeitig wird angeordnet, dass die von Gerichten in ihrer Rechtmässigkeit angefochtenen Kollektivsträfen als gesetzmässig anzusehen seien und als gültig erhoben gelten sollen. Diese begrüssenswerten Massnahmen konnten leider nicht verhindern, dass der 7. August zwei weitere jüdischst Todesopfer forderte. Der 45jährige, aus Polen eingewanderte Siedler Seef Lindenfeld aus der Neuen Kolonie Tagla wurde auf der Strasse nach Chedera ermordet und der aus Konetantinopel eingewanderte 27jährige Keuhon Levi wurde in der Vorstadtsiedlung Hatikwa bei Tel-Aviv erschossen. Auch sonst kam es im Laufe dieses Tages wiederholt zu Schiessereien und Blutvergießen. Die Siedlung Kirjat Anawim wurde heftig beschossen. Der Koloniewächter, Ben Jaakob, wurde Hierbei schwer verwundet. Auch auf Mikwe Israel und eine Spiritusfabrik bei Tel- Aviv, sowie beim Berg Kanaan wurden Schüsse abgegeben; verletzt wurde hierbei niemand. Bei einem Besuch in Akko ist der englische Archäologe Allen Row von zwei" arabischen Jugendlichen durch Messerstiche leicht verletzt worden. Ein von einer Eskorte begleiteter Transport wurde auf dpin Wege von Haifa nach Jerusalem bei Dir el Sharf aus dem Hinterhält angegriffen. Der die- Eskorte befehligende Offizier Wurde Verwundet. Mit Hilfe.der herangezogetien Verstärkungenwurden die Angreifer. *rtriphei).' *Fürif Araber sind hierbei gefallen. Die etwa dreissig Mann starke Bande würde durch Militärflugzeuge verfolgt. Hierbei wurden weitere achtzehn Araber getötet oder verwundet. Die wiederholten Ueberf.älle auf Transporte machten es notwendig, die Autokolonnen, „die zwischen Tel-Aviv und Haifa verkehren, statt wie bisher von zwei, von vier Militärautos begleiten zu lassen. Ausserdem fährt ein kleines Auto mit einer Radiostation mit. Im Laufe des 9. August wurden Angriffe auf verschiedene judäische Kolonien durch Militär abgewiesen. Bei Tel-Mond wurden in den beiden letzten Tagen dreitausend Orangenbäume vernichtet. Eine Bande bewaffneter Araber raubte zweihundert fünfzig Schafe aus Kfar Chitim. Inden Aussen bezirken von Jerusalem bei Kirjat Chajim, Nescher Jabniel und Kfar Jabez ist es zu Schlossereien gekommen. Abteilungen des transjo'-danischen Grenzwaclikorps haben in den Bergen bei Kineret einer arabischen Bande ein Gefecht geliefert. Der arabische Geheimpolizist - Nadschib Mustafa Awad. welcher anlässlich des Attentats auf den in Haifa getöteten Pölizeiinspektor Achmed Naif verwundet wurde, ist in dem " Regieruiigskrankenhaus in Haifa seinen Verletzungen erlegen. Er hätte in dem Prozess gegen die Mörder von Dr. Karl Feldberg als Zeuge auftreten sollen. Auch dstr 10. August war wieder ein blutiger Tag. Der 22jährige Ascher Rosenfeld wurde bei der Bewachung einer Orängenpflanzung in Nese Ziona von Arabern aus dem Hinterhalt beschossen. Er war auf der Stelle tot. Der 38jährige Siedler Benjamin Schuster in Moza wurde auf der Schwelle seines Hauses durch Schüsse verwundet. Die Siedler Israel Weinstein, Menachem Keller, Mosche Gostorp und Zippora Schwartz wurden, als sie nach dem Abendbrot sich auf dem Hofe unterhielten, durch, die Explosion einer Bombe verwundet. Die Verletzungen des Eigentümers des Hauses sind schwer. Nachdem die Bombe explodierte, wurde das Gehöft von arabischen Schützen beschossen. Militärpatrouillen suchten das Gelände ab. Obgleich die Regierung wiederholt Flugblätter abwerfen liess, in denen jede Unterstützung der Rehellen durch Lieferung von Nahrungsmitteln und Gewährung von Unterkunft verboten und darauf hinge wiesen wird, dass die königliche Kommission erst nach völliger Säuberung des Landes von den Banden nach Palästina kommen wird, hat“ die .Streiklage um die Wenjle der letzten Woche wiederum eine Verschärfung erfahren. Zugleich ist hei der Irak Petroleum- Gesellschaft in Haifa der Streik erklärt worden. - Ferner haben Agitatoren des arabischen Streikkomitees den Versuch unternommen, die Regie-, rungsbeamten und Arbeiter der Eisenbahnwerkstätten in Haifa zum Anschluss an den Streik zu bewegen. Nach mehreren stürmisch verlaufenen Versammlungen sind tatsächlich einige Angestellte in den Streik getreten. Die jüdischen und ägyptischer) Arbeiter der Werkstätten setzen jedoch die Arbeit fort. Im allgemeinen ist die Lage in Haifa unverändert. Die verstärkten Kinschüchterungsversuche der arabischen-Agitatoren haben unter den Arbeitern Missstimmung erregt. 17 Araber wurden wegen des Versuches, andere Araber zum Streik zu zwingen, verhaftet. Die Abordnung des Obersten Arabischen Rates und der Arabischen Bürgermeister, die nach Amman zu Besprechungen mit Eni i r A bdulla h entsandt worden war, um eine Einmütig über die künftige Taktik der palästinensischen Araber zu erzielen, ist zurückgekehrt. Die Mitteilungen" über die erreichten' Erfolge gehen .auseinander. Während auf der einen Seite verlautet, ' .dass die Meinungsverschiedenheiten zwischen. den gemässigten und den radikalen Gruppen der Araber ein Ergebnis unmöglich machten, wurde in Amman selbst ein Communique veröffentlicht, in dem von „hoffnungsvoller Stimmung" die Rede ist. Es heisst, der Emir habe vorgesehenen, dass die Araber als Gegenleistung für ein Versprechen, dass die jüdische Einwanderung während der Anwesenheit der königlichen Kommission eingestellt werden soll, den Streik und die Gewaltakte beenden sollen. Ferner habe der. Em’ir versprochen, vom High Gommissioner Sir Arthur Wauchope die Freilassung der politischen Gefangenen zu verlangen. In grübe der Zementfabrik „Nosher“, obwohl dio Geladeuheit der Stimmung, wenn .man genauer zusah und zuhorte, auch hier nicht gering war. Tel- A v i-v wiederum ist von der Nachbarschaft Jaffa abgetrennt, man gebt kaum, hinüber und herüber, aber in sich ist es als rein jüdische Stadt so lebendig, so--lärmend, so lebenslustig,, so zukunftsglaubig wie je.v Die .unbändige;- Vitalität dieser Stadt war-imposant und nulreissemt., wenn., ■auch--nicht’ verkannt .werden darf., dass Leichtsinn und ■ Selbstsicherlnnt ihre■■ Kehrseite, sind. Die Tel-Avivor verfallen .allzu leicht der Meinung, dass das■■ Kräfteverhältnis zwischen ihrer Stadt und Jaffa auf das ganze. Land übertragen werden könne, und sie verkennen, dass „Frcz JissrmT' .nochlängst keine Realität, sondern, immer noch eine A uTg a b e - ist. Uelx-rall. anderswo im RjrfjjfP* BetoBtäu ß Meeatl MieU Land, vor allem in den Siedlungen der Sehefelali,- des Scharon, des Einek Jesreel und des Gabi, wo die Männer abwechsliingsweise Nacht -für -Nacht den Wachtdienst versehen, weiss man gut, wie gefährdet alle die Positionen sind, die man so zäh verteidigt. - So ist das Bild des jüdischen Palästina in dieser Zeit aus Indien und dunklen Farben gemischt. Man soll nicht verschweigen,dass manche Hoffnungen sich als trügerisch erwiesen haben, und dass, in manche Herzen Verzagtheit...ringe-, kehrt ist. Das sind' Schwäche», deren sich die Menschen nicht zu schämen brauche», di« mit so viel Gefasstheit und Sellisllndierrscinmg die Probe der Reife beziehen. Auch an ein Volk-.wie an jeden .einzelnen Menschen wird nichts umsonst verschenkt und an die Juden am allerwenigsten. Man zahltmanchen schweren Preis. Ein 21 jähriger Kraftwagenlenker der „Eggeif-Gesellschaft, der schwer'verwundet ins Jerusalemer Kranken- - haus gebracht worden war, stöhnte,' als er mit dem Tod kämpfte: „Ich hin jung. Ich will‘nicht sterben, sondern leben.“ Er ist gestorben. Aber Blut und Tränen sind ein fester Kitt für eine Gemeinschaft, die den Willen zum Leben nicht .leru'salemer Kreisen glaubt man, dass die Emir vorgeschlagene Lösung akzeptiert werden •wird. Auch der „Times“ wird aus Jerusalem gemeldet, dass nach den Verhandlungen in Amman, bei denen Emir Abdullab auf die Aussichtslosigkeit des Versuches,. England zu demütigen, hingewiesen habe, bereits Anzeichen eines Friedenswillens zu merken seien, die zu den besten Hoffnungen berechtigen. Erwartungen um die Königliche Kommission Von unserem ^--Palästina- Berichterstatter Tel-Aviv, 5. August Die Ankündigung,dass die. Königliche Kommission voraussichtlich' im Oktober nach Palästina ab reise n werde, wird i in Lande selber vielfach dahin kommentiert, dass die Behörden bis zu diesem Zeitpunkt den Abbruch des Streiks und die Wiederherstellung.-der Ordnung erwarten. Gegenwärtig kann freilich von einer‘ Rückkehr normaler Verhältnisse .noch keineswegs die Rede. se,,Ö Die, F o r nie n des Kampfes haben manche Wandlungen im Laufe der vier 1 Inruhcmonate durchgeinaclit, aber seine Intensität bat eher. /»genommen. Die Mandatsregierung hat ihre Machtmittel ausserordentlich vergrössert, und sie hat im Laufe der Zeit auch wirksamere. Methoden ihrer Anwendung entwickelt; insbesondere die LuftstrcJdk ritf.ti) sind mit misse,gewöhnlicher» Erfolg bei der Baiideiibelränipfnng und der Strasse,i-ijebcrwachung eingesetzt worden. Auch in der ErnnTtliing, Verhaftung und Bestrafung Schuldiger zeigten die'Behörden in letzter Zeit eine festere und glücklichere "Hand als bisher. Auf arabischer Seite ist, wenigstens was die Durchführung des Streiks und des Bmidenkrieges anlangt, eine deutliche V e r s r h ii r- ■ f u n g des Kurses festzustellen. Entsprechend dem erhöhten Schutz, den die Polizei jetzt den Arbeitswilligen zu bieten vermag, haben auch die Terroristen ihre Taktik geändert. Sie sind von der Kniibrd.üng einzelner am hnllirliten Tage, zu der jetzt infolge der Fernhaltung der Juden aus arabischen Städten keine Gelegenheit mehr gegeben ist, und von de» offenen Gefechten, in denen sie schwere Verluste.erlitten haben, zu nächtlichen lieberfällen und zu Einzeln kt innen übergegangen, die ein erschütterndes Mass von sittlicher Verwilderung erkennen lassen, wie etwa der kürzlich-erfolgte Bombenanschlag auf Tel-.Aviyer Schulkinder zeigt. Bei den Juden besteht die V'U'iml'-rung nicht . in irgend einer Neuerung, sondern einfach, darin, dass der Prozess der Anpassung uttd Gewöhnung an die abnormen Verhältnisse geradezu unheimliche Fortschritte gemacht hat. ' Gewiß, die , immer noch fortschreitende Vernichtung von blühenden' Menschenleben, die immer noch sich wiederholende. Zerstörung von Baulichkeiten _mrd Geräten; von Bäumen und Feldern, schmerzt immer.''aufs neue, seelische , Spannung und'wirtschaftlicher Druck dauern ai.i, und das zwischen Arbeit. Wache und Kampf geteilte Leben in vielen Kolonien ist schwer wie bisher. Aber mich in die Unordnung kommt allmählich eine-gewisse'Ordnung. Tausende von Freiwilligen machen ihren Dienst als reguläre Wächter oder als staatliche Hilfspolizisten. Die Autobus- und Taxi-Kooperativen haben sich < ätisserst schwierigen neue» Bedingungen soweit angepasst, dass sie ihren, freiläcti stark veränderten Fahrplan auch auf den gefährdeten Strecken pünktlich durchführen, man betritt die arabischen Städte nicht mehr, schon weil die Regierungs-ämter nun doch in de,, meiste,, jüdischen ■Bezirken Parallelstellen errichtet balc-n, im Hafen von Tel-Aviv hat, gewissennassen in aller

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