Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 18 (30.4.1936)
- Date
- 1936-04-30
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Sigmund Freud Zum achtzigsten Geburtstag am 6. Mai 1936 Von Dr. med. Walter Schindler „Ich bin am 6. Mar lSöG.^it ftvcifcorg in?.Uai)icn■:i)cbovcn/ einem kleinen Stadtrchen der . Xfdiccljofioruafcii .'Weine Eltern waren Juden, . auch ich. bin Indo cjeblicben." Ans diesem Beginn seiner Lelbstbioqrcrphie ist erkenirvar, wie sehr sich dieser Mann als Jude ful)lt . rrud dieser Satz rechtfertigt es in besonderem Matze, ö.atz inan ferner an diesem. Tag. von jildi'etzer ^eite gedenkt. - - Weirn - versucht ivird, - dieses vielbewnn- -. derten rind viel befehdeten Btannes Lebenswerk hier zu würdigen, so kann von diesem Satze ansgegangen werden und von der Tatsache, ans die 'Frend auch wiederum selbst hingewiesen hat. daß er die Unabhängigkeit seiner psychologischen Torschnng seinem Jude-Sein verdankte: „Aber eine für später wichtige Folge dieser ersten Eindrücke von der Universität (es sind antisemitische Eindrücke gemeint) war, dah ich so frühzeitig mit dein Lose vertraut wnrde. in der Opposition •5u stellen und von der .kompakten Btajorität' in. Baun getan zu werden. Eine gewisse Unabllängigkeit des Urteils' wurde so vorbereitet." Man machte dem Juden Frend den Vorwurf. das; seine Psychologie zu materialistisch - sei.'wobei man den Materialismus, eine damalige freilich allgemeine Zeiterscheinung, als eine jüdische Eigenschaft brandmarkte, Aber in Wirklichkeit war es nicht so. Als sieh Freud in den achtziger Jahren zum erstenmal mit den Nervenkrankheiten beschäftigte, konnte man sich die sogenannte Nervosität nicht anders als rein körperlich bedingt vorstellen. Durch den berühmten Pariser Kliniker Ehareot angeregt, nahm Freud den Kamps gegen diese materialistische Anschauung aus inid arbeitete immer mehr die seelische Konsliktsbedingtheit der Neurose in originellster Weise aus, ohne jedoch die körperlichen Gegebenheiten seelischer Erkrankungen zu leugiten. So wurde er der heutigen modernen Auffassung des Leib-Seele-Problems durchaus gereclit, wenn 'er-beim'Menschen als Ganzheit Seele und Körper sah, keinem von veiden das Primat zuerkaunte, im Gegensatz zu einer materialistischen Zeit jedoch gerade das seelische Moment bei der Nenrosenbildiing in den Vordergrund rückte. So griffen ihn 'bald die Materialisten an, weil er das Seelische angeblich überbewertete,- aber es wurde ihm später auch vorgeworfen, er sehe mrr das körperlich Triebgebundene., In Wirklichkeit wies er beiden den richtigen Platz zu. Weiter sagte inan, der bekannte Panserualismus ist doch aber eine absurde Erfindung Freuds.. Freud geht von der Tatsache aus, daß der Serus oder Eros, abgesehen vom Nahruiuzstrieb. die Grundlage alles Lebens . fei, die Grundlage für die Lebensfreude und für die Fortpflanzung des Lebens. Tie Serualität muß also das Lebensbewegende und so. id) möchte mit religioustvisseuschaftlici) interessierten Psychoanalhtikern glauben, das Göttliche sein, das in allen Dingen des Lebens/enthalten ist. Und in der Fat. idiaüt '. nitlit der Serus neues Leben, eine. Eigenfehaik, die sonst nur Gott eignet i’ liiib duner göttlichen Fälligkeit, die nicht.mit Genitäli- . tat verwechselt werden, darf, sollten sich die Phot. Herbert Sonnenfeld, Berlin Menschen schämen! Freud selbst ist nicht religiös. Aber hat er nicht, ohne es zu wollen, durch die Befreiung des verdrängten, mißhandelten Serus einen Kampf für Gott gekämpft. indem er die Menschen den göttlichen Funken in ihnen wieder reiner und leuchtender er blicken ließ-? Durch diese prometheische Tut standen die Vien scheu min sonnengeblendet da. Die einen weiteten in klarer Luft Blick uitd Brust tlud sahen auch die Köstlichkeiten der Welt, die durch den Sonnenserus erst Glanz nnb Schönheit bekamen. Sie freuten sid) des iiilsllblimierten und sublimierten Triebes und wurden gesund. Die ändern aber nahmen schnell dunkle Brillen, sie konnten die Lichtfülle nicht ertragen, schlossen die Augen und nahmen neue Verdrängungen vor. Aber, wurde weiterhin polemisiert, Triebe, die ungebärdig sind, dürfen nicht gelockert werde:;'. Denn sonst könnten sie das Gebäude der Kultur uitb Zivilisatiou zerbrechen. Tod; gerade die Kultur will Freud trotz der ihr innewohnenden Gefahr gewahrt wissen« Triebe (Serual- und Aggressionstrieb). dieau sich blind find, sollen nicht als Partialtriebe (Teiltriobe) eigensüchtig und vordringliche die Gesamtpersöulichkeit beherrsdieu. Vielmehr soll die ordnende. führende stimme der sittlidteu Vernunft die Triebe wie ein Band die Blumeir eines Straußes als Ganzes harmonisch zusammeiilzallen. Die Veriuiiitt wird so zu einem Vtittler zivischen den auüür.menden archaisdien Ürtrieben lind derii mehr oderweniger idi-nugerechteu Gewissen. Gerade die letzte Instanz wurde von Freud^einer.nutzer'- ordeulticl: srudübaren Analyse unterzogen. Das Gewissen - von Freud. lleber-Ich genannt - als Nepraseiitanz der Ellern und Erziehungsperion. arbeitet nnr allzu oi't ent-, fprediend feiner unzweckmäßigen binstelliing . falsd). rüdem es ziiviel oder zuwenig-betastet,. , . oder aber auchguastlat.iv, saliclic 'stbege /weist. .Vier.konnte Freud zeigen, daß-das Ileber-Iil, der - triebkousteltällveu Eigenart des Iudivl- . "dlniurs.angepatzt tverdpn iiiiitz. wenn nicht die . Gef amt Person l i clike i Vz. B. linier falsclieu. Schuldgefühlen-und falsclieu - Geboten leiboir soll. Triebauspruch und realitalsgereclite. Ber- - liuuit sollen sid, die t!tzage halten, um so. den Ausgleid) für die Gesundheit der Persönlichkeit zu gewährleisten. Die Veriiunft aber oder der ethische Motor der Vernunft mutz oft erst während der Analyse sreigemaclit tverdeu. Auch de»i Höhenflüge des Nkensdien. feinen sittlichen Kategorien mutz Gerechtigkeit widerfahren. Äian hat gegen Freud deii Vorwurf erhoben. er habe diese Forderung nicht erfüllt. Er tut es jedoch. indem er sägt: .,A'icl>l nur das Tiefste, auch das Höchste am Ich kann unbewußt sein." Ter Sinn jeder Analyse aber ist dvd). Uubeivutztes bewußt zu mmhei: iind so auch das -vodiste zu befreien. Freud bcschäitigte sid). freilich melir mit den Tiefen der Nten-sdien. Jahrtausende hatten sich diese ans einer Eitelkeit heraus nur allzu sehr mit ihren Höhen beschäftigt. Seit der Prophetenzeit l,at es ein Großer woh l kaum so kvusegueilt gcivagt, dem Nieusdieil das. Spiegelbild seiner Gesguttperfönlidikeit änf,zuzeigen, also ainh die verborgenen Tiefen. Sie interessierten einen bezng- . iid) der Hlbchrheit so unerlüttliclien wiensclieu -wie-'Freud gerade besonders. Er ritz die Ntaske der Heuchelei ab, und leljite den Menfcheu wieder, verautivvrtuugsbewußt. so zir seih, wie er ist und liicht wie er scheinen uiödite. Allein diese Tat macl>t ihn zu eiuenz der größten Kämpfer für eine U'al>re Sittlichkeit - - vbgleidl er sicl> selbst von jeder tttzertung freihält weil er unbegnein ist und den Bceuscheii ziir Einkelir zivaug. Sclilietzlicli wiirde ein Hauptargiimeut gegen Freud ins Feld geführt, seine Analhse lväre zersetzend. Död) ii»r das Falscl,e. Kr.aiikl,eitserregende wird zersetzt. Wie Körpersäste des A'al>r>ingstraktus die.Speisen-verdaulich macl>e». iiidem sie sie zersetzen, daruit sie iim so geeigneter werden,.den Körper aufzilbaiien und zu erhalten. werden die schwer verdaulichen seelifd)en Komplere analysiert. So wird Aualyse zu einer typischen Aufbauarbeit, zu einer Aufbauhilfe, die dem leideudeir Menschen oft einen letzten A-usiveg bedeutet. Diesen konstruktiven Sinn der aualytisclzeu Arbeit hat Freud selbst imer wieder besonders betont. Niin, es ist iiid)t möglich. imDtzal,nieil einer so kurzen Tärstellung das geivaltige Werk dieses -Mannes nur andeutungsweise rickitig zu würdigen. Seine grundlegenden^ Arbeiten iiber Aufhellung des Uiibeivnßteii. Traumdeutimg.Fehlleistung, seine eiizzigartig befruchtenden.Anregungen für die Pädagogik, die'. Sernalhugiene, für die Killtur- und Geistesivinensdmir. um nureinige seiner Forsclningsgebiete zii nennen, sind bekannt. Aber jetzt.'da die abendliche Sonne das Leben dieses Forschers beglänzt, erfclueu es mir yveckmätzig. gerade in heutiger Zeit einiger Stürme zu gedenkein/die feiudlicli braitdend nur allzu oft deii mühsamen-schweren n -Anstieg des sreilicli gmh oft irrendenAtGNirheiliucliers ericluoerteii. Nun stellt er ans dem Givi.el in kanin erre.imbarer Hol>e. er äst-der Attnatnrnälier. -aber die -.Wetter der Höhesturmen-weiter mii lhii. Zu bliren des -Get'urlsi.nzesnoiz F uzmuiib - . F re icd midet iin AtudemiiMeu Verein für medi» zuu-Nie. Pmclieio>üe ä» Düidu am. '"Zi Fiüe -de- ' iondere Verniülaltnn>z nult, bei d?r Tbeimis Vtunn den Feüuorlrag »ber ..Freud und die Zukuukt" halten ivird. I.l-luirinza: ImSchatton vonmorxon. Eine Diagnose des kulturellen Leidens unserer Zeit. Gotthelf-Verlag Bern- ..llel'i'iiiK bev Fu'eifel u» der Giltdurkeit des soziale» Tuneiu/-. ü, dem nur lebe» eine iiubesniumle ÄugU/vor. oer uueluien.Fukinül. Gesiilile des Siukeus uud Nulergebeus der Uullur . . . -AY.r fi'lii'ii lu'v blinien. uue i»it »Ile Tinge, die ruiif feit uud lieNig fäueueu. fNuonuleudi ge- . N'orde» sind: ','üiüiriieil und '>>ieui!-!|li,-j>leit. zl>er- - lniin'tuud A'eäit. -bbi'r felum T I>iuts'ori»eu. die nutg meln' iuiifliouiereu. 'produkliousiinieiue. die im Tlerdeu liegen, büir . selten iozuNe .Nruile. die il>r ÜÜirleu ins Tiuulvte fleigeeu. Tie drolmeude tl.Hut'ciiiiie dieser geioulligeu Feil selieiut im Vegriis >'e>l ziiluiii'eii." Mit tolel,en 'Adoeteu beginnt der besonnte niederl»,idiiel,e ■'oiiteiifev Enizmga feine fiuu'P geliollene und leidennyofilnii >'rregle z'limNife der geifligen und foziolen Urn»'sl>eussinnbtome unserer v-;eit. bv vergleielit die lienlige .i.Inltnrkrife mii irnlii-re». um . dun,i in klaren Iliiterfnetnmgeil den ^d-rlonf des- Nronklieilsprozeyes fest zubollem de -pellt eine oll gemeine Teliivoelmiig der Urteil --srofl. einen" '','iedergang des krilifrlien 'Vediiruiiies. .eine Vbioge on das Erkeniitiiisideol. einen Null des >,eroifel>en Üel'eus. eine Vi11»ftuTr11nu; der morolHeben 'Moxmen fest. Von brionderer L reifiielierliei! sind seine -Vlnsfiilirnngen -do. n>o er den ,zrrolio»olismns liiiferer Tage »n! dem .zrrotionolismns sriilierer bborlieii in Vergleiet, iepl ^golirend mon friilier, in iminIllMiem örfenntnisdrong die Grenzen der 51'viu11111 hinter tiel] gelnffoii l,ot. um d,is lieberreriiiiiiflige zu .erfofien. in l,enle. >'ielfoel, eine . iiieroeliliing von 'bernniiU und fei gle,et,zeitig lioel,getriebener iedimf feilzinlelleii. -r-bie ins Untererrniuniige znriiis'finlt. E-, >.g zehr onffe>>li,s;reitl>. Eni.zingns Gedonsengoiige mit .Norl Al-annheims UrifenonoNise in seiner belann- - ten. Schrift ..Mensch »iid Gesellsehat't im Zeitolter de-s Ilmbons" ziisommeiiziiliolteii. Sprach dort der' so.ziologisilie T»f!e»iotiker. der einer neuen '.'Inssloriiiig dos 'A>ort redete, so 'selten''wir l,irr den .liä'lorisihen VeobiNitler am 'A-erk. der die Viel>eskroi'le eines diristlirite» Enmonismus erneuern will, gn der Vorrede zu seiner Tr>>rist wel,rt sich Eiiiziligo dogegen. das; mon ihn il,retmegen einen Prssiinisle» iiPinic. Er fei. ein £Mimift. V.tos iü irr Grund feines Lptimismus ' Tienach feiner V>einnng trotz allrm niiN'erfämllefe.» muhml!iä)e» ..Uiditi' der sniigeii Generalmn. T/ir m>,nsche» olle sehr. daß. sich sein Glaube b-wohrheilet. <a. Glosse über Psyehounulgse v Die Zeiten haben einige Modetorheiten abgeschasst. Aber cs ist noch nicht so lange her, da -waren' einige, ähnlich wie die Fürsten im 17. Jahrhundert aus der Jagd nach Flohen, aus der Jagd nach Mikos, einer Art seelischen Ungeziefers für A'ichteingeiveihte: auf der Jagd nach alten nur erdenkliehen Atinderwertigkeits- . komplexen. Und wie für wenig Geld auf Volksteueu den halb entsetzten, halb erstaunten Burschen in Anwendung eines einfachen elektriidjcii Gesetzes aus Aase und Ohrläppchen Funken gezogen lverden, so wurden auf Einladungen, besser gesagt, Söaneen, den Gasten das Geheinmis und die^ Anzahl ihrer Komplexe entlockt. Ein Analytiker, der eine Praxis eröffnen tuollte, hielt zum ausgesprochenen Zwecke der Werbung öffentliche Borträge über Psychoanalyse in der richtigen Erwartung, daß seine Znhörerinnen sich die ihnen passenden Eemmnngen ausiväylten, um sie dann in seiner Sprechstunde wieder für Geld und gute Worte losznwerden. Und' gerade die Tatsache, d'aß"Fachbegritte wie' Eennnungen, Verdrängung, Komplex, Abreagieren in die alltägliche Sprache so übergegangen sind, das; ihr Gebrauch kaum mehr an ihre Herkunft erinnert, spricht deutlicher als alles andere von der überwältigenden ( Anerkennung, die die Freudsche Lehre gefunden hat. Dieser Sieg auf der vollen Breite aber ist erkauft mitdem Verlust an Tiefe, ist erkauft mit der Verwässerung, ja mit der .Verfälschung der Ffkeudschen Lehre, w'07 bei seine' sogenaunren Schüler tonangebend sind, die in allem und jedem, selbst in dem Federhalt^v— mit dem sie ihre Kenntnisse niederschreiben, ein : sernelles Symbol erblicken. Während Freud immer wieder darauf hinweist, mit welchen Schwierigkeiten er den Kranken —.wohlgemerkt den Kranken! — die Geheimnisse ihres unbewußten Seelenlebens ablanscht.ist die Hemmungslosigkeit erstaiknlich-und.erschreckend, mit der ein gesunder Mensch vor allen und jedem von seinen Hemmnngen spricht. Er nvill damit aiisdrücken: „Entschuldigt bitte, daß ich da nicht mit kan», daß ich da gehemmt, begrenzt bin. Diese Hemmung kommt ans dieser und teuer Erfahrung und Einstellung. Und daran, das; ich ja schon die Ursache kenne, könnt ihr .meinen festen Willen erkennen, die Aendernng meines Sv-Seins Vvrznnehinen. Am liebsten möchte dieser semand. ein Plakat ans der Brust tragen: „Infolge dieses Komplexes sind meine Gesickitsziige leider nicht so schön (und'so harmlos) uue die des Margarinemädchens oder wie die des „Ztifriedeneii Ranchers" ans der Lltfaß-Sänle." Die Absieht. niemals nein sagen zu .wollen, und ans keinen Fall ein persönliches Hindernis Hilden zu wollen, die Angst ans der ' Weilte zu tanzen, und seine Eigenheiten (auch im schlechten Sinnei zu zeigen, und der Wille,zur Uniformierung, sprechen aus dieser Haltung. Der tzAassenerwlg dieser min bereits in eine Lehre vom Erfolg nmgodenteten Seelenlehre liegt an der Sehnsucht gerade der bürgerlichen Manen nach Glückseligkeit, d. h. nach der Atöglichkeit. allen Situationen gewachsen zu sein, und zwar glückhaft gewachsen zu sein, ein Wunsch, der allabendlich die Kinos füllt, ivo die Filnthelden allen Stürmen des Lebens läcvelnd gewaehsen sind und immer ein Inippv mul herbeinchren.: . . Tie eigentliche Psttchoanathfe aber hat niemals vollkommene Glückseligkeit versprochen, im Gegenteil: sie hat ja erst alisgeiviesem welch ein gehemmtes und begrenztes Wesen der Ale lisch über- Haupt ist. Uud so kann denn auch die Enttäuschung über die geringe lelbsterzieherifche Wirkung bei denen nicht ausöleiben, die ja nicht derart krankhaft gehemmt sind, daß sie in der Welt nicht mehr zurechtkonimen. und die mit Hilfe , der psychoanalytischen Technik zu einem vollkommen -andern Alenfchen werden.wollen. Tie Psychoanalhse aber will und kann dem Menschen nicht zu einem anderen Selbst verhelsen. sondern nnr gefärbte Heilslehre (sein Heil in der Pshchbanalhse -zu finden) mnß-die Pschoanalyse ans ihrem Vöeseii heraus versagen. Und ans diesem Gefühl der-inibesriedigtcii 'llstrkling ist Fa die volllänsige ..P>hcl>oa>>alhic" als Atvde bereits tot. Und damit wird das pniäwanalytische Wissen und die Atethvde in die Eanöe derer znrückgegeb'en, in die es ansschlietzlict, gehört, in die Hände der 'ckerzte und der 'tzliilosophen. Abseits, vom Tagestärin bemühen sich Aerzte. Kranken mit Hilfe: der Pshcl>oa»a>hi'e wieder zu ihrem Selbst zu verhelien. und Fütilosophen versmyen die P'hchoaiialm'e als einen wichtigen Baustein in die..philosophische Anthro» -pologie einznordiien. Krirli ItoscnthuK WH/.lar. Stefan Zwei": „Die lleiluam durrh di*n (i<*i>t.** Herbert Heiehner Verlag, Wieii. Tie Aeilheransgabe des.Zmeigsthen Werkes dni-ch den Wiener Verlag lässt gerade an- Anlat!-'des i>. Aiai die eindringlistie, leidensei>atlliel>e »nd dost> kritische Würdigung Freuds mit Tankbarkeit enip- - tinden. die Zweig in sein -.'llmthsenlnichneben b.i;efi« mer imd Baler-Eddy eingereiht hat. das eigene, aber bis jetzt krankhaft verschlossene Selbst erschließen Helsen. . ülls Lehre vom Erfolg (wie werde ich reich und glücklich), als thpisch moderne Pieudo-Religion (sein Heil in dieier Welt zu suchen statt in jener), als eine durch die Rolle des Unbewußten mystisch Max Brnso, Aufstand d«*sH(;ist«*s. In im Verteidigung der Krkenntnis. Deutsche, Verlags-Anstalt, Stuttgart undDerlin. Tiefe Schrift von!üb Seiten hält mehr'. a!s der etwas fenfationelle Titel zmiächst zn ver» fprechen scheint: und sie hat den seltenen Vorzug, den Stoff für ei» dickes Buch kurz und inelrgewandt in aphoristrichen Wendungen zn geben. Dein Verfasser ii'r es um eine ,.synthetiscl)e Vlnlosophie" zu tun: er ivill Br,:cken schlagen „ans dem ä|>eief, der intuitiven zitzalul,eiten der Hujjer, und Bergivn in die M'stte ver liebten Gebiete' moderner Sitontenphnfik, von der tiest'ten Innerbäikeit Kierkegaards zn den bielativiien Heisenbergs".. Eine Aaliirvluloivplne. alio: und eine sonderbare nfviern, als sie nicht, wie es etwa'Haeckel tat. ans dem eigenen Gebiet (dem der matheinaji>cl,cn Vhhsik) Begriffe entnimmt und werattgemeimut. sondern mathematische Sätze metaphysisch an>- saßt. Benie glaubt dabei von der zeitgenössi'ästn EriNknzphilosophie ansziigehsit: „Sicherung -der Idee der menschlichen Existenz, Sicherung unserer inneren :>kcalitüt" ist.ihm die.Ausgabe des Geistes. Aber ivährend dieier F>l,ili"'ist'l>ie bie Sstellinig des A!eiif,I>en zn», Vl,a,wmeii der Z, e 1 t ein Hauptanliegen bedentet. ist der Begriff ver. Zeit nir ihn eine mir fnbjeklive Anfi-ltaiinngsform de-> einzig 'AYrklicheii. des A a n'm e s - ,.vas ,,rliiminl,e'Vveltgefülst als das e,um,helie ngellgefalst -ifl iimgeöeiilel und übergegangen in ein /zmeiles --'vielleicht deladenles ' . nämlich in das 2beltgefiil)l der lliiter diesem „U-rramn" "verftelst ec mm nid)) einen pi)i101 opl)iiii)i'n Eu»ndbegrist'.- fvnvern deii im'!,rdimein'iv,»ilen stkanm. Vvn d»m .die inalliematifche Aiengenlelire fpriclit. Tie iiiiaiijclianllche Sprache der. A>all,ematik wird il,n> z»>» „Sinnbild" über alles sagbare hi.nan-. Vvu Veibin; uud 'feinem'Erneuerer Triefcl, nliernimmt er den Begriff - der ' ,.L rd'ining": aber jür die Eiildecknng her. Physik, das; einige lcu-,,,>dvvrgäiig>» nidsi »lehr'in Gesetzen, iviidern nur iwist slalistisch erfaßbar oder, ganz nnbeslimmt 11110: l,at-er den .Begriff der „Tcljöpfiiiig" ui . gan z. lhevlvgiscl>er blüffasiinig bereit nnd riih.ml iid; der ..En'Ideckiing des f'a k r,1 l e n Aivmenls alle,- siltalerie": stürz, was hier >nii denFfliilleln rfIefttfdirr 'blnlvfvphie verfiidit ivird. ist iml]t stuvvl,! eine 'tzlnlm'vphie als.ein Myth.vs der A'atnr oder >>ielmel>c ihrer Erkeiliitnis: Deuij , ,,llaaiim", ..Farben" oder ..ganze al,len" ' find ja keine ,null,lirljcn biatiir* bilder, wildern, misth.stierte' Begriffe,. Viaiichinal glanlst man Satze vv„»st'vvalis war sid> zn haben. Mit. der lliiteidrucknng des .Zeiibegritfs versehwindek ans diesem nut11)emotifdi gefärblen Well- Inld ,m Gi-„„de die gaiije Gci.I,niste nnd mit ihr. die.Geiitesiviife'iifdiiifien. Und die andere Gefahr jeder Aaliirpljilv'vpyie. die Tchwierigkeil. zn einer Eiliil zu gelangen,, bestellt and,!>ier. .dH liedentet 11 |d)l ..die T ichernng Der mruidjlKijcn Ernte,iz aiis der Fdee der -tziast>emalil", iveiin für das E)ege>>- flitzpaar ..wakjr-nnwatir" -zunäclist ..mak,r.falsch" enigefetzt >i,id dieier Gegechfatz vvnder Akatl>e»,alik »idjt anerkaniit wird, meil er sic!, dvrt.ancl, als ,.wal,r»bfnrd" präsentiert: es ivird nnr ein ,Begrit> der Etlsik diircl, -einen blvsien Lrdinings- ^begrstf ersetzt, und --- fae Frage, oh es Wahrheit gibt und ivas wahr fst.-benel,l weiter. “ bl Der fb ivenjg diefe Schrift das Plnkvfvphifch erlü'ende üiU*vt spricht, .so .iristl, ist sie in der Verleidlgnng des --- fel,r aristvsristisst, aiifgesaßteit - fü 1'tftr-3, sv meckwürdig und;eilbe.zeicl,nend sind die Elemente, ans denen sie sid, ziifammcnfctzl»nd die sie zusammenzusetzen versucht'. ü. ü.