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Central-Verein-Zeitung · 1936-04-23 · 17 (23.4.1936) · page 14

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
17 (23.4.1936)
Date
1936-04-23
Page
– (sequence 14)
Language
German
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/ J fifffprMtifl* teiuftirrrn fünf Treffer bf? ' ¥ot Nochba 0115 Veriv^ndlmigen von Strnmiiiricn. Allem voran: Sportkameradschaft! Hagibor—ISO 33 unentschieden Im. ff ii k ü a I l Verba ndsspiel zwischen Ha-- gibor I und ISG I gab es eine verdiente Piliikteteilimg. nachdein zunächst ISG und später Hagibor etwas iiberlegen spielte. Tie ISG 33 hatte sich nach äbwechselnd erzielten Torerfolgen einen 3 :2-Borsprung erkäiupst. den die Hagibor-Stnriner erst ganz zum Schluß wettm.wicn konntcii. Beide Mannschaften traten mit viel Ersatz an. so daß das Spiel kein sonderlich hohes StiHeml W eitere (i r g e b n i s.f e : ISG 33 II — Hagibor II 3 : 0. 02» 33 III—Hagibor III 3:1; 02« 33 TV- Hagibor V 2 4; 02« 33 A H - Hagibor I V 2/: 1, Hakvah 1. Ougevd—Hakoah 2. /,»-. gend 3:2; 02« 33. I. fügend—0 2« 33 2. /zuneud 3 :L: Hagibor I. Schüler—Hakoati 2. Schüler 5 : 2; Hagibor 4.. Schüler—Hakvah 1. Schüler 0 Hagibor 3. 2chuler—Hakvah Schüler 10 :0. Pford Westdeutschland Schild-Hamburg schlägt Makkabi- Als wichtigstes Ereignis im Hamburger jüdischen Sportleben vom ist. April muß man die Begegnung der 1. Fußballmannschaften von Blau- Weiß Hamburg. dem nordwestdeutschen Aiakkabiineister, und Schild Hamburg, dem iivrdwestdeutschen NjF-Ateister. ansehcn. Tie Schild-Els bestätigte ihre guten Leistungen der letzten Wochen dtlrch einen klaren 5 : O-ll : 0-)Sieg über einen Gegner, der ihr im letzten Jahr noch nach schiveren Spielen manchen Sieg" abgerungen statte. Ter Sieger war auf allen Posten gleichmäßig gut besetzt, in dieser Aufstellung wird er seinem nächsten Gegner im Borrundenkamps um die RjF-Reichsmeistersctpft eine harte Nuß zu knacken geben. Ter Schild-Jugend gelang es nach starte»' Kampf, die Blau-Weißen mit 2:1 (2: I) nach Hause zu schicken. Weitere Ergebnisse: Schild II—Blau- Weiß II 0 : 1 CO : 1)\ Schild III—Blau-Weiß III 3 : l (2:0). I*. II. * Innerhalb der NjF-Sportgruppe Schild Hambürg ist eine F e n » i s a b t e i l n n g gegründet worden, die über gepachtete Plätze verfugt. Südwestdeutschland Ueberraschung: Darmstadt ausgeschieden In T a r mstadt siegte die tüchtige Handb al l Mannschaft des RIF Aachen über die Tasi jüdischc Spvrtlcbcn hat schvn seine. Besonderheiten. Nur ein Beispiel: inestr als jeder andere muß der jüdische Sportler, gleich weld)or Disziplin, Aernnstältnnqen von Bneincn in vielen Städten besuchen, um die so seltenen Wcttkampsmöglichkeiten richtig auszunutzen. Spvrtreisen sind gewiß keine reine Freude. Wer die Bahn benutzt, kann hier nicht mitreden. Wer indes nureinmal im Autobus, dein billigen Verkehrsmittel, zehn Stunden lind mehr, oft mit vielen Kameraden zni'aimnengcpfercht, mit. einer oder mehreren Pannen allf offener Landstraße, gefahren ist. wird das bestätigen können. Jstie oft hört man hinterher: .'.Nie mehr.Autobus! Dann lieber überhaupt nicht!" Und — trotzdem: wenn kurz danall) eine neue Autofahrt besprochen wird, weil das Geld für die (Eisenbahn wieder nicht ansreicht, schließt sich käunl einer ans. Woraus ist das zu erklären? Tie Liebe zum Sport, die Freude am gemeinschaftlichen Erleben, das jungenhafte' Ausgelassenseindürfen, all das überwindet eben manche Unbequemlichkeiten einer beschwerlichen Fahrt. , Ansgleichend und wohltuend zugleich wirkt da die jüdische Gastfreundschaft. die so angenehm berührt, in reicheren wie in . ärinereil Häusern, ganz gleich in welchem Teile des Reiches. Menschen, die sich noch nie sahen. schließen rasch Frermdschast. Sie verstehen sich; alle verbindet etn gemeinsames Schicksal, das Erlebnis einer großen- Familie. An dieser Stelle darf deshalbeinmal den Vereinen und ihren Verantwortlichen. vor allem aber den vielen-jüdischen Familien, die mit steter Bereitwilliakeit ihr Haus zur Versügnilsi'stellen, ein Wort des Tankes znnr Ausdruck gebracht werden. ' Ans Sportkameraden werden Freunde. ' werden echte Kameraden, die im sportlichen Kampfe füreinander eintreten. gemeinsam zu siegen und würdig dem Besseren zu unterliegen verstehen. Ist das nichts? Wie könnte man da nicht auch einmal Strapazen auf sich nehmen! Und schon am Montag beginnt wieder die Vorfreude ans die Wettkampfreise am nächsten Wochenende... in der Verteidigung ersatzgeschwächteu Tnrmstädter. Tie Südwestdeutscheil ivoren sichtlich nervös und spielte» in einer Form, die weit unter der geivohnteii lag. Das Treffen .war äußerst start. Sehr starker Wind ließ keine erstklassigen stombinationcii zu. Tic Aachener ivaren sehr ci'rig und ausdanernd und zeigten vor allem ein aiiiopserndes Techingsspiel. Tie Verteidigung geiiel auf beiden Seiten: dagegen spielten bei den feldüberlegencn Tarmstädtern die Läufer zu offensiv und zwangen damit den <-:turm zu. engen, leichter abwehrbaren Kombinationen. Im Endecgebins siegten die Aachener mit 7 : 2 ll : I >. Tas Spiel, das vor WO Zlischaiiern nnsgctragcn wurde, leitete Stern (Gießen) gut. RjF Tarnistabt II—Schild III Frankfurt a. M. I„ö. Um die Makkabi-Meisterschaft im Fussball . In M a u n heim standen sich die 1. Mannschäften des Bär Kochba Frankfurt a. M. und des Bar Kochba Mannheim zur Fußballvorriinde der Makkabi-Kreismeisterschaft gegenüber. Es. war ein harter, aber fair dürchgeiührter .stampf Tie reifere Technik der Mannheimer zerschellte an dev. guten Hinlerniannsciiast vvn Frankfurt. denen Elf mehr Kampfgeist zeigte. Besonders sind das 3. und 1. Tor zii^erwähnen (Haldzeiteraebnis 2 :0 für Frankfurt a. M.>: das 3. Tor resultierte an» einem Strafstoß das als gllanke nach der anderen Teile gegeben, von E. Aleizer äufgenommen. und. durch prachtvollen Schuß verwandelt wurde. Tas 1. Tor erfvtate durch eine wundervolle von E. Metzer cingcleitete. .Itombinativn. der iineigennuhig an «uttmann abaab, der daraufhin cinsandte. Ergebnis 0 : 1 für Tfrankfurt a M Bar Kochba Mannheim II—Bar Kvchba OraNk- , Hirt a. M. 3 : 2. 8. ... und im Handball. Tie ausgeglichenere Frankfurter Barstvchba- Mannschatt besiegte die Mannheimer, die in ihren Reihen ausgezeichnete Einzelkvnncr haben, mit 6:3. Bis zur Halbzeit wehrte sich Mannheim tapfer und konnte das Spiel offen halten: nach der Pause kam ' ''Ti. . "■ ' doch die reiiere Technik des Siegers zum Durchbruch. Ter Sturm war aus beiden Seiten gut.. L.B. RjF Heilbronn—Rj F Pforzheim 2 :1 Ein stampf ziveier ziemlich gleichwertiger. F n ß b a l l mannfcliaftcn. wobei sich bei Pforzheim besonders die ballsichere-Verteidigung und bei Heilbrvnn der linke Sturmslügel anszeichnete. Tltrch einen Elfmeter kamen die Psorzhcimer zum ersten Treffer. ' Noch vor der Panse glich Herlbronn aus, um dann in der 2. Halbzeit durch ein ' sehr schönes Tor des..Halblinkem den Sieg sicherzustellen. Weitere E r'g e b n i s s e : Rj!r Lssen^ach A. H.—Mjg Heitbronn A. H: 3 : 2; RjF Pforzheim Il-7 RjF Heilbronn II 4 : 1. / Bckh. Weitere siidwestdeutsrhe Fiissballergehni»se , Hakoast Stuttgart I—Hakoah Karlsruhe I nach Per-: längerirng 3:2. . - . Mitteldeutschland Entscheidende Punktespiele Bar stochba Leipzig besiegte im Fußball seinen Namensvetter aus Dresden mit 5:0 und kann dadurch an den weiteren Kämpfen um die deutsche Makkabimeisterschast teilnehmen. Vorher trennten sich , die beiderseitigen Knabenmannschaften mit 2 :1 für Leipzig. Tie Frauenhandballmännschaften spielten 4 : 4. —-n Tie > Herren Handball Mannschaften von Schild Dresden und Schild Jena trugen am l!'. April in Dresden das letzte Punktspiel um die RfF-Meisterschait für Ntttteldeütschlniid an«. Tresden sah sich wider Erwarten einem ungemein kampitüchtigen Gegner gegenüber, so daß es erst gegen Ende der ersten Halbzeit in Führung ging. Jena griff immer von neuem tapfer an. wurde durch Trrsdens famose Hintermannschaft indes regelmäßig am erfolgreichen Schuß gehindert. Sv sah Jena trotz des ousgezeichneten Tormanns den Ball noch mehrmals in seinem Tor. Ter vorbildlich fair verlaufene Kampf ergab ein <> : 0 (2 :0) für Dresdens . Handballer, die damit nach reichlich zweijähriaem Bestehen das 25. Spiel durchsührten und den 15. Tieg errangen. 6. J. Makkabi-Boxen in Leipzig Am 19. April veranstaltete Bar Kochba Leipzig seinen zweiten diesjährigen Borabend. Aus den zehn Kämpfen ist nur. die Begegnung zwischen dem deutschen Makkabimeister un Leichtgewicht, Reumann 'Berlin, und Lewin lTüsseldors, besonders hervor- - znheben. den Neumann gewann. Alle übrigen Kämpfe waren meistens Rahmenkämpfe .qeaen Vertreter des Bar Kochba Chemnitz. ~ ' K—n Jüdisches Leben - Das Lehrhaus ruft Noch ist kaum das fröhlich-ernste Abschiedsspiel verklungen, mit dem das Berliner Jüdische Lehr- Haus in seiner Seinesterschluß-Bernnstaltimg den treuen Stamm seines iinmcr mehr zur Lerngeniei». fchaft zlisammenwach,'enden Hörerkreii'es entlassen hatte, da öffnet es schon ivieder die Pforten seiner Bortragssäle und Arbeitszimmer zu neuem Beginnen. Ein kurzes aber gehaltvotles Sommer, semester wird angekündigt, in dem wir alle »ns schon vertraute» und in den Rhhthmus. des Berliner jüdischen Lebens unablösbar eingetanen Fvrwen geineiiisämer Arbeit wicderfinden: die Tonnerstag.Vortragsreihe, die teilweise die wirkiingsvvllc Form der kontradiktatorischen Auseinanderjetzuiig ivieder aufiiiiiimt und um das Gesamtlheina „Jur Gestaltung uliseres jüdischen Lebens: Bestand und Fordcriing" sich gruppiert, die Alvntagsvvr. lefiingen, in denen an vier Abenden biblische Gestalten aus dem erste» Buch Mose ziisaliiuien-. bzw. eijiander eutgegengestellt werden: und schließlich die zu intensivster Arbeit bestinunie» Arbeitsgemein. sitzaften. in denen die Gegenseitiglcit des Gebens und )>!eh»iklis zwischen Dozenten und Hvrern'Reiz und Fruchlbarleil der Winensiiberiiiittluiig erhöhen. Daneben..nehmen Fach, und 'Werkknrie. Sprach, und Ausivaiiderliiigsschnluiig ihren Fort-' Tie in vielfacher Hiitstcht bemerkenswerten . statistischen '.Aiigaben, die die Lehrhansleikung über das abgelaiisene Semester verössentli'sit st,at. tasieii erkennen, baß das Gebotene trotz seiner Bielsalt und Krait die ganze Breite und Tieie der jüdischen Sesfemlichkeil Berlins noeii bei weitem nicht durchdrungen hat. 17ix, Hörer nnd viel, wenn man an die Intensität denkt, mit der ein erfreulich großer Teil von ihnen das Gel,orte und Erlernte auiiiiiiilnt und verarbeitet: sie und wenig, wenn inan tveiß. baß einem Vieliachen ihrer Iaht noch immer der Ernst und die Besinnung, leiiiessalls aber die -äußere Aiöglichkeit fehlt, im Ingang zum jüdischen Wissen cineu Hall im ilmskiirzeiidell Geschelien der ' Ieit zu sinden! Wo bleiben die Männer, von denen nur Prozent den 65 Prozent Frauen . gegemibentcheu" Wo die Verheirateten, die 'ich von 5:',.2 Prozent II»verheirateten haben ülvril»- geln lassen? /Werden die s.r>>her.iiblichen Abe-ndiiNlerhaltniigeii. die;n eisicm erheblichen Teile jetzt' sortfallen. io vvilstäiidig durch vermehrten Bridge und iliisriichkbares Iriib'alblaien aiisgeglßheii. d^iß keine Feit zu geistiger 'Vertiefung melir bleibt ( Tas Soiiimeri'emester ist kurz.- vielseitig »ud anregend. .',ah!reict,e 'einer Tarbieltingen verpstichicn nicht sn.r viele Aionatc. 'sie geben sozusagen nur einen ^appetitanregenden Vorgeschmack, den, eine reutzlialtigere ^peisczniaimiiciisletlnitg im Winter folgen imrd. Es eignet sich d>irnm vortreis. (ich zum Begum. 'Wer ihn initernimiiit. ivird — - das ist der Anspruch nnd der ^lol z des Jüdischen Lchrhan'es —• nir die Tauergcivonncn. sein. I)r. K. K.-J. Lehrhaus Berlin __ * E>.e''!N!::a N”- 1 p :u m e v ' c in c >i c i ---. 1. Abend der 1 a n n c \ ■>! a - :'i e i ll am '.'tpul. 20.15 lNn Auta Ioachiinsthalev Straße 13.. „SiistemaNsaics und neiananlicties Fube»tu»i.' .hviegespräch: Friii Bainberaer und Eiait Bernhard Eohn. '.'l r b e i l s g c in e i n ' g, a f t e n : Es beginnen: Sternberg: Onbiiair Sprnchivei-sheli. -J*. April. ‘>0.30 lU,t. Faianemiiaße 7!« — B a d : 2r>erke. die uns angeben 2". Avril. ' 17.30 Uhr. Fa'anrnstraßc 7?-d". - G^u ck i o h n : Photographieren für jüdischer Geist Anfänger. 30. April 20.15 Uhr, Marburger Straße 5, >ll. — Xreitel: Wanderungen in die Natnr. Vorbesprechung. 29. April. 20.30 Uhr, Marburger Straß« 5, 111. Prak t i s ch e Kurse: Englisch. Französisch. Spanisch. Italienisch, deutsche lind fremdsprachliche Stenographie und Korrespondenz. Buchhaltung. Bilanz nnd Abschlußtechnik. Tie Kurse beginnen ab 30. April. Ter neue Plansnr das Sommersemester ist erschienen und im Sekretariat erhältlich (10 dis 13 nnd 10 bis 18 llhr,. Hörerkartcn und Teilnehmerkarte» für die Arbeitsgeincinschaftcn mir im Sekretariat und an den Abenden selbst. Alle weiteren Anskiinite ebenfalls im Sekretariat während der. Sprechstunden mündlich nnd telephonisch (10 bis 13 n»d 1.6 bis 18 Uhr.,. Lehrhaus Frankfurt a. M. Im Vlai beginnen folgende Vorlesungen und Arbeitsgemeinschaslen: >. . Vorlesung. Westendsynagvge. L e i b v w i tz : Sprachliche und stilistische Uebiingen iin Hebräisch snr Fortgeschrittene. 19.30 Uhr: Werner: Französische '.'tebeitsgeiiieinschaft. .20 30 Uhr: Lcerbachslraße l l: S a 1 v m v n : Ter Stil der Musik um die Oahrhiliidcrtwende. 19 Uhr: Bvikenheimer Landstraße 23, '.U enha n : Mischna Scurhedrin. 20.30 Uhr: Herrnesweg 7. Kantorvw i c z : Grundlagen und Praris der Iiigendwvhlsahrtspslege. 17 Uhr; Meyer: Pnichvpatholvgie'des Kindesalters. 19.30 Uhr: Mer zbach: 9!enrosen des Kindes. 20.30 llhr. 5. Vvrhn'iing. Weslendshiragvge-. S a l; berg e r : Iüdisc1>e Sagen nnd Ätärchen. 20 llhr; Leinte: Hebräische Uebiingen ' stir Ansäiiger. 20.30 Uhr; Hanvliimagoge. E v st c i n : Tic Lage der Juden in. der Well. 19.31, Uhr: Unterlindan 21, Horovitz: Ataimviiidis. 19.30 llhr. 6. Vorlesung. Westendstmagoge. B n brr : Ter Ehajndisinns. 20 Uhr: Philaiithropin. W eil: Ehcinie^des taalichcn Lebens. «..Vorlesung. Weslendshnagvae. S t r a n ß ABibelle'e». ,9 Uhr: Strauß: Philosophie. 20.30 Uhr: W-c r n c r: Englische Arbeitsgemeinschast. 20.30 Uhr. Lehrhaus Wiesbaden ,\n Dan Schinßlwrtcng ..Tie Sciiiiksalsstlinde der jüdischen. Religionhehandelte Tr. Ludwig F e n eh l >v a n g e r - München die sich ans der Mehrzahl^der religiöse» Richtungen im Indentnin ergebende,/ Vtöglichleiten einer künftigen Einheit niid Vec'iiiFknng des religiösen jiidischen Gedi'.nkens./ Fenchtivanger ging von den trennenden Prinzipien der beiden Hanptrichtnngen des geietzeslreneii Indentliins nnd. des religiösen Liberalismus ans und besprach im Anschluß daran die per'emedenen Bestrebniigeii des religiöse» Iivnisuins. Ten grössten Astichdrink legte er ans de» GeitaliimdBedentiingsivandet des attcn/raditionsgebüiidenen Iiidcntnins. wie er außerhalb des Ghetto und außerhalb der geschlossenen Kehilia eiiurcien mußte. Tic Forineisi des torntrenen Iiidentnms bedcnteten einst bis zur Emanzipation sehr viel mehr als eine A'innmarische Aneinanderreihnng von Geboten und Lerbvten: diese ivaren vielmehr die nntrennbaren Teile einer qcschlvsielicn Lbbcnsr'und Teiilwrm-. A ls die.Ghettomanern sielen, setzten die Beinühnngen ein. - Weltanigeschtoüenheit (vor allem Kapitalismus und .stiiliiirgläiibigkeitl mit der Tvratrene vereinbar zu machen. Tieier Versuch scheiterte: die qesetzesfrcie niid die geictzestrene Richtung nähertcn sich' insvlgedenen n'nbcwuß: nnd . ohne cs selbst zu. wollen einander von innen heraus. Srthodorie und Liberalismus haben im 20. Jahrhundert auigchvrt. gctreiiinc. in sich abgeschlossene, dem 'SLeieu nach verschiedene-rcligiös-jüdischc Grundhaltungen zu bilden. Das Alerk Franz Rosenzweigs ist für diesen Bedeutiingswandel beispielhaft. Ter Hauptteil des Vortrages enthielt den Versuch, die jüdisch-religiösen Nichtungeii mit der all-, gemein europäischen Nangordnimg der Werte zu vergleichen. Lttdwig Feuchtwanger kam im Verlauf dieser Kousrontieruug zur Herausarbeitung von -dreierlei Haltungen znm Religiösest: die nätnrwissenschaftlich - atheistisch - seclenanalhtische Haltung (Beispiel Freud), die dogmatische Haltung .und die modertie Eristenzial-Philosophie. die den gebundenen Glanben und der „Vorgeordnetheitdes Seins, die gegebenen „Gebote und Lrdmingen" hinnimmt, die ..Religion der Gebildetenunseres Knltnrkrei-ses. ein typisches Gebilde des 19, Jahrlstindcrts. namentlich repräsentiert durch Schleiermacher: es ist.die Religion des Gefühls und der Pietät, des gelegentlichen persönlichen Erlebnisses lind der frommen Betrachtung ohne Verpflichtung über die allgemeinen staatlickien und sittlichen Gebote hinaus. An den Beispielen der Religiosität von Goethe und Rilke versuchte der Vortragende, diese dritte, uns am nächsten stehende, aber gänzlich unjüdischc, Richtung zu verdeutlichen. Nach sclzarser Charakterisierung der drei Typen erörterte Feuchtwanger die Annähcrungswcge der drei'Positionen in nnd außerhalb des Judentums. Nrir in einer enttagnngsvollen. verzichtenden Wksensancigniing ivertv -ein neuer Ingaug auch zum Religiösen im Indentum qeiäiasien, wobei der feste Wille des Menschen maßgebend bleibe. Ter Säkulärinerungsprozeß müsse zunächst einmal beivußt gemacht werden. I'. L. Semesterbeginn der Lehranstalt in Berlin Am 21. April eröfsneie die Lehranstalt snr die Wissenschaft des Iudentnms. Berlin, ihr diesjähriges Sommersemester mit echter kurzen Feier in der Aula der Lehranstalt. Prosenor Tr. El-: bogest, der ans - allgeineincn Wunsch weiterhin Vorsitzender des Lehrcrkvlleginms bleibt, ivnrdiglc in seiner Ansprache die Bestrebungen und Verdienste von Leopold Inn;, de:n die Lehranstalt ihrest Namen tote ihr Arbeitsgebiet verdankt. Wissenschaft des Judentums kann immer nur ivisseilschaftliche Arbeit am lelviidigen, sich iin steten F-tnß der Entivicklnng befindenden Iudentnm sei». Tas Indentnin darf vom Urgrund feines Seins -nicht losgelöst, vom Leben niemals getrennt werden.. Wissenscl)ast nnd Leben sollen nicht. isoliertbleiben: wenn das Leben sich von geistigen Prinzipien leiten/ wenn umgekehrt die Wisienschaik sich vom Leben bcirnchten läßt, wird eine inr das-jüdische Leben wie für die jüdische Wissenschaft gleich fruchtbare Verbindung möglich fein: — Reben der speziellen Ausgabe der iüdi'cheit ' 'Wissensvermittlung erwächst der Lehranstalt heute ancl, die Aufgabe, ihren Hörern die' geistigen Grundlagen zu verschaffen, auf denen sich das Einzelwineii anfbant. Tic Lchrstäligkeit in den Allgcwcinsächern ist daher weiter alisgebaut, die Iah! der philosophisch-historischen Vorlesungen ist erhöht iind um zwei kunsthistorische vermehrt worden: estcnso istird^in allernächster Zeit eine Vorlesung in Arabisch eingerichtet werden. Auch in —den Abschlnßprüfungc«—der—Lehranstalt wird neben dem Wissen in den iudaistiictien Fächern der A'acl'iveis eines ansreichendcn Allgemeiinvinens in Inkiin't eine erhöhte Rolle spielen. Reu eingetrelen in den Lehrkörper sind Tr. Fritz Ka usmann iFreibnrg) und Tr. Hans Liebe schütz ' iHamburgs. Von Interesse ist schließlich, daß die Erhebung von Horergebuhren. die bereits für das vorige Semester beabsichtigt war, für das künftige Semester von den Anssichlsbehörde" genehmigt worden ist.' . Gü. La. Lehrerfortbildung Veranstaltung des Preussischen Lehrerverbandes und der Reichsvertretung in Bonn In dsn ersten Tagen der Lsterferien fand in Bonn eine LeHrerfortbildungstagung statt, in deren Rahmen auch die Generalversammlung des jüdischen Lehrervereins Rhemland-Westfalen tagte. Alan hätte Bonn gewählt, um das Bild einer der aus der Ieit geborenen Kleinschuleu vorfuhren zu können. Ter Leiter der Schule. H a m m e r st e i n , gab eine anschauliche Darstellung der Entstehung. Entwicklung und des Arbeitsplanes der Schule, während der ziveite Lehrer, B a l i e r - G r o ß - mann, die Turchdringnug des Unterrichts mit jüdischem Geist darlegte. Tie Nachmittagsdiskussivn wurde cingeleitct durch das sachliche Referat von -Reinhardt-Köln über die' Gliederung des hebräischen Unterrichts in der mehrklaisigen Volksschule. Zn den Höhepunkten der Tagung gehörte zweifellos das Referat des Vorsitzenden des Lehrerbundes. Rektor Dr. Stern, der über das schwierigste Problem im hentigen Unterricht, das des Geschichtssaches. sprach. Stern hob hervor, daß wir von der Staatsgeschichte des Landes anszngehen haben.'das uns die Prägung gegeben hat: weiter betonte der Referent, daß auch die heutige Jugend sich an Ereignissen und Persönlichkeiten bilden soll, die außerhalb der Geschichte des jüdischen Volkes stehen. — Im Hauptrecerat des dritten Tages lourde von Tr. Hepz- Tüiseldvrf „Ter Hachschara-Gedanke in der Schulebehandelt. Ter Leiterder Tnsseldorfer Schule. Tr. Herz, will die Schule erfüllen mit dem Blick aui die Lebensmöglichkeit für das Kind, mit der gänzlich anderen Einstellung zum Berns. Gemeinsame Arbeit mit den Bünden, 9. Schuljahr crsche'nc'i ihm unerläßlich. Im Anschluß daran ü'raä, Tr. Fritz B a m b e r g e r - B e r l i n als Vertreter des Landesverbandes über das 9. Schuljahr und die Borlehre. Im ganzen nahm die Tagnng einen sehr heiriedigendeii Verlaus, der nicht zuletzt der außerordentlich gesäzickten Leitung Tr. Bambergers zu verdanken war. Cilli Marx-Köln. Ter Verein jndiscl)er Lehrer in' S ch l e s i e n hielt in Breslau seine Hauptversammlung in Form einer Arbeitstagung ab. Lehrkräfte der Breslauer Schulen berichteten in LehrprobeiiImdz Referaten aus' ihren Unterrichtsgebieten. Richard Leivin zeigte in einer hebräischen Probestunde vor zehntind elfjährigen Kindern eine lebendige Form des Unterrichts. Musiklehrer Werner wies in seinem Referat über-Hilfsmittel für den jüdischen Musikunterricht die Ziele des Unterrichts auf und gab einen kritischen Ueberbluk über die zur Versilgung stehenden Liederbücher. Stndienrat t. R. Tr. F i s cher behandelte die wichtige Frage der jüdischen Lesestoffe für den Deutschunterricht. Ruth W i t t sprach ergänzend über die neue deutsche Lcseiibel in der jüdischen Schule. Ter Vorsitzende. Hauptlehrcr i. R.' Mops, erstattete den Ge- _MMsberjcht. Tie Hauptversammlung beschloß die BildimgFwiTArbettsgi'ineitOchaslcit ttl der Provrnz zur Fortbildung der LehrkräiteFn der Religivnswissenicliait. Zur Pflege des Neuhehräischen und anderer Wissensgebiete wird die Abhaltung eines mehrwöchigen Ferienkurses in Breslau geplant. Tie Photographie der in Nr. 16 der C.-L.- Zeitnng vervssentlichten Gesallenen-Gedenktasel in der Dresdener Synagoge stammt von der Firma Photo-Neumark, Tresden-A.

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