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Central-Verein-Zeitung · 1936-07-16 · 29 (16.7.1936) · page 8

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
29 (16.7.1936)
Date
1936-07-16
Page
– (sequence 8)
Language
German
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«IS -re Eine Geschichte des jüdischen Geistes mn \foy-, kr, \f'-nJ>‘h^ohn (st die Sammlung der A’if-.rjlz*, rjutn der 0. V.-Zeiiung unter dem Titel Jüdische Gestalten und ihre Zeit erschienen.- Der Verkaufspreis beträgt für die etixci 200 Seifen atarke Buch-Ausgabe* ca. 3 M 50 Für Subskribenten bis zum 31, Juli mur 2 M 80 Be-itr-Ilen Sie noch heute bei Ihrem Buchhändler *Ta '?• Fr/car-ch -Wilhelm Kalischer Halls taufen losten: U.r-grckß'.tkrn. m Lrsta davon -r.kuh.ren. haben sie den.Ab. ge's^rnen c,t?i 2:?ie all Tolen betrauert („$ cf) i tu ro e' ge* 'esten,. me r :curO« V-r.ex gedacht. Man versieht, wenn man k-as tozt. rrcTj.r, -ne aircffinrten■ 2duMmge jener Zeit in der Regel irrt der Tau-» marrer-n. Jb:i beide Ellern gestorben waren. Es ist nicht -P-tetar o-.-w---'e-n. -w:-> w oft getagt wird. Es war Furcht. Kein Men-'ch am q,.':ch--n Orre wohnend. Hölle solche Trauerhandlung der Eltern su-oeha.'t-n. T-r chrisil-ch a<word-ne Zweig, blühl noch heule in Berlin und Mühlhru'?.' :n Tnurrna/n. verhallnismäßig viele von ihm haben sich dem Tchul.',rn't o/w-^wel. Zu der lüdischen Linie gehörte auch der Mtt.^-ru.-d-r Eo.-tra.'-Vr-reins. der 2iabtxat und. -Stadl. . älteste L-rrolo Ka.'Lch. r.?r älteste Bruder meine! Vaters. ■ wohl am ■ zahlre-chsten sind die Kaln'cher der Thorner Linien., dirron o-u drei Brüdern Moses. Hirsch Zwi und Löbel obstammen, die ''amt.'-ch noch tum 1^00> in Lrssa geboren sind.. Ob der Vater t'-vtz £•«». Schlomob. ein Bruder von Jchuda Löb II. oder der Lohn »tnes Vetters oeweien ist, ist noch nicht endgültig : r?r Zuaehoriglkit zum Geschlecht ist nicht *u H-.eruo'-r likaen briefliche Aeutzerungen. von Hirsch Zwi Kali'ch-er or-r. r>r' noch die volle Tradition belaß. Hirsch Zwi Kal ilcher i Jv9.v-i«74i 'ist zraenclios der bedeutendste Alann der Crr wird immer als Vorlauler des Zionismus an» .-irdr.n lei ne IMinc- ^nt Kolonisierung Palästinas t-hirremikst.-!. 2; r:u,:-a r ist. der Bedeutung.des. Mannes wird >4-nicht arr; 'zer-äö... Wenn wir die Ltelle stuchen. wo wir. Hirsch Zwi Krli'ch-r ir t-- -.idi'we G?istesIelchich!e einzuordnen haben, --o werden wir -'m zunächst mit Leo Piniker und Theodor Her; l ^r-ertileur.i.-!. 2-mn ze-g: sich der Unterschied. Piniker wre Her:';:,-t m; ' -w A''-milrt:on zu einem bewußten Nationalsudenti-m;ur.:ika?'.e.w;. sEr Zionismus ist. wie das so oft der Fall ist. e-.-e u chm nr neu v. g. Hätten nicht Pinsler die ruDchcn. Mnßrc/Ln des Wahres '/-^l und Her;! der Trenius-Pro.zeß. au-ge'chr'ckt. h 'irrr-w steche' vielleicht Ai'imilanlen geblieben. Hirsch Zwi n lu rstier "ie r. den er ei' Jahre überlebt hat.— da: in trn.tr 2: st und :r-em m Baum (Lstdeutschland) allgemeiner und bew 'st-'instaiw.i^-elst ' echne die Ai'lmilation. mitzumachen.- Tarnst sta-'. er in -'wner;• t sehr' allein. Erst eine zitlünstige Gr- -chichts'ch.'istiing wird i:rt ' bedeut-ame Stellung richtig würdigen Lohn? pro stZ.iiZ-r tr-.::äustnen manchmal. Em Lohn Hirsch' Zw:s wr: c.i- .ch'^-d übr: st : i e b Kali'chcr 'taustn ''lasten. Er ist als Mustl-u.".st-stt^e: belan-t-geworden. Demselben Stamm sind aber auch .re . .an?r :n-ch.-rosten, 'o Pro'est'or S alom o n Kä- .bischer ‘>i . te: verdiente Vorsitzende des Teutsch-Zsraeli. f.'chen E-kMri'i'.d-tnunt's. - man das Frz-t der Familiengeschichte' durch vier Jahr. . .''v'krr-bt ''-.ch T. r Verlust durch Taule. die-in lehr großen tr r^7?--:?:t vorael.'mm-'ii' IU. ist verhältnismäßig gering. 2 Jr r•artauste Ztammesvetter lallt völlig aus dem's hp-r ststa—st w ..'.n asten .ste-sten waren die Männer der Hst ai--''ch:-..-s-lich. Tastnudchelchrte.-erst im 19. Jahrhundert . b-ni-wwe' u-b .'.l-.dew.iler zu werden, ^siein Fall großen - ist ln'::-:", stnter rm .'Ilatem,lern sinden sich neben Rich» t?rr' Rf-bt-2-i"asten stw-'e- und Fnaei'.ieuren bei den südilchen iind - e:ner chr ist.ichen ^in:e L tud:e.-:ra:e. Bon te-66 ab haben die Männer . der Familie an den Kriegen Preußens und Deutschlands teilgenommen. Die jüngste Generation beginnt wieder den Weg zu gehen, den die Aeltcrmutter ChawL 1648 gegangen ist. ' . Eine von Tr.-7ing. Paul Ka li sch lKöln) entworfene Ltammtaiel des Geschlechtes Kremnitzer-Kalischer ist in den „Mitteilungen der Gesellschaft für jüdische Familienforschung" veröffentlicht worden. . Ein ergänzender Teil, der bis zur Neuzeit reicht, wird demnächst in - den gleichen Blättern zum Abdruck gelangen. Jiidfcdie Memoiren . Von den Memoirem'chretbern. aus denen Hans Bach das feine Buch -„Jüdische 'Memoiren aus drer.- Jahrhunderten" (§ ch o ck e n- . Verlag, Berlin 1936> zusammengestellk. hat/ sind nur einige wenige - berühmt' gewesen,.und-nach Ruhmsucht schmeckt bei ihnew kaum ein Wort. Sie haben alle Miteinander. keine großen Heldentaten zu berichten/sie wollten nur eben erzählen, „wie es war",, wie es bei ihnen zu Hause aussah. Sie dachten-nicht daran, daß die Nachwelt zwar die äußeren Daten ihrer Geschichtsepoche, kenne, aber von ihrem Privatleben ohne ihre besonderen Aufzeichnungen kaum halbwegs eine Ahnung haben würde, nein, es siel ihnen nicht ein, etwaige Löcher einer künftigen Geschichtschreibung vorsorglich auSzustopfen, im Gegenteil, sie entschuldigen.sich gern, daß sie solche Bagatellen, wie ihre LebenSumstände, 'im Wort festhalten; -Glücke! von Hameln schreibt das alles nur auf, damit ihre-eigenen Kinder es lesen und damit sie selbst die trostlosen Gedanken ihrer kutnmervollen Nächte ein wenig los wird. Zlber eben weil diese Memoirenschreiber keine „Dokumente" schassen wollten, haben sie zusammen ein Prachtdokument geschaffen,, nämlich ein treues, schlichtes Bild des Privatlebens, das die jüdischen Generationen der letzten drei Jahrhunderte geführt haben. ■ Dies Bild ist auch in Bachs Auswahl fast vollkommen. Tie ersten hier mitgeteilten Auszeichnungen stammen von Ascher Zewi aus Neichshosen. der 1598 geboren und 1835 gestorben ist, dann kö'mmt Glücke! von.Hameln. der Petschaftstecher Arno Jsak, Henriette Herz, Salomon .Maimon, Aron Hirsch. Heymann, Moritz Oppenheim, Berthold Auerbach.. Therese Tevrient', Heymann, Stenitbal> Julius Rodenberg. Sigmund Mayer. Moritz Lazarus. Rodenberg ist 1914, Mayer 19'2l) gestorben: zeitgemäß reißt also der Faden der Erinnerung, der hier vom Anfang des siebzehnten Jahr». Hunderts bis in die Gegenwart gesponnen ist, im wesentlichen nicht ab. und ebenso-sind landschaftlich so ziemlich, alle Bereiche des deutscheu Sprachgebiets berücksichtigt: Ascher Lewi stammt aus dem El'aß, Glücke! aus Hamburg. Aron Jsak aus Mecklenburg, Henriette Herz aus Berlin. Maimon kommt aus Litauen in mehrere deutsche Provinzen, Heymann ist aus.Strausberg in der Mark, Oppenheim aus Hanau. Auerbach aus dem Schwarzwald. Devrients Frau aus Hamburg. Steinthal aus Anhalt, Rodenberg aus Hessen, Meyer kam aus Preßburg nach Wien und Lazarus aus der Provinz.Posen. Die ersten Memoirenschreiber sind im Ghetto ausgewachsen und tzestorden. aber schon als es anfing, sich zu lockern und der bloße Reichtum bereits zur Geltungsmacht neben dem Adel der Jüdischkeit wurde, es folgt der manchmal gar zu schroffe Vorstoß ins Freie der Emanzipationshelden.-.,die' würdigere Besinnung und resignierte Judentumsromantlk eines Auerbach und Oppenheim und. endlich die späte Erinnerung an eine seltsam jüdisch verlorene Jugend des liberalen Lazarus. Es sind vielfach Jugendgeschichten, KindheitS» erinnerungen, die mitgeteilt werden, und so unendlich dem Historiker die Kluft zwischen diesen einzelnen Judenschicksalen der drei Jahrhunderte erscheinen muß, so nah, so äbnlich. so in ihrer trotz derverschiedenen Einstellung dazu dennbch immer anheimelnden Jüdischkeit und Gelassenheit gleich sind einander diesk Kindheiten. .. Nur ein Wort über diese Ausgabe gehört hierher: eS war eine schwierige Aufgabe und sie ist vortrefflich gelöst. War es schon schwer, alle die verschiedenen Aufzeichnungen ausfindig zu machen, zu sichten, und das Geeignete und zueinander Pasiende herauSzu. holen, so war in manchen Fällen noch eine Uebertragung ins. Deutsche zu leisten, die sowohl neudeutsch und lesbar sein als auch chie Patina des Originals erhalten sollte, und diese Arbeit ist Hans Bach bei dem Glückel-Abschnitt so gut wie dem besten Gemälde, restaurator gelungen. L. H. Das Juliheft des „Morgen“ Ein letzter Gruß an Julius' B r o d n i tz . den dahingega'ngenen großen Freund des „Morgens", leitet das Juliheft des „M o r g e n" ein. Ter Dank, den die Schriftleitung ihm weiß, ist zugleich, ein.' Versprechen, eine Rückbesinnung aus den Sinngehalt dessen, was die Monatsschrift als ein Ort der Betrachtung inmitten 'der 'Enge und . Bewegtheit der jüdtschen Tagespolitik sein will! Gleich die nächsten. beiden Beiträge lösen dieses Versprechen vorbildhaft ein. Hans K e i l s o n und Hans D a ch heben 'eine Kontroverse über das in den Monaten der Ferien- und Rei'e,zeit.wohl besonders lebhaft diskutierte. Problem der Diszipltn aus dem Bereich der Schlagworte aus das Niveau wtssenschaitlrcher Betrachtung. Für Keilson i;t Disziplin dasv .^Ergebnis eines ordnenden Prinztpes der Natur", das die.im Menschen wirkenden und ausrinanderstrebenden seelischen Kräfte zu Harmouis und Fruchtbarkeit bändigt. - Ten aus tiefen seelischen Spännungen geborenen "Inhalten menschlicher Geistigkeit entspricht als Ordnung und äußere Form die Tlsziplm. - Das im Ghetto, lebende-Judentum belaß in den Weisungen des Religionsgesetzes .diese Form, und erst als mit der Emanzipation die ordnende Kraft des Gesetzes, und der Rabbinen erlosch,'trat Unsicherheit und Verwirrung an .die Stelle einer bisher legitimen und selbstverständlichen Disziplinübung. Aber dieser Unsicherheit gegenüber ist Keilsön optimistisch, er halt, sie für schon überwunden durch die jüdischen Organisationen, die der..Aufrechterhaltung und Pflege der Disziplin dienen: Schulen, Sport, vereine. Jugendbünde. Hans Bachs Beitrag stellt, gegen Keilsons Darstellung vor-allem die These auf, daß Disziplin nicht ein Phä» nomen der Natur, sondern der Kultur — des gesellschaftlich gebundenen Willens — sei., Disziplin ist ihm Gehorsam. Dienst an der Gemeinschaft, am Führenden, an der Idee. In der Reihe dernTyPen der Disziplin stellt er. den Gehorsam des Juden gegenüber dem Religionsgesetz am höchsten, aber er weiß, daß diese Disziplin nicht die unserer jüdischen Gegenwart ist und sein kann. Sinnvolle Disztplin ist ihm Dienst an der Idee, aber die Idee, der das Judentum in Deutschland dienen kann, ist nicht oder noch nicht vorhanden. Nur eine Disziplin aus der „Not ihres augenblicklichen Schicksals" können die Juden zeigen, eine Disziplin, die aus dem. Geist der Gemeinschaft kommen sollte. Mar Dien emann bemüht sich sodann um „Das Gesicht des religiösen Liberalismus in Palästinas. Die alte Aufgabe des Liberalismus, die Bindung an die religiöse Form dem Bewußtsein vom religiösen Gehalt anzupassen, findet nach seinerUeberzeugung — Tienemann kommt eben von einer Palästinareise zurück — in Erez Israel heute besonders günstige Voraussetzungen, weil „die Befurch, tung, es könnte zu einem Verlust der jüdischen Substanz kommen, wegkällt".in" einer Umgebung, in der das Jüdische ein beherrschender gesellschaftlicher Faktor ist. Die religiöse Situation im Lande ist freilich schwierig und manchmal solchen Bemühungen geradezu ent. gegengesetzt, aber-die Rolle 'des religiösen Liberalismus ist hier eine andere als in Europa: Ter Gegensatz zwischen Nationaljuden. tum. und Liberalismus ist hier, im Lande der Erfüllung, nicht von der gleichen aktuellen Schärfe. Don der theoretischen Darstellung wendet sich das Heft nun ins Gebiet der schönen Literatur und der Kunst, Tie lyrisch beschwingte Novelle Gina Gärtlers.,.Flucht in die Welt", die im Juniheft begann, findet hier ihren Abschluß. Heines „Rabbi von Bacharach" wird von Erich L o e m e n t h a l' einor kenntnisreichen literarhistorischen Analpse . unterzogen und als das Fragment eines seelischen Gemäldes enthüllt, das den Zwiespalt zwischen den Traditionsresten der ersten jüdischen Emanzipationsgcnerationeltz und ihrer liebenden Hinneigung zur europäischen Kultur/darstellen sollte: weil Heine durch seinen Elaubenswechsel kurzerhand „das Entreebillet zur europäischen Kultur löste", mußte der „Rabbi" notwendigerweise Fragment bleiben, lieber die „innere Musik" Heinescher lyrischer Dichtungen belehrt ein Aufsatz „Heine-Kompositionen" von Martin Fried l and. Eine historische Studie von HanS. T r a m e-r über . die „Messiasbraut" des Sabbatai' Zwi schildert deren merkwürdige Schicksale. Ein reicher Glossen, und Besprechungsteik, in dem Lutz Welt» mann? Glückwunsch an Richard Beer-Hofmann zu dessen sieb, zigsten Geburtstag. Emanuel bin Gorions Kritik von Ernst Simons Bialik-Monographie und Elia? H u r w i c z' Würdigung von Aqnons dichterischem Schaffen besonders bedeutsam, sind, beschließt da? Heft, denen Wert diesmal vor allem in seiner alle jüdischen Geistesbezirke umfassenden Jnhaltsfülle liegt. Kurt Julius Riegner. Trx * Qc-a :■ rr n: n-rr ißmn;u nTi-n brächten, diese zu übernI,ch (nch'.sfe'S;u bemächtigen und :’'fi " -mand stimmte zu. Einzig'-in iM« rr ,'er .oirjd'cn. .T^irirrunq war. Die /.-Cae Jrrrifn .war, daß alle Jüngeren in - id-i-id'/r iout aus: Er wolle zurück an Land. r?fr m i-nrrr r'chiuen Art, wie Juda sich das -B ii-M eu-.-ual Dpatfrn. Als Antwort pm» - Plan, und es erwu-s sich, wie sehr er die. tr. jede Emtelbeir. aiieziidrnken. cke r-0" der i.r..u,naud, Mil der die Ballen ein» l'-.fii rvr.i'ft werden, ebenso eine AnzabtElricke. murr dir .Letter berabgrstikgen wären, würde - d - : e-.n.wand über den .Kops werfen und sie en andere die Lener berauseilen, a Basien io aris.einanderstellen, daß sich n'dr: r. o'--w die Leiter ui benutzen, in die Tür, rh. LLm'ien babe man! Juda zeigte :,r;:tKr-' r-b man sich einen besseren Dolch rr.v.ri mebr not banden als sie beauchten, -ch drüben lanae Etanaen, die würden zerr a-we'nandei'. tarnt, aus dt'^'.Echyklligkelk an. / ' eku-.-den munc cs aiücken. Cie würden sich in :: er odre rwei non den Aelieren und stärkeren iu-n den Jüngeren. Die Kleinen sollten daß str zu Fall kämen, die Größeren die B. :ut::u:c DruppS sollten die. Leute am Lor-uo. ivürdeu die Kammern der 'EchissS- ,-a. 2:':e eine Flut würden - sie sich über das d,-: Ti.'a-fenkammer' und der Pulvergeschütze -e'etzvna wäre wohl kaum größer als dreißig nundrstei-.s waren i>c doppelt, vielleicht drei- ■\:r. B.r:--asv!an zu Ende war, da batten einige :-!. Die DL: ste..:wa. daß sie zweiundncunzig an /rafk vo:: so vielen Knaben zu. au-r-:i-.ach:e, gewann an Lieber» ff' :;cr?Zanuc!. «tr Juda emen--schlagenden. Bescheid: „Wenn Gott uocr tte Psioten e:br, dann wird er uns nicht hinter» : umk-.'.-rtnrrn la-n.cn." „Es siebt nicht so aus, als wenn Gottes Hand über uns ruht!* — entgegnete Manuel und zog ein böses Gesicht. Aber seine Miene verwandelte sich plötzlich in die deS Schreckens, denn Jento rief schallend: „Sie ruht über uns, die Hand Gottes/" Das letzte Dort aber ging in einen furchtbaren Schrei über> ünö Jento stürzte, wie gefällt, zu Boden. Kurze Zeit lag er ohne jede Bewegung, nur seine Augen verdrebken sich. Dann verfiel er in ein Zuc»n, das immer befiiger wurde. ... Juda kam als Erster zu einem Entschluß. Er sprang von dem Ballen herab, beugte sich über Jento und riß dessen Hemd auf. Entsetzt subr er zurück. Lieber JentoS Brust ging ein Riß, den'er sich am Abend vorber mit dem Fingernagel beigebracht batte, und ... dieser blutete frisch. Vielleicht war er durch die Erschütterung des Falles aufgebro'chen'. Aber daran dachte keiner. Alle sahen auf Jenfö und auf das Zucken seiner Glieder. Sie waren wie versteinert von dem ungeheuren Schreck. Da seufzte aber Jento un» erwartet laut, und die Bewegungen hörten langsam auf. 'Seine Augen schlossen sich, und sein Atem wurde wieder regelmäßig. Eine Viertelstunde, später war eö ausgemacht, daß man Judas Plan ausfübren würde, daß man ihn ausführen müsse. Alle Einwendungen waren gegenüber diesem offenkundigen Zeichen von Gott zerstoben. In vielen zitterte die Erregung nach, und fast wäre, so unglaublich eS war, das Mincha-Gebe^versäumt worden. Rcan hatte vergessen, durch die Oesfnungen nach dem Stande der .. Sonne.zu sehen., . , . ■ . '; i . Gleich nach dem Gebet öffnete sich die FaUtüre. Dieder wurde der Sack mit Broten und ein Kessel mit Brühe herabgelassen. Alles spielte sich wie am Tage vorher ab. Als die. meisten Knaben wieder zögerten, von der Brühe zu nehmen, sagte Juda, wer essen wolle, möge es tun, morgen müsse jeder stark sein. Als gegessen worden war, und die Aelteren sich wieder zur Beratung zusammenfanden, sagte Hajim, man müsse natürlich einen Anführer haben. Er schlage vor, daß man Juda hierzu erhebe. Db jemand dagegen sei? - Niemand wendete etwas ein. Die, Vorbereitungen begannen. Diejenigen wurden bestimmt, welche die Eisenklammern aus den Ballen lösen sollten. Dann beriet man,'wie am besten die Ballen aufzutürmcn wären. Und - zuletzt wurden die Drupps aus Aelteren und Jüngeren eingelcilk. Da stand' Juda auf und ging zu Joseph, der in seinem Dinkel saß und die Augen geschlossen hielt. „Das wirft du morgen tun?" fragte ihn Juda. Joseph schlug d:e Augen auf. Er sagte nichts. «Du bist also feige?" bedrängte ihn Juda. Und da Joseph weiter schwieg, gab er sich selbst die Entgegnung: „Sicher, du bist feige!" “ Joseph lebnke sich zurück und sagte: „Soll ich dir erzählen, mein Juda, daß der Tempel in Jerusalem noch stehen würde/wenn die Partei der Zeloten, der Hitzigen und Unbelehrbaren, nicht gewesen wäre?" Juda wollte nichts von Josephs Belehrungen wissen: „Also bist du feige!" wiederholte er ein drittes sslcal. Und er freute sich, daß er das aussprechen konnte. Joseph stand auf:.„Nein, mein Juda!" sagte er merkwürdig sanft, er wandte sich um und sab durch eine der Oesfnungen hinaus aufs Nkeer. Juda biß sich auf die-Lippen und ging zurück zu den Denig später begann David eine Hymne. 8. -Der Schi'ffsbauptmann füllte die gar nicht kurze Bank in seiner Kajüte vollends ausz wie er dasaß, glich er einer gigantischenJNasse von Fleisch. Breit lehnte er über "die Tischplatte und hielt in der Hand eine Eisenklammer, ... .sie war geradegebogen und spitz wie eine Daffe. Er lachte laut und unaufhörlich, daß die fetten, tief berabbängenden Dangen auf und abtanzten.- Der Schall des Gelächters klang von den Dändcn der engen Kammer zurück und verstärktees zum tosenden Gerälssch. Der Schifssbauptwann war in die Tracht der. maurischen Seeleute gekleidet. Die roten Röcke, durch, die man venctianische KondottiereS -vorgetäuscht halte, waren ebenso wie „der goldene Löwe im roten Feld" in irgendeinem Fach, sorgsam aufbewahrt. Es waren Beutestücke, die sich nicht zum. ersten Male nutzbringend gezeigt hatten. Dem Hauptmann gegenüber saß auf einem Schemel der Ncann, der das Boot 'geführt hatte, und durch dessen listige Reden die Knaben'an Bord gegangen waren. Er war der Pilot des Schiffes. Er lachte "nicht, er trug unverhohlenen Zorn zur Schau. . Als der Flcifchkoloß nicht aufhörte, dröhnend zu lachen,-klopfte der Pilot leicht aber ungeduldig auf den Tisch. „Abu Talib!" sagte er, und sein Gesicht wurde noch grimmiger. „Dieser Aufruhr ist kein Grund zur Freude!" Die Züge des Schisfshauptmanns blieben in Bewegung. Sein- Lachen wollte nicht, enden. Erst nach einec"Deilewurden seine Dagen schlaff, die Augen schlossen stch zu schmalen Schlitzen, aus denen er feinen Piloten anblinzelte. „Doch!", antwortete er, „das ist ein Grund! -Rrusa Kasim kämpft,gegen Knaben, er besiegt sie!" cder brüllte er aus, Und geraume Zeit war nötig, bis er imstande r, die Erzählung des Piloten über das Vorkommnis anzuhören. (Fortsetzung folgt.)

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