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Central-Verein-Zeitung · 1936-05-22 · 21 (22.5.1936) · page 12

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
21 (22.5.1936)
Date
1936-05-22
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Derenglisch-arab Noch immer isl in iun kein«' Beruhigung cmgdroten. Ja. dirgefürchtete'. Proklamation dos arabischen Stewerstroiks. dop programmgemäss am l'>. ..Mai 60 in Oll Anfang i...„l», Mit sogar die Lage nicht -unwesentlich verschärft. Wieder muss dir Worheudironik von .dom traurigen Kampf., der■ Ara-hop gegen Wälder lind Krnlon .berichten, -wieder häufle» «ich die Gewalttaten neuen Menschen und ilir Ei»"»- tum, wieder sind .-.jüdische Opfer'.zu. beklag''i).". .Mittwoch ..Der -13.. Mai brarfib' im ganzen Lawie eine . bddfpliiiidu- AiispanVuiJie. der Uljv.r ln der .leni-' - salemer All-ladl ward«* der 4ä,äi,r!ge li-iil.eii Kläplioltz von Arabern überfallen» lind gelotet. In den späten Abendstunden frei der ■ Iwjübnge AI bar Kolion arabischen- Revnlversc.hüssen zum Opfer. Beim Damaskus-Tor in Jerusalem wurde ein arabisches Auto von- Streikposten in Brand gesteckt. ln Jadsdmr wurden. 40 Dunam Weizen riiedergehrannt. In Chedera wurden mehrere Dunam Getreide durch Koner vernichtet. In Sh'hrnn Jako!, Tilden zehn Tonnen (1 erste einer, Brandstiftung zum Opfer. Kin in jüdischen Diensten stehender arabischer Wächter wurde bei Mo/a ersehoxen, weil er sich - weigerte., sich den Streikenden .anzusehliessen. tu Jerusalem wurde »in Araber,' der in einem jüdische» Luden Schuhe gekauft halte. (Inreh Messerstiche schwer verletzt. Der Polizei.lienst wurde durch Militärpatrouillen \ ^n '.lai'l'a veranstaltete,> 0000 Araber' eine lärmende Stra/sen.kundgdHiiiü. . Von., den Denionslrauten wurden Bul'e wie ..'Intel die Ju-■ <len" aiisi>cstnssen. Es dauerte eine und eine. halbe Stunde, bis es geieug,'die Menge zu zerstreuen. Kin Bombenaiwlilmj wurde auch gegen die Wirkwarenfabrik „Gercv" in einer Jai'laer Vorst:.dt verübt. ln Haifa wurde die Wohnung des jüdischen Vizebii re er meiste rs Shahbelay Levy in Brand gesteckt es gelang .jedoch, das Feuer recht-, zeitig zu loschen. Donnerstag Auch ain I) o n n e i s t a g. dein 1 f. Mai. hielt die angespannte Lage im ganzen. Lande an. tu Jerusalem entstand unter der jüdischen Bevölkern', ca der Jaffa-Strasse eine Panik, als Araber das Begräbnis eines am Morgen beim Jaffa-Tor durch einen englischen Polizisten erschossenen Streikpostens in eine antijüdische .Kundgebung' umwainldn wollten. Die Teilnehmer am I rauerzug versuchten in die Jalfa-Strasse ein/.ud ringen. Die jüdischen Läden wurden in-grosser Eile geschlossen. Ks gelang jedoch, die Menge zu zer-, streuen, bevor sie ihr Vorhaben verwirklichen konnte. Den jüdischen Arbeitern, die au der Peripherie von Jerusalem beschäftigt sind, wurde der Kat erteilt, die Arbeit einzustellen. Alle jüdischen Geschäfte zwischen dem llauplpnstaml und dem Jafl'a-Tor waren-geschlossen,. Auf Wunsch der Behörden, die eine Evakuierung der Allsladt. für.1 lalsam. hielten,■ verlicssen viele Juden das bedrohte- Viertel. ln llail'a und Akko hielt dn.Oros-anntl! von ' Jerusalem Hetzreden gegen die Juden, in denen er diese beschuldigte. Araber ermordet zu haben. Grosser ■ Brandschaden' entstand ineinem Gelfölz bei ■ Misch mar. Ilnemek. Die WaMhestände Wurden fast vollkommen durch das Feuer vernichtet. Diese katastrophale Situation vernnlasde den. Waad Leumi,.die Agiidal Jisrael und den Verband der .Iiidisclien' Laiuiw i rte. gemeinsam eine A b n r il n n n.g z u m llig h V o m m i ss i o n e r Sir Arllmr Waiiclmpe zu entsenden, um Gewährleistung der öll'eiitüchen Siche, ileit im Lande und der ungestörten weiteren Einwanderung von Juden zu verlangen. Auf die sehr energischen Vorstellungen der jüdischen Vertreter, die die Unzufriedenheit der jüdischen Bevölkerung über den unzureichenden Schutz seitens der englischen Regierung deutlich zum Ausdruck brachten, erwiderte der High Commissioner. dass die jüngsten Freigm.-se in Jerusalem von (hm Juden nicht als ein Anzeichen dafür gnominell werden düriteu. (lass 'die Behörden uirlit imstande seien, die Ordnung zu wahren. Diese .werde vielmehr endgültig wieder herge-lellt. werden, wem, er' auch muh nicht sageii keime, zu welchem /.eilpunkl di"s geschehen werde. Die Politik der Regierung' werde .hoch keinerlei Vorkommnisse geändert werden, (legen die. Unruhestifter werde man mit kelh kliven Straf- Freitag Dem Freitag wurde in ganz Palästina mit -grosser Besorgnis entgegengesohon. da für ihm der gefürchtete arabische ■■Steii.'rslreik proklamier! war. ' Obgleich, wie von zuverlässiger Seile berichtet wurde, der d'tigh Gommisdom-r den .Arabern weite.di.m.ie Zuee-iärduisse für den Fall' dos .Streikabbruchs zu machen bereit war. blieben die Araber weiter hartnäckig und bestanden auf unbedingter v-olMiimliger Einstellung der indischen Kiewauderung. Wie gefluchtet. luiirte tatsächlich die arabische Kampagne zu Ausschreitungen u> den. arabische.,, Städten, die besonders in Jal'l'a eriisien Oharak- 1er annahmeiv. Dort veran-Iaileten die Aral,er nach dem Verlassen der Moscheen eine Kundgebung. an der 10 t*00 Personen bdlnalnmm. Eine Bombe wurde gegen die Poli/eistntion ge-chlendorf. ein jüdischer Polizist namens ArUin brachte die X.m •i-.dimc rechtzeitig _ /um Fr- Hzei. die lieh g.-nötig! sah. das Feuer V.u <-i>'!'!'- neu. Hierbei .'wurd-u zwei Ataber crschesMU, und 2:> verwimdel. vom' mn iji'icn schwer.- Eine'arabische Kumiediii'.'.g-in S.-fed wurde aufgelöst, als die Teilnehmer ".versuchten, in das jüdische Vierte! e'ii/udi Kundgebungen fanden auch in 1 .lehren. - N.iMu.-. Akk., und Tuikarem statt. Bei ’ Ziisammeuslösse'u' mit der ische Gegensatz Polizei in Akko sollen 11 Araber ,verwmidet worden sein, in Tulkarem wurden': von den J)enioii-|j;inten sechs Bomben gegen die Pölizeislat'ion-( geschleudert, es wurde jedoch kein ' Schaden angerichtet. Zwei Bomben -waren von Schülern der Kadoorie Ackerbäusrhule geworfen; worden. In Jerusalem ist der T.ng ohne bedeutendere Zwischenfälle verlaufen. Starke militärische Kräfte -patrouillierten durch .die Alt-,, sladl und verhindert"» den Ausbruch' von Unruhen.- 900 Juden wurde» am Morgen aus der Altstadt evakuiert. - ' - Angi's-icht« der) arabischen ' tiehprsaiiisver- , W eigerung, dm am freitag im ganzen Lande ejivsetzte. haben die Behörden alle durch die Lage ■■gebotenen Schrille unternommen. Jaffa .gleicht: (Miiem .Heerlager: die Strassen waren voll, von Soldaten und Polizisten in voller .-Kriegs. aiiMiishing. Die strategischen Punkte der Stadt sind durch Drahtverhaue. Tanks und Maschinengewehregesichert. ln Jerusalem lind in den Kolonien waren die militärischen ‘ Vorkehrungen weniger auffällig. Immerhin wurden die jüdischen Kolonien zwischen Haifa und. Siehron Jacob von zwölf Tanks befahren. In der Nacht sind in dem. Distrikt englische Streitkräfte aus Aegypten.'zur ’ Verstärkung' der Ordnungstruppen eingetroffen. ‘.MOP englische Soldaten in Transjordanien wnr- (len in Alarmbereitschaft versetzt, um erforderlichenfalls nach Palästina geschickt zu werden. Die Allenhy-Briirko an der palüstinensisch-lransl'ordanischen Grenze wurde von Panzerwagen bewacht. Teleplmndrähte zwischen Palästina und Transjordanien wurde» von aufrührerischen Arabern durchschnitten.. Es wurden auch Spreng--■ Stoffanschläge gegen Jordahbrürke» versucht. Die Verbindungen wurden jedoch bald wieder hergestellt. - In einer Reihe palästinensischer Bahnstationen wurden Züge von 'Arabern mit Steinen beworfen. Es wurden -Fensterscheiben zer- Inimmert und zwei Passagiere leicht verletzt. ln der- Kolonie Raa na na wurde Aron Davids»,, voii Arabern durch Schüsse verwundet. im Hafen von -Haifa setzten Araber - 1Ö 'Wagenladungen mit Uehersiedlimgsgul jüdischer Familien aus Deutschland in Brand. Die Wagen brannten vollständig nieder. Die Histadrut balle 'sich, erbölig gemacht eine Wache von 100 Mann für die Wagen zu stellen, die Behörden hallen' jedoch dieses Angebot abgelehnt. Sonnabend Am Sonnabend, dem 16. Mai,_kam es in den späten Abendstunden vor dem Kinotheater „Edison“ in dem im Zentrum der Neustadt von Jerusalem gelegenen jüdischen Stadtteil Sichren Mosche zu einem Ueberfall von Arabern auf jüdische Kinobesucher, der drei Todesopfer.forderte. Die Täter, die unerkannt entkommen konnten, gaben in die aus dem Kino strömende Menge Pistolenschüsse ab. Tödlich getroffen wurden drei aus Dolen eingewanderte Juden, Alexander Polonski, Isaak Cyalowski und Zwi Schahchowski. Verwundet wurden ausserdem Dr. Plosser und Israel Aschkenazy. Der Tag war bis zu dem Feueriiberfäll in Jerusalem und Jaffa ruhig verlaufen. Mit Stahlhelmen ausgerüstete Polizisten durchfuhren ununterbrochen auf Lastkraftwagen die Strassen. Die.'Strasse zwischen Jaffa und Tel Awiw War durch eine starke Polizeikette abgeriegelt. Die Bluttat am Abend versetzte die jüdische Bevölkerung in ungeheure Erregung. Der Waad Leumi berief sofort eine ausserordentliche Sitzühg ein, die die ganze Nacht dauerte. Es wurde die Lage im Lande besprochen und beschlossen. den Jischuw zu einer dreistündigen Arbeitseinstellung als Zeichen des Protestes und der Solidarität aufzufordern. - Sonntag Zu 'erschütternden Auftritten kam es am S o u n t a g morgen anlässlich der Beisetzung der Opfer vom Sonnabend. Vor dem lladassakrankenhaus. in das die Toten, und Verwundeten gebracht worden waren, hatten sieb viele Tausende Leidtragende versammelt. Der Vorsitzende des Waad Leumi. Jizchak Ben Zwi, hielt eine Ansprache. in der er erklärte, die Regierung trage die Verantwortung für das Vergossene Blut. Vertreter aller politischen Gruppen im Jischuw ehrten die Toten am offenen 'Grabe. In allen Reden wurde mir Entschiedenheit zum Ausdruck gebracht. dass die jetzt zu Grabe getragenen Opfer die letzten sein müssten, die der Jischuw in diesen Unruhen bringt. Die Juden würden es nichtweiter dulden, wehrlos I,i„gemordet zu werden. Scharfe Angriffe wurden auch gegen den High Commissionor gerichtet, der sein Versprechen.' unbedingte Sicherheit zu -gewährleisten., nicht (.'«'halten habe upd die Beseitigung des verhivrh,-rischen Terrors nicht durchgesetzt habe. Die .-■oimlügliche hebräische. Presse gab in scharfen Worten der Empörung und dem Zorn über die Verbrechen der arabischen Terroristen Ausdruck'.'- Der arabische Terror, erklärten die Blätter. Mosse nicht auf den' gebotenen Widerstaml-seileiis der Behörden.. Während die Polizei in der letzten Zeit fünf jüdische junge Leute unter der Beschuldigung unerlaubten. Waffenl>e-i-tze- \.-rliaftet habe, gemessen die arabischen lerroristeu volle Freiheit und dringen sogar in die i:em in iiM-iien Viertel von .Jerusalem ein. Aul Anordnung des Dislriktskommissars t'amplieii wurde der Ausnahmezustand, der "bisher nur uir die gemischten arabisch-jüdischen Teile von Jerusalem galt, am 17; Mai auf. ganz .Jerusalem aii>gedeim>. High Commissioner Sir Arthur Wauehope berief am 17. Mai den Ex rcii.ti vrat und den Beirat der I’aläs 1 i u a.r >- g i e r u n g zu. einer, ausserordentlichen drinü.-udeii Sitzung ein. an der die Leiter aller Regii imgsdeparteinents teilnahmen. Es . sollen einschneidende Massnahmen für die nächste Zeit beschlossen worden sein. Trotz der Warnung der Regierung beschloss am Sonntag das arabische Nationale Komitee, den Streik und die Aktion des ..bürgerlichen Ungehorsams" l'ortzusetzeii. . In Jaffa wurde von arabischen.Kolonisten eine Bombe gegen das Gefängnis geworfen. Durch die Explosion wurde das Tor und einige Fenster beschädigt. Weizenfelder-der jüdischen Ackerbausc-hule in Mi.kwe Israel wurden Sonnabend abend iir Brand gesteckt. Mit grosser Anstrengung gelang es. das Feuer zu lokalisieren. Bei einer polizeilichen. Razzia wurden Mehrere be- ■ xvaffnete--Araber verhaftet. Montag Vom M o n ta g wird aus Jerusalem gemeldet, dass infolge der. Ausdehnung des Ausnahmezustandes die Stadt das Aussehen eines belagerten ■ Gebietes angenommen hat. Die "Strassen sind abends in tiefe Dunkelheit getaucht. Zivil-, - personen sind nicht, zu sehen, mit. Ausnahme weniger Journalisten, denen besondere Erlaubnisscheine ausgestellt s wurden; ’ Die . Bevölkerung bleibt hinter ■ verschlossenen Toren in den" Häusern; Von Zeit zu Zeit hört 'man in verschiedenen Teilen der Stadt Schüsse, wasjedesmal zu den verschiedensten Kombinationen Anlass gibt. Die Polizeireviere sind durch Drahtverhaue gegen plötzliche Ueberfälle geschützt. Truppen in Kriegsausrüstung mit Stahlhelm patrouillieren durch die Stadt. Der Higli Commissioner hat demonstrative Truppenaufmärsche angeordnet, um die arabischen Terroristen einzuschüchtern. . Die Exekutive der Jewish Agency hat die ganze Nacht hindurch Beratungen über die Lage 'abgehalten. Das Oberste arabische Komitee hat die Aiifreehterhaltung des Streiks im ganzen Lande beschlossen. ' Die arabischen Terrorakte wurden während des Montags im ganzen Lande fortgesetzt. Angesichts der Unruhen wurden die angekündigten demonstrativen Truppenbewegungen, an denen auch Tanks und Panzerwagen beteiligt waren, in verschiedenen Teilen Nord- und Südpalästinas angpordnet und durchgeführt. Der Distriktskommissar für den Norddistrikt, Eduard Keith-Roach, hat die Beschlagnahme von .193 Häusern in arabischen Dörfern, deren Einwohner die Zahlung von Kollektivslrafen. verweigert haben, angeordnet. Militär bä racken in Beisan und Polizeistationen in Jaffa und Akko wurden mit Bomben beworfen, ln den Kolonien Raanana, Kerkur und Tel Mond ■wurden Bäume ausgerodet. .In verschiedenen jüdischen Kolonien , wurde das Vieh jüdischer Kolonisten gelötet. Mehrfach wurden jüdische Autobusse mit Steinen beworfen. Um 8 Uhr morgens Wurde in der Propheten-, strasse im jüdischen Viertel von Jerusalem der .österreichische Katholik Karl Rreiliiige-r, der irrtümlich für einen Juden gehalten worden war, von Arabern erschossen. Die Mörder sind entkommen. Ihre Spuren wurden von der Polizei unter Verwendung von Bluthunden verfolgt. Die Polizeipatrouille wurde von den Hunden zu dem beim Nablus-Tor gelegenen Haus eines Arabers namens Ismael Nashashibi geführt. Er wurde als der Tat verdächtig verhaftet. Am Montag nachmittag verursachte eine Gruppe von Arabern, die in einem Auto die Jerusalemer jüdische Vorstadt Rechawia passierte, neuerlich eine Panik unter der dortigen Bevölkerung! Die Araber gaben Schüsse auf einen Friseurladen in der Nahe des Verwaltungsgebäudes der Jewish Agency ab. Die Fensterscheiben des Ladens wurden zertrümmert; verletzt wurde niemand. Die Täter sind entkommen. 4m Nurshan-Gefängnis kam es zu einer Meuterei von 400 arabischen Gefangenen. Der Aufruhr wurde niedergeschlagen. Hierbei wurden ein Gefangener erschossen Und viele verwundet. Der Präsident ujid der Vizepräsident des arabischen Streikkomitees. Hassan Sidkz Dajany und Sulakh Abdou sind wegen Unterzeichnung eines Manifestes, in dem die arabische Bevölkerung zur S]euerverweigerung aufgefordert wird, zu je -ö Pfund Geldstrafe verurteilt worden. Die verurteilten •-arabischen Führer erlegten lächelnd sofort den geringen1 Stralbetrag. Englische Stimmen Von den auch in dieser Woche im englischen Unterhaus wiederum gepflogenen Verhandlungen über die Palästina-Unruhen sei die Anfrage des Abgeordneten Hardie erwähnt, der den Kolonialminister fragte, ob er auf die gefährliche Entwicklung arabischer Feindseligkeit in dem Gebiet von Sichren Jakob aufmerksam geworden sei; ob es ihm bewusst sei, dass es sich hier um Lebensgefahr handle, und ob er die Zusicherung geben könne, dass geeignete Schritte zum Schutz der Betroffenen unternommen werden würden. _ Kolonialmiuister I. II. Thomas .antwortete: Wie ich bereits erklärt habe, besteht die Möglichkeit weiterer Unruhen in Palästina: die Garnisonen wurden in den letzten Tagen verstärkt. Ich bin überzeugt, dass man darauf, vertrauen kann, dass der High Commissioner alle Massnahmen zum Schutze von Leben und Eigentum treffen wird. Auf eine Zwischenfrage des Abgeordneten Sl,inweil, ob dieser Kampf durch ausländische Agenten provoziert worden sei, erklärte der Minister, es würde sehr schwierig sein, festzustelien,.wer an der Erregung von Streitigkeiten und Unruhen aller Art schuld sei. .Es würde unklug sein, darüber Aussagen zu machen, solange ihm (dem Minister) nicht untrügliche Beweise für den vermuteten Ursprung zur Verfügung stünden. Er wolle aber dem Hause mit voller Deutlichkeit sagen, dass die Regierung entschlossen sei, Gesetz und Ordnung aufrecht zu erhalten, was immer oder wer immer an diesen Schwierigkeiten schuld sein Der Abgeordnete Shinwell fragte weiter, ob der Minister die Klärung der Schuldfrage bei diesen.Unruhen nicht für wichtig halte. Minister Thomas bejahte dies und fügte hinzu, wenn es immer möglich wäre, die Schuldigen festzustellen. so wäre dies viel besser, als sich auf Klatsch und böswillige Erklärungen zu stützen. Für die Unterhaussitzung vom 20. Mar hat der Abgeordnete Morgan eine Anfrage an den Kolonialminister angekündigt-, in der. der Minister gefragt wird, ob es ihm bekannt sei. dass der Mufti von Jerusalem, dessen Gehalt von dem palästinensischen Schatzamt bezahlt wird, ein Mitglied des arabischen GeneralstreikkomT* tees ist und bei der Organisierung der Fortsetzung und Ausbreitung des Streiks irr den Häfen, bei den Bahnen und im Staatsdienst im allgenfeinen aktiv tätig ist; was gedenke die Regierung in dieser Sache zu unternehmen? Eine zweite vom Abgeordneten Morgan , angekiindigte Anfrage-., bezieht sich auf die Gründe der Weigerung der PaULstinaregierung, den seit dem Beginn der Unruhen vor zwei Wochen gesperrten Hafen von Jaffa Wieder zu öffnen oder dafür das Ausladen von Lastwagen und Schiffen in Tel Awiw zu gestalten..* Der Sonderberichterstatter.,’der Londoner ,.T i m e s“ hpt einen ausserordentlich interessanten n»d umfassenden Artikel über die Lage in Palästina, v.eröifentlicht. Nach einem Ueber- - blick-, über die der jüdischen Einwanderung zu verdankende .ausserordentliche Entwicklung des Landes in den letzten vierzehn. Jahren, wobei auch 'der Rolle der jüdischen Einwanderer aus Deutschland und insbesondere der jüdischen Jugendsiedlungen mit Anerkennung gedacht wird, gelangt der Verfasser zu der Feststellung, dass die arabischen Politiker, die sogenannten Effendis, allmählich an Achtung bei den Engländern verlieren. Ihre Propaganda sei zum grossen Teil unglaublich lügenhaft; einigen scheine jegliche Würde zu fehlen. Keineswegs erhebend, wenn auch amüsant, sei es zu hören, wie ein Effendi, der einen Teil seines Bodens zu hohem Preise an die zionistische -.Boden-, kauforgaiiisation veräussert hat, ein Verbot weiteren Bodenkaufs durch Juden in Palästina fordert. Der wirkliche Grund der Feindseligkeit der kleinen Effendischicht, aus der die Politiker stammen, und der es infolge des Steigens der Bodenpreise, der Mieten und der Preise, für landwirtschaftliche Produkte sehr gut gehe, gegen den Zionismus sei Eifersucht. Zu der althergebrachten mohammedanischen Intoleranz gegenüber jedem nicht durch Gewalt gestützten nichtmohaiiimedanischen Anspruch auf soziale öder politische Gleichheit, komme die Beunruhigung über die von Juden und Engländern nach Palästina gebrachten neuen Ideen und Gewohnheiten hinzu. Es sei nutzlos, zu neun Zehntel von ihnen von den jüdischen Laboratorien und . Versuchsfarmen und von den Segnungen zu sprechen, die jüdische Naturwissenschaft und Medizin der Bevölkerung Palästinas gebracht haben. Sie würden antworten, dass dies ein für die palästinensische Bevölkerung entbehrlicher Luxus sei. Der Verfasser spricht sodann von dem Grundsatz der jüdischen Arbeit in. jüdischen Unternehmungen, der von den Zionisten angewendet wird, um zu verhüten, dass die- Juden wirtschaftlich eine blosse Oberschicht werden, der aber von dem arabischen . Arbeiter nicht unter diesem Gesichtspunkt gesehen werde. Zum Schluss wird der Meinung Ausdruck gegeben, dass es-möglich wäre, von der keineswegs homogenen Opposition manche Kräfte loszulösen, wenn die Regierung eine eventuelle Grenze der jüdischen Einwanderung festlegen lassen würde. Es würde nicht viel ausmachen, ob diese Grenze bei 7ö Prozent der arabischen Bevölkerung 4oder bei zaklcnmüssiger Gleichheit mit ihr liegen würde. Jetzt habe man das Gefühl, dass die Juden zwar zahlreich genug sind, um die Effendis und viele Fellachen zu beunruhigen, jedoyh bei weitem nicht .zahlreich genug, um wirklich sicher vor Pogromen zu sein, von denen ein Nationalheim frei sein sollte. Andererseits brauche die arabische Bauernschaft gewisse Sicherungen gegen Ueberflutung oder Herabdrückung zu einem wirtschaftlichen' Vasallentum infolge der wachsenden jüdischen Einwanderung. Inzwischen sollten die Ausschreitungen, Streiks und Drehungen mit bürgerlichem Ungehorsam, die Palästina in der letzten Zeit in Unruhe versetzten-der englischen Regierung gezeigt haben, dass es unmöglich ist. echte parlamentarische Einrichtungen in einem Lande einzuführen, in dem das Feuer der religiösen und nationalen Feindschaft so heftig brennt. Ebenso unnötig sei ein Scheinparlament in der Art, wie es von dem Colonial Office oder diesem vor-, geschlagen wird. - ■ 1:7500 .In dieser Grösse zeichnete ZviFriedlaender eine neue Karte von ..Tel-Aviv and Jaffa“, die im Verlag des Palestine und Egypt Lloyd (Jerusalem) in zwei Ausgaben (hebräisch und englisch) soeben erschienen ist. Der Plan ist äusserst klar im Dreifarbendruck hergestellt. Er bekommt seinen besonderen Wert durch ein Verzeichnis von etwa hundert öffentlichen Gebäuden und' Einrichtungen (Postämter, Konsulate. Synagogen. Omnibusbnieii. Krankenhäuser, Kinos, usw.). vor allem ab"r durch ein am rechten Rand der Karte eingedrucktes Straesenverzeichiiis mit etwa 3ö 9 Namen. Eine Karte also zum praktischen Gebrauch. Dem, der Karten zu lesen versteht, vermitteltder Plan ein lebendiges Bild vom Werden dieser so stürmischgewachsenen Doppelsladt, deren Einwohnerzahl heute auf über 200 000 geschätzt wird. Man möchte'Zirkel und Lineal nehmen, um in- , die Wirrnis der Strassen Bresche zu schlagen. Klarheit und Uebersiclit in diese krausen Linien zu bringen.. Aber . Tel-Aviv wächstabnormen Gesetze» folgend. Und wer heute etwa mit dieser Kai P* nach Palästina fährt, wird bei "seiner Ankunft vielleicht schon manche auf dem Plan noch imbenannte Strasse benenn*-»., manches weiTse Feld mit den Linien neuer Strae=«nfluchten bedecken können. Audi dafür hat -iier,«- Km*o Raum. Or. Während bisiier die von christlicher'Seite besonders in England und Amerika herausuegebenen Bildwerke über. Palästina die jüdische Aufbauarbeit im Lande vielt ach ignorierten, macht das „Year Book and Alinanadi of the Holy Land" von A. P. Anthony eine rühmliche Ausnahme;. Das 138 Seiten starke, grossformatige und prachtvoll äu-gestatte.te Werk enthält neben ungewöhnlich guten Bildern eine Geschichte Palästinas. Beschreibungen der heiligen Stätten und in mehreren Kapiteln auch1 Darstellungen des neuen jüdischen Lebens und der Arbeit im Lande.

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