Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 25 (18.6.1936)
- Date
- 1936-06-18
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 3× ep/1047930
- Hebron 2× ep/1047559
- Safed 1× ep/1046078
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Eisenbahnstation Jaffa wnirüe ein BranH gelegt* es wurde Frachtgut beschädigt. In Bethlehem wurden drei englische Polizisten vom Strassenmob angegriffen. .Die" Polizisten'machten'von der Schusswaffe Gebrauch. Ein Araber wurde verwundet. Etwa in der Mitte der Strecke zwischen Jerusalem und Nablus wurde Militär von Arabern beschossen. Die Truppen erwiderten das Masch inenge weh rfeugr. Fs ist nicht bekannt, ob das Gefecht Opfer gefordert hat. bei Kfar Ewer und Pardes6 Channa sowie bei Moza wurden Schlisse gewechselt. In Gaza und. in der Umgebung der Stadt sind mehrere bomben 'explodiert.- Regierungswälder in Nordpalästina und bei Atlit wurden angeziuidet. In balfouria. wurden drei Düna in Getreidedurch' Feuer vernichtet.' Auf der Sluudie . Hebron—Heef Scliewa. wurde eine gesprengt, Bei Näblus kam es zu einem Gefecht zwischen Militär und einer Gruppe'von tlreissig bewaffneten Arabern, wobei ein Araber verwundet und verhaftet wurde. Die übrigen entkamen. Bei Chedera wurde ein .jüdischer Wächter schwer verletzt. Er wurde von einer Patrouille angeschossen', weil er auf Zuruf nicht stehen geblieben war. Ein Araber, der am Morgen bei einem Zusummenstoss mit Militär bei Bethlehem verwundet wurde, ist seinen Verletzungen erlegen. Bei Kfar Jona wurden achtzig Dunam Melonenfelder von arabischen Terroristen vernichtet. Junge Orangenbäume wurden in dem Mugrabi-Pardoss bei Bande auf einem Gebiet von sechzig Dunam mit den Wurzeln ausgerissen. Es wurden 4500 Bäume vernichtet. Der Schadeir.betrügt. (1500 Pfund. Am Abend wurde ein Zug auf der Linie Lydda—Jerusalem beschossen. Verwundet wurde niemand, kn der'Bahnstation Batir, zweieinhalb Kilometer von Jerusalem, verliessen arabische Passagiere den .Zug. Mil Tränen in den Augen küssten sie dem jüdischen Zugführer die Hände und dankten ihm dafür, dass er sie heil durch de» Kugelregen gebracht habe. Der bis zu diesem Tage durch die'Unruhen niigeriehtete"'- Schaden wird auf drei Millionen Pfund geschätzt. Die l’alästiiiaregierung hat rund -500 600 Pfund, durch .Knigang au Steuern und Zollgebühren, Sabotageakte an Regierungseigentum und erhöhte militärische Ausgaben Verloren. Die Verluste der jüdischen Bevölkerung durch .Brände, . Vernichtung von Feldern und Pflanzungen, Ausschaltung’ des jüdischen Geschäftslebens in Jaffa, Lähmung des Handels und Beeinträchtigung der Unterhallungs- und Gaststätten durch die frühe Polizeistunde werden auf. l'.T Millionen Pfund geschätzt. Etwa eine Million betragen die Verluste der Araber durch Verdienstentgang infolge des Streiks und die Zahlungen für Streikunterstützung. Todesstrafe gegen Bombenwerfer Als Antwort auf diese turbulente» Ereignisse eidiess der britische Oberkommissar und Oberbefehlshaber. Sir Arthur Wauchope, ausserordentlichscharle Massnahmen zur Bekämpfung der Aufständischen in Palästina. Das Schiessen auf britische Streitkräfte und das Werfen von Bomben wird in Zukunft mit dem Tode oder mit’ .lebenslänglicher Einkerkerung bestraft' werden. Dieselben Strafe» können. für die Störung von Eisenbahnlinien, Strasse» und Telephon Verbindungen verhängt werden. Trotzdem sind im Labte des 14. Juni wieder fünf Juden durch arabische Banden verwundet worden. Zwei Lastwagenebauffeure wurden bei Moza verwundet. Der JOjührige Jacob Gereon erhielt so schwere Verwundungen; dass er inzwischen, gestorben'ist. Leicht verwundet wurde der 3öjährige Mosche Ger a t. Neunzehn Kilometer von Jericho entfernt wurden auf der Strasse, die von Jerusalem zum Toten Meer führt, drei jüdische Arbeiter, der 32jährige Mosche- K raut, der 20jährige Schmuei- Ja n o w s k i und der 2.5jährige M. S t e i n , ver- Einem amtlichen Comnuiiiique zufolge haben arabische. Terroxisleu eine Kiseiibahnbrücke bei Gaza gesprei^L Sidiiessereien wurden aus der -Gegend von N'tiwVr Jacob. Bäumt Bachei. Hebron. Bajit Wega» lind) Tel Lit.winski gemeldet. . Auf Grund der von den .jüdischen Körperschaften erhohewt* Forderung nach Mobilisierung von 2500 jüdischen Hilfspolizisten hat die Regierung der Mobilisierung von 400 weiteren jüdischen Polizisten zugestimmt. Die jüdische Hilfspolizei ist jetzt 800 Mann'stark. Sie ist mit Geweinen aus den .Waffenlagern der Regierung-.' bewaffnet." Die Paiästiuaregieruug gibt die Verteilung der jetzt iii Palästina stationierten acht lnfan-_ tericbntaill'one bekannt. Das erste Bataillon des Lancasliire-Beginients ist-in Haifa, Nazaret, Atlit. Sichron Jacob und Chedera initergebracht; das erste Bataillon des York und Lancaster-Regiments siebt in Nazaret. Safed, Rösch l’ina und . Afule; die Seaforlh Higlilanders sind in Nablus, . Tulkerem und Dschenin stationiert; das zweite Bataillon des ltedfordshire- und llort.fordsliiro- Regiments ist in Jerusalem einquartiert, wo auch das zweite Bataillon des Dorset-Regimentsjsteht; die tamerön lligtrlanders sind auf •Jerusalem. Hebron und Ramalla verteilt: die Kgl.-Schottischon Füsiliere stehen in. Sarafend, Jaffa. Ramie und Gaza, das zweite Bataillon des Cheshire- Uegiments in Sarafend und Haifa. Am 15. Juni machte sich endlich, zunächst wenigstens in-Jerusalem, eine Entspannung bemerkbar. Das Lgben nahm fast den normalen Yer- Ausweichende Erklärungen des englischen Kolonienministers Ormsby-Gores im Unterhaus In der Unterhaussitzung vom 15. Juni gab der Kolonialminister Ormsby-Gore auf eine Anfrage des Abgeordneten Peter MacDonäld Antworten, die darauf hindeuten, dass die englische Regierung es im gegenwärtigen Zeitpunkt vermeiden will,, sich in ihrer Palästinapolitik durch eine Erklärung über die Schuldfrage f e s t z ul e gen und damit auf die' umfassendere Handlungsfreiheit zu verzichten, : deren Sicherung sie sich offenbar von einem Hinauszögern der Entscheidung bis zum Bericht „ der. geplanten Königlichen Kommission ver- Abg.'Peter Mac Donald fräste de» Minister für die Kolonien, welches die Ursache für die jüngsten Unruhen unter der arabischen Bevölkerung sei. Seien diese auf Propaganda zurückkufiihren, und aus welchen Quellen stamme diese? Wer werde die Kosten des zusätzlichen militärischen Beistandes tragen, der notwendig war, um die Lage zu meistern? Minister Ormsby-Gore antwortete, die Ursachen der Unruhen in Palästina würden einer der Gegenstände sein, die die geplante Königliche Kommission zu untersuchen haben werde; unter diesen Umständen würde er — der Minister — es für sehr unangebracht halten, in diesem Augenblick den Versuch einer Analyse zu machen. Was die zusätzlichen militärisglieii Hilfskräfte betrifft, die nach Palästina entsandt wurden, so werde die Palästinaregierutig etwaige Mehrkosten tragen, die dadurch entstehen sollten, dass die verschiedenen Einheiten; in Palästina statt anderswo stationiert Der Abgeordnete Mac Donald fragte weiter, wann die K o m in i s s i o n eingesetzt werden und nach Palästina gehen werde. Der Minister antwortete, die Kommission werde erst eingesetzt werden, wenn G eset z und Ordnung vollständig wiederhergestellt und die englische Verwaltung in der Lage sein werde, Sicherheit und Frieden in dem Lande, zu gewährleisten. Der Abgeordnete T h o s. W i 11 i a m g fragte, ob die Regierung keine Informationen über die durch die Unruhen, verursachten Kosten besitze, und was von dem1 Führer der mohammedanischen Bevölkerung, dessen Gehalt von der englischen -Regierung.bezahlt.--wird,, zu dem Zweck unternommen worden sei. . eine Unterdrückung des Aufruhrs zu versuchen. Minister O r in sb y -G o r e erklärte, er müsse den zweiten Teil dieser Zusatzfrage dahi# beantworten, dass er.;auf vollständigem Missverständnis beruhe. Es sei durchaus, fa 1 s c h < dass der Führer der mohammedanischen Bevölkerung, nämlich der G ross in u ft!, von der englischen Regierung bezahlt sei. Lassen Sie mich, sagte der Minister, dieser Behauptung hier mit voller Klarheit und Bestimmtheit widersprechen. denn es könnte zu ernsten Wirren im ganzen Mohammedanertum führen!, wenn inan erklärte, das Oberhaupt dieser religiösen Gemeinschaft sei von der englischen Regierung bezahlt. Gewiss habe ich mancherlei Ansichten über die verschiedenen Ursachen der Unruhe im Nahen und Mittleren Osten; es wäre aber höchst unangebracht, diese Ansichten zu äüssern, nachdem die Regierung die Entsendung'einer unparteiischen. Königlichen Kommission allgekündigt hat, die auf die Dinge, eingehen, sie untersuchen und beeidete Aussagen auf ihre Fragen entgegennehmen soll.! Für Freitag, den 19. J un i, ist eine grosse Debatte im Unterhaus über die gegenwärtige Lage in Palästina angekündigt. Die Debatte, die im Zusammenhang mit der Abstimmung über das Budget des Koloiiienininisteriums stattfindet, wird durch den Führer der Opposition,. Major. Attlee, eingeleitet werden. Für die Regierung wird ■ Kplonienminister Ormsby-Gore antworten, der bei dieser Gelegenheit zum erstenmal eine grosse Rede als Kolonienminister halten wird. lauf, wie man es vor dem Ausbruch des Streiks gewohnt war. Offenbar hat auch die Erklärung des High Commissjoners, Sir Arthur Wauchope, bei seinem Besuch bei den jüdischen Verwundeten im Hadassa-K rankenhaus am Vormittag, dass, er mit der Möglichkeit der Wiederherstellung normaler Verhältnisse für die „nächsten Tage“ rechne, eine beruhigende Wirkung ausgeiiht. Zum erstenmal sah man wieder in der Beii-.J eh udä-St rasse und anderen jüdischen Hauplstrassen in Jerusalem. Araber in Nationaltracht in friedlichem Geschäftsverkehr mit Juden wie in früheren Zeiten. ■ In den übrigen -Teilen des Landes wurden allerdings die vereinzelten Terrorakte fortgesetzt. Iii einem amtlichen Communique wird mitgeteilt, dass eine am Morgen in der: Altstadt von Jerusalem geworfene, Bombe, die nicht explodiert ist, einer Ansammlung von Juden galt. , Auch in Ifaifn wurden, wie in dem Communique mitgeteilt wird, ungeachtet der ehe» erlassenen scharfen Strafbestimmungen, Bomben gegen ein jüdisches Krankenhaus geworfen. Zwei Araber wurden verhaftet. Auch in ein .jüdisches Haus bei der. Zementfabrik „Nesher“ in .Tagur wurde'eine Bombe geworfen, die nicht explodierte. Die Polizeistation in' Akko wurde von Arabern beschossen, Die Polizei antwortete mit einer Maschinengewehrsalve. Aus. dem Hinterhalt wurden Schüsse auf Kfar Saba, Bajit Wega» und ein jüdisches Sanatorium in. der Jerusalemer Vorstadt Bet Hakerem ge- Zwei jüdische Chauffeure wurden, so heisst es in dein Communique weiter, bei der Beschiessüng eines jüdischen Lastautos auf der Strasse Haifa—Dschenin leicht verletzt. Zwischen Jaffa und Ramie wurde ein Lastauto der Palestine Electric Corporation beschossen. Die Militäreskorte erwiderte das Feuer. Verletzt wurde niemand. Was die englische Presse schreibt Lebhafter denn je nimmt-die englische Presse zu den Ereignissen in Palästina Stellung. Ihre Auffassung ist keineswegs einheitlich. Während der „M a n c h e st er.Guardian“, unter der Ueberschrift „Der tote Punkt in Palästina“ die geplante Entsendung einer Kgl. Untersuchungskommission kritisiert und von der Regierung^ eine energische. Unterstützung des Jüdischen^ National-Heims auch für die Zukunft fordert, unternimmt. „Great Britein .and" the East“ einen bedenklichen Vorstoes gegen das ..Schlagwort“ von einer arabisch-jüdischen Verständigung und unterstützt die Entsendung der Kommission als möglichen Beitrag zur Entwirrung der schwebenden Fragen. Auf alle Fälle, heisst es zum Schluss des Artikels, sei eine-klarere Führuug-der— englischen Palüstinapoliiik dringend wünschenswert. Man müsse den einen oder den anderen Weg wählen. Auf der einen Seite seien die Heere der arabischen Well und ein Teil jedenfalls der Welt des Islaim^; aut der anderen ein Teil der Welt der internationalen Juden heit. Zu behaupten, dass beide gleichzeitig" zufriedengestellt werden könned, sei etwas, was die Ereignisse im Mandatsland Palästina als falsch erwiesen haben. Zu lange' habe man dem Schlagwort gehuldigt, dass die .Ideale von Arabern und Zionisten nicht unvereinbar seien; zu lauge habe man das Problem als ein solches behandelt, das die Zeit sicherlich heilen würde. Jetzt seien die Schuppen von Englands Augen gefallen; es gebe keine Entschuldigung mehr dafür, den Weg tastend fortzusetzen. Die einflussreiche konservative Wochenschrift „S p e e t ä t o r“, die vor kurzem den Kantonisierungsplan für Palästina vertreten hatte, empfiehlt jetzt eine vorübergehende' Einwanderungssperre. Der Punkt, an dem die von Emir Abdulla am letzten Sonntag geführten Verhandlungen scheiterten, sei die Weigerung des High Commissioners gewesen, die jüdische Einwanderung einzustellen. Ein Zugeständnis, sei von den Arabern selbst durch ihre frühere grundsätzliche Forderung, dass die Einwanderung auf rlie^Dauer eingestellt werden -solle, erschwert worden. Immerhin gebe es jetzt noch die Möglichkeit, dass nach der Ausgabe der jüngst bewilligten Zertifikate eine vorübergehende Einwänderungssperre erfolgt, denn eine jährliche Einwanderung von fast 50 000 Menschen sei wohl geeignet, die Araber zu beunruhigen. Auch die Londoner M o n t a g s b 1 ä 11 e r befassen sich abermals eingehend mit den Palästinaunruhen. Der Jersulamer Korrespondent des „Daiiy Telegraph“ weist auf die exponierte Lage der jüdischen Kolonien hin und erklärt,“ die Forderung der Kolonisten nach Bewaffijungsei berechtigt. ..„N e ws Chronic 1 e“ erklärt im Leitartikel, der arabische Terrorismus sei eine Herausforderung, der sich keine verantwortliche Regierung beugen könne. Solange .nicht die arabischen Führer, heisst es in dem Artikel, den'Mut und die Macht haben, diesen Terrorismus, zurückzuweisen, können sie nicht erwarten, ein geneigtes Ohr für ihre wahren Beschwerden zu finden. „Daily T e 1 e g r a p h“ veröffentlicht eine Zuschrift Lord Melchetts, in der darauf hingewiesen wird, dass inan zu Beginn des zionistischen Kxperinienls in Palästina diesen Plan für ideell und moralisch gerechtfertigt, jedoch für praktisch verfehlt hielt. Heute, da das Werk ' sich praktisch bewähre, werden seine. moralischen Grundlagen von-den Gegnern herausgefordert. Haben wir .Juden, fragt Lord Melchett, den Anspruch auf ein Nationalheim in Palästina oder nicht? Haben iVir ihn nicht, dann sind alle unsere praktischen Erfolge verschwendete Mühe. Haben wir aber einen wahren moralischen Anspruch in den Augen Englands und der Welt, dann darf der Versuch der arabischen Bevölkerung, unser Nationalheim durch Waffengewalt zu zerstören, nicht geduldet, werden. Lord Melchett fordert die Möglichkeit jüdischer Selbstverteidigung in eigenen Formationen. Hätten die. Araber nicht das Nationalheim als Angriffsobjekt, erklärt er weiter, so würden sie das englische Mandat in Palästina ebenso angreifen. wie sie das französische in. Syrien angreifen. Die jüngste Erklärung des Kolonienministers sei zu begrüssen, denn die.Stellung der europäischen Nationen an der ganzen Os!- und Siidküste wäre gefährdet, wenn man diesem Terrorismus Zugeständnisse machte. - Wieder Telephonverkehr nach Palästina Ende der vorigen Woche meldete die deutsche Tagespresse aus Jerusalem, dass der allgemeine Telephon verkehr zwischen Palästina und dem Anstand gesperrt und für Ausnahmefälle eine Genehmigung der Postdirektion erforderlich sei. .Wie .wir auf Anträge beim Ueberseeaint der hiesigen Reichspost erfahren, ist diese Massnahme bereits wieder aufgehoben worden, so dass Telephongespräche in beiden Richtungen wieder geführt werden können. Ein 3-Minuten- Gespräch von Deutschland nach Orten Palästi-' nas kostet 76.80 RM und kann jederzeit durch das Fernamt angemeldet werden. Die Verbindung, die bis Kairo auf dem Funkwege durchgeführt wird, wird in ungefähr einer halben Stunde hergesfellt. Ermäßigungen werden auch in den Abendstunden nicht gewährt. Bericht der Mandatarmacht in Genf - Die Tagung der Mandatskommission des Völkerbundes wurde am 12. J u n i g e tf c,b l o s. .. s e n. Der von der Mandatarmacht erstattete, soeben gedruckt erschienene. Berich t, ’ dem zur Novembertagung des Völkerbundsrats voraussichtlich. eine Ergänzung über die gegenwärtige Entwicklung folgen, wird, behandelt die allgemeinen politischen Verhältnisse im Lande, wobei auf die Erstarkung des arabischen Nationalgefühls hingewiesen wird, gibt einen Ueberblick über die jüdische Einwanderung und die Entwicklung der jüdischen Kolonisation und hebt den allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung des Landers hervor. Die Einzelheiten des Berichts haben heute vor allem historische Bedeutung und seien deshalb hier auszugsweise wiedergegeben, obschon. sie in unserer Zeitung wiederholt in Sonderberichlen behandelt wurden. Obwohl die öffentliche Sicherheit gut g ewahrt wurde, heisst es in dem Bericht, war der letzte Abschnitt des Jahres 1935 n i c h t f r e i von Spannung; die Unzufriedenheit unter den Arabern rührte/ von der jüdischen Einwan d e r u n.g und dem Bodenkauf her. Eine gewisse Unruhe wurde durch den italienisch - a b e s s i n i s c h e n Krieg hervorgerufen und weitere ansteckende Unruhe kam aus Aegypten. Der Bericht stellt weiter fest, dass der Vorschlag, einen Legislative Council einzusetzen, zwar von den Juden ungünstig, von den Arabern aber mit Genugtuung ausgenommen wurde und eine beruhigende Wirkung ausübte. Zur jüdischen Einwanderung bemerkt der Bericht, dass insgesamt 61 654 jüdische Einwanderer im Jahre 1935 registriert wurden. Von diesen waren 6309 Kapitalisten mit 5694 Familienangehörigen, während der Labour Schedule 27 729 Personen umfasste. 1557 Personen, davon 565 Juden,! wurden wegen illegaler Einwanderung zu Gefängnis verurteilt. Die jüdischen Einwanderer bevorzugen noch immer zum grössten Teil die Städte, angezogen durch die höheren Löhne und die Bequemlichkeiten der Stadt. Aber gegen Ende des Jahres nahm die Arbeitslosigkeit in Tel-Aviv und Haifa z u, und es fand eine leichte Abwanderung von Arbeitskräften in landwirtschaftliche Siedlungen statt. Die Arbeitslosigkeit bei den Juden betrug schätzungsweise, vom September angefangen: im September 2600; im Oktober 3500; im November 5050 und iin Dezember 6000. Die Differenzen zwischen W a a d Leumi und Agudat Jisrael seien merklich weniger s c h a rf‘gewesen. Politische und wirtschaftliche Einigung zwischen den beiden Körperschaften dürfte unschwer erzielt werden. Eine Lösung sei noch für die religiösen Differenzen zu finden, was möglicherweise durch die Einsetzung eines religiösen Rates bei der jüdischen Gemeinschaft, dein die-Verwaltung aller religiösen Angelegenheiten, wie Wahl von Rabbinern, rituelle Schlachtung, Begräbniswesen usw. zu übertragen wäre, geschehen könne. Auch die Differenzen zwischen Revisionisten und H i s t a d r u t seien weit w e n i - ger betont gewesen. I» bezug auf die Wirtschaft I! c h e n Fragen wird darauf hingewiese», dass der über- 'priifte Voranschlag für die Finanzperiode vom 1. April 1935 bis zum 31. März 1936 Eink ii n f t e in! der Höhe von 5 739 270 Pfund gegenüber ' einer ursprünglichen Schätzung von 5 436 087 Pfund aufwies. Die stärkste Erhöhung zeigten die Bodenregistrierungsgebühren, nämlich 135 000 Pfund. Der Ueberschuss der Einkünfte gegenüber den Ausgaben w-ird für das Jahr auf annähernd 1520060 Pfund geschätzt, wodurch der angesammelte Verwaltungsüberschuss auf 6 250 000 Pfund gebracht wird. Der Gesamtwert der Einfuhr ist von 4 351786 Pfund auf annähernd 4 081 000 Pfund gestiegen. Die B o d e n ver k ä u f e im .Jahre 1935 betrafen schätzungsweise 187 000 Dunam im Werte von 11 720 000 Pfund gegenüber 156 000 Dunam im Werte von 8 378 000 Pfund iin Jahre 1934. Dagegen betrug die Erweiterung der Zitrusplantagen nur 28,000 Dunam gegenüber 50 000 Durian, im Jahre 1934. Die^E inlagen bei den führenden Banke n beliefen sich am 31. Dezember 1935 auf annähernd 46 000 000, um zwei Millionen weniger als Ende 1934. Die einheimische Industrie hat sich während des Jahres w e i t e r entwickelt, obwohl einige Betriebe wegen des neuen Industrietarifs vorübergehend geschlossen wurden, haben sie später die Arbeit wiederaufgenommen. In dem Abschnitt über Erzieh u ngswesen wild die Gesamtzahl der jüdischen Schulen im Jahre 1935 mit 492 angegeben; die -Schiileryahl betrug 51 314. während Si ein Jahrzuvor 467 Schulen mit 43 900 Schülern gab. Für das arabische Erziehungswesen bat die Regierung 168193. für das jüdische 33 958 Pfund ausgegeben. Die Gesamt bevölkerung Palästinas wurde am. 30. Juni 1935 auf 1 194 529 Personen, davon 320 358 Juden, geschätzt.