Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 27 (2.7.1936)
- Date
- 1936-07-02
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Polen Die Zerstreuung der Juden Über die Erde (XXXXI) II. Die zweitgrößte Stabt der polnischen Republik ist Lodz, heute eine Großstadt von über 660 000 Einwohnern. unter denen ' säst 160 000 Juden leben,aiiu etiva ebenfalls .'6 Prozent wie in Warschau, 2Us vor übet hnndert Jahren die Grnndlaqeii zu der größten polnischen Tertilstadt gelegt wurden, da wohnten weniger als 2000 Inden, in Lodz. -'Als nin die Iahrhmidertwende rund' 100 n/>0. ,>nbe» in Lodz »vohnen,-ist die Zahl der Spindeln und der Webstnhle schon nahe an der Milliviiengrenzc und in der Nachkriegszeit, als 10-? 1 bereits die indische Einwohnerzahl aus 156 000. gewachsen ist, lausen t 'Million Bainn. ' N'vllspiiibeln in Lodz. über ■>( Millionen Spindeln für Garne, mehr als 60 000 Webstüple für Baumwolle und Wolle. Ruch Pente noch spricht fast ein Drittel der Bevölkerung von Lodz als tägticfjc Umgangssprache das Iiddiiche. - Die drittgrößte jüdische Gemeinde Polens ist Lemberg, die Hauptstadt Galiziens, mit etwa 80 000 Hilden unter 020 000 Einwohnern, also etwa der gleichen Luvte wie in Warschau und in Lodz. In Wilna. nal>e "der litauischen Grenze, .beziffert sicl, die jiidisepe Eiinvvp»erzähl ans 65 ooo, das heißQaiis ein Drittel der Geiamtbevölkernng; die besondere judisch-kulturelle Bedentnng dieser .Stadt liegt in dem Iiddis cp e n W i s s e n - s ch a s t 18 ch e n I n st i t n 1 , das sich mit Unterstütznng von Inden aus allen Teile» der Erde der Erforschung jüdischer Bergangenpeit und jüdischer Gegenwart.zielbewußt und erfolgreich widmet. Am höchste» ist die jüdische Luvte unter den Polnischen Großstädten in Lnblin, wv unter rund etwa.-10 Prozent. In Krakau. Ovo die jüdische Bewohnerzapl eboiisalls bei 45 ooo liegt, ist der prvzcntnale Anteil nur.halb so hoch wie in Lnblin. da Krakau ctiva.220 000 Eiinvotiner, hat. Bon großen, jiidischen Gemeinden Polens sind außer den sechs vorher anigefiihrte» nvch Bialvstok mit etwa -10 ooo Inden. Radom mit etiva 25 000, Stanislan und Ezciiftochan mit etwa je 20 000. Roivno init etwa. 22 000, Grvdno und Przemysl mit je lOootl, Pinsl und Bendzin mit je . 17 500, Brest-Litoivsk, Kalisch, Kiclce nnd Kvloimija mit je 15 OoO bekannt.. Sv bedeutsam die großen Städte . für das jüdische Leben in Polen sind,, so bedeutsam sind auch die kleineren und kleinste» Städtchen, diese vielen hundert Lite. von denen ei» großer Teil in. . dem Namen von Juden sorttcben. die heute schon seit zweiter und dritter Generation nicht mehr in Polen niid größtenteils a»ch nicht mehr auf dem europäischen Festlande lebe». In dem A c r >v a l t n n g s d c p a r t e in e n t Warf di a » leben a u ß e r p a -I b de r L a n d e s- ' Hauptstadt lveit über 200 000 Inden, in den kleinen Städten im Regierungsbezirk Lodz ohne Die Stadt Lodz selbst übc.r 17t» ooo Juden, in, Departement Kielce lohne die Stadt Kielce selbst» über 280 000, im . Regiernngsbezirk Lublin, (wiederum'vhne die Stadt LI eine Biertelmillion Juden, im Bezirk Bialvstok (ebenfalls vhsie die Stadt B.) 150 00,» Inden, in.. Wollinien 170 000. im Bezirk Polesien über IIOOOO. im Lcmberger Departemoi.it vl»»e die Stadt Lemberg über 200ooo, im Krakauer Bezirk ,ol»ne die Stadt .0.1 1.10OOO, im ebenfalls galizisciien Departement Stanislan 120 00». im benachbarte» Departen,ent Tarnopvi »her 1-loooo. Sehr.gering find die absolüten Zahlen und auch die Luvten der südischen Bevölkerung i» dem Departement, das die. f r ü h e r e P r o v i >, z P o f e n »mschließt, in dem nach der amtlichen Statistik des Jahres 1021 nur noch, wenig über louoo Inden ivohnen. i10 hatte die dentiche Statistik in der damaligen Provitiz Posen 26 5<>il Inden, das waren über 12 Prozent der Gesamtbevölfernng der Provinz, gezahlt, in der Stadt Posen leben nacl, der polnischen' aitzttichen Statistik g e.g e n »v artig nur n v ch wen,g m e hr als 2 0 o0 I n d e n u n t e r r u u-d 2 5 0 o 0 o E i ivu» v 1» n e r iialso »veniger als 1 Prozent. Nicht viel, höher ist die.jüdische Einwohnerzahl im Departement S l a s k (srüher Sclilenen'». das cinschließlich der.Großnadl Kaltowitz nur etwa '17 OOO Inden, das heißt 1.5 Prozent der DrPartementsbevölkernng ani.wei.st. Am niedrigsten ist die lüdische Lnote im Regicrnngsbezirk Poinorce. >vo die dort lebenden 0000 Juden nur 0.0 Prozent der Departementsbevölkernng darnellen. Ileberblnll inan nach dieien Angaben ganz Polen. lo ergibt sich die »k a r f't e I ü d t i ch e ' ® i di t e in den z e n t r a l e n o iivodschatten» 'Warschau-Land.' Lodz. Kielce. Lnblin und Bialvstok. wo sie znuiclien l.o und >5 Prozent sich beivegt. also über dem Landesdurchschnitt liegt. In den südlichen. den galiziidien Woiioodschaiten Krakau. Lemberg. Stanislan und Darnovol. schwankt sie zwischen etioa 7s-> nnd 1 l Prozent. Die westlidieii.'Woiwodtchasten: Posen.- Poinorce und Sstobersclilesien zeigen die niedrigsten Quoten der jüdischen Dichte, die dort zivischen-0.5 nnd 1,5 Prozent der Bevölkernng ichivanken. Für die Benrleilnng der »v i r t s ä» a t t l i di e n -Ein o-r-d-n n n g der. I.>v,d.e n I» e 11 P ölen s ist man ani die anitiichen 'Aiigaben des Jahres 1021 .angcw.id'en. Die' Blehrzahl der polniidien Be völkernng - etiva zwei Drittel — ernährt sich in landivirlichaitlidien Beruien. nur et'.va ein Fmniel findet semen Eriverb in Handel nnd Indnsine. Aus der hiikoriidien Entwidi-nng heraus muß Bcrteilnng der Juden davon grundlegend (Nachdruck verdaten.» weichen. Etwa ein Drittel der jüdischen Erwerbstätigen wird von der polnischen Beruisstalistik ..in den Wirtschaftszweigen'des Handels und Geldwesens ausgetviesen. ein tverteres knapves Drittel in Industrie nnd Geiverbe. etwa zehn Prozent' der erwerbstätigen Inden Polens arbeiten a»f dem Lande und . in landwirtschaftlichen Bernsen. , das sind mehr als 00 000, über 40 000 Juden ge- - horten zil.dcn Bernfskategorien, die niau imter. ..Ircieii Berilfen" .und-„Leffenttichen Diensteu''.- znsammenfaßt. . Rechnet man die Aiigehorigen. den Ja"milic»- e.rnahrern zn. so ergibt sich, daß"die 3 Ntittionen Inden Polens etwa folgenden Wirtschaitskatcgvriev. zngehvren: rund lsio OO» dem Ackerbau und der Waldivirtsdiait, 050 OOO Bergbau 'und Indlistrie, etwa ls/P Atiltion .Handel und Berstchc-. rnng. etwa 100 000. Verkehr und Transport. -120 OOO der Beamtenschaft und den freien Bernsen, etwa 70000 dem Hailspe.rscmat nnd anderen per- sönlichen Tienstem »Iür den kleinen Rest ist ent- »veder keine Wirtschaftsbetätiguiib fcstgefteltt oder es handelt fick) um berufslose Personen^ Weite Teile der indischen Erwerbstätigen gehören der - städtischen Lohnarbeitersckiait an. Hier sind große Teile, insbesondere im Warschauer und Lvdzcr Bezirk, in der Tertilnnd Bekleidnngsindustrie beschäskigt. in der überwiegenden Ätehrzahl in Kleinbetrieben. Bei denjenigen Erwerbstätigen, die nicht als. Arbeiter oder Angestellte tätig sind, Iiandelt es stckj in der erdrückenden-Atehrheit lim Selbständige, die als Inhaber kleiner nnd kleinster - Betriebe ohne fremde Arbeitskräfte ihrer Bernfsbctätignng nachgehen. Die Wirtsd,aftskraft dieser sogenannten Selbständigen steht hinter der des IirdildM^ulM-beiteis^iluPoteiiosQnoch-erheblldi— zurück. Die. Ivirtschastsstatistischen Zahlen können das ganze Ausmaß der ivirtsdiastlichen Rot unter den Inden Polens auch nidit aiinähernd erkennen lassen, iveil ans ihnen nicht hcrvvrgcht. >vie viele' Hnnderltansende von Eristenzeii. die formell zur Iiidnstric. Gewerbe oder Handel gezahlt iverden. sicl, im Kleinhandwerk, im Hansierhandel von Dorf zn Dvri betätigen miisscn. ohne für''ihre kinderresdieii Iannlien das Rotwendigste znm.taglidien Leden verdienen zw können. Wenn nid)t weite5'Tcike der vvlnisd>en Indenheit durch Angehörige iw Ncöcrsee unterstützt werden würden, tväre eine völlige Berelendnng und eine Hungerdezimierung unvermeidlidi. AuS der wirtsdiastlidien s>!vt lind aus innerpolitischem Druck erklärt sich der immer wieder aiislebende- 'Wunsch nach Answanderung, die auch nach dem Kriege aiigehalten hat, »vcnn sie. auch zahlenniäßig mit der um die Jahrhundertwende nicht vergleichbar: ist. Dennoch sind allein von 1020 bis 192.8 145 000 Inden a»iS Polen "nad, Amerika gezogen, in de« letzten Jahren ist lviedernm eine steigende Answander u n g S t e n d e n z sestznstelleri. Radi der amtlichen Statistik der pvlnisdieii Republik sind 1028 über 18 000, 102'.» bereits über 23 OOO Inden aus Polen ansgc wandert. Einen-sehr anfsd)lnßreidicn Einblick geben Die B e st i m m n.n g S l ä n d e r dieser beiden Jahre. Hauptziel ist zwar Amerika geblieben, aber es sind nid>t mehr allein die U S A, sondern auch Südamerika rückt immer stärker in das Blickfeld der polNisch-jüdisdicn Auswanderung. So sind von deii 41 5o.O in den angegebenen beiden Jahren ans Polen gezogenen Inden rund 11 300 nack) den -Bereinigten Staaten. 8500 »adi Argentinien, fast 4000 „ach Brasilien, über 5000 nach Kanada ge-, gangen, nach Urngnaii etwa 80»,' nach Meriko über 500. nach Kuba sogar 75". In Eurova blieben 6500 pvlnisdie Inden dieser Answandcrnngsveriode. die Rlehrzahl davon in Fravkreidi und Belgien, von lvo inzunscheii bekannttidi gerade in letzter Zeit ein großer Teil nach Polen znrückgehen mnßle. .Besonder-? nuS währ»ngspolitisd>en Gründen; hat sidi in'den Jahren von t!>30 ah die AnSivan. dererzahl an-? Polen stark reduziert. Trotzdem bleibt aber Palästina nadi den USA zweite? Haiiptziel der jüdiidien Wandernng, lvo imicrhälb des sndisdien Bolksteiles des Mandatsgebiete-? die aus Polen slamweiideü P!enid»en das guantitaliv .beherrschende Element darstellcn. In den 16 Jahren von 19IS bis 1984 sind fall 80 000 pvl-- nilche Juden nach Palästina eingelvandert, etwa 40 Prozentder Gesamteimvandernng dieser Periode. Darin zeigt sich bereits die starke naliönaljndi'dle Einstetlmig» die imtistisdi zn delegen ist und die sich ans den gegebeiien innerpolitisdi'en und »virlichailliche» Datiachen neben religiösen Impulsen erklärt. Im Jahre l92l ivurdcn gleidizeitignach der Religion und der Rationalität 2 772 000 Inden er'aßk. Bon ihnen bezeidmeten sich 74 Prozent als südisckser 'Ration. 25 Prozent als poliiisdier. der kleine Rest verteilte sich ans die 'Ralionalitaten der R'adibarnaeiten. — Bei einer io stark ansgevragleu jüdisdl-völkifchen Einstellniig sind soivohl Ausl ritte ans dem Judentum wie auch ZlR'.i s ch c h c n ohne jede qnantitative Bedentnng. Znm Beispiel wurden im Jahre 1927 insgesamt 15 670 südliche Ehc- 'diließnngeii von der Statistik ersaßt, in'denen also beide Ehepartner Inden sind, wobei zn bead)ten ist. daß diele Zahlen nnvoUsländig sind, weil nur-die Ehe'Ichließmigen vor den volniidien Standcsämler-n, nid'it'aber Die nadi judiidiem Red»t an-?- i» reid,enden rabdinifdien Eheidiließnngen gezahl-t ilel sind. Die Gesamtzahl der jüdi'dx'n Ehen in Polen ne. Iiegl al'o erheblid» höher. Demgegenüber sind dre jedodi an jildisdi-chrisllichen Misd)ehen rm 'Jahre ab- 1927 insgesamt 26 Fälle gezählt, von denen in 18 Fällen ein jüdischer Mann eine, nichtjüdischr Frau und. in zehn Füllen ein jüdische? Mädchen einen christlichen Mann heiratete. Das ist ein so verschiyindender Prozentsatz, daß er praktisch als quantitative Verlustquelle nid)t ins Geivicht fällt, Angaben über die „andersgläubigen" Juden sind nur für den .jüdischen Sektor da. der sich der Rationalität nach als Juden bezeichnet hat: das sind, »vie vorstehend bereits erwähnt, etwa drei Viertel der polnischen Judenhcit, absoint' 2 050 OOO Ptenscheu (1921). Von ihnen haben sich nur 4000 als nicht zur jüdischen Glaubensgemeinschaft gehörig bezeichnet, also 9 9.8 P r o z en t fühlten sich zur jüdischen Glaubensge,meins.chaft und gleichzeitig zur jüdischen R a t i o n g e h orig .-und nur 0.2 Prozent waren - aus der. iudisck)en Glaubensgemeinschait - ausge- , treten ungeachtet dessen-, daß ne sich als zur jiidu 'sdien Ration gehörig bezeichneten. Von diesen .4000. iiichtreligiösiudischen „Nationaljuden" waren mehr als die Halste Dissidenten, aber immerhin über 1300 waren zum katholisck)cn Glauben übergetreten, über 300 waren evangelisch geworden. fast 300 griechisch-katholisch oder ortho- .dor. Daß unter-den nichtnationaljüdischen Juden Polens der Prozentsatz, der aus der jüdischen ^Glanbensgemeinschast ausgetretenen, größer sein wird, ist anzunehmen, wenngleich er nach vorliegenden- Einzelangaben, quantitativ ebenfalls ohne Einstliß ist. , Die jahrhundertealte Geschichte bo- Inden in Polen, die von ihnen gepflegte eigene Sprache, das Jiddische, haben ein starkes kulturelles Band gcsdiafsen. Davon zeugt die Tatsache, daß in neuester Zeit (1930) in ganz Polen' 180 jüdisck)e Zeitungen niid' Zcitsdiriften bestanden, von denen mehr als - drei Viertel in jiddischer Sprache heransggcben werden. 28 in polnischer; 16 »verden in hebräisäier Spradie gedruckt und eine sdjlicßlich in deutscher. .Bei einer so ansgedehnten jübifdjcn Zeitimgslmd Zeitschristeiilitcratur allein schon ist es er- . staunlidi, »vieviele Inden noch A n a I p h a b e t e n —sein—sollen. —Rach—amtlicheu_Feststeltuwgeii des. Jahres 1921 für die über zehn Iatirc alte Bcvölkerniig konuten 28 Prozent innerhalb des jüdischen Sektors (gegenüber 33 Prozent innerhalb der über 10.'Jahre-alten Geiamtbevölkernng) ivcder lesen nodi schreiben, »veitere fünf Prozent der Juden konnten entweder schreiben. oder nicht lesen. Abgesehen davon, daß. diese .Zahlenangaben' gegenwärtig. nad) 15 Jahren, in gewissem Umfange überholt sind, ist zu beaditen. daß in der amtlichen Statistik des Bildnngsstandes die bei den Juden des Lstens selbstverständliche Kenntnis des Hebräischen als dertäglid>en Gebetssprache außer Betradit gelassen-ist. so daß praktisch Zahl und Luvte der jüdischen Analphabeten nur mit dieser Weltkongress der jüdischen Frontkämpfer Mit einem Festgottesdienst in der Wiener Großen Shriagoge und einer öffentlichen-Sitzung im Großen. Mnsikvereinssaal wurde am 27. Juni der H. Weltkongreß jüdischer Frontsoldaten in Wien feierlich eröffnet. Bei der Erösfnnngssitzungl hielt Fcldmarschallcütnant Weiß v. Tihanhi die Begrüßungsrede. Ander Erössmmgssihung irn Musikoereinssaal -nahmen über 2000 Personen teil. Bor dein Eingang des Saales hatte die Ehrenkompanie des Bundes jüdischer Frontsoldaten Lesterreidis mit der Bnudessahne Ansstellimg genommen. Das .Kommando führte Leutnant d. R. Heinrich Beron. Bimdesführer Hnuptinann Edler v. Friedrnann. hielt unter dem Motto „Treue zum Vaterland! Treue zum Judentum!" eine progrämniatisdie Ansprache. in der er es als die Aufgabe des Kongresses. der eine halbe Million organisierter ji'idlsdicr Frontkärapfer vertrete, bezeichnete, gemeinsam mit den Millionen von Frvntkämpsern in allen Ländern an der Bölkcrversöhnung zu arbeiten, die Brücken der Verständigung zu verstärken und an der Bcrivirklichnng der Ideale von siRensdientnm und Menschlichkeit mitzuwirken. Die . Frontkameraden aller Lander rufe er hier als Zeugen dafür aus. daß es in der Einsatzbereitschaft für d<-is Vaterland nie einen Unterschied zwischen Inden und Richtjuden gegeben, hat. Es folgten Begrüßungsivorke der Vertreter - jüdisd,er FroiAtkämpferverbände ans sechzehn Läu-. derii »on'ic von Vertretern städtischer und staatlicher Behörden. Begrüßungen waren u. a..eingetrossen von dem französischen Gesandten Riviere, vom Verband der sranwsisdien Kriegsteilnehmer und Kricgsopfervereinig,nigen. vom Londoner Board vf Deputies, vom Verband der bulgarischen Juden, von Lord Meldictt nnd zahlreichen jüdischen Frontkämpfervereinignngen versd)iedener Länder. Am Sonntagabend begannen die eigentlidien I-Beratungen.-,'an^ denen über -100 ausländische. Delegierte teilnahmen. Das Programm sieht Beridsie und Referate über die Borbereitimg von Richtlinien zur Sdiasfung einer einhcitlidien Vertretung der' Inden jedes Landes, die Bildnng einer wirklichen Weltorganisation der jüdischen Frontkämpferorganisationen. die Pstanznng eines Heldenhains zur Ehrung aller gefallenen Inden, die Berdindung mit einzelstaattichen nnd zivisdieniiaatlichen ^.Frontkämpferorganisatioiicn. Anfklariingsarbcit bei' Richlinden und Erziehnngsarpeit an Juden, Mitardcit an dem Ausbau der Jüdischen Heimstätte in Palästina und Erschließung anderer'Gebiete für die Ans- »vandcrmig und sdsiicßlich über die Erridsinng einer Siedlung, die den Romen ..Dorf der 12 OOO" tragen soll. vor. Zusammenschluss der Kultusgemeinden in der Tschechoslowakei Der Senat der Tschechoslowakischen Republik verhandelte über den Regierungsentwurs. durd) Beschwerden _ über das Ausbleiben der C.-V.-Zeitung, Umlatat Wünsche sind stets dem zuständigen Post• amt (Zeilungssteile) zu unterbreiten. Die Bo* zugsgebühren sind an den Brief träger zu zahlen* Einschränkung zu verstehen ist. soweit nicht in,t*Jt letzten eineinhalb Jahrzehnten die vorhandenen Lücken in der Kenntnis der-polnischen Sprache i» Wort und Schrift ohnehin aufgeholt worden, sind. Das polnische Schullvesen istip einem starken Auf« schwnng begriffen. Zu Hunderten sind jüdische Volksschulen in den. letzten Jahren empor» gewachsen. Im Schuljahr 1922/23 gab es» in ganz- Polen rund 200 jüdische Volksschulen, sechs-Jahre -später find es fast 600, von denen.in etwa .400° neben der polnischen m' jiddischer Sprache unterrichtet wird (alle religiösen Fächer) und in etwa 200 Schulen neben der polnischen in hebräischer Sprache. Soweit es sich um die Hunderttausende von Juden handelt, die in den größeren und Groß, städten wohnen, lassen sie ihren Kindern nach Möglichkeit die Ausbildung in Gymnasien und in den anderen Typen der Mittelschulen angedeihen. Ter . Prozentsatz der jüdischen Schüler dieser Schulkategorien liegt im allgemeinen in der gleichen Höhe wie der.Anteil der Juden an der Bevölkerung der großen Städte. ' Ter Drang zur Universität ist auch in Polen stark. Ter bestehende numsrus elsusu« hat zur Folge, daß ein Teil der jüdischen jungen Leute A'uslandsuniversitäten beziehen muß. Im Sommersemester 1928/29 wurden an den polnischen Hochschulen insgesamt 8400 jüdische Studenten beiderlei Geschlechts gezählt, 5200 waren männliche junge Leute, 3200 jüdische Studentinnen. bei denen das' Studium der Philosophie weitaus an erster Stelle steht, während bei ihren männlichen Studiengenossen das Rechts- und staatsivissenschaftliche Studien mit seinen vraktiscden Berufsmöglichkeitcn noch - vor den philosophischen Studienfächern rangiert. Auffällig ist, daß nur etwa 10 Prozent der männlichen jüdischen Studenten und nur etwa drei bis vier Prozent der jüdischen Studentinneli Ptedizin studieren. — Daß es sich bei den jüdischen Hvchsdjülern zum großen Teil um Werkstndenten handelt, soweit sic neben dem Studium Arbeit sinden, und weitgehend um ein geistiges Proletariat, das nach be- . endetcm Studium zu einem Brotberuf greifen muß, für den das Ilnivcrsitätsstudium nicht die Voranssetzung hätte bilden müssen, ist das Spiegelbild der tragischen wirtschaftlichen Lage der polnischen. Judenhert, aus der ein Ausweg nicht zu sehen ist. . Dr. E. R.—i. den 'die Organisation der jüdisck)en Religionsgesellschaft in Böhmen und 'Mähren-Schlesien ergänzt »vird. Das Gesetz schließt die Kultusgemeinden in den historischen Ländern zu einerhöheren Einheit zusämmen, deren Aufgabe es ist. für diegemeinsames religiösen Bedürfnisse zn sorgen, der Staatsverwaltung entsprechende Vorschläge zu erstatten, die Fonds und Anstalten zu beaufsiditigeu. Die Gesellschaften und Berbäiide sind jnristisdie Personen, die Berinögen erlverben und Verpflichtungen übernehmen können. Ter Entwurf »vu-rdc in beiden Lesungen angenommen. Auslands-Nachrichten . Griechenland Auf Grusid einer Anzeige eines .christlichen Mitgliedes der griechischen „Liga gegen Gotteslästerung". Kyriakos Papadopoulos. wurde von dem Gericht in Saloniki ein christlicher Grieche wegen Besdiimpsnng des „Judengottes" zu zwei Tagen Gefängnis verurteilt. - Die Parlamentskommisiion für Berfaffungsrefvrm hat das Kapitel der Verfasiung. das sich mit den Glaubensbekenntnisien befaßt, fertiggestellt, Die betreffenden Verfassungsbestimmungen sehen vorö daß die Freiheit des religiösen Gedankens absolut unverletzlich ist: jedes Religionsbekenntnis ist zur öffentlichen Abhaltung des Gottesdienstes beredstigt, sofern dieser nicht im Widerspruch steht zum öffentlidien Sittlichkeitsempfinden. Proselytenmacherei wird gemäß einer früher angenommenen Bestimmung verhindert. Ebenso wie die Geist- . lichkeit des herrschenden Bekenntnisses — der christlidi-orthodoren griechischen Kirdse — unterliegen auch die GeistlichenPer übrigen Bekenntnisse Der Aufsicht des Staates. König. Georg II. von Griechenland, der nach einer Reise durch Mazedonien in Saloniki eingetroffelr ist,' nahm am letzten Freitag an einem Festgottesdienst in der Sälonikier Hauptsynagoge Bet Sdianl teil. In der festlich beleuchteten und . mit Teppichen reid) geschmückten -Synagoge/ hielt Oberrabbiner Dr. Kor e tz im Rahmen des zwanzig Ptinnten dauernden Gottesdienstes eine Ansprache, in der er der Lopalität der jüdischen Bevölkerung Ausdruck gab. Der König dankte bewegt für die Treuekundgebimg der jüdssd)en Bevölkerung von Saloniki. Litauen Bei einer in der Stadt Janoivo bei Kaunas veranstalteten . Feier, hielt der litauisdie Staatspräsident Professor 21. Smeto'na in Beantivortnng cine.r Begrüßungsrede, die der Vertreter der Jüdisdien Gemeinde an ihn geriäitet hatte, eine i'lnsprache. in der er u. a. erklärte, Litauen—seiseit jeher das Vaterland für alle tllationalitäten gewesen, die es beivohnen. und werde es auch in Zukunft bleiben. Sdion in alter Zeit habe Großlitau'cn die Juden, die in denachdartcn Ländern verfolgt und gequält wur-den. gastfrei bei sich anigenommen. 2luch jetzt sei die Staatstührung bemüht. die gleichen Beziehungen zu der jüdischen Minderheit aufrechtzuerhalte'n. i