Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 18 (30.4.1936)
- Date
- 1936-04-30
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1it-bcr_bic iivnntf An'änimlnng Von gilben nur bei» . (rrM’nlt briti'lit.- Tvrt Irbru imucl' jüdische yjiciifiijcn, mir ui Jcutnl)(nnb, Irin^inub, Frankreich. der Tschechoslowakei, Qesterreich. Italien und den Zaudern des Ballons (ohne Rumänien) zniaiiimen. in '.>ie>v-chvrk Wuhnen mehr Hilden als in"Vlfrifn »ut> Vliicn znsainilieii. in lii'ciD='J)orf leben funfinnl soviel gilben ai-3 gegenwärtig in Palästina insgesamt! Tic Bcrteililng der Inden über die eiiizelnea Stadtteile non 'Aew-Porl iel>r verscl>icdcn. liebet 45 Prozent non ihnen wohnen in Brooklyn'—. faft soiMinn —, etwa je een Viertel der- Hilden in Bl a ir li n 11 n n und B r e n r, die reib liehen 5 Prozent ziiiaininen, in Q n e e n •?' und 5R t rf) m o n b. Tie jndiselie iT.nute innerhalb der einzelnen Stadtteile ist sehr.•niuedii)u'bitdj. Tie -größte hlidisihe Tnhle ergibt sieh - sur B r.v n x , mo unter Ino-. (vjiiHuii)imn 45 linden wolinen. An zweiter Stelle folgt B r o v k l!> n : hier sind C5 Iuden initer 100 Eiiiwohnern.;■» Bl an (1 a t - t nn gehöre» über 25 Prozent der -Bewohner zur jüdischen' Glaiibensgeineiiiichast, die Quote ^verringert sich ineseiitlich in Q ii e e n . wo die jüdische Bevölkerung 0 Prozent darslellt. iix Ri ch m o n d sinkt sie weiter ans .1 Prozent ab. In Br o ii r. i st beinahe j e d e r z w e i t c Bewohner -.7iu.de,. im Stadtteil B r o o k l h n i st jeder dritte Bewohner I u de. in, Bl a n h a t t a n jeder v i e r t e. in Queens jeder zehnte und. in R i ch m o n d jeder z w a n z i g st e. Legion iit die -Zahl der oersiPiedena-rtigsten gcsellschastlichen. laiidsina»»scl,aitlicheii. geistigen, religwsen und soortlichen jüdisel>en Institutionen in!>lew-Pörk. ein jüdisclies Lebenszeiitruin non niigehenrer ,'sntenfitnt liat jahrtausendealter jüdischer lieber!ieserniig in der neue» Welt zum Avsehen berholseii. das die jüdische Kultur nach ihrem Anteil an dem geistigen Ausbau, der Menschheit 'fürsichbeaniprnlhcn zu dürien glaubt. Es sührt in diesem hjahinen zu'weit, ans die statistisctfen Cirößeiiordiinngeii eiiizugehen, die einen gnaiititative» Blaßnab für dageistige, fr.N tnrelle und sozial-jüdiset>e Vt'ben in Z'lew-Pvrl geben. (5s sei liier vielmehr auf einen hervviI ragenden Anijatz.hingewieie». den Tr. barl Landauer i» dcr Zciliclirist „Ter Blvrgen", Heft Vom Sehtember/L ltvl'er , über die jüdische Sitnatioii in den USA oeröfsentlicht hat. Tie zweitgrößte jüdische C^cmcinTdjaft der 3Dcrciniglcn Siaaten besindet sich in Chicago, wo nach dem iienesten Stande etwa Ü25 OUO Juden leben. Eliicagv ist die ziveitgrvßte Stadt der Pereinigten Staaten mit rund :'.,l Blilliviien Einwohnern, so das; die jüdische. Ciiiwohnerschast einen Anteil, von knapp .10 Prozent beansprucht. Tie drittgrößte Stadt in.'USA. iit P h i lad e l p H i a mit knapp --' Blilliviien Ci'.iwohnern. es hat eine jüdische Bolkszahl von gegenwärtig. rund 275 uoo Blenscheii, das sind sali! t Prozent. 7oi der Größenordiinng de.r jüdischen Blassen folgt an vierter Stelle B o st o n , , wo etwa 0nn«>0 suiden unter rund souonu Einwohnern leben, also etwa 11 Prozent der. Stadlbeoölkerung. ,sr»-o<»n ">\nben leben in E l c-v eland . sie stellen etwa Prozent der last l»)o oo>>-bnnivvljner dieser Stadt dar. Tie oiertgrösjte Stadt der Bereinigten Staaten. T e t r o'i l , mit last 1,0 Millionen Blenscheii. ist die'.Sladt mit der seel>stgrös!ten jüdischen chemeinscliail: sie niniaht 75 Ouo Köpie. Ter Prozentsatz der Juden liegt also liier bereits innerhalb einer Größenordnung, die auch für mittel- und westeuropäische Großstädte gilt: unter 5 Prozent. In Bä lti m o r e leben rund 70000 Juden unter rund 8OOO"» Ciuwohnern. vier , ist die Quote wieder erheblich höher, sie liegt nahe bei!) Prozent. In Los Angeles in Kalifornien, der snnitgrößteu Stadt der. Bereinigten Staate», .mit 1,25 Blillioueii Cinwohuern. habdu sich 7o UOO jüdische Menschen niedergelassen, das sind etwas über ö Prozent, in Neiva r k 07 OÜO, das sind! Prozent. In P i t t s b u r g h . einer Großstadt von knapp 7OO, OOO Beivohncrn. wohnen -V> noo Inden, also knapp R Prozent. Ci ne einzige Stadt, nämlich S t. L o n i s . hat noü) mehr als 7>o OOO jüdische Menschen, sie machen 0 Prozent der HÖO OOO Ciiiwohiier ans. Tamit sind die els größten jüdischen Gemeinschatten der Bereinigten Staaten iik chrer jüdischguantitatwen- Bedeutung ausgesnhrt: abgesehen von,'Bew-Pork leben in zwei von den genaniitell . Städten jiidiscl-e Blenscheiunassen.zwischen lUO.dOO nnb 500 000 .Uöpsen, in acht Städten bewegt sich die Größe der jiidischen l^cmetufdjaftcn zwischen 50 000 und 100 OUO Blenscheii. In folgenden 12 Städten der Bereinigten Staaten liegt die Zahl der jüdisclfen Ciiiwohiierschäst zwisetien 2Ol>no und 5s).OOO:- in San Iraneisco. . vartsord, Blilwaukee. Bew Häven, Avchester. Patersvii, Miiiiieapolis.''.siaiisas City. Bnsfalo. Prvv:- dence. Ciiicimiati und in Chelsea. Um die aiißerordtiitlMie städtische üviizeiitrativn der Inden in den USA noch mit einigen snminarischen Wahlen zu, belegen, sei ergänzend zu den vorhergehenden statistischen Ieststetlniigeii hinzugefügt. daß in weiteren 0-1 Städten — außer den bereits naiiientlicli oiifgeführten '20 — die Zahl der Juden zwiscifen je NOOO nnb 20 0(10 liegt und in weiteren 72 Städten zwischen je 2OOO und R'»") Iildeii leben. In weitcreii 105 Städten der Bereinigten Staaten sind kleinere jüdische Gemeinschaften beheimatet, inid zwar je 5<»O bis 2OOO jüdische Blensctfen, in weiteren OOO Städten wohnen je («io bis 500 Inden und schließlich in weiteren U>:'> kleineren Stndtgeineindeii weniger als je loo. Cs gibt also in fast ROO^Städte» des verschiedensten Größenaiisniaßes jüdische Geineinsci>aften., außerdem leben Inden in K5 ländliclioi' Gemeinden der USA. T i e Gesa in t z a h l der j ii d i sch e n H a >>,p t - gemeinden liegt d a m i t i n s g e s a m t bei über R7O, diesen jüdischen Haiiptgeineindenz sind über 8 80 0 kleinere jüdische G e - m e i n d e n'naFigeordnek. Cs liegt alw die Gesamtzahl der indischen Haupt- und Aebezigeinemden in USA von der Zahl luOOO nicht weit entfernt (genau 0712). . So niiwahrsclfeiiilich hoch auch die großsiädtisclie iroiizeiitration der,Juden ist. so uneingeschränkt iit trotzdem die geographische ^er'tremi.ng über die gewaltigen Laiidstreckeu der Bereinigten Staaten. Trotz des starken llebergewichts der jüdischen Blittel- und Großstadtbewvhner sind die Zahlen der jüdischen Blenscheii die in kleineren, Städien. m Törsern oder in nichteliigemeiiideten Iariiien leben, absolut betrachtet, recht beachtlich. So leben in amerikanischen Landstädtchen, deren Cinivohiierzahl zwischen je 5000 -nnb luuoo Uvpfen liegt, etwa iiisgesaiiit 42 OOX Juden, in .si leinslndten zwischen. 25OO inid 5O"O Cmwohnern leben insgesamt rund. .",2 ono,'Iliden, in Toriern und Landplätzen inner 25«>O Cinwuhliern haben 40 7>OO Judenihre Heimat gesunden und schließlich leben in nicht eiiigemeiiide-l.,, ten Territorien mehr als 00 UUO Juden: gemessen an der Gesamteiiiivvhiierzahl der nicht ciilgemcindeten Gebiete stellt die letztgeinmiitc Ziffer eine Quote von 1,8 Prozent Juden dar. Je nach dem Charakter, der durch die Gliederung Von Stadt nud Land jedem der Cinzelstaaten der USA gegeben wird, beftimmt sich im wesentlichen auch die jüdische Quote. Cs ivnrde bereits erivähnr, ^daf; die Gesamtzahl der 1!>2C27 in den USA festgestellten Inden mit rniid 4,:> Blitlionen Juden eine Quote von.'!,<> Prozent darsiellte. Betrachtet nian die einzelnen Bundesstaateii. so zeigt sich, daß dieser Turchschiiitt keineswegs ein ''typischer iit: denn in 2s der 4s Staaten beträgt sie über 5 Prozent. Entscheidend'für die jüdischen Bolksinasieii in der Stadl l>leiv-Pvrk und damit im Staate Bew-Pork, in dem allein 45 Prozent aller Juden der USA leben: geinessen an der Gesamtbevölkernng des Stankes Bew- Pork bezifsert sich die jüdische Gesaintbe-völke.rnng ans lO,7 Prozent, also jeder 0. Staatsbewvhiier ist Jude. Tiesein ansiervrdentlich hohen Prozentsatz für eine Staatseinheit steht als niedrigster ein jüdischer Bevölleruiigsaiiteil iunt.0,2 Prozent im Staate Idaho im Bordwesten des Landes gegenüber, ein nur wenig besiedeltes Gebiet, das von I-elsengebirgen durchzogen ist. Zwischen diesen beiden Polen - - l>!,l>7 Prozent und >>.2, Prozent bewegt .sich die Quote der jüdischen Bevölkerniig. in den einzelnen Bundesstaäten von USA. . ' l>r. E. R—i. Kulturelle Veranstaltungen in Berlin und im Reich Eine jüdische Tanzgruppe Tas Bemühen unreine jüdische Tanzkunst, um eine Tanzkunst also, ans jüdiseifen Wesenselementeii gebildet, ist nicht neu. " An dem Abend, de» die filiige Berliner Tn»zgrilpz>e Ilse Bordembe rge s beranstaltete. zeigte sich die Berbindimg wenn nichts mit jüdisckfer Tradition.-so doch mit jüdischem Schicksal und Lebensgesühl ziniächjt mir in den Ciiize-llei'lniigen: und dies iit wohl organisch nnb also natürlich, denn erst an gesielferte Cinzelleislungeii kann sich die Grnpf>e»arbeit anlristallisiereii. BOe etwa in Lotte G o l d m a ii ii s „Anllage" ilitle Crichütternng. die vom klagende» Blick her die Bewegung entiacht, sich durch einen gepeitschte» Trelftaisz I,in zur Berzweislniig freigert. niii dann leise zu verllingen nnd mit einem Hinstnrzen.aiis die Knie abznichließen, das ist nicht blos; eine.Talentprobe, sondern, ein ernsthaiter - Bersnch. erlebtes Scliiikial zu gesialteii. LOieweit in der Ioringebnng von jüdisch er Thematik, jüdisclfer Lnlieniühriiiig gesprochen werden könnte, diese schwierige Irage mag vorläfiiig bei Lotte Goldmaiin wie bei ihren .gaineradinneii »»entschieden bleibe». Qbnw!>! inan gerade die sanit singende Bkelodik, die aws Lotte A n e r b a ch •:« beiben Solotänzen spricht, aus, ilirein deniütig-ieierliUieii »,Get>et* >oie aiis ihrem gedäinpit schwiiitzeiiden ..Wiegenlied" als ielir orientaliichempfindet. Torotl,e»r n r.a u i e s ,,IemeniIiict)er Tanz" dagegen iit zwar zu äliji,disä«'r B.nsik komponiert, und das Hauptmotiv des BlitteUeils. iNu- Trehen erst der einen, dann der anderen Hand und die daraus abgeleitete Uörperdrelniilg l>at eine» sehr persönlichen lllang und wird i'n der immer stärkere» - Beschleniiignng länzeriich höchn irnchtbar gemactit: aber der sehr eindrncksvvhe Aniban des Tanzes iit ganz westlich vrienlierl: womit gegen diesen Tanz als Leiilnng — lunsllerisch vielleicht die liesle Leiiinng des Abends -- nichts gesagt sein soll. Täs Bene (in dic'ein .lalle: das Iiidische. al'o das Uraltei wird, als künstlerische 2l.trnospyäre. langsam sici, verdicliten iniiiin,. ein’ es kiiin'ileri'ä, wirksam werden, kann. So zeigt aneli 7,l'e Bor-, deinberges ..Bettlerin" znnää'st nur eine gute Bewegniigssehnlnng, dir in den vec'wiedeii'ien Gangarten Vorgelrage» wird. Tie Grnppcnlanze Yiellen sich igi Aalniien denen, was heule in den ver-, .sebiedelien Sliieii des Thealerlaiizes nblieh in. „nd zeigten g link liehe Anlatze zu . griippen-rnaßiger Tiiziplinieriing, 'Halnrln1>e Tanzluil nnd Svielfrende verhalsenliier zu .nispreäiender Belebung kon.ventioneller Iorwen, Unsicher waren die Tanzeriuneii d.igege» der 'Bach-Suitegegenüber geblieben, S-.ö glaubten, die drei Tänze durch den L'öecliiel dcr Hand- und Ariniiihrnng ninerichcidcn - zu loiineir-, gerade, darniii wirkten sie blaß. Hier >n-»ßle d:e gau re, Lebendigkeit des görver'chwiiiias io besiiminl w,e möglich und io eiii'ach wie inög-- Uch.(mit geri.igüer C.e'Nlulalion) eiii;p-sept kvikL- - den, um den G.-geir'a(k' der Alriithmeii lier.nis;»- artvitep und dam:! One SviegeN.ng im Tanz zu rechl'erligen. Am Iuiget begleitete.ninsichrig Crmr Icneiiel, Ter' Abend bleibt ein iinerevanter »-nd w'el'l'ger Bernim, deur (tunülaiiz neue .">wle znweii.m, ' A.H. Konzerte und Vorträge A'iin in Iveph S a: iimM der L-ingerwarnie. zu uns gelonrmen. In der dichlgeiulllen Ptnlharmoirie hater sich mit nonehalaiiten. fympathiieh eiinactfen Gesten für den stürmischen Beifall eines zngabewütigen Pribliknins bedankt. Tas Programm: deutsche Romantik, italiemseher >,«-! eunlt, und dann die Lieder, die dllrch den Aether und durch die Schallplatten „um die Welt" gingen und itim seine Hörer schon im Voraus gewannen. Tas alles singt Schmidt in einem eigenen Stil, Joseph Schmidt Fnt. Ahrnhatn. /i, / Inder immer .mit das Lnriieife deutet und auch bei inn-fe» dr.rmn!isei,en Svaiinniigen niriit ans einer UH'tebeu. an 'antten geiangliehen Linie fällt.. Irappaat in , die Leichtigkeit - die'es Slngens in alle» Lagen, Cui Beispiel für viele: Tas berühmte und vielgela'ierie ..hohe um» o'l nur mir Anilrei!- gii-ng geielnneltert, niid, heransgepresit, nimmt Schmidt mit' iiiiaiiiiallrger Seih'tversiändlichfeit. uiuenv.ri' der loAeren goloralur eines, -italieiii'elien Liedcliens. Tamil-und mit der wellmaiiinie» großZngig.ui Art des Borlrag», mit der besonders, im Zarten nnendlirh inodulationsiähige». wenn auch etwas verschleiert und belegt kliiigeiidm Slimme wurden alle die^ enkichädigt, die auch;m Omi griiaal den StimmP'an.z der unvergleiei'luli 'chönen -und schöneren Schallplatte» teilmeile vergeblich zu hören hositen Und die fernermennen. dasi manche', überkiiltivierte hluamea rmd Irerlieilen iin Liedteil kanin nrvtivien und angebracht ivareii. Als sehr schöne Gabe sei aber die ,.Liebestrank"-Arie genannt. Tie Säiwieriglen der an sich ganz leichten .'(lavierbegleni'.ngei, benand darin, der freien Tar'lel-liing des Saugers nachzugehen n'»d naehzugeben. Leo T a ii h ii: a il ii maehie das mit gewohntem Al er.mder Ui puls Inibeu-mir kaum ie in io groß.iiiig-er Soriii' geliört wie ini 'einem letzten Berl'uer 'nonzeri.. Ein Grandieigneiir im'Reielie der nun': ang da sein Repertoire, und auch schon öfter von ihm Gehörtes wird zu erneutem Erlebnis. Tiefes Wort kennzeichnet allein dje suggestive Wirkung, die an diesem Abeird von iiipnrs ausgi.ng. Tie herrliche Stimme im einzelnen nnd kritisch betrachten, ist überflüssig und hieße, einen einzigartig geschlosieneii Eindruck nachträglich analytisch zerpflücken. Erstännlich das alles bei der' äußersten Vornehmheit und Sparsamkeit des Aus-' drucks, namentlich bei Botksliedern. Ein verstohlener Blick. ein Lächeln, ein andeutendes Wippen des Körpers: Szene und Situation erstehen. Wie selten kann rin tausendköpsiges Pnbliküm bei einem Schubert-Lied zu eiyer so andächtigen Totenstille gezwungen werden! Bielleicht sein Bestes aber gab Kipnis nach dem ..osiiziellen" Programmteil mit der Zugabe der Btozartsct,en Registerarie: hier wurde auf alle Gesichter im Saale das gleich?verstehend-amüsierte Lächeln gezaubert. Am Flügel wieder der lluermüdtich »ud sorgsam folgende Leo T a u b m a n n. L. A. Gute Musik im Dienste einer guten Sache: das war der Eindruckvon.'einem Hauskonzert der Berliner Jüdischen K ü n st l e r h i l f e zugunsten ihres Tameilkoiniteesoiids. Das Streichorctfester der Künstlerhilse, von Dr. Hermann Schildberger sorgfältig geleitet, bestritt den Abend mit teilweise selten gebotenen, aber gern gehörten Werken von Meistern des 18. Jahrhunderts »nd fand eine a>lfiiie,rksame inid sehr dankbare ZuhörersÄfast. Gertrud W e r t h e i m s Ceml alospiel. das vor allem in zivei schönen Konzerten (Bach D-moII und Dittersdorf A-riur) zur Geltung kam. merkt mau ein besonders hohes Blaß künstlerisctfer Ren'e »nd Ueberlegenheit an. Ausdrucksvoll saug Helga H e r tz das Sopransolo einer Pergolese-Kantate. Im übrigen gab es Kamrnerorchesterwerke von .Bivaldi, Händel und Blozart. Ein erlesenes Programm. E. G. L. Ein vom Jüdischen Kult u r b u ii d Düsseldorf anläßlich des 5«>. Geburtstages Heinrich Schalits in der Synagoge veranstaltetes Festkonzert verdient als Höhepliiikt des Kviizertwiuters bezeichnet zu werden. Unter der künstlerischen Lei- , tnng von Erwin P a l t» hörte man des Kompoilisien 2!'. Psalm für gemischten Chor mit Qrgel und die Kantate „Die Lobpreisilfigen Israels" für Chor. Baritonpnd, Altivlv. Während der Chor bei dem erstenTdem- Gehör durch seine überstrengen Harinoniesvlgen nur schwer, eingchenden Werk nicht jeden Wunsch an Reinheit der Intonation .und Präzision der Einsätze zu erfüllen vermochte, brachte er die Kantate schon und abgerundet zum Vortrag. Der Auiiührnng liehen Dr, Joses El kan mit .feinem vollen, weiche» Bariton nnd Ruth K i f ch - A r n d t durch ihre - verinnerlicht herrliche Altstimme prächtige Unterstützung. Wahrhaft ergriffen aber wurden die Zuhörer voii^dcil ..Eliassidüctien Tänzen", einer Suite für Solo- . Violine imd'Klavier. die Erwin' P a l m , der rege und verdienstvolle Borkämpser Schalitschen Musiksibasfens, zur U r a si f f ü h r int g brachte. Bessere ^Interpreten als Ernst Drucker, der mit Virtuoser Technik und ehlem. spvnttiii an.die Seele rührenden Ton die schwierige Ausgabe meisterte, und Erwin Palm als kviigeiiialem Begleiter am Iliigel hätte sich der Komponist für den Geburtstag seines Werkes nicht wünschen köiineu. Ausgabe der jüdischen Kultiirvereinigungen sollte es lein, dieser arteigenen, gottsiichcrischen Musik die Wege . zu. ebnen, zumal Schalit zu den wenigen- -zeitgenössischen Sctiasseiiden gehvrlZ 'die sich die Wiederbelebung jüdischer Tonkiliist angelegen sein lassen. Ruth Kisch-Arndt sang noch Lieder von Schubert und hebräische Lieder, nnd Ernsl Trucker ersrente mit Stücken von Kreisler und Zarzyckr. beide Solisle>i„,beglcitete einfühlsam Erwin Palm. . Ter Qrgclpart der Chorwerke wurde von Irma Bendheim, Frankfurt a. M.. zuverlässig betreut. .1. ", Ter Münchener Knltnrbiliid hatte Edith H e r r n st a d t - Q e t t i.n ge» zum zweitenmal zu einem Rezitationsabciid gewonnen. . Tie Brranftaltiing wurde zu einer Weihestnnde stärksten Erlebens. Tas zahlreiche Publikiiin gab seiner' Bewnuderulig für die cindriicksslarke Leisning AnsdriiU. ' E—min. Ter H a in b n r g e r K u l t n r b n n d gastierte mit ..Bleiiie Schwester lind ich" von Berr und Bernenil im Breslauer . Kulturbund,-.--(über die Hamburger Aiissührniig berichtete die 'E.-B.- Zeitiing in!>!r. I-'.l vorn 20. Märzl. Tas Em'emble «Liselotte Evhn, Edith Herßlik, Carl Heinz I a s s <-, Fritz Bl r l cl, i u r . Kurt A ppel . Julius K o b 1 c r . "JJinr W ä ct> t e r> ist prächtig aiiseinaiider eingespielt, die Regie Tr. Hans B » r- - b a ii in s oortrefilich. Tie. Benatzlyichc Bliisik betrenten Kurt Behrens. Hamburg, und Heiikz H c i l bv r ii. .Breslau-, an zwei Klavieren, die entzückenden Bühnenbilder stammten wiederum von Alfred Bl »llcr, die aparten Kostüme von Käte Fried hei iu. Tas Gastspiel hatte große» Erfolg. - Schn. Von der Berliner Kulturbundoper Am Tirigcntenpiilt der Anisiihrnng von „Samson lind Talila" saß an einigen Abenden Ernü Enzald Gebert, dem unser Musikleben eine Reilie sorglich cinstndierter Einzelveranstaltungen zu danken hat. Auch in der großen Qper iit sein Streben nach makelloser Sauberkeit unverkennbar. Blit sicherer, gemessener Zeichengebung und iingewöhnlich diiziptiiiiert leitet er Lrchester Und Sänger, wobei er den 7i>>tk»jiv»en einer,bedentenden Künstlerin wie Susanne Locwenstein seinsiihlig zu folge» weiß, und gleichzeitig die orchestrale Begleitung mit, Bcrziclit aus Eisektwirkiliigen zu farbiger, Niitermäliiiig ausgestauet. Tie Bliinker selbst, die sich der stützenden.Qbhut von Akt z» Akt mehr bewußt wurden, und das Publikum rieien schließlich den Tirigenten wiederholt vor den Vorhang. Kai. Tas Wort des jungen Robert SchumaiNr das Beethovens Vierte Sinsonie die „griechiicl,- schlanke" iiäiinte Jim Gegensatz zur „römischen" Eroica). hatte vermutlich den Anlaß gegeben, einige Abende der „A>itigone"-Ail.ssühriing des B e r l i ii e r K n l t u r b u ii d e s mit ihr statt mit Bach und RvieiiiiiüIIer eiiiziileiteii. Ter Aiis'priicti bezieht sich ttui bi'c iii)öngeisrige Architektonik des Werks, während der ohne Vorlage dirigierende Werner Scelig-Baß mit leidenicliastlicher Bchemen.z bemüht ivar. auch, eine inhaltliche Bcrbindniig mit dem klassischen Tragiker durch energische Gegeiiiiberstellnng der-Kontraste iiud Hervorheben, der elemenlaren Kraftnatur Beethovens ansziizkigen, Tas abgeklärte Adagio, mit seiner Plastischen Liiiieiisührnisg und iiistrnmentaleii Fititpranarbeit berühmter Prüfstein für Tirigent niid Qrchester. mußte bei solcher Auslegfuig an Turchsichtigkeit einbüßen. dagegen erhielten d'ie Einsätze dilrch das Herausarbeiten der prägnanten Thematik ungestümen, mitreißenden Schwung und damit die ihnen gemäße TarsteUung. Kai. Das Sinfoniekonzert des Orchesters der Künstlerhilfe der Iüdisct-en Gemeinde Berlin in aus den 7. Mai. 20 Uhr 15 Blin.. verlegt. Schumann-Saal. Lützowstraße 70. Tirigeilt: Ern't Ewald Gebert: Solisten: Susanne Loewen-, stcin (Gesang); Werner Ly wen (Violine).