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Central-Verein-Zeitung · 1936-04-16 · 16 (16.4.1936) · page 7

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
16 (16.4.1936)
Date
1936-04-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Ir. 16 * 2. Beiblatt » V« 16. April 1936 f)er Schöpfer der Lehre vom Gleichgewichtssinn Nobelpreisträger RobertBarany gestorben ^Der Glückwunsch, den wir 'bcitbiiditiitten. muß zur Totenklage iverdew Am 22. April ■ hätte 'l;ro* sesior Robert Bürünli. Direktor der Ohrenklimk . der lluiversität Npiala. feixt GO. Lebensjahr , vollendet. In aller '^iVelt. waren Ehrungen vorbereitet. So von führenden Ohrenärzten der Kultursiaaten unter Leitiing.von Prvienor Gunnar Holmgren ein .IEHrengruß dem Bahnbrecher der' klinischen Labprinthiorichnng. der ein großes Kapitel der Otologie geichaücn und neu gestaltet bat". Auch die E.-P.-Zeitung wollte nicht fehlen, denn Bärümi war Jude. Gin tragische-? Schicksal bat ibu wenige Tage vor seinem Jubiläum hinweggeraüt. Nobert Büräuh war in Dien geboren, xvo er auel, studierte und 1900 den Doktorgrad erbielt. 1902. wurde er Aspirant. 1905 Assistent an der Ohrenklinik der Universität. Diese stand unter Leitung des bervorragenden Mitbegründer-:' der xuodernen Ohrenheilkunde. Professor Adam P olitz e r, der gleichfalls Jude war. In dieser Stellung wurde Bürüny 1907 von dem Nachfolger Pölitzers. Piktor N r b a n t i ch i t s ch . überxioinmen. 1909 chabilitiert» er sich sürOhrenheilkünde. 1913 batte die Zahl seiner Verbnemlichungen bereits 8.', Sck,risten erreicht, von denen sich die Mehrzahl mit der Funktion des im inneren Oh re gelegenen P o r h o s - B o g e ng a n g a p p a r a t e s befaßte. Ans diesem Gebiete war.es ihm beschieden. wissenschaftliches Neuland zu erschließen. Seit den dreißiger Iabren des 19. Jahrhunderts batten Forscher der verschiedensten Länder versucht, die Verhältnisse in diesem Teil des Innenohres aufzuklären. Man wußte lange, daß er. während die Schnecke dem H ö r akr dient,-ein Organ des Gleich gew ich tsünnes' darstellt. Allmählich entdeckte man auch in. den „Bogengängen" ein Sinnesorgan: iür die Wahrnehmung von Drehbewegungen. Ebenso, daß bestimmte Beziehungen zwischen diesen Bogengängen und der Dichtung bestanden, in der beim so- . genannten Nhstaginus, d. b. rhhthmischem Augenzucken, der Augapfel ausschlug. Noch manche andere Erkenntnis hatte sich aus scharssinnigen Einzelerperimenten . der verschiedenen Forscher ergeben. Dem Genius Büränns war es vergönnt, die Gesetzmäßigkeiten zu erfassen, die hier, herrschen. In jahrelangen mühsamen und erakten Versuchen gelang es ihm. eine f e st g e g r ü.n d e t e 19 i s s e n- . s ch a f t d e r P h h s i o l o g i e d e s V o r h o s - bog eng angapparates zu schassen. 1907 konnte Adam Politzer in der Einleitung zu BärüuhS Standardwerk bestätigen, daß durch seine Untersuchungen ..die Klinik dieses Sinnesorganes in ein neues Stadium getreten und die Diagnostik der in der Ohrenheilkunde so fruchtigen Erkrankungen des Bogengangapparates aus eine sichere Grundlage gestellt worden". sei. Denn, was Bäräng gesunden batte, ging weit über . die Bedeutung erfolgreicher Laboratoriumsver'uche hinaus. Er gab dem praktischen Ohrenarzt sofort in ihrer Ausführung erlernbare Methoden an. die Hand, mittels deren dieser sich bei seinen Patienten vom Sitz der Schwiudelerfcheinungen überzeugen konnte, an denen.sie luten. Die Prüfung mittels des Drehnubls. die sog. kalorische, mittels Anssvritzens des Obres mir Dauer über oder unter Körpertemperatur. die galvanische.-die Untersuchung in verschiedenen Körperiagein und Kop'- s stellungen. die Berbindung dieser Pletboden niit deni sogenannten Zeigeversuch, der zur Aufdeckung krankhafter Beränderunge^ im Kleinhirn diente, und manches andere wurden sehr schnell Allgemeingut der Ohrenärzte, Wlnteri'uchung nach Bäränn. bald ergänzt durch die.Bletboden anderer Forscher, bewährte 'ich sowohl bei Beantwortung der Frage, welche Teile des erkrankten Obres, etwa bei Mittelohrentzündung. befallen waren, wie weit ali'o gewisse Operationen zu gehen Iiatten. als auch ganz besonders in der B c g u t a ch t u n g von Schadelbrüchen und Kopserschiitrernngen auf dem Gebiete der I! n ' a!! v e r s i ch e m n g. Ein ohrenärzrlicher Epimeuides. der auch nur in Jahre später aus der Einsamkeit zuriickgekehrt wäre, hätte zu seinem Erstaunen einen ganz neuen wissenschaftlichen lüvrt'chatz porgesunden, den er ersi hätte erlernen müssen. Büränp erhielt .1912' den Politzer- Preis aus dem Internationalen Olologen-Kon- ’ greß in B o N o n . I'.'lsi in B r e 4 I a u den E r b- Preis. 1914 den Gunot-Preis der Universität. Groningen. Er wurde Ehrenmitglied zahlreicher gelehrter Körpericijaiien.. I'.'lt machte er den Krieg als Militärarzt mit und wurde mit seinem. Lazarett in Przninhsl . rn'fü« scher Kriegsge'angener. In dieser GesangenicMi't. bei der er siäi zenivei'e in Durkesian pesiind. wurde er 19:.', von der Nachricht überrascht, daß ihm. der N v b e l v r e i s verliehen worden 'ei. Aber eine Ordeurlickie Pronnur für den Nobel- Preisträger siind ''ich in Oeirerreiä, nicht-.und 'o ivurde es ein Nn!iin Säi>vede:is die'em . genialen Forickier an der llniverniar, U v i a l a eine leitende. Lehr- und For'eliertnligkeil geboten zu haben. 1917 trat B.irunii. der vorübergehend vorder, in Groningen tätig gewesini ivar. 'eine .schwedischeiPrvse.siur an. und von Upsala ans hat er 19 Jahre liiudurai eine weitere Neitiebedeiiniugsvoller .Aröeiieu in die Ivell gesendet. Diese dienten nicht a Ile nt dem A m-baii der von mm gesäkis'eiieii Velire voiii Gceicl'geivickitsiiu-u. sondern auch vielfach makti'chen vlireliarzllieii- ,vverativen. Ziveckeii. Neben -einer.neue» Art der .Slirnhol'Ieiioperauon gab. er eine verbesserte 'Methode der.-sogenannten Nadikalvl eration des Ohres vhiie Gehorgangeplanil an und einige sciiier Forschlingen gingen, wie iioch vor einigen Jahren ein Bortrag in der Berliner Nledizinitckien Gesell'chist zeigle. iven über sein Londergebiet hinaus, hinein in. die Allgenieii'- medlZin. Bor sieben Jahren regte er eine I n - t e r n a t i 0 n a i e A k a d e in 1 e z n r S t ä r - k n.n g d e s/ '19 e t t ' r i e d e n s an niid veriiietile zn die'em Zivccke. Not^elvreisirager als dereii leitende Kopie zn organisieren. — Seiiiem schive- Per Fachmann für Gabardine-Mäntel BERNHARD BOHRMANN Herrenkleiderfabrik Aschaffenbarg di'äieii Adopl-ivvalerlande . Iniig/ er iii dankbarer riebe an. >v,e er aii'ä, voii iliin - geel,rt und ausgezeiäinel ivurde. Niäit allen, iur die neue U''in'eniciMrtlidie Erkenntnis. die er ihr geiäienkl Iiat. gebnlirt ihm der Tank der 'Menni,heit, er l,at auch eine s 0 z i a 1 e Tat ge-leiuet. die bei der großen Menge der täglieiieii Kopsverletzinigen und Sckiadelerickiillteriingen in Betrieb nnd Bepkehr gar'nielil hoch genug beivertet ivcrden kum. Ter geschädigte Arbeiter und der iiin'allverletzte Bersicherte müssen diesem Foriäier und Arzt ebenso dankbar sein wie Genligeber. '>>iä,!er und vlul.uiiler. San 11;it-rat I)r. Alfred I’eiser. Ein Meisterwerk der Schriftauslegung Benno Jacob : „D ai erste Buch der Tora Genesis“; Berlin, Schocken-Verlag; 1 9 3 4. A n g e z ei g t von Dr.S. Samuel Der verhältnismäßig große Zeitraum, der seit dem Erscheinen von Benno Iaeob-r äußerlich >v>e innerlich gewichtigem 'Geiiesis-Konnnentar ver.- strichen in. lvnunt einem wolil erivogenen Urteil zugute, wie es der Leininig des l-eriavers angemen'en in.'Ein großes BNignis hat dieser nnternomineii: ob und ivie weil es getnngen.jsl. ivird noch lange die Gemüter erregen. Ein.Illagnis war es nicht deshalb, »veil die 19cit nbergeiing Erklärnngen zur Genens besäße und keiner iveiteren bedürie: denn die Bibel iN selbst wie e,n Weltall, das täglich neue Näksel aii'gibt. Benno Jacob hat es indessen iiiiternommen. dem Ttrvi» der Forschung ein neues, tie'eres Und reineres Bett zu graben, iveil er zn uerianden und zii veeschlämmen in Ge'ah r ivar. Dies deshalb, iveil er nicht mehr der Sprache..dem Stil »nd der Denkiveii'e des Originals entNrointe. sondern geivaltsam in die Fiingschlenien gelel,rter Dogmen'»nd -vnpothe''cn der sogenaniiieii höheren Bibelkriiik ahgelenkt ivnrdeund die voril.-is h^bi-ain,. die einzige nnserer Bibel angeinesiene. statt sie zn befruchten. zerstörte. Jacob begnügt 'ich damit, als INde einen jiidiickien Kommentar für seine Geineinsckxiitzn schreiben, ohne Nücksicht aui chri'tologiickxe oder iilanii'che Theologie, eriullt vom Eigenwert des iogenannten Alten Testaments und unter Ablehnung gewiner, religivnstzesehie>itl:ä^r Entwicklungstheorien: die der retigiös sitiliänii Höhenlage un'erer. Bibel nicht gerecht iverden können. 19 ir versuchen, der Uebernckit ivegen in vier Punkten, das zii-am'meNzn'asieii. . ivorin uns dre e v 0 ch.a l e Bedeütung des Werkes zn!lenzen ichenil. 1. Der literarhistorische Neubau Ausgehend . von . I e,1 n A >i r » e s Onellenhiipollieie zur die Geneüs lin leinen tä>i>p-etur«--: >»e los i>ionu>ii.-.<oi ioinanx ole.. l 7.',Zi. >oar e> u»i die 19ende des 2>». Ialirlniiiderls lnfonders der G r a i ° 19 e l l h a » i e 11 nhen i ämle gelungen, eine vollkommene D e k 0 »1 l' 0 s 1 I 10 n de-'- I»»sbuäk's ibzio. des Herateiielis »ul Eiuiellliiß de^ Biuhes Iojiiai zur U'iiieiiiäi>iiiliä>en Anerleiiiiiing zn bringen: Hiernaäi el:le fuh die.Genesis znsainnien ans mindestens drei verloreiigegangenen, in Worlioalil. Erzähler>til »nd Aiiselianniigen streng geiänedenen Seliri'ten iPriesierietjrist P; Iahvi't I mit deiii Gottesnainen Ihioln Eloliiit E mit deni Namen Elohiin >: zalilreieiieii Frag-inenten ans »oeileren Onellen. idi.e anszii'puren iviiiensäsattlielier Ehrgeiz wurde', eiidlul, einei» '.lledgtlenr >'>!.». denen Hgriiioiiiiiernngsarbeil genliickl genug war. einer muh vielen 'Millionen zahlenden Leierivell eine Einheit. A'vr;ntaiuä>en. 19er die irnliereii Arbeite» Benno Jacobs ven'ölgle. li»sbeiondere ..Im Nainen Golles." Berlin I'.'nu: ..Der Pentgteiieh." Leipzig!9u'o ..Oiielleiiiäieidiing »nd Eregr>e iin Penlateiiel,." veil'zig I9IG; „Auge nin Auge." Berlin l'.'2'.'i.- sah naä» »nd »ach all-jene Hilpotliese» iiiiler der 19nel>t zwingender Gegen-- argiiineiile zii'amineiil'r.eilien. Das loieliligste Bolliverk ivar der aiii>a!leiide 19ecknel der „tüotleS- 11(111,011 “ 'Adonaj und Eloliiin, 1 djoi 11 l’iir bereits l. B. '>>!.. Kap. I von Kap. 2 -i trennend und dnr>I> das Z,eng»is der Bibel . iellot (II. B. 'U>. K. 0.u, niiter'liitzt. . Beniio -/,aeob gelang der '>in daß h,er wie ,11 der ganzen Geiieüs. die ja a»e!> A d 0 n ä j - E l 0 l, 1 in iehreibl und den Namen A d nun j häu'ig 0 0 r jeiiein :',e>i>ziii''e >m 2. B. Mv'e unvesangen Verivendet, d,e 19ort>vähl jedes- Pauline Volkstein Von Herbert Fromm , Mit diesen Zeilen soll die mlisiktreibende Jugend ans einen noch imgeßobenen Schatz wertvollen Melodien-Glltes hingewiesen werden: das Liedselzaisen von Pauline Bvlkstein. Pauline Bvlkstein ivurde.am 19. Januar 1*49 in Qtledlinburg geboren. Sie entstammt einer kunstliebenden Familie. Ihre INutter. eine hochgebildete Frau, ßatte in Denau bei dem damals berühmten Komponisten des „Weltgerichtes". Friedrich Schneider. Generalbaß studiert nnd. unterrichtete ihre Tochter bis. zum dreizehnten Lebensjahr im Klavierspiel. Trübe Berhält-uine im väterlichen Geschäft veranlaßten die liebet* siedelung der siebzehnjährigen Pauline zn Perwandten nach Paris, in deren Pntzgeschä't lle mithelsen mußte. Nach'zweieinhalb Jahren kehrie sie nach Deutschland zn ihren Eltern ztirück. die inzivischen nach einer märkischen Kleinstadt v.erzogen waren. Schon die Ingeudjahre standen. unter dem Zivang. Geld zu verdienen, und als die Eltern starben, .mußte die 35jährige Panliue zusammen mit ihrer um ein Jahr jnngereit Schlvester ans neuen Broterwerb sinnen. Die beiden lausten zwischen Arnnadt nnd Ober- Hof ein kleines Hans mit Garten, tim als Gärtnerinnen den Natnridea.Ien des verehrten Nonnean zu leben. -Hier verbrachten die Schwestern sea,s Iahre. bis neue Schwierigkeiten ne zwangen, das Besitztum zu verkatlfen. Tann siedelten sie nach Dresden Tiber und erlvarbeii dort einen kleiuen Laden. — ein an Arbeit und Müh'al -reiches Lebeit. Nach mehreren Jahren ivurde-alles-wieder verkauft: die tapferen Schwestern versuchten in Italien Fuß. zu . fassen. Aber auch hier waltete ^-kein. glücklicher St-e-rn. so daß-ckiie beiden enttäuscht nach Deutschland znrückkehrten und sich nun in Nheinsberg . am Nhyn als Näherinnen ansiedelten. Die Munk hatte bisher in Paulinens Leben keine benimmende Nolle ge'pielt. Ern ein von außen kommender Anlaß erweckte das schlnm« mernde schöv'erinüe Talent. Im Jahre 19<H verös'entltehre die . I9ocklk" als Ergebnis ihres Preisausschreibens ein. He'l moderner . Pollslieber. Das. gab uir die-. Anregung,, ielbn zu seha'fen: wie au' ei» Zauberwort össnete^uck, inihr der?Neiod:-n-Bor.ii und begann-nnanihaUsam zu strömen. Pau.-n:e besaßnickit einmal ein Klavier und konnte »'re Bielodieit kaum schnell genug in .Buchstaben n-edernnreibeu. Sie ivandle nch-an den Kaiser n::t der Bitte um ei'g. gebrauelites Klavier, und w-.rklrcki. wurde ihr von der -Hochscknile für Muül in Berlin ein Instrument zuge- - H£ll!. Inr Jan re 19MÖ über'-iedetle Pauline Polknein nam. Wennar. ivo ne llnrerstutziing 'ür ihre mnnkal,sck'en Beürebungen zu iindeii hos'ie. Es fand i'iäi jed-oai niemand, der sich der mit raßlp'em Ei'tr ia-o.''enden ' Frau annahnr-: ne inußie Näherin b.eiben, -um nä, am Leben eriialten zu können.. aab ne im Delbitverlag eil! -He't mit 24 Volks.:edern heraus, dein sie noch zivei weitere -Heüe so.genließ. Die'-? enrnieiien nicht das Bene, ivas d:e Komponin-.n b,-:- dahin geschassen haue. Im Ianre l1*-'’ verö''eiiilichte der Komponist Armin K n a b einen An''atz ..Die Ansernehnng . des Bolksliede.s". Pauline Polküein wandte sich 'an Knab nnd ''and:-? '.!nn Proben -ihrer . Knnsi. Knad. eine eane Sa'.op'ernatur. frei von akade-mi- .scheu Porurtei.-n. erkannte den seltenen Wert der Polk'ienisiren Melodien , und' forderte weitere Stücke tot. Er er'ulir Näheres von dem ärmlick,- müh'el-.geu Leben der 'dient qrei'en.Tonkünsilerin und von der gerade'.merhörren Prodn.kiivi:ät einer Frau. d:e ersi w.kt Jahren, zu komvvnieren angesiinge:: und b:s I92l errva zwol'. hundert Lieder ae-'ck;.t''en hanel «Ihren ZNede-rn liegen außer Wunderhorn- und, anderen Bolksterlen auch Gediaue von Goethe. Uhland. Ptbäike. Eichendorü. Heine. -Hofsinann von Fallersleben. Klans Grotlr^lnre:'. Keller. tDersdor'si Löns und vielen anderen Dichtern zugrunde. Mit sicherem Insiinkt hielt sich Pauline. Volksiein sasi durchs weg von Gedichten '-:rn. die allzu subjektive Tone ein'chlagen nn.d einer volkstümlichen Fammg nsidcrstrebeu.« - ' Pauline Volksiein harte ihre Lieder ansschließ- . lich mit Klavierbegleitiing gesetzt. Gewiß sjuden sich da im Satz viele Üiiziilängliehkeitem - denn von'dem. was alle an, den Konservatorien lernen können, hatte sie nichts gelernt.. Aber die tsiabe. eine sich, selbi't -tragende, organisch eiitialteie. levendige Älelodie zu' eriindeu. die den imt komplizserien Satznnd Orchesterkünsten vertrauten N.'nsikcrn sasi ganz abnanden gekommen ist. war ihr in höchsient Maße eigen. Die Dv!,- spräche der Pvllsieinschen Lieder geliört siiii'ii'cki in das 1>. nnd beginnende 19. Ialirimndert. Doch haberi >vir es hier — und das ,'l das We'ei,tliei,e — nicht mit dem beivußre.n Alisgreiien einer vergangeiien Stilepoche zn t>nn Die Iugendeiiidriicke wirkten in Pauline Bolksieiu Weiler, das arbeitsreiche Leben ließ ihr keine Zeit mehr, der neueren . Musik zu ivlgen. ''0 daß ihr Schaiseu eine ganz nakürlickie Nachblüte der klassischen Zeit isi. Es eutslauden nicht seutimeutale Lieder „im Pv!k-- tou." souderu geiuude. natürlich gewachsene Melodieu voll echter Empsinduug. Armin Knab hat 20 der besten Stücke ausgewählt. mit einem mustergültigen Lautensatz versehen und 1922 im Perlag.Kallmeher 119ol'enbntteli unter dem Titel .-.Mitten im Gärte»" tzeransgegebe^i. (Dein aussührlichen Vorwort' zu die'ein -He't haben wir den biographischen Teil unseres heutigen Hinweises eutiioniineii.) Noch kurz vor ihrem Tode, im Jahre 192'.. lerine Pauliue 'Pollsieiii e,-i,eu ziveileu .Musiker kennen, der sich in Tat und Däiri'l iür ihre Sack,e eiu'etzte: Iusius Hermaun Wetzet. Er waliüe 12 Stücke aus. schrieb neue -Klavjerbegleituuaeii dazu und' ließ sie iiu Perlag Nies und Erker (Berlin! er'cheiueu. Tieles -He't enthält kein einziges Dlück der Kuabscheu Sammlung, so daß niminelir -92 ausgewählte Bolksieinsche Melodien in^guteu Sätzen gedruckt vorliegen. Schon diese 32 Melodien umspannen eine^anze.Wett-Uerschieo^,. artigster Empsinduug. die von mädchenhaiter Zartheit, anmutigem Scherz, breit dahinströmender Lebenssrende. inniger Naturversenkung über strengen, balladeuha'ten Ton zur verklärten Entsagung des Alters nnd jenen beiden unerhörte,,, 'vrmrlba't geprägten Grabivriiehen reicht, welche die Wetzelsche Sammlung beschließen. Die ^earbeitiuigeii Wetzels stehen nicht alle auf gleichmäßiger Höhe: du- Melirzahh isl nibiftorlidit gelungen, andere dagegen sind etwas akademisch., oder auch mit all zu eigener Betonung ausgeialleu. Die .'tzsitschrist ..Die Niusik" brachte im Iuli- He>'t Il'27 zwei "Probestücke der 19etzelscheu A»sivahl und -eiiieu Aussatz 19etzels über Pauliue Polksieni. in den, wir solgeude S>itze siuden:/ ..Das lliiveigleuüliihe der 'sieriwilielikeil. das jede», Iudividiiiiiu aiiljastel, erl,alt bei >Iir eiueu eigeueu Glanz. geiiiisciil aus Neiubeit. Zarlt,e-it iiiie> Zeiiloi'igkeil — Eigeuidvi'tc».- bie^m Getriebe des Alltag > gern als Abivegigkeit lind lliil'edenteudheit äugeiprocheu iverden. Jene Ecl>ll>eil-'ruz'rk»iäle biüialteu auch bei kleiiieiu Ivriuate des .Trägers eineu .niiveclierbaren- Schimmer, der ersi sin, kommende» bieiten volle Leuchilrast gewinnt." — —- Tie jüdische Lesseiitli>!,keit hat' Iiiterene daran, sich Hin den iiiu'aiigreiaheu Manuckript- - Nachlaß der im Ia!,re!92."> m 29ciwar vebsiorbeueu T'viiliiiisileriu zu lninnierii, Zpniächst iväre, sesizuilellen. wer die Ma»i"kr,pie in. 1si'rival,r,iug. geuommeu'li-it.-- Eine iveilcre -Auslese der ivertchollsieu norij iin.iearucklen . - lacke anird zmei'ello:- zii einer iiinriuiiri;c:i Bereiib.nnng der Hansniiiük und Vorträge in’Berlin und im Reich Dr. Ilmic.Iif'e. La u d ä n. sprach in, Berliner K n l I 11 r b ii n d aber neuzeilliclie-.- O pern'liias'en. lim einige Eiiuväiidekurz vorwe>iziine!>iw^n: Scklcuiberg hat die Isiirgange in seiner ..>sil>'ictlicl,en Hand" nicht als.. Smnbole ausgesasir. »sie es im -Bortrag-i^eß-. sondern nri, bei de-r^-dentschen Nraussiilirung gegen dieie Anssaniinggeivandt. und eudlicki glaube» wir nicht, daß ..neu" immer gleich revoliiNvnär und tradilipnslo-.- 'ein muß. daß -das vielinetir nur ans 'geiviiie «'pochen zntri'si. Isim--dicew einzelnen abgbselien. gab die Isiir- - tilgende einen gulcu Ilel'erblick nl'i-r die' veriäuedenen Tend-'n zen in - ihr-on nsichligsieii .1-ertrckcrn und Werken. Tie Darstellung ivar wie

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