Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 22 (27.5.1936)
- Date
- 1936-05-27
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Paradies der Milliardäre am. Hudson-River. eine' ' Eisenbahnfahrt, die -'Jlnfmi't euies Schlnes, oder Beginn und Ende einer Freund'ckxist: immer be> zwingt er durch die Fulle 'einer Bmonen und durch die Besenciihnt. mit der er die Welt an sich reißt und zum Tonen brmqt, ur der Magre seiner nnwiderüciuuücu Wonkinnr. So rmpvnierend auch, der ito"tnw .l'ei.n:ii:n de-:- Werkesin und der-kühne Zernien, eiii .anncmarimn unstrer -Gegenwart .zu geben.- eni-mierdendm, daß hier, .wie in jedem wa-hchai-ieu - Kunstwerk - der - Stofs - durch die Form verzehrt wird. . Hat -dies. Werl, das von der Menschheit großen und manchmal auch i'ebr kleinen Gegeniländen,- handelt, für-uns Inden.eine besondere Bedeutung? Ich glaube, ja. Nicht deshalb, weck in dem Buche Juden'in allen L pielarwn vorkoinmen. nicht des- - halb, weil der Autor gcste-wnllich non der..llepp-ig-: feit, Farbigkeit und HmueruPen" ivrichr, die viele Juden anszeichnen. nicht' deshalb, weil Eugen Gants treuester Freund in Rew-Pvrk crn Jude ist, über dei'en Art uiid Uiiarl wir interessante Aussagen erhalten, nicht deshalb, weil dem Werk ein Wort aus der Bildet vo.rangeht. sondern deshalb, weil ..Bon Zeit und Strom", dies pathetische Lied non der Erde.-ein Triumph, zug des Geiste-:- ist. au den.zu glauben uns aus. erlegt ist. Ter Ueberleluiug non Hans Tchicbelhuth gebühren Reipelt und Bewunderung. In neieviel?lrbeitstagen und Arbensuä.lnen mag-er-mit der nuancenreichen Sprache Wette; gerungen haben! Seine Mühe hat sich gelohnt. Tie llebertragung trägt den Stemel der Vollendung. l'.anl Mayer. und Fritz Kortner (unter Viertel) Borkman und (unter Erich Engel) Oswald Alving. Ludwig Var tau war bei Meinhard und Bernauer Hjalmär Ekdäl — Maria Orska die. Hedwig — und Ejlert Löwborg. Erwähnt-sei ferner Leopold Jeßners. Königsberger. Ausführung der „Frau - Inger auf Oestrot" mit Rosa Bertens in der /Titelrolle' und - vor allem der beharrliche Dienst IZm'rao Lind'emanns vom Wanderensemble bis zum Düsseldorfer Schauspielhaus mit seiner ivegweisenden Aufführung, von „Kaiser und Galiläer". Seine (nicht Indische) Gattin. Luise Tumont hat sich nicht nur. als Bühnenkünstlerin . mid -leite'rin. sondern auch als glühende-Meisterin des geschriebenen und gesprochenen Wortes' für . das sortzeügende Ethos„ der Ibsen-Frauen eingesetzt. Tie dichterischen Schönheiten Henrik Ibsens leben heute unvermindert im Buch/die mystische Musik seiner Dialoge und die sugische Kunst seines . Szenenbaus gilt es einem, neuen. Geschlecht zu vermachen. Auch unter, veränderten Verhältnissen spricht zu uns die von Peer Ehnt nicht erfüllte Forderung, du selbst zu sein. Ellidas unter Frei7 heit getroffenes verantwortliches Wählen', das Adelsmenschentum Johannes Rosmers, Helene Alvings Ruf. die- Gespenster des Gestern zu über, winden, und das getäuschte Harren aus das Wunderbare der Nora, die ja keine „Emanzipierte" ist. sondern eine Frau, welche die Achtung des Mitmenschen bei ihrem nächsten Wesen fordert. In einer politischen Zeit erstehen uns die „Krön-. IpratendenteiE neü als Charakterologie der Macht, und in einet: Zeit des fordernden Lebens lesen - >vir die Warnungen Rubeks und des von der - Sonne'betrogenen Julian, der die Entwicklung der Geschichte -zurückschrauben will, mit „gewandeltem^ Auge"./ ' . - ■- Wir verstehen heute, warum die Anziehungskraft, die Ibsens dramatischer Kosmos aus uns. Inden ausüben mußte, -so groß war: die alt. _ testamentarische Strenge des von Kierkegaard beeinflußten „Brand", die Diesseitsmhsterien des Lebens, die der Art unserer Diesseitsreligion ent. sprechen, und der Glaube an die jederzeit mögliche . Umkehr des Menschen zu göttlichem Tun. die jüdischer Ethik gemäß ist. vr. Lutz Weltmann. Universalität und Humanität Dreißig Jahre nach Ibsens Tod Zum 23. Mai 1936 Tie Generation über Trenn--, ist beute die lebte, für die das.'Erleb«,» Ibieus eine Bilduugsmacht gewesen ist. Und man ne!!! 'eü. -.n welchem.Ausmaßees gerade Juden waren, die Uinen europäischen Ruhm mit begründe: haben, der dam'che Jude Georg B r a n d e -:- bahnte dem gntturkrniker den Weg. der Jude Julius Elia-- Übersicht? rlin. gemeinsam mit Paul Smleiirner. ins Teiuiche. der Wiener Jude Emil -H e, d) 'd'iü dre erue wisien-. fchastliche Monographie. Und vor allem siebte der jüdische Theaterdirektor iiiid Lnerarhiito-riker Otto' Brahm die sittlichen Forderungen des nordischen Magus in seinem Theater-der Dichtungunausweichbar zur Diskussion. -Neben Oskar Sauer n:'d Rudolf Rittner. Bassermann und Marr haben z-üilreiau- Inden in Deutschland die Gestalteii Ib'-en; znersi bei Brahm verkörpert. Emannel R e i d) e r' war. Rosmer. um ihn nur in einer feiner Hauptrollen zu nennen. Irene T r i e j ch war Rebelka Wen- und- H'e'dda Gabler. Nora und Irene. Ellida x'*J-ns-ael und Rua Allmers. bei Meinhard -und Bernauer fügte sie die'Hjördis ,n den ..Helden au» -Helgeland' hinzu. Barn o w s k n ergänzte den Ib'en-Znklns seines Vorgängers um den ..Beer Gnru". den er in Morgensterns Nack,dichtimg bei der Eröffnung des Lesfing-Theaters zur deutschen Ilraliniihrung brachte und ein Jahrzehnt hindurch an' dem Spielplan behielt: Jlka G r ü u i n g . die Esina Ekdal und Al-ine Solneß feines Idien-Zvklns. war Blutier Aase. Frieda R i ch a r d 'we.ie ne-danach unter Berthold Viertels Regie bei R e i n h a rd t. der in seinen Aiitaiigeii ..Tie .Uro::präke::deiilen" (mit sich selber als Vistuoi R:coms» zur A-.ü'uh. rung brachte, und iparer in erner Meiüer- .Inszenierung. ..Jotin Gabriel Borkman-" mit Pa l len.de rg als Folda!. -Be: Leopold I e ß n e r .war Lucie Mannheim «.unter Fenuug, Nora Tie . biographische Darstellung einer großen Persönlichkeit hat zwei Wurzeln: Tie umfassende Kenntnis aller dieses Leben und seine nach außen wirkenden Funktionen charakterisierenden Einzel- Vorgänge, ihre allgemein- und geistesgeschichtlichen Voraussetzungen. Abhängigkeiten und Bedingungen — und die künstlerische Fähigkeit, in den Rahmen des so erworbenen Materials das einmalige Leben mit leinen seelischen Spannungen, seinen Wünschen und Zielen. seiner oft nur geahnten tiefsten Sehn, sucht zu stellen. Das Reizvolle. Ergreifende und den Leier im Tiefsten Erfassende einer solchen zeitbedingten und psychologisch unterbauten Biographie liegt in der Einheit und in der harmonischen Ber-. bist düng von wissenschaftlicher Erkenntnis und künstlerischer Einfühlung. Agnes v. Zahn- -H a r n a ck s für ihren Bater liebevoll errichtetes Tenkmal «..Adolf v. Harnack". Hans Bott Verlag. B e r l i n I 9 3'6). erfüllt 'diese Voraus- - setzungen nach jeder Richtung. Was einen an dem so unendlich, reichen Leben - -Harnacks. reich an Ehren. Wirkung nach außsn. reich aber auch an innerer, die Menschen fesselnder und begeisternder Kraft, beim ersten Blick vielleicht am meisten erstaunen läßt, das Eft die bis zur llnwahrscheinlichkeit gesteigerte Unermüdlich, keit und. der Fleiß eines Mannes, der nicht nur leine umfassende Lehrtätigkeit ausübte und auf seinen Schultern die Präsidentenämte-r der Akademie der Wissenschasten und der Kaiser-Wilhelms- Gesellschaft trug, als Generaldirektor die Preußischeu Staatsbibliotheken verwaltete. Wissenschaft, liche Kommissionen leitete und förderte, sondern dessen eigentliches Lebenswerk in der Fülle der wisienschastlichen Werke. Aussätze. Reden. Rezensionen niedergelegt ist, von dessen zahlenmäßigem Inhalt uns das rund 15f>0 Veröffentlichungen um» fassende bibliographische Verzeichnis einen Einblick vermittelt. Harnacks ursprüngliches und eigentliches Arbeitsgebiet war die Kirchengeschichte, und in. dem yalben Jahrhundert seines wissenschaftlichen;' Wirkens ist sie nach seinem eigenen Urteil bestimmend und wegweisend für seine gesamte Gelehrtenarbeit geworden.. A^kr von diesem Teilgebiet der Theologie ausgehend umfaßte er bald die gesamte christliche Religionswissenschaft in ihren geschichtlichen Grundlagen. - Agnes v. Zahn-Harnack konnte und wollte nicht die Bedeutung ihres Vaters für die Theologie „in ihren Einzelheiten und Einzelleistungen auszeigen, so wenig wie ein einfaches Nebeneinander im Ab-, laufe seines fast 80jährigen Lebens. Es galt vielmehr Harnacks Persönlichkeit in ihrem zeitgeschichtlichen Rahmen zu schildern". Indem sich aber die Verfasserin trotz der ungeheuren ,Fülle des Stoffes bewußt beschränkte, zeigte sie sich als Meisterin, In fesselnder Darstellung rollt das geistige, politische, soziale Geschehen einer mit tausendfachen Spannungen geladenen Zeit am Auge des Lesers vorüber. im Mittelpunkt aber.'steht leitend, richtend, betrachtend, oft auch warnend die Gestalt eines Nlannes. dessen geistiges Feld in jahrzehntelanger Arbeit und Lebenserfahrung die Welt des Geistes überhaupt geworden war. Harnacks Forschungen gingen von dem Gnosti- . ker Marcion aus. dem Verkünder der Lehre vom „Guten Gott" und dem „Gerechten Gott", dem Feinde des Judentums und seines Gesetzes. Diesem. Kirchenlehrer hat Harnack 50 Jahre nach seinen ersten Untersuchungen noch eine besondere Arbeit i gewidmet. Man wird an diesen wissenschaftlichen Ausgangs, und Endpunkt erinnert, wenn man seine Stellung zum Alten Testament und zum Judentum in der Zeit des Auftretens Christi, seine Auffassung von der „Ueberwindung des Judentums" durch diesen betrachtet. Aus der Art. wie Harnack das Wesen des Christentums sah. aus der Art der Tarstellung seines Bildes von der geschichtlichen Persönlichkeit seines Gründers, aus dem sich dqraus ergebenden Bruch mit Ueberlieferung und Htzn^ommen. mußten sich^hestige^w^ scharte Angrisfe^zus den Reihernder Theologen - ergeben. Davon gwt^dasMsich ein anschauliches - und trotz ruhiger urw'^abwägender Objektivität erregendes Bild. Die Kleine loollfc den Greis mit Gewalt in den Kreis der die—Pagode U-rn'-eNre-ttenden— hineinziehen. doch er viiev der.Broreision fern. Die Erwachsenen schwanaen ein Instrument., Kinderklappern nicht nnaimneii Inn und her und schienen dadurch ihrer Freude iiber irgend etwas Ausdruck zu verle'.heir. ..Ta Hst", rieien .' sie laut dazwischen. F-lowerhrn.l l.aei'.re: „Die Sippe des Bauern F-ong har.-.allen Grund. ..Heil und Segen zu '-chreten. Fu'. der Karawanenfuhrer. hat nur verraten, daß Fong. der Ist Jahre m linder«wer Ehe gelebt .'hat. vor einigen "Tagen - gl nck-ick'er. Barer von -Drillingsbuden. geworden :st. W-ustut Sie. was drei Söhire in diestnn Lande bedeuren? Hören Sie für kurze Jen an'. ..taubstumm ' v.i sein und unterhalte!: S:e stai ungeniert mit mir. damit Ihr Schnabel niau aan-r emrostei'." Senta wollte znm Sprechen anstmen. aber sie konnte den Blick mein von dem anen Bauern löten, der sie ebenfalls, uue luvvnoiistert an-starrte. Ein-Sonnenstra'al ivielte aut dem hellen Gold des Davrdsst-er-ns. den'-Senra wie. gewöhnlich nm den Hals trug und ließ ihn blitzend austenchteir. r Da machte der Greis sich von-.-dem Kind los. Und wahrend es st: leu:uast unter die Schar der die Pagode mir den Kräckern umkreisenden, lärmenden S:vve 'prang, beugte er sich tief vor Senta und ivra.v ern 'Wort aus. . das sie und Rer glei.nzcu-.g zu'-a'.nmonmhren „Jiddin?" 'ragte er nur Eiternder Stimme.' Mit der dunkelbrar-.nen abaearbetteten -Hand wies er. wie zur Erk'.aruna stnner Frage, au' - den Mo.i.'n D.uud. r.ls S-.'Nta vor uendiger Ueberraichung :uan o.-:.oavavoor'.et'e. wandte sich der Alle in Punuv.-Englu'ai an ihren Begleiter: . „Ist deine tai-ta: Jüdin?" erkundigte er sich lebhaft. ..und.lnst.-du. -uch Jude' Schema beni. wie ianac bat Luna d:es beul-.ae Zeichen nicht mehr gefeheni" Dann fingerte er zu".-.: -u. stuuer blauen Leinensacke herum, bra o'e darau' nncl'i abgegriffener. Dest.uuoo u. - uo. Bor'chein und zeigte Rer die schwarzen, rissig gewordenen-Gebstanenaen, wobei Schimmer wieder nach dem Magen David am Hals der Fremden Der junge Engländer hatte sofort die Bersrändigüng mit dem Greis versucht. Aber, im Ru verschwand jede Klarheit ans dessen dunklen Augen. Die kleine Enkelin kam lustig springend von der Prozession, der Angehörigen der Familie Fong herbei und reichte dem allen Mann gleichfalls einen Kräcker. Run klapperte auch er darnit. beteiligte sich urplötzlich an -den Gesängen der andern und schenkte den Fremden keinen Blick mehr. „Wahrscheinlich fürchtet er sich vor irgendetwas. wenn er nrcht mittut", meinte Senta beklommen.. ..Mr. Flowerbrink. bitte, lassen Sie uns alles.tun. um aus ihm herauszubringen. was er über die Juden in Lan-tschou Doch alle Versuche verliefen ergebnislos. Drei Tage lang blieben die Reisenden in . dem erbärmlichen Ausspann von Wang- Ung-ho. an der Straße nach Lan-tichou. Die Familie des ielit'amen jüdischen Bauern war bald ermittelt. Es.waren Enkel Und Urenkel, bei denen er hochgeehrt lebte. Doch davon, daß er Jude war. wußte niemand etwas, ja. sie ahmen niün einmal, was.dieser Begriff überhaupt bedeutete. Sie wußten nur, daß sich der erhabene, last hundertjährige Greis jeden Rtorgen die seltsamen-Lederriemen mir den linken Arm und die Stirn band. Dazu sprach er srcmdklingcude Worte, wenn er sich während dieser -Handlung immer nach einer bestimmsen Dichtung hin verneigte. Einer der Enkel, der in der Hauptstadt die Kunst des Schreibens erlernt hatte, lsvlte das Papier, auf. dem er ntilgeichrieben hatte, was der Greis an 'remden Worten kannte, die niemand zn deuten vermochte. Senta, durch das Ereignis im Innersten aufgewühlt, hörte ergriffen Anklänge an die altvertrauten Worte der heiligen Sprache, die der Ebinese mir sonderbarer Betoitnrtg von seinem Papier ab-. las. und bat es sich aus.- Beglückt, daß: „die holde Jungfrau, die. blühendste unter allen Persimonenblüten, die Hände besaß, wie Zwiebelsprossen, das dürftige Geschreib'el eines überaus Unwissenden annehmen, wollte," reichte er es ihr. Rer konnte einige von den hebräisch-chinesischen Worten entziffern, das übrige besorgte der Jünger der Schreibkunst für ihn. Ter Gottesname stand da geschrieben, und noch ein paar andere hebräische Worte, aber ohne Verbindung. fast sinnlos aneinander gereiht. . Re.r„F.l.rmrsrbrink, der aus frommem Hause stammte, belauschte den Alten am Morgen des dritten Tages beim Anlegen der Gebetriemen. Das führte der Chinese mit beachtlicher Genauigkeit aus. aber die Worte, die er dazu herunterschnurrte, waren ein Gemisch aus hebräisch-siddisch-chinesischen Brocken. Dem Gebet fehlte jede Eindringlichkeit, weil es eben nichts weiter war. als zusammenhangloses Gestammel von Worten. Bevor Senta . Härtmann mit Rer Flowers brink weiterreiste.' suchte - sie den Greis Luug noch einmal aut. Sie hatte sich von Rer genau notieren lassen, wie sie den Alten fragen mußte, wenn sie erfahren wollte, ob es in.Lan-tschou die jüdische Gemeinde gegeben habender er angehört hatte. Aber er kicherte nur in fast gehässiger Weise und murmelte: „Was weiß ich? Maski '— das macht gar nichts!" Tann streß er blitzschnell das Wort ..Hoangho" hervor und wandte Senta den Rücken. Durch nichts mehr war er aus 'einer Ruhe zu bringen. Niedergedrückt über ihren .MiBei?otg-strat-si-ewieder vor die Hütte, wo Rer sie erwartete. Eine halbe Stunde später ritten sie weiter. Das Erlebnis mit dem jüdischen Bauern war nicht danach angetan. Sentas Hoffnung, bald in den Besitz der Tora zu gelangen, zu steigern. Auch Rer Flowerbrink könnte sich auf den R'aincn des Drtes. in dem sich, soviel er 'ich erinnerte, die lleberreste einer uralten Synagoge, der einzigen Chinas, befanden. Aber auch die jüdische Wisienschäst durste zu vielem, was Harnack als geschichtlich erwiesenes Faktum, lehren zu müssen glaubte, nicht schweigen. Ter Vorwurf, den er iw seinen Vorlesungen gegen die Rabbinen und jüdisasen Theologen glaubte erheben zu müssen, daß sie ein im Geaen'atz zur geschichtlichen Wahrheit stehendes Judentum „beim. ' l'iert" hätten,, ries jüdische -Gelehrte--wie Bqeck. Eichelbacher. Perle-:-.- Ochreinern..a. au' den'wisien- - schaftlichen Kanipfp-layt - Daß hei diesem'. Streit'- um Erkenntnisse, soweit sie nicht-Gla'nbenssondern Geschichtswahrheite-n sind: .die Fragestellung:-Avologeti'k oder .''objektive For.'chüug_ - im Ncittelpunkr . stand., sei hier-''nur. vermerkt. . Aberes mag zur Kenntnis der Form, in' der damals d-ieie in der. -Sache schärse .Auseinändersetzüng-- gc-iührtwürde, ein-.Satz' aus Baecks,.Schrist,a-ugestihrt werden:. „Was' über allgemein religiöse Fragen.' über das Verhältnis von Religion und Arbeit, von Religion und Wisienichait. gesagt wird. ist 'w..wayr und.'so. ' schön, daß man immer ivieder wün'cht, Herr-Harnack möchte 'eine Verehrer mit einer Schrift über „das Wesen der Religion", besctienken." Es iit ein deutlich sich ahzci-biwnder Weg. der in der univerialgeichichtlichen; Entwicklung der letzten 250 Jahre von Leibniz übet Wilbelm v. Humboldt zu Adolf v. Harnack stihrt. Univcr-' salität des Wissens und Humanität' der Gesinnung waren die Grundlagen für die Wirkung, die von . ihm ausging. Es. war bezeichnend stir ihn. der tief in seinem Protestantismen Chrvstentum wur'.elte. daß er einmal. Lestings Parade! von den drei Ringen dahin glaubte deuten zu 'oben, daß alle drei Ringe echt seien, nur jedem sei seiner der liebste. Taß die großen Kräfteströ:::?, die von der Persönlichkeit Harnacks ausgingen, der! Leier noch einmal an sich vorüberrauschen nt und hört, das ist der große! und reiche-Gewinn aus diesem .Buch.-' l)r. E. Fr—1. Kunstnachrichten In . München verstarb der Teilhaber der: Firma Hugo Helbing. Theodor N e u st ä t t e r. Er war ieit über 30 Jahren im Kunsthandel tätig und belond-ers als Leiter von Versteigerungen ' in wetten Kreisen, bekannt, dre er in München. Berlin. Frankfurt. Zur:ch. Luzern .nstv. durchführte. In der ..Reuen Freien Preise", Wien. ver. ösfentlicht der österreichische Maler -und Graphiker Armin Horovitz Erinnerungen an ie!nen Vater Leopold Horovitz unter dem Titel „Levvvld Horovitz^ ein Por-trätist der Franz-Joseph?-Zeit". Darin wird ein lebensvolles Bild einer ahgeschlost'enen Kunstepvche lebendig. Horovitz malte bekanntlich das Porträt der Kaiierin Elisabeth.und der Fürstin Sapieha. der Grätin Potocka, vieler Wiener Schauspieler und nicht zuletzt das Bildnis von Johann Strauß. - Der Maler Eugen Sp-i.ro veranstaltet in der Amsterdamer Kunsthandlung Fetter eine große Ausstellung seiner Werke, di? in der holländischen Presse großen Anklang findet. '^Es sind vor allem Bilder, die in der letzten Zeit entstanden sind, hauptsächlich Porträts junger Frauen. Auch Landschaften sind ausgestellt, südfranzösische Motive und Ausschnitts aus der spanischen Künstlerkolonie Tosia, In Zürich veranstaltet die Galerie Mtuaryus eine Ausstellung von Bildern des Malers Arthur Segal. Es werden 30Gemälde gezeigt, die in Mallorc.a entstanden find. ' ' - ' Der Berliner Maler Henry Happ, bekannt durch eine Aussiellungim Jüdnchen' Museum, arbeitet jetzt in London als-Bilderreitäurator. nicht deutlich besinnen. Einzelne" Silben. schwirrten ihm durch den Kopf, ohne daß sie sich zu einem Ganzen zusammenfügen wollten. Es blieb nur die Aussicht, daß Seitra in. Lantschou durch Wan-Eulsr.BeTlöbren.. den. Eetreidehändler Liu. Näheres in , Erfahrung brachte. R ' , Im Bezirk des Hoang-Ho aber, des Gelben Flusses, den der Mätin von Wang-l'ing-ho genannt hatte, liegt die Stadt Kai-song-nr. Ihr - strebte Juan Liborra mit allen Mittel:' modernster Reisetechnik zu. 12. ' In einem erregten Streit saß der hochehr-' würdige Schammes Lin mit seinem ältesten Sohn m dem Raum zusammen, den der „erhabene Greis", der im Gegensatz zu seinem Sohn Ngi noch die KleiduitgZeiner Vorfahren bevorzrigte. sein „Studierzimmer" nannte. Das Gemach, mit seinen funkelnden Rotiackmöbeln. detttcte aus den ersten Blick eininen Wohlstand an. Aber seitdem die jüdische E-- m'ein'de von Kai-iong-nt sich - atttgetöst Hane. . zehrte Lins Familie'von den -kümmerlichen Resten einstigen Besitzes. Es war wieder einmal die Rede von Bernhard Usebecks Testament und dem Unglück. ■ das Ngis Familie betroffen hatte, . . „Habe ich dir-nicht immer getagt", ereiferte sich der Alte, „die Strafe unseres ''einzigen Gottes wird nicht ausbleibeu? Habe ich dich iticht immer wieder ermahnt, dem jüdischen Glauben treu zu bleiben, in dem du ausgewachsen bist?" Schuldbewußt senkte der Sohn den Kops. Doch Lin fuhr fort und geriet dabei in immer größere Erregung. ..Was ist dein .Gott der Wohlhabenheit' gegen den einen einzigen Etunor? Mißratener Sohn, der zu ancheren Göttern zu beten wagt! Du. du allein hast es aut dem Gewissen, wenn ich meinem ehrwiür- /digen Freund Usebeck — das Andenken des ( Gereckten fei znm Segen! — das Versprechen, das ich ihm ans dem Totenbett gegeben habe, nicht habe halten können!" (Fortsetzung wlgt.)