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Central-Verein-Zeitung · 1936-07-16 · 29 (16.7.1936) · page 5

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
29 (16.7.1936)
Date
1936-07-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 29 * 1.Beiblatt im wm, 16. Juli 1936 Offener Brief an eine Mutter Von Professor Curt Bondy . Gross-Breesen. 6. .Juni 1936. ' Liebe Frau Doktor! > Eben fommt. Ihr langer Brief, auf den ich Ihnen sofort antworten möchte, weil das..,was Sie .sagen Änd fragen,, für uns wirklich sehr wichtig ist. Es hat mich richtig gefreut, baß Sie'mir gleich auf Der Reise von Groß-Breesen, geschrieben und daß Sie ein so gutes Bild von hier mitgenommen haben. Vielleicht aber waren Sie doch nicht lange genug hier, um auch die verschiedenen Schwierigkeiten zu sehen, die jetzt allerdings noch nicht so sehr in die Erscheimlng treten. - Aber ich will Ihnen ganz offen sagen, daß auch ich recht froh darüber bin, daß in diesen ersten Monaten unsere Arbeit hier so gut gegangen ist. Wemrauch Ihr Brief hauptsächlich von dem Positiven in Groß-Breesen handelt, so will ich Ihnen doch vor allem auf Ihre .Bedenken wegen der „M ä d ch e n f r a g e" antworten. Ich bin allerdings davon überzeugt, daß Sie tatsächlich nicht so skeptisch sinh, wie Sie schreiben,, und Ihre Tochter auf jeden Fall nach Groß- Breesen geben werden; doch will ich Ihnen ausführlich antworten, mm Sie ernstlich zu beruhigen. und auch, weil ich weiß, daß Sie oft Gelegenheit haben, mit anderen Eltern, auch mit, ängstlichen Müttern, zu sprechen. . Einem Außenstehenden wird es eigentümlich erscheinen, daß wir soviel Propagandamachen, um Mädchen hierher zu bekommen, denn wir betonen doch immer wieder, daß wir viel zu viele Anmeldungen haben. Tatsächlich melden sich auch sehr viele Jungen, und wir haben schon über 400 ablehnen müssen: aber die Meldungen der Mädchen sind wirklich sehr spärlich! Sie werden sagen, daß es in Groß-Breesen eigentlich doch jetzt ganz gut ohne Mädchen, bziv. mit den paar Praktikantinnen, geht, und ich bin unhöflich genug, dies zu bejahen. Hätten wir hier ein Landerziehungsheim, dann würde ich in dieser Beziehung keine Sorgen haben, würde mich vielleicht sogar aus den Standpunkt stellen, daß 15- und 16jührige Jungen durchaus ohne Mädchen erzogen werden können. Aber Groß-Breesen ist ja nun kein Landerziehungsheim, sondern ein Lehrgut, das jüdische junge Menschen für die Auswanderung vorbereitet, und zwar für eine gemeinsame Siedlung. Wir werden also in erster Linie tüchtige. Landwirte heranbilden müssen, die schon in verhältnismäßig frühen Jahren angesiedelt werden sollen. Run: Siedlung und Kolonisation ohne Frauen ist unmöglich. Fast ebenso unmöglich, daßdie Jungen später Stadtmädchen heiraten, die nicht von früher Jugend an für das Landleben gründlich und. spstcmalisch..vorbereitet und. ' Und noch im- - möglicher. daß innge Männer herauogelien und sich daun irgendwie und -wo Frauen suchen müssen. Tas mag alte» eigentümlich klingen, wenn man bedenkt,-daß.von 14- und .-15 sahn gen Menschen die Rede ist. aber wir -Verantwortlichen müssen, diese Probleme durchaus klar sehen. Aber Sie meinen, daß es mr Eltern noch kein genügender Grund ist. ihre Mädchen nach Groß-Breesen zu geben, iveil die Jungen siedeln wollen. Sicher richtig: aber bitte, erlauben Sie mir, .Ihnen ganz offen zu sagen, daß ich die Haltung vieler jüdischer Eltern ihren Töchtern gegenüber sür reichlich kurzsichtig und unüberlegt halte. Weil man die Mädchen heute noch im Haushalt gut beschäftigen kann, nnd weil viele Eltern noch das Geld haben, ihre Töchter nach der Schweiz oder . nach Holland in ein Pensionat zu geben — mit der stillschweigenden Hoffnung, dort werde sich auch der richtige Mann finden — schließen sie die Augen vor der Frage, was eigentlich später aus den Mädchen werden soll. Ich fürchte, daß sich diese Kurzsichtigkeit bei vielen noch bitter rächen wird. Aber jetzt kommt Ihr weiterer Einwand: es können doch nicht alle' Mä'dche.n B ä u e r i n n.e.n werden, weil nicht alle dazu taugen, oder Lust haben: wenn sie aber einmal in Groß-Breesen sind, bleibt ihnen keine andere Wahl mehr. Wir hoffen allerdings, daß die meisten Mädchen, die wir hierher bekommen — sofern sie tüchtig sind --- als Siedlerfrauen ausgebildet und mit uns autzwandern werden. Aber wir sind uns klar darüber, daß wir. jedenfalls im Anfang, keinerlei Verpflichtungen . seitens der Eltern oder der jungen Menschen verlangen dürfen. .Es wird sich erst in der praktischen Arbeit — und dann verhältnismäßig schnell — zeigen, ob die Menschen arbeitsmäßig und charakterlich den hohen Anforderungen gewachsen sind, die wir . an sie stellen müssen; fernerob sie ein so starkes Gemeinschaftsleben, wie es notwendig sein wird, führen wollen und können. Es wird darum auch keine Schande sein, wenn manche Menschendie zu uns kommen, Groß-Breesen bald wieder verlassen. Ich könnte mir auch denken, daß sich gerade hier erst deutlich zeigt, ob eine besondere Begabung oder ein ansgespröchener Berufswunsch vorhanden ist, den man dann noch immer berücksichtigen kann. Vielleicht bleibt zum Beispiel ein'Mädchen ein Jahr bei -uns und geht dann ans das Kindergärtnerinnenseminar. um nach dieser Ausbildung mit uns zusammen auszuwandern. Jedenfalls liegt irgendeine Gleichmacherei gar nicht in unserer Absicht. . Auch Ihr Bedenken, daß zu viel Wert auf die Airsbildung der Jungen und zu wenig au! die der Mädchen gelegt werden konnte, kann ich zerstreuen. Sie haben -ja .die Leiterinder Hausivirtschast genngend remiengelernt um zu wissen. daß man ihr die Mädchen wirklich gern anvertrauen kann. Es ist klär, daß sie auch Hilfe - bekommenmuß. - wenn mein- Mädchen .hierher-kommen. - - . ..- lieber die Sorge, daß unsere Menschen chiernn schlechten Siuire verproletarineren und oer- .-bauern, haben, wir za gesprochen.. Wir legen bei den Jungen uird Mädchen den größten Wert auf die geistige Arbeit- und wenn es damit im Augenblick noch schlecht bestellt ist, dann .darum, weil wir mitten im praktischen Aufbau, und'mitten-in. der Ernte stehen.,wo jede Kraft nötig gebraucht wird. Das wird sicher in den .Wintermonaten.-anders werden. Ich-weiß nicht genau', ob ich Ihnen den Bogen gegeben-habe, auf dem - - im Anschluß an den allgemeinen Erziehuiigsplair, den Sic ja haben —- die Unterrichtsfächer für die Mädchen aufgeführt sind. Es sollen also Kurse eingerichtet werden in: n) Hauswirtschaft: Küche. Wäsche. Plätten. Mäßen, Brotbücken. Eilimachen. b) Gärtnerei. c) Kleintierzucht. ck) Milchwirtschaft in allen Zweigen. Theoretischer U n t e r r i ch t: Eruährungsfragen. Hygiene, Lebensmittel, künde, landwirtschaftlicher zind gärtneririscher Fachunterricht. Ich glaube, daß die Mädchen eine wirklich gute und breite Ausbildungsgruitdlage bekommen. die sie befähigt. gute Siedlerfrauen zu tverden. die für sie aber auch nnbedingt nächtig ist. wenn sie nicht geineiuschast-, lieh answandern sollten. -- Ich hatte bei ineincr Palästina-Reise so oft' den Eindruck, daß unsere Frauen dort es nicht so sehr schwer hätten, wenn sie in ihrer Jugend richtig kochen, scheuern, waschen, mähen usw. gelernt hätten. -- Sie wollen Ihre Tochter jetzt nicht gern hergeben, iveil noch so w e n i g,M ä d ch e n . hier sind. Ja. das bekomme ich immer wieder zu hören! Aber was soll äch denn d-agagen ^machen? Wenn nur einige Eltern etwas inehr " Schneid Hütten, würde dieser Einwand bald hinfällig sein.' Ich will. Ihnen.'ganz, offen sagen, ans die Gefahr hin. von Ihnen als anmaßend angesehen zu werden: Groß-Breesen braucht jetzt sehr notwendig Mädchen. I>t wenigen Monaten aber wird es modern-sein, die Mädchen nach Groß-Breesen zu geben, und dann wird bald kein Platz mehr sein. Sehr viel ernster nehme ich Ihre Frage, wie . ich mir das Z u s a mm c n I e b c n v v n I u n g c n u n d Rc ä d ch e n denke. Ganz UNSERE VERKAUFSGESCHÄFTE. ALLIGATOR » nd g\it« Berlin. Tauentxlenstrafee 16 ..Hamburg. Jungferuatlea 43 K 6 I n a. Rh:. Höhestrifij! 115 F.aaen. l.lmbeckttrafee 10 Eaaen, Am HanptbahnhoMO Rrvrhum:, ^Korttlmstraie 67 Frankfurt a. M.. Robraarkt 15 Zentrale. O'f tenbach a. M Wuppertal-F.Iberield, HeriogstTafie 36 mit llteebt selireibeu Sie. daß inan.doch eigentlich mit der Koedukation keine.altzu guten Erfahrungen-geniächt hat. ,Bor einigen Tagen habe'ichden Brief eines Vaters bekommen, der ..eine lOOprozentige Sicherheit dafür - verlangt, daß in sittlicher Hinsicht Verfehlungen äiiSgefchlosfen" sind. . Ieb konnte il,m selbstverstäiidlieli diele Zusicherung »ieisi geben, denn kein Menich kann so etwas znsichern, und der betreffende Vater irrte sich ziveisellos. wenn er glaubte. ,.daheim in der Lage zu sein. die Kinder stündlich zu betreuen und siihvon leichtfertigem Umgang fernzuhalten." Sie liaben die saubere Atmosphäre und das Vertranensberhaltnis zwischeu Ae'ltereu und-Jüngeren bei uns keiinengelernt. Tas find notioendige Voraussetzungen. um Vi'ä'delien und Jungen zusammen z» erziehen. Tiefes ganze Problem kann doch nur im-ßi'alunen der allgemeinen Erzielsit'iigS- - grundsätze. betiiuhtet loerdeu. LLir ivollen unsere Vchnsciien zu einer sell'slbcl,errichten. --offenen, benuißteii iiud vor allen T.ingeu v e r a n t io o r t l i d) en H a l t u » g erzielie». - Auster dieser allgeiueiueu Haltung muß lieh aueh das Verhältnis-der Jungen zu den Plädelien gestalten. Ich kau» -also Nur Zusagen, , daß Nur alles tun loerdeu. um in diesem-.Sinne die Haltung der Vtenschen. die uns anvertraut sind, zu -bilde».' und ichiiliiiiiiiliiiilliiiiiilililiiiilliiiiiliiiiil.illiliil»lilliiil»illiii»iiliii»liiii»i Rechtsanwalt Tr. Hans Fritz Abrahatn.- Beriin,,wurde durrti.einhelligen Lsigdiluß des Hauptvorstandes in den H >1 u P t o o r - st ,i n d d e s. E. B. gewäl>lt. Tr. .Abraham ivar Rlitglied des .Vorstandes des Berliner Auwaltvereins lind der Berliner '.Ainvaltskannner und in zahlreichen juristisctien Gesells^afteu führend tätig. Er ist Verfasser einer Reilze von juristifeilen Werken <Kommentar ziu'n Aufivertungsgesetz und zur Gvkdbilauzverorduung) und hat anrh auf reditsphitosophisrliem Gebiet gearbeitet. Vor etwa zwei - Iähreu ersrluen sein Buch ..Programmatisdie Sdirifteli"., dasedie E.-V.-Feituug in dem Llussatz in Leben für' das Recht" dureli llieditsaiuoalt Ma-r.Abel,- - Essen, gewürdigt :hat. Tiefes Buch enthält neben zahlreidien jiiristisihen Arbeiten ans allen lliediksgeläeteii pliilvsvpliisehe und fnltnrpolitische Abl>andliingeii. „Oer schiefe Spiegel“ Ein Kabarett der Berliner Künstlerhilfe Unter allen Anzeichen eines lauten äußeren Erfolges eröffnete die Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde Berlin ein Gastspietkabarett „Ter schiefe. S P i e g e l". Das Unternehmen : hat betont nicht den Ehrgeiz, zu den bereits bestehenden Kleinkunstbühnen und Kabaretts eine neue ständige Einrichtung zu schaffen: es will, auf sozialer Grundlage, einigen von früher her bekannten Schauspielern, die innerhalb der engen Grenzen der Kulturbundbühnen nicht beschäftigt werden können, eine Möglichkeit der Betätigung bieten. Diese löbliche Absicht wurde auch, vom Darstellerischen aus gesehen, in der 'Hauptsache-erreicht. Was das Repertoire des Abends mit der Aufführung der Probenszenen zu einer Revue „Ter schiefe Spiegel" — (Theater auf dem Theater!) — und dann, in geschickter szenischer Steigerung, mit der kurzen „P f ä n d u n g s o p e r" darbot. bestätigte nur die von früheren Kabarettaussührungen gewonnene Ansicht, daß die sog. Kleinkunst erst den Weg finden muß/ um auch für das Kleine.- das scheinbar Unbedeutende und nebenbei Liegende künstlerisches Neuland zu erobern. Was wir in der Revueprobe „Der schiefe Spiegel" sahen, war Witz von vorgestern, der seine Wirkungen nicht aus dem originalen Einfall, sondern aus oft erprobten Kulissenfcherzen, bequemen Requisitenspäßen und parodistischen Einlagen bezog. So wurde die einleitende Szene zwar nicht der scharf geschlissene Spiegel, der typische Charäkterzüge in komischen Reflexen zurückwarf, sondern nur ein anspruchsloses Quodlibet, das eine Bühnenprobe mit allerhand gesungenen und getanzten Variationen aus hpm .ffttTijiaüIpfHMi rfrrn^n ninTj 'hie.ifpntimprtfnfp" Rote nicht fehlte) in eine grell-parodistäche Beleuchtung rückte. Ter zweite Teil des Programms brachte mit der ..Pfändungsoper" eine musikalische Groteske, die das Parodätäche auch in Inszenierung (Nicolai Eljaschoff). Kostüm, und Bühnenbild (Heinz C o n d e l l) bis ins Expressionistisch-Exzentrische steigerte. Der Vorgang, um den sich eine nur unbeträchtliche Phantasie bemühte, verschwand hier hinter der nicht ungeschickten Verbindung des durchkomponierten, gesungenen Textes init der rhythmisch oit gestrafften, dynamisch amüsant gestuften', travestierenden Musik — eine Kombination, für die Leonhard Heinrich verantworltich zeichnete. Das Wesentliche des Abends war die Irt'endige. beschwingte Darstellung, die uns --- von einigen Aufdringlichkeiten abgesehen —, vor. allem mit den beiden ausgesprochen komischen Talenten von Erna C o h n (Lorenz) und Alfred Lichtenft.e i n (früher an der „Koinodic" in Dresden) bekannt machte. Beide griffen überden Einzel- Witz und die vorgeschriebene Einzclsituation weit hinaus und versuchten. das Konventione'll- Atarionettenhaste ihrer Figuren einer selbstironisierenden, heiteren Charakteristik anzunühern. Alan nwch'te die beiden einmal vor bedeutendere Aufgaben gestellt, sehen. Sonst traten noch Herbert M. e v e r o w i h und Heinz K a h n e * mann hervor, von denen Ateyerowitz das groteske Elenxent der Rolle eines Gerlchtsvollziehers in bufioähnlicher Haltung hervorkehrte. In 'dermus-ikakischen Leitung beider - Darbietungen ' bewährte sich Hermann (Lndivig) Schlesinger am Flügel, durch Werner Bär an einem zweiten Instrument gut v-i ersiutzt. H. L. Konzerte und Vorträge Für Ernst Drucker (Biolinel und Kurt' Heinemann (Klavier) verlies ein gemeinsam ansgesührtes Konzert in allen Anschluß'lädten des Jüdischen Kulturbundes Rlhein-Ruhr sehr ehrenvoll. Ter satte, gesunde Ton des Geigers, die absolute Zuverlässigkeit seiner Technik und seine -üilüüie-re Gestaltung baben ihm schon länast ver-. diente Anerkennung eingebracht. Eine Leistung von Rang ist die Begleitkunst. besser: Mitgestaltungskuili'l Kurt Heinemanns zu nennen:' denn immer wieder ät dieser hochbegabte Musiker bestrebt. mitzusormen und dem Klavier ungeahnte Klangwirkungen zu entlocken, um als „Sucher" auf dem Airschlagsgebiet neue Wege zu finden. Der erste Teil des Abends brachte die Chaconne von Bitali. das I)-änr-Ki/>zert von Mozart und das Duo on. Ivon Scl,nbert. der zweite Teil kleine Stücke, die Drucker mit Bravour vortrng. Der K u l t in b u n d München besll>loß die Spielzeit -mit drei wohlgeluiigenen Nunzerlen. Im ersten bot das Piünchner Knltu rbiliido r ch e st e r ldnrch l'> Bläser des Berliner Alul*. turbundes verstärkt) Beethovens Erste iind Haydns Londoner Sinfonie. Boris Schwarz erwies .sich mit Beethovens Vivliiikvnzert als ein üiun'tler von höchstem Rang. Kapellmeister Erich Eisner als. Erzieher des an Präzision und 'Einfüh. luiigsverinögen wesentlich gewachsenen Qrchesters und als feinsühliger Alnsiker, Das, Münchner Orchester errang noch nie eine» so schönen, verdienten Erfolg. Bei einem A b e n d Al ü n ch n e r .« ü n ft! c r erfreuten die Sopranistin ..Zrina St cm, Liselott -W e iß am Klavier und Dr. Benno F l e h i n g e r (Biolincellv) als gediegene Vertreter ihres Fachs. Ter Bassist Walter!>i i eß zeigte sich vor allein mit Gesängen von Alahler und Wolf als besonders befähigter Gestalter. Ein .Nlavierabcnd Bruno Eisndrs i» der Hauptsynagoge war Höhepunkt und Abschluß der Saäon, Alit Werken van Beethoven, Ehvpin und Schubert verm'vclite erdie ergriffene .Hürerichar zu begeistern und zu erheben. - lj— mm Schon lange bestand das Bedürfnis, für die ' am' dem flachen Land in Hessen-Nassau wohnenden Juden kulturelle Veranstaltungen durchzusiihren, weil sie von der Änlturbiindarbeit der Großstädte nicht erlaßt werden. Der Provinzialverband für. jüdäche Wohlfahrtspflege in Hep'en-Nassau hat die Initiative ergriffen und kürzlich in Homburg v. d. H. einen B u n t e n Abend veranstaltet, der auch ans den ninliegenden Gemeinden ausgezeichnet besucht war. Das Programm zeigte gutes Niveau. Anerkannte jüdische Künstler Frankfurts waren zur Aiitwirkung herangezvgen worden. Die Darbietungen lösten größten Widerhall aus, Haus Aisenheim brachte im. ,,Baja;zo"-Prvivg die Kultur und .K-l-angschönheil seiner Stimme voll zum Ausdruck. Solie Selig mann zeigte in Rezitationen grvßes Können. Ten größten^HErfolg errang Edith Eile n h e i m e r, die. glanzend bei Stimme, die .Zuhörer' zu iiüimischer,Begeisterung hinriß, W.-l-- chen Anklang Alfred Auerbachs süddeutsche Geschichten Enden, är besietts bekannt. Trude R o s e n b n s ch - A u e r b a ch gab prachtvolle Proben il,rer Tanzsiuis!,. Friedrich Buch zeigte in dem adsctiliesieudeii- SKtet, ein für lein Alter erstaimtidies Kannen, Alar Firnberg bewäl)rte sich erne,ut als Begleiter van l>ohe,i Guaaen. V. II. .1. E l s e B e r 5 a w > lr uiiö Kapeltmeiiter Geti) a r d B e r l o w i tz. viaiiiivver. gaben in Güttingen einen Lieberal'euo mit Liegern von R(a>>- ler. Aleyerbeer und anderen jiidäclieii Kampa-- niste».-. Tie Sängerin erirente -mit ilirem zarten. >nvl>lkliiigeudeii Koloratiiriaprän. .Kapellmeijtec Berlowis!. der ieii,is„i,ige Begleiter, -trug diird) . de» glänzende» '^lurtrag einiger Pl)niitasieii über - jiidische iKulksweiseil meientlich zum Gelmgeu des 'Abends bei. Jüdischer Kulturbund Berlin. Tie mictjite Premiere ist Rtalnars Komödie ..Große Liebe", Regie: Friß L>!) i N e >>.- T-as Stäcf ist bisher nur in Wien zur -Aiifsiihrimg gelangt, mo es eiiien großen und langaiil>altenden Er'olg l,atte.?aul IVlüli8ani Ter Tichter der Einsamkeit „nrd am >7, Juli sib Jahre alt. In zahlreiclien illiöiie'ii Bänden liegt sein Werk. Verte und Proia. vor uns die „Gespräche mit Gott" etwa. Das „Schicksalsbiict) der Menschheit".'.die ..Sonette ans der Einsämkeit", ..Nlel>r Me»i'ct>!". ' die imiiidervvll.- zarten ..Worte an meine Tochter" und ..Ter Ewige Jude", ein Buch voll last erschreckender Vorahiiriiig jüdischen Schicksals. Tie ..Verteidigungsrede des Sokrates", Platon bild!,ast-schlicht nachgestaltet. zeigt den Nteister der Ue'bertragungskum't. Ein MyNeriein'piel um. die erste» Menschen. „Ter Hügel", harrt auch heute noch Des wagemutigen Tramaturgen. der es. auf die Bretter Ein reiches Schassen, in keine Schablone liternarächer- ./Richtiiiigen" zuzwängen: mehr Priestertum als Tichtung: ein tie'eS Ethos.: erfüllt van der Ehrfurcht vor dem AIlmäc!)ligcn und von der Liebe zu Mensch und Natur: ein Ethos, wie es mir die geläuterte Weisheit einer ansgegljcheuedlen Persönlichkeit atmen kann. Seit ein.paar Jahren, 'eit 'einer llet'erüedlimg nach P^^ßiua, ruht Paul Mühsäms Feder.

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