Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1936-05-27 · 22 (27.5.1936) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
22 (27.5.1936)
Date
1936-05-27
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2277379-2278137-2278159--10906-2291073
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Sachgemässe nnd f-chleunige Inm-hfiUirung Ihrpr IUSWANDERUNG - ' Oeschäft>verli.-Hifp — \ pnuhgensTiri»irj.itinnnrl Aimsg«T.-i:;>i n. II. I»r. Ascboer Olirrrrg. -Kara. D. R. Kcmpnnr Berlin W 15, Meinekeslr 9 / Telefon: i 1 Bismarck 2856 neben d. Palästina-Amt' [t’4 bis.l3"Uhrn 16*/* bis 19. IHir Eigene Repräsentanzen in vielen Ländern An die Juden in Deutschland! Was uns nottut — nab hier nur gngebeutet werden kann — sind nicht allein neue- Lgegriffe, die dem sich nensormenden jüdischen Leben entsprechen, sondern vor allem einige oder auch nnr ein großer Deuter und Künder im Isarael unserer Tage, eine sptnchbesngt.e Autorität, die^unser iiMeriiidisches geistiges, Chaos zu neuem Kosmos zu farmen vermöchte,. eine neue „Lehre", die so alle und alles umfaßte, daß ße ein Recht hätte, die legitime Fortsetzung der Lehre pom Sinai zu sein, die die zerrissene Indenheit wieder einordnete in ihre religiös-volkliche Bnndesverpflichtiing und sie einer Welt, die sie mit Notwendigkeit verkennen muß, wieder sichtbar werden .ließe unter den Völkern dieser Erde, als das „Volk der Lehre". Mit liesem Schmerz beklagt die jüdisehe Welt die maßlose, oft verbrecherische Bedrohung. der unsere friedliche Aufbauarbeit, in Erez Iisrael seit Wochen ausgesetzt ist: Menschenleben sind zum Opfer gefallen, Werte, die in mühseliger Anstrengung geschaffen wurden, sind vernichtet worden. . . Angriffe und Gewalttaten können, uns Inden nie davon abhalten, unser Recht aus die Errichtung dev jüdisch-nationalen Heimstätte in Palästina zu vertreten. Sie können unsere Verbundenheit mit-, den Brüdern in ...Erez Iisrael und mit dem Werke des Ausbaus nur stärken und festigen. . Das soll auch jetzt unsere Antwort'sein. Wir wollen alle Kräfte znfammenfasseü. Wir fordern jeben, der schon bisher mit seinem Beitrgg zum Keren Hajessod der Verpflichtung gegen Erez Iisrael Ausdruck gegeben hat, aus, durch einen Sonderbeitrag von wenigstens einem Viertel seiner regelmäßigen Zeichnung mitzuhelfen, daß der friedliche, gegen niemand gerichtete Aufbau Palästinas. das Raum für'Inden und Araber hat, gesichert und fortgesetzt werde. Die welche sich bis' jetzt unserem- Werke ferngehalten hatten, rufen wir indieser Stunde auf/sich mit ihrem .Opfer uns anzuschließen. Wir zählen ans alle. Tie Juden Deutschlands sind mit dem , Palästinawerk unlöslich verbunden. Ihre Gedanken weilenin. Sorge und Liebe bei Brüdern und Schwestern, Eltern und Kindern in Erez Iisrael. -Ihre Hoffnungen sind, auf den /Fortschritt unserer /Arbeit gerichtet. Wir wissen, daß,unser Ruf nicht'-ungehört verhallen wird.' Das Präsidium des Keren Hajessod. Leo Baeck, Präsident. RudolfCallmann, Liegsr ied Moses, MichaelTrauü, Vizepräsidenten. . E. F. Ascher, Friedrich Brodnitz, Karl Goeritz, Mar Grünewald, Lola Han-Warburg, Dito Hirsch, Jacob Hoffman», Franz Meyer, Egon-Nosenberg, Friedrich A. Straus. Balfour-Deklaratiori, Council for German Jewry und Völkerbund In einer Versammlung der englischen Völkerbiindsliga, die unter dem Vorsitz von Lord Rutherford am cü. Alai in der School of Economies..in London staitiand, hielt. Sir Herbert . Samuel als Vorsitzender des (lonoeil kor (ierman Jewry einen Vortrag über die jüdische Auswanderung aus Tenschland. In diesem Zusammenhang kam Lir Herbert, der bekanntld) der erste High rommissioner für Palästina mar. auch aus die palästinensischen Unruhen und das Schicksal des jüdischen Ratioiialheims zu sprechen. Er führte hierzu aus: * Augenblicklich herrschen ernste, Unruhen in Palästina: niemand aber kann sich vorstellen, daß die Balsvur-Teklaration, die sich zugunsten der DIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII!!!IIIII!IIIIIIIII»IIIllIIIl»IIIIIII»l!lIIII»IID | Hausverwaltungen! | an die Firma S. A CK E R H A N N| München Berlin W9 Ritter v. Epp-Platz 9 , Tirpttz-Ufer 22'ss S Erste Referenzen! Beratung bei Immobilien-VerkBufen Siiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiimiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiif?. Errichtung eines jüdischen Rationalheim? in diesem Lande ausspricht und Erleichterungen für seine Errichtung zusagt, widerrusen werden-kann. Diese Tellaraiion ■ nuiide von allen großen Rationen der Welt und von dem Völkerbiuid bekräftigt. Für den von nns beabsichtigten Plan ich tva. ireientlid), daß die Einwanderung nach Palästina'nicht eingestellt iverde: den» Palästina ist das einzige Land, in dem bei ausreichender Fortsetzung der ivirtschastlichen Tätigkeit gewiß jährlich für 12.000 bis 1.5 noo Inden, denen wir bei der Auswanderung ans Teulscijlaud helfe» wollen, eine "Heimilatte geschaffen werden kann. Ein belrächllicher Teil non den 3 RÜllionen Pnind. die anigebraclil werden sollen, iniiß inr diesen Zweck veiliniml »'erden. lieber die bisherigen Laiitinlnngen. deren Ziel die Ausbringung von 2 Millionen Pfund in Amerika und von! Million in' den übrigen Landern iß. teilte Lir Herbert mit. daß 000 000 Piuud bereits in. den letzten zwei Mona'ten in . England gesainmell wurden: der ('on,teil erwarte znoersichtlich. daß der-volle Betrag von 1 Million rechtzeilig aiifgedracht werden wird. Das Problem, eine io große Zahl von.-Menschen aus einem Laude hinansziibringen. sei unter allen lliniiäiiden schlvierig, ietzt .aber noch durch -.zwei besondere Mmnenie ersihwcrt. und zwar einerseits - durch die Schwierigkeit des Kavitaltrausiers und andererseits durch die Arbeitslosig- ., keit, die -heute in so vielen Ländern herrscht. Arbeiter und Augeßellte finden säst alle Arbeitsmärkte der Weltvericliloßen. Beßünden nicht die Lchnßerigkeiten der Kavilalans'iihr. dann konnten Auswanderer mit eigenem..ßavital mit Leichtigkeit in anderen Ländern Unterkommen. Lo hätten -I-'wo holländische Arbeiter in Sh Betrieben, die von Auswanderern gegründet wurden-,-Arbeit geinndcn.. und ans nichtamtlichen Ltatißiken gehe hervor, daß in England 0000 bis 7000 Arbeiter in Betrieben beicita'ligt sind, die von Auswau- - derer» ans Deulichland gegründet wurden. Der Vorsitzende Lord Rinheriord erklärte, er glaube, daß das. Ansivandererprobleni zn nntsängreich und veriotclelt sei. als daß man ihm nur durch private Bemühungen beikominen konnte. Es seheine ihm notwendig, daß der L-ölkerhund als - .Revraientan! - des Vbejo'chheilsgewit'ens _ austrete: und dieies verlange, daß der Völkerbund'nicht mir ferne Lninpailne zeige, sondern aueh Maßnahme» treüe, um neue.Heiniiialieu iür die Ausgewanderten zu erschließen. - Man loürde sich selbß täuschen. ivenn inan glaubte, daß es-sich hier um ein nur zeinoeiliges Problem Iiändele. Es sei zu hotten, daß vom Völkerbund eine Organisation nur iveUgeltenden-Ee'ngnißen und große» Rütteln treidviMen iverde. die Hilst und Rat in dieser -dringlichen Frage erteilen -soll. Frühjahrstagnng zusammen. Die Kommission wird n. a. den Jahresbericht für 1985 bet Mandatarmacht in Palästina prüfen. Dieser Bericht — ein Biv.h non etioa- 300 Druckseiten — war schon vor den lebten Ereignissen in Palästina gedruckt und beschäftigt sich nnr mit' den Ereignissen im Berichtsjahr 1935. Er wird in den ersten Tagen des kommenden Monats in London veröffentlicht werden. Die, wie immer, streng geheimen Beratungen der Kommission werden vom 27. Mai bis etwa 15. Juni dauern. Die Paläsiina-Tebatte wird . wahrscheinlich Anfang Juni beginnen und zwei bis drei Tage dauern. Die Jc-wish Agency for Pal ist ine hat, wie alljährlich. der Mandatskommission durch Vermittlung der Mandatarmacht ein Memorandum über die Entwicklung des Itüdischen Rationalheims im Jahre 19-'i5 zukommen lassen. Diesem Memorandum liegt ein längeres Begleitschreiben des Präsidenten der Jowish Aypncy bei. welches zn'anunen mit dem Memorandum anläßlich der Eröffnung, der Tagung der Rtandatskommission zur Berösfcntlichnng gelangen wird. Neill Malcolm bei Benesch Auf seiner Rundreise, die der Dölkerbundskommissar für Answandererfürsorge zur Vorbereitung der am 2. Inli in E>enf stattfindenden zwischenstaatlichen Regiernngskonferenz zurzeit unternimmt. wurde Sir Reill Maleölm in Prag am 21. Mai'vom Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik?r. Bene s ch und dem Aiißenminißer Dr. K r o sta empfangen. Am-Tag zuvor hatte er eine Delegaiivh des „Eoinitö Rational", in dem die Answandererorganiiationen der l^schechosloivakei vereinigt sind, empfangen. Er teilte bei dieser Gelegenheit' it. a. mit, daß bisher 15 Staaten ihre Teilnahme an der Inli-Konferenz zugesagt hätten. Lesterroich habe eine Absage erteilt,- Amerika die Entsendung eines Beobachters angekündigt. Malcolm begibt sich von Prag nach Warschau, anschließend nach Skandinavien, Holland und Belgien. Stärkste Beunruhigung Tie Nachrichten, die Montag und Dienst a g aus Palästina gekommen sind, lauten sehr beunruhigend. Der Widerstand der Araber hat die Form eines allgemeinen Ansßandes angenommen, der in kriegerischen Formen ansgetragen wird. In der südpalästinenfifchen Häfenstadt Gaza entlud sich die englaudfeindliche Stimmung mit solcher Gewalt. daß die britische Kolonie'unter dem Schutz von Polizei nnd Militär ihre Wohnungen räumte und in Poli.zerunterkünften kaserniert wurde. Am Fuße des Berges Tabor in Untergaliläa kam es Riontag abend zu einem Feuergefecht, zwischen britisclier Polizei und Arabern. Tie Höhe der Verluste ans beiden Seiten steht noch nicht fest. In Tel - A v i v hielt der Britische Hohe Kommissar, Lord W a u ch o p e, anläßlich des Empire Day, des englischen Rationalfeiertages, auf der Levante-R>esse, deren Bauten znm Teil vor wenigen Tagen erst durch ein von Arabern angelegtes Feuer zerstört wurden,.eine große politische Rede. - Lord Wauchope bedauerte tief den Zwang, der den lvhalen Bürgern des Landes austzrlegt werde.' die feit vier Wochen politischen Provokationen ausgesetzt seien. Er schloß mit den Worten: „Kein Streik und keine Gewalttat werden die Regierung veranlassen, auch nur ein Iota von den. ihr durch das Volket-biindstni-ntdctt onterlenfnn mfr'b- ..ir.-.muM nt >7 - all Tps.ccste gestieg-" »cht - den. -1 r-rn'nt4i^»Pägen mit ' c'Bgl. unsere ousführlichen Berichte in der PolästittaKImschcni.) Julius Blau Zeichnung von Arthx Tie Ständige Moduls bnndes Irin, am- 27.^R>ai zu ihrer ordentlichen Justizrat Dr. Julius Blau Zum 75. Geburtstag Am 51. Rlai vollendet Instizrat Tr. .Inlins Blau, der Vorsitzende der Israelit,scheu Gemeinde Frankfurt a. M.. sein 75. Lebensjahr. Dieses Tages zu gedenken, hat nicht-bloß die von ilnn geführte Gemeinde, sondern die ganze Indenheit Tentschlands, ja der Welt, alle Veranlassung. Wie so viele unserer tührenden Männer im Lsten des Reiches, in der ehemaligen posenschen Kreisstadt Pleschen als- Sohn eines Hauses geboren, das seinen Rütgliedern deutsche und jüdische Bildung in vollem Nmiang mit »uL den Lebensweg gab. kam der Jubilar als junger ßieierendar nach Franlßirt a. Rt. find ließ sich , hier nach beendigter juristischer Vorbildung auch als Anwalt nieder. In die Verwaltungskbrverichaiten der Frankfurter jüdischen Gemeinde pflegte man damals im allgemeinen mir Riänner in höherem Lebensalter zu berufen. Tie Begabung Blaus für die. Aufgaben, denen fortan seine. Lebensarbeit galt, für den noch nicht-Treiunddreißigjährigen am 1. Januar 1S04 in den Ausschuß der Israelitischen Gemeinde. Ihm gehörte er an. bis er 1900 in den Vorstand der Gemeinde berufen wurde,. dessen Vorsitzender er seit 1904 mit Ausnahme eines durch die damalige Genf eindeverfasinng vvrgeschriebenen Karenzjähres bis heute geblieben ist. Tie Geschichte der Gemeinde Frankfurt nnd des Iudeiitilms in Tcutßchland iß seitdem im wesentlichen die Lebensgefchichte Inlins Blaus. Groß iß die Zahl der Werke, die imter seinem Einfluß oder unter seiner.hervorrage.nden.Mitivirknng in Frankfurt selbst geschaffen wurden: War bis daliiif Falmenflncht weiter Kreiie. gänzliche Gleichgültigkeit dem rcligiöien Erbgut und dem Religionsunterricht gegenüber an der Tagesordnung, so gelang es unter Blaus Führung und mit Unterstützung'begeisterter Mitarbeiter, von denen hier nur der damalige Direktor de? Philantßropiu. Geheimrat Tr. Salo Adler, genannt'wer en soll, bald von Grund aus Wandel zu schallen: der Religionsunterricht an den höheren Schulen, der bi? dahin nur von einem manchmal verschwindend kleinen Teil der jüdischen Schüler besucht wurdet wurde an den meisten Schulen von' allen, an den übrigen von faß allen jüdischen Schülern besucht. .Tie sßösnlls'enche hörte so gut wie vollständig aus. In der unter Blaus Aegide neuerrichteten West-.' end-Shfiagogellanden zahllose Gemeindemitglieder, die bis dahin dem Gottesdienst sernznbleiben pflegten. Erbannng, so daß die Räume, namentlich an hohen Festtagen, schon seit vielen Jahren sich als kafim ausreichend eriviesen haben. Andere Marksteine in Blaus Wirken sind die Erstellung des neuen Schulgebäudes für. das Philanthropin, das Schnlwerk der Gemeinde nnd der Neubau des Krankenhauses mit seinen modernen Einrichtungen. Ter Umfang der Verwaltungsarbeit der Gemeinde ist unter' Führung von Iustizrat Blau gewaltig gestiegen. Konnte noch bis znm Kriegsende die alte Gemeindeßube in der Hochstraße den äußeren Rahmen für sie abgeben, so reicht honte nach. der. llebersiedlv.ng in das Rothschild-Haus in der Fahrgasse selbst dieses trotz Erfveiterungsnmbans längst nicht mehr hin. lieber jeglicher Arbeit aber schwebt der Geist des Vorsitzenden. Julius.Blau ist gewiß^ein Mann von ausgesprochenem Charakter. Seine religiös-liberale Auffassung, die auf tiefer Ueberzeugung sich gründet', wird von ihm nie verleugnet. Und doch hat Julius Blau gerade bei Männern von ausgeprägt religiös-konservativer Ueberzeugung. wie Marciis Horvvitz s. A. find Rehemia Nobel s. A. vollste Unterstützung seiner Arbeit für die Ge-- inebnde gefunden,-nicht zuletzt dank seiner rein ineuschlichen Eigenichasten. die es ihm ermöglichen, auch bei Schwierigkeiten sachlicher oder persönlicher Art ansgleichend zn wirken. Aber iveit über die Führung der Gemeinde hinaus erstreckt sich seine Tätigkeit für die jüdische Gemeinschaft. - Tie Frankfurt Loye und' die Gesamtheit der Bne Brith-Loge» m Deutschland . verdanken seiner Arbeit nnd nicht zuletzt seiner , rednerischen Provaganda. unendlich, viel. Tie Gründung des osteuropäischen Hilfskomitees anläßlich der Iüdenversolgungen im alten Rußland und in Rumänien geht ans seine maßgebliche Mitivirknng zurück: der Hilfsverein der Juden in Teutschlaud, der Deutsch-Israelitische Gemeindebund erfreuten sich seiner tatkräftigen Mitarbeit.' und die Gründung des Verbandes der deutschen Juden, der die Arbeit des Central-Bereins aus bestimmten Gebiet ergänzte, fand unter hervorragender Beteiligung von Julius Blau statt. Im Rat des Preußfschen Landesverbandes jüdischer Gemeinden,, dem er von Anbeginn angehörte, wie in der Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Landesverbände in Deutschland wirkte er vermöge seiner überragenden Persönlichkeit wie seiner praktischen. Erfahrung in einflußreichster Weise.. und schließlich verdankt die Konferenzgemeinschaft der Großgemeinden, die gerade in uifseren Tagen zu besonderer Bedeutung für die Anfrechterhaltung des Judentums und seiner Bekenner im Reich gelangt sind, seiner Anregung ihre Gründung. Aber darüber hinaus erstreckt sich seit vielen Jahren die verdienstvolle Tätigkeit des Jubilars für die leidenden Juden in aller Welt. So wirkt er seit 1903 als Rütglied des Verwaltungsrates der- Jewish Colonizaljon Association, wie in den verwandten Hilfsorganisationen, so der kies, zum Heil der bedrängten Juden, getragen von dem Vertrauen, das ihm überall eütgegengebracht --wird"und ihn weit hinanshebt über den Kreis seiner engeren Gesinnungsgenossen. Seit Gründung der Jewisd AZeney gehört er ihr an, von jeher überzeugt, daß der Aufbau Palästinas die Unterstützung aller, auch dev nichtzionistischen Juden verdiene. Noch in den letzten Monaten hat den Hochbetagten ein Auftrag der I6A zu einer mehrmonatlichen Erkundungsreise in das Heilige Land geführt, von der er gerade jetzt-zurückgekehrt ist. ... Gewiß hat dem nunmehr 75jährigen nicht immer die Sonne des Lebens geschienen. Der Tod ei.ieiw cegabten Sohnes, der im Weltkrieg vor fr;,-. Fcw > u siel, hat ihn schwer getroffen, aber in h -;rr c,:' ' hten Haltung ebensowenig.erschüttert ny;- gvere Schicksal, das über 'die. Gesamtueit Oer Inden in Deutschland in den letzten Jahren hereiugebrochen ist. So geht Julius Blau, der dem Central - V e r e i n seit seinem Bestehen als eifriges Mitglied angehvrt und nns oft mit seinem Rat zur Seite stand, verehrt und hochgeschätzt von allen Rütgliedern seiner dankbaren Frankfurter Gemeinde im.d' von allen Richtungen unter den Juden Deutschlands und der ganzen Welt, ins vierte Vierteljahrhnndert seines Lebens,, begleitet von den Wünschen aller, denen das Wohl der-Illdenheit und der elvige Bestand des Judentums am Herzen liegt, ein Stolz derer, die ihn. noch in diesen Tagen ansrecht und mannhaft seine abgeklärte nnd auf gründliche Sachkenntnis ausgebaute lleherzeugnng in den Streitfragen des Tages vorzutrage'n Gelegenheit hatten. Rtöge ihm lt.nb uns allen seine Rüstigkeit und seine Tatkraft . noch lange erhalten bleiben. —er. Das Bröltal-Haus Am 24. Mai wurde das jüdische Jugendheim B r ö l t a l - H a u s . bei K ö l n eröffnet, das vom Reichsausschuß der jüdischen Iugendverbände übernommen und eingerichtet worden ist. Das Jugendheim ist von den zuständigen Behörden als llebernachtnngsheim für die jüdischen Iugendverbände-genehmigt und wird den jüdisck>en Iugendlickfen Westdeutschlands als Stätte, der Erholung und der Schulung dienen. Die Uebernahme des Jugendheims wurdedem Reichsausschuß der jüdischen Iugendverbände durch eine großzügige Zuwendung des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden ermöglicht. Daneben haben einige Gemeinden des Rh'einlandes, vor allem die - Gemeinde Köln, zur Turchführung deF Projektes geholfen. Tie Eröffnung des Jugendheims fand durch eine schlichte Feierstunde statt, an der Vertreter der westdeutschen Gemeinden und der beteiligten Iugendverbände teilnahmen. Ter Vor-. sitzende des -Reichsausschusses, Tr. Friedrich Brodnitz, Berlin, .dankte all den Körperschaften und Persönlichkeiten, die durch ihre tätige Hilfe und Mitwirkung dazu beigetragen haben, der jüdischen Jugend eine Heimstätte zu schaffen und übergab das Heim dem Landesausschuß der jüdischen Iugendverbände Rheinland-Westfalen zur Betreuung. Der stellvertretende Vorsitzende der Kölner Jüdischen Gemeinde, Dr. Jonas', brachte die besondere Verbundenheit der Kölner Gemeinde mit dem neuen Jugendheim zum Ausdruck. Im Anschluß an die Eröffnung fand eine Besichtigung ' des in landschaftlich reizvollster Umgebung gelegenen Hauses statt. JASTIK 116“ MOSSUL 120 HERIS cjo70 180 Tfc; SCHIRAS fe79.- SCHIRWAN 181 HAHEDAN!s 98, t&bius;• 3(8. htömmfmkht VerkaufnurBeriint7 iSpandauer Stra$e32

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.