Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 13 (26.3.1936)
- Date
- 1936-03-26
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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durch' die anderweitigen: Verbesserungsmassnah'« men bereits in Anspruch genommen seien'. Insgesamt werden die Ausgaben für die von der Regierung b e s c hl ob s o neu Verkehrsreförmen auf S50 000 LI* t ■ rund 10/-> Millionen RM) vcransehlaLd. beschlossen wurden unter ariderem die folgenden .Massnahmen. 1. Anlage einer Ve> himhing-Inihn '/.wisclmn den Strecken Lvdda .'laff.i uixl Lwl<I:i~ Haifa im -Nordi n .von L><I<L<, .ib<, r .ui T«! Anv. - 2. l'nihautcM zur Itesi iileumgimgdes .Verkehrs auf ' dem Jt.ilmhef’Lv.dda. ■ •. 3. Erweiterung und M->d, rmsserunr.' der li.ihnhnf.i: ——-iin_Jaffajjnid Tol-Aviv, .spater auch Bau eines -;neuen ■Personenbahnhofes für Tel-Aviv.- : 4. Bau -eines neuen-, Bahnhofes -in -Gaza,- der im- Smien des Laixlcs gelegenen aiahi.M-Inn Stadt, in.deren.Nahe sich der’englische -Flughafen -he*. Ti. bessere Verhindung zwischen Rahnhuf und Hafen in .Jaffa und'Haifa. 6. Anschaffung neuer und Verstärkung vorhandener Lokomotiven sowie Krweiteriuig des Wagenparks .um l;»li gedeckte Waggons. -7. Nach' nochmaliger Liuiuete versuchsweise Wiedereröffnung der Lisenhahri.stri-eke Afule — Nablus, also Verbindung zwischen der- Mitte des jüdischen Lilie,k und der arabischen Industriezentrale. 8.. Erweitert« Ermächtigung 'für den Ocnerahlir'ck- . tor der Eisenbahnen,' in verkehrstarken Zeiten Aushilfs-Beamte und -Arbeiter einzustellen. 9; Ernennung eines Coiniiiereial Manager für die Eisenbahnen, der unter anderem auch einen neuen Gütertarif ausarbeiten soll. Die Regierung .hofft offenbar, durch, eine solche Leistungssteigerung auch das chronische Defizit der Eisenbahnen .zu beseitigen. Während die Regierung alles in allein aus dem Kraftverkehr — einschliesslich der Zölle und indirekten Abgaben —- eine Einnahme-von mehr als 'A Million LP jährlich verbuchen kann, ist die Eisenbahn ausgesprochen ein finanzielles Sorgenkind, Das ist nicht so sehr verwunderlich, wenn man insbesondere' bedenkt, dass die strategischen Aufgaben der Eisenbahn' für die Verteidigung dieser ' Wichtigen Mittelmeerposi-■ Hon bei einem so kleinen Netz viel stärker ins Gewicht fallen als in anderen Ländern, und dass die. Eisenbahn sich bisher mir wenig der wirtschaftlichen Entwicklung angopassl hat. Gewiss waren beispielsweise die Einnahmen der Eisenbahnen ■ im . Wirtschaftsjahr IHM um 50 Prozent höher als im Vorjahr, ein Zeichen, dass auch die Eisenbahn einen gewissen Nutzen aus dem allgemeinen Aufschwung gezogen hat. Aber ■ die mangelnde Anpassungsiähigkeit der Eisenbahn ist sicher nicht nur Schuld der Verwaltung und nicht so leicht zu reparieren, wie es bei etwas grösserer Beweglichkeit der 'I’ostverwaltung etwa auf dem Gebiete des Telephonverkehrs — der Telephonmangel raubt jedem arbeitenden .Menschen .nnverhiiltnismässig viel Zeit und Kraft —.möglich wäre. Aber es wäre in der Tat nicht immer bucht, für das relativ geringe Verkehrsvolumen neuer Siedlungsgebiete immer neue Eisenbalmstrecken mit erheblichen Investitionen zu bauen. Vielmehr ist 'die Verbindung neuer Siedlungspunkte - untereinander sowie die Verbindung neuer landwirtschaftlicher Produkt i-onsg, biete mit <Ien städtischen Konsuinzeritici und den Exporthäfen in der ersten Zeit der Entwicklung stets das natürliche Monopol des Autobus und des Lastautos,' die — wie jeder Palästinenser und jeder Tourist nus eigener Anschauung weiss — in den ersten Jahren sogar auf recht ungebahnten Strassen ihren Weg finden. Wenn auch das neue Verkeltrsprogranim ■ noch nicht alle Wunsche erfüllt, so kann es doch gerade in der gegenwärtigen Zeit zur Intensivierung und Belebung' der Wirtschaft beitragen'. inM>e-omiere könnten öffentliche Arbeiten solchen t'm'fangs. namentlich wenn sie rechtzeitig in Angriff genommen werden, mich den ArbeiLsmärkLnnch Beendigung-der Oningenerntß entlasten. Voraussetzung dafür!>1 freilich., dass die Regierung hei der Verw irkliclmng ihres neuen Programms der jüdischen- Arbeit einen besseren Platz einiäumt als bisher. kfet MmeielU uui jviil ieUmtfiese* muss die Umleitung der C.-V.- Zeitung noch seiner neuen Wohnung bei seinem alten Postg gj" ■ amt (Zeitungsstelle) st schriftlich ausdrück- L U. J lieh beantragen. Der gewöhnliche Nachsendecntrag Brief- Wersich kleinen zieht, r: Müh e wird sich über das Ausbleiben der Zeitung und über die Zahlung | ,-von Strnfgehühj ren ärgern. Der hier hat’s richt i g gemacht! Machen Sie’s ihm nach. C.-V.-Zeitung Berlin W15, Emser Str. 42. Legislative Council und englisches Parlament Auf eine Anfrage des Abgeordneten Davidson wiederholte der Minister für die Kolonien .1. IL T h o m a'S seine Zusage, dasß dem Haus Gelegenheit gegeben werden wird, vor der Einsetzung des Legislative Council in Palästina diese Massnahme zu diskutieren. Als der Abgeordnete chm Munster auf die starke Bewegung gegen d'm Plan des Legislative Council aufmerksam machte, betonte. Minister Thomas, dass er schon in seiner früheren Antwort die Möglichkeit einer : Erörterung dos Planes ini Unterhaus ausdrücklich ieslgestellt habe. Kurze Nachrichten Am Tage nach Purim feierte Bürgermeister“ Meir Dizengoff seinen 75. Geburtstag. Am Morgen des Tages gab ihm eine uniformierte Motorrad- Eskorte, die aus Mitgliedern des Arbeiter-Sportbundes Hapo’el und des Makkabi zusammengesetzt war, das Ehrengeleit zum Rathaus. Dort begannen die Festlichkeiten und die Gratulationscour, die sich bis zum Abend fortsetzte. Der High Gommissioner hat namens der Mandats-. regierung der Stadt Tel-Aviv den Betrag von 5000 LP zur Anlage eines Stadtparkes, der nach dem Wunsch des High Coinmiesioners auf den Namen Dizengoffs „Gan Meir“ genannt werden soll, überwiesen. Es hat den Anschein; als ob der politische Konflikt, der seit Jahren die Bürgerschaft Tel- Avivs in zwei koinmunalpolitiech einander bekämpfende Gruppen scheidet, der Lösung wenigstens etwas nähergekommen sei. Nach,den letzten, freilich zietnlirtteaLUigten Debatten im Tel-Aviver .Stadtparlament scheint die Stadtverwaltung nunmehr doch beschliessen zu wollen, den Schulen der Histadrut (Arbeiterorganisation) eine Subvention zu gewähren, wie sie die Schulen anderer Gruppen bereits bekommen. Gleichzeitig soll eine Kommission eingesetzt werden, um die Frage der allgemeinen Einbeziehung der Histadrutschulen in das städtische Schulwerk Tel-Avivs zu prüfen. Im Oktober 1935, dein ersten Monat der palästinensischen Ausfuhrsaison, betrug der Warenexport naefi Hen erst Jetzf vorliegenden amtlichen Ziffern 114 481 LP, das sind annähernd 80 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres., An der Steigerung ist nicht nur die Citruswiftschaft beteiligt,, sondern in beachtlichem Umfang die Produktion der chemischen,'Seifen- und Bekleidungsindustrie. .Der Import lag nur um 7 Prozent höher als im Oktober 1934. Diese ungleich»!ässige Entwicklung kann vielleicht als Zeichen dafür gedeutet werden, dass sich unter dem Einfluss der Herbstkrise die Zunahme des Einfuhrbedarfs für Investitionszwecke verlangsamt £ hat, während Gleichzeitig die -Industrie dem Aus- landsabsatz stärkere Beachtung schenkte. Der Orangenexport' wird möglicherweise - in dieser - Saison die Ziffer von 6 Millionen Kisten Kaum, überschreiten. . Trotz der vercrösserten Anbaufläche ist infolge der Wetterschäden ' also die-: exportfähige Menge geringer als ’ im Vorjahr. Es liegt grosse Nachfrage aus. dem Ausland vor, die nicht befriedigt werden kann, zumal spanische Orangen infolge der auch dort aufgetretenen Wetterschäden und italienische infolge des Boykotts nur in relativ geringen Mengen auf den Weltmarkt gekommen sind. Diese Verknappung des Angebots und die Dringlichkeit der Nachfrage; haben natürlich die Preise günstig beeinflusst. Aber es ist keineswegs sicher, dass die Besserung der Erlöse den Ausfall, der durch die geringere zum Verkauf verfügbare Menge entstanden ist, wettmachen wird. In ,1er „Palästina Gazette“ wird amtlich bestätigt, (lass die Errichtung der RothschiLd- Hadassa-Universitäts-Klinik ein Unternehmen öffentlichen Charakters ist, für .das die Bestimmungen der Bodenenteignungsverordnung anzuwenden sind. / In letzter Zeit waren verschiedentlich Sendungen nach TU- Aviv mit unrichtiger bzvy. ungenauer Adressenangabe dort eingetroffen. Es wird daher darauf hingewiesen, dass Sendungen nach Tel-Aviv unbedingt mit der genauen und vollständigen Anschrift des Warenempfängers versehen werden niüssen, da sonst Verzögerungen in der Zustellung der Dokumente bzw. Avisierung des Eintreffens der Sendungen unvermeidlich sind. AifgMtt jßitiiti Auslandsnachrichten Amerika Harold 2. Icke s.-der Staatssekretär des In» neren, sprach in Washington auf der Zweijahres, loiiserenz der „United Synagomie of America“. Ist forderte die amerikanischen Inden ans. mitzu- Helsen an der Schaffung eines Staates „gleicher Möglichkeiten sür alle ohne Unterschied der Rasse, der Farbe und des Glaubens". England Der englisel)e Innenminister Sir John S i m o n hatte kürzlich im Unterhaus auf eine Interpellation über Belästigungen, von Juden im East End von London erklärt, er sei mit der gegenwärtigen Lage nicht zufrieden und stehe mit der zuständigen Pvlizeistelle in Fühlung^ um wirksaniere Rias;nahmen herbeizuführen. Simon fügte, hinzu, das; der Ernst dieser Frage bestimmt einige „hübsche Gerichtsurteile" rechtfertigen würde. liivunnclir hat; wie die ITA aus London meldet, der Londoner Stadtrichter Herbert Metealfe einen Angehörigen der Union of British Fascsits, Ernest Williams, wegen beschimpfender Aeuherungen gegen Juden zu einer Geldstrafe von zwei Pfund oder einmonatigem Gefängnis'verurteilt. Bei der Urteilsverkündung, erklärte der Richter, er habe fid)’ davon überzeugt, das; im Londoner East End jüdische Einwohner belästigt werden. Er richte an die jViR'Rtni die. Warnung, daß jedermann, der sich einer solchen 'Belästigung schuldig machen sollte, ins Gefängnis gebracht werden würde. „Ich werde nicht'-zögern", erklärte der Richter, „den ersten, der tvegen Belästigung von Juden mir vorgeführt wird, geraden Wegs ins Gefängnis zu bringen. Ter Belästigung ehremverter Leute, seien sie Inden oder Richtjuden, wird Einhalt geboten werden." - Am 22: März hielt Sir Oswald Mosl e h in der Londoner Albert-Hall eine Rede, in der er ii. a. anlündigte, daß' die Macht der Juden in England für immer gebrochen sein (würde, wenn -seine Partei den unvermeidlichen Sieg errungen haben werde) In der Sitzung des Unterhauses vom •J i. 'März fragte der Abgeordnete Byvyan A d a in s den Unterstäatssckrctär im Innenministerium. Geonren L 1 v u d .'ob er nähere Mitteilungen über die' aiiliieniilisi-he Tätigkeit der ..British Union of Fascists“ im Londoner East End nnd über den au'rcizenden Eharakter der Versammlung Moslehs machen könne: ob das Jiiiienminlsteriüm Mittel . habe, nm dieser Art des Kampfes zu begegnen. L r o ii d erwiderte, wenn der Abgeordnete eine derartige Interpellation einbringcn wolle, so möge - er-sie anlnndigen. In der UiilerHaussitzuiig vvin l9. Dlärz richtete der Abgeordnete 'Mander an den Arbeitsmiiiisier die Frage. ob er mitleilcn kdnne. in welchem Umtaiig cingewanderte Juden in letzter Zeit in England Industriebetriebe geschaffen haben nnd wie vielen englischen Angestellten dadurch Arbeit gegeben wurde. Ter ttiitcrilaatssckrctär im Jnneiiininisteriiim. Geo'sreii Llopd. antwortete, es entspreche nicht der Gepilogenheit des Home Okkiee. zwischen südisäieii und änderen Einwanderern zu'unterscheiden. Tie .verlangten Zahlen könnten daher nicht zur Verfügung gestellt werden. Wenn aber der An-- fragen Einwanderer aus Deutschland im Auge liave. io sei'''enzustellen, daß in. den letzten zwei Jahren von Einwanderern, die Deutschland aus Gr'niiden der Rasse, der Religion oder anderem Griinden verließen, etiva 200 Unternehmungen der ver'chiedei'.'ten Industriegebiete geschasien wurden. . in denen einige tausend englische Staatsangehörige Ar'ben ge'nnden haben. Aus eine 'weitere jyrage des Abgeordneten, ob es sich nicht um etwa GOuO bis Tuo't bandele, antwortete der Unterstaatssekretär. er könne dies nicht genau sagen, glaube aber, daß es etwas weniger sei. Griechenland Dem neuen griechischen Kabinett gehören u. a. zwei Mitglieder an. die sich wiederholt zustimmend . zur Judensrage geäußert haben. Sv hat der Stell- Vertreter des Ministerpräsidenten, General M e t a x a s. vor der Wahl an seine Parteifreunde in Saloniki ein Telegramm gerichtet, in hem er 'ausdrücklich, die Aufnahme jüdischer Kandidaten auf seine Wahlliste forderte. Kultusminister Louvaris war Mitglied des 1926 in Saloniki gegründeten Propalästinakomitees. Sein Plan, zu dem seinerzeit noch Pangalos feine Zustimmung erteilte, eine staatliche griechisch-jüdische. . höhere Schule zu gründen, konnte allerdings bisher noch nicht verwirklicht werden. Zum Mitglied der neuen Exekutive von Tsaldaris' griechischer Volkspartei wurde Daniel A l l a - l o u f gewählt. Vor den letzten griechischen Wahlen spielte die Frage der Schaffung eigener jüdischer Wahlk u r i e n eine gewisse. Nolle. Die Befürchtung, daß die' griechischen Juden damit zu Bürgern ziveiten Grades gestempelt werden sollten, halte eine lebhafte Opposition bei jüdischen nnd nichtjndischen Kreisen hervorgerufen. Tatsächlich wurde der Plan fallen gelassen. Er hat jetzt erneut Bedeutung erhalten. Tie von Kleinasien nach Saloniki verpflanzte grlechisch-tnrlische Bevölkerung hat sich die Forderung nach getrennten Wahlkurien zivischen dem cingebvrencn und dem nach Griechenland geflüchteten Teil der Bevölkerung zu eigen gemacht. Sollte die in dieser Frage überreichte Denkschrift Erfolg haben, so könnte die Frage für die Wahlpolitik der Inden eine erneute, in diesem Falle aber wohl positive Bedeutung erhalten. Auf eine Anordnung des Kriegs- und 'Marine-' Ministeriums, wird den jüdischen Angcb"rigender Armee ein einivvchiger Pessach-Ü -Vö ge- Jn Rom wurde eine Straße m>. . gründer des Internationalen Agr,. ..Viale Davide Lubiu“ benannt. Das r wurde vor dreißig Jahren gegründet, cs hinter dem Patronat König Viktor Emaniie,. 73 Länder sind ihm angeschlossen.-David L n b i n ist auf dem jüdischen Friedhof in 'Rom beerdigt. Der Gouverneur der Stadt Rom weihte die nenc .Straße, die in einem der schönsten Viertel der Stadt liegt, unter Ainvesenheit zahlreicher Vertreter der Behörden, der 'Wirtschaft und der Wissenschaft. , Oesterreijch Am 18. .März sprach in Wien der/ Rektor der deiitschen Rat'iviialstiftung ..Anima". Bifchof -vn dal, über „Das Problem des Rafseneiüflnsses im abendländischen - Ehristentiliii". Unter - den zahlreich anwesenden.weltlichen und geistlichen Würdenträgern ivaren n. a. Kardinal I n n i tz e r und Oberräbbiner F e » ch t w a n g. . Im Verlauf seines Vortrages erklärte Bifchof -vndal. das Vorhandensein geiviiser rasiehiologifchcr Tatsachen könne nicht zur Grundlage für die moralische Bewertung von Rtenschen gemacht werden. Das Rene Testament fuße ans dem Alten Testament und seinen ethischen Lehren. -Am gleichen Abend wandte-sich der Jesuitenpatcr B i d) l m a i r gegen die Räisenthevrie. Tic Jlldensrage sei als Rechtsfrage zu behandeln. Tie christliche -Räch'tcnliebe hindere keineswegs eine Regelung der Judensrage ans gesetzlichem Lllcg. Das'Schicksal der Juden sei aus ihrem religiösen Abfall, ans ' der . Weigerung, den Erlöser anz'ierkennen. zu erklären. In dieser Sünde liege, der Schlüssel zum Verständnis des Schicksals und der Eigenart der Inden. Ehristliches Mitleid müsse zu dem Versuch führen, die Inden zu bekehren, aber 'andererseits dürfe man nicht blind fein für die zerfetzenden Eigenschaften des jüdischen Charakters. Taufe hebe zwar den religiösen.Abfall auf, wer aber nicht in früher Kindheit, sondern als Erwachsener getauft imirde. müsse eine gewisse Probezeit durchmachen, und--.auf ihn-, müsselange Zeit ein ..Arier-Paragraph" Anivendung finden. . : In feiner Predigt am. Sonnabend. d.em - .20. Mürz, nahm der Wiener Oberrabbiner Tr. ' David F e ir cht wa n g zu den.A-ngrif.feii SteUnng. denen die Juden Oesterreichs in letzter Zeit wieder - in verstärktem Maße nnsgeietzt waren. In. se-liier in der Lessentlichkeit stark .beachteten -und von,-der. Presse ausführlich zitierten Ansprache sagte er. laut ITA u. a.: . ..Wenn heutzutage von irgendeiner Seite d,e Behauptung ausgestellt wird, daß ein Teil der Menschheit erlöst sei. die Juden aber zu den Unerlösten gehören, so können die Juden allerdings zugeben. daß sie selbst sich nicht als erlöst betrachten. weil nach der jüdischen Anschauung und nach den Worten ihrer Propheten die Erlösung für alle Völker der Erde bestimmt.ist und nicht für ein einzigesJVolk oder eine einzige Glaubensgemeinsüsaft. Eine Unduldsamkeit.^ die ein RIvlk vor dem anderen so bevorzugt, liegt dem jüdischen Schrifttum fern: es erivartet solche Unterscheidung der Rlenschen durchaus nicht von dem Herrn der Welt nnd seiner Güte." Wenn aber gesagt wird, es fei das Schicksal des jüdischen Volkes, die Folgen seiner Unerlostheit zu trägem so darf man sicherlich ans einer solchen, ans religiöse Glaubenssätze sich stützenden- Anschauung, aus unserem angeblichen Schicksal, nicht so ungerechte und grausam praktische^ Schlüsse ziehen, wie es gestern von politischer Seite schon untex Berufung auf die geistliche Autorität geschah, um gegen Gesetz und Recht einfach zwei verschieden berechtigte Klassen von Staatsbürgern zu bilden. Besonders aber müssen wir dagegen protestieren, daß wir — eben wegen der. vor zweitausend Jahren erfolgten Ablehnung der Er- . lösiuig — der Erbsünde geziehen werden und daß deshalb heute uns ein verdientes Schicksal trifft. . das den Richtjuden. und besonders einem Volle, das Recht geben sollte, gegen uns vorzugehen. Es entbehrt auch der Konfeguenz. wenn man auf der einen Seite die Rassentheorie ablehnt, auf der'anderen Seite aber ans einem Unnvege ihr wieder Geltung verschafft, indem man die Erben die-Sünden der Väter büßen lassen ivill. Durch nichts gerechtfertigt ist aber namentlich eine Anschauung. die als minderwertig eben jenes Volk hinstellt, aus dem der Gedanke der Erlösung und sogar jener Erlöser stammt, der-alle außer uns erlöst habe. Es geht doch nicht an. gerade^ in diesem Eedankengang die rassische Erblehre zur Geltung gelangen zu lassen. Glicht dem höchsten Geistlichen irgendeiner Kirche, und nicht dem mächtigsten Orden können wir das Recht zu einem Urteil einräumen, das dermaßen Gegensätze aufrichtet und Feindschaften fordert, statt des Friedens. Wir folgen vielmehr den Worten unserer Weisen, wenn wir die Erlösung der. ^Menschheit — ohne jeden Unterschied — in ihrer Höherentwicklung und, in der Uebcrwindung jenes Egoismus sehen, der für sich allein die höchste Stufe der Menschheit beanspruchen ' und andere von ihr ausschließen will." . In den ..Vorbereitenden Reichsärzteans schuß" .-wurden mir nichtjüdiiche Aerzte berufen. Da er. über die Zulassung von Aerzten zur. Krankenkasienpraris zu entscheiden hat, "wird die Ausschaltung jüdischer Aerzte. in den beteiligten Kreisen mit Besorgnis vermerkt. Ob der endgültige 'Ausschuß, der noch nicht ernannt ist, eine andere Znsammcnietzung .aufweisen wird,-läßt sich natürlich noch nicht über- Ter persische Geschäftsträger in der Türkei erklärte in Istanbul einem Vertreter der ITA, daß alle Meldungen über eine Einschränkung der Rechte der Juden in Persien falsch K'eien. ' Schah Pehlevi erblicke in seinen jüdischen Untertanen ein wertvolles Bevölkernngselement. Auch die Behörden machten keinerlei Unterschiede ans Gründen der Religion oder der Rane. In der persischen Armee dienten Juden und seien zahlreiche Juden Ossi ziere. Inden gehörten dem persischen Parlament an nnd seien als.Lehrlräste an Schulen nnd Universitäten beschäftigt. Ta alle _ ’-tjer gleichberechtigt seien, seien auch die Mcl- - n über besondere Rcligionsvermcrke aus ' Pässen fälsch. vi 'nii'chen Teplitiertenkammer erklärte Amu..:.' r Jon I n c u t e t. die antisemitische P-. ".i".:-.. - die zu einer Reihe von Erzesfcii gef:u>u i, 'chädige das rumänische Volk. Tie -Kc, icr .;m. üesirebt, die Probleme durch die Erzieh. M. 2 'kes zu höheren litt* liehen und geistigen z.- - koken. Einer der Führer de: - '.at'rnmie.: 'ü:;, - - ~rtei LAational- Zaranist-1 .. h ■ "beilsminister I o a n i >■' :k-, per jüdischen Preise g. ’-»• . ' ok . die anderen Rlinderheite,, '. :..-r durch seine Partei nichis die ehrlichen Willens >icn. n-a - - ' - gezogen, um die wirtichaillici^ Lage des Landes zu festigen. Er selv>. jeder, sei kein Antisemit. Keine jüdischen Aerzte im Irak. Wie die Jüdische Telegraphen- A g e n t u r erfährt. besteht zwischen England und der Regierung des Irak ein Vertrag ans dem Jahre 193". in dem sich die 'Regierung vervil-rchrer hat. ausschließlich britische Staatsangehörige in den Staatsdienst im Irak zu nehmen. Rur wenn geeignete britische Staatsangehörige nicht vor- Händen sind, ist die Jrak-'.Itcgierung frei in der Bestellung nichtjüdiicher 'Staatsangehöriger. Es besteht daher keine Aussicht, daß jüdische 'Aerzte ans Deutschland an de'' Universität von Bagdad oder an den Slaatskrankenhäiisern von. Irak an* gestellt werden können.