Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 22 (27.5.1936)
- Date
- 1936-05-27
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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B E R LIN DAMEN MÄNTEL FAB RIX MEKLÄ Da m e n- Mäntel Mädchen - Mäntel ui Blick in die Wirtschaft Berlin, den 25. Mai 1936. Die Vorträge, die in der vorigen Woche int Nahmen der Unterrichtswoche für Reichsbankbeamte gehalten worden find, gaben ein gutes Bild der Auffassungen .über die Wirtschaftslage, vor allem über die Lage in der Weltwirtschaft, an maßgeblicher Stelle.. Aus 8er Fülle der Vorträge und Berichte feien drei Momente hervorgehoben, - nämlich die Stellungnahme zum Thema „Kamps im Welthandel", die Erklärungen zu der Frage „Internationale Schulden und. Außenhandel" und'. die Problemstellungen „Rohstoffversorgung und - Kolonien". Es fei von.vornherein bemerkt', .daß ' auch aus den vorliegenden. Berichten im Hinblick auf den zur Verfügung stehenden Raum nur einiges " wenige herausgegrifien werden kann, aber -auch diese wenigen Hinweise bieten doch wohl schon einen Ueberblick über die vorgetragenen Auffassungen. Reichsbankdirektor Brinkmann prägte das Wort vom „Kriegszustand und Welthandel": er hob die Formen hervor, in denen der Konkurrenzkampf heute ausgetragen werde: Es tobe am Weltmarkt heute ein Kamps, der in seiner Heftigkeit und Brutalität kaum noch steigerungsfähig fei und jeglicher Ritterlichkeit. ermangele. Während vor Jahrzehnten die Kanonen zum Verstummen gebracht wurden, würden die Völker heute noch Wirtschaftskriege, führen. Cr wies,dann auf die Erzeugnisse gleicher Art und. gleicher Güte hin. die am Weltmarkt mit stark unterschiedlichen Preisen angeboten -werden, auf die stark demoralisierende Wirkung derartiger unlauterer Wettbewerbsmethoden auf den korrekten Kaufmann, die nicht selten dazu führen, daß der Kaufmann sichwegen der Aussichtslosigkeit seiner Bemühungen. vom Außenmarkt" zurückziehe. Es wurde auch dargelegt, daß -die Richtungen, die der zwischenstaatliche Warenverkehr einschlage, heute noch weitgehend von politischen Gesichtspunkten bestimmt werden. Sehr bedeutungsvoll war selbstverständlich die Erklärung Brinkmanns im Anschluß an die" Untersuchung der Vor- und Nachteile einer Währungsabwertung in Deutschland, nämlich daß das Mittel der Abwertung nicht geeignet sei, das Ziel der deutschen Wirtschästspolitik zu erreichen, denn auch das Gegenstück der Abwertung, die Deflation,, komme als preissenkende Maßnahme zur' Ausfuhrförderung nicht in Betracht. Der Ausweg sei in der Selbsthilseaktion der gewerblichen Wirtschaft gefunden worden, die aus dem Gedanken heraus entstand, daß die Wirtschaft als Hauptträger des Rohstofsverbrauchs in erster Linie be- , rufen sei, notfalls auch bei der Beschaffung der erforderlichen Rohstoffe an erster Stelle, mitzuwirken.. Schon Direktor Brinkmann betonte dann, es könne nicht zweifelhaft lein,, daß eine vom Verständnis für die gegenseitigen Lebens- . Notwendigkeiten getragene vertrauensvolle Zu- .. sämmenarboit der Völker dazu führen müsse, auch die Lösung der kolonialen Fragen in Angriff zu - nehmen.' Zu diesem Thema erklärt? Reichsbankdirektvr Dr. Eicke im Zusammenhang mit der Rohstoffversorgung u. .a„ Deutschland.sei durch' den Krieg seiner Ausländsvermögen in Höhe, von 25 Milliarden NM, die jährlich etwa eine . Milliarde Zinsen brachten, beraubt und von De- . Visenbeständen und Rohstoffvorräten weitgehend, entblößt wurden. Es sei ungeheuer wichtig, durch eine Erhöhung der Ausfuhr die Rohstoff- und Ernährungssrage zu sichern. Das Problem wäre sehr viel einfacher, wenn wir einen erheblichen Teil dessen,, was die Industrie an hauptsächlichen Rohstoffen benötige und der tägliche Lebensbedarf verlange im eigenen Hoheitsgebiet und Währungsbereich erzeugen könnten. Für \ unser dichtbevölkertes rohstoffarmes Land sei ein freier Zutritt zu den Rohstoffquellen der Welt Lebens- Notwendigkeit. Reichsbankdirektor Blessing sieht einen Weg zur Wiederbelebung des zwischenstaatlichen Handels darin,, daß wieder neue Kredite an weniger erschlossene Länder gegeben werden. Die alten Anleihen könnten dadurch wieder liquide werden, die Kred'itgeberländer mehr Industriewaren kaufen, der Welthandel würde sich also beleben und könnte es erlauben, den Transfer eingefrorener Schulden auch bei den übrigen Eläubigerländern wieder aufzunehmen. Für eine solche Politik seien aber vorläufig nur schwache Ansatzpunkte vorhanden. Die struktnrellen Veränderungen, die nach dem Kriege stattgefunden haben, dürsten keineswegs vergessen werden. Aber so wenig das alte Shstem des liberalen Freihandels 'wiederhergestellt werden könne, so wenig werde das gegenwärtige Durcheinander Bestand haben. Die Krise sei keine Fügung des Schicksals gewesen, sondern eine Fügung der Politik. Eine entscheidende Besserung könne daher auch nur durch die Politik ermöglicht werden. Die Note der Deutschen Reichsregierung vom 1. April habe Deutschlands Willen bekundet, die politische Verständigung auch in den Dienst des zwischenstaatlichen Handels zu stellen, und daß, wie es in der Note hieß, „auch nur ein erster Schritt" weitreichende Möglichkeiten bieten würde. p.—n. Anzeigen helfen verkaufen Heymann Meyer Kleiderbügel - Fabrik für Domenu. Herrenkonfektion Berlin 8 42, Brandenburostr.29. Fl. 1172 111 H. Meyer & Co. ERFURT Damenmäntetfabrik A11 Bindfaden, Verpackungst; Il materialien aller Art WELLPAPPE WELLPAPPKARTONNAGEN Westdeutsche Wellpapierlabrik Oscar Stern, Rodenkirchen bei Köln s. Rh. Ulrich Weinberg & Co. Berlin SW 68, RHterstrasse 42,43 Grosshandlung in Pack-, Seidenpapieren u.s.w. GegrOndet UXLi A 7 0346 Anzeigenschluss Dienstags Die C.-V.-ZEITUNG ist das Blatt der jüdischen Familie FAMILIEN0-ANZEIGE C.-V.-ZEITUNG C.-lZ-Zeitu**# - Dein Betatec Die Wirtschaft in fremden Ländern Al8 weiteren Beitrag zu der Reihe, die unsere Leser über die Wirtschaftslage in wichtigen Einwanderungsländern unterrichten soll, bringen wjr jetzt Auszüge, aus einem größeren Aufsatz „Gold und Konjunktur in Südafrika", der in Heft 81 der Zeitschrift „Der Deutsche Volkswirt" erschienen ist. Ter Aufsatz enthält zunächst einen Hinweis darauf, daß die Gold m inen in den letzten Jahren durch ihre Sonderkonjuuktur anregend.auf die gesamte Wirtschaft gewirkt Hütten. .Nunmehrsei aber das Schwergewicht des Auftriebs weit-- gehend auf die Industrie selbst übergegangen. Das schließe aber nicht ans, daß die Goldmmen angesichts-ihrer überragenden Bedeutung nach wie vor die gesamte Wirtschaft in stärkstem Maße beleben, da sich auch ihre Lage ständig verbessert - habe. Im Gegensatz zu den meisten Goldproduktionsgebieten werde eine Goldpreisveründernng wegen der volkswirtschaftlichen Schlüsselstellung der Minen für die gesamte südafrikanische Wirtschaft von entscheidender Bedeutung sein, Tie Steuerpolitik der Regierung sei vor allem deswegen Gegenstands der öffentlichen Diskussion, weil die Steuermittel zum großen Teil zur Stützung der Landwirtschaft verwendet worden seien. Tie Versuche einer Regulierung des Agrar- Marktes hätten nicht zu verhindern vermocht, daß die Vorräte teilweise immer noch sehr hoch lägen und so trotz des Schutzes von außen einen Truck... auf die Preise ausübten.' Um die gesamte Agrarwirtschaft Südafrikas endgültig sicher zu stellen, . sei eine umfassende Marktordnung vorgesehen, die weit in die landwirtschaftliche Vc'redlungsindnstrie hineinreiche. Charakteristisch sei an dem neuen Gesetzentwurf, daß eine detaillierte Kontrolle vom Rohprodukt bis zur konsumreifen Fertigware vorgesehen sei, ja darüber hinaus die betreffende. Regulierungsstelle möglicherweise sogar selbst zür Errichtung von Verarbeitungsbetrieben schreiten werde.' Diese und andere Tendenzen verstärkten immer wieder den. Eindruck eines systematischen und langfristigen Jndustrialisierungsprozesses in Südafrika: eines spstematischen Prozesses insofern, als auch in Südafrika zunächst noch das Schwergewicht der verarbeitenden Industrie' bei der Konsulnindustrie liege. Die soeben verössentlichten Ziffern des Jndustriezensus von 1933-34 zeigten eine Zunahme des Nettoproduktionswertes gegenüber 193ü'33 um zirka 20 Prozent. Träger ei ms überdurchschnittliciM Wachstums seien die zweit- - größte Industrie — am größten ist die Nahrungsmittelindustrie — nämlich die Metallindustrie, ferner die Industrien der Steine und' Erden, das Baugewerbe, die Fahrzeugindustrie. die Möbel- Industrie und die volziiidustrie. Gerade in jüngster Zeit häuften sich die Anfragen und Ermittlungen ausländischer Unternehmungen bezüglich der" Errichtung neuer Fabriken. , Zahlreiche Beispiele für die Errichtung von. Fabriken ließen Zich anführen (größte Tynanntfa^ik-dor .We!t.-g>rHßkL^. Elektrizitätswerk ans der südlichen Kialbkugel Äutomobilfabrik. Reifensabrik usw.s. Falt wichtiger sei aber noch die Beobachtung, daß die Errichtung eines eigenen Forschungsinstituts für Jndustrieneugründnngen und generelle Kostensenkung inauguriert werde — ein weiterer Ansblick auf die Langfristigkeit des Jndnstrialisierungsprozesses. ^Die ' Judustrialisierungsten. denzen charakterisierten auch die Entwicklung des Außenhandels: zunehmende Einfuhr von spcz,- ° fischen Produktionsmitteln und Verlangsamung der Einfuhr von im Inland hergestellten Erzeugnissen mit Hilfe von Schutzzöllen. Aus dem Arbeitsrecht Entlassung auf Verlangen der Arbeitsfront Wie die „Fchankfurter Zeitung" vom 25. Mai 1936 berichtet, hat das Arbeitsgericht . Frankfurt a. M. sich mit der Frage beschäftigt, ob Arbeiter auf Verlangen der Deutschen Arbeitsfront zu entlassen seien, um Platz für Alte Kämpfer der NSDAP zu schassen. In diesem Urteil wird ansgesührt, die bevorzugte Einstellung, Alter Kämpfer stelle zwar durchaus ein Gebot der Gerechtigkeit dar. Eine bevorzugte Einstellung Alter Kämpfer in der Weise, daß andere Volksgenossen deswegen von ihrem Arbeitsplatz verdrängt würden, sei aber n i ch t a n g ä n g i g, zumal hierdurch im Endergebnis die Arbeitslosigkeit nicht vermindert würde. Ferner sei zu berücksichtigen, daß der Kläger — trotz feiner Unsallrenten- und, Pensionsbezüge — nicht ohne weiteres aus dem. Arbeitsprozeß ausgeschieden werden dürfe, da auch solche Personen das Recht haben müßten, durch ehrliche Arbeit ihr Einkommen und das Niveau ihrer Lebenshaltung zu erhöhen. Wollte man solchen Personen ohne weiteres den Schutz des 8 56 ALG (also die Befugnis zur Erhebung der Kündigungswiderruiklage) absprechen, dann würde dies eine ^chlechterstellnng bedeuten, die im Gesetz nirgends ihren Niederschlag gesunden habe. Es könne daher durchaus fraglich sein, ob die Tatsache des Nentenbezuges. selbst in Verbindung mit der Intervention von Arbeitsfront und Betriebszelle. die Kündigung ausreichend rechtfertige. Im vorliegenden Falle wurde die Klage abgewiesen, weil der Kläger bei seiner Einstellung, in einem ihm vorgelegten Fragebogen die Tatsache der Rentenbezüge nicht angegeben hatte. Fristlose Kündigung von Lehrverträgen Das Reichsarbeitsgericht hat in einem Urteil vom 29. Januar,1936 — „Deutsche Justiz" 1936. S. 733 — ausgesprochen, daß Lehrverträge im Falle der Konknrserössnüng sowohl von dem Konkursverwalter als auch dem anderen' Teil fristlos gekündigt werden, können. Urlaub der Heimarbeiter Ter Treuhänder für Sachsen setzt sich in einem Ausruf dafür ein. daß auch die in der Heimarbeit Beschäftigten Urlaub erhalten. Als Vorbild soll die Urlanvsregelung gelten, wie sie für die Betriebsarbeiter üblich ist.' In den Fällen, in. denen . für die Heimarbeiter tarifliche Stundenverdienste vorgesehen sind, soll das Urlaubsentgelt . unter Zugrundelegung dieses Stundenverdienstes e^rechnet werden. Wenn in der Tarifordnung Stückentgelt ohne Angaben von Stundenverdiensten vorgesehen find, dann soll der Urlaubsvergütung der Gesamtverdienst in den der Urlanbszeit vorangegangenen zwölf Monaten zugrundegelegt 'werden. Für jeden Urlanbstag würde dann Prozent dieses Gesamtverdienstes zu vergüten GkschäftsjubilLum. Tie?Zir>na Paul-G old - s ch in i d t. Samburg-Brauckeld. deren Inhaber seit 35 Jahren Mitalied de- C.-V. ist blickt am 1. Juni . auf ihr Zvjähriges Bestehen zurück. i 4