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Central-Verein-Zeitung · 1936-08-06 · 32 (6.8.1936) · page 1

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
32 (6.8.1936)
Date
1936-08-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nr. 32 » 1. Beiblatt t« wir 6. August 1936 Franz Molnärs „Grosse Liebe“ Zur Erstaufführung im Berliner Kulturbund - ■ tut. Ahnt hum ( .links nach rechts: Lllcn Sloses, Walter- Herz, Ruth Mannheimer, Jose Lrnesto Z.enMj MM ----- ivra»} 'l'ii'Inav, lliniar inhiichcir i>iol= ■ c)fiviclt in aller •'öl'vitii Binder, hat firii den Mitrtlieher»' De-:- '^erliiier Vultiirlnnibe-:- bereit-:- vvrstk stellt — »ul ieinein reizenden „-Spiel im Schloß", in dem Dev er'iiidnngsreiche Autor au:- denberden stark'stcu' VebrnohelLen Der Bühne, an: Illusion und. 'Ji-trflidi'fnt. die. ainiiiantcftrn H'-irknusteu : schopiie. Dar Stück gehört in ' h.ie neue Schas'ensepvche de-: üeilte üsjahrifleH, mistemein produktiven Dichter-:-: noch jüngere» Datum: ist seine stoniodie ..Droste Viebc". die erst vor etiva einem pal bell Jahre in Wien zur deutschen Ilraufsührunst gelangte. und die mir nun überraschend schnell in Berlin kennen lernten, freilich: es ist ein anderer Molnür. al: er in unserer Hriiine- Der Fachmann für Gabardine-Mäntel BERNHARD BOHRMANN Herrenrleiderfäbrik » Aschaffenburg tuinT lebt. G: ist nicht der Brillantseuerivkrker einer,-dramatischen Technik.' die ist re immer neuen hiusalle wie prasselnde Raketen in die Lüfte steisten lies;: e: ist auch nicht der vi-etgewandte Abkvminling parsumierter französischer Dramatiker oder der steichickte A'achtreter eiistlischer Sherlock- Holmesiaden — in dieser locker gefugten Bilderreibe. die uch- ..Große Liebe" nennt, prasent-ierl sieb Biolnür stiller, zarter, rnnerlicher. nneli primitiver. und der Bravonro'e de-:. Handwerk: bat seine Bedeutung a-t: 'Seih,stziveck völlig abgestrelü' Cr-: meldet sich hier an Mot mir . ■ denen großer Laiidsnian» txmerich Biadacl, cinit inseiner „Tragödie de: Menschen" w etwa: wie einen inista- .-rischen -Häuft. schuf.iitztdeutlichen .Anzeichen der heimliche Rouiaiitiker: der e: i» ietnein Herze» eigentlich immer schon war: nicht umsonst hat er ., eineseiner Helaiiiil'esteii und vvlk:tümlichste» uigure». de»! skrupellosen modernen Apachen. Viliom an-: seiner höchst dunkele» irdischen bfristenz befreit und in den helleren Bezirken de-: Jenseits anstesiedelt: und.nicht umsonst hat er andere seiner reale» Gestalten im Gleichnis de-: B>arck>en-: oder der testende steschaut. Auch. ni 'den b'harakterziigen feiner neuesten stvmvdie mischt sich Wirkstichleit und Rmiiantik. Mau ' spürt die-: Iiieinauderfließeu Heterogener, Glemente vor allem in der, weiblichen Hauptfigur, der ebenso tüchtige» wie energische» Margit' Asti, die — al-: Leiterin eine-: Modesalons — in der Welt der Tatsachen lebt und sich doch gegen diese Welt abschliesit: die in ihrem beruflichen Dasein vielen und vielerlei Menschew begegget und doch, nicht Meuschenkenntni: genug befipt, um Berirruiigeii al: etwa-: Ratürtiche: hinzunehme» und irdisctie Wesen von nniehlharen Hei listen zu unterscheiden, lind die nun.au sieh selbst erfahren ums;, da-: alle'Realitäten de: menschlichen rieben-:, aber auch alle stuten Borsäße und altriiistischen Berliiinftgrunde den erstbesten Ansturm de-: Herzen: nicht aufhalten können. Mit einer seltene» Anmut, die alle düstere Schicere finiter fiel) laf;t, hat Mol mir den Liehe:- konAikt haraefteilt, der die ernste, stcsteu erotische Tbastliinge» scheinbar gewappnete Mgrgit im stampfe mit der jüngeren Schwestir. der kleinen, lebenshungrigeil Abenteurerin v\re„e. tuv einige Augenblicke au-: dem Glei: zu wecfiii droht, -steine .seelischen Tiesen iverden dabei anigerührl: man hört auch keine festigen iuneren Stürme brausen: es ist nur wie ei» leichte: 'Bh'lleugekransel. da: rasch sich iviedersanfligt. lind inan empsiudet. ' ohne der «Trage der inneren Z!stahrfcliei»lu1>keit einer solche» Löinng ernstlich iiaüiznspiireiii in dem Berzicht R.'argit: ans den liebenswürdig dreiste» Charmeur, der nnn mit der schwesterliche» A'ebenbiihleri» in die weite Bststt hinauszieht. die ichinerzlich-heilere Gefaßtheit einer «Traueniiatiir. die gelernt hat., praktisch 1» denken und die einmal von sich bekennt, das; man sich de-: Veih: an: ihehe eigentlich schäme» .müßte. So wird sie an der Seite heehrlichen, korrekte», arbeitsame» Techniker-: Ludwig. den sie ursprünglich ai: kün'- Ilgen. Gatten ihr, die Schwester erzogen »nd dem ihre bemutternde Strenge schon A'eit fahren da-> Han-: geöffnet hatte, ein ruhige-: und befriedete: b hegt uck sin den. Die Aiisllihriing dieier^.zwischen brnü und Heiterkeit frei und gewichllo-: hin schwebenden stoniodje >var eine der heuen, die da-> Theater de: .stnltnrhnnde-: bisher geboten hat. _?er Regiiienr ,Zriß Uh i st e ii hielt ihr bewnsit ,ede »nterstrichene, pathetische cheste fern und schlug eine» dezente», imautdringlichen -staminerton an. der die Dhu.iniik der Borg» »ge m enieui wohlabgemeisene» und (livit-M-i-mln anillingen lief!, 'hon her Daritellnng ist zu -lagen, das; sie dzm h>>»dr»ck eine: a»:gezelclme.tam einander abgestimmten - bnsemble.-: hinterlies!, da:-auch im einzelnengeben .Tehlgriii zu - vermeiden innsile. üinth Mahl-, - Ii e i m e r halte inr die hihlle der 'hiari»l eine reichere Suitle von Tönen, ab: man ne foult von ihr zw hären gen>o!|»t ii! mm ermter. lolider e'airiickhlittnng bi: »> elementaren Ansbrncheli de: ^4? % Fritz Wislen Jenny Bernstein: die ^Exzellenz" und /.ei. Inuimi Hans Mi Fot. Herbert Sonnenfcld Ludovic Halevys Tagebücher Der Cpcrettcii* und Lustspieldichtei.: Ludovie -Hglbvy. der durch die ..Schöne -Helena" und den ..Hrpsieu: m der Unterwelt". „Pariser Leben" und ..Gros;t)er',ngin von chervlsteni" in der ganzen Welt bekannt-geworden ist. war einer der besten genner der Panier (^esell-schas-t.- unter, dem ziveiten chaiserreick, ttnd so innig wie wenige berteaiit init dein ösienllickien Leben und seinen Vertretern aus alten chebieien. sin süniundsünszig Tagebnelibesten bunerüesz er intime Auszeichnungen die-vom gasire 1 sm-j bicztun szalzre lMm reichen .und ei ne aiisier ardentl iche Fundgrube für ira-nzösische Politik und (ueiste:- aeschnchte und. Denn dieser amüsante Librettist der die Tbeatenvelt vor und hinter den -Kulissen genau kannte, war zugleich lange?za! re ini Parlament-tätig als- Sekretär de: -sTaiuiuerprä'idenlen von Piorny. der al: itlichelu'iier Solzn der Zlvnigin -vorteuse^ ein BruderS Ulapoleon:. III. war. Al:s ein. scharier Beobachter/ ein glänzender Plauderer ein ooriiehmer tdharakler bewahrt sich Ludovic -Halävh in seinen Dag e b ü ch e r u. von denen sein Sohn Daniel -Halevn jetzt zwei Bände herausgibt lLitdovie. -Halävht>aruets I. 1 sf.J - lSChi; psarnets 11. l8<>!> bis Ibb»..Verlag Calmann-Lävh. Paris!. gu diele gahre von Ish-2 ds: 187o fallen für ihn persönlich seine großen Bühnenerfolae . die er'unit dem Dramatiker Meilhac und gaegues D s s e n b a ch teilt liud bei denen manchmal Politik und Bühne seltsam ineinandergreisen. (sierade im Weltausstellungsiahr lsr*7 als die ..(::ros;herzogiti tum cherolneui" m den .Väriötös" gespielt wird 'chwirren Kriegsgerüchte umher. In liarmloien Wendungen wittertdas Publikum Anspielungen und die Politik verhiltt der Lperette zu einem Rieieneisolg. Der Zar geht am ersten Abend seines Pariser Besuchs zu Halevhs Ltück. und die anderen Mönarchieil Europas, arlch die deutschen Lonberäne, die die Ausstellung, besuchen, folgen seinem Beispiel. „Alle Könige haben sich höchst anständig benommen und gewöhnlich in den ersten achtundvierzig Stunden die -bsiroszherzogin . von- Gerolstein' besticht.. Ilnter Souveränen schuldet man sich Rücksichten, und, wie die Dinge liegen, ist der Dhron meiner Ervsiherzogin immer noch solider alS sehr viele andere --Throne" — so schreibt, wenige Jahre vor Sedan, der ahnnugsvolle Dperettendichter. ' Roch zeigt der Ausgang der sechziger Jahre Kaiser und -Uaisorsiadt aus dem Gipset der Macht, vom Glanz beschienen. Aber das . gesechärfte Auge des Beobachters erkennt schon die Verfallserscheinungen ünd sieht dentlich, daß die „wahnsinnige, Politik des Kaisers" zum Kriege führen muß. daß Rapolevn den Krieg mit Preußen will. Iür den deutschen Leser ist von besonderem Interesse die Schilderung der letzten Wocl,en vor dein Tbriegs-. ausbruch 187", das Hin lind Her. das Ans nnd Ab. der -Stimmungen- und -Handliingen. das .doch unabäiiderlich zur Katastrophe führt, Ei» eigenartiger Zufall hat es gefügt, daß auf demselben Beobachtungsposten Paris in denselben Wochen dieselben Rtenschen nnd dieselben Vorgänge von einem ebenso scharfblickenden Beobachter und ebenso glänzenden Scchriftsteller aufgezeichnet wurden, und zwar von dem deutschen Standpunkt aus. von Lndivig Bamberger, zu denen kürzlichherausgegebeneu Dagebüchern. >..Bismarcks Großes, Spiel. Die geheimen Dagebüccher Liidwig Bambergers"> die Earnets von Halövp ein - Hoechst interessantes Gegenstück bilden. Politisch gehörten beide. Halüvy als Franzose Bamberger als Deutscher, zu jener Richtung des nationalen 'Liberalismus als dessen Ver- . tretetgerade jüdische Politiker so viele konstruktive Beitrüge geliefert haben. Als den Dpplls des Jumnete bomme" hat die französische Kritik auf Grund dieser Tage- . bücher Ludovie Halövh bezeichnet mit dem . höchsten .Lob. das der historisch gebildete Franzose zu vergeben hat. Tie 7uunilie Halüvh eriiiiiert in ihrer durcl, eine Reilie von Generationen reichenden Iolge bedcuteiider Rieusehen und ihre-' vielfachen Verzwei-- gungeli etwas an die Iamilie Riendelsjolui. Daniel Halävh. der pietätvolle --Herausgeber der . Aufzeichnungen feines Vaters/ hat uns in einem Erinnerungsbiuch. in dem er ..seiner Isihnen froh gedenkt", von dieser Iamilie und ihrer eigenartige» Zusammensehung erzählt.- Die jüdiseche Sichriststellerlind tsselelirteufamilie der Halövh ist mit der katl,oliscljeu Architektenfamilie. Lebas l-Hkppolhte Lelms sichuf die schöne'Utotre Dame de Lorettei iind der protestantischen., aus Reiuchntel stammen-, den Uhrmaclier- und Iugenieurssaiuilie Brüguet eine-.höchst glückliche Verbindung eingegangen, von deren Iruclitbarleit eine Julie bedeutender Persöiilichkeiten auf den (»ebieieu der Rtnsik. der Ticchtkuust. der UlrchitcUnr, des Ilugiveseus. des Romans, der Soziologie »nd der Geschichtswissenschaftzeugt. Alle drei L.itellen dieses isieschleclsis. die Hali'-vp wie die Lebas wie die Brögnet. hat die französische Hauptstadt durch Straßenbeiieuiiiiugeii geehrt. -, . I»r. M. I. Gottfried Keller und der Züricher Stadtrat v _An eiiih-riiigliclieii Aiisfütirnngen hat die b U! - Zei.tnnst uiihrer Anininer vom g,,u;n dec- Denkscliri't de: ,-Ziirickier Stadlrat: »her dze Lvndercestel-iiüst der Einbursternng vvn £ »"■ i-iihen Dleltiinst stenvininen. Bielleicht ii! ,-: an stebracht. auf ein Urteil über vrthvdvre jiihPui.' i.Ueinhanhler hinzinveisen. da: nn: -einer bei!»- 1 .riihintenen Dohne der Dchwei; al: hedentiaiie--.- Bstrinacl)tni-: veriniilelle. ist v t t i r i e ö st e Iler, her 'nnizehn ilaiire i lSt)J.’7»»i da: Amt de: ersten Dtaatsichreibei----io der- Stadt Zürich verwaltete, erzählt im iech'ter stapitel icine: I s-Vt eriüiienencii Rvinan: ..lei st t ii n e Heinr > ch": .:, Löenn ineine stUniiei von tstott und den heiligen Dingen spract,. io 'n!n sie -urt. vvrziiglich >m alten Testaiiieiite ,zü verweilen, bei der i:>»-iehichte der stinder-gfrael i» der -chinite. oder bei. den -stornhandlern .'uneph: und inner Bruder, bei der Böi-tive reUnui n. dg!, i'der an:nahin-:ii>e>ie ln-i der;>>-i -nng der >'»»!- tanieiid ZUtanner ini neuen ieilanu nl, . . Bon ihrer »renhe an gedeihlichem b nverb und eiusiger :.alistt>-it mochte eaiuli tvinnien. dai, metirere 7 ch n cl> e r i n d e n in den Mrci - ihrer 'Jh a ll I - g e l i Ist e n e n anistenmninen maien : ic Itneriniid. iichleit nnd »allste An'inerkiainteii dreier 'chenichen. loetche öite.r,-bei ihr - nerlelirleii und ihie idiim-reu Lallen ahttelllen. volle tstlstdie nie! an - nii-iiheinbaver Halle heivm zosten und ihr pmi-stl.nibeivali.ren minertlanti-n, ohne iri|end ein >>pereine -chnU;n innhirin, ilire hilliae l:»,i,nnlnsieit und iieinim i»e Beist,eii eiiheit nehen der nnbermstbaren pi'i:-istleil im Handeln. > l) r e-u r e n g e n Ä e 1 i - g iw ii : g e b. r a n ih e nnd. bibliictie .At»Iainninnst. 'ogar -ihre ieindlnhe - Dtellnnst zinii bliriileiitnin and die stiobi,i - 'Berstehnnsteir ihrer -storellern inastiien die'e v>>-lst!'i^!>i.st!eii und verachtete» - Leute -den stillen ,Zran ho-.h't inlereiianl und g e r n gei e h e it . -uv'»» ne mh.l'ei den abendlichen ,-Zn- 'nmiiieiiriinth.il mu-’iinhen. am bevOe der ,Zran viara.ret -staiiee koch!-en-i>der mh einen Üiicti buken, sthenn die ’ti'.mm11)rnilldtrn »raiien ichnen ictivnend nnrhiellen.-ime e-- »och nicht gar. pi lange hr.r il». da>i hie .Znden doch ich! nn nie st,i»ze steiveien. i'-hi,'ient,,,-er aeranbi. nnd gelotet und Brunnen »rr,-,i.!tet -halten, oder iveim -»iarstiet behanpt.ete. der eioiste' ,A>ide Ahaspern,:,hi>IIe°vor zivol' ,Z<ihren i'iiiiNlil nn Lchivarzen Bare» iibernaüilet. »nd sie . hatte ielhit »nt»' 7 ini-den vor dem Hanie gepaßt.- »in sh» abr, ihm zi: irhen,^' irhculj verai-blich. da er ■'»ha» vor - i-nhiml) im-iter aeinanOert iei. dann lächelten du- AmVn gar ipiliniilist mih iei», und iieinji mh nnhian ihrer ,|iiien Laune bringe». Ta ne i!-d>>-st, eben'atl--- ostölt 'arctiteteii und eine ’sIi■ 11e aii--.-ni-.tH.mle liististion halte'», io gehörte» ::>'cti i-her in dielen strei-'-. al-- inan zive-i u-,eitere hemme» dann v.-rmniel halle, metche alh'rding: Hjjima anCer-Hnu;» imhen mären, al: gerade hier. . Ki, Ii.ii-I I rm-nkfl, Hrf'lnu. .'Ii - 0! nie -Beeiiiieiillnhnnst hieie-- ,Za'hrelaeie! die .vnd,i>he ststiit: Bereiiii>iinil> e st> ihien 'h 11-;I rr 11 ein Werk Cr-'- inngt-n l ichter: lstrii'i Lan A! i d - 'Berlag. Berlin, eri-heint demiimh't ni; i'.eeiemniut-'-roiiia» von v.rrherl ,) r i e h e n ■ l t, a 1 . „D>e endloie .-stelle." . .

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