Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 31 (30.7.1936)
- Date
- 1936-07-30
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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' Nr. 31 * 1. Beiblatt 30: Juli 1936 Die kleine - Vor mir liegt die „Geschichte.einer floinr» jiidischcn Gemeinde". sie hat nur wenige Beiten, sie ist nniptudK-lo* gcfctutebcn ■-unh ganz ohne - nrnpriictio-lo-? und unpathetisch wie die MeNsdien. von '.denen in ihr. erzählt wird. Der . rlinimlige . Ctt-jpfarrer. der die beschichte seines .stirchelibczirkes in11~ liebevoller Hand antgezeichnet hat.-hat einem kleinen Breis von Menschen auch die Geschicke der indischen Gemeinde seiner Heimat erzählt! Drei Zahrhlinderte hat er uderschaut! . HNvch heute ivohnen lNachkommenderer in dem kleinen Crt, die in der Mute des 17. Jahrhunderts dort einivanderten. und die einst den ..Bckmtzbrief des Landesherren" erlhellen. Drei Jahrhunderte isl die 'vctto alt. dereii Glieder die £ppenheiiners. die »Wetzlers..die Bichels n.ct. sirid.l Tas B:ld. das vor uns-entsteht und voruberzielst. e-K in das gleiche, das wir alle kennen: es . ist ein .Nominell und Gehen, es i)t jüdisches Schicksal! »?Iber mehr als das. was in 'dein kleinen "^Büchlein steht, sagt nns das, was nicht darin; steht, und was. doch ans jeder Zeile spricht. ' Züd:schl> Blenschen grüßen^ uns aus der »Bergaiigenbeit, jüdifcstes Leben wird lebendig mit all den kleinen Bchwachen nnd all dem ..»Meiischlich-»Al!znmenschlichen". Jüdische Menschen kamen ans der Ferne, gründeten Haus und Familie.fanden eilte Heimat und iviirdeu ein Teil von ihr, gaben wieder Menschen ad in die Großstadt nnd musiten wieder wandern. »A'er jüdisches Lehen .in feiner Ganzheit kennt, kennt dieics ivechselvvlle 'und doch einig gleiche ..Hin und Zurück". Lüas in sie uns gewesen, die kleine jüdische Gemeinde, die'e gern zelle zur Bildung unseres Judentums in Teutsduand stiherhaiipt. die kleine Gemeinde. aus der eiuit unsere Großväter und Groszmürier kamen, in der der Nhvrbmus des jüdisehen Lehens noch reiner, die Tvnamik gleichmäßiger. das Tenkeri tind Fühlen stmkom'.'lizierier. aber auch. einheitlicher war? Zn ihr ivar keine Blatte für das schillernde' .Wort, nud kür/ die . glänzende.These und »Antithese. Zn ihr sahen die Bicv.scheN das Lehen nimt. wie durch ein Feldglas, vergrößert oder verkleinert, zu sertte oder zu nahe, aber sie sahen, es klarer nnd — konnten es auch klarer sehen! 'Wenn heute im Zuge einer neuen Entwicklung manches schivindet. an dem unser Herz hing, wenn manches kleine Bethans verwaist wird, in dem einft trendig der «abbat begrüßt wurde. in dein der Breizehnjährige, zum erstenmal seinen Begeiis'vruch über die Thora tagte, in dem Freud und Leidseinen Bammelpnnkt hatte, dann wollen wir nicht sentimental werden — die Zeit ist unsentimental und fordert Harte! Aber wir Wolken der kleinen Gemeinde gedenken, mit ein wenig lächelnder Wehmut — und mit viel Dankbarkeit.! Tu warst ein Btück vom Leben unserer Ahnen, liebe kleine Gemeinde. der £rt ihrer harten Arbeit und verantwortungsvollen Pslichtersüllnng. du wärst aber auch ein £nell jüdischer .klrast und jüdischen Lebeusivilleus. Zn deine Mauern zogen einst Menschen ein. die Wert und Freude der Arbeit und des eigenen iriedlichen Heimes kannten. Aus dir zogen jüdische »Menschen in die Welt, die Gemeinde zu Aiterkenniing.. Ansehen nnd »Bedeiitnng-enivor.' stiegen., die wir stets die- Treue. hielten, und diein aller stli: rast der »A>elt nie ganz die Behnstichl nach deiner «tilhv deiuenn.Ernst und deiner Be'ehau lichkeit verloren. - »A'er einft die Geschichte der kleinen indstdieii- Gemenfde erzählen ivird. lstanckit - ihr kerne »Apologie zu-schreiben — das »Leben und'die Zeit hat. sie ihr .ielb'1 geschrieben. l)r. K.l'r-1. Berthold Auerbachs Heimatdorf Zu Ar. 29 der E.»B.-Zeitung teilten wir mit. das; die jüdische Gemeinde in Aofdstetten. Berthold A u e r b a cki s .Hennatdors. au'gelost wurde. Zedesnuck.-wenn teil tNordstelten leie, denke n1r an «chioai^iors. das. Bchwandori. das bei Berthold Auerbaäi zu wiederholten Müleu genannt >vird. Bo schreibt er au seinen Freund nnd Beiter Zakob Aiterbach in Frankst,N a. M.-Zmterm .'>. »August ISTo ans der Heimat: ..»Asto »Nordstetten! Tu keimst die Btube. lieber Zakob. in der'.ich Dir schreibe. Zch bin alw gestern gegen mittag hier "angekoin'men. Zch liaoe es vermocht, alle Wihrnng iiiederznhallcn. es ist nn'ägliAi.hart. das; meine Geschwister hier alle tot sind. . Gestorben! Ansgewande.rl! hört man hier ■ ständig, wenn man nach dem oder jenem tragt. Zit der Amerikasticht ist nnn die. Freimgigkeit int Lande gekonunen tmd es ist nnc in einer Geiell fchafl. iven« lstner zum Fortgehen auistehi. stehen die-Anderen auch aut und haben keine Buhe mehr. Trüben in «chwandorf stellt die Bnnagoge.verödet und der jüdische .strrchhöf verbissen. Es sind keine Ziiden inestr - da! Zch feste es kommen, vielleicht schon in eniem Zahrzeimi. da»; es and, in »N'ordstetteii fo ist. 'Zch ging ins Tori.. be'uchle ment- Elternhaus, und ich habe auch da vermocht, alle Aufregung niederznkäm'.stc'n." Wir -begegnen B-hioandorf iit Auerbachs Ent- .würfen zur Züdischen' Tortgeseliickne-immer icsteder. Bo berichtet uns Amon B e t i:e l st e i m in -seine:« „Berthold Auerbach" vom Zähre >'."»7: ..Am gesthlosfeusteii U'irkt die Epi'ode vom -zu- .gemauerten Friedhof im Zudendort: die Alten find ausgestorben. die Züngereit in die Biadt gezogen: kein Toteiigräbsr ist da. den Gottesacker zu pflegen und »n hüten: eines Bkorgeus iverdeu die christ-. licheu Beivostuer von Bänvaudors durck, krächzende, den Zitdeiisriedhor umkreisende lliaben ansmerksain: sie steigen aus einer Leiter in den Friedhof nnd sinden. das Gesteht in die Erde gedrückt, eine stalbveriveste Leiche.- bin Abtrünniger, der lange m der Fremde verschollen,ivar. ist vom Heimioest mm. Grab seiner bl lern getrieben worden: .da die Tür verschlossen war. inns; er sich über die Blauer ge° schivungen baden: aus der lebten Ruhestätte der Pvrsastrcn suchte und erivartete er den Tvd." Gustav 8aIomon Oppert Zu seinem 100. Geburtstag am 30. Juli Tie Gelehrsamkeit der in Hamburg weitver-- zweigten «Familie L-vpert war im ersten Trittel des vorigen Zahrstnuderts dort geradezu sprichloortliäi geioordeu. und. selten, fehl io e>n Tpvert an. den gro'ieren iiterari'äieu '.'lheuden. die nackt dem Blii'tev der Berliner Balous damals in der alten vvni'enadt-weitere vt re ne mit. den Gr zeug- ' iiiiieu der - Literatur--vertraut nuack,-teil. Bon den .Brüdern Bovert gelaugtendretzu .arotier^Bedetie - timgb-rn »t Z a.e o b £ v.-v e r t : der ''ehr wertvolle Beilraae zur. stenninisgorea-- lie'erte nnb- Bhanghm das er't'e deut-'cheeHandel-shaiis grün- - dete. »Am beruhmte'teu wurde der --.'ln'hriolo>te ' Z u l i u £ v v e r I . der als Baun-breckter ans. dem Gebiet der Ato,t»dir,rtv,iu»rfdu,nn lahrzestittelang an der Barcker Numer'itai wirkte. Al>er auch die wiisenicknstlielien Berdiemte von Gustav B a l o m o ii £ v V e r t ivaren hervorragend. Ta es ihm leidem.ver'agt war. »eine reick,en Fähigkeiten in den Tienst der - dent'chen Wlssens>1>o.'st;u stellen, folgte er einem :>>u> nach £n'ord als Assistent m der Bvdleiana-Biblivthek. - Tort war ihm die ivertvvl-le Ausgabe be'ckneden, bie naudschristensckiape zit katalogiuere». die von semen Ul'-eruhmten Borfastr Tavid £vvenhenn. emem Gelehrten des 1-s. Zahrhuuderis. herrührien. »A'ackidem er sich diestvr Arbeit mit Hingabe gewidmet hatte, wurde er ani bmv'ehlnng "War B!»Ilers als Bibliothekar der Nöuigiu Birtvria nacktilüiud'or beruieu. Beine A'eigung zur Lehrtätigkeit veraulascke £vvert, der sick>-indes in der Zndolvgie eiu'eu wertvolle» A'aine» erivorbe» .statte, einem Dinf als »Professor des Bauskrit nach Bla». dras m folgen. Tort üble er bvn->d7- bis 1 »1 eine sruchlbare »Älirkstniikeit als Forscher und Lehrer aus.-Gr ivustte selbst dem sprödesten Btoss intercüaiite. Beilen abzugewinnen. Bein »Blick sührkc .ihn über die Grenzen grainmakikalifcher B.vezialistikstmd »Lgutsvrschuug'zur Bvraelivergleichuug aus völkerm'üchologiicher Grundlage, ».'leben tresslicheu Z'iu'gabeuAvedstscher Terw gab er ein bedeutsames »Bö-'rk über die Geschichte, der iudi!ck)eu Böller Aut. »Beraulässimg »Albrecht Webers kehrte £?»oert nach Teutsck.lau'd zurück, >vo er sich in »Berlin stall einer- »Proststur..mit der Btellung eiueS Pri-vätdvzeuten begnügen musste., dessen Lehrtätigkeit fiel) auf zwei indische Tialekte. die dravidisckil'.u Bvrache»,' betckiränkte, »B'ährki'd seine-Hauptarheit der indischen stul'ur und Literatur sowie der buddhistiil-Iien . fleligiousphilosovhie geividmel war, blieben sein Herz und Geist vom jüdisch. Wann und wo finden Sie Rat? Liiilisi'linii Aachen ni-in.|cliini'!**’ '''H,r. Bonn IrhiiS'- *^Tem|Vti'irnssiv!r '‘ hr’ ''' Kohlen« _ >-! UlMlinocal. I.'N., Kreuznach ' bin! n i'! i’11 i‘üs i ■_> Vi Aij i; 'rr! m'112. Trier lim Sionlwcsl- ■ if ''-iril"'itr. Ailolf-Iln li-- Sti.!t. ■jl't 1 'hr, . am 5. und Hannover a„ Bestellzettelt Senden Sie mir bis auf Widerruf die C.-V.-Zei ung. 66 Pf. zuzüglich einer einmaligen Verspätungsgebühr von 20 Pf. für Bestellungen, die nach dem 31. Juli eingeh n, zahle ich für August-September bei Vorlage der Postquittung an den-Briefträger. Auuchne den und im Umschlag mit.-3 Pf. fran- kioit loder unfrankiert) senden n.i: C.-V -Zeitung, Vertrieb, Berlin W 15, Emser Strasse 42 religiöiein und -elbischen, Zdeal durthdruiige». Z» Bladra-f sal> er den ihm von seinen Ttluster» ge.- gstgebeueu »Beiname» „Thf Jn-lm-w Si-hul.-ir" als eine besondere ».'luerkeiiiiuug. Teiue Först-liuiigen über die Abflamni-iiug der in Zudien --lebenden schwarzen Zilden gellen ebenso ioie seine Bchrisl über die Lage von £pl,ir lind iai-iihi'-u), »ost> steiste als grundlegend. Bein Zulereste galt alle» wijseuschasNilsteu »Bestrebungen aus dem Gebiet der Zudologie und semitischen. £iumiIh'ii. '.Uiit biser wirkte ClUH'i't. als »Berater und »ülitarbeiter der L e st r,a » st a l t s ü r die »Bö ist s e n s st> >t i t d e s Z u d e u l u in s, deren .Uuratoriuiu und »Bibliothekskommisstou er-jahrelang augeliörle. Beine Beignng, sie lind)- st rüsten zu sorder». bestätigte er in dem Testanient, das dt'r 1'.«»^--verstorbene-Gelehrte-hinterlief!. T-anack) sollte das »Bermöge».-d,i-S er in sell'stgeivählter Giiis>ii»keit erworben't,atle. dazu diene,», sstäter.- i>>id>dem einige »Blilglieder teiner Familie daraus eine telienstangtiilie Beule bezogen halten, einen Lel>rilnl>l für Banskril an derst>äock>jel)nle zu begründe». .»A'enii and, die Znflativn die-Hvisiinnge» des edlen »Mannes veruiel)- tet stal, ivird das verlleiiierle »Berinoge» doil, den jndisckien Forsdiiingen an der Hvckst'cknile wesentlich zugute kvinnien. .M. S. Itu«-st Liszt und Joachim »Zum 50. Todestage von Franz Liszt am 31. Juli Zm Men 1800 gibt die Berliner Zeitschrift ..Täs Gchv" den indiskreten ..Gnkdcckmtgen" eines Btttstkers Baum — man lzat bis beute nicht feftftellen' können, wer bot! den .'0 Mirsikern. die dafür in »Betracht kommen könnten, diele Schurkerei getan bat — und oerosfentlichtsvlgenden-»Brief- Erklärung, Tie Unter zeichneten haben längst mit »Bedauern das Treiben einer gewinen »Partei oeriolgt. deren-£rgan. die »Brendestche Zeitschriftstur »Btnstk ist. ' . - Tie genannte Zeibchrnt verbreitet ivrtivahrend die »Meinung: es stimmten im Grunde die ernster stredeliden »Mnstker mir der von ihr vertriebene» Michtnng überein, erkennten in den stonivvsitivnen der Führer eben -dieser Dichtung Werke von künslleri'chem »Wert.und es wäre - nberltanvt namentlich in »Aorddentichland der Btreit stür nnd wider did 'vgenaniite Znknnfts- - mnstk...und zwar zugunsten derielden ansget'vchten. Gegen eine tolckte Entstellung der Tatsachen zti protestieren, halten die Unterzeichneten 'ür ihre »Pflicht, und erklären wenigstens istrer'eits. dast sie die Grundsätze, welche die »Brendest'che Zeitschrift ausfpricht. nicht anerkennen, und das; sie die »Produkte der. Führer und Bchüler der sogenannten .Meudemsckten Bcktnle", welche teils jene Grundsätze praktisch 'zur »Anwendung bringen und teils zur-,»Aufstellung immer neuer unerhörter Theorien zwingen, als dem iniicrstcn »We'en der »Mu'ik zuwider, nur beklagen und verdammen können. - __ Johannes Bräbm-S. Zoieph Zoachim. Zulrns £lio Grimm. »Bernhard Bcholz. Zm Falle -Zie gewillt kein tollten, sich uns anznichlietzen. bitten wir Bie. das GBlatt mit Zhrer tstamensunterschriit umgehend an Herrn Zoh. »Brahms. Höhe Fuhlenwite 74. Hamburg, einzusenden. Tie Erklärung mit unsern alphabetisch geordneten Aamen soll in musikalischen »Blatte»« verössentlicht. werden. Tie £bigen. Mit dieser bovfvühtcn »Berösseittlichiiitg des Zirkulars watAder geplante »Protest der ..Hannooeraner" gegen die ..»Weimaraner" vereitelt, und die ».'.'!nstkerwelt hatte wieder einmal einen «kaudal.; Zoaäzim nnd »Brahms hatten die Erklärung rnsgesetzt, Zn einem .monatelangen »Briefwechsel wird jedes »Wort genau in all seinen »Wirktingsinogliehkeiten 'abgewogen; deiin es soll nicht »Wagner und nicht'»Bbrlioz getros,en werden, der »Protest gilt ganz allein Liszt. ..»Bei' unserer »A.bivehr kaim niemand an »Wagner denken." schreibt »Brahms.-..wie wir schreiben und abfertigen, kann inan nur Lisztsche «ndeleieu abtertigen." Er hätte am liebsten im »Protest direkt Liszts »Namen genannt. er 'd)Iug Zoachim vor. von den ..»Produkten des Tr. Franz Liszt" zu sprechen, aber damit war Zoachim nicht einverstanden. Tie »Anhänger Liszts haben es Zoachim nicht verzeihen können, dah gerade er sich ötsentlick) gegen Liszt ivandte. ei», der sich doch selbst zu den ..»Weimaranern" gezählt nnd den das brüderliche ..Tn" enger an Liszt band als manchenandern der »Weimaraner, daft gerade er. den Liizt mit seiner Freundschaft regelrecht überschüttet hatte -- — die »Nendeutiche «chule wendetesich voller »Berachtnng von dem ..»Berräter Zoachim". »Aber bei der »Benrteilnng eines Freundschastsberhältnisses kommt cs nicht ans das Geschrei der »Parteigänger an. man sollte sich immer mir an die »Ansichten halten, die die Freunde selbst von-' einander Haben. Und die »Beröffeittlichung des geplanten ».'Aaltiiestes Hat wohl das vertrauliche ..Tn" zwilchen Liszt und Zoachim. ausezelöscht. äber.cs vermochte nicht, ihnen die größte Hochachtung des einen vor dem andern zu nehmen: »Als ei.mnal ein Pianist in den 80er Jahren beim Kartenspiel Zoachim langweilig nennt, fährt Liszt ans: „Lassen Lic sich's ein für allemal. gesagt, sein: solange ich lebe, -'wünsche ich - unter allen Umständen, daß der »Name Zoachim in diesem Hanse nur mit der größten Hocliachtnng tmd »Berehrnng ausgesprochen iverde!" »Als nnizefähr £0 Zähre nach der »Beröffentlichting Ees »Manifestes Liszt und" .Zoachim sieh in »Budapest wieder begegnen, sagt Liszt vor einer »probe der Zoachimiclien ..»Bariationen für »Bioline tmd Lrclieiter': ./Jpenn ich auch weiß,, daß Sit» meine Fachen nicht mögen, so maclie ich mir um so.mehr ans den Zhrigen. und freue mich immer, ivenn ich.Gelegenheit zu.'näherer »Bekanntscliast mit . ihnen finde. Und dann. Hand anfs H>erz. lieber Zoachim.- r>» fomp'geliören. wir Mi de ja doch zusammen!" Tenn für Liszt war . das Mauisest kein Tolchstoß gewesen'., es 'brachte ihiw nichts Neues. Es ivrach nur noel, ein-- imil in aller CoHontlitlifeit das ans. was Zoachim schon drei Zalzre zuvor Liszt pripatiin. geschrieben.hatte: ..»Böas hülie es, ivollt' ich »och länger.zanberii klar anszilsprecheii. ioas. ich einpiiiide ... . Zch bin Testier »Bstisik gänzlidistnnzngänglich. Tie widerspricht allem, was mein FasiiingsVerinögen ans .dem Geist, niiserer Großenseit früher Zngend >og. Wäre es denkbar, daß mir je geraubt mürde. ioas ich als Musik empfinde. Deine .Klänge' würden mir nicht? von der ungeheuren . vernidilendon £ede ansinllen. Wie sollt' ick, mick, . da mit denen zn gleichein Ziveck verbrüdert stihlen. die unter dem Bchild Deines 'Aamens . die »Berbreitnng Deiner Werke mit.allen »Biitteln , zn ihrer Lebensaufgabe mack)enc . . . Zch kann Euch kein Heliersteinund darf Dir gegenüber nicht länger den Anschein haben, die Bache, die Tu mit - Teilten Beliülern vertrittst, sei die meine . . . Wie Tu immer von diesen Zeilen denkst, glaube eins von mir: daß ich nie. ani- . hören iverde fi'vr alles, was Tu .mir märst, »ür die ganze oft überfck>ätzende Wärme, die Tn i»r mich-in- »A'eimar Hattest, für all'das. was ich von Teinrn göttlichen Gaben offlernend aiüznnehmen strebte, von .tieistem Herzen die volle, streue Erinnerung eines dankbaren Bchülers in mir zn tragen.". Gerade, weil Zoachim den M e.n s ch c n Liszt in seiner stets hilfsbereiten Güte, in feiner liebenswiivdigen - stets geistvolle» Unterlialtnng ' mehr, liebte, als 'er den Nienschen in »Bval,»is je geliebt Halle, gerade tbeil er in. Liszt 'den bravo>>rösesle'n-.»Pja-. . niste» sah und jenen »Musiker, dev in sicl, die. Fäliigkeiteii barg. Fül>vev der jungen Genevittion zn sein, gerade desl,i,Ib - giiälie sicl, Zoachiin mit Telbstvonoiirse» so'tätige, bis er auf die unmer ivieder von neneni loerbenden Freiindscliaflsl'riese von Liszt mit jenerrücksichtslosen Hsseulieit anlioorlete. looranl. - stoie er sclireibl. '..Tein ',j>än»licl)er E,eist ein »Anrecl>t l)ai". ..Es w>ird mir reclst sistioei." gestellt.er Elara Bcl>>>mann. „dem alleren Freunde gegeniiber, für den icl> seilstltngen .Zähren eine st» vielen T inge.u ,OliI>re cherzlici)e. »Beivnnper'nng sichlle. zu sagen, ioas icl) von seiner Eompoiitiou Halle >il>er es ging iiiiht tätiger, ohne daß mein Bcliiveigeu Feigheit tvnrde." .. / Zoacl>im konnte den scheinbaren »Bstiderspriieh in Liszts Le!>ren 'nnck Liizls. Handeln nicht gut l)eißen: Liizt N'ollte lstründer nnd Führer einer'. ..»Jiendentfrhen Bchnle" sein, aber er spielte virt-noie.''.ülavierparaphritsen über die .Kompositionen d,»r »ninsiker, die-er bekämpfte, nur um dem .Konzertpn'blilnni zn ' gefallen. Zoachiin' roel,r!e. >hh gegen jede Eifekl l)ascherei. gegei> ..pop> il ä re' »Progr>fi-n ine" bei einem fiesorinator. lind gerade' das »Neue, dä-s Liszts Psterke brachten.-st'ihien Zoachim geradezu der Untergang jeglicher »Mntik zn sein. »Wenn Liszt im »Borrvort seiner sechs 'sinfonischeit Tichtniigen erklärte: ..Lbschon icl,. bi'inüli.t war. dnrci, genaue »Anizeichniingen meine Zntenkionen zn verdeutlichen, io verl,el)le. ich doch nicht, daß manches, ja sogar das Wesentlichste, sich nicht zn »Papier bringen läßt . . wenn lieh das 'BZe'entlichtte nicht in »Noten fassen ließ, was hatten dann diese Werkenoch mit Mlißk -zu tuu^ Zoachim ist im hellsten Aufruhr: „Bstnd keine Gedailken musikalischer Art vorhanden, so kann' von eineinhünstwerk schlechterdings nicht mehr die ' Nc^de fein, auch tuen» das schönste »Programm sich abinüht. das fehlende ...Wesentlichste"