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Central-Verein-Zeitung · 1936-07-30 · 31 (30.7.1936) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
31 (30.7.1936)
Date
1936-07-30
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Der Apostel Paulus Ernest Renan:. Paulus, sein Leben und seine Mission. S. Fischer Verlag, Berlin. ' fraiif ict’t: •'öal inrtfridiL ipin UUtif voritoßon Jiiniinormoln'. Tonn und)■ tri) hm in rtn ,'vjradit: an-i Hainen 'Jlbrnhnm« utiö. nu-:- bem Ttnnnne Bo n ja in in. " Ticio-j U'Jort dos '.'lpölt-el Pniilus [Wöm. J Hl) wirst ein Hollo« i.'id)t aus >:o Bvra u c-sotzungen dor Pa11l inisohon Mrlsiow Paulus botvntc in Wort und Tat, daß er „mit-Jiidcii ein Jiidc" ici. Aber wenn seine uniiiiiininiinijiiiiiiiimiHiiiHiiiiiiifiniuiiiiHmmuiimiiiiiiiniiiiiiii Eine .Geschichte des jüdischen Geistes. l'on Mosqs bis Mendelssohn ist die Sammlung der Aufsätze, die in der C.-U.-Zeitung unter dem Titel Jüdische Gestalten und ihre Zeit erschienen. Der l' e r kau f sp t ei s beträgt für die etwa 200 Seiten starke Buchausgabe ca. 3,50 -RM Für Subtkribenten bi* zum 31. Juli nur 2,80 RM Bestellen Sie noch heute bei Ihrem Buchhändler ’■ : " ■ :.'■■■: " :vi" i'-Üi.: "V ::;r';T. christliche Wiffion sich das Ziel Totito, die niditiiibifd)c Welt in den 'Kaum der iiidi schon Ciion» bannig zu fiiliron, so bedeutet dieses Ziel nidit. daß die „Böller" — um dieses untheölogiichc Wort der Bibel an Stollo dos thovlogisd)eii Begriffes „Heiden" zu gobraiidion — Jndon werden sollten. Wie dies nidit dos Ziel des Paiilns wurde, so ivar es und) nidit dns Ziel der Pharifder. Tiefe wiesen -- dnS ist jedenfalls das Resultat der hier vorliegende» Entwicklung - auf die nvgdndischeu Grundgesetze bin, dnrcl) deren Aiiiialime die Böller „gerecht" werden können, ebne Juden werden zu müssen.' Mit diesen „Gerechten der Rativneii der Welt" weis; sich das Judentum eins-. Das Judentum ist nicht. ckiristlicki. nickii o»tidiristlick>. Das Ehristentiini n n d) P,i n l u S ist iiichtjüdisch, nicht antij irdisch. Eine jüdische .Wissenichnit. vom Elirislentuiii gibt es nur in bescheidenen Ausmaßen. Tie historische Iorschung des 1!*. Jahrhunderts, die als Wisiensdiatt nicht konlessionell zu sei» strebte, lies; diese Lücke instvichtig erscheine». Das wnr ein Irrtum... Tenn die objektive Wissenschait wird von den Fvrscherpersönlichkeiteii betrieben, und cs ist schon nicht dasselbe, ob der Histöriker Protestant oder Katholik ut. lim wieviel melir muß sich die Tisserciizieriing nuswirlen, uveun .ein Jude oder wenn ein Ehrm die Geschichte des Apostel Paulus sckireibt. Tie Herausstellung der Tatsndien nrus; gewiß im Geiste der objektiven Wissenschatt geschoben, werde ne von Juden. Protestanten oder Katholiken betrieben, Aber ,;n der Darstellung der Tatsackieu kommt eine yersönliche Stellungnahme. Diese bleibt abhängig von der Wertewelt des Stellniigiiehmenden. ' Ein römischer Katholik »lid ein deutscher Protestant werden zum pauliiiischen, aller institutionelleil Kirdienbildung widerstreitenden Glaiibcnsbegriii versckiieden cktebe». Ein Jude wird' nie die gricchisch.e» Bestandteile in' diesem paulinisdien Glaiibeusbegriss übersehen können, die aus dem biblisckieu Glauben eine religiöse Philosophie madieu. Aber es nicht bloß auf diese Problematik des Wissenschaftsbegriffes im Gebiet der Religionsgeschichte hinzuweisen, wenn zu dem neu heraüSgegebenen Paulus-Werk von R e n a n Stellung genommen werden soll. And) die christliche Wissenschaft vom Judentum verfügt heilte bereits. über Iorsdiungsergebnisse. die himmelhoch über - dem stehen. was' bei Renan iiber die jüdische Welt, pi-,-lesen in. Das gilt von den groben -mnibern, die mit wenig 'Mi'ihe vom' neuen Herausgeberhatten beseitigt, werden können, und ' von der allgemeinen Verzeichnung der phari- . iaiickien Frömmigkeit. ' Akeiians Paiilusbild hangt -aus« engste mit seinem -Jenisdild zsisamnic-n. Bon diesem .A'cfion Je in" Renans schreibt Albert T ch iv e i Ivo r. „das; es von einem gesd)riebeii.' -dein das-. tzieue Testaineiit zuletzt, doch etwas Fremdes ivax, der es nidit von "Jugend auf in der Muttersprache - gelesen, - nicht i.n jener einiacl,en reinen Welt tcbte -und atmete, sondern.ne '»iit--Lcntimentalität parf-üinieren nnißte. .nin sich darin wohl zu befinden." lGeichichtc der Leben Jesu-,Jorsd)uug.'> "Schiveitzer - folgt der sch'arseii Analvie von Bruno- Bauer: „Philo. Strauß und ülenau". -ivo cs heißt: „Nenan, zugleicki Dichter des Stückes. Negifseiir und Theater' direktor.- gibt das Zeichen zum Anfang, und auf feinen Wink werden die elektrischen Lid)ter mit neiier Leud)tkraft genährt steigen die bengalischen Jlammen auf, wird das GaSlickit höher^ ge» sdiraubt, und, während die sflöten und --chalmeien de« Lrd)esters die Jntrodiiktivn anstim» men, lagert sid) da« Volk zwisd)en den GebÜsdien und. am User des Lee«." Das. muß ängesid)ts der Jisdiersd)cn llteuaiiflage in Erinnerung gebradit? werden. Die -„köstliche Theologie der Liebe", da dijlinpuso theologie dp .l'uinour) ist die t heolvgie A'enanS, iriid weder die von Paulus und JcsuS nock) die des Judentum'-?.'. Jenes Renansche Glätten, dem es sckilicßlich gelingt, aus EhristuS lind Panliis-'Vertretkr eines -kleinbiirgerlid)cn Weltbeglncknngsstrebens zu inackien, kann doch nid)t verhindern, daß dem jüdisckien Leser eben der Punkt, an dem Paulus - anshört Jude zu sein und Ehrist ist. sickitbar wird: Paulus bringt Psalm 9-1,14 „Der Herr wird sein Bvlk nidit verstoßeii" nurim Sinne eines spiri-- tuell.hegriäenen SeelenheileS mit dem. jüdisclien --'Bvlk" in- Zusammenhang. Ji'ir den Inden bedeutet das eine Abstraktion, die der Berheißung des Psalinisten ihren Haiiptinhalt nimmt. „Der -Herr wird sein Bvlk nidit verstoßen." -Hier ist iiicht »lir von .iinserm- „Seelen"-Heil die Bede -- eine Sorge de« mehr gried)isch-philvsophische>i als jüdisdi-glä.nbigen Denker --. sondern von unserer ganzen gesd)ickitlichen Eristenz. J.lN. I^iterari5eKe Notizen Ben A r ö n in, ein Ehicagoer Nechtsanwalt. -publiziert einen -phautastisdieu Roman „The Mvor's Gold" (Argus Book«. Ehicagol, worin ein moderner sephardisckier Jude das Sckiicksal seiner . Ahnen in visionärer Weise nadicrlebt. Der Roman spielt im Spanien von 149-', >>. a. treten auch- Abarbanel und Christoph Eolumbus aus. der hier von jüdisdier Herkunft ist. Anläßlich der verschiedenen judenseindlichens?lktivnen in Polen l>at der - bekaiinte und".durch . seineii Roman vom polnisdieu Aussland tbös besonders. learlimierte jüdisdie Dichter Joseph D p ä t o s d, >i einen „Offenen Briet an die polnischen Schriftsteller" gesd)rieben. ..Gr zeiht die .Polnisdieu Autoren einer moralisdieu A!itsdi»ld, da sie zu den Ereignissen. schweigen. Das Polnisckie Bvlk habe in einer mehr als hundertjährigen Leidensgescliichle nicht nur die Rot nationaler llnterdriickiiiig kcnneiigelernt, sondern midi ge-, rademit seinen besten' Geistern/Sdiulter an Sdnilter mit den gleickiermaßen leidenden Juden Jzekämpit. Aber: „Das große polnische Wort. das. menschliche Wort eine? Norwid, eines Mickiewicz, hat man rasch vergessen." t, „Mühe und Form" heißt der eben bei Klehkin, Wilna, ersdiienene 14. Band der O P a t o s ch u - Gesamtausgabe,- der kleinere, ursprünglich - für . Zeitungen geschriebene Erzählungen enthält. Der beriihmtc amcrikaiiisdio Philosoph George Sautanana, der 1l»1-2 seine Professur an der Harvard-Universität aufgab und jetzt in Italien lebt, in in seinem 70..'Lebensjahr unter die-Belletristen gegangen. Seine kürzlick) crsd)ienene-erste Novelle ■•/FHe Ia?t Puritan“ hat' einen Sensationsersolg . üud wird, viel diskutiert. Jüdische Kritiker stellen Jest. daß die 'R-ovelle einige antisemitisdie Pointen: enthalte. „Die Zukunft", die literarischeamerikanisdi- . jiddische.Zcitschrist, ist zur ^eier der vierzigjährigen sd)riststellerisd)en und fritifcfjen Wirksamkeit ihres Herausgebers Abraham Cie ß i n in dreifachem Umfang ersdstenen. Mit Beiträgen sind fast'alle, namhaften jiddisd)cn 'Autoren vertreten. Ein englisdies Buch über den jiddischen Tidster I. L. Perez ist in Amerika erschienen. Es behandelt Perez' Leben und literarische Bedeutung. Der Autor ist Dr. A. A. Roback, das Buch heißt. .,.s. b. Peretz. Pfiychologist of Literature“ («et* Art Publishers,, Cambridge, Mass.). . In P a r i s Jtarb Charles S a l o m o n , der. französisdie Uebcrsetzer' Tolstois und der „Gedid)te in Prosa" von Turgenjew. - Der Pariser Verlag Albin Mid)el hat in fran« zösisdier Uebersetzung den Roman „Joseph Kerkhoven" von Jakob ' W a s s e r m a n n. herausge- Wie dem Börsenblatt für den Deutschen Buch- Handel vom 10. Juli zu entnehmen ist, sind die Berlagsrechte folgender Autoren" an den B e r - m a n n - F i s d) e r L e r l a g in W i e n übergcgangen: Peter Altenberg, Ridjard Beer-Hofmann, Alice Berend, Martin 'Gllmpert, Moritz Heimann, Friedrid) Hehdenau, Hugo v. Hofmannsthal, Marta Karlweis. Annette - Kolb, Modsthilde Lid)iwwskh, Thomas Mann.-Andre Maurvis,' Carl Rößler» Bernard Shaw und Carl ' - Zuckinavor. Die Bibel ivurde nach dein letzten Beridjt der Britisdien Bibelgesellsdiast 1935 in weitere lü Spradien .übersetzt, so daß sie nun in 705 Sprachen vorliegt. Andrö Spire schrieb das Borwort zur sranzösisdien. Ausgabe von Simon -D u b n o w s „Kurzgesaßter Geschidite des jüdisdien Volkes", die soeben bei „Cahiers Juives" erschien. Die philosvphisdie Abteilung des Jiddisdien Wissensdiaftlichen .Instituts (JWO) erinnert daran, daß v o r 250 Jahren die erste jüdische Zeitung in der Welt, die „Kouranten" in A in st e rdam erschienen ist. Die Zeitung wurde zweimal, in der Wockze herausgegeben und enthielt in jeder Aummor nur.vier zweispaltige Seiten in kleinem Jormat, In einer Amsterdamer Bibliothek befinden sid, Runimern der Zeitung von Augiist 1686 bis zum August 1687. Ob die Zeitung auch früher o5er später, herausgegeben worden ist. steht nidit fest. Die „Kouranten" waren ein reines Jnforinationsblatt. Sie bradsten Kriegsberichte, politische Nadiriditen, eine jüdisdie Chronik aus versdiiedenen Ländern usw. Im Zusammenhang. mit diesem denkwürdigen Ereignis, beabsiditigt das Jiddisdi-Wifscnsdiaftlid,e Institut ein b i b l i v - graphisches Handbuch über die j ü d i-! di e ii Z e i t s d; r i f t c n herauszugeben, die tn den vcrsdiiedensten Ländern im Berlaufe eines. Bierteljahrtanseiids ersdiienen sind. Lunstnaehrichtsn Im Reuen Museum wurden in einer kleinen Sonderabteilung Kunstwerke der ägyptischen Borzeit (vor 3200 vor Chr.) und der ägyptischen ^rühzeit (3200 bis 280 vor Ehr,), zusammengestellt.' .Steingefäße aus Alabaster. Schmuck.aus Elienboiii, Gold und Bergkristall verraten kuint- Icrisch den Zustrom von vorderasiatisdi-oricntalisch Elementen aus Arabien. Syrien und Palästina in den' frühesten Kunstäußerungen des .Nillandes. . Bötiiehmlich die' Königsgräber-von .Abydos beaniprudien unser besonderes Interesse.. Beider Neuordnung der Berliner Nationalgalerie hat man in derJllusstellung den Maßstab am Europäisdiengenommen, Im Erdgeschoß erfolgtedie -Ordnungnach Sdiulen:. die Berliner Sdiule ist u. a.-m.rt beiden Ateyerheims. Eduard Magnus. Mar Liebermann -vertreten. Mus der . . bekanntesten Libbermanns hängen im selben Raum, die „Gäuserupferiiinen", die. „Sdiusterwerkstatt", das „Landhaus, in Hilversum" (1901), das, wie eine Jnsdirist belehrt, am 70.' Gebiirtstag des Meisters von einem Verehrer der Nationalgalerie gestiftet wurde, und die „Amsterdamer WaiseniiiädcheiC. Vom Marse«, der bekanntlid) Halbjude gewesen, sind bei.der Neuordnung alle Gemälde gut zu überblicken, vornehmlich die Studien zu den Neapler'Fresken wirken jetzt redit. Sehr schön , die Aufstettuiig der französischen Meister, unter ihnen Camille Pissarros „Landhäuser bei Paris". Daumiers „Don Ouidiote". Gesd)enk von Al'red Beit (London). Edouard Manets ..Fliederstrauß". Vermächtnis von Franz Bernstein. Cözaniie. van Gogh- Monet, Lisley. Renoir, vornehmlidi sein Bild „Im Sommer" (Geschenk von Mathilde Kappel). Die englische Kunftzeitschrift „The Burlington Matrazine" bringt im letzten Heft u. a. eine -eingehende . Besprechung des - iin^ Philo - Verlag. Berlin, ersdiieiienenBild)es von Franz Landsberger: „Eiiiführnng in die jüdische Kunst".- Die Besprechung sdirieb Midiäel Fooner, der das Bud). eineiiJvor'tvollen Beitrag in der Reihe der langsam eripadiscnden Beiträge zu einer judischeu Kunst nennt. . _' * Die W iener Galerie W ü r t h l e zeigt eine Ausstellung graphischer Arbeiten des Amsterdamer Künstlers Wolfgang S i m o n. „Musizierende Musiker" nennt sid) die kleine Schau, die u. a. sieben Holzschnitte „Erpressionen", d. h. lebendig ersdjaute Momente aus dem Musiksdiaffen Bruno Walters bringt, außerdem die Porträts von Willem Meiigelberg. Bronislaw Hubermän. des Kolisdi-Suartetts und. des Guarneri-Quartetts. Die Ausstellung wird wegen der Neuartigkeit des Sujets als aud) wegen ihrer künstlerischen-zeichnerisd)en Qualität in der Presse sehr gelobt. - * ' Die F r an k s u r t er Malerin und Bildhaueriu 'Amalie Seckbach.beteiligte sich auf Grund einer Einladu.iig an der 15. Internationalen Ausstellung des „Art Institute of Chicago". Als einzige Künstlerin aus dem Kreis' der jüdischen bildenden Künstler in Deutschland ist Amalie Seckbach znsaMinen mit Meistern wie Max Pechstein, Richard Scheibe. Emil Rolde. Lionel Feininger in der deiitidieii Sektion dieser internationalen Ausstellung vertreten.. In einer kleinen Sonderausstellung werden kn der B o r d e r a s i a t i s'ch e n A b t e i l u n g der B e r l i n e r ' S t a a t s m u s e e n (Pergamon- Museiini) die Funde gezeigt, die die deutsche Expedition in den Jahren 1903 bis 1905 in Palästina machen konnte. / In der Hauptsaiche handelt es sich um Aiisgrabuiigcn in Meggiddo und Jericho. Tonware, Bronzegerät und Glas zeigen die vorgeschrittene Kultur vornehmlich^der Königszeit (um 1000'v. Ehr.).! fammcltni sich eine Anzahl Knaben um .Hajiin. Er beugte sich weil zurnch, wiegle sich in den Knien, sdmetltemir kräfkigein lZchiviing midi vorne--und liest die t?lange durch die Lust sausen. Eie blieb in den D'erl'oplanl-en-.ansrecht sieben. Jcach -Hajim solglen die anderen. Aber keiner erreichke die Länge seines W'nrses. . Jladidein alle, an der .Reibe gewesen ^oärrn, drängte einer Jacob midi vorne, der mir ans .Icengierde ziigeseben balle. Gr rvnrde über lind über roi und schüuelle den Kops. Aber .Hajini drückte ihm das C'isen mir ('si'ioalt. in die .Hand. In Inda, der ebensallo da;ivisd>en war, sprang plönlid) ein Gesiibl, wie von J^nkleid ans. Cr loollte cliväs sagen, aber Jacob war schon zu der Ab.ivnrsstelle gesdioben ivorde». Hs blieb dem Kleinen nida.s übrig, als zu wersen. iZdion beim .Riid'ivärksbengen wäre er um ein .Haar ansgeglilten. Gr konnte das Esieid>gelvid>tnur knapp beioabren, die Clange aber siel drei Gdaiiie vor ibm plnnip und sänoer der Länge »ach zu t^vden. ^?ie Knabeii ivollren bersten vor Laeben. Hin sotckies Hcbanspi'el mnsire noch einmal ansgekoslcr loerden. .Hajim nabni die Hlange ans, um sie Jacob . ziirückziigeben. - . Aber er nmerließ es, denn ans dem D^orderkastell zeigle». juch einige Knaben nnd 'lpinklen ansgeregi, dast alle I'eranskoniinen svtllen. ZioeisellvS war dort oben elivas Irenes oder -etwas von Bedenlnng zu febe». D^as 1?iangenspiel >oar vergessen, und alle liefen bästig die lSinsen berans. Ancb die anderen Knabe», die sich ans dem Jlrittelsrchissansbielien, schlossen sich an. Dtur Jacob blieb zurück. Cs dauerte einige Zeit, bis er begriff, dast auf dem Kastell Besonderes vor jich zli geben schien. D?abei dtirsle er nicht seblen, und »ngesrchickt und täppisch, wie immer, beeilte er sid', die Treppe zu ersteigen. Aber ans dein Kastell sah er. nichts'.als seine Gesäbrlen, die sich vorne znsannneii' drängten.. D)a .Jacob nid» mit zu deu-Jüngsten, sondern' and' im Wuchs zu den Allcrkleiiisten gehörte, blieb ibm jede AnSsid'l versperrt, strnr ans den Jreden ciilnabiii er,, däst die Piilver-- gcschnüe von der -Hülle besreir seien und gereinigt würden. Auf Beseht des -JkcastnleisterS, der nadi dein Piloten den chöchsten Rang cinnabm, sänberlen niebrere '.Hratrosen das D'ordcrkastell. Eine Gesd'üsipsorte in der Gchisssbrüstniig, nicht -weil von der kreppe zuin .Hriuelsd'iss herab, ivar geöffnet worden, um dadurch Gchniny und Unrat ins Jlceer zn fegen. 2Lie eine Ncaucr Hingaben die .Knaben die Geschütze. D)ic J^calrosen binderten sie nid't daran: wabrscheinlicki war. es Gleichgültigkeit. D)cr Ncastmeister batte das Kastell verlassen, bevor die Arbeit an den Geschützen begann.?Tut Glaunen betrachteten die Knaben die kunstfertig gegossenen Bronicrobre i-nit ihrem Zierat von Ornamenten, Kerken und kuaelsoimigen Ausbuchtungen. Es war das erstemal, dast ste aus nächster Nabe solche.Kriegsmaschinen saben. Jfcit einein riesigen Vergpfropfen, der nm eine Gtangc gewickelt war, nabnien die Matrosen die Jreinignng vor. Unter den Knaben entstand eine Debatte, wo di-- Visicrvorrichtung, das Zündlod) und die Pnlverbüchse sei. Jacob stand immer nocch jin Rücken der anderen. Vergeblich stellte er sickv ans die Zehen, nm wenigstens einen Blick zu erhaschen. Aber Urplötzlich snbr er gleichzeitig mit allen...anderen herum, binter.ihnen beulte jemand so laut ans, dast der Schreck jedem einzelnen bis ins. .Herz drang. Der Pilot Kasiin ivar ans dem Kastell erschienen. Gr schrie, dast er sich dabei mit seiner (itinnnc Überschlag. Jcieinand verstand ihn, aber es war klar, daß et die Knaben von den Bonibarden wegjagen loollte. Echänniend stiest er-ans sic los. Ilaglücklidierweisc stand ganz vorne Jacob, denn alle batten sidi inngedrebt, und ans den letzten waren die ersten geioorden. Und der Anblick.dieses linciitivickelten KindeS nahm dein wütenden JKann der letzten.-Rest von Beherrschung. Geine :Hand snbr znn.i Gürtel, der Riemen pfiff burd) die Lust, Jacob entslibr ein inarkersd-n'ilierndcS Gescbrei, .er ivar getrossen, 'Alle, auch'die. Rcatrosen, standen regungslos, nur Jacob geriet, in eine rasende, imbeimlid'e Beivegnng.?Kit einer Gdinclligkeit, die bei seinen sdsiesen imd schioacbeii Beinen inicrklärlidi ivar, . sdiost er pseilgerade an dein Piloten vorbei. Gs ivar die letzte 'Angst der Kreatur, die ib» von seinem Peiniger ivegtrieb. lind . obnc .es zuwissen, obne cs^^n nierken, lief ec nicht auf die -Treppe/' sondern aus die osseiic Geschützpsorrc zu. Die Giilserniiiig^von den Geschützen bis zu der osfcnen Pforte betrug noch keine sünsuiidzivanzig Gchrittei Das Grcignis, das sieb mir im Bruchteile von Gcknnden abspiclte, imisttc unumgänglich mit einer Katastrophe/mit dem Gkurz ins Rrcer enden. Joseph stand nidn bei den Gesd)ützen. -Er hatte stundenlang ans dem Deck gelegen. Er sah hinaus aufs Rcecr. strack) einer 2Leile hörte er, wie die Knaben auf dem Rcitteldeck nach vorne gerufen wurden. Er überlegte, ob er sich anschliesten solle, Aber er konnte die Trägheit, die von« seinem. Geist und '.von seinem .Körper iiimier mehr Besitz ergriff, mir-schwer, abschnttcln. Als er sich endlich doch ausgerafst hatte und zum Rrittelschisf herab- - gestiegen ivar, blieb er jlehen und versteckte sich ^.hinter den Grostmast: der Pilot kam ans seiner Kajüte und ging die Treppe zum vorderen Kastell heraus. Joseph ivarrcte, bis er oben war, dann schlich er ihm nach. Gcine Lässigkeit war aus einmal von ihm gewichen, ein starkes. Verlangen, zu wissen, was oben geschah, erfüllte ibn. Als er 'auf'der halben Dreppe war, hörte er die Trimme des Piloten über jich ausschreien. Er kehrte nicht UM. Trotz einer aufsteigenden Beklemmung wuchs der Drang in ihm: dort oben spielte sich etwas Austergewöhnliches ab, und er wollte dabei sein. Aber er zögerte noch. Wenn and) nur so lange, bis er das Geschrei Jacobs vernahm. Da . nahm er eiligst die' letzten stufen. Im gleichen Augenblick, als er auf der Plattform war, erklang seine Name; angstvoll ries man ihn drei- und viermal zugleich, und er sah Jacob aus die offenstchendc Pforte zulaufen. Die Rückwirkung in ibm löste sich sofort au«, unmittelbar und ohne den allergeringjten Zeitverlust. Ein Schwindel riß ibn nach vorne, er breitete die Arme ans und stürzte Jacob entgegen, sieben Echritke von der offenen Pforte entfernt sing er ihn aus. Einige Sekunden hielt er Jacob in seinen Armen, dann waren die arideren heran. Alle wollten den Kleinen anfühlen, sich davon uberzengen, daß er es wirklich sei, daß er noch lebe. Die stTratroscn im .Hintergrnndc rührten sich nicht. Auch Haüd ,tan& der Riemen hing machtlos in seiner stöhnte laut und tastete mit schmerzhaft verzogenem . Gesicht nach Echiilter und Brust, ivo ibn der Riemen getroffen hatte. Esra . öffnete ibm das Hemd: ein blastroter (Ltriemen war zu sehen. Aber er war nicht sehr stark. Unter derien, die durch ihre Schreie Joseph gewarnt hatten, war. auch Inda gewesen. Er war fahl im Gesicht, Echweistfrnpren perlten ihm von der Stirn.- Joseph wurde umringt, man belobte ibn, jprach von seiner Geistesgegenwart. Aber "er war ganz benommen, und biser imstande war, denken und Überlegen ' zu können,, vergingen Minuten.. ’ 3Iui|n Kasim saß in seiner Kajüte, er las im Koran. Die emhundertunderste Sure. Die Sure vom Klopfenden. . <^am,en allbarmherzigen Gobtcs, wer ist der Klopfendes Wer lehrt dich begreifen, was der Klopfende ist? An jenem ^.agc werden die Menschen wie umgcßrente Motten sein und Die Berge wie verschiedenfarbige, gekämtt Wolle, ^cr nun öe„en Wagschale mit guten Werken 'schweb/ beladen sein wirch der^ Hilse dem Hilfsbedürftigen gebracht Jxht, der wird ein verfugtes Leben führen, und der, dessen.Wagschale zu leicht be, - sunden wird dessen Wohnung wird der Abgr-und der Holle sein. -r,as lehrt Dich aber zu begreifen, was der. Abgrund der .Hölle ijt. Es ijt däs glühendste Feuer!" Der Pilot Kasim schloß das Buch. Er 'erhob sich und ging m dem engen Raum hin und her. Er befand sich in einer sth'r eigentümlichen Verfassung. . ' (Fortsetzung folgt.)

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