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Central-Verein-Zeitung · 1936-05-27 · 22 (27.5.1936) · page 11

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
22 (27.5.1936)
Date
1936-05-27
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 22 2. Beiblatt Paläs tina-lTin scliau der C.-V.-Zeitiung 27. Mal 1936 Hafen Tel-Aviv Von unserem *-Paläs tina-Berich ters ta tter Tel-.Aviv, 20. Mai. . Inmitten des Schmerzes und der zornigen Er- •Bitterung über die neuen , 0|5ier, .die m Jerusalem von Mörderliand gefallen sind, inmitten der Trauer .um den grossen Vorkämpfer poli- - tisch er und kultureller Erneuerung. Nachuni . S o k o 1 o w, hat das jüdische Palästina gestern einen stolzen und frohen Tag erlebt. Der erste Dampfer aus Europa ankerte vor der jüdischen Küste, vor Tel-Aviv. und jüdische Arbeiter brach- , ten auf ihren Booten die ersten Waren zu dem von ihnen gebauten Landungssteg. Der Kern des so lange ersehnten Hafens Tel-Aviv ist in Betrieb. Gewiss handelt es sich noch um einen allerersten Versuch, um einen in seiner Primitivität beinahe rührenden An lang, aber gerade darin liegt die Grösse dieses Augenblicks, dessen wirtschaftliche und politische Bedeutung für die Zukunft kaum überschätzt werden kann. Seitdem sich Tel-Aviv zur grössten Stadt des Landes und zu einem hervorragenden Wirt- 6chaftszentrum entwickelt hat, war die Hafenfrage Gegenstand dauernder wirtschaftspolitischer Kämpfe. Die Engländer habenden einzigen Naturhafen des Landes, die- Bucht von Haifa, mit einem grossen Kostenaufwand ausge-_ baut, wenn auch nach Meinung der Sachverständigen sowohl in den Grössenverhältnissen als -auch in den Einzelheiten der technischen Anlagen den Bedürfnissen des wachsenden'.Ver-' kehrs nicht genügend Rechnung getragen wurde. Die Folge -war eine schon in den letzten .Jahren spürbare Tendenz zu einer gewissen Umlagerung des Grosshandels und der Industrie nach dem neuen Hafen, der schon 19-11 seinen alten Konkurrenten Jaffa zu überflügeln begann und im. vergangenen Jahr mit i81S anlaufenden Dampfern und einem Güterumschlag von 926 009 Tonnen einen Vorsprung von rund 60 Prozent vor dem Verkehr von Jaffa hatte: Haifas Stellung beruht nicht nur auf den natürlichen Vorzügen seiner auch strategisch wichtigen - Lage sowie auf seiner Bedeutung als Endpunkt der . Mossul-Petroleuiplinie; sondern auch auf der grosszügigen jüdischen Industrie, und Wohnsiedlung am Rande der Bucht. Jaffa dagegen hat durch seine geographische Lage ein wirtschaftlich weit bedeutenderes Hinterland, nämlich Tel- Aviv und die angrenzenden Orangenzonen mit ihren, zum Teil auch industriell ■wichtigen, Land- Städtchen; auch die Landeshauptstadt Jerusalem liegt verkehrsinässiger näher an Jaffa als an Haifa. Die Uebelstände, die sich aus dieser Ablenkung von der natürlichen Verkebrsrichtung ergaben, wären vielleicht weniger fühlbar ge-, worden, wenn eine gute Verbindung zwischen dem Hafen von Haifa und dem Wirtschaftsgebiet' von Tel-Aviv bestanden hätte. Aber die Englander verzögerten, zum Teil wohl mit Rücksicht auf die Eisenbahn, immer wieder die Fertigstellung der grossen Küstenchaussee. Wohl . wurde “der Bau schliesslich in Angriff genommen, der Eisenbahnverkehr etwas verbessert und sogar der Hafen von Jaffa selbst etwas modernisiert. Aber all das genügte noch nicht, zumal die Verkehrs- und Schiffaiutspplitik in Palästina noch mit einem ganz besonderen Umstand zu rechnen hat. In den Häfen des Landes werden jährlich v i e r m a 1 so v i e 1 Güter a u s g ela den wie ein geladen, eine Folge des Missverhältnisses zwischen Import und Export sowie der starken Einwanderung, die ja in Form von Liften Usw. ebenfalls grosse Warenmengen bringt. Auch für-die .Schiffsreeder ergibt sich daraus ein schwieriges Problem: Es ist zumeist nicht möglich, innerhalb despalästinensischen Hafens sofort die entsprechende Rückfracht zu bekommen. Interessant ist nun aber, dass der bedeutendste Ausfu b r haken des Landes immer noch Jaffa ist, denn hierher kommt; aus den nabegelegenen Pilauzungsgebieten. der grösste ' Teil des“ wichtigsten palästinensischen Ausfuhr- Produktes, der Citrusfrüchte. . ■ Es ist kaum äuszudenken, welche Folgen es gehabt hätte, wenn der Hafen von Haifa während der Citrussaison einen vollen Monat stillgelegt worden wäre; allerdings ist der arabische Anteil am Orangenbau immerhin so stark, dass man im Winter vielleicht auf diesen Streik ganz verzichtet hafte. Aber schon jetzt ergaben .sich ■die - allergrössten Schwierigkeiten aus der Tatsache, dass Tel-Aviv beinahe restlos auf Jaffa angew iesen war, das ein Jude nicht ohne Lebensgefahr betreten kann. Die Regierung war offensichtlich nicht in der Lage, hier für Ruhe und Ordnung zu sorgen und. wie in Haifa, einen geordneten, Hafenbetrieb aufrechtzuerhalten: In Haifa haben sogar einige Schiffahrtsgesellschaften ihre Verträge mit arabischen Leichter- Reedern und mit arabischen Gruppen von Hafenarbeitern. gelöst und sie den jüdischen Leichter- Genossenschaften sowie den jüdischen Arbeitergruppen Überträgen, die ihrerseits, sogar arbeits- . willige Araber mit beschäftigen und unter polizei- . lichem Schutz arbeiten. Durch eine solche Umorganisation wurde auch die Arbeitsaufnahme in=den Kiesgruben der jüdischen Zementfabrik Nescher, in denen auf Grund alter Abmachungen Araber beschäftigt wurden, ermöglicht und damit die Voraussetzung zur Wiederaufnahme der ■Zementfabrikation geschaffen. Aber all das war natürlich keine befriedigende Lösung, und die Umleitung der Dampfer von Jaffa nach Tel-Aviv verursachte nicht nur organisatorische Schwierigkeiten und einen empfindlichen Zeitverlust, Hpr Bahntransport von Haifa zurück nach mal, die Araber zur Beendigung des Streikes zu bewegen;-dann erteilten sie die Erlaubnis. Das war am Sonntag abend. Was nun geschah-, war ein Wunder. " ' Die Pläne waren ja schon lauest fertig, und auch die Arbeitersruppen, die in letzter Zeit die .m den Zollschuppen Jaffas liegenden Waren zum Teil unter Lebensgefahr abtransportiert hatten..'warteten nur auf neue Betätigunasniog- :lichkeiten. Binnen vierundzwanzig Stunden wurde ein Holzhaus von drei Zimmern und einem Güterschuppen für die neue Zollstation gebaut,' nicht viel'länger dauerte es. bis ein provisorischer Holzsteg, der innerhalb der nächsten vierzehn Tage durch eine Eisenkonstruktion ersetzt werden wird, vom Strande bis in das tiefere Wasser hinein gebaut war, an ihm können die Leichter anlegen, nachdem sie die Güter von dem weiter draussen ankernden Schiff übernommen haben. Schliesslich wurde noch ein grosses Geländestück, das Hafengelände, mit Stacheldraht abgezäunt, ein hoher Mast für die blan-weisse Flagge mit Davidsstern errichtet un i — die Notanlage war fertig, allerdings nach heisser Arbeit, die,, schon ans Sicherheitsgründen, auch in der Nacht nicht unterbrochen werden durfte. Gestern, am Dienstag, den 19. Mai. setzte sich, der jugoslawische Dampfer „Centuri“, der bis dahin vor Jaffa gewartet hatte, in Bewegung, gefolgt, von den aus Jaffa heriibergelegteu jüdischen Leichterbooten und dem Motorboot <Fr Behörden. Aber er hatte noch ein anderes Gefolge. Ein Teil der arabischen Hafenarbeiter in Jaffa hatte hei den ersten Nachrichten über die neuen Pläne der Juden von der Streikleitung den Abbruch des Streiks verlangt, da sie jetzt die Gefahr erkannten, ihre Arbeitsplätze dauernd zu verlieren. Andere aber drangen in den Hafen ein, bestiegen ihre Boote und versuchten, den Dampfer zu entern. Sie mussten erst duich Schüsse von der englischen Polizei vertrieben werden. Mittlerweile waren auch jüdische lind -englische Zollbeamte aus- Jaffa eingetroffeii. um ihren Dienst avü zu nehmen. Die Aulobus-Koope- - rative legte, eine Sou de rinne ein. „zum . Hafen* v die 'lausende von Zuschauern -heiausbeforderte. Schliesslich erhielten die jveuen Pioniere , des, Hafenbatios noch, einen unerwarteten;-stürmisch beenissten Besuch: 'Bürgermeister Dizengotf kam * aus. dein -Krankenhaus,■ wo er sich-, einer'Spe/ial,- knr unterziehen muss, um-die Verwirklichung seines alten "Träume.« mit eigenen Augen zu sehen. Und dann landete unter den Klangen der Hatikwah das erste Boot. Am Dienstag nachmittag rollte auf einem Lastauto, von jubelnden Arbeitern in den blauen Blusen der Organisation begleitet, der erste Sack der Tau- . send-Tonnen-Ladung Zement in die Stadt, nicht, auf den Bau. sondern in das Museum. Und dann kamen immer dichter die Autos, zum Teil ein neu improvisiertes Hafenlied singend, und immer von Beifall begrüssL Die im Hafen von Jaffa geschulten Arbeiterkooperativen „Sehulun“ .lind „llapo'el“ waren die ersten, die an diesem Werke milliin durften. Die Bauarbeiten wurden ausgeführt von dem Baubüro der Arbeiterorganisation (Misrad Kablani schel hat Hisladruth). die ganze Anlage stand unter Aufsicht des Stadtingenieurs Fischmnnn, die ersten fünfhundert LP. Wurden von der Jewish Agency gegolten. Snloniker Juden, erprobte Lastträger, käinen zur P.ntladiing au.« Jaffa herüber und, was nie vergesse» werde,, sollte, die Arbeiter; die zninTeil durch die,Stilllegiuig '.des Hafens von Jaffa in ernste wirtschaftliche Bedrängnis gekommen ■ sind, verzichteten für. den ersten Tag ihrer,-Aufbauarbeit am jüdischen Hafen Tel-Aviv auf ihren Lohn! . Schon schwellen weiterreirhende ■ Projekte, die insbesondere auch ein schwimmendes Anker-' kai im Tief-Wasser, mit unmittelbarem Eisenbahnanschiuss an das Festland vorsehen, der Plan eines 'hiesigen' Ingenieurs, der durch palästinensische- und . ausländische. Patente geschlitzt., ist-- Vorläufig sind iiühertiegonde-.Srtiv iorigkoiteu" zu überwinden. Vor altem'muss eine Autoanfuhrt. _ vom Dünensand bis zur -Messe geii.uu werden, von wo die'Autos auf gepflasterter Strasse in-die Stadt .gelangen. Die -ganze Anlage ist 'unmittelbar . vor dem Mo^og-elärid-v' an. ..Dr Mündung des eJarkoii.'die gtoictizeifig' den l.o:,ii.teriionten .eine , sichere, l'-iterkuim tue lei. ' '-Die altgeimnim Preuäe' alr-dios-un. Werk war - 1 vielleicht; ein esder, schönsteii /Va-ii-ülvon Ge- . meinsämked,-die .uns.diese ■''fi-Yib-'-n.H'j.go-• gebracht haben.. 'A-lige'nieiti'.lier-rsr'h-le-' düs -Gefüllt;■C'-Djes i sind unsere ''Waffen,’ -gegen Bedrohung des Aufbäiis selzen wir neuen Aufbau, Ume der schwer- ■ ste'n Drohungen der äufriih'r'erisciien. A>aber, die Erwürgung der fiid’si-iien' Wnlsclialt.-.'eatren, ist durch di ••so unblutige Gegenoffensive im Prinzip ■ illusorisch ' gemacht worden. Widdig -aber ist diese neue Schöpfung auch dis Svmptom dafür, dass der ..lisdiuw in Palästinaheute schon, in all seiner Bogn-iizllicil. eure, in sich ruhende, Macht daislelll. luv en,scheidenden ' Augenblick waren eben jüdische Kopfe da, um die Plaue zu-ersinnen', und pidc-die Hände, ,,,n sie aiiszufiihren, jüdischer Boden und jüdisch"« Geld standen zur Verfügung.- Von den englischen Behörden winde nur eines verlangt: Das nou-V Werk nicht zu verbieten und mein zu stor-m. Alles Positive hat das jüdische Palästina au.- eigner Kraft geleistet.. ' ■ Auch im Hintergrund der Itaienfrage stellt freilich dift-hohe. Politik. Der ■poHisr.li- Kampf um die Hafen konzes-ion war im gewissem Sinne das schwerste Stück Arbeit; Befristung.'- und Umfang vier Kon/e-ram sind Ins heute noch nicht restlos geklärt. Eine selche Klärung ist aber notwendig,, bevor grössere Iiive.-Miem-n gemacht werden, uni eine leistmigslühi-mv, auch schl-rh- - tem Welte,- gewachsene Anla-e zu erriclllell und ■ -durch einen ständigen IHti'sh.-d-n .las „Mmiopel - Jaffas zu brechen ude,- doch- Tel Aviv ver. einem neuen Missbrauch dieser Mmi-uiMst-dluuz.u schützen. Der Streik hält an / Die Ereignisse der letzten Woche Tel-Aviv verteuerte auch die Sendung erheblich. Seit Beginn des Streikes verhandelte eine Spezialkommission, bestehend aus der. Agency der Stadtverwaltung Tel-Aviv. der Handelskammer, dem Iridustriellenverband und der Arbeiterorganisation mit der Regierung um die Erlaubnis, ankommende Dampfer in Tel-Aviv löschen zu .können. Die Behörden versuchten noch ein- Wiederum liegt eine Woche unvermindertem ■ arabischen Terrors, der angesichts des verstärkten englischen Militärschutzes immer mehr den Methoden eines systematischen Kleinkrieges sich an'nähert. hinter uns. Die Unruhen scheinen fast in ein chronisches Stadium zu treten. Die Hoffnung auf ihre schnelle Beilegung ist in allen Lagern gesunken. Doch besteht immerhin die Aussicht, dass es den englischen. Truppen bei planmässiger Einsetzung ihrer Machtmittel in zunehmendem Masse möglich sein wird, die Saboteure und Terroristen an der Fortsetzung ihres Zerstörungswerkes zu hindern. . Die Chronik der Ereignisse verzeichnet von Dienstag, dem 19. Mai, einen arabischen Ueberfall in der Armenierstrasse, in der Altstadt . von Jerusalem. Der Ueberfall forderte das 26. jüdische Todesopfer. Der 35jährige Maler. - Feiwel Snitzer, Sohn des Bezirksvorstehers der Altstadt, wurde durch drei Revolverschüsse niedergestreckt. Ein amtliches Communique berichtet ferner Von einem arabischen Ueberfall in der Ben-Jehuda-Strasse in Jerusalem. Beduinen haben einen Angriff auf die Siedlung Kfar .Tabor im . Emek durchgeführt. Sie versuchten, die Wasserleitung ahzusrhneideib. Die Leitung-'-wurde beschädigt, so dass sich in Klar Tabor Wassermangel fühlbar macht. Bei der Abwehr des Angriffes, .wurden zwei Juden und ein Polizist verwundet. Das Gewehr des Polizisten wurde zerbrochen. Die Beduinen entkamen. .Jüdische Felder in Mizpa Sedschera und anderen Siedlungen Untergaliläas ■wurden in Brand gesteckt. Die Behörden haben die Büros und die .Druckerei der radikalnationalistischen Zeitung ,.A Difaa“ in Jaffa geschlossen. Die Regierung hat die palästinensischen Zeitungen aufgefordert, keine Berichte über die angebliche Rolle Italiens bei den Unruhen zu veröffentlichen. Bei Ramat Gan setzten Araber in einem irrtümlich für einen jüdisch gehaltenen deutschen Wirtschaftsbetrieb einen Heuschober in Brand. In Herztia wurde ein jüdisches Orangenpackhaus in Brand gesteckt. Die Polizei überraschte die Brandstifter bei der Tat. doch gelang es diesen, zu Pferd zu flüchten. Sie verschwanden in dem arabischen Dorf Dschelil. An der Eisenbahnlinie zwischen Lydda und Tel-Aviv wurde die Leiche eines Arabers neben einer explodierten Bombe gefunden. Die Polizei nimmt an, dass der Araber bei dem Versuch, den Bahnkörper zu sprengen, den Tod gefunden hat. Der Ausnahmezustand in Jerusalem wurde . verschärft. Die Polizeistunde-’wurde vori 8 Uhr auf 7 Uhr abends vorverlegt. Die jüdischen Beamten im Jerusalemer Department für öffentliche Arbeiten haben um besonderen Schutz angesucht. Es wurde ihnen der Rai erteilt, einen Urlaub zu nehmen. Die Agudat .1 Israel hat für den 21. Mai, einen Fasttag für ganz Palästina im Hinblick auf die fortdauernden Unruhen proklamiert. Aus einem Zuge, der* Tel-Aviv passierte, wurde von Arabern eine Bombe geworfen und Schüsse abgegeben. Der Bahnwächter weigerte sich', den Zug anzuhalten. - Bei der Beisetzung des in der Altstadt von Jerusalem getöteten .österreichischen Katholiken ' Karl Breitinger versuchten 500 Araber den Pplizeikordon zu durchbrechen. Die Menge. wurde gewaltsam auseinandergetrieben. Verletzt wurde niemand.- Bei der-Leiche Breitingers ist ein Fez gefunden worden, den. wie die. Witwe behauptet, der Mörder getragen hat. Als Reaktion auf diese ausserordentliche Terrorwelle kündigte die Palästina-Regierung in der „Pälestine Gazette"'folgende Massnahmen- und Verordnungen an: Wer Dolche erzeugt, verkauft oder trägt wird mit drei Jahren Gefängnis oder lob Pfund Geldstrafe bestraft. Wer in Öffentlichen Strassen Messer trägt, wird mit einem Jahr. '.Gefängnis bestraft. Die Polizei wird ermächtigt; ohne Haftbefehl Personen zu verhaften, die illegale Ansammlungen bilden.. An 'öffentlichen Orten getragene Waffen jeder Art einschliesslich von Knüppeln und Eisenstöcken sind von der Polizei zu beschlagnahmen. Noch'weiter ging der Jerusalemer Korrespondent der Londoner „Times“, indem er der Ansicht Ausdruck gab, dass die Exzesse anhalfen würden, bis ihnen durch S i a n dr e e h t ein Ende gemacht werden würde. Die bisherigen Notverordnungen seien nicht ausreichend, um den Guerillakrieg zu beenden., Die h e h r ä i s c h e P r e s s, e begleitete diese verschärften Massnahmen mit dem Kommentar, dass den scharten Drohungen der Regierung gegen die Mörder lind Saboteure bisher entsprechende Taten -'nicht, gefolgt sind.- ' Damit - mache sich die..Regierung zum Gespött der Araber. -'Der' gesamte' Jischuw stehe hinter der Forderung dor Jewish Agency nach Ansetzung aller Kräfte zur endlichen Wiederherstellung dm Ordnung. Die wachsende Zahl der Verbrechen und der Drohungen könne auch d'en .Hm-Iiuw, der eine unvergleichliche Disziplin und Selb-lb-'hrrrschung am den dag legt, aus dem Gleiche-'wicht und friedliebenden Bevölkern! ng habe e-ne Grenze. Der Jischuw werde die britische Regierungskommissinn. wenn sie nach l'aia-tiua kommt, unterstützen, aber nicht um Haure-br-eile von dem Recht der Juden, nach Pal.idma zu kommen und das Land anfzubauen, abweirhen. Das jüdische Volk werde sich mit allen Kr-alten jedem Schacher«wirlerse.tzen,.-der auf sein-- Kosten eingefädelt wird. Der Jischuw sehe sich der verzweifelten jüdischen Not in vielen Ländern gegenüber . und -wisse, welche Verantwortung auf ihm ruht. Die „f'aledine I'ost" erklär', falldie Regierung nicht durchgreife, werde bald ilas Leben nicht mir eines Juden, sondern auch das eines Engländer« und jedes Europäer.« in Palästina nicht mehr-sicher sein. Leider' bewiesen die nächsten Tage. 5s i Kt. w o.c h und Donnerstag (20. und 21. Mai), dass die Befürchtungen nicht unberechtigt waren. Die arabischen -Terrorakte wurden im ganzen. Lande fortgesetzt. Das gesamte Eisenbahnnetz, ist in da.« Gebiet des Ausnahmezustandes einbezogen worden. Die Bestimmungen des Ausnahmezustandes .gelten für die Linien und zwei je 15 Meter breite Streifen zu beiden Seiten. Für - den Verkehr mit der Altstadt von Jerusalem wu.rde ein Autobusdienst eingerichtet, durch den hauptsächlich die Verpflegung der dort noch verbliebenen Einwohner sichergestellt werden soll. Die Autobusse verkehren in zweistündigen Intervallen unter Eskorte. Die Räumung der Altstadt durch die Juden wurde fortgesetzt. Nur noch etwa 200 jüdische Familien sind in der Altstadt - verblieben. Aus defn Musrara-Viortet und anderen Stadtvierteln mit gemischter Bevölkerung, die von den Juden bereits verlassen sind, haben nunmehr auch die christlichen Einwohner au-zuziehen begonnen. In Akko, Dajan. Dschenin undanderen Ortschaften ist e« zu Schiessereien gekommen. 1-P-i einem Bomenhansehlag auf die Jaffaer Polizeistalion sind die Fensterscheiben zertrümmert - worden, verletzt wurde niemand. Vor dem .militärisch bewachten Postamt in 'Jerusalem wurde ein Privätauto durch Araber in Brand gedeckt. Im Gebiet von Jaffa—Tel-Aviv sind weitere acht Bomben geworfen worden. Eine davon aus einem Zug. als er Tel-Aviv pa.-simte, und drei gegen Ilii.user derTe|-Aviver Yor-tad! N'ev- Schalem. in denen Militär einquarlu-iV i-l. Sämtliche Boml-enan.--M.-ige nm.-tang.-n. Auch durch zw-i Bomben, die in Kfa-r- •Naclnnan h--i Kau na na geworfenwurden, ist kein Schaden ammncM-d worden. In der Nacht vom 20. zum 21 Mai war iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!iiiiiiiijiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii|iiiiiiimi!!iiiiiii Der Schlussaufsatz der Artikelserie unseres L. - B. - Sonderberichterstatters „Konsolidierungsaufgaben in Palästina“ erscheint aus raumtechnischen Gründen erst in der nächsten Nummer. fliinniiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiitiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiinin» - Palästina von ■ jeder . t--1.• j.1 m»nisclt.>n und tele- , schnitten. Terror ist en* haltn dm'limi-h "wischen Jei-ih-alem und Kairo. Beirut und .l.iila und damit die Verbindmig"mit dein wilm-m Am-Innd . nnlerTiorlien. Die teilenden nr.iM-edieuBeamtenim Jerusalem.'-,- Hm,,t,».-tarnt mii-I duich .englische Beamt**- en-et/t wm-den. V.u-i, /w■ i! 1’ Stunden' konnten -lie. tli'miitiimen w i--d<• r ui-halid gesetzt werden, auch die 'I-•!-'plmnv--i lu-nlung ' mit. Kairo, wurde im Kaufd ■« Ta.wi.-d-uh-rgesli-llt. In I’.'ilä'lhm s-dbs| ■..->--! atwr ... vi--lo Ortscliaflen ohne l.d-g. apliiseino-l-r t.-l-rpfioni«c|,e Verbindung mH J.-rn-at-n. 'Die Juden m'Snfed halmn imlg.-b-iH. da’-s sie sich' aiigesictilb -d.-r .dauernden . A ufm-Gmig der araf.i-ckeri B-völl-.-nmg Gurk '--.ah:-l-t l'ulil-n. Km jüdischer Kimwhiic.r narn-am Pa-n I,ov nn-I zwei I ’ni.izei i ns,i"U,i,'ön w ii'r-'l.-m verwundet, als Aratior -'Tu jii-li-cln-s Auto in Sa!--d mit .Steinen bewarfen. Ans verschiedene,, Teilen de.« Lunde.«'wurden Kalle von Brnnd-tulurggen.-Tlel. Aud, di- Ki-k- InzifM.-tation an, Jarkmi wmd-- an amuiST Sämtliche Brandwurd-a it-.-i;-••!:!/.-it - ge-- Herzliä wurden 'zwei Araber v. , tiai'--'. Iw, -I-n-n Waffe,, gefunden wurden. .Vul -ü r :-H'a—• Jeru-alem—-.-Jericho 'wurde -in I---u«-i ub--, full auf i-in»n Transport der "atestme p-,ltadi Comp, viubt. Vorl-tzt'wurde meman-l, Sech.- A rat-er W111 d<-!> verhut'l-t, nmli'Ieni «ie an« einem Fahrend-n A-.-'-i m ein--,, pidisrheri Autobus, der gerade"' Tel-Aviv v-rlm,-. .-in« -Boridie geworh-nhalten.- Iv, wiir-lr niemand' Auf d“ii jüdischen. Polizei!,aiipfniann A. Silword'en. die ihr Ziel . verf--l,ll-'n'. k '-i '.Wal,er der Durchsuchung, nach Waffen --schwer F ver-' wundet. ln die Wohnungen des Kreistieand-m von B-Csa-n und - am-s engl,,,-heu -Sergeanten in' Bajit Wegan Gn-f Homl.m, gewori-a worden. Die-Kiserd,ahnt,rück-' b-i Tulkare,.,, ist. trotz der verschärfte,, Bewachung gesprengt worden, ln Gan Si-hlomo bei Glied, ra wurden -V)0 Bäumo : Zu einem grössere,, Zii«:,mi,i-nGo-s zwischen Arabern und .-ng|i-,-i,e,n Militär karu <-< etwa - .20 Meilen von Tel-Aviv. Ein ülx-rliü'fer. indischer Autobus und dr-i Brivalau!-,s wurden von Arabern aus einem Hinterhalt, «mg.•griffen. Von den jüdischen Insassen des Auiobii.---s wurden zwei verletzt, und zwar n gewiss.-r d.-saia Fiechmaos-bwer. und g-wKuba Pesis leicht. Der Autolms fuhr'vor -h-n drei Privat-

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