Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 18 (30.4.1936)
- Date
- 1936-04-30
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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.-xvu'rde -eine zweite. Synagoge rn Brand gesteckt. -Die Wusse rstntion von Tel Jossef 'wurde gleichfalls in Brand'gesetzt. Im Mansehijaviertel von Jaffa wurde eine jüdische Tischlerwerkstatt angeziindet: Die Behörden haben Vorkehrungen getroffen, um die Brandstiftungen zu vermindern. Polizei 'patrouilliert besonders nachts auf den ■ Feldern. In Migdal wurden zwei jüdische Arbeiter, die aus geschäftlichen Gründen ein arabisches Haus betreten wollten, angegriffen und verwundet., ln der Nahe, von Gliedern, in Kfar Jabez; wurden fünf Schüsse auf-jüdische Häuser abgegeben/ In TulUäreW wurden, als,. .wie bereits ge,meldet, dir» Polizei 'gegen eine - ara- . bische Kundgebung e i lisch reiten musste, vier .Araber . und - ein, britischer Polizeioffizier verwundet. 1 " - - In- Jerusalem ist am Sonntag weiterhin eine Entspannungder Bag»», eingetreten. Die Polizei und die m "der Stadl befindlichen militärischen Streitkriifto befinden sich alter nach wie vor im. Alarmzustand. Für den Besuch der Klage- ' mauer werden besondere Erlaubnisse für jeden einzelnen Fall ausgegeben. Auch am Montag wurden keinerlei Zusnmnionsfüssp oder ' .sollst] ge erwähnenswerte Vorfälle .gemeldet. Allerdings haben die Brandstiftungen noch nicht aufgehört. Aus dem Emek Jisreel werden weitere Fälle .gemeldet, in denen jüdische Siedlungen durch Feuer Schaden erlitten haben, ln der vergangenen Nacht wurde die Ernte auf zahlreichen Feldern in Tel Äddapohim.tn der Nälie von Nazareth' du reff Feuer vernichtet. . - " . Die. Lage in den Kolonien wird dadurch gekennzeichnet, dass Meldungen aus verschiedenen 'Feilen' des 'Lande?, voriiegeii. Araber seien'in die jüdischen'Siedlungen gekommen umf hätten ihr Bedauern über die Vorfälle, und die Hoffnung ziun Ausdruck gebracht, dass in Zukunft zwischen Arabern und Juden Frieden und Fretiml.-chaft herrschen werden. Die Lage in de,, Stadien hat sich Weiterhin beruhigt-. In'Tel-Aviv haben die Polizeibehörden de» aus den Vorstädten - der-. Stad.t ge- -fluchteteji. .luden 'mitgeteilt, da re sie wieder in . ihre WohiTirngen „zuruckkehren könnten. Ins- ’ hoomlere gilt dies, für die Juden des Horenti.n- VieileU; au-vsi rdem haben d;e auder Siedlung . 1 latikwa geflüchteten Judendie Aufforderung^ erlmlbm. wiedivr ■ in ihre Hauser .zurück--. zukoimijen. , , ,. _ Die Zahl der "jüdischen.Flüchtlinge in Tel- . Aviv, die ihre Wohnstätten in Jaffa, und Hingebung v>>iTa-sen - musste», beträgt etwa 0500. Ihre Versorgung ist von der Stadtverwaltung von Tel-Aviv organisiert .worden. Die Flüchtlinge erhallen täglich pro Kopf eine Unterstützung , von :iö Millim. Die R-gierung hat einen besonderen. Fonds für die' Unterstützung der Flüchtlinge in Höhe von 285 Pfund -täglich zur Verfügung gestellt. Auf Grund der gegenwärtigen Lage glaubt, man; dass eine grosse Anzahl von Flüchtlingen nochin dieser Woche in der Lage sein wird, wieder in ihre Wohnungen zurückzukehren. Delegationen Ke! Sir.Wauchope Arabische Agitation Während die tatsächlichen Zwischenfälle so eine immerhin anhaltende 'Tendenz zur Beruhigung aufWei.-eii, geht die Agitation im arahi- .Haben Lager mit unverminderter Heftigkeit weiter. Der G e u e r a 1 s t r e i k wird mit allen zu Gebote stellenden Mitlein so lückenlos wie . möglich durcligefiihrl. ln. fast allen Städten des. Larnh s ist die Mehrzahl der-arabischen Geschäfte , mit ' Ausnahme von Kaffeehäusern und Lehensmilteliäden geschlossen. Inwieweit über, die Durchführung des. Streiks im arabischen Lager selbst Billigkeit herrscht, ist nicht sicher. Wie es heisst, sollen arabische Arbeiter gefordert haben, dass der Streik auf einen gewisse» Zeit- . raum -beschränkt werde. Arabische .lugend-' fiihrer sollen sich dagegen für eine unbedingte' Förisel/ung des Streiks ausgesprochen' haben. Obgleich in Haifa im" allgemeinen, gestreikt wird, halten sich die Hafenarbeiter-längere Zeit nicht am Streik beteiligt. Ob sie allerdings den dringenden Aufforderungen' des arabischen Streikkomitees noch länger Widerstand leisten werden, sieht dahin. . In einer ■.Yersaniinlung. arabischer Parteiführer wurde der Beseht»re zur Non-cooper a l > o n m i t d e r R e g i «> r u n g gefasst. Die Araber, wollen sich nicht ober auf Verhandlungen mit dei; Regierung einlassen, ehe nicht die. ■jüdische Einwanderung .vollständig unterbunden worden ist und insbesondere’'auch den Handverkäufen au .lüden - Einhalt gebotenwird. Die arabische» Parteiführerbeschlossen weiterhin, eine arabisch»' National regieinng zu bilden und ein - AkfröiHkoinilee zu wählen, de,,, ]5 Mitglieder augeliüren sollen, Unter 'ihnen befinden sich auch der ■Grossinufli von Jerusalem und der Bürgermeister von Jerusalem'.'Khalidi. Trotz dieser radikalen Tonart der Arab'er- Während der ersten Tage der Unruhen empfing der High Cnmmissioner .Bir. Arthur Wauchope. wie schon kurz gemeldet, eine Anzahl arabischer Führer zu einer Besprechung über die Lage. Die Abordnung wurde, vom Vorsitzenden der arabischen Partei Palästinas, Dschemal ei Husseini, geführt. Sie protestierte gegen angebliche jüdische Angriffe auf Araber und'gegen.'die''Behandlung, die die Araber von d»-r Polizei erfahren haben. Wie es. heisst, solider High Coninnssioner die -Araber haben veranlassen wollen, die Delegation nach. London zu ‘ den geplanten Verhandlungen -über den Legislative Council zu entsenden.- Fr habe jedoch, zur . Antwort erhalten; dass, die Araber nicht willens, seien, seinem Wunsche zu'entsprechen'. Darüber hinaus haben die arabischen Führer den - High Conuuissioner aufgefordert, die jüdische .Einwanderung zu verhindern.- Sie erklärten, die arabische ■ Delegation werde nicht eher nach London fahren, bis es zu einer Sperrung der : jüdischen..'Einwanderung gekommen sei. Der High Comniissioner hat sodann die arabischen Führer gebeten, da-s sie ihre formelle Antwort um einige Wochen verschieben sollten. Er hat sie weiterhin aufgefordert, ■ die arabische Be- ' völkeiung zu beruhigen. Schliesslich hat er betont, dass die Polizei nicht zögern werde, jeden Keim einer Unruhe zu beseitigen. ' .. ." Per High Conunissioner empfing sodann den Präsidenten der- Zionistischen Weltorganisation .der Jewish Agency, Pr. Cha im W e i z in a n n. Er äusserte ihm gegenüber seine Befriedigung . über die ausgezeichn'ele Haltung, die die Juden in Tel-Aviv bewahrt haben. Fr versprach, alle ■ Massnahmen '.zu ergreifen, um die Ordnung ' w iederjierziiste.llen- und-alles nur Mögliche zu . tu... um - die : öffentliche Sicherheit aufrechlzu-, ■ Ferner 'wurden das.-Mitglied der Exekutive der Jewrsh Agency, Mosche Shertok, und der 'Rec-lüsheriiter der.Jewish Agency, Barnard Josef, -voii High Uoinmissioner Sir Arilmr Waucope empfangen. Sie machten den High Uoinmissioner auf die Erregung unter den Arabern. Jinsbesondere im Emek. aufmerksam, die einen gefährlichen Charakter annehme. Sie ver-, langten von ihm,, dass entsprechende S i c h e r h e i t s v o r k e h r u h g e n von der Regierung ergriffen würden. Unterhaus-Gespräche ~ füll rer ist. erfreulicherweise fesfzus'tellen. dass auch während der Unruhen nicht alle freundschaftlichen Beziehung»'» /.wischen Arabern und Juden abgebrochen worden sind. Während der arabischen Angriffe auf die Juden in Jaffa ond Tel-Aviv am vergangenen Sonntag und Montag haben mehrere arabische angesehene Bürger und Kaufleule j>, Jaffa ihren jüdischen Freunden beigestanden und sie bei., sich verborgen gehalten, bis die Gefahr vorüber war. Andererseits haben auch Juden in Tel-Aviv Araber, die sich dort aufhiellen, vor Angriffen geschützt mul sie bis zur . Stadlgren/.e »ach Jaffa begleitet. Bemerkenswert ist, dass mehrere Araber aus Kirjat Anaviiu und Umgebung die örtlichen jüdischen Führer darüber verständigt haben, dass sie sich .nicht der antijiidischen .Bewegung anschliessen und auch ■weiterhin in Frieden mit ihren jüdischen Nachbarn leben wollen. I-N wird weiterhin berichte!, dass Aratier sich in hervorragender Weise am der Löschung der Brände beteiligt haben, die in der Nähe der Kolonie Ben Schemen ausgebrochen Anteilnahme der Judenheit Die Ereignisse in Palästina haben-überall in der Welt bei Juden und. Nichtjuden stärksten '.Widerhall gHuhden. Von allen Ländern, besonders von denen, in denen starke und bewusste Judensiedlungen sich befinden, werden Proteste. Hilfsaktionen und Kundgebungen der Verbundenheit mit (lern Jisrhuw in Palästina gemeldet. Aus allen mündlichen und schriftlichen Erklärungen, klingt als Grundton die 'lieber-, zengung entgegen, dass man sich im friedlichen Kampf für. den Aufbau, des Landes durch die Unruhen nicht schwächen lassen werde, sondern dass man mit verstärkter Kraft dem Ziele zu- ,streben müsse. , Im. Unterhaus fragte der Abgeordnete Graham White den Kolonienminister .1. H. Thoinas, welche Vorkehrungen für die Ueberwachung der Waffeneinfuhr nach Palästina getroffen worden seien. Der Kolonienminister antwortete, dass nach Palästina keine Feuerwaffen und keine Munition eingeführt werden dürfen, ausgenommen, dass eine Erlaubnis eines Distriktskommissars vor- ■ liegt, die nach freiem Ermessen erteilt werden könne. Verstösse gegen das Finfuhrverbot würden mit 10t) Pfund Geldstrafe oder im Höchstfälle mit einem Jahr Gefängnis oder mit einer dieser beiden- Strafen belegt. . Der Abgeordnete Colonel Wedgwood machte den Kolonienminister daraufhin aufmerksam, dass die von den Arabern verwendeten Waffen weder Kanonen noch Revolver seien, sondern dass sie Messer benutzen. Er fragte den Kolonienminister, ob er etwas unternehmen würde, , um in dieser Hinsicht eine Entwaffnung herbeizuführen. - ■ Kolonienminisler Thoinas erwiderte: „Ich habe keine Erfahrung mit Messern, aber ich werde Erhebungen anstellen.“ ... In Genf gab der Vertreter der .Jewish Agency beim Völkerbund. Dr. Goldivrätin, Pressevertretern eine Erklärung über die gegenwärtigen Vorfälle in Palästina ab. Er erörterte im Einzelnen den Verlauf der Unruhen und ging insbesondere auf das arabisch-jüdische Verhältnis ein. Hierzu sagte er u. a.. dass in dem Augenblick. in dem die arabischen Führer die jüdischen Rechte ebenso anzuerkoiinen bereit sein werden, wie die Juden die legitimen arabischen Ansprüche zu respektieren, gew illt sind, auch die Basis für eine politische Verständigung, von der das Schicksal beider Völker abhängt, geschaffen sein w:erde. ' . Verlautbarungen von jüdischer Seite benachbarten Kreis zu Ix'dienen, scheint mir der Fall eines jüdischen llacliäin aus Hebron zu sein, der vor zwei oder drei Jahren mit einem schweren Blasenleiden in einem Jerusalemer Spital lag,’ Als ein arabischer Besucher ilun ..erzählte, dass es in der Gegend von Djubrin ein«» Quelle gibt, deren .Wasser von den Beduinen des Südens als Heilmittel gegen Blasenleiden seit alteislier verwendet wird, waren die Schüler des Harham sofort bereit, von dort Wasser zu 'holen. Trotzdem das Wasser mir daun wirke, wenn es bei Nacht geschöpft und noch vor Sonnenaufunug getrunken wird. Die Schüler fuhren zu einer '/.eit ab, die es ihnen gestaltete, gerade bei Sonnenuntergami an der Quelle an-' /.»kommen. Das ganze Spital war in unerhörter Aufreuune und wenn ein Auto .von_Ferne hörbar, wurde, stürzte alles. Kranke und Wärter, zum Tor. Fiulhcli gegen Morgen kamen die Sendling,' mit zwei ' grossen Flaschen zurück lind der Kranke trank sie unter unbeschreiblicher Fi.regung der ihn Umstellenden aus. Ich \vi iss nicht, ob er geheilt wurde,, aber cs scheint mir sicher, dass weder dieser.- noch liiaiH'ho:'. anderer Volksglaube kurzerhand ins: Reh!, des Aberglaubens verdräng! werden darf. Wenn auch .der arabische Volksglaube. —\in die>em Fall — die Quelle als von einem Afril. einem Wassergeist bewohnt erklärt und damit einen Bezug aiV die krvptoehristliche Darstellung Christus als Fisch (als Notarikon des griechischen Jesus 'Christus, Sohn Gottes, Retter), doch erscheint mir die Wahrscheinlichkeit dieser Erklärung gering. Trotz-der Existenz*' sehr vieler Lehumethoden der .Dämonenabwehr, und volksmedizinisclier Mittel. Das ungeheuer weite und ebenso interessante Gebiet der Talismane, Wimd«-rkuren und der ’n unsere so aufgeklärte Zeit aiUallen Ecken und Enden hineiureichendeii magischen Hebungen ist, soweit die.-e "linier dein Namen Jerusalem bekannte Völkeraiisamnilung in Betracht "gezogen wird, kaum in einem 'Buc.ii. geschweige in e i n.«' m Artikel, «larzustellen. Das Studium ■ dieser Dinge i>t interessant und, wenn auch manches ■ heute nicht mehr erklärt werden kann, von einer ganz seltsamen Anziehungskraft. Die offiziellen jüdischen S t e.l 1 e n haben von Beginn der Zwischenfälle an.sich bemüht. .beruhigend und aufklärend zu wirken. Die Jewish Agency betonte, dass von jüdischer Seite nichts getan worden sei, was den Arabern Anlass,zu einer blutigen Auseinandersetzung hätte geben können. Es handele sich bei den Angriffen auf die jüdischen Einwohner in Jaffa und Tel-Aviv um Taten, die von arabischen Agitatoren provoziert worden seien. Die antijüdische Propaganda gewisser, arabischer Kreise sei für das viele vergossene Blut .verantwortlich. Die. Executive der Zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency hat am 25. April einen Aufruf erlassen, in dem es heisst: ..... Es ist nicht das erste Mal. dass unsere friedlichen und schöpferischen Anstrengungen durch Angriffe aufgehetzter Massen geslort werden. Die Gefahr ist noch nicht vorüber, aber der Jisrhuw steht; fest, und er fühlt sich nicht hilflos allein. Im Gegenteil: er ist überzeugt, dass keine feindseligen Kräfte imstande sein werden, die festen -Fundamente zu erschüttern, die in unserem alten Vaterland zu legen gelungen ist. Wenn es notwendig ist. sind wir bereit,wie ein Mann unsere Positionen, unser Leben und unsere Ehre zu verteidigen. Mögen die Opfer, die wir bringen müssen, noch so gross sein — unser Werk kann .nicht aufgehalten weiden... Wir wenden uns an alle Juden der Diaspora. Sie sollen die grösstmöglicbeii Anstrengungen machen, um unser Werk ökonomisch, politisch und moralisch zu unterstützen. Wir wollen keine Fonds für eine Nothilfe. Wir wollen mir. dass Unsere .Bemühungen zur Schaffung eines Nationalheffns in-Erez Israel .für die Juden, in den Ländern, deren einzige Hoffnung Zion ist, verbreitert und gesteigert werden...“ Auf dem Gebäude der Jewish; Agency inJeru- - Salem ist eine mit einem Trauerflor versehene Fahne auf Halbmast geselzt worden. AwTi andere, jüdische öffentliche Gebäude und private Häuser haben Halbmast geflaggt. Das Oberrabbinat von Tel-Aviv ordnete an, «lass ein Trauermonal für die Opfer der Unruhen durchgeführt werde. Besondere ■ Gedenkgebete sollen in allen Synagogen gesprochen Werden. Noch immer keine Klarheit . <iie Willi 1«'1\ . bringt, i-t balnoolog-rl g,!„■; leicht unter d«'i Si't/.en jnler am „bei. Nacht ge ig des Wassers in Verbindung ■s . leicht .möglich, dass dieses muh nicht untersuchte Wasser nie Stelle enthält, die sich viel-. Umfloss des Sonnenlichtes zerrweilig unwirksam werden, also 'Impft und getrunken“ werden \Va< freilich den gebratenen Fisch betrifft, den ichin einem sejardisehen Kindergarten der Altstadt von Jeni-alrm an der Wand hängen sah. der. auf de» Bauch gebunden. Küidern die. Koliken vertreiben und, wie mir alte Weiber versicherten, von unfehlbarer Heilkraft sein soll, darüber wage ich weder ein Urteil abzugeben, noch auch die 1 Herkunft der Sitte zu ergründ, n. .Vielleicht hängt dieser Brauch mit einer christlichen Bitte zusammen, die irgendin der vom Universitätsyprlag lierausgehrarhten Serie ,.K l a s.s i k er der Philo-' e o p ii i e“ sind neuerdings u. a. erschienen: John Locke: ..Versuch »her den inenscli- 'liehen' Verstand“, nach der Kürzung ' von FTingel-Pottison, aus dem Englischen übersetzt von Josef'Ur (mitar der Redaktion von . Professor .1. Roth),. ’■) B,; Kants „lTölegomenä-*, übersetzt von Abraham Jaari, redigiert von Professor Dr.. Hugo Bergmann;. S. Sliunami: „Bibliography of Jewish Bibliograpliies“, ein b i b 1 i o g ra p h ie c h es H a n U b u c h. Das Buch enthält auf 26 Druckbogen mehr als 2000 Bibliographien über alle ■Gebiete der jüdischen Wissenschaft, nach Disziplinen geordnet, sowie ein hebräisches Audi ausserhalb des Universitätsverlags ist .wieder eine Reihe von Arbeiten erschienen, deren Verfasser zum Stabe der Hebräischen ' Universität gehören. Wir nennen die folgenden: _ - F. S. B o d e n b e i m er. Animal Life in Palestine. 'an iutroduction to the problems oi animal ecology and zoogeography. Jerusalem. l‘.Ki5 (p. 506); A. Fraeukel, Einleitung in die Mengenlehre. 4. A’ufl.; „ , l'. Kaer und Reiizion Dinatuirg. ..Zion', Viertcljahrsscbrift für jüdische Geschichte. Nach den neuesten Nachrichten vom Dienstag . vormittag ist in Palästina im allgemeinen Ruhe. ’ Fs zeigt sich jedoch, dass eine völlige F.nlspaimung der Lage noch nicht eingelroten ist. Immer wieder kommen vereinzelt Brandstiftungen nnd Angriffe der Araber auf Juden vor. Der Belagerungszustand über Jaffa iiiiif Tel-Aviv ist ln* gesamten Bezirk mit Ausnahme von Keren Hatimanim und dem Mansdiija- Viertel aufgehoben worden. Andererseits erschien heule vor 'den Polizeibehörden in Natania eine jüdische Abordnung, die im Aufträge der in dem Bezirk wohnenden 10 000 Juden den Antrag stellte, dass die Polizei sie zu ihrem eigenen Bchiitze bewaffne. ln der Nähe von Che-dera wurde ein Fisenbahnzug von Arabern mit Steineli beworfen. Ein arabischer Fahrgast wurde verletzt. In Moza. in der Nähe von Jerusalem, wurde ein jüdischer Autobus angegriffen. Insassen des Omnibusses, wurden nicht verletzt. Auf den Verkehrestrassen zwischen Jerusalem Und 'Tel-Aviv ist heute'wieder eine erhebliche Unsicherheit zu bemerken. In der Nähe' von Tel-Aviv wurde ein jüdischef Perdess in Brand'gesteckt, ebenso in Jenin ein jüdischer Das arabische Natioiialkomitee hat nach Kairo, Damaskus und Bagdad die Aufforderung gerichtet, nach Tel-Aviv keine Lebensmittel zu schicken. Die Bemühungen der Araber,'weitere Kreise für den Anschluss an den Generalstreik zu gewinnen, werden fortgesetzt. Es wurpa versucht, auch Regierungsbeamte zu bewegen, in den Streik zu treten. Das Interview, das der Sekretär der Arabischen Natiönalverteidigungspartei Palästinas der United Press gegeben hat und auf das wir im Leitartikel der letzten Nummer der C.-V.-Zeitung hingewiesen haben., konnte aus raumtechnischen Gründen mit Rücksicht auf in letzter Minute eintreffende neueste Nachrichten aus Palästina nicht veröffentlicht werden. Wir geben nunmehr die Ausführungen des Araberführers auszugsweise wieder. ..Dauert die jüdische Einwanderung, so führte er aus, weiterhin im gegenwärtigen Umfang an, so werden wir vielleicht noch in diesem Jahre eine schwere wirtschaftliche Krise erleben, die - für die Juden, ebenso wie für die Araber. Palästinas katastrophale Auswirkungen haben muss. Schon .zeigen sich in der Unruhe unter der Ar-' chaft und in der Zunahme der Arbeitsobendrein einen stürmischen Verlauf dieser Krise befürchten.“ (Wir verweisen hierzu auf unsere Stellungnahme im Leitartikel der vorigen "Nummer. D. Red.) . : •Der Araberführe.r verstärkte seine These noch mit der Versicherung, dass sich die Ansiedlung der Mehrzahl der eingewanderten Juden auf dem Land als undurchführbar erwiesen habe. „Die Juden bleiben nicht auf dem Land. Von den 400 000 Juden Palästinas leben .nur 25 000 dort, alle übrigen in den Städten, und von den Neuzugewanderten kehrt wenigstens die Hälfte schon bei.erster Gelegenheit aus den ländlichen Siedlungen in die Stadt zurück. Von hier aus richtete Sidky noch eine Beschwerde gegen die Landankaufspolitik der jüdischen Einwanderungsorganisation. die jedes von einem Juden erworbene Stück Land unter ihre'treuhänderische Kontrolle Toeigkeit Vorzeichen einer Krise,'~Hig-attsbrcehon——Httlijue und so seinen Wiedererwerb durch einen - muss, wenn in diesem Jahre weitere 50 000 --Juden ins Land strömen. Angesichts des grossen Prozentsatzes von Kommunisten unter den eingewanderten Juden — etwa 10 000 Kommunisten sind jetzt in Palästina, das früher überhaupt kein kommunistisches Problem kannte —muss man Araber unmöglich mache. Der-Sekretär der Ara-'" bischen Partei stellt auch der jüdischen Industrie , Palästinas keine günstige Prognose. In den letzten zehn Monaten seien <18 neue Fabriken bald wieder geschlossen worden, weil sie keinen Absatz für ihre ersten Produkte hätten finden können. (