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Central-Verein-Zeitung · 1936-07-09 · 28 (9.7.1936) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
28 (9.7.1936)
Date
1936-07-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
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. llutlzei ALLIGATOR' UNSERE VERKAUFSGESCHÄFTE. Eaaa« An HauptfcakalurflO Bochum, 'Kor lM„ E Offoabach a Hamburg.' Eaaaa. LfanbedofeaSa 10 WappmtaMBbarfeld, thficpttiit 36 scheu ' LÄens . durch Berufsschiilung und Jtigendwohlscrßrt", „Wa'ndmmgssrckgl'n von: Standpunkt dev -sozialen Arbeit''- /.-„grauen- - und Kinderschuh". ■■ Eine Tagung wie die Londoner bietet Ge» , legenheitdie jüdische soziale Lage'in der Tia» - spvra objektiv zu analysieren, hierin liegt bereits die Garantie, daß sie um ihrer Arbeit willen von einer falschen Politisierung gesichert ist. Wir kennen aus der Anssprache innerhalb der Organisationen für soziale Arbeit in Deutschland, daß von manchen Seiten her der Versuch gemacht wird, auch die Sozialarbeit von jenen jüdisch-politischen Gesichtspunkten her zu leiten und durelizuführen. War gestehen gern zu. daß man die Leitung politisch anfinachen Tann, aber wir bestreiten, daß innerhalb der gegebenen Situation eine, andere als eine zwangsläufig praktische Regelung der sozialen Röte diirchgeftchrt werden kann. Auf welchem jndisch-yolitischen Stand- - Punkt die Sozialarbeiter.stellen, die Terminologie mag wechseln; es wechselt aber nicht der jüdische Mensch als Objekt jüdischer Hilfe und das Quantum jüdischer Hilfsmöglichkeiten innerhalb der einzelnen Länder lind innerhalb der Welt. Die Konferenz wird ihre Aufi gäbe erfüllen, wenn sie ökonomisch-richtige Beschlüsse faßt. d. h. solche, in denen die stärkste Wirkung mit den int Einzels all geringsten Mitteln erreicht wird. Die Frontkämpfer in Wien Einen erheblich deklamatorischeren Charakter als diese drei Arbeitskonferenzen hatte-der 1l. jüdische Frontsoldaten-Wcl tko ii groß in Wien, über den lvir bereits berichtet haben und,-an anderer Stelle dieses Blattes noch Einzelheiten nachbringen.;■ -vier, wurde ein Programm angenommen^ das die von der tllLL>I-Sitziing bestrittene Lösung aller Schwierigkeiten enthält — sofern es möglich wäre. es in der lZßelt der Wirklichkeiten dnrchzliseßen. Bttt Stolz nnd Dankbarkeit wird mail in älteil jüdistchen .greiseil der Frontkämpfer gedenken, die, -unter welchen Fahnen sie auch immer für die Länder kälnpsten, die il,re Heintat sind, die Heiinat ilirer Borfahren lvareil und die Heimat ihrer Kinder sein sollen, mit Hingabe und Oyserbereitschaft ihre Pflicht erfüllt haben. Mai, wird nur nicht anerkennen können, daß allein in der Tatsache .dieses'Heldentums auch die Qualität zu einer richtigen und praktisch vcrwirtl'Wntigssähigeil Erkeniitnis der jüdischen Situation nnd ihrer Peliordnnng entl,alten sei. Die Dokumentation guten 'nnd freudigen Willens zur jüdischen Arbeit wird sicherlich, starkes Echo ichecken, und es ist zu hoffen, daß die jüdischen Führungen in den einzelnen .'Ländern' die Fähigkeiten besitzen werden, diese lebeitdigen. Zlräfte in il,re Arbeit eittznspanitelt und die Aeußernngen gesunden BtenschenberstandeS. die der. Wiener Frontkätnpfer-Welt-KPngrcß zu dem jüdiseheil Probleul gebracht hat, praktisch. ausznnntzen. Jüdischer Weltkongress? Gleichfalls als Weltkongreß bezeichnet sich ein Unternehmen. das seit Fahrenjeden Sommer die silbische Oessentliehkeit beschäftigt, leider aber nicht lvie die berüchtigte Seeschlange als 'Berlegetttzeitsstlller wegen illangetuder aktueller Gesctiehuisse: der I ü d i s ch e W e I t k v n g r e ß. Den Standpunkt. deil man zn diesem agitatorisch so verlvckeilden Uilteriletunen einnehmen. soll, liat ein-sehr maßgebender Führer' des englischen Judentums. R'eville Last'i. dal,in zrisamiilengesaßt: der Kongreß sei. überflüssig, da bereits Organisationen bestellen, die sich mit denselben Problemen befassen, lvie sie ans der Tagesordnung des.,Kongresses verinerkt sind, lind die Bedenken bestellen zu recht, die der Präsident der Weltvrganisalivn der Aglldas Fisrvel iin Btärz äußerte, als er dieIdee des Weltkongresses als zwecklos nild gefährlich ab» lelilite. ..insofern sie die Turctzsichrnng allgemeiner Waisten in der ganzen Welt lind die Schasfung einer südischeil Parlamentstribüne zur Produktion oratorischer Glanzleistnilgen ins Aiige saßt". x\n der Zwischenzeit liaben fast alle jüdischen Organisationen undKöryersäiasteil inren Standpunkt zum sogenannten Jüdischen Weltkongreßfestgelegt. Das Bild liat sich gegenüber den.früheren Fahren wertig —nariäigben. Ein aewiüer Kreis, vor allem vorbereitende Konferenzen, haben freilich auch nichts erbracht, was den ablehnenden Standpunkt der Kongreßgegner- .hätte ins Wanken bringen können. Deklamationen, Proklamationen. Demonstrationen — -und die praktische Arbeit wurde vorher und nachher in anderen Gremien gemacht und wird auch diesmal gemacht werden, wie unsere Zusammenstellung heute erkennen läßt. Ter. Kongreß stellt immer wieder den Versuch an. eine einheitliche Judenlage vyrauszusetzen, um sie .durch eine einheitliche Formel'zu lösen. Nichts hat besser bewiesen als die Ereignisie des-letzten Jahrzehnts, daß es weder . diese einheitliche Judenlage, noch etwa die. einheitliche Jndenlösung gibt, ja daß sogar der jüdische Mensch, um den es sich ja auch l;ier wieder im Kern einzig und allein handeln darf, in allen Teilen der Welt ein verschiedener ist. Sofern der Kongreß also eine akademische Diskussion über jüdische Probleme führen wollte, wäre dagegen nichts einzuwenden; da er aber eine jüdisch-politische - Führung in der Welt für sich in Anspruch nimmt, mutz.ihm diese, in aller Entschiedenheit bestritten werden. Es ist im Kreise der praktisch tätigen jüdischen Organisationen keine Lücke vorhanden, in die dieses. Rumpfparlament mit-dem Namen . des Weltkongresses legitim eindringen könnte; es wird deshalb wie bisher außerhalb der jüdischen Gesamtleistung fürdas. Judentum, stehen. Auftakt zur Tagung der „World Union f or Progressive Judaism“ a m e r ik a i n s ch e r Pe r > ö nl i ch k eil ein' der sich' s Tiv ' den Kongreß ein seht, hat auch in europäischen Ländern einen gewissen Anhang. Die zahlemnäßig bedeutendere und innerhalb ihrer Heimatländer jüdisch-politisch einflußreicheren silbischen Institutionen und Persönlichkeiten halten 'ich iern. Die bisherigen so- . genannten jüdischen Weltkongresse.' die eigentlich im Kern nichts anderes waren als Svinlerbvriebt kür die C.-V.-Zeitunjr H. K. London, « Juli. l- Der Bestickter, der an der diesjährigen Konferenz. der ,.World 'Union for Progressive Ju- (laisni‘‘, teiliiehinen will, weift mittlerweile, daß „NUß Mvntagn sich freut, au der .Konferenz im Juli teilnehmen zu können". Es ist ihm auch unter, dessen bedeutet tvorden. wo er seinen Freitagabend-Dinner einnehmen unrd nnddaß Air. und Airs. Joseph Sonnabend abend zu Haiite sind, tun die -halbe Welt und ihn in ihrem wunderbaren Garten zn empfangen. Sie scheint zunächst nicht eben anstrengend, diese Konferenz. Den Delegierteit ist eine mäßig besetzte Tagesordnung übermittelt worden nnd den Kvrridvrgespräehen — ans nnserit Borschlag hin — ein breiter Rannt gelassen. Die Konferenz beginnt am Freitag, dem .10., morgens, mit der allgemeinen 'und gegenseitigen Musterung. Mau freut sich schon, in dem Durcheinander von Begruftnugeii. Wiedererkennen. Steifheit und Bnrschikosität die charakteristischen Köpfe der Konferenz anftauchen zu sehen: die hohe Erscheinung Elande G. Ai v u t e f i o r e 's . die - mütterliche Hi.lfsbcreitschift von Lily H. M v n t a g n . den scharf Profilierten Kopf von Aabbi Aiattiick, London, dem Ehairman des ivichtigften Kvnferenzgesprachs, das ünteressante Jntellektuellcngesicht des Konferenzrcdners Aiax T i e ne ma n n , Rabbiner in Offenbach. Am Nachmittag die tmförmliche Eröffnung, die die praktischen Fragen des religiös-liberalen Jiideninms in den verschiedenen Ländern znm Gegenstand ihrer Anssprache haben tvird. Der Gotte-sdienst am Sonnabend findet diesmal in der!kbcst-Lvndon°Synagvge. nicht wie bisher geivöhnlich in St-John's Wood statt. Tie Predigt hält Felir Leuh, Ehieago. Ter Sonntag ist ansschlieftlich der Rvnnd- Table-Konserenz Vorbehalten. Das Thema lautet ..Freiheit niid - Autorität im religiös-liberalen Fndentnm". Erstmalig findet keine Kvntitec- Sitzung, kein Jugendtreffen, kein Bortrag statt. Die Wichtigkeit des Theinas hat alle übrigen Fragen verdrängt. ' - II. Das Thema hat seine Geschichte. Bor zwei Jahren tauchte es znm ersten Alate ans, als Dieneutatut mtitig und scharf, lvie er mm einmal zn for- ■ mnlicren pflegt, in den anfhvrchenden Saal hineiilries: „Wir stehen genau an der Stelle, an der Abraham Geiger vvr 100 Jahren gestanden hat." Das Wort schlug ein. Noch am N'achmittag trat rin kleiner Krci? promiilenter Delegierter zusammen, . um die Aenfterung gesprächsiveise aniznnehmen nnd iveiterztisühreit. Italien e r ergänzte Dienentann durch seine Forderung nach dem Gesetz. „Es iü ztt viel mit dein Rotstift gearbeitet tovrden im liberalen Jndeitttim". sagte er. ..da,ist zuviel. Bcgnentlichkeit -und llnvcrbindlichkeit. Die Antorilät ist zerbrvchen." — „Wessen Antvritäts" lautete die Gegenfrage. Das Gespräch blieb fast im halben Satz stecken. Im.Vorjahr, im Haag, wurde es fortgesetzt. Hier tvtirde ihm Paroli geboten. Schtilman, ztteivzhork, bestritt die Legitimität der Fragestellting. Er.. vermutete hinter ihr deit Zeitgeist, den er nicht respektierte. Die Schärfe des Gesprächs drohte den - sachlichen Rahinen zn sprengeit. Dienemaitn blieb ruhig. Er hatte die Jugend zur Assistenz, und — seltsam — ihren Wtiitsch begriff Schnlman als berechtigt und fruchtbar. Ein sehr herzliches Jtisatnmenseiiis Schtilmatts und der Jngeitd anfterhalh des strengen Tägtingsrahmens war die Folge. Mitz Moistagu war es. die das.Thema -.der- Autorität znm alleinigen Thema der diesjährigen Konferenz vorschltig. . III. _ Das Thema kommt also ans Deutschland, aber ob-die-Antwort von dort her kommen tvird, scheint fraglich. Ja, ob überhaupt eine Antwort konnneit tvird, ist keinestvegs getvift. ' ES tvird jedenfalls fallch feilt, mit patentierten Meinuugett auzurücken. Der Delegierte ans Deutschlaitd neigt oft dazu: seine Ansicht svll stets allgemeingültig sein. Er verlegt die Antvrität bisiveileit schon itt der Melhvde. Diese BeiveiSsnbrung TheuzK bereits seit mehreren Atonaten in Angriff genommen. Borbereitet bedeutet nicht: einheitlich. Die Unterschiede, die sich schon hier znm Thema der Antvrität anstaten, tvaren keiitestvegs nur gradueller Natur. Die Fragestellung lautete anders. Sprachett die einen vom Gesetz, so meinten sie die Bielsalt der Gebote lind die Schtvierigkeit der persönlichen Untorordnnng. Sprachen die anderen vom Gesetz, so meinten sic die Eristeuz. jenes Gesetz, tintor dein mau angctrctcn. Bielsalt und Zahl selhit tvaren von nntergcvrdneter Bedentnng. Hie Schnlchan artich —chte cristentielle. Wesetttlichkeit. IV. Es ist nicht abzusehen, wohin der Strom der Disktiisivn in London treibcit wird: es wird ein sehr breiter Strom sein. Nicht frei von Untiefen, aber auch nicht ohne mitreifteude Kraft. Wir hoffen sehr, daß inehr als.nur die Ertttnerung das Resüinee dieser Londoner Tage sein wird. Jhat 'mitunter schon oü ' die Delegierteit anderer Länder befremdet. .Sie sprechen vorsichtiger, manchmal möchte man sagen — naiver. Es hat nicht alles letzte wissenschaftliche Tiefe und feinsten sprachlichen Schliff, aber dafür überzcttgt oft mehr die Schlichtheit, ivenn der Engländer spricht. Die Delegation. ans Deutsch'land. namentlich die Jugend, kommt diesmal nicht unvorbereitet. Sie haj zum Teil m einer ArbeitSgemeinschcist das Der Verlaut des Weltkongresses der jüdischen Frontkämpfer Der Bürgermeister der Stadt Wien, Vizekanzler a. D.- Richard Schm-itz, empfing eine z'lbvrdnnng des Kongresses der jüdischen Frvittkämpfcr und wüitschte dem Kongreß gutes Ge- An der Gedenkfeier ans dem Wiener^Zentralfriedhof nahmen-zwei Ba:taillone des Bundes der jüdischett. Frontkämpfer -Oesterreichs mit ihren Fahnen, sämtliche Kongreßdelegierten mit den Fahnen der verschiedenen Länderorganisationen und eine gahlreichc Menschenmenge teil. Bor dem A'catisvlettm bezogen sechs mit der Goldenen Tapfer» keitsmedailleausgezeichnete jüdisckic FrMtsoldaten Oesterreichs den Ehrendienst. . Namens der ausländischen .Delegation sprach der Atnerikaiter E r a d i t v r Worte des Gedenkens, worauf sich die Falnten senkten. Atit einer Desiliernng vor dem Atansvlenm schloß die Tranerfeier. Ant Actttwvch, den l. Juli, veranstaltete der polnische Gesandte Gaivrvnski für die in Wien weilendeit Vertreter der jüdischen Kvmbattaittettorgantsation.,Polens einen Empfang im Gesandschastsgebättde. Bei der Erössttuttgssitztmg des Kongresses hatte der Führex der englischen Tclegation, Alajvr tiii t .li, eine Botschaft Lord M c l ch e t t s vvrgelegt, in der die Hofsntiitg ansgesprochen tvird, daß es gelingen tvcrde.. eine gemeinsame üFro.ttt zttr Bertcidigttng jüdischer Rechte zti schassfen. Major Earo übermittelte aucheine Botschaft des Präsidenteit des Hoani of Deputies., Captatn Neville L a ski. der den Wunsch' attsdrückte, es möge dem Koitgreß gelingen, die Einignttg des Judentttms itt allen Ländern herbeizttführen. Nach Ansprachen des Führers der französischen Delegation. B a n ik o f s, und des Führers der btilgarischen Delegation, Oberst T a d g e r , erklärte der Führer der politischen Abordnung.' B.r eg ma.n n, die polnischen Juden Hütten ihre Pflicht sowohl in der Legion.des Marschall Pilsudskis als auch in denüleihen der jetzigen mächtigen polnischen Armee stets erinllt. Marschall Pilsudski habe gesagt, daß es unter seinen Soldaten keine Unterscheidung nach üleligion und Rasse gebe. 'Rach' den Redep der Bertretcr der anderen Delegatioiten, hielt der Führer der österreichischen Delegation. Oberlentnant Ernst Stiassnh, das Schlußwort. Die-Führer der answärtigen Delegationen auf beut itt Wien tagenden Weltkongreß der jüdischen Frontkäinpser sind am 2. Juli vom. Bizckanster B.a a r - B a r e n s e l s empfangen, worden. Die Delegierten totirden dem Vizekanzler durch den - Präsidenten des KongresseSJÄnndessührer Hanptmaitn a. D. Edler, von F r i e d m a n n vorgestellt. Der Führer der englischen Delegation, Major . Earo, brachte den Dank, der Delegierten des 'BZeltkoiigresies für die herzliche Anfttahme in Wien zunt Ausdruck. Hierauf begaben sich die Delegationsfültrer in das Akinisterittm iür Lattdesvert'eidignng. tvo ne von Staatssekretär General der Infanterie Zehne r eittpsangen wurden, der den Gästen mit Importen kameradichastlicher Begrüßting dankte, daß sie der gefallenen österrcichischen Kameraden pietätvoll gedachten und in der Ehrcnhalle des österreichischen Ehrendenkmals im Namen des tlüeltkongresses einen Kranz niederlegten. „Als Frontsoldat und Truppenvisizier hatte ich Gelegenheit zn reichen Etsahrutigen mit jüdischen Soldaten unh rffipn-PH—SN—der° Kampfs-ront", 'agte e'r. „Es ist meine feste Ueberzengnng. daß die jüdischen Soldaten sich tapfer geschlagen nnd ihre Pflicht gegenüber dem Vaterland voll und ganz erfüllt haben." Atarincoberleutnant Abraham C r a d i t v r gab als amerikanischer Telegationsiührer der Genugtünng über die anerkennenden Worte des Staatssekretär.? Ausdruck. Der Kongreß '.nahm eine Reihe von Entschließtingen an, zn denen mir im- Lciiarti-lel dieser Nummer StcUung nehmen. 6eä»clit»ukeier Iür Julias Brodnitz in Breslau Die Ortsgruppe Bres l.a ti .des M. deranstaltete ant 4. Juli im großen vS^jiinfl-2aaI eine würdige und erhebende Trauerfeier für Julius Brodniü. Die Jimgen -und Mädel des „Ring^ hatten an den Seiten des Saales Aufstellung genomnten, eine feierlich gestiinntte Zuhörerschaft, an der Spitze der Geiucindevorsitzende, Stadttat a. D. L c ß , Gcnieinderabbiner Dr. B o g e l st e i tt, Vertreter aller jüdischen Organisationen und Vertreter der E.-V.-Ortsgruppen der Provinz füllten den Saal bis ans den letzten Platz. Das. Largo ans dem 6. Strcichgnartett von Ha-vdn (Dr. Kurt. Tintner, Eharlotte- Tanbenschlag, - El friede Breslauer, Haits Simon) und das von Trude Behr kam Flügel Erich Schaffer) . gettingene „Höre Israel" otis dem Elias schufen die weihevolle. Stimmting für den Abeitd, dem der Vorsitzende der Ortsgruppe Breslau und des Landesverbandes Niederschlesien, Rechtsanwalt Dr. Erich BryJ gleichsam als M.otto vorausschickte: Julius Brodnitz wollte jedem nützen, er war immer zur Tat bereit, und er verstand es selber jung geblieben —, micfj in unseren Tagen die Jugend zu begeistern. Alfred H t r s ch b e r g (Berlin) uitternahm den Verstich,' den Eittwicklungsweg des Toten ans feinen geistigen und landschaftlichen Ursprüngen und die Zwangsläufigkeit feiner jüdischen Entscheidung ,zn ertlären, und >vie ans. dem zunächst persönlich Verbindlichen das Allgemeingtiltige ertvachfen tnnftle. Jnltns Brodnitz hgbe eine Zeit verkörpert, sein Tod sei der Beginn einer Ucberliefernng. Er stürbe erst,-Ivenn in dem letzten Atenschen, der ihn katuite oder sein Wirken spürte, die Gedanken geschwundcu seien, die ihn erfüllt hatten. Tenn sein Lterbcit habe die Lebendigkeit einer Idee nicht abgeschlossen,' die lange vor ihm gewesen sei und die lange nach ihm sein werde. Auch wer Jn.lins Brodnitz iticht gekannt hat. erlebte in Alfred Hirschbergs liebevoller und tvahrhasttger Zetchnung die Persönlichkeit und Größe des Heimgegangenen. . Mit . eiitem Adagio von Mozart beschloß das - Streichquartett die ergreifende Feierstunde. Ludwig Holländer Gedenkheft des KC Der KC läßt znm Andenken an seinen vor fünf Monaten dahingeschiedenen Vorsitzenden Dr. Lud« >vig Holländer im Philo- Verlag ein Gedenkheft erscheinen. Es ist dem KCer Holländer gewidmet tind vor allem für KEer bestimmt: deshalb sein innig-schlichter und dabei doch stolzer Titel: Unser Lndtvig Holländer. Wie cs aber int Geleitwort heißt: „Holländers Werk gehört der Ge.schichts, sein Wirken dem Jtidentttm,.aber der Mensch dent KC. ... Zn seinem Verständnis gelangen kann man nur dtirch den KC", so suchen die einzelnen Beiträge des Heftes Atann und. Werk in einer Ganzheit zu erfassen, sittnvoll cinznordtten. vor« snsttig zn iverten titid verstehend zu würdigen. Deshalb tst das Heft übec den KC hinaus allen denen zugänglich gemacht, die sich mit diesem Mann und diesem'seinem Werk verbttnden fühlen. Abschiedsivvrte Brutto W e i l S - f.nr den toten -.Freund raffen ans persönliciier Erinnerting ihres Verfassers die leibliche und' geistige Gestalt Ludwig Holländers vor tut? erstehen. Sie sprechen von drei Kreisen, denett er ittnerlich gehörte: seinem Hans, den Frennden des KC nnd der Organisation des Centralverein?. Was diese Kreise,- die ihm Heimat tvaren tind denen , er der natürliche Vorstand schien, an ihm verloren, das sagen die Worte Fritz G o l d s ch m i d t s , die er bei der -trancricier des KC für Holländer fand, das vermittelt die Gedenkrede Franz Engen F tt ch s ' zur Tranerfeier des Centralvcrcins. das klingt ans einem Gedenkanfsatz hervor, den Erich Stern. Holländer - als dem Bundesbrnder aller KCer widmet.und itt dem er durch eilte Fülle von Holländers eigeiten Worten seine mahnende, warnende nitd begeisternd antmttntcrnde Stimme herausbensttt'vrt. Wenn man nach dem Gemeinsamen forscht,Pas diese Reden ttnd Beiträge au Holländer si'heit, so.siitd es ztvei Ptinkte, die immer wicderkehrem die Würdigung einer Persönlichkeit, die durch Pie Herzeitseigenschaiten der Gerechtigkeit tntd Güte ' zum ' Führen geboren tvar, 'ttnd. das Lob eines Mannes, der sich nicht in önentlichcr Tätigkeit erschöpfte, sondern an die Grttndlagen seiner l'lrbcit immer tviedcr den strengeit Maßstab inethodisch-ioissenschaftlichcr Ueberprüfttng gelegt hat. Einen kleinen -Ansickjnitt von dieser Seite .. seines Wesens gibt em BerZetchnis feiner Aufsätze >nis den KE-Blättetnp der Zeitschrift „Im"'Deut-' scheu Reich", der E.-V.-Zcittntg. dem „Morgen", den Logettzeittchristen. Die Vielfalt der Probleme, ztt denen ^er sich äußerte, die eigenwillige Art ntattcher Fragestellting rtindel vor titts sein Bild nitd unterstreicht die Würdignitgett in den Nachrtisen der^ jüdischen Presse aller Richtnngcn bei seinem Tode, die das KE-Hert noch einmal ztttamtneniaftt. Seuten Ablcktlttß bildeit die Worte Lev Baecks an Holländers Bahre und der ergreifende Abschied des Freundes S t e i n h a 11 c r. Bevor matt das Heit aus der Hand legt, betrachtet^man noch einmal Holländers Bild-ans der ersten Seite, „die ZügePe? mnantgen Koptesp tttit" den kltigen Aiigen biitter den Brillengläsern, mit der atinvärtsstrebenden Stirn und den leicht gelösten Haaren", tvic Bruno Weil es geschildert, nitd dieser Eindruck verbindet sich mit dem, was man eben gelesen, und läßt einen ahnen, was lebendig ist und leben bleiben wird von Ludwig Holländer. Don KC ehrt das Bekenntnis, das er mit der Herausgabe dicfes -Hefres abgelegt. Mögen viele cs ihm danken. Erns.1 Reichniann.

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