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Central-Verein-Zeitung · 1936-03-19 · 12 (19.3.1936) · page 16

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
12 (19.3.1936)
Date
1936-03-19
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Briefwechsel zwischen zwei Staatsmännern .Palästinas staatsrechtliche Entwicklung grosser Tr-il der Einw-anderer. da pt kpineamforen 'Erworb:*mügli>likf'ik’n offen sir*ht, die Konkurrenz 'noch vnnn-iuI- Schliesslich ist alx-r die Entwicklung der Wirl-cinifl vollkommen m”.'g von d.-m k o nt i n u j e r 1 i c I, e n /. 11; t r o III V o II K .'I p i t a 1 u n d .M e i, * r h <■ ii und von dem rudilm-en Verhältnis I.eid.T zueinander. Mehr als die. Hallte der 'ArlieiterscJiaft i>! m der Bauindustrie■ und den ihr verwandten Gewerben tatrpr und. arbeitet jirakti.-efi für ilie .N'eHeiMwauderuiip'. In dem Augenblick. in de„m die-e.-.stockt oder in' dem dem .'Baugewerbe keinneues Kapital-mehr zur - Verfügung L'este.lltwird, iniis,seif Krisenersrhei-. mingen aurlrvtei).die durch offenIIli-he Airflnäue, durch Keparatura rhejten und anderes nur ge-.‘ lindert, nicht 1-ieseitiL't weiden ■.können. Die A“r;lieit.-lo:-mkeit hrinu't ■ e-me weitere Verniin.deruntr der Kaufkraft, das. Nachlassen der Bau- täligkeit führt zunächst zu geYiiigeron Umsätzen am Griindstücksmarkt, später zu eineni Fall der Bode.npreise. Unzweifelhaft ist ein derartiger Rückgang. langfristig gesellen, gesund, er muss alier dahin wirken, dass sich auch der Uaushesitz entsprechend entwerfet, was zunächst ebenfalls unangenehme Folgen haben, aufdie Dauer allerdings zu einer Senkung der Mieten beitragen wird, der .grössten Notwendigkeit für eine Hebung von Kaüfkratt und Wohlstand der städtischen .-Bevölkerung, d. h. von drei Vierteln der jüdischen Einwohner. - Wenn somit, was vor allein von ausserwirtschaftlichen. politischen Faktoren abbängt, die Einwanderung von Kapital und Menschen sich verlangsamt, Dt die wichtigste Aufgabe, im Land vorhandene Kräfte zur Aufsaugung der Arbeitslosen eiiizusefzen. Alle Notstaridsarbeiten können nur vorübergehend mildern, lind von der Regierung jsl kein Programm zu erwarten, das etwa dauernde fülle versprechen, würde. Der Plan einer grossen jüdischen Anleihe, der jetzt zur Erörterung >teht. ist ein Vorschlag, der Beachtung verdient, der aber nicht allein ausreichen wird. So müssen die freiwerdenden Arbeitskräfte i» andere Prodiiktiönszweiue ■■ übergefii-hrt wenl'-n. Das ' bedeutet-neue -industrielle Betätigung auf neuen Gebietenund’ Rückkehr zur Landwirt-, schaft oder verstärkte -'An.siedl.ung. Bef allem darf ausserdem nicht vergessen werden, dass neue Arbeitskräfte ohne Kapital ständig ein wandern. wenn auch nach der Herabsetzung der Quote in', verringerter Zahl. Die Industrie wird sich, wenn sie Erfolge-haben will, vor allein auf den Inlandsverhraiich an Konsimigiitern einstellen müssen, wobeisie von der ..Tozeret flaarez"-Bewegtmg. der Propaganda des Konsums heimischer Waren, und. von der jetzt etwas günstiger gewordenen Zollpolitik der Mandafsregierung unterstützt wird. Ob die vorwiegend aus der Initiative deutscher Einwanderer neuentstandenen und jetzt in Betriet» kommenden Werke sich bewähren werden, kann erst die Zukunft zeigen. Der vielfach erörterte Absatz palästinensischer Induslrieerzeugnisse'. nach dem Ausland, besonders dem nahen Orient, wird sich wahrscheinlich in erster Linie aufbesondere Qualitätserzeugnisse beschränken müssen. Denn für arbeitsintensive Industrien sind die palästinensischen Löhne im Vergleich zu denen in den umliegenden Ländern zu hoch und müssen es. bei Verwendung jüdischer Arbeitskräfte. auch bleiben. Die Industriezweige, die für den Jnlaml.svi-rhiaiicl) arbeiten, werden versuchen müssen, an Stelle der noch reichlich eingeführten KonsumgühT Landeserzeugnisse 7.u spfzen und die Einfuhr mehr auf Rohstoffe und Halbfabrikate zu verschieben. Dazu müssen die Produktivkräfte der heimischen Landwirtschaft weiter verarbeitet werden, in Obsterzeugnissen. Konserven7*Vein.. Am geringsten beeinflusst von den Krisen-., er.-cbeinungen blieb bisher die Landwirtschaft, die natürlich iiiit Recht auch, am meisten gehegt worden ist. Sie konnte bisher beständig Arbeitskräfte apfnehmen in dem Mas.*, in dem neuer Boden urbar gemacht wurde. Sie . bat aller in. den. Piosper.itätsjahren auch Menschen in die städtischen A rheiterherufe abgegeben gehabt, die man jetzt wieder zurück* zufuhr.en versucht. Die. Landwirtschaftin,* Palästina ist alier ebensowenig ein einheitliches Ganzes wie die .Gesamtwirtschaft oder das'ganze . Land. Die■-('itruskiiMuren sind, ein Mittelding zwischen landwirtschaftlicher und industrieller Bewirtschaftunggeworden, etwa so wie die grossen Pflanzerkulturen in Indien oder in Südamerika. Für sie gilt in erster Linie die Frage der jüdischen oder arabischen Arbeiter, eines der Probleme, ah denen die Araberfrage am offensten zutage tritt. Auf längere Sicht müssen sich die Citruspflanzer mit der Eroberung neuer Absatzmärkte befassen, denn die inländische 'Erzeugung wird in den nächsten Jahren stetig zunehnien und die Absatzschwierigkeiten im gleichen Verhältnis. Da aber der Citrusexport der weitaus wichtigste Aktivposten der Handelsbilanz ist, kann die Regierung an dieser Frage nicht Vorbeigehen. Die Landwirtschaft im engeren Sinn, vor allem die intensiv betriebene in Verbindung mit Hühnerzucht und Milchwirtschaft, findet im Inland Absatz für ihre Erzeugnisse, freilich in scharfer Konkurrenz mit denoft wesentlich billigeren ausländischen Produkten. Auch die palästinensische Landwirtschaft, mit vielen Opfern aufgebaut und ausgebaut, leidet unter der internationalen Agrarkrise und hat in der Berücksichtigung ihrer Rentabilität die Spezialfrage eines teuren und begrenzten Bodens.; Zu diesen rein wirtschaftlichem, ge wisse rniassen akademischen Fragen tritt der politische Aspekt, Zusammenarbeit mit Mandatsregierung und Arabern. Weiter der menschliche, die Amalgamierung von Juden verschiedenster Herkunft und Prägung,-mit Vorteilen und mit Fehlern, zunächst zu einem wirtschaftlichen Organismus, bevor eine weitere Verschmelzung erfolgen kann. Ihnen, wirtschaftlichen Organismus mit allen wirtschaftlichen Gedankengängen, die in der. Welt spuken: kollektive und private, geplante und freie, autarkische und freihändlerische Wirtschaft. Die Menschen, die aus den verschiedenen Himmelsrichtungen' kommen, bringen natürlich Reibungsstoffe mit sich, und wenn man in Palästina Menschen spricht, “die sich unglücklich fühlen, dann ist einer der wesentlichen Gründe immer mangelnde Anpassungsfähigkeit an Gewohnheiten, die von Einwanderern anderer Herkunft mitgebracht werden. In dem Schmelzt iegei Palästina fehlt aber noch z u i» g r ii s s t e n T eil die Grundsu b - stanz, die ab* Dominante die neuen Elemente äufoehmen kann. Jede einzelne neue Ueberlegung enthüllt also Gegensätze. Widersprüche, Fragestellungen, die gelöst werden müssen. Der grosse Reiz des Landes liegt in diesen Problemen.'.n dem ständigen Fluss der Dinge, in dem Unbekannten der Wegrichtung. Die einzelnen Komponenten der wirtschaftlichen Fragen sollen in folgenden Betrach: Jungen erörtert werden. ' Tin -Vordergrund der Erörterungen über die zukünftige Palästina-Verfassung, die fortfährt, die englische Oeffontlichkeit zu beschäftigen, stellt, diesmal .ein Briefwechsel zwischen dem Koloniemuinister J. H. Thomas und Lord Melchett.- Der Briefwechsel knüpft an den Empfang einer englisch-jüdischen Abordnung unter’Führung von Lord Melchett beim Kolö- , nienminister an und greift die in der damaligen Unterredung, zutage getretenen Differenzpunkte wieder auf. Wir geben den Wortlaut der bedeutsamen- Dokumente in ihren: wesentlichen Teilen im folgenden wieder. ..■■■»■■ T.- - In dem vom 2<); Februar datierten Schreiben; des Kolonienministers heisst'es u, a.: „Lieber Melchett, ich habe die Vorstellungen betreffend den Vorschlag, in Palästina einen Legislative Council zu errichten, die .Sie und Mr. Neville Laski als Mitglieder der bedeutsamenjüdischen Ab- ordnung . . . mir gegenüber erhoben haben, sowie die Argumente, die in dem -mir vorher . . . überreichten Memorandum enthalten sind, einer sorgfältigen Erwägung unterzogen. Ich erkenne durchaus die weit verbreiteten Gefühle, die bei den Juden durch die Vorschläge der Regierung Seiner Majestät ausgelöst worden sind, und ich würdige die Besorgnis ..., dass die beabsichtigten Schritte sich zum Nachteil des Jüdischen Nationalheims auswirken könnt'in. Ich glaube jedoch, dass die jüdische öffentliche Meinung unnötige Befürchtungen in dieser Beziehung hegt, und dass man bei genauerem Studium der Vorschläge . . . erkennen wird, dass von der durch Sie ausgelosten Kritik vieles auf ungenügenden Gründen aufgebaut ist. Die für die Schaffung' des Legislative Council gebilligten Vorschläge sind im allgemeinen Interesse Palästinas gemacht worden, und das Problem wurde von dein High Cominissioner und der Regierung Seiner Majestät unter dem Gesichtspunkt des Gesamtwohls Palästinas betrachtet. Die Regierung Seiner Majestät hat im Jahre 1930 bestimmte Zusagen über ihre Absicht, einen Legislative Council einzusetzen, gemacht, und diese Absicht ist 1932 von Sir Arthur Wauchope mit Zustimmung der Regierung Seiner Majestät in seiner Eröffnungserklärung vor der Ständigen Mandatskommission in Genf bekräftigt worden. Sogar wenn Gründe ' dafür vorhanden wären, in der Einführung eines Legislative Council einenstörenden Faktor zu sehen, würde die Tatsache, dass die Regierung ihr Versprechen nicht zu der frühe s t mü g l i c h e n Zeit erfüllt, wahrscheinlich in noch höherem Masse ein Faktor-für die S t ö r ii ng der Ordnung sein, von dem die Entstehung eines weit verbreiteten Misstrauens zu erwarten wäre. Ausserdem sollte die Tatsache, dass gewisse Vertreter der Bevölkerung Palästinas in einer wenn allerdings grundlegenden Sache mit der Regierung nicht einer Meinung sind, sie nicht notwendigerweise an der Zusammenarbeit mit der Regierung bei vielen anderen wichtigen- Massnahmenhindern. Ich bin überzeugt, dass Sie den Vorteil von Meinungsäusserungen in einer verfassungsmässig errichteten repräsentativen Körperschaft gegenüber einer Meinungsäusserung zugeben werden, die sich auf dein Wege der Parteipresse und öffentlicher Kundgebungen vollzieh!, von denen .nur zu sehr zu erwarten ist. dass sie zur Störung der öffentlichen Ruhe führen. Wie ich Ihnen am 31. Januar versichert habe, ist Ühs Mandat absolut gesichert; es gibt nichts in dein Plan für die Schaffung eines Legislative Council, das die Erfüllung der Mandatsverpflichtungen der Regierung Seiner Majestät stören oder sie in irgendeiner Weise beein-' trächtigen könnte. •Bei der Kritik an den gegenwärtigen Vorschlägen wurde erheblicher Nachdruck auf die Tatsache gelegt, dass der Plan der Legislative Council eine , Vertretung der jüdischen Gemeinschaft in Palästina 'versieht, und dass er nicht die - jüdische Gesamtheit berücksichtigt. Es wird behauptet, dass, diese Vertretung den Juden „den- Status einer ‘Minderheit - gibt. Ein Legislative .Council muss, uin für Palästina repräsentativ zu sein, die Interessen aller Teile der Bevölkerung des Landes in-eineni solchen Verhältnis be-' rücksichtigen, wie es vön der Regierung Seiner Majestät als ein angemessenes. Spiegelbild der verschiedenen beteiligten Interessen angesehen wird. Andererseits findet das Interesse der Gesamtjudenheit an dem Jüdischen Nationalhei.ni seinen Ausdruck bereits auf der repräsentativen . Grundlage der Zionistischen Weltorganisation, und die ausdrückliche Anerkennung der Jewislr Agency durch die Palästina-Verwaltung auf Grund des Mandats sieht einen wirksamen Kontakt zwischen der Verwaltung und der zionistischen Weltmeinung vor. Es ist nicht beabsichtigt, dass die gegenwärtig zwischen der Jewish Agehcy und der Palästina-Verwaltung bestehenden Beziehungen, wie sie in dem Mandat in Aussicht genommen sind, infolge der Einsetzung eines Legislative Council in irgendeiner Weise übergangen werden sollen. e Es Wird weiter behauptet; dass eine längere Probezeit vprangeben sollte, in der Erfahrungen über das Funktionieren der Stadträte (Organe de„r ö r 11 i c h e n S e 1 b s t v. e r w a 11 u n g) gewonnen werden könnten, bevor ein so wichtiger..Schritt, wie die Einsetzung eines Legislative Council, getan wird. Gegenwärtig bestehen munizipale Körperschaften in 15 arabischen Städten, und es arbeiten Araber und Juden nicht nur in den Stadträten der grösseren Städte harmonisch zusammen, sondern es ist auch auf Grund der Erfahrungen in Verwaltüngsräten und Komitees, wie z. B. solchen, die sich mit Industrie und Handel. Landwirtschaft, Strassen- und Eisenbahnwesen befassen, klar, dass es Juden und Arabern möglich ist, zu gemeinsamem Wold zusammenzuarbeiten. ... Diese, lokale Selbstverwaltung war ein wichtiges und umfassendes Stück der Gesetzgebung, das der High Cominissioner dringend vollendet zu sehen wünschte, bevor er in das Stadium aktiver Erwägung eines Legislative Council eintrat, und es wäre unrichtig, seine Aeussernug so darzuslellen, als wäre in ihr die Absicht eiiigeschlossen gewesen, eine ausgedehnte Probe-' frist festzusetzen, während welcher die. Gemeinschaften-Palästinas durch die Art des Funktionierens der Stadträte den Beweis ihrer Eignung für die Uebernahme ihres Anteils an den Pflichten eines Legislative Council für ganz Palästina hätten erbringen sotten. Schliesslich meinen Sie, dass heute, insbesondere unter Berücksichtigung der internationalen L a g e, nicht die geeignete Zeit , sei, einen so wichtigen Schritt, wie die Einsetzung eines Legislative Council zu unternehmen. Ich würdige durchaus diejErwägungen, auf die Sie anspielen, aber ich glaube, dass, was immer inan über mögliche störende Faktoren in der allgemeinen internationalen Lage denken möge, kein Zweifel in bezug auf die. ernste Unzufriedenheit und Unruhe gehegt werden kann, die in Palästina zum Ausdruck kommenwürde, wenn es den Anschein hätte, dass die Regierung Seiner Majestät nicht die Absicht habe, ihre wiederholten Zusicherungen in bezug auf den Legislative Council wahr zu machen. Ohne ernstere Folgen vorauszusetzen, bin ich überzeugt, dass für einen Orienthiifen typische Lehen rund um ■das Schilf und ra»-rlj auch auf ihm 'Selbst, wie es_i' bereits tausendfach "beschrieben worden ist. Aus dem unereriindiidien■Innern' des Schiffes werden grosse Ballen mit Waren -ausgeladen, gleichzeitig beginnt auch schon'da* Einladen von tau-eii'I.-n Kisten von ( itruslriichten. die zwei Tage später'- nach. . Europa abdaiupl.-n sollen. Die ersten grossen Orangen un i Grapefpichte werden zum .Verkauf an. Bord gebracht, wunderbare Früchte, die das Auge erfreuen. Während!e»<n, hat die Immigrations-.- a b l e i i.u ii g der Maudaisiegierung in den GesellschafNräumen der volcn Kia-.-e ein kleines Büro ei richtet. Nahezu z.emi junge Regierung-1 augestellte veis,!iaii/.en r-ien hinter Tischen, auf, denen eine Unmenge v.-i-cün-d,-nst,-r Vordruckeliegt, und schon nach wenig.•:! Minuten beginnt die Abfertigung zunacii-t d--rje;rgen Personen. . die in Jaffa-mDst.-igeii wollen, .le l.-r Passagier muss seinen fass pei>oni.eli voilogen, an Hand .des Pil'-sbildes Wild die Ident,la! J.. b-.... n/e! »eil 'genauesten* feslge-teut. die Fentlie.l des \ isuni* der englischen KonsmaNbehur.ien Wild gepruit und tiir jeden Umreisenden «one gros.-e Kai'tothekkai!-■■ ausg.-füllt. An Hand grosser. I.Men. die schon wahrend der Ueberlaiir! auf dem'Schiff, angelegt wurden, wi.-d verglichen, ob auch jeder Pas-agier ordnung-gema** verzeichnet ist; die Touristen müssen em Photo himerlegen, alle müssen ihre Adresse für dm nächste Zeit angehen. u:n für G> -Ui-..1he'!si>.-i,..rde erreichbar zu Ided-en. De Amtshandlungen der Regierungsangesteh'i.cn gehen rasch hintereinander vor sich, das Yeiiaiiren ist lange eingespielt, alles greift -gut otgam-iert ineinander. Der Ton der ...eie ist zurückhaltend, ad-idmg* sind die Angestellten der linnngralicinsabteiiang zum grös^" ten Toii ganz junge Leute, die natürlich nicht genügend Lebenserfahrung haben, um auch nur KED tnkauf , Hypotheken flAUSEK Verkauf ' «lurrli ender me? ahnen zu können, wie es einem Einwanderer — besonders älteren Menschen — zumute ist, sonst würden sie vielleicht olitie die geringste Einbusse der notwendigen amtlichen Korrektheit da und dort etwas verbindlicher sein. Schliesslich erhält inan seinen Pass zurück, und dabei eine für das Gesundheitsdepartement bestimmte Bescheinigung, die Mehrzahl der Einwanderer zahlt dann noch die Kopfsteuer und die Gepäckausladungsgebühren aii einen Beamten der Jewish Agency, der .ebenfalls aufs Schiff gekommen ist — und da* Tor nach Palästina ist geöffnet, wenigstens für die, die in Jaffa das Schiff verlassen. Es ist eine sehr dankenswerte Einrichtung der Mandatsregienmg, dass sie noch während des längeren Schiffsaufentha]tes vor Jaffa unmittelbar'-anschliessend an die Abfertigung der .in Jaffa aussteigemb'n Passagiere sämtliche Pa**formalitäten der auch bis .Haifa Fahrenden, erledigt. Da durch den starken Ladeverkehr iu Jaffa da* Fchiff sowieso einige Stunden vor Anker .bleiben .'muss, ist dafür auch . ausreichende .'Zeit. die dann bei der Landung in Haifa erspart w ird. Auch der S c h i f f s a r z t. der an Bord' gekommen ist. waltet inzwischen seines Amte.*. Nicht die Touristen, aber jeder Einwanderer wird kurz ärztlich untersucht und erhält daun Schutzimpfungen gegen Pocken und gegen Typhus. Infolge missverstandener Auskünfte -bleiben, einige .Einwanderer auf dem Schiff ungeimpft. sie müssen diese Prozedur dann später an Land nachholen. Doch wird auch in der neuen Quarantänestation von Haifa die Typhu*impfung ein zweites Mal von einer gesell ickte.ii Schwester freundlich und rücksichtsvoll ausgoführt. ‘Endlich weiden die Anker in Jaffa gelichtet, die-Passagiere sind bereits 'jetwas ungeduldig geworden, obgleich es von Bord aus eine Unmenge zu sehen gibt, wenigstens für die, welche einen Feldstecher haben. - Nun noch vier bis fünf Stunden, erst an flachem Strand vorbei, fährt das Schiff an der Palästinaküste nach Norden, allmählich steigt das Karmelgebirge aus der Ebene empor, fern im Hintergrund sieht man die jetzt schneebedeckten Gipfel des Libanon. In einem grossen Bogen biegt das Schiff in den Hafen von Haifa ein. Ein erster Blick auf die Stadt, die in Sonnenuntergang getaucht daliegt, angelehnt an den Karmel,1 bunt verschleiert. Ein romantisches Häusermeer, vom Ufer bis zum Fuss der Bergketten ansteigend, neue moderne Häuserreihen auf den erst sanft und dann immer stärker ansteigenden Hängen des Karmel. Leben und Arbeit in landschaftlicher Schönheit leuchtet uns beschwingend entgegen — das ist der erste Eindruck von Haifa. Vorbei an englischen Kriegsschiffen legt das Schiff am Kai an. Da die Passformalitäten erledigt sind. geht es rasch von Bord die Sehiffstreppe hinab: Palästina, sei ge- VVpr nun glaubt, dass er bereits die Stadt betreten darf, befindet sich in einem Irrt ui». Denn zwischen dein Landungsplatz und dem bewachten Hafentor liegen die grossen Zollhallen, die zu langem, wenn auch nicht gerade freundlichem Aufenthalt auffordern. Schwierig, nervenaufreibend und grosse Geduld erfordernd ist das Kontrollverfahren,. das die Zollbehörde für Einwanderer und Touristen gleichinässig durchführt. ln dieser grossen, gedeckten Z'ollhalle werden Handgepäck, Kabinenkoffer und auch grosse Gepäckstücke ausgeladen. Jeder einzelne muss sich erst einmal selbst seine Stücke zu: saMinensuchen. Bis das gelungen ist-, vergeht iin allgemeinen eine knappe Stunde. Es. muss jedoch vermerkt werden, dass sieh mit der Zeit altes einfindet, und dass die amtlichen — meist arabischen — Gepäckträger bereitwillig und zuverlässig Hilfe leisten, bis man dann vor die durchweg sehr jungen Zollbeamten kommt. Sie durchsuchen das Gepäck mit einer Genauigkeit in unerschütterlicher Ruhe und mit so eingeheTP" der Sachkenntnis, so völlig unbeirrt und gleichgültig gegen den Andrang und die Nervosität des Publikums, dass man sie geradezu deshalb bewundern muss. Jedes Medizinfläschchen, jeder Flakon, die harmloseste Pyramidonbüchse wird ebenso genau betrachtet wie eine angebrochene Likörfiasche; jeder Stoffrest, der beim Schneidern eines Kleides übriggeblieben ist und eingepackt wurde, ist eiii genau so wichtiges Verzollungsproblem mit allen sich daran knüpfenden Erörterungen, Ausinessen der Grösse und Feststellen des Wertes, als wenn irgend jemand einen hochwertigen zollpflichtigen Gegenstand „importieren" würde. Die meisten Passagiere hatten wohl durch Briefe ihrer Freunde und Bekannten bereits vorher von dieser Nervenprobe gehört, sie behielten daher auch mit kleinen Ausnahmen ihre Ruhe, und das ist gut so, denn sie brauchen ihre Spannkraft auch nach dem Verlässen des Zollhauses noch genug. ' Dann, wenn die Verzollung beendet ist, reisseii plötzlich mehrere Hände die freigegebenen Gepäckstücke au sich und verladen sie auf einen Karren. Der erstaunte Reisende, der zunächst an einem Schalter , in einer Ecke der Halle einige.Piaster Gebühren zahlen muss, ist zwar so rasch wie möglich hinter seinem Gepäck her. erreicht es aber erst wieder ausserhalb des Zollhauses, über das schnelle Wiedersehen hocherfreut. Inzwischen ist es längst finster geworden, man sieht nur einige Autolichter, entdeckt seine Gepäckstücke bereits auf, ein Auto gebunden und in seinem Innern verstaut. Nun muss der Ankömmling erst mit Trägern und Chauffeur einen Preis aushandelri. das Sprachengewirr ist geradezu babelhaft, der Betrag, der von dem Neuling zunächst gefordert wird, erscheint ihm märchenhaft hoch; mit Hilfe von einheimischen Bekannten, die ausserhalb des Zollhauses inzwischen an ihre' Freunde herankommen konnten, wird aber auch diese Sache befriedigend geregelt. Und darin fährt man in diesem Auto ab, kommt in einem provisorischen Quartier an und ist zunächst _ völlig gerädert. ' Einige Händedrücke mit Freunden und Bekannten, dann zieht man sich zurück, beseelt von dem Gefühl, in einem Lande Aufnahme gefunden zu haben, das jedem eine Chance gibt, der guten Willens ist und der das Gute sehen will, das zu schaffen sich alle hier zu Lande mit warmem. Herzen und starken Armen bemühen: 1541

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