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Central-Verein-Zeitung · 1936-06-25 · 26 (25.6.1936) · page 11

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
26 (25.6.1936)
Date
1936-06-25
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr.26 Beiblatt 25. Juni 1936 Jüdische Genossenschaftsbanken ' II.. ' Wir, freuen nni, daß'uns auf P>rnnö unseres ersten Artikel; in Nr. 24 der ..E.-V.-Zcitung' nunmehr - auch , der Geschäftsbericht der Iwria- Bank in Stettin tut 1£#-J5 zugegangc.» ist. so, da» lvir ihn. tu Den. fiici; der Betrachtungen dieses zweiten. Artikels mit embcziehen könne». Ter Bericht ift vom März 1936 datiert. Bei dem großen Interesse, das d,e jüdische Lef-sentlichkeit heute allen Erscheinungen des jüdischen Lebens und aus wirtschaftlichem Gebiet vor allem den Genossenschaftsbanken „als Organen wirklich konstruktiver Selbsthilfe" enrgegenbringt. wäre es gut. wenn die einzelne!'. Instimte ihre Geschäftsberichte der jüdischen Pren'e bald nach Erscheinen zugänglich machen würden. Das konnte die Aktualität der Berichterstattung wesentlich erhöhen. Ueber die Iwria-Bank in Stettin bleibt nunmehr zum ersten 'Artikel noch nachzutragen, daß sich ihr Gesamt- BANKHAUS ADOLF KASSEL Frankfurt a. M. Umsatz von rund 9 Millionen RM im ersten, nur neun Monate umfassenden Geschäftsjahr 1934 auf rund 36 Millionen 1945 und' die Bilanzsumme von 0,34 auf u,7ö Piillronen NM erhöht hat. Sie hat einen Neinzngang von ^1 Mitgliedern und eine Verdoppelung der Geschäftsanteile aus insgesamt 218 Genoffen mit 414 Anteilen zu verzeichnen. Tie Entwicklung war alio hier die gleiche wie bei den anderen behandelten Jnsti-. tuten. Ter noch etwas stärkere Ausschlag nach oben dürfte damit Zusammenhängen, daß bei dieser Bank das Jahr. 1935 das elfte volle Arbeitsjahr war. T:e Aussichten für das lausende Geschäftsjahr. werben auch von der' Iwria-Bauk Stettin als günstig beurteilt, allerdings mit der erstmalig zu vermerkenden Einschränkung, daß sich die natürliche Begrenzung ihres Wirkungskreises bemerkbar zu machen beginne. Tie Verwaltung ift sich bewußt, daß die durch die Zeitverhältnisse bedingte Schrumpfung der jüdischen Wirtschaft auf längere Sicht sich auch auf ihr Unternehmen auswirken muß. Es müsse der Zukunft überlassen bleiben, inwieweit es gelingen werde, hierfür einen gewissen Ausgleich zu schaffen, etwa durch Geschäfte, die mir der Transferierung des DermögenS jüdischer Auswanderer znsammenhingen. Wenn wir nunmehr versuchen, an Hand der uns zur Verfügung stehenden Bilanzzahlen etioas mehr nach innen zu dringen, fo muß auch hier darauf hingewiefen werden, daß insofern nicht ganz vergleichbare Größen nebeneinander gestellt werden, als bei zwei Instituten (Kreditverein für Handel und Gewerbe, Iwria-Bank, Berlin) die Abschlüsse 'ür 1945 noch immer nicht v^rliegen.. während bei den Banken in Leipzig und Chemnitz, und nunmehr auch Stettin, bereits die Bilanz für 1935 berücksichtigt werden konnte. Eine der ersten Fragen bei Betrachtung einer Bankbilanz i>'r die nach der L i q u i d i t ä t und bei' Genoffenfcha'tsbanken in sie von besonderer Bedeutung. Mit Recht wei't die Berliner Iwria- Bank in ihrem Berich: darauf hin. daß eine Genof'en.'chansbr.ck :n höherem Grade als andere, insbesondere Großbanken, von Stimmungen abhängig fei. und daß sie. sich deshalb jederzeit in so hinreick-endem Maße flüssig halten müsse, daß sie auch abnormen Geldabzugen mit Leichtigkeit entsprechen könne. Hierbei gilt es für diese Banken einen gefunden M i t t e l w e g zu finden, denn eine übermäßige Vorsicht bei der Kredilvergebung mit Rücksicht auf die Liauidität liegt nicht im Interesfe der Kunden und Mitglieder, deren Verhältnis zur Genosi'ensck-aft-bank ja in vielen Fällen daraus abgefiellr ist. daß die den Banken in der Form der Einlagen zufließenden Gelder in erheblick)cm Umfange anderen -Einzelwirl'chäften wieder als Kredite zngefsihrt werden. Es scheint, daß es bei den betrachteten Instituten gelungen ist. diesen Mittelweg zu finden. Ausschläge nach der einen oder anderen Seile, die an den Bilanzftichtagcn auch hier zu beobachten sind, dürsten mii Svüdcrümfiänden Zusammenhängen. So zeigt;. B. die Iwria-Bank in Leipzig am 31. Tezember 1945 eine besonders hohe Liquidität von 94 Prozent, was aber —' worauf wir bei der, Ab'chlnßbesprechung fchon hingewiefen haben — nicht der Turch'chnitts'tand fein dürfte, sondern ,;u' einenr erheblichen Teil feinen Grund in dem Sarsonckiarakter des Rauchwarengefchästs. mit dem die Bank besondereng verbunden ich zu haben sctfeint. Tas ergibt sich auch aus dem Geschäftsbericht. in dem als Grund für die übergroße Liquidität am Bilanzstichtag neben einer.vorsichtigen Kreditpolitik prompte 'aiionmäßige Kreditrückflüffe angegeben werden/ Immerhin wäre es intereffant und aufschlußreich. wenn diese Bank auch den Stand ihrer Liquidität zu anderen Zeiten iniH.-r-na bekanntqcben würde, um die Nückziehnng erst im Lause des Jahres 1935 erfolgte -7sic sich troßdcm veranlaßt gesehen habe, diesen Vorgang im Abschluß für 1934 bereits zunch Ausdruck, zu bringen. Tadnrchhat sich auch der Verlust um. diesen Betrag erhöht und man ivird annehmen kvuncu> daß auch die-Geschäfts« Politik des Instituts davon beeinflußt.worden ist. Ter Abschluß für 1935. der noch nicht veröffentlicht ist, wird zeigen, wieweit es gelungen ist durch Heranziehung neuer Mitglieder und Einlagen, sowie durch eine sonstige Ausdehnung des Geschäfts die materiellen Grundlagen der Bank zu erweitern. Der erst in der zweiten Jahreshälfte 1935 erstattete Bericht für 1934 läßt erkennen, daß hier anscheinend gute Fortschritte erzielt werden konnten. Wir haben daranf bereits im ersten Aufsatz hingewicstn. — Bei der Iwria-Bank in Stettin wird im Bericht ausdrücklich daranf hingewiesen. daß neben der Kreditgewährung. bei der dem Erfordernis ausreichender Sicherheit sorgfältig Rechnung getragen worden sei. aus die Ausrechterhaltung einer hohen Liquidität Gewicht gelegt wurde. Ueber den Stand zum Bilanzstich, tage unterrichten die in der weiter unten stehenden Tabelle aufgenommenen Ziffern. Bei der Iwria-Bank in Berlin wurde für Ultimo 1934 eine Liquidität von 43 st; Prozent errechnet. Darüber hinaus wies der Bericht darauf hin, daß 64 Prozent aller Kredite aus dem Eigenkapital einschließlich Reserven und den länger laufenden festen Geldern bercitgestellt worden sind, während nur etwa ein Drittel der Einlagen in laufender Rechnung und der kurzfristigen Gelder zur Hergabe von Krediten verwandt worden sei. ‘ Wir haben nachstehend den Versuch gemacht, die Bilanzen der fünf Institute, die wir unserer Betrachtung zugrunde gelegt haben, in ihren wichtigsten Posten auf der Aktiv- und Passivseite zusammenzusassen, um einen Gesamtüberblick zu ermöglichen. Es muß hierbei aber nochmals auf die Bcrschiedenartigkeit der Bilanztermine der drei ersten und der beiden letzten Institute hingewicscn werden. Bei den letzteren wird sich für 1935 eine entsprechende Erhöhung der Ziffern ergeben. An dieser Stelle sei eingesäialtet. daß. wie uns weiter mitgeteilt wird, sich die Gesamtbilanz zumal der Iwria-Banken Ende 1935 aus rund 8 Millionen Aiark belief gegen 3,33 Millionen Mark Ende 19,34. weltanschaulicher Grundsätze über die rassischen Voraussetzungen der W,rlichflftslätigkc,t ergaben. Es handelt sich dabei zwar zu einem großen Teil um kleinere Handel»,nckernetwumgen oder iolckie -Firmen. die rin Zwischenglied zwi'ckiei, Handel und . Indliürie bilden ( VU'mc'ftu’r.<. aber nudr manch.'» größere Iiid„sl,icob,ekl isi' desöalb zum Verkan'. . gestellt ivordcn. Auch hat die allgemein in der : Weit zunehmende Einschränkung internationaler Aeziehiingcn dazu geführt. daß euerseits die deutsche Indnskrie Anslands..!iteresik» und-andererseiks das .Ausländ inländliche Tlntzvonkle vreisgab. Berücksichtigt man alle diese Iältoren. io ivird verständlich. »varnm die Geschäfte nnl Aluenpaleien in den letzten Monaten ein Ausmaß erlangt baden, wie man es bisher nur von den Iiistativiisjahreii lier kannte. Wir versuchen über diese Entwicklung einen Ueberblick z» bieten, die am Schluß dieses Anssatzes z»m Abdruck gebracht ist In dieser ..Ebronik der Bcsitzverändernilg-'N''. die sich' dem Artikel anschließt und die die Zeit von Mille l'.'.iz ins Bla» 1936 umfaßt, sind auch eine Reihe größerer Firmen zu finden, die au» jüdiscl,ein» Besitz in andere Hände übergegangensind. Das Blatt betont die Unvollstäiidigkeil der Ziiiaiumenstelliliig n. a mit folgenden Worten: „Tie kann nur nnvolllommen fein, denn gerade die große Za bl' der kleineren Besitzvcränderilugen enl zieht sich der vsientlichen Beobachtung. und auch größere Verlagerungen sind nicht immer der Allgemeinheit bekannt geworden." daß für sie eine Fühliuigiiahme mit der Reichsbank.- den Devisenstelle» und den Finanzaintern wegen Klärung der devifenrechtlickien In- und, Ansläiidereigeiiichast . notivendig wäre.. Steuer-und Devisenerleichterungen für Reitende aus Uebersee , Durch Erlabe de» Reichssiiianzministers wäre»», wie die Tagespresse berichtet, bereits alle Persviien ans außereuropäischen Länder», die feit dem 31. Lktoder I!'35 zugereist sind, für tue Dauer eines Jahre» von der Heranziehung zur inländischen Beüeiieriing befreit worden. Aimmebr »verden, wie es i», den Zeitniigen n'eiter lieisit. dlinh einen Rnndcrlaß der Neiäisdevisensielle alle Person.en ans außereuropäischen Ländern, die zwischen dem I. Februar. und I Aiigusi 19.30 ins Inland emgereiü lind oder eiiireifen. für die Dauer eines Jahres hinsichtlich ihre« ausländischen Bermögen» iiiid Einloniinens auch von 'äintlichen Beschränklingen der deutschen Devisengesetzgebuiig befreit. Diese Befreiiing gilt ebenfalls für ibre freien Währung:-- und Reichsmarlguthaben. nicht dagegen^ für Sperrgntbaben. hie etwa zu Laste» der srei^estellteu ausländische» Werte erworbeu ivvrdeu siud. Tie beiden Erlane babeii.den Ziveck, dr„ L l y ,» p i ,r. R e i s e » d c n ei» längere« Verweilen in Teutichland zu crinöglicheu. ohne Notizbuch des Kaufmanns? ir I ii t c r n a t > v » a l e . H a n d e l -> f a m '» »i e r hat die Bebandluiigder 20 i fl icl) a. s t » » w e r b u n.g einem Sonderansiclinsi iibertrageui^ /deram 1-8 Juni znnr erüenmal in Pariszu-- sannnentrat. i'em Präsidium d'eie»' Aii-lchnbes gebort Tr. R'eichard. Präsident de» Werberates der deutschen Wirtichast. an. siAni der iageSvrd- Niilig siebt ii. "fl. dessen ivkannter Bor schlag ans Einrichtung einer Werbeschiedsilelle, zur unterbilidliiig des 'Werbeinisibrainlis ,»> inlernatü'nalen Handel. Tie deutsche G»,der »lainmer ivird bei den Verbandlnnge» außerdem...von Tireltor Sdjiittc. Köln, vertrete» sein. Tie R'eiäisl'elriebsgeineinsdiast, ..Handel^ in der T e ii t s cli e n A r b e i t s s r o'n t l,at laut Tagespreise eine R e i el, j a »h g r u t> p e ,,K a u i- »> » n n > s eiie » H i I ig e u> e r b e" eingerichtet, die iur solgende Gebiete zuständig nt: Vlii-r-fmiit»- »iid Inkabvlvesen. Detekteien. Adrebenverlag-Sgewerbe. Bogen- und Dasierauilsilag. Ilnterncbmniigeii. Bnchmadier- und Lotterie-Geiverbe. .A»tvinalen-2li>sslellnngsgewerl-e. ZeitschriileM'ertriebe. Patchtgenurbe, soivie Verleih, und 'Perniietiing«. Betriebe (z. V. Aiitoverinietiiiigen. Leihbüchereien/ Lesezirkel ,,mO. Tie F.ieligrni'l'o soll in Fachschasten autgeteiU werben., Franzöiiicher und englischer Fachwortschatz der Bekleidungsindustrie Ans der Erkenntnis der Notwendigkeit'->iir den Answanderer. ,siel> neben einer allgemeuirn Keiinlnis fremder Sprachen vor alle», die S p c zr a l - a ii s d r ü ck e feine -> V e r» > e » anznzrigen. gibt Lskar L o e w e » t I, n l. sin Selbstverlag. Berlin ZV 5", Ansbacher Ltrgße ein englisch, deutsckres und ein sranzvsisch.deiitlchks Fachwörterbuch heraus,^ das -de» Fachleuten die ge. bräiuhlidiei, Ausdrucke der Bekleidungsindustrie verniittelt. Tie Worte sind nicht alplmbetisch, sv>»- dern nach säihliche» Gesichtsp,uikten in Gruppen geordnet. A»ii knappem Raum <64 bziv. dü Seiten). ivird dem Fachmann eine Sprachgriindlage geboten. die seinem Berufsleben febr förderlich sein kann. In einer iieiicn Auslage müßtci« einjge Trmksehler beseitigt werden. g. Inütttut iil Hl j! 1 1 ii t- 311 f 3 *f ES as“ IvrU-Hiv., Leipzig .... 0-z 0.44 O.is 1.16 0.08 0.04 0.015 Chemnitz .. fl.19 o.si 0.10 0.50 0.05 0.01 0.006 Iwria-Bk. 0.13 0.20 0.35 0.6 0.12 . 0.05 0.006 Beri?nfl934) 0.38 0.17 0.90 1.17 0.00 0.T4 0.03 vereinU934) 0.05 004 0.29 IHö 0.08! 0.0*24 Blick in die Wirtschaft dem Betcachrcr ein r:chlih^Hrchichniktsbild zu vermiitnn. — Ter Abschluß und das Bilanzbild des Kretr:vere:ns für Handel und Gewerbe. Berlin, für 1934 isi bereits durch die im 2lugusi 1935 erfolgte Widerrufung des 194- - unter ge-, wiffen Auflagen b-ewilligten Reichszufchunes von - .".oMark berrn.si'r:ß: worden. Tic Derwaltmig wi:s in ihrem Berich: darauf hin. daß — obgleich Diese Zahlen zeigen auch in der Zusammenziehung (also ohne Berücksichtigmig der Fälligkeitstermine. die der Uebersichtlichkeit halbxr weggelasscn wurden», daß an allen Stellen des jüdischeu Gcnvsscnschastsivesens der »vichtigen ,Frage der Liquidität offenbar die genügende Beachtiing geschenkt, daß andererseits aber auch die Ausgabe als Kreditinstitut für, die angesihlvsicnen Einzel-, , »virtschaften darüber nicht vergessen ivird. Gleichzeitig vermittelt die Zusammenstellimg einen Ueberblick über die, bilanzmäßige Struktur der jüdischen Genossenschaftsbanken, ivobc'i >vvhl angenommen werden kann, daß sich a»lch bei den Instituten, bei denen gar keine oder die Abschlüsse für 1935 noch nicht vorliegen. 'etwa das gleiche Bild ergibt. Recht interessant ist dabei übrigens, daß offenbart auch die Spareinlage n. die an sich im Rahmen der Zisscr» noch keine übermäßige Rolle spielen, im Amvachsen begriffen sind. Tas ergibt eine Znsaminenstellung bei der Iivria-Bänk, Berlin, die bis Ende 1934 folgende Steigerung zeigt: Ende 1939 rund 11 090 RM. Ende 1933 rund , 26 500 »ind Ende 1934 rund 91 000 RM. Man darf gespannt sein, welchen Betrag der Geschäftsbericht für 1935 nennen wird. 'In den ersten fünf Monaten 1935 hatten sich die Sparkonten jedenfalls »im rvei'tcre rund 16 000 Reichsmark vermehrt. Auch die anderen Banken berichten über einen sortschreitenden Anstieg der Einlagen ans Sparkonten, wenn auch leider ohne nähere Angaben. Ein weitere Artikel, der sich mit der Ertragsgesialtung der jüdischen Genvsscnschaftsbanken he-, .fassen wird, folgt. tk. W—I. Industrielle Besitzverlagerungen Unter diesir Ueberfchrift beschäftigt sich die ..,Franks»irter Zeitung" in einem umsangreichen Ar- , tikel FHuTwelsblatt der Svnntagsausgabe vom xr.; Juni» mit den Besitzverscl>iebungen. die sich in der deutschen Wirtschaft im Laufe der letzten drei Jahre bei industriellen Lbjeklen vollzogen haben und mit den Gründen, die dazu führten-. Nachdem sie auf verschiedene andere Gründe der Besitzverlagerung hingewiesen hat, schreibt sie' ..Neben diesen Fällen gibt es auch Angebote von Aktienpaketen oder anderen Bcsitztitcln. die sich aus der Turchietzung Berlin. ,'3. Juni. Ter ne»ie Bierteljahrsberictit des Institnt» sür Konjnnktnrforschiing bietet ivieder eiiie Fülle von Material, und zwar nach hcn verichiedcunen Richtungen. Sv wird zur deutschen Wirtschaftslage im verflossenen .Frühfahr sesigesielll. daß in vielen Ziveigen der Prodiiktioiisglltcriiidlistrie». so im Maschinenbau, im Scliiffba» usiv. der Auftragsbeitaiid gegenipärtig io beträchtlich fei. daß inr das ganze laufende Jahr ein hohe Beschäslignng gesichert ift. Tariiber hinaus fei die jüngüe 2öirtschaftseiitivicklung ancl, durch eine Belebung in den Zweigen der Verbrailchsgnterindiiürieii gekennzeichnet. die seit 1933 unter Sondereiiislüsien standen und zeitivci'e hinter der allgemeiiieii Alif-, ivärtsbewegnng ziirnckgeblieben ivaren. Unter dem Einfluß dieser Tendenz hätien die Großhandel», preise für Konliimgüter von ihrem Kriienliespiinkt bis zum Frühjahr >946 um riind 15 Prozcnt angezvgeii. Darauf, daß Brrbranchsumsatze, Einkommen »ind Geldninlaiif gegeiiivärtig in an. . - deren Berhältnijsen zueinander stehen als früher, fei. fo sagt das Kviiiiliiktursorschiiiigsinültut. von ausländischer-Seite hingeiviefen worden, um daran» auf das Vorhandensein inflatorischer Erscheinungen zu schließen: dcingegenüber ivird belvnt. daß dieser Schluß fehl geht. T ie langen Zahliingssriüen, die noch vielfach in ver Ansfuhr-gcwahrl iverben miissen. verhinderteii eine sofortige entsprechende Erhöhung der Rvh'rossbeznge a»>s den betreffenden Ländern: zu einem beträchtlichen Teil stellen danach die deiirschen Erpvrie gegenwärtig Vorleistungen dar. aus die erst in späterer Zeit Gegenleisinngen erfolgen werden. Etz kann hier natürlich nur auszugSiveise aus die BeiveiSführnng des Instinüs gegenüber de» aiislündischen Stinuncii anfmcrksani gemacht »verden. Zur biiincinvirtschaftlicheii Eiilioicklüng wird voiil Institut sür Kvnjunkturforfchung felbstverständ. lieh ans die iveitere. durch die Veröffentlichiingen in-der Tagespresie bekannte starte Hembinindcrnna der.Arbeikslosenziffer verivieseii. Zur ivell- "wirtschänlicheil EntwicklungIivird -snr die Be» richrszeit ausgesührt. diefc Entivicklnng habe eriient bestätigt,..daß sich Hit Aüfschwnngstendenzen im Vergleich zu den ersten Jahren der Erholung bedeutend verstärkt und gefestigt halten. L,b das auch für die Zeit nach dem Abichluß des Berichtes des Konjnnktiirinstitüts zntrifft WJofür da? ' ziveite Vierteljahr 19'!«:,. läßt sich heute nv.h nrd.t endgültig sagen. Doch lfatre man in den letzten Monaten wiederholt den Eindruck, daß in der weltwirtschastlichen Auischmungtztendenz da und ■ dort eine Stockung eingetreten sei. 2'ielleicht gewinnt man stimmnnaswäßig durch den in der nächsten Woche fälligen Halbjahresbericht der Reichskreditgesellfchast. ber stets sehr emgeheno z>« ivellwittschqflltchSti Problemen— nimmt, ein klareres Bild. Jedenfalls aber ^st es dnrchans richtig, wenn das. Konjunkturinstitnt für die ersten Monate des laufendeil Jahres fefV'teUt. baß besonders in den Bereinigten Staaten, die feit eklva einem Fahre da« Zentrum des welk» wirtfdxjfttidjeij Konjiinkrur-AnsschwiingS bildeten, Produktion und Umsätze erneut gestiegen feien. Weiter heißt es u. c., die wachfende Aktivität der Bllirtschait. vor allem die private IiivestitivnH» tatigkeit sei dabei nach wie vor die HauptträgeriA der'Bclebmig. Ueberhanpt sei der Anteil der reit» ökoiionijschen Ialloren ,>>i der gegemvarligeil.Ber»- ltärkiing des iveltwirtjehastlichei, AusschiviingS tveii stärker als etwa jene Deiitiingen ziigrbrn. die in ,l,r liauptsaclßuh' eine Folge der eihvlileir inter., natwiialen Rnstiiiiqeii leien. Es wird dann allerdings I,i,i;iigesiiat.. daß sieiluh - neue ' -cliioierig. ketten im Goldblock antgctreten.sind, vor allem tit Feaiikreich, wo die angespannten Finaiizverhältnisie im April zu der neue» Wahrniia»- und Kreditkrisc geführt hatre». Tie angenblsctli.lien Anstreng»,,gen der -- sranzösilil,.',, Reiiermig. vor allem da» - ansge'ivaiiderte, >9old loiedei zurück;», holen, .dürfen als bekannt voraiiögesetzi werden. Jedenfalls kom.ick das Koiijnnktni iiiltitiit >ibscliließeiid zu der An'fajsmig: Alles in allem trete die Iveltun,lschail nMer' ver,l>äl>iiiSniäß:g, gilm'ligc» Bedingungen, in . das vierte Jahr ihres AnffchivlingS. Auch der sr>,l,ere Landessiiianzamtsprasident Schwärz vertritt u> fri„em beachtlichen' Amiitz ..Weltsiiiaiizjah, 19 i .' 'die 9r,Vjntrotz der -Laicktivneii gegen ,F-,lien liatteo die toeltivirt» scliaitlichei, VerhaUniÜe^ in der Well I, ck Beginn der ziveilen Halste des Iäl,res' 1945 eine» »'eiteren kräftigen Tchritt vorwärts getan. diesem im ..Baokarilnv' 'nrrn*»ei:t!irljten Arillel lügt er allerdings nIeulj hinzu d„,ß aber io wie im Vorfahre auch diesmal die Bessi'rinigen in den Binnen« ivirtsätailen l^i iveitem die-Bi lebnng der Außenwirtsck^rst. des, Wlelthandels. nl>erf raren Was diese Blniieuwirtichaiteü aolu-laoge. t'v l,abe sich in vielen Rohstosfland«-,o dec.»'eifere Rlickgang der Weltvvrräte an Nohllviien und die zuneh« »neiide Nack,frage seitens der in, Aii'fchiviing bcgrifseiien Industrieländer bei steigenden Preisen vorteilhaft geltend gemacht. In der Landwirtfchaft hätten sich sowohl in den Agrarwie auch ui den mx,sten Iiivustrieländecn die zahlreichen Laniernng?.. Emfchiildiings und Nlarktregelung?Maßnahmen der letzten Jahre günstig ansgewirkt. Tß'ie Besserung der lKerhältnisse in der llrprodiiktion habe,die Kan'kraft der betrickfenden B-rufskrei'e, gestärkt und mit den indo»,u-llen Wirtschaftssektor znruclgelvirtl. PräsidentSchivarz siihrt schließlich als nicht mnider ivlchtige Ursache, , für die geivaktige Steigerung der Industrieprodiiktioie io der Welt an' die >oeitcc stark 'leigende Iiidnilimliiiernng e-.r AgcactniD Rohstossländer, dar förderlich sick> anc-ioirkende Ber» tragSwerk von Ottawa flic England und feine .Dominions lind die auch - d>ai -Tvininivns , zugute kommende Zinsfenk,ing--po!,tik: auch die Währimgsentwertiing habe nach?lnsicht von Schwarz ,nr viele Länder wettere Vorteile gebracht, ^»w.cüber.chxka,NYlljch dte^'Aer-ouiigim-ckehr-'AlvtE' sind. Präsident Schwarz legt dann »och dar. vor allen Dingen sei es aber auch die in Deutschland und den Bereiiiigten Staaten nno nach deren Beispiel ,n vielen anderen Landern aus öffentlichen Mitteln betriebene aktive- Konjunkturpolitik gewesen. die Vornahme und Forderung öffentlicher Arbeiten aller Art. die die 'Iiidustricprvdultion gewaltig anregte. l'-o.

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