Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 31 (30.7.1936)
- Date
- 1936-07-30
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Palästina-ITliiscliau ■ der €•"V.-Zeilumg Die Woche des 9. Ab Immer wieder wird man enttäuscht, wenn man eine rückläufige Tendenz des'.Aufruhrs fest-- zustellen glaubte. Die zunehmende Beruhigung der letzten-Woche hat sich in dieser Wo.che nicht fortgesetzt: Die Verluste, besonders"auf arabischer Seite, stiegen sogar an manchen -Tilgen z.ubisher .noch nicht verzciciineten Zahlen., anf Das Hexannahen däs hundertsten' Streiktages, der von den Arabern zu besonderen Demonstrationen benutzt werden soll, versetzt offenbar die Gemüter wieder stärker in Wallung. Allerdings wird hier und da die Hoffnung ausgesprochen, dass es sich hierbei um ein letztes Aufflaekern der Unruhen handele. Schon am ‘21. Juli gab es im Gegensatz zu den vergangenen Tagen ■ wieder zahlreiche Bombenanschläge. In Jerusalem wurde auf den 6(»jährigen, aus Polen eingewanderten Mordechai Bauer ein heimtückischer - Mordansehlag unternommen, bei dem Bauer schwer verletzt würde. Bei einem Angriff auf Ewen Jehuda ist der in Petaoh Tikwa geborene Jbrahiin Dona g i getötet worden. Am 22. Juli wurde eine eskortierte Autokolonne auf der Fahrt von Jerusalem nach Tel-Aviv beschossen. Ein jüdischer Chauffeur.und ein englischer Soldat yurden leicht verwundet. InKirjat Sch in u e 1 hei Tiberias wurde ein Jude durch einen Schuss aus dem Hinterhalt leicht verwundet. Die jüdische Kadoorie- Ackerbauschule am Berg Tabor ist beschossen worden. Die Wasserpumpstation in der Siedlung Giwat A d a s s ist gesprengt worden. Zwischen einer Patrouille, die aus Kakun nach Tülkerem zurückkehrte, imd einer bewaffneten Araberbande, die die Patrouille aus dem Hinterhalt angriff, kam es zu einem Feuergefecht. Der Infanterist R. Holmes, vom Lincoln Shire-Begiment wurde getötet,, vier-Angehörige desselben Regiments Avurden verwundet. Von den angreifenden Arabern sind , drei Mann gefallen. Die furchtbarste Schreckenstat ereignete sich am *23. Juli: Gegen die Jemenitenschuie in der Brennerstrasse in T e I - Aviv wurde von einem Araber eine Borribe geworfen, als sich gerade etwa hundert Kinder in der .Schule befanden. Die Bombe traf glücklicherweise nur den , Zaun vor dem Schulgebäude, so dass die Folgen weniger schwer waren. Immerhin wurden fünf Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren; eines von ihnen schwer, verletzt. Ein jüdischer Passant hatte den Mann, der die Bombe geworfen hatte, bemerkt und nahm die Verfolgung auf. Eine Gruppe von Arabern stellte sich ihm jedoch -in den Weg und misshandelte ihn schwer, so dass er einen Armbruch erlitt. Er wurde zusammen mit den verletzten Kindern in das Hädassakrankenhaus gebracht. Dieser Mordanschlag auf Kinder löste im ganzen Lande ungeheure Empörung aus. Es kam zu scharfen Protesten seitens des Bürgermeisters Dizengöff und der jüdischen . Führerschaft. Fast zur selben Zeit, in der dieses Attentat verübt wurde, wurde in Jaffa ein Bombenanschlag gegen das Regierungsgebäude verübt. Einige Minuten später wurde eine Bombe in der Nähe des Jaffaer Postamtes zur Explosion gebracht. Zu vereinzelten Schiessereien kam es ferner bei Bethaiiia , Kfar ,T e c h e s k e 1, K a 1- 'man La, Chederatmd Bajit Weg an. In den Pflanzungen der Palästinaregierung in Farwani bei B e i s a n wurden auf einem mit verschiedenen Obstbäumen .bestandenen Gebiet^ von 30 Dunani die Bäume umgesägt. Am 24. Juli unternahm eine bewaffnete Araberbande aus Transjordanien auf die im Jordantal in der Nähe des Ruthenbergschen Kraftwerkes gelegene jüdische genossenschaftliche Siedlung Ge sch er eineu planmässigen Angriff, der zuriickgeschlagen wurde. Weitere Angriffe erfolgten auf. die jüdischen Siedlungen Geciera und Giwat Ada im nördlichen Scharon. Ein Angriff auf Kfar ,fabez, südwestlich von Tut-' kerem. wurde von jüdischen Wächtern und Polizei zurückgeschlagen. Besonders unruhig verlief der Sonnabend, der 25. Juli. Es kam überall im Lande zu Züsammenstössen zwischen den Rebellen und dem Militär. . Hierbei sind acht Araber gefallen. In Jaffa wurden fünf Araber infolge vorzeitiger Explosion einer Bombe, die sie bei sich trugen, verwundet. Neunzehn Araber wurden wegen Waffenbesitzes und wegen terroristischer Einschüchterung der Bevölkerung festgenommen. Zwei Araber wurden verhaftet, die der Mitschuld an dem Bombenanschlag gegen die jemenitische Schule in Tel- Aviv verdächtig sind. \ ln den Pflanzungen der Gesellschaft Jach in wurden 500 Bäume *ve'rn ich,et. Durch einen Sprengsfoffapschlag würde die Jerusalemer Wasserleitung beschädigt. Der Wächter der jüdischen Kolonieschule, Irael W ert heim, ist durch den fehlgegangenen Schuss eines Kameraden getötet worden. Wertheim, der im 29. Lebensjahr stand, stammte aus Polen. , Am 26. Juli herrschte besonders in Jaffa eine äusserst gespannte Atmosphäre. An verschiedenen Punkten wurden Boniben geworfen. An der Chaussee Jerusalem—Jaffa sammelten sich Banden an. die den an der Chausse liegenden Regie- ' rungswald in Brand steckten. Das hieran sich anschliessende Gefecht zwischen Regierungstruppen und den Brandstiftern war eines der blutigsten während der ganzen Unruhen. Zwölf •Araber sind, wie amtlich .-bekanntgegeben - w.;rd, ■ gefallen. Ein Infanterist d"s zweiten Bataillons des; Dors^t-Rogiments-wurde Verwundet. Es wurde ferner, nach einer Meldung des .. D a i 1 v . IIeraId " > ein S p r o n g s t o j f - a n s o. h I a g auf die P r.p e Lineder I r a k Petrol e um C o in p a n y .v er übt. - Die Leitung -wurde sofort w'e-der instand gesetzt. An: derselben Stelle sei die T e 1 e |f h o n 1 e i t u n g nach dem Irak durchschnitten worden. Am 27. Juli haben bewaffnete Araberbanden einen'heftigen Angriff gegen die Siedlung' Kain a t H a k o w e s c h unternommen. Infanterie und Tanks griffen in den. Kampf ein. Das Zusammentreffen des Tischa b'Aw, an dessen Vorabend ein Massenzug. zur Klagemauer stattzufinden pfleg-L mit dem ■•gefürchteten, hundertsten Streiktag der Araber musste zu besondeien Vorsichtsmassnahmen .Antass geben. Auf Weisung des Rahbinats ist der Gang zur Klagemauer in diesem Jahr unterblieben. Trotz dieser 'Einbusse, -an einer geheiligten Tradition wurde der diesjährige Tischa h'Aw von der .Tudenheit Palästinas in einer auf tiefster persönlicher Anteilnahme und Betroffenheit aller Volksschichten geborenen Stimmung schmerzlicher Trauer begangen. ■Um' .Befürchtungen zu zerstreuen, die von jüdischer Seite anlässlich dos Verzichts auf den Massenzug zur Klagemauer geäussert worden waren, gab der Distriktskommissar von Jerusa- Im, Ca m p b e 11 , den jüdischen Institutionen gegenüber die Versicherung ab, dass das Recht der Juden, den Platz vor der Klagemaiier als Gehetstätte zu benutzen, und insbesondere am Tischa h'Aw’ einen Massenzug zur Mauer zu veranstalten. durch den Präzedenzfall des diesjährigen Verzichts für die- Zukunft unberührt bleibe. Anlässlich des mit Tischa h'Aw zusammenfallenden hundertsten Streiktages fasst die arabische Presse triumphierend die bisherigen Ergebnisse der Streikbewegung zusammen, und er- . klärt zuversichtlich, der Streik werde bis zu einem zweihundertsten, ja bis zu einem dreihundertsten Tag foitgcführt werden, bis die Forderungen der arabischen fiihrer .■nullt sein Das arabische Streikkomitee hat emo Proklamationerlas»',,,.inder .erklärt wird, ins Endziel der Araber werde mit B.esli,„ii,it,.-il .-neictit werden. der Tag. des. Neges nahe heran.- In allen Moscheen Palästinas ist .der IiunderMe- 1 ag des - Streiks durch feierliche .Gottesdienst.,*, hei-denen Ansprachen gehalten - wurden, . begangen" worden. ..Daily Ma U“ berichtet a»> Jerusalem, dass auch’ in den Kirchen anlässlich des .hundertsten Streiktages Gebete gesprochen wurden. Auch "sonst brachte der H»<>, >!, eikläg ein Anschwellen der Unruhen. . Im Lante der vorhergehenden Nacht wurden mehrere jüdische Siedlungen im Scharon von arabischen. Banden heftig angegriffen. Polizei und jüdische llilfspolizei schlug die Angreifer zurück. Verluste wurden nicht gemeldet. Auf dem Woge zwischen Tulkerein und Kakun wurden zwei Soldaten einer Eskorte, die, eine zur Wiederherstellung zerstörter Telephon-. Union ausgesandte Arbeitern Ido i lung begleitete, durch drei Araber verwundet. Die Araber batten die Truppe, als sie von dieser zum Stehenbleiben aufgefordert wurden, mit einem Kugelregen empfangen. Die Verfolgung der Täter wurde unter Verwendung von Spürhunden aufgenommen. . In T i b r-r i a s fanden grosse Kundgebungen statt. Die Menge versuchte, in das jüdische Viertel einzudringen. Es dauerte stundenlang, bis die Hube durch Polizei und Militär wiederhergesleilt war. Während <b>r Zusaiimienstösso wurden zwei Juden und zwölf Araber leicht verwundet. . Die O e I I e i t u n g rl e r 1 r a k P e t r o - I e u m - G e s'e 1 1 s e h a f t w urde zweimal beschädigt. Die notwendigen Wiederherstelhmgsarbeiten wurden sofort diiivhgeführt. Bei Nablus kam es neuerlich zu einem Zueaiti- rnenstoss zwischen Militär und einer bewaffneten Araberbande. Hierbei wurde ein. Araber von einem die Säuherungsäktion unterstützenden Flugzeug aus erschossen. Zu Schlossereien kam es auch in den äusseren Teilen von .1 e r u - salem und bei der jüdischen Siedlung M o z a. Um die Königliche Kommission Die Diskussion über die Entsendung der Königlichen. Kommission und die damit verbundenen Fragen der zeitweisen Einstellung der jüdischen Einwanderung ist zurzeit noch nicht zum Abschluss gekommen. Die Erklärung des Kolonieministers 0 r m s b y - G o r e, mit der er am 22. Juli im Unterhaus die Anfrage eines Abgeordneten über Zusammensetzung und Datum des Arbeitsbeginnes der Palästina-Kommission beantwortet hat, lautete, dass die Kommission nicht eher nach Palästina gehen, werde, als bis in dem Lande genügend Ordnung herrsche, um der Kommission die Bewegung in ihm zu ermöglichen. Der Wortlaut dieser Erklärung kann vielleicht als1 ein Zurückgehen hinter den frühe- . ren Standpunkt der Regierung aufgefasst werden. Während früher von einem völligen Aufhören der Unruhen als Vorbedingung für die Entsendung der Kommission die Rede war, ist hier nur noch eine relative Bewegün.gsmöglichkeit der Kommission als Voraussetzung angegeben. Im Zusammenhang mit den Vermutungen und Erörterungen über dieses Gebiet ist ua. auch behauptet w orden, dass Dr. W e i z m a n n und die .Jewish Agency einer Einstellung der Einwanderungwährend der Arbejt der Königlichen Kommission zugestimmt haben. Diese Behauptung wird seitens der Exekutive der Jewish Agency scharf dementiert. Die Jewish Agency wird sich im übrigen, wie der stellvertretende Vorsitzende derenglischen Zionisten. Rev. M. L. Perl zweig, in einer Pressekonferenz mitteilte, zu einer Zusammenarbeit mit der Königlichen Kommission bereiterklären unter der Bedingung, dass die Untersuchung über die. durch die .Mandatsbestimmungen gesetzten Grenzen" nicht hin-" ausgeht. In der"englischen• Presse äussert sich „G real Britaiu and the East" über die Entsen-. düng der Königlichen Kommission und die -Zusammenhänge, die zwischen ihrer Arbeit und der Judennot in der Welt bestehen. ..Jedermann weiss", schreibt die Zeitschrift, ..dass, zahlen massig gesprochen, das britische Reich ein mohammedanisches Reich ist. Ebenso weiss jedermann, dass in keinem anderen Reich die Juden so'gut behandelt wurden und werden. Das Palästinaproblem hat. durch die Entwurzelung von Juden ausserhalb G rosshri tanniens in letzter Zeit eine Komplikation erfahren. Welche Bedeutung, wenn überhaupt humanitäre. Beweggründe für die Durchführung des Palästinamandät.s haben sollen, ist gerade eines der vielen Probleme, von denen man erwartet, dass die Königliche Kommission sich über sie äussern ln der Jerusalemer Tageszeitung ,.P a 1 e s - tine Post" äussert sich der durch seine" Ausgrahungsärbeiten. im vorderen Orient bekannte englische Arrhäologo Sir Blindere P e f r i e über die Haltlosigkeit des arabischen Anspruches auf den Alleinbesitz Palästinas: „Die Araber, meint er. seien überhaupt nicht imstande, Palästina entsprechend auszuwerten... Verschlimmert werde dieser Zustand noch durch die innere Sehnsucht des Arabers nach der Wüste. Das-sei ein von seinen Ahnen übernommenes Erbe. Diese Liebe zur Wüste bringe es auch init sich, dass der Araber kein Erbarmen mit Bäumen kennt, die er auf arabischem Boden genau so ausrodet, wie er es jetzt auf fremdem Boden tut.“ - . ' Nachdem er auch den historischen Anspruch zurückgewiesen hat, erklärt Sir Flinders P e. t r i e abschliessend: „Es wäre ein Irrtum zu glauben, dass das. Land für immer den Arabern gehören könnte. Die Menschheit wachse immer mehr. Sollte England. Palästina räumen, dann würden die Italiener kommen oder die Armenier öder die Griechen und die Araber verdrängen, denn sie würden das Land auswerten, wie es nötig wäre. Am besten wäre es, wenn die Araber mit den Juden Hand in Hand arbeiten und von ihnen lernen würden.“ Das Handelsblatt des „Manchester G u a r d i a n“ bezeichne! in einer 22 Seiten starken Palästina-Sonderbeilage die wirtschaftliehen Errungenschaften' als phänomenal und erklärt, ' dass der palästinensische Handel trotz der pri-* 1 Bischen Schwierigkeiten; mit denen das Land jetzt zu kämpfen habe, sich gegenüber heftigsten Widerständen behaupte. Der Fortschritt in Palästina werde, unter geordneten, friedlichen Verhältnissen weitergehen. Diese optimistische Grundauffassimg steht in einem gewissen Widerspruch zu einigen Einze.lmeldutTgen aus Palästina. Eine davon spricht, offenbar infolge des Nach lasse ns der Touristik und der Einwanderung, von einer Entlassung von 30 Beamten heim Zollamt in Haifa und von 5 Beamten und 10 Zollwarhtern im Hafe'n von Jaffa. Es wirr] ausserdem mitgeteilt, dass anlässlich, der Einsparungen, „die die Palästinaregierung wegen der erhöhten Ausgaben für das öffentliche Sicherhejtswesen in ihrem Budget für Erziehung und öffentliche Gesundheit vorgenommen hat". Kürzungen fiir das Schul- Gesundheitswesen zufiirclrte'n,seien. Noch einmal Palästina-Einwanderung und Touristik im Jahre 1935 Die in 'der: Meldung ■„Palästina-Einwanderung und Touristik im Jahre . 1955“ in der vorigen Woche miTgeteilte Zahl d»r nach Palästina ■■legal ei »gewanderten Jude,, mu.-s statt 36 12b „63 126" Pressezensur aufgehoben Wie der JTA aus Jerusalem gemeldet wird, ist die Pressezensiir am 25..-Juli auf Anordnung der Regierung aufgehoben worden. _ Die Hitachdut Olej Germania berichtet Die H i t a e b >1 u t < t l e i l! e r m a n i ä ,-der . ■11 P.iia.-I ui:t die He, I, nun,' der I ,,'W anderer aus Den:«.,-hl.in-1 .obliegt. \ erntfentl eilt ihren .Tätigkeitsbericht far-.t1135.36.:- T.re.-t ul haltet voiv-.- ’deii bei s/'-Mier Al'Vf;i~sun1 L-erin-■,r>T*■ 11.’ Unruhen in Palästina, die die kult-ui.dle und w, rischallliehe latiukeit der llilaelidut auf dastärkste, tieemf-lussl haben. Die Arbeit der Oruatiisation diu Interesseder Kmnrdmmg. der Jiiden aus Deutschland >--> für diese, wie tiir das Land \ou grosser Bedeutung, und die .Aufgabe», die Bewältigt wurden und nunmehr unter erschwerten l uislandeii noch Bewältigt werden müssen, sind gewaltig. Das eigentliche Arbeitigebiot der HOT; ist al.-0 gross und verantwortungsvoll. Gerade ifeshall, versteht'man'nicht rocht, warum - sie sich in den einleitenden Alv-ehmtlen ihres Bgrirhts stellen w eisedavon .entfernt, undin liiehl sehr freundliche,: Weise gegen diejenigen ..führenden Organisationen und 'Persönlichkeiten" im Judentum Deutschlands polemisiert, die. der Auffassung sind, dass auch rindere Auswanderniigsgeluotr voii den Juden beachte, und müssen. Dass man dabei auch in gew isse sclilagworlarlige Redensarten, w„Palästina in deir Minien:rund Ireten lass,-,,". „Ausfluss der allen assimilatorischen Einstellung" oder „Verzettelung der materiellen Kräfte" u. a. verfällt, ist besonders Bedauerlich und ausserdem, unverständlich./wem, w enige Zeilen ..später ' der Salz zu finden/ist. „So sehr wir auch bereit sind jedo Reltuiigfsniöglichkeit fiir gewisse Teile des deutschen Judentums, wo immer sie auch liegen mögen, zu begrusseii. so genau wissen wir doch, das-, Palästina' der a I lein konstruktive Beitrag ' zur Ln-„|ig der doiitschon Judeiifrfige sein kann." Wir wollen im Rahmen der Besprechung des Berichts der Hitachdut nicht in eine Disko --lon über diesen Fragenkomplex' ei,Breien, es scheint uns aber, dass man nicht gut iivi gleichen Atemzug 11 ilfsmassiinhmen . begriissen ■ kann, uni andererseits die Berechtigung'-solcher llilfMuassiiahmeii und ihrer ' materiellen Unterstützung-zii bestreiten. Doch lassen, wir die Polemik, und hesch.äftigen-eyrir uns mit der Arbeit;~die die liilaciidul Dlej <lermania drüben liir das Land mid für die .Einwanderung aus Deutschland erfolgreich.geleistet hat. Fest gestellt wird zunächst, dass die '.deutsche Alija 'während der 1 In ruhen diu . Prüfung ■ bestanden und sich diszipliniert in die . vorbildliche-Haltung-der Ruhe und Weiterarbeit des gesamten .lisclmw eingefiigt habe. Die Hitachdut hat. im ganzen Lande etwa 3300 organisierte Mitglieder, der Ausbau der Mit - gliedemrgan.isalion soll in den nächsten Monate» stark gefördert -werden. Die w i r t s c. hä f 1 s - f ü r s o r g e r i s c h e und die kulturelle A rbei t der Hitachdut bildet eine Einheit. Bei der letzteren handelt es sich vor allem darum, die geistige Eingliede-Ftiivg der Einwanderer zu beschleunigen oder, wie es an einer anderen .Stelle heisst, a u s E i u w a u d e r e r n B ü r - ger Palästinas zu machen. Hierzu wird in erster Linie die' Hehraisierungsarbeit, das Vertrau,machen mit zionistischen Gedankeugä ngen. -mit. der GescliicIBe imd^KiiTw icklimg tles Landes sowie mit seinen aktuellen Probleme,, gerechnet. In Kursen lernen jn IN Orten - linier 32 Lehrern etwa 1300 Menschen. In Dr letzten Ze.il mache sich ein deutliche,- Fortschritt in der Beherrschung der hebräischen Sprache beigrossen Teilen de,- f Hin, aus Deutschland Bemerkhar. ln -len Slädte,, werde die lieBrni-rhe Arbeit in einer gm.ssen Anzahl von Ein/.elkursei, geleistet, das Seminar in Te|-Aviv habe-einen fest.-,, Stamm von 200 Bis 230 Teilnehmer». In einem Lehrerkurs in .lerusalem werde,, 22 Lehrer aus Deutschland in Hel.räisr|., und K'ulturfärhern geschult, damit sie später zur •'.Ausübung der Lehrtätigkeit an paliistinensischen Schulen befähig, werden. Fiir die Kulturarbeit der Hitachdut, z. T. auch in' deuf.scli- -pracliigen Kursen, war sehr starkes-Interessefestzuslelleii. Auch Iii'-r werden etwa 1000 bis . 1500 Mensche,, erlässt. Das ..MitteilmigsMatt" soll iiniger,faltet und in' viel grösseren!Umfang der Zionisienings- und"Kullurarbeit dienstbar gemacht werden. Hi der WirfsehafMürsorge riclB de -ich die Aufmerksamkeil der . liilaciidul znnäela,! auf die Iransl'er- und 'Wirtschaft.«,- beralung. In den ’l r.i'risferfragen hat sin die llaavara «*l.ds ' unlerslüly.l. Auf ihre Initiative wird in Zukunft ein halbe«, Pm/ent der Transfersuiiime. das jin allgeniein-n Transfer-, spesen-at/. enthalten ,«,t. fiir soziale Zwecke de,- deutschen Ali.,ah -Bigezogen. AN (.esiinders sefiwierig wird die Laged,-,- Einwanderer bezeichnet. fIi,• auf (.»rund der 500 Snnderzertilikale (Mills-Visen) cor Transfer-i-Tung de> Vor- , z.eieesgel-de,. Anfang .1936 III. da. - LainD-. ge. kommen sind.Da«, dnpp-dte Problem sej hier, dass einerseits di." schon läng'-,- auf Transf-*r.ienmg wartenden durch Bevorzugnuig dieser Kreise mehl zu sehr benachteiligt werden dürfen. dass aber andererseits erreicht werden müsse, dass an die mngewande, b-,1 Inhaber von. ...Mills-Visen“ beschleunigt" Zahlungen erfolgen können, da sonst innerhalb dieser Kategorie eine erhebliche Anzahl sozialer Fälle entstehen ft/KA f|«NERoSW>J4||;snNE*0RIENT LLOYD PAUKST«**