Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 33 (13.8.1936)
- Date
- 1936-08-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Gemeinde und ihre Beamten Um die Herabsetzung der Gehälter imb bif i'icmruH''rnrrn'iiltiun'irii brrrd)tif|t. bir (wlinltev ihrrt '•Prnintni nnicitit, hcrabznictze» - Dieie Irage hcmrqt int einiflfr Zeit ui einer Weil,? von /vallcn bie nerantwnrtlichen Dfciiiciim imiPTi’r Gemeinbeu >vie dieieinge», bie von ihren Eni- Tdlliiiini hrtrnircit iuib.. Lie beiufiit ür vielfach bc-. lotibcrc"’■ tnlniim,. icilbi’in bie E.-V.-Zeitung in ihrer 'Jiimnm'r vom-25- N'\uni 19:i»; die E n t sch e»i .b u i, ii f i'ii c v H' a n b. fl e r t ch t s . iH'rof-Tcnt 1 iri)t - ■ hat. bie fi.l) mit dieser Irage bei'diästigt. - . Es i>>. eine Ivlgeersd)einiing der Eiitivicklniig . innerer i»diid,en Verlialtnissc. in Dentschland. daß. in.ben letzte» Jahren gelegevtlid, Meiiuuig-v verichiebenlieite» imb '-i'ctftiinnumflni zwischen ben Gemeindeverwaltinige» nnb ben Gemeindcbeamten „der Gelialtssragei, eidstanden sind. , Tie fiixinzielte und wirticliostliche Lage vieler Juden und damit mich der jüdischen Gemeinden Hat sich gc- Achtung Ferienreisende! Beschwerden über das Ausbleiben der C.-V.- ZJturig, Umleitewiinschc sind stets dem zuständigen Postamt ( Zeit ungsst eile) zu unterbreiten. Die Bezugsgebübren sind an den Briefträger zu zahlen. ändert. > dein Bestreben, bie Dinge diesen veränderte» BerHältnissen aiiznpasseii. treiien die Interessen ansciiiander. Gemeinden sehen sich gcnötigt, Gehälter über die - Grenzen Hinan-?, die ihnen bn-5 fvrniale Reeht zn geben scheint, herab' '. '' zusetzen. Beamte empsinde» da» gelegentlich als einen Mißbrauch. In vielen Iällen ist es erfreiilielieriveise inögliel, geivesen, eine Einigung zn er- - zielen. Es bleibt aber eine Reihe von Iälle» übrig, in denen das nielst inöglicli geivesen ist. Da ergibt siet, die Irage nach ber Rechtslage. Die eingangs eriviilmte Landgeriehtsentieheidnng kan.« dalsin aiiigesaßl iverden. daß die visenttich reetitliehen Diinagogengemeittben ant Grund ilirer Anioiivmie biirel, Gemeiiidelwselilns; jederzeit die (Behälter ilirer Beamten feilsetze» sonne», ohne bas? eine Nachprüfung der Berechtigung einer etwaigen ^erahsehnng möglich ist. bs mag zunächst dahinc gestellt bleiben, ol' diese Enlseheidiing zntretienb ist. Ans jeden Iall innß daraus lnngeiviesen >ver den, daß gegen diese üteelitsaiissassiing reelltische l Ennvände-denkbar sind, das, völlig oisen ist, wie eine l,öl,ere Instanz endselieide» würbe nnb bah die Gemeinde» deshalb von einer solchen Reehlsanssassnng als seststeliend nicht ansgehen können. Die in ber E.-V. Zeilimg verösientliäite Enlscheibiing isl nicht die einzige, die in den letzten Jahren über die uns beschästigende Irage ergangen ist. Lchon vor einiger Zeit ist ei» anderes Landgericht zn Ergebnissen gelangt, die daraus hinanslanse». bas; gerade für öfsentlieti-reäitlielie Körperschaften Inatnrgemäs; nicht für de» Dtaati eine einseitige Herabsetzung von Beainlenbezügen - nicht möglich sei. (yiii weiteres Vanbgerichtsnrteil. das etwa vor einem halben Jahre ergangen ist. geht im Gegensatz \it dem eingangs besprochenen ' Urteil grundsätzlich von ber Bindung ber Gemeinden an bie gelrosfene.n Gehaltsfestsetzimgeii ans. spricht den Gemeinden aber> das Aeeht zn einseitigen Gehaltsherabsetzniige» nnler dein Gesidits- . Punkt ber Berücksichtigung von Treu und Alanden.auch durch ben Beamten dann zn. ivenn die srortzahlnng der bisherigen Gehälter die Gemeinden sinanziell gefährden ivürbe. Daraus ivürde folgen, das: die Berechtigung einer Gehaltsherabsetziing einer gerichtlichen Nächprüinng unterliegt. Wie sollen sich die Gemeinden verhalten / Auch sen'eits der tormalen. Rechtslage — ich verhelileiiiäit. bas; iel, im Ergebnis die Anssassnng des letztgenannte» Urteils iür zntressenb halte — wird ber Dachlage und einer Billigkeit im. höheren Dinne nur eine pväkli'che Handhabung im Dinne bes letzte» Urteils gerecht, Einieitige Aendernng von Behältern bei laii'endein Anstellnngsverhält'- »iS erscheint nur dann angängig, ivenn die Lage der Gemeinden bei gerechter und verständiger Abwägung der beiderseitigen Iiiteressen eine solche Blatznahme unumgänglich erscheinen läsit. öine (vehaltsherabsetznng wirb iinr bann in Iragc. kommen, wenn ans eine anbere Weise die m e i n b e 11 i d, t a 11 s r e d, t z n e r halt e n ist. Das heisit nicht, das; eine Iahlniigseiiistellmig der böemeinbe aiiberenialls unvermeidlich sein' mns;.' Bielmehr müssen die tb'es^ntanfgabeii der öiemeinden.in Betrad,t gezogei^werben. Die Dorge um die Fähigkeit;nr brsiillninz-Esrer dringenden Antaaben ist auch in diesem Iiisammeiihang eine sehr legitiine. Dehr sorgiältig aber . mib .«ehr ge- . ävissenhäst ivird zn prü'eii 'ein. inwieiveit die Gehallsheral'setzniig zur Didiernug ber ö'riiilliliig ber chemeiiibeaiisgaben er'orberlidl und überhaupt geeignet ist und inivieiveit statt dessen oder gleid,- zeiti<1 andere Blasiregeln ergritten werben können. Dabei ivird. ivenn die Beurteilung bieser fragen eine biehaltsberabsetznng angezeigt ersd,einen läsit. aber er'l baiiii in Abivägnng aller llmstänbe auch zu Prü»en sein, inioieioeit bem Beamten and, nach der ^erab'etzling ein angemessenes Gehalt verbleibt. Blenderungen der Bleiirnng-ül^r-die An- . geme'senheit des seinerzeit beivilligten Gehalts diirtte» allein keinen Beditsgrnnd »ür die Ge° liaü'-berab'etznng abgeben. Ob eS denkbar ist. das; in Ansnalimesällen etiva D p i t; e n g e h ä l t e r so ansierhalb ber heutigen Anssassnng stehen, das; schon daraus eine söerab'etziingsmöglidikeit folgt, braiidil im Aalnnen dieser Erörterung nid,t erwoaen;n iverden. Die Gesiditspunkte. die zu einem etwaigen Gehaltsherabsetzungs-Befchluß führen, sowie die zur Beurteilung des Beidilunes^ notwendigen Dach- ' verhalte wird die Gemeinde ihren Beamten oder deren Vertretern darlegen. Das erfordert tad,- lid) und menfcfjlirf) das Trene-Berhaltnis zwischen Eiemeinde und Beamten, ift aber wahrscheinlich and, rechtliche Verpstid,tnng. - . Gemciiisamer-?tot und gemeinsamer Aufgaben werden sich Gemeindeverwaltungen und Gemeindebeamte bei Regelung ihres gegenseitigen Verhält. nisseS jederzeit bewußt sein müssen. Rur in Ab. 'wägung der aut beiden Leiten zu wahrenden be.- i'onderen Interessen unter dem übergeordneten Gesichtspunkte des (?>emeinwohls lauen sich diele Dinge regeln, indem die einen »id)t blind tur die wirklid,cn.Verhältnisse an einem tormalen Redit testhalten. das sie zu besitzen glauben, die anderen nur bei wirklicher t>iotwendigkeit .und-unter peinlichster Prüfung d^r Umimgänglid,keit soldx>r. -Maßregeln von dem Ausweg einseitiger Gehalts- - Herabsetzung Gebrauch maä)cn. Dr. L. Die Marienbader Tagung der Knessio Mechino l>lach dreitägigen Verhandlungen in die von' Vertretern aus lti Ltaatcu bei'd,ickt geiveseVic Vncssiv Mediino. die vorbereitende Welt"- kvnserenz der Agudas Iisroel. die im kommenden Jahr, ivenn die Verhältnisse c4 crlaulien. in. Berusalem stattsiuden soll, am Abend des tt. August in Ma-rienbad gcschlvsfen worden. Im Mittel- Punkt der Tagung stand der Beruht der Erekutive, den der Präsident der Agud«i4 Iisroel. Jacob!1i v s e n h e i m . erstattete. Während sich-in der Zertifikatsfrage, so führte der Redneraus, eine gewisse Zusammenarbeit mit ber Ieivish Agench vollzog, ist darüber hinaus leine Aenderiing in den Beziehungen der Aguba zu dieser Instanz öder zur Zionistiidsen Organisation eingetreten. And,, bie sIrage der Biöglichkeit eines ZlifammenwirkenS von Agnda Und Misradsi wird immer wieder aiifgerollt, dod, gelten alle bisherigen Besdiliisfe, bie eine intime Zusammenarbeit verbieten, solange der Misrachi Bestandteil der Zionistischen Organisation ist. Entsprediend den vor Jahresfrist gefaßten Besd>lüssen hat fiefj die Erekutive mit größter Energie gegen di? Einriditiing eines v'e g i s l a t i v e Gouncil geivonbet. Gegen die von der Regiernng beabsidsiigte Einsihränkimg ber Einwaiibernng.nnb des Bobeiieriverbs ivnrde eine Reihe von Vlaßnahmen »nternommeii. Von den Z e r t i f i.- katen hat die Agnda bisher 6 Prozent zur Verteilung an ihre Mitglieder erhalten, doch mnß auf einen Dätz von mindestens m Prozent älS an- . gemessen hingearbeitet iverden. Eine ertrenlidie Entwidliing nimmt die k o l o n i s a t o r i s d, e D a t i g f e i t. die ibbuzzim entwideln fidi zusriedenstellend. Einer der ivertvolliten Aktivposten ist. wie Jacob Rosenheim ioeiter hervorhob. die Poale A.^ I,.-Organisation.- Die Bestrehungen nni die Erlangung der ösfentlidi-rechtlidien Anerkennung der orthodoren Gemeinde i» Erez Israel sind'naturgemäß während der jüngsten Unruhe.« zum Dtillstand gekoinmen. Die sinanzielte Page der religiösen .ErziehungSanitalten ist eine überaus betrüdlidie. und.es bedarr größter öliistrengnngeiicher einheitlid, organisierte» geietzestreiieii Indenheit. die Erhaltung und den Ausbau des Dchuliverkes durch ein zentrales Drgan zu erinöglichen. Im Bordergrunb der s o z i a l e n Tätigkeit der Aguba staub die .'ibilfe für die. Dpier der arabisd,eu llnruhen im heiligen Laube. Die. beutsdie Lanbesvrganisation hat 'sich mit Dtellenveriuittlnng mid Berufsberatung, mit Kinbersserienaktivnen und AuSwanbererbetreuung be- . faßt. Die hat ferner eine große Zahl von ländwirtschaftlichen nnb handwerklidwN B e r » s S - v o r b e r e i t u n g s si ä t t e n gesdiaften. Aehnlid, liegen die Verhältnisse in den ' anderen. Ländern. Rabbiner Wolf Z. Jacobson referierte über die Arbeit der .Heren vathora-Zentrale nnb die Bet Jacob-Mäbchensdiule. Der Referent hob namentlid, den bentsdien deren Halhvra hervor, der biird, seinen Vorsitzenden PelS reorganisiert ivurbe nnb über öt 000 iliPl für die deren Hat Hora- - Zivecke ausgeben konnte. Die klatsiidie'n Thora- Länder. Polen. Litauen und die österreid,isd,en h,'ad,folgestaaten. entwideln eine geivaltige Tätigkeit im Interesse des Lernens. Doll aber der Keren 'Hathora internationale Bebentimg haben, ko müsse vor allem der eigene Kreis weit mehr als bisher sich in den Dienst deS ThoraiverkeS und feiner Organisation stellen. Iür das D d, n l we r k unterbreitete Rabbiner Jacobson ein Ptinimalbubget von dl 170 Dollar. In einer ben Erez-IiSroel-Plänen gewidmeten Raditsitzung erstattete der Direktor der Palästinazentrale, Dr. Dalomon Ehrmann, seinen Beridit. Er führte n. a. aus: Während in Deutsdilanb in den agndistischen Reihen eine mäditige Bewegung für Erez Iisroel entstand, haben die übrigen Landesorganisationen — mit AiiSnahmc Polens — nicht die nötige Hilre geleistet. Im engsten..Zusammenhang mit ber Palästinazentrale ivurbe anfangs 1904. der Roar Agubati als Ehaluzimbunb ber Agudas Iisroel gegründet. Dieser. hat bie Aiisgäbe. die agnbistische Jugend geistig ziv. erlassen und für Erez Iisroel vvrznbereiten. die Ausivahl der juiigen Mensdsen für die Hasd,arot zu treffen, die Jugend geistig zu führen und zii betreilen. Ein- Mäddienteminar in Hamburg ist für die Ausbilbung der weiblichen Mitglieder deS Roar Agubati bestimmt^ Eine große Zahl von Had>sd,ara-Zentren. in Deu'''diland und in den . anderen. Ländern besorgte sio Vorbereitung der Dl im. Die Lpezialarbeiten ber Knessio wurden in einer politisäien Kommission, einer Kommission für Iinanz- und Drganisationssragen. einer Keren Hathora-. einer Erez Iisroel-Kommission nnb einer Kommission für soziale fragen und Auswanbernng beivältigt. Die von Meier D ch w a r tz in a n n (Warschaus nnb Dr. Kalman K a h a n a (IIulbal erstatteten Beridsie über die agndistiid,e Jugend wurden ergänzt dnrd) die Beratung, zu ber die Delegierten der Jugendorganisation e n des ÄgudaS zusammentraten. Beraten wurden alle aus der Tagesordnung ber. Knessio Pled,ino stehenden Probleme. unter besonderer Berüdsiditigung der Probleme und der fragen der agndistischen Jugend. Die Ingendvertreter besd)lossen, für eine stärkere Heranziehung ihrer Führer zu den leitenden Gremien der ÄgnbaS-Iisroel-Weltorgaiiisation einzntreten. Die Ingendkvnfcrenz sprad) sid, sodann gegen eine Vereinigung der Poale Agudas Iisroel. und dem Hapoel HamiSradji in Palästina anS. weil in einer svldien Vereinigung eiige..Verwässerung der agnbistisdien Idee vom kompromißlosen Primat der Thora" erblidt wird. Am Ddstuß der Tagung wurde vom Zentralaat und den Delegierten der einzelnen Länder eine Reihe von R c s o l u t i o n e.n angenommen. In der ersten Entsd)ließung wird der Trauer und Entrnstnng über die blutigen arabisd)cn Exzesse in Palästina Ausdruck verliehen sowie, der Befriedigimg über die Erklärung der britisdien Planbatarmadst. sid, unter bem Druck bes arabischen Terrors keine Zugestänbnifse abprcsscn zu lasten und an der Balfour-Deklaratjon festznhalten. In der z,verteil Resolution wird festgestellt, baß' dergegen ben Wiberspruch fast sämtlid)cr maßgebenden jiidisdien Lrgainsativnen veranstaltete I n d i s d, e W e 11 f v n g r e ß n i d, t l c gitim i e r t ist, bas jüdische Volk zu vertreten-. Die dritte Resolution betrifft die Einberufung der Kliessio Gedaulo. ES heißt darin u. a.: Der Zentralrat der Agudas Iisroel hält an dem Plan fest, den Dritten Wirltkongreß der Agudas IisrocllKnessio Gedaulo) als große Demonstration für den Gotte'sgedanken nad, I e r » s a l e m einzirberusen. Dir Erekutive wirb jedod, ermädstigt. bis spätestens Abar si«>07 bie Knessio Gedaulo nad, - einem e u r v p ä i s d, e n D r t einzuberufen, falls bis bahin die Vorbedingungen für die Abhaltung der Knessio in Ieriisalem nid,t gegeben sein sollten. Unter den Resolutionen kommt eine besondere Bedeutung derjenigen zu, in der siel, die Knessio vorbehaltlid, der Zustimmung des Agnba-Weltrats für bie Ddiafsung einer gemeinsamen.Arbeitsverniittlniig ber Poale Agubäs Iisroel iuib beS Hapoel Hamisrachi in Palästina ansspridst. Die Ktiessio Mechino besdiloß weiter, bie Keren- . Hatvrannb Bet-Iacob-Zentralen nad, London : zu verlegen. Aguda-Führer hei Benesch Am vergangenen Ireitag wurden Jacob R o - s e n h c i m, der politisct,e Referent der Welt- Agiiba, H. A. Goo.bman, und der Präsident der Palästina-Drganisation der Agudas Iisroel, Dberrabbiner Ionäthan H v r o v i c z. von dem Präsidenten der Tsdied)oslvivakifd)en Republik. Tr. Eduard Benesd), in der Prager Burg empfangen. Die Agnda-,Iührcr überbrachten Präsident- Benesd, die Huldigung der Vertreter der südisd>c>v Orthöboric ber ganzen Welt nnb sprad,en ihm'nnb dem tsdiedivsloivakisdien Volk, ben Dank für die Anivenbung der Grundsätze der Gleidibereditigiing und der GeivifsenSsreiheit gegeniiber den Inden ans. Die baten den Präsidenten, diese ben Inden gegenüber bewiesene Haltmig and, in Zukunft zn beivahren. Präsident Benesd, gab in feiner Erwiderung zi, verstehen, wie sehr ihn die ihm-durch die Iuhrer der jiidisd,c'il Drthödvrie zum Ausdruck gebradstc Anerkeiimmg freue und erklärte, feine Haltung gegenüber den Inden bleibe unverändert; er werde and, in Znkimft die international verbrieften Rechte der Inden, sid, in Palästina eine Heimstätte ausznbanen. „ad, Möglidsteit stützen. Neue Lehrmittel für den Unterricht in der jüdischen Geschichte . Dr. 'Julius Höxter. Quellenbuch für jüdische (Jeschichte und Literatur. Kleine Ausgabe 1935, J. Kaufmann Verlag, Frankfurt a. 31. 3,50 RM. Derselbe, Jüdische Geschichte und Literatur in vergleichenden Zeittafeln. Eben:, da. 3.20 RM. Dl,ne Heransülirung der Dchüler an die Quelle» ist ein siiuivvUer Gesd,iditsunterricht. wenigstens ii» geistesgeschichtlidien Teil, nidst möglidi. Diese Ersalnniig gilt besonders für die judifehe Gesd,id)te. die zmn großen Teil Geistesges'chidite ist. bisher vielleicht zu sehr gewesen ist. Erst wenn an Hand der literarischen Dchöpsungen die geistige Gestalt eines Autors oder das Wesen einer Beweguna- oder eines Problems dem Dchüler faßbar zur DarsteUnng gebradß werden kann, wird es mögliä, sein, im Gesdiiditsnnterridst anderes und mebr zn tun, als von und über Ptensdien und ihr geistiges Ringen z» reden. Aus dieser Einsidst heraus ist Höxters sünfbändiges Ouellenwerk entstanden, ans dem nun der Verfasser durch Zusammenstellung der wichtigsten Teile eine einbändige Ausgabe für einfache Lchulverhältnisie geschaffen hat. Auch öieses Werk ist noch.recht reichhaltig. Mer die versdsiedenen Gebiete und die Epochen sind nicht gleichmäßig bzw, ihrer Bedeiitung^entchrechend behan- Knltnrverhältnisse und die Wirtschaft der Juden -neben der religioiisgesdiidstlidien viel zn kurz gekommen. Richts wird z. B. über das Berhalnns znr deutschen. Knltnr. über die ersten Eindentschmtgsversliche-und die cntsprcchcndcn lilerari'chen Lcistnngcn^ gegebenensallS nad, spaterengesd,id,tlid,en Darstellungen, ge'agt. Ebenso t,t dir neue Zeit der älteren Gesd,id,te. gegeniiber stark ms -Hintertreffen ^geraten. Gerade die-Quellen zur Geichchte des 19.' Jahrhunderts müßten so .ansäiebiq zur Tarstellnug kommen, -daß an ihnen die .Entw.icklnngder jüdisd^n Berhäktnine in -Deiitsd,laiidsörtlanfend. zur Anschammg^ gebracht -. werden lvmite. Darum^wäre. es. z. B.. z» 'wnnich'en geivesen. daß die Satzungen, bzw. LtistungsprögrniNme aller großen jndisd,en Lrgonisatiouen. ' also and) des Zen-tralvereins. des Berbandes der D ent'dien Juden ».. a..- im Wortlaut mitgeteilt würden, daß ferner dir Ei'tivicklnmr der Indenfrage im 19. nnd L0. Jahrhundert in Angriff mid Abwehr an charakteristischen Ltüden gezeigt würde. Die KvstliäPPdieii, die gerade in diesem entsd,ei. denden Kapitel lStöcher. Treit'chke. Tühring, geboten iverden. geben aber kein Bild vom Weien lind dem Geiste der Anseinandersetzniig zwischenden Inden »nd ihren Gegner,,. — Es ist mich daran zu denken, daß ein solches Liielleiibncl, sellnt für den Lehrer in vielen Iällen die einzige^ ihm z»qäiiglid,e Pi'aterinlfammlnng ist, da die in I-ragc kommeliden . Broschüren, Zeitimgsmlfsätze .nsw. ii, der Literatur zerstreut und oft nur sehr sdzwer erhältlich sind. — stcen ist in der kleine» Ausgabe die Beigabe hebräischer Lti'ide. L h n ch r o - n ist i s che Ta b e l l e n sind schon seit längerer Zeit ein beliebtes Anschannngsmittel im Geschidstsnnterricht. Lie dienten aber bisher mehr zur gelegentlichen Illnstrntion historiich besonders beivegter' Perioden als zum regelmäßigen ^chstlgebrmid,. Ihr Hauptivert liegt i» der Eutwidinng iind Festigung des Zeitbewiißtseins. das I,ir die ridstige Eiiisdilitznug eiitsd,eidender Vorgänge in der Geschichte von erheblid,er Bedeiltnng ist. — Hörter hat seine' Zeittafeln so angelegt, daß in Parallele stehen: Weltgeschichtliche Daten »iid Er- . eignisse. äußere Gesehichte der Inden ld. h. innere , p v l i t i s ch e Geschichte und.. Beziehungen-zu dem das jüdisdie Ldsicksal bestimmenden Blädsten,.. K»ltnrgeschichte (religiöses »nd geistiges Leben), iind wirschaftliihes Leben. Die Auswahl der Taten ist sehr reid,haltig, besonders in der knltnrgesdiidstlidien. Lpalle. so daß sid, die Absicht des Verfassers, die Tabellen a,id, als Ersatz für ein .Lehrbuch gelten zn lassen, wolil verwirklid,en läßt. Rid,t so glücklich erscheint dagegen die Auswahl der weltgeschidstlidien Daten. Es. besagt nämlich nidsts für den inneren Znsammenhang oder..auch mir für dei, ParallelismnS der Ereignisse, wenn da z. B.-sieht: - . 'ILIö Lianna ehai-ta liberlaluin Ist England, U0S - 1J11> Papst Iünoceiiz III. ns>v. oder: Nikolaus I. von Rußland, ivenn »id,t diejenigen allgeineiiigesdiiditlichen Geichel,»isie und' Zustände angeführt sind, die dre rn Parallele stehendeii' i>idischgcsdiid)tlichen Vorgänge in eili besonderes Lidst setzen. Die hier vorgebradsten Beanstandungen sind jedod, nidst so sdiwerwiegend, daß sie dem Gesamtwert der beiden tllenersdieimittgen Abbrnd) tun können. Als Ganzessind sie von hohem padagcgischen Wect und dnrchailS geeignet, die'Reform iiliseres. Gesdstdstsimterridsts, die sd,on läiigst als notwendig erkannt worden ist. in die rid,tigcn Bahnen zu leiten. ■- . - st- Bibelübersetzungen Nachdem bercit.s. I9:14/3ö die beiden ersten Bände d-'r von Torezhner auf Veranlasinng der Jüdischen Gemeinde Berlin heräusgegebenen Bibelübersetzung im Verlag K ans mann. ftx a n £ r u r t a. M.. erschienen sind, ist jetzt and, der dritte Band heransgekommen. Während der erste Band die Tora, der zweite die Nebnm rischonim. die ..Volksgeschichte", enthält, bietet de-r dritte Band die Nebiim acharonim. die^Redon der drei „großen" mid der zwölf ..kleinen" Pro- " phete». Davon hat Tvrczhner selbst Iirmej.ahu. Hoschea. Löadja. Mid,a. Nahnm. Habakuk. Zemnia und Lecharja übersetzt. Nt. Diene mann Amvs. E. Auerbad) Jona imb Haggai. L. Levi, Maladst und M. Wiener Ieschajghu und Iecheskel. Das. was an Grundsätzlichem über diele Ilebersetzimg bei der Besprechmig der früheren . Bände gesagt wurde, gilt and, für die iieuersä,ienenen. Die sdslidste. iingekünstelte Art. die dieser Uedersetzimg ziieigen ist, läßt das innere Pathos der Prophetenreden ganz besonders eindrucksvoll hervortreten. Sie iverden hier stets „die Begcisteten" genannt. Kürzlid, wurde mitgeteilt, dclß der letzte Band von Iehvaschs Bibelöbersetznng ins Jiddische crsdstenen ist. Das Ereignis wurde in Neiv-Pork besonders und mit Recht gefeiert. Es ist wohl kein Zufall, daß diese Uebcrtraginig zeitlid, ungefähr mit der Bllber-Rvsenzweigsd,en und der Torc-nmer-Bibel zusammenfällt — - Iehöasd, hat allerdings zwanzig -Jahre lang, die letzten seines Lebens, daran gearbeitet —. Bmd and, die Ent- . stehungsgeschid)te zeigt manche Parallelen. Es ist natürlid, nidst die erste jiddisdie Bibel- Übersetzung überhaupt: 1676 bis 1679 ersästen eine .,jüdisch-deutsd,e" in Amsterdam, der Uebersetzer , hieß Iekuthial Blitz, und die Witzenhäusensdie erschien 1679. gleid,falls in Amsterdam, nadchem 1622 und früher n, Augsburg, lind Konstanz llebersetziingen des Pentateud,?- gedruckt worden waren, lieber die Ilnzulänglichkeit und das „Altfränkische" dieser Versuche braudst hier nidsts gesagt zu werden Lie waren für I-rauen und des Hebräisd,en unkundige Juden bestimmt. --—---Awlwaldr—de.c eiaentlid, Ldielomo Blumgartxii hieß, lit in Wirballen^geb'oreli und wäre Jetzt 65 Jahre alt Er-kam früh nad, Amerika und wurde einer der gefeiertsten jiddisdien Ltilisten. Er starb 1927 in 'Neiv-Pork. nad, langer, schiverer Krankheit, die ihn dod, nidit hindern kopnte. nod. Tag um Tag die Arbeit an ..seiner" Bibel zu fördern, bis der letzte Rest seiner Lebenskraft auf» gebraucht- und die Uebersetzung vollendet war.