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Central-Verein-Zeitung · 1936-06-18 · 25 (18.6.1936) · page 10

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
25 (18.6.1936)
Date
1936-06-18
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Karl Kraus Nur sivoiiuiMctfRia Jahre ist Karl- Kraus alt geivorden mW hat dach sich selbst um eine beträrfjtlidjo Si'oimc /(rit üb erlebt. (\r umt eine »yiflur der Ai. .u. 'JiJoinn-diio. mic 'JJunimilian Harden. einet seiner vielen „Feinde" in der Literatur, zmn^Bild de-; laiserlichen Deutschland der Vorkriegszeit gehönc. Seit I.B'0 gab er die ■„tfarfcl* heraus, sunsnnddreißig Jahre lang Heit um Hestzda-z er ieüm schrieb. ,\n einem luvt gcljdiiftet Weiftreichigkcitbarocken Stil s-Prühte die „Harket*'bald Raketen des Witzes und beißende {Junten der Satire, bald schwelte ■ sie bnii den. Diinsten - eitler Selbstinszenierung: gleiel,mäßig strahlende Bsiirme kannte sie ii-ielit und lenchletezu feinem leiten Ziel. Menn aurlj nicht alle, so griff -Kraus doch säst alles KN. „Verächter und Richtet der bürgerlichen Vch?lt*,' nicht Wegiveiser einer neuen. (*r war „daliegen*, gegen Monarchie wie gegen Sozialismus, gegen Zionismus-wie gegen Pshchoanalhsc. Al? biestalter eigener Lüerte, als Dramtztiker und Lhriker hat er sieh nicht durchsetzen können, außer wo er zu Lssenbaehs Operetten das .Florettspiel seines Witzes lieh. Er war klug und tapfer, doch ohne Weisheit und Mäßigung. Ans dem Indentum trat er früh heraus; beim Ressentiment dagegen blieb er stehen. Er kämpfte nur,-er führte nicht; er deutete nicht, er kritisierte nur. In den letzten Jahren war es schon still um ihn geworden. Jetzt hat er sieh ganz zurückgezogen. B. Chesterton Einer der erfolgreichste'!! englisil^n Schriftstellet, Gilbert Keith Ehestertvn, ist im Alter von 62 Jahren plötzlich gestorben. Er war eiii zarter Lyriker, der durch Krimiiialgeschiehten bekannt wurde, ein glänzender Evusäreneier, der auch auf den Bühnen Lorbeeren suchte, ein ehrgeiziger Journalist. d/r sich im Kriege zum katholischen Glauben mckehrlc. Eine sournalistische Mission.- führte ihn 1020 nach Palästina. Bsirs er dort, nuuiiittelbar uacl, dem Airiege im ersten Stadium des zionistischen 2lnibancs sah. hat er mit betont iinsreundl-icher Tendenz, aber doch auch in mancher Beziehiiug anregend in einem Buch unter dem Titel „Tim new .Grus:,zniainmengefaßt. Neben maiiche-m allzu slücl)tigeu und allzu selbst- ’ gerechtem Urteil, findet sich hier ein Satz, der von tieferem Blick zeugt. -.Ein englischer Geistliclier". so heißt es da. ..der in vielen Beziehungen antisemitischer war, als ich. sagte: „Ter ärmste, wie der stolzeste.Jude gedenkt der Vergangenheit. Blag er durch -Haß Und Verfolgung und Furcht in alle möglichen Verkleidungen und in ein Doppelleben hineiugescl,reckt worden sein: er erinnert sich deuuocl,! Und ein Volk, das sich erinnert, hat ein Recht!" Tikni den p o l n! s eh e n , bei der ' Landesbibliotliek in tigarschan. hinterlegten nichtperiodischen Veröffentlichungen kB i't ch e r n) waren im Jahre t'.mu von I00S6 614 in sidd i s ch e r Sprache, im Jahre 1031 lum liois 670 in giddischer Sprache. Unter den 5>ni bzw.' 509 erschienenen II e b e r s e tz u n g e n befanden sich 26 bzw. 23 Uebersetzniigen ins Jiddische. Von den 41 c t i u d i sch e u V e t vfse n tlich 1111 g e n Ivurden >033 l insgesamt: 2.772> 116. im Jahre >03 t tinsgesamt: 2,766 > I>>6 in jiddischer Sprache herausgegeben. - iuw>iier LudwigSteinmetz % Nürnberger Sfr. 56 (neben Woolworfh) Ein neuer Band c Clara Michelson: Jüdisches Kind aus dem Osten. (Philo-Verlag, Berlin.) . In zwei Erzählungen, einer sehr kurzen und einer, die sich über 30 Seiten erstreckt, schildert Elara Michelson die jüdische Welt des Ostens, wie sie sich um jüdische Alinder, in jüdischen .Uiudern darstellt. Aber iw einem unterscheiden sich diese. Gesetiichten von den bisherigen jüdischen Ghettoerzahlnngen. Tie- Nlensche» des östlichen Ghettos/ ihr armseliges Tun u-nd- Treibern iw den Juden'» gasse», ihr von religiöser und sozialer Tradition fest umschlosseiies. Dasein sind tausendmal idyllisch . oder kritisch oder gemütvoll oder humoristisch -oder verherrlichend - oder: mitleidheischeiid geschildert wvrdeni hier jedoch werden zum erstenmal kleine .minder aus dem östlichen Milieu, abseits all dieser Tarstellungsarteu, mit erbarmungsloser objektiver Analyse, mit allen .Künsten nivderuer Psychoanalyse lebendig gemacht. . Diese Alinder sind von innen her betrachtet und damit die. jüdische Welt vom Innern der Kinder ljer, aus den Reizen und Bewegungen ihres jungen Bewußtseins und Unterbewußtseius — moralkritisch ausgedrückt: jenseits von. Gut und Böse, jüdisch ausgedrückt: in ungeschiedener Vermischung des guten und des bösen Triebes,.künstlerisch ausgedrückt: östliche Aliuderseeleii,°von 'Herkunft und Ilmgebung bestimmt, doch Hirch ein besonderes Unbestimmbares geleitet, werden von einem psychischen Anatomen schärfskens belichtet, feiüstens seziert. Aus dieser Analyse ergeben sich gewöhnliche Atinderschicksale, ivie sie unzählige Male im Osten Vorkommen mögen; durch die künstlerische Darstellung aber werden sie ins Uu« gewöhnliche gesteigert. Diese Steigerung geschieht nicht durch Betonung auteiluehmeiiden Gefühls, nicht durch Mitleideriveckuug. sondern allein durch die Mittel einfacher, neutraler Schilderung. Aber gerade durch diese Sachlichkeit und scheinbare Teilnahmslosigkeit der Erzählerin wirken die Geschichten erregender als die herkömmliche Sentimentalität von Geschichten ähnlichen Inhalts. Jüdisches Leben Ch. Borodianski: Vom Dybuk zum „Dybuk“ „Vom Tybnk znm Dybuk (Anski und sein Werk!" — so lautete das Thema, das sich Dr. Eh. Borodianski zum Vortrag im Berliner Kulturbund gewählt hatte. Der Redner gab iw großen Zügen einen Lebensabriß A u s k i s, des Wanderers zivischeu zwei Welten, eine knappe biographische Darstellung, die zugleich in das Geheimnis seines sünszehubäudigeu Gesamtwerkes einführen sollte. Innerhalb dieser selbstgewäsilten ^Beschränkung blieben Borvdiauskis. 'Ausführungen nicht ohne Interesse, zumal die ernste, vergeistigte Art des Vortrages iür den Mangel an rethorischen Niitteln zu entschädigen wußte. Anski (von dem es bisher noch keine Biographie gibt) wuchs in einer Welt auf,/in der der talmudische Nabbinis» mus im Aiampse—mit den volkstüiiilichen Atraiten der Blagie und der -Mystik lag. Bon diesen Aträften. die auch an die „Austreibung" des Tybnk glaiibten. fühlte sich der junge Awiklärer zunächst nicht berührt. Schon früh fand er den Weg in die russische Intelligenz und den Kreis der russischen Vvlksdichter. Die Berührung mit dem Volk Philo-Bücherei „Aisik Ormermänns erste Reise* schildert ein Kind de? .allerärmsten Proletariats, das sich glücklieh verbunden fühlt mit dieser Elendswelt, aber unglücklich, bockig und verzweifelt wird.^ sobald es in eine angenehmere, reinlichere, doch fremde und unverständliche Welt versetzt >vird,nn „eine Ferienkolonie in schöner Waldgegend*. „Das Leben des .Kindes; (Stimm* läuft in wohlhabenderer Um- ^gebyiig ab. -Ehaim ist ebenso' kümmerlich an Atörper uvie frühreif an Geist, w -daß er-in selbst-- , .-gesuchter Einsamkeit und Abgeschlossenheit das -sollst - .Kindern dieses- .Alters - .unbekannte, in die Wirklichkeit lyineimmtfefäTe Göttliche und Jenseitige ahnt. Er haßt den kräftigen^ gesundheitsstrotzenden, rechthaberischen jüngeren Bruder -mit derselben stillen Leidenschaft, mit der er sich den - primitiven, rohen Erziehuiigsmethoden des Lehrers im Cheder, dessen Mnsterschüler er ist, widersetzt, bis er den Reinigungstod in. der brennenden Schule. si?cht, die Torarvlle im .Arm.. Aber nicht auf diese groben Tatsachen kommt es der Erzählerin an, sondern, ans die mit äußer-', ordentlicher Keuntiiis der Atinderseele geschilderte Entfaltung oder Berkümmeruiig des jugeudlichen Bewußtseiiis. Mit wissenschaftlicher Eraktheit werden die" den Erwachsenen linerklärlichen Eigenschäften und Anormalitäten im Wesen der Iüngslen erklärt durck) die Einwirkung jener grade von den Erwachsenen nicht beachteten Impoiiderabilien, welche^die kindliche Seele ängstigen, schrecken, belasten, 'einengen, erweitern, beglücken und beseligen. Es gibt da Aleisterstücke, wie die Schilderiuig der Eisenbahnfahrt, die das Proletarierkind vergeblich seiner Welt zu entführen versucht, oder die Erweckung des Bvsheits-' kvmpleres in dem sonst sanften, stillen, gedrückten," körperlich verschrnrnpften, aber verinnerlichten und vorzeitig intellektuell geweckten Alnaben gegen den robusten, lärmenden, thrannischen Säugling. So ist das Bändchen gleich wertvoll für bte - jüdische Erzähliingskuiist wie für die jüdische Atindcrpsychvlvgie. . X.?. — jüdischer (seist weckte immer mehr rein jüdisches Bewußtsein, und als er im Jahre 10l6 von weiten Reisen ziirnckkehrte, hatte er bereits ein jüdisches Bvlksepos „Aschmedai* („Der Asmodäus*) vollendet, in dem die aufklärerischen Tendenzen zum ersten Male durch eine echt jüdische Bolksphantasie befruchtet wurden. Eine Abivendiing von allen fremden geistigen Einflüssen vollzog sich dann in Anski, als er in'Wilna den Aiontraft zwischen der Kosäkcnwelt lind der. alten jüdischen TÜelt kennenlcrnte. Bon nun an wendet sich sein Interesse uneingeschränkt den jüdischen Dvlksbränchen zu; er iinteriiimmt eine folkloristisch-jüdische Expedition durch Rußland, .sammelt jüdische Lieder, Sprüche,. Märchen und versucht, ein jüdisches Volkstheatew zu gründen. Auch seine literarische Tätigkeit ist iw dieser Zeit, in der die jüdische Dichtiing durch Rtendele, Pcrez und andere bereits ein europäisches Gepräge angenvmmen hatte, ganz von jüdischen Stoffen erfüllt. So ergibt. sich für Anski der; Schritt zum „Thbuk*, dem A)öhepunkt seines dichterifchen Schaffens, von selbst: er knüpfthier an die uralte Vorstellung der Legende mi; und indem er Körperliches und Geistiges, Irdisches und Ueber, irdisches miteinander zu verbinden weiß, schasst er eine Synthese, die durchaus den Stempel jüdischen Geistes trägt. Daß sie auch in der künstlerischen Formgebung echt wirkt: daß die romantisch-phantastiichen und die realistischen Elemente des „Tybuk*, wie der Vortragende meinte, eine .unlösbare Einheit-daritellen — davon könnte sich jeder überzeugen, der die'Aufführung des Werkes durch die Habiiua in ihrer 'Leuchtkraft, ilirem uiigeheureu Rhythmus und den grausigen Wallungeu einer wirklich-unwirklichen. Ekstase miterlebt'-hat. Der „Tybnk* von Anik-i mit der iienen- Munk von Ludvvicv Rvcca, ins Englische übersetzt von Archie Eoates, wurde in der' Earnegie - Hall -.i-n, . N' e >v - A o r k aiisgesührt lind mußte, -dreimakiviederhölt iverdeu.. Aussührende ivaren das ^Orchester undöie Oper von Detroit. ' . Ter jugoslawische NundiiUik übertrug stn diese»- Tageu eine A»siühruii.g der Oper „D Y b u k* vonllivcca aus dem Rationaltheater i-n A g r a m. . ' IVlax I^usshaurn: Jakob und Laban In der Reihe der Vortragsveranstaltungen , des Berliner Jüdischen Lehr Haus es: „ 6 e st ä l t e u der Bibel* sprach -Dr. Max Oc.ußbaum über „Jakob und Laban". Nußbauin gab zunächst eine Darstellung Labans, wobei er die Tendenz der jüdischen Traditionsliteratnr hervorhob. die negativen Seiten an der Person! Labans immer stärker herauszuarbeiten, Eigenschäften wie seine Habsiicht und seinen berechnenden Egoismus immer deutlicher anszuzeigen. Bevor sich der Reserent der Gestalt Jakobs zuivandte, befaßte er sich eingehend mit der Frage, was-wir außerbiblisch von den Erzvätern wissen, wieweit sie geschichtlich anerkannt oder nur als. sagenhafte Figuren betrachtet werden. Abgelehnt werde in der mnöeriten Bibelwisseuschaft durchweg die Annahme eines leiblichen Berhältnisses von Großvater, Vater und Svhn zwischen Aöra- Hain, Isaak lind Jakob, so ivie cs die Bibel dar-, stellt. Dagegen gehen -Histvriker und Religivusphilvsophen in ihrerweiteren Auffassung der Erzvätergestalten weit anseinander. Während sie für die einen — iim nur zwei Thevrien heraus-' ziiheben — Pprsvuifizieruug histvrisckyer Bvrgäiige sind, iverdeu sic von änderen als Heldcugestältcn aiigesehcu, die die llrahueu des jüdischen Volkes und seiner niviiotheistischc'ii. Tradition waren. Für die'Tora sind die Erzväter die Beivahrer einer religiösen llrvffenbarung. sittlichreligiöse Vorbilder, wenn sie auch nicht als Heilige ohne jeglickye Fehler und Schwachen dargestellt werden. LMvs für die Erzväter -gelte, so leitete lKußbanm zmn Schlußteil seines Referats über, gelte für Jakob im besonderen. An der vorzüglichen Tarstelliiiig- Jakobs durch Thomas Niauu wies der Rcfcreiit die auch in' der Bibel gekeiiuzeichuete Zwiespältigkeit seines Eharäkters auf. Die Tendenz des nachbiblischen Schrifttums, die Gestalt Jakobs — wie im übrigen auch die der anderen Erzväter — iiniuer reiner lind edler zu .sehen, käme -verstärkt'in dem Drama Richard Beer-Hofinanns zum Ausdruck. Diese Tendenz,,, so schloß der Redner, sei synibolisch dafür, im Gegensatz zu andereu Völkern die bessere Welt („goldenes Zcitattcr") nicht ln die Zukunft'^ulegen, sondern in der Bergmigenheit, in den Nraiisängen der jüdischen Geschichte zu erblicken.. H. B-n. Lehrhaus Berlin M o n t a.g -W vrlesun « en : Gestalten dev7 Bibel l. Aiansrcd Swarsensky: „(loseph und seine Brüder." 22. Iimi. 20 Uhr 30 Bl in., Aula/ Ivachimstyaler Straße 43. ' W i s s e >l s ch a s t l i ch e Arbeitsae m e i n - s ch a f t. lserhardt B e u in a n n : „Um die stukunit der jüdischen sfamilie." 27. ,)nni, 20.30 llyr, jüdischer Elub. Ivachimstyaler Straße 13. Bvrdcry. III. B e s.i ch t i fl u n a des LehrauteS B tut n d o r f bei Hürstcuwalde a. d. Spree am .Svniita>.i, 28. Juni.. Barycrine Anmeldung im Sekretariat (10 bis 13/ 10 bis.16 Uhr). Dem Dichtereines David-Dramas .Gedenkblatt für Reinhard Johannes Sorge Bor zwangsig Iayreu, am 2U. Juli >016. siel der'Gelreite Reiuyard Sorge bei Al'laiucourt. Der erste Draiualiler des Erpressivuisiuus. dieser geistigen Beiveguug. die ei» ganzes Geschlecht jüdistlier Lyriker ihre Slimincii mit dem Singen und Sagen ihrer gleichaltrigen deutschen Zeitgeiivisen vereinen ließ. ‘ Für seinen Ersliing. „Der Bettler", erhielt er, geineiiisaui mit Herinaiui Bürte, lOltz von Riäiard Deymel den zuui -eriteninal verteilten Preis der Alleist-Stistuiig. die dieser im Bor sich r mit Fritz E ngel gegründet yatte. S. Fischer hatte, diese „draiualisciie Sciiduug" Ivie der Uuterlitel liießi verlegt. Blar 3t e i u tz a rd t sie alserste Matinee des „Jungen DeutscI,Iaiid" mit. Wegeuer, Deutsch. Iauuiugs, He-leue Thimig u.a. — zur Urauiililiruug gebracht. (Er kam dein zögerndeil Barnvivskii dainit zuvor.-der mir ein-, mal erchylte. daß.'Walter Ratyeuau.'zu itzm in 'den höchsten Tönen, von dieser Dichtung als einem Geniewerk gesprochen liatte, um ihn zur Aussilhrling zu oeivegeii.) ' Heule gehört diese Schöpfuiig, in der Genieynites unmittelbar neben Un» leiiitem. ja dem Dileltantisnnis Nahen steht, bereits der Lileralnrge'chichte an — folgenreicher blieb es säe die. Biihue: yteinliardt erfüllte iiiit der ihm eigeüeck magischen Gewalt des Dichters neue Bülu>eua>uve>iuiigeu zur Eutiuaterialisieriuig des. Raumes. Szenen aus dem Dunkel auftauchen und svrtg'eiteu. Gruppen spukhaft -im Seheiiuoerserlegel zu?a»iineiiiaüeii und verschiviudeu zu Innen,, eine iür die EuiwiclluUg des Buhnenü-i! :- unten!! uiie Eutscheidu-mp. - - — - - Der Weg de? Prv.testauteii Sorge führte über ' ytictziche zum .KailuKizismus. Für diesen Ntustiker. dem das eigemlicche Leven des Pteuscheii in seinem Suchen Gottes besteht und jedes Dichten „heilige Sclirüt" i't. mußten Begegmiiigen in-it der religiösen Welt des Judentums stattsiudeu. Gleichzeitig mit dem „Bettler" reifte ein Schauspiel „Guutivar", das sich mit der Schule eines Propheten" auseiuandcrsetzt — Nt ir ja in heißt die iveibliche -Hauptgestalt — und die letzte Arbeit, deren Aufzeichuuugeli von" einer Gestaltung seines Alriegserlebuisscs zeugen, ist ein iiiivvllendetes Ntvscs-Draiua, Schon in seinem „Bettler" erhebt er die Forderung. daß . nur r e l i g i ö s e .Kunst Kunst sei, -Dichtung Ntittlerin zu religiösem Erlebnis: er selbst ivird seine , ganz im katholischen Dogma . ruh enden Spiele für sein .Höchstes gehalten haben, für deren Beurteiluiig ivir nicht zuständig sind. Der diehterische Gestalter Sorge aber tritt uns mit reinsten in einem Schauspiel „König David* entgegen. Auch dieses ist dem Werden des Dichters gemäß christianisiert, saßt den Helden als Vorläufer Ehristi aus. wie die „Ntystiscl)e Ziviesprarhe" (mit den alttestaiuentarischen Szenen Adam'und Eva, Isaaks Opser. Lied Moses, des Mannes.Gottes, Hiob, Nlethusala) das Alte Testaiueut nur aus das neue bezieht —, so fragt Isaak'. nach seiner sttettung Abraham-„Warum zürnt mir Gott, mein Vater Es geht in diesem Bibelspiel nicht um Davids Kämpfe m.it den Menschen, sondern mir um das „inhstische. Magdtum" seiner Gott gehörenden Seele. Erlösungstendenzeu spielen hiueiu, in'der- 2lrt, wie der-Dichter die. Absaloin-Haiidliiiig mit der Urias-Handlung verknüpft, mit die Gnade Gottes nach der Sünde: in den Sehicksalsschlägeu, die den König strafend treffen, erkennt er die „Stunde Gottes, der ineiucn Frevel rächend mir vergibt". Wir verialleii gewiß keinem jüdischen Ehauvinisi»iis. wenn 4vir Beer-Hoiinauns David-Drama höher sriiäpei! als Sarges Werk, doch ist dessen dichterische, aus der- Vitul geivachseste Schönheit nicht uiuvert. mit der uusereiit jüdischen. Empsindeu entsprechenden dramatischku Dichtung ver- „'ch'''gnoz werden. I)r. I^ulr äVkitniann. jüdische Künstler in Enghrnd London, Aiiiaiig Juni. Für den Engländer entscheidet nicht der Name, sondern der Erfolg. Beispielsweise konnte lein Akünstler mit einer-geschicktereit Reklame nach Londvn gebracht werden als Ernst Deutsch. Ateiu Geringerer als der große THeateruiiterneHiner tsiilbcrt Mi Iler stellte ihn in einem Stück heraus, aber schon zivei Tage nach der Erstaufführiing verschwaudeil Stück üiid Hauptdarsteller. Wahrscheinlich wegen des Unwerts des Schauspiels. Solche Beispiele gibt es viele: denn in diesein Lande gilt mir was dein Engländer, Vor allein der Engländerin, gefällt. Tie F i l m fünft ist in England noch jung. Erst der Ungar Alerander Kor da Hatz sic aus bescheidenen Anfängen zu ihrer ictzigen stolzen Hohe herausgezogen. Heute ist Kordas London Film Corporation neben Caninont. British und British International Pichires die größte. Kordas erster Eriolg >oar „Heinrich VIII" mit Laüghtvn in der Titelrolle. Auf breiter Basis baute -Korda seine Gesellschaft aus. Er kann es sich leisten, die besten Leute einfach „unter Aion-trakt" zu halten, d. h. sie seiner Gesellschaft so zu verpflichten, daß sie für keine andere tätig sein können. Eonrad Bei dt. dessen „König der Verdammten" vor vielen Monaten ein seiisativneller Erfolg war und der heute noch in vielen kleinen englischen Atinos gezeigt wird, ruht schon allzu lange auf Ki neu Lorbeeren aus, aber Korda hat offenbar noch. kein, geeignetes Stück für ihn. ' Bon besonderem Mißgeschick ist Elisabeth B e r g n c r betroffen. Sie befindet sich nach schwerer Krankheit aus dem Wege ihrer Wiederhersteilung. Ihre Verträge mit Londons vielseitigsten Theateruiiteriiehmer E. B. Eochran imd die mit einer großen Filmfirma mußten suspendiert iverdeu. Damit sind sowohl Elisabeth Bergner als. auch ihren Vertragspartnern erhebliche finanzielle Schäden erwachsen. Schließlich wäre es noch zu sehr kostspieligen und peinlichen Prozessen gekonilueii. iveiiu nicht Eochran im letzten Augen, blick die .Künstlerin grvßzütsig für den Film im -Herbst freigegebcu hätte. Au diesen Borgängen, die sich teils in der Presse und in voller Öesientlichkeit ab'spielten. teils streng geheim hinter den .Kulissen der Kiilisienwelt/hat'das englische Publilum in erstaunlichem Ntaße teilgenommen. In einer anderen Bedrängnis befindet sich der fern seiner Tätigkeit in Berlin und Wien noch bekannte Schauspieler Peter Lorre. Seit dem deutschen Film ,.M" hatte er fast nur noch Rollen in, Film, die ihn als Mörder zeigten. Vor einigen Wochen kam er nach London und suchte eifrig nach anderweitiger Beschäftigmig; aber bisher ist es ihm' noch lischt geglückt, wieder ein „anständiger Niensch" iin Film zu werden. Nkax Schach ist heute tu London als Herr der Capitol-Filiu-Corporation einer der ersten Produzenten. Sein nächster Film Ist- „Bajazzo*, z'tlleiu für das Recht der Bersiliuuug dieser Oper hat er den Betrag von 15 000 Pfund gezahlt.' -Hauptdarsteller ist Richard Tauber, der bereits in London weilt und ängstlich feine Stimme pflegt. Schon einmal ist diese im Kampf mit dem Londoner Klima miterlegen. Diesmal ist Tauber noch vorsichtiger und hat sich'den^Atai und den Juni.für seine Tätigkeit ausbedungen. Auch Jules H a y m a n n, jetzt Besitzer und Leiter der „Bä- . clius"-Film-Ltd. hat Tauber verpflichtet. Er spielt die Hauptrolle in einem Film, dessen Titel noch nicht feststeht: das Buch stammt im wesentlichen von Rudolf B e r n oji c r, die Musik wird gegenwärtig von Oskar Straus vollendet. 'Mar M a cf, der als erster in den Anfangszeiten des stlimmeli Films einen Bildstreifen mit einer größeren -Hondlmig hcrstcllte, ist nach zweijährigem "Aiiieiithalt in London Leiter einer von, ihm gegrtindeten. Gesellschaft. „Ocean Film“ geworden. Sein erster Film im,Rahmen der neuen Produktion wird kein Lustspiel sein, sondern ein großangelegtes dräinatiiches Filmwcrk. Gitta AFpar hat hier vor einiger Zeit ihren ,.Dubarry"-Fil,n herausgebracht. Die Londoner aber können „ihre" Tubarich. die so jung verstorbene deutsche Sängerin Annie Ahlers, nicht . vergossen, und wenn die Anküiidigmigen für den ,1-ilm ^Gitta F'llpar auch als die „Lriginal-Diibarry" bezeichneten. so könnte die Ungarin doch das Andenken an ihre tote. -Kollegin nicht in den sel>atten stellen. Ter saubere Film war nicht der cwlvärtete große,Erfolg beim Piiblikmn. Aber die iinanzielle Aiisivirkmig dürtte -genügen, um mit der Alpar in der -Hauptrolle eii'.cn ziveiten Film der Gesellschait erstehen zu lassen. Man -ist sedenialls eifrig bemüht, einen solchen ziistandezubringcn. F. Tie Berliner Malerin Käthe Münzer.' Neumann (Alate -Münzer), die jetzt in Paris lebt, wurde von der -.3 o c i e t 6 Nationale' mätUtB 6 3 U X Arts“ 3>« Societaire gc- Nach ihrer Ankunst in New-chork wird die Berliner Malerin Paula N'e u i o l d dort ihre Bilder und Zeichmiiigen ausstellen. -

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