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Central-Verein-Zeitung · 1936-06-18 · 25 (18.6.1936) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
25 (18.6.1936)
Date
1936-06-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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entrdl erein ALLGEMEINE ZEITUNG DES JUDENTUMS ricschäflsstelle (Verlag, Schriftleitnng, Anzeigenannahme, 'Vertriebsabteilung'): Berlin W 15, Emser Strasse 42. Fernsprecher: J 2- Oüva •$: l':e „C.-V.-Zeitungu erscheint wöchentlich am Donnerstag. Redaktionsschluss: Dienstag. Bestellungen nimmt jedes To<tarnt uid «lie durch den Postboten erhebt. —■Bezugsgebühren: Abonnement vierteljährlich 99 Rpf. (Ausland 2,30 RM. umgerechnet in di« I.amlesw Im Falle höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Nachlieferung oder Rückvergütung der gezahlten Beträge. — Anzcigcngchiihrcn: 10 Rpf.. für Familienanzeigen 16 Rpf., weitere ermässigte Grundpreise siehe Preisliste. Einzetlanzeigen nur gegen Vorauszahlung. 141— »•'>- Teli-g ramm ad resse: Cent ralglaiiben, Berlin. Postscheckkonto: Berlin 703-14. <«eschaf.ts.{(;)<•' entgegen. /.u>tellang erfolgt durch däe Post, die die Gebühren •ihrune ein schliesslich Zustellgebühren. Einzelnummer 10 Rpf. (Ausland 20 Rpf?,. l'r»-l.'^:o'i, gültig. 1 »je 12gc.«t>alte.nejMi11inictc'r-Zcile SO Rpf.. für Stellengesuche - Anzeigenschluss: Dienstag. Plati> find Datenvorschriften ohne Verbindlichkeit. Julius Brodnitz Berlin, den 17. Juni. Justizrat Dr. Julius Brodnitz, der Vorsitzende des Central-Vereins; ist am 16. Juni, nachts um 11 Uhr, an den Folgen eines Auto-Unfalls, fast 70 Jahre alt, sanft entschlafen. 1 Jastizrat Brodnitz ist von uns gegangen. Unser Freund, unser Berater, unser Kollege ist in die Ewigkeit abberufen worden. Im tiefsten Schmerz senken wir unser Haupt. Die Grösse des Verlustes, den der C.-V, und über ihn hinaus das Judentum in Deutschland erlitten hat, kann keiner so ermessen wie wir, die wir ihn während vieler Jahre . r> r „, , am Werke gesehen haben. Nie r' mehr werden wir mit ihm zusammen beraten können, was der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland frommt; Und doch hat es keine Zeit gegeben, die seinen Rat, seine Einsicht, seine Erfahrung notwendiger gebraucht hätte. Wir haben gute und böse Stunden mit ihm verbracht. In den glücklichen hat er keinen Uebermut gekannt, die unglücklichen konnten ihn nicht beugen. Güte und Ausgeglichenheit waren der Grundton seines Wesens. Ein unübertrefflicher Gerechtigkeitssinn adelte ihn; auch die kleinsten -Aufgaben wusste er mit der Haltung eines geistigen Menschen zu durchdringen. Er war in. allem ein ritterlicher Chain der Reihe der Vorsitzenden des C.-V., Horwitz, Fuchs, Brodnitz, steht unser verstorbener Freund an einer unvergänglichen Stelle. Es war die Zeit, in der der Verein in jeder Beziehung seinen Höhepunkt erreicht hatte. Es war die Zeit, in der ein früher Unvorstellbares Mass von Sorgen uns bedrückte. Unser tiefstes Beileid sagen wir Frau Hedwig Brodnitz, der tapferen Kameradin eines langen Lebensweges. Einen herzlichen Gruss inniger Anteilnahme senden wir den drei Söhnen, Allen Mitarbeitern des C.-V., die in der täglichen Ver- ~ einsarbeit von ihm Anregungen, Unterstützung, soziales Mitempfinden erfahren haben, fühlen wir uns in dieser Stunde des Leides mehr als je'verbundenT- Mit den grossen jüdischen Organisationen eint uns das Bewusstsein» dass ein Grosser in Israel abgeschüttelt hat, was sterblich an ihm war, und dass sein unsterblich Teil: tiefstes jüdisches ■'Empfinden, innerste religiöse Ergriffenheit, sein Andenken in höchsten Ehren fortleben lassen wird. Wir selbst, seine Stellvertreter im Präsidium, schlossen den Ring fester zusammen, der sein wertvollster Glied verloren hat. Wir stehen tiefgebeugt ( LA seiner Bahre. Wir weinen an , , seinem offenen Grabe; dann reichen wir uns und allen Mitarbeitern die El and und richten uns auf, um im WL Geiste Julius Brodnitz’unsere tiefe Dankbarkeit zu bewahren. Wir geloben, nach seinem Vorbild, mit seinem Adel, mit seinem Gerechtigkeitssinn im Geiste wahren Judentums und edelster Menschenwürde mit dem Blick auf die tägliche Arbeit, aber, unter Ewigkeitsgesichtspunkten, das Werk fortzusetzen, zu dessen Verwesern wir nun bestellt sind. / Die Stellvertreter des Vorsitzenden des C.-V. Die Mitarbeiter der Hauptgeschäftsstelle des Central-Vereins nehmen in tiefer Ergriffenheit Abschied von ihrem väterlichen Führer Justizrat Julius Brodnitz. Eine ununterbrochene und ungetrübte Arbeitskameradschaft bezeichnet den gemeinsamen Weg, den er Jahrzehnte hindurch voranging. Julius Brodnitz hat seine hohe und würdige Persönlichkeit. nicht auf den Sockel distanzierter Ehrfurcht entrückt; er stand mitten unter uns, er kannte jeden, öffnete sich den Sorgen jedes einzelnen, setzte sich ein, wo es zu helfen galt. Er war unser Freund und Berater. Wir sind ärmer geworden, da wir ihn verloren haben. Es war ein grosser Stolz, an dem Werk zu arbeiten,.an dessen Spitze Julius Brodnitzjtanjd^-Jeder von— uns wusste nicht nur aus den Zeugnissen der jüdischen Öffentlichkeit, er fühlte es in j<?der persönlichen Begegnung aufs neue: hier steht ein Mann,

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