Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 11 (12.3.1936)
- Date
- 1936-03-12
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2277379-2278137-2278148--10714-2290862- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
7950 Juden, d. h. rund 47 tt. H. der indischen Juden gegen »der 46 v. a>. im .^lofjrc zuvor. Tn bei muß bcrüdjid)tiqi Wcrbrn, das; 1985 die Aiisivnnderung auS ‘Vinnnlji''im mit 1016 Leelen (rnft 75 v. H. Jtirr geinmlöndischeu nufjevgi’uuiljjilii'l) nvv): m<u'. lie.in diesen beiden Großgeineinden tiii-j. mul) im -;\ol)r 1985. mit 00 (<u'lmvtm (••"> v. -*0.) unter dem Vuu-;bc3t)iivcf)id)ni 11. (')(i'irtji'ö gilt für die Zahl der Sterbeiälle (i:;o‘ - - :r7 .v. <ö.) Weitere. 4200 Juden lvohnen in nenn badi- Den der Jüdischen Winterhilfe wurden im Tenlselien Gleich Ende Ietivn 75 000 Personen betreut. Tie Hilfsbedürltigeii verteilen sich ans Prciißcn mit 57 ooo .(dnvvn Berlin 26 000, Rhein- .provinz 851)0,’ Hessen-Nassnn 7ooo, Niederschlesirn 5000, Westsnlcn 86oo. Honuvver 2000. Ostpreußen 1600. Pvinüiern Moo, Brnndenbnrg looo), Bayern 4800, Sachsen 8000. Hessen 2700, Hamburg 2600. Baden 2100. Wstirttemberg l(><»<»; Thüringen 500, Anhalt 20(t; Brannschivcig 200, Breme» 200, Lippe, Lübeck, Mecklenburg und Oldenburg je 100. Im Januar 1!>88 wnrden in Berlin 27 508 Personen (bei einer geschälten jüdischen Bevölkerung bon 14000»') betreut, in Breslau 4552 <180001, Freinkinrl a. M. t»0» (2-1 >5»>, Hamburg 2001- <16 000,. Köln 25N0 (Mooo), Leipzig >781 (I0 00O), tzjien 088 <0800). München 078 <8500), Nürnberg 870 (5800), Tvrtnmnd 761 (.'(800), Königsberg 420 (2800), Geilenkirchen :tl1 (1070), Tilsit 164 (620) undün Hamborn 148 (402). lieber die in .Uleingemeinden betreuten Hilfebedürftigen unterrichten folgende Zahlen: Hessen-Nnssa» ohne Börstel,er.,mt Kassel 2202 (0088),. Tarinstadt mit Provinz Starkenburg 880 (4226), Kassel mit Borsteheramt Kassel 812 (4000). Gießen mit. Provinz Oberhessen 770 (2500), Ostpreußen ohne Königsberg, Tilsit und Insterburg 742 (2800). (Grenzmark. Posen. Westpreußen 5,0 (18Y0). Die Jüdische Winterhilfe in Baden. An? einem im Alannheimcr Gemeindedlail verofseutlichteu Aussatz ist zu entnehineu, daß von den zurzeit in Baden ansässigen knapp 17,000 Inden, die aus IN) Gemeinden verteilt sind, 2800 oder 16,5 Prozent -am I. Januar 1.026 durch die Jüdische Winterhilfe betreut wnrden. Ter Prozentsatz der zu Versorgenden ist in den einzelnen Gemeinden sehr verschieden. In manchen kleinere» Gemeinden beträgt er über 50 Prozent der jüdische» Bevölkerung. An einzelnen kleineren Plätzen werden sogar fast alle Juden unterstützt. Nur 70 Prozent der W,uterin lsseinnahmen der Gemeinden werden für ortliche Zwecke verausgabt; die darüber hinausgehenden Beträge tverden Zur Unterstützung der^ Aotstandsbezirke einer Landesreserpe zngesiihrt. Aus 51 Gemeinden wnrden und werden der Landcsreserve Uebersehüsse abgelicsert. Aach 68 Gemeinden müssen Zuschüsse zu den örtlichen Sammlungen gegeben werben, (^twa I6N ^ubeu werden unmittelbar von Karlsruhe aus versorgt. Seelische Winterhilfe 2 2 und 2 3. Be ranstalt »> ivg : Im Berliner Logenhaus, Kleiststraße 10. am 17.-215") Kinbernariimittag. 15.8» Uhr. Bunter Abend 2» Uhr. 0!,iwirkendc: 0. L v w i u s k „ lagt an: 'Jtu'vtm E t,aschoss. Alfred und Elsa G laß. Gerhard G v tti ch a l k . Stella 0 a y . Biouiea H c r r » s e t d , Mar. K o i> i n s k i. Eva 2 n-nt i- Le f s o u. Sonnt, L o e it c n st ein, Hanin R ose». Jon»» Schwer s enz, Bera L pri n ). Wa I kr n g- Btum. Aul Klavier: Hanna E e I. Kurt -V , r ) <1). Karten kür Hilssbedürstige unentgetttieh im WurterbitsSbezirk V. Stegtiper Straße im Wrnterhrttsbe)itf IV, Südwest, Münchener Straße 87. und »» Winterhilssbezirk Via, 'Itvrdwesl. Turmstraße 0. scheu Gemeinden mit einer Seekcnzahk zwischen -270 iiiid 1000. Tie restliche jüdische Bevölkerung, etwa 4650 Seelen, verteilt sich auf 110 Gemeinden. Es wird sich nicht Vermeiden lassen, daß eine größere Anzahl dieser Kleinge ine in den in absehGirer Zeit der Anflösnng verfallen. Aufgabe der Badisckien Landcsshnagvge ivird es sein, trotz dieser Entwicklung dafür besorgt zu bleiben, daß auch die jüdischen Mensci)en in den Klei ngemcindew^dieno t wen d > ge religiöse Betreuung, und soziale Fürsorge erfahren. ’ ‘2 1; B eran st ä l 1 ü n g : In her - Synagoge Lütiowslraße, 21. 'Mär,. 21) Uhr. Mitwirkende: Tr. Willi Aron (Klavier), Alice G eise» berg (Gesang), Ilse G v l d n e r - Z i c g c 11 a u b (Rezitation», Erwin I vspc (Orgel!, Boris K r v y t (Bioline). Cläre M a n c z y k (Klavier). Oskar M a n czyk lbellol. Professor Joses W e i ß (Klavier). Karten für Hilssbedürstige unentgeltlich im WinterlsttsSwcrk.V. Steglitzer Straße9. im Wvhlfahrtsbezirk V. Lützowstraße 16, im WinterhilsSbezirk IV, Siidwest, Alunchencr Straße 87, und im WohlsahrtSbezirk Südwest, Blünchener Straße 37. ’ Gesellschaftsabend der Jüdischen Winterhilfe Sonntag den 22. März, findet z» Gunsten der Iüdislt>rii Winterhilfe in säinttictien Sälen des '2)rüden»ereinshauses,- Kursürstenstraße 115, cjn Gesellschastsabeiid statt. Im Rahmen dieser letzten Wiuterhitfsveraiistattling gelangt ein musikalisches Spiet in-drei Bildern von Willy Prager, das den Titel trägt „ES dreht sich um- Helena" und. der griechischen Mythologie entlehnt ist, zur Aufsührung. Tie Musik ist Werken Von Ossenbach, Ziehrer, Heuderger, Bieherbeer, Willy Prager usw. entnommen. Die Regie führt -Max E h r t i ch. Tic Hauptdarsteller . sind 6 amilla S p i r a - Ei S » e r, Trude L e I, „ b e r g . Willy Prager » »d R a h m e r. Im dritten Bild dieser Kurz-Oyerette Kabarett-Einlage» Tombola und Bar Vervollständigen das Programm des GesellsctzastSabeiids. Karten zum Preise von 5 RM sind nur in beschränkter Anzahl zu haben bei den Damen Tr. London. Ivachiinsthalcr Straße 8, Julie Elias, Btatthäikirchplah 2, Tr. Glaser. Landsberger Straße!«8. Tr. Samulewitz, Lietzendurger Straße 48, Etsuer, Zehlendorf. Herderstraße 15, und Tr. EiSner, Sydetstraße 69, Festvorstellung des Kulturbund- Theaters Die Premiere der dreiaktigen Oper von Saint Sai-us „Samson und Dalila" gelangt am 28. März als ,'j e st v o r st e l l» n g d e S K u l t u r t, und- Th eatertz zugunsten der Jüdischen Winterhilfe zur Ausführung, klarten zum Preise von 3, 4, 5 und ' 6 RR! bei der Prvpagandaabteilung der Jüdischen Winterhilfe, 0 2, Rosenstraße 2—4 (Telephon 1)1 «>7Il. Apparat 7t), im Mitgtiedsbüro deS Kutturbund-TheaterS, Kviumandantenstraße 57, und bei den Zalilstelleu: Aschasfenbiirger Straße 18. Buchhandlung Pvppelaner. Bene Friedrichstraße 59, Philo Verlag. Pariser Straße 44. lind an der Abendkasse: Ter Kartenverkauf zu dieser Festvorstellung beginnt am D v » n e r 8 i a g, I'2. März. Außer den Blitgtiedcrn des Kulturbundes haben solche 'Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft die Möglichkeit, der Festvorslellung bcizuwvhnen, die im Besitz der R.-Aiiswei-(»rte sind. Ein - UnterhaltungSabend „Alt-Berliner Humor um 1850" wird Von der Jüdischen Winterhilfe der Jüdischen Gemeinde zu Berlin am 24. März. 20 Uhr 15 Mi»., im BrüdervereinshauS, Kursürstenstr. 115, veeanstaltet. Es gelangen Dichtungen, Lieder und. Tänze in den Kostümen der damaliszen Zeit zur Anfsührung. 'Außerdem werden Lichtbilder zu Berliner Redensarten nach Originalen deS Märkischen 'Museums gezeigt. Blitwirkende: Johanna Meyer. Eamilla S p i r a , Lili Bera E l k n n . Erna Klein und Erich F a b i a n. Karten zum Preisck vvu 2 und 8 RM sind in der Kantstraße 158 (Künstlcrhitse) erhältlich. außerdem bei den Mitwirkenden. Schulaufführungen Es ist ein Unterschied, ob man der Ausführung einer Volksschule im Osten Berlins oder — wie o'm vergangenen Montag i,n Brüdervereinshans — einer Privatschnle aus dem Grnnewald beiwohnt. Tas Spiet der Kinder aus dem Osten mag zuweilen .schwerfälliger sein, derber, aber es ist bei aller Primitivität leidenschaftlick)er. es ist echtes Spiel, echtes Bemühen, die einfachen Möglichkeiten. die bei bescheidenstem Aufwand an Zeit. Raum und Geld gegeben sind, bis, zum letzten zu 'erschöpfen; und zwar — auch das ist wichtig.— nicht um dieses oder jenes Talentchen im Rampenlicht’ zn produzieren,^.sondern mm der Gesamtleistung willen. um zu zeigen: So ist unser Spiel, als Heller Ausschnitt ans -unserer. Arbeit, unserm Leben.. -- . . Anders ivar: das. was die Kinder der Waldschule Grnnewald-boten: allzu -oft Spielerei statt Spiel, zmoeilen sogar unkindlich prä- - tentiöser Versuch, Tinge zu gestalten, die dem Bewußtsein der Kinder reichlich fernliegen wie etwa der „E-Hassidische Tanz", ans dem ein Salonreigen gemacht wurde. Hier sei a>ich der Hinweis gestattet, daß man mit einem so dünnen Chor wie dem dieser'Schule etwas vorsichtiger, genauer: befäzeidener in der Wahb der Bortragsstücke sein sollte. Den Hauptteil des Programms bildete eine zweifellos sehr geschickt züsammengesteltte Bildsolge: „Wir sehen fern!" Rach einem „Heimabend im Bund" wurde — „im Kulturbundtlzeater" — „Das Salomonische Urteil" von Hans Sachs gespielt, danach wohnten die fernsehenden Kinder einem „Tanzabend" bei — den Höhepunkt des Jubels bildete schließlich eine sehr lustige und gelungene Parodie auf eine Lehrerkonferenz. Rach der Pause wurden Szenen aus dem. „Sommeruachtskraum" gespielt. Es klappte alles tadellos. Shakespeares Text erwies sich von neueM als ünverwüstlich. die Kinder spielten mit viel Temperament und die begeisterten Eltern im Parkett (was waren sie doch stolz auf ihre Innßen und Mädel, die alle mit vollem Namen im Programm aufaesührt waren!) klatschten auch entsprechend Beifall. Die stark besuchte Veranstaltung -fand zuglmsteil der Jüdischen Winterhilfe statt. H. B-n. Die jüdische Volksschule in der Rhkestratze hatte zu einem Elternabend in die Aula der Schule Kaiserstraße geladen. Der Raum war so überfüllt, daß mit Mühe die Gänge freigehalten werden konnten. Wie schon öfter, gewann man auch diesmal den Eindruck, daß hier eine Menge überdurchschnittlich begabter Kinder zusammen war. Die Gesänge in Deutsch und Hebräisch, die Rezitationen und Aufsührruigen kleiner Szenen aus der Welt der Bibel und des deutschen Kinderinärchens in den beiden Sprachen, die aufgeregte Begeisterung der Kinder, glänzende Vorführungen aus dem Gebiet der Gymnastik und des Geräteturnens — das alles war beglückend.. Wann erreichen das Kinder nicht, wenn sie einen vollen Saal Erwachsener durch das Strahlen ihrer Augen, durch das Schwingen ihrer Hellen Stimmen bezaubern — und besonders in einer fotchezi. Zeit durch ihr freies, ausrechtes Sich- Bewegen? Nicht nur Eltern und Lehrer können stolz, sein auf ein solches Stück unserer jüdischen Jugend — jeden von uns muß cs mit Freude erfülle,,. , H. M. Im AuSbildunaslehrgang für jüdische Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen. Berlin, der von der Reichtzvcrtretung der Juden in Deutschland, Abt. Zentralwvhlfahrtsstelle, und dem Jüdischen Jraücnvnnd eingerichtet ist, sind für den Mitte April beginnenden 2. L e h r g a n g noch einige P l ä tz e 1 r e i. Ter Lehrgang ist staatlich genehmigt und bauert zwei Jahre. Voraussetzung für die Aufnahme ist: 1. die Vollendung de? 17. Lebensjahres. 2. Obersekundareife oder Zeugnis über den erfolgreichen Besuch einer sechsklassigen Mädchen- SeHA€H'E«i Schachaufgabe Kt. 58 von Michael Levh (Krefeld) Matt in drei' Zügen Wciss: Kd. Dh7, Sh8 (3) Schwarz: Kcö, Bc7, f6 (31 Es empfiehlt sich, die Lösungen der Aufgaben spätestens acht Tage nach deren Erscheinen obzusendcn, damit die Namen der Löser in der nächsten Schach-Ecke gebracht werden können. LösungdcrAufgabeNr.57: 1. Dä6—<14. Sk3XlI4; 2. 8b5—c7 und 3. -Sc—a6 - bzw. c6 matt ... . S'f3Xe5; 2. Td4-c4f. ScöXc4; 3. <13—<14 matt a « « , c6Xb5; 8. Td4—d5f, Kr5--c6; 3. a4Xbö matt. Richtige Lösungen gingen ein von: Michael Levy (Krefeld), Heinrich Lindner (Burgkunstadt), Rechtsanwalt Ludwig Mayer, Hans-Cohn, Willy Michaelis, Sanitätsrat Tr. S. Domke, Justizrat Kurt Iacusicl (Berlin), Tierarzt Max Koschminski (Landsberg), Julius Cohn (Neuwied), Mar Pniower (Hindenburg), Kantor D. Cohn (Koblenz). Hans Steinbergcr (Bayreuth), Gottfried Gümbel (Stuttgart), Jacob Baumann (Köln), Jacob Bainbergcr (Kvln-Sülz). Karl Nußbaum" (Rheydt). Adolf Schück (BreSlau). Gerhard Lewisohn (Quedlinburg), Tr. med. Meyerhofs (Rotenfels), Siegmund Austerlitz (Gießen), Dr. med. Oster (München). Rechtsanwalt Tr. Ernst Boehm (Brieg). Weitere' richtige Lösungen von Nr. 55 und 56 gingen ein von Michael Levy (Krefeld): von Nr. 56 von Georg K. R. Israel. Werner Wolf (Berlin). Tie folgende kurze und interessante Turnierpartie wurde vor einer Reihe von Jahren von dem inzwischen verstorbenen Schachmeister Rcti (Weiß) gegen Meister Dr. Tartakvwer (Schwarz) gespielti. 02—04. >> - 07—05 3. 81,1—c8 Ssr8—f6 4. 1)01—03. . d5X<?4 5. Sc3Xe4, e7—e5 6. d4Xe5. D08—a5f 7. Lei—d2. I)a5Xe5 8. o—,»—0, Sf6Xe4 9. 1M3—d8ft! Ke8X08 10. L0*2—p5-f, Doppelschach mit folgendem Matt durch 11. TO 1—08 bzw. Lg5—d8. Mittelschule. 3. hanswirtschastlicheSchul u n g. Falls die hauswirtschafniche Scliulung nicht in einer anerkannten HaiishaltungSschule erworben wurde, ist eine hauswirtscizastlictie Ausnahmcprüfung abzulegen. Tie Ansbildungskosten betragen monatlich 25 RM und für Materialgeld 3-RM. Es besteht eventuell die Möglichkeit, daß auswärtige Schülerinnen in dem mit dem Seminar verbundenen Internat bei einem Pensionspreis von 55 RAt monatlici) wohnen können. Aufnahmcgefuche. die einen felbstvrrfaßten Lebenslauf sowie das Abgangszeugnis der - Schule bzw. Zeugnisse über die bisherige Ausbildung umfassen sollen, sowie alle Anfragen sind an die Geschäftsstelle: R e i ch s v e r t r e t u n g d e r I u d e n in Deutschland, Abt Zentralw o hist a h r t s st e l l e, Be r tin-Eharlottenb u r g 2, K a n t st r a ß e 1 5 8, zu richten. Die Entdeckung der Natur Watt hat ziiii, Niilime Äendeles festgestellt. daß er für des ostjüdische Letzensgesühl die Natur erst.entdeckt hat, und mein hat nicht vl,ne leisett Borwnrf hinzugesngt. er hätte die Natur allerdings oer-jüdischt. Tatsächlich sieht er sie-mit jüdischen Attgen. tatsächlich „schockeln" st'icl) die Bäume des Waldes hei ihm. als wenn sie beten, und die Birke trägt ein weißes Kleid, wie am Ionmllippnr. Aber das ändert nichts an der Tatsache, daß Btendele Blocher Ssorim als Crster die Natur überhaupt mit vsseuen Augen gesellen hat — und wenn nicht mit jüdischen-Augen, mit was für Augen sonst l,ätte er-sie sehen sollend Bezeichnender für ihn und für die Art. in der sonst Inden die Natur sahen, ist eme Episode, die Scholen, Alejchem erzählt. Ta war also Meudele mit seinem ..I-lügeladjntanten" sstawnicki bei Scholen, Alejchen, ztt Gast in -Odessa, man hatte im Schwarzen wteer gebadet, und der Seide Beendete hatte trotz seinen Mehr.als sechzig.Jahren gezeigt.. was Schwimmen und was llstassersport ist. sie gingen dann ein - Stückclien spazieren, und plötzlich, an einem (vartcngitter bleibt Mendcle stehen und fragt: „Was sagt Ilir zu diesem Bann,?" Das war aber auch ein Banm. erzählt Scholen, Alejehein. und nicht so Iehr der Bann, hatte es ilmen ai,getan,.wie die Birnen daran, runde, fette, gelbe, süße, glatte, loeiclie, große Birnen, die so süß dnsten. die so srenndsich hernntergncken. die winken und uns zu bitten scheinen: Berdient euch eine Biizwe. jüdische Kinder, macht über uns Schehechejonu (den Segen über alles Neue und Gute). Und hinter den, Bann,-stand — 'noch ein Baum und noch ein Baum, und alle voller Birnen. Gin B<eer von Birnen! Oh,ze eii, Wort weiter sah nn? Meudele mit seinen scharten, klugen Angen durch die glänzenden Brillengläser an. mit einen, Me-- Phisto-Lächekn um die dünnen, benlberten Lippen durchschaut er uns durch und durch. wie wenn er denkt: Kinderchen, ich sehe, ihr habt Appetit ans diese Birnen? Und als hätten wir niiÄ von vornherein so verabredet, stand es für nns fest: wir gehen in den Garten nach Birnen. Inden überlegen nicht gern lange: was Birnen, wer Birnen, wessen Birne» k Das ließen wir offen, wahrscheinlich ivird sich's schon rechtzeitig Herausstellen, Hauptsache: eine Tür finden, einen Weg in den- (Karten, da wird es schm, eilten -Hans- Herrn geben, einen Berwalter oder.Gärtner, für Geld werden wir schon Birnen bekoininen. Und so loar's, wir fanden eine Tür, au, Tor ein Schildchen, darauf stand mit gvldenen Buchstaben: „Anatra." Also wußten wir, der Cigentnmer des Gartens heißt Anatra, wir hatten gehört, Anatra ist ein Grieche, Vielfacher Btillionär und ein Böseivicht. Nur ob er Birnen Verkauft, das war allerdings nietnand zu wissen Verpflichtet. Mag sein, ja. inag sein, nein. Gr mag mehrfacher Btillionär sein und die Birnen trotzdem Verkaufen, es ist doch klar: wozu braucht ein HINensch soviel Birnen? In solchen (üedankeii treten - wir gemächlich in den.Garten ein, spazieren die feingefänberteii Wege entlaug. die mit kleinen Kieseln - aufgelegt und an den Seiten mit Bäumchen begrenzt sind, da wachsen duftende Blnmeu, die uns zntächeln und sretuidtich grüßen: willkommen, willkommen! Und wir gehen iveiter und'weiter, und plötzlich — woher kommt der — mit solcher Wucht, mit einen, Sprung gleich ans nt,s los — ein Hund! Aber ein Hund! Gin Kalb, kein Hund, eii, Löwe, ein Leopard! Ein gelb glänzendes Iell, weiche, runde Tatzen wie bei einem Tiger, eine schwarze, feuchte Schnauze, weiße, scharfe Zahne, rote Angen. voll Feuer >o,e ve, einem Räuber, einen, Kerl von einem Hund! Alle Tiere der Welt Hab ich lieb, alle ohne Ausnahme, auch einen Hund hasse ich nictit. nur — was denn? Ich fühle iüich nicht sicher mit ihm. Wein, ich in ein Haus komme und einen Hund sehe, so höre ich nicht inehr, was man zu mir spricht, meirte Gedanken sind da. um den Hund herum, und er koinntt mir nahe, beschnuppert meine Schuhe, wedelt mit dem Schwanz, das ist natürlich sehr sein, wir verstehen uns, gewiß, nur — rühr mich nicht an, leg bloß deine Tatzen nicht auf mich und komm mir nicht mit der nassen, kalten Schnauze ans Gesicht, ich Hab dich lieb, verstehst du mich, nur — von weitem. lieber meinen Kollegen Rawnicki will ich nichts sagen. Vielleicht hat er noch niehr Angst vor Hunden als ich? Er will mir so- ' gar einreden, daß er nicht.solche Angst hat. Warum Angst? Hat er denn keinen Schirm bei sich? Und lvas für einen Schirm! Ich habe euch vergessen zu erzählen, daß Rawnick, keinen Schritt aus dem Hause tut ohne Sclfirm, Sominers und Winters: 'nie ohne Schirm. Wenn ihr in Odessa auf der Straße einen, Juden mit Schiru, begegnet, das ist Rawnicki. Und nun kenne ich das Geheimnis, warum er nie ohne Schirm geht: der Schirm ist für Hunde. Kurzum, wir beide, Rawnicki und ich. sehen das Geschöpf mit offenem Rachen ans uns zukvnunen, da ging 'uns die Seele äusdem Leib, und unser erster Gedanke war: laufen! Es ist auch gut zu laufen, wenn man Füße hat. Aber was werdet ihr tun, wenn die Füße an den Knöcheln wie gefesselt sind, wenn das Herz an einem Faden hängt, die Haare zu Berge stehen und die Angen — da, da springen sie euch ans den Höhlen! Liebe Freunde. il,r braucht' rn,s nicht zu beneiden, Herr der Welt, keinen Feind wünschen—wir, in solcher Lage zu sein, wie wir es in dieser Atinnte waren. Und Mendele? Tiefen Augenblick werde "ich nie. nie vergessen. Kann, hytte der Hund das Maul geöffnet, um sich auf die ungebetenen Gäste zu werfen, da legt Mendele die Hand aufs Herz, seine Lippen fangen an zu lächeln, seine Augen blicken dem Hund in die Augen, und Plötzlich fängt er laut Ün zu lachen.ich wollte schwören, der Hund hat d,es Lachen verstanden. Und nicht nur verstanden. er fand sich davon beleidigt. Eine halbe Minute wohl standen sie so und sahen einander in die ^,gen. Vielleicht war es auch nicht einmal eine halbe Dtinute und nur für mich eine Ewigkeit. Tas war ein schwerer, ein kritischer Moment. Ein Atensch und ein Tier begegneten einander und maßen einander mit Blicken, wer von beiden mächtiger wäre... Dann wurde die ganze Geschichte dem Hunde Peinlich, er schlug die räuberhaf-. ten Feueraugen nieder, er gähnte aus seinem Rachen heraus, er leckte und streckte sich^ straffte sein gelbes, glanzendes Fell und kehrte sich ab von uns, aber ohne den geringsten Respekt, er kehrte uns sein Hinterteil zu und ging, an seinen eigenen Spüren schnüffelnd, seiner Wege. An diesem Tage, schließt Schvlem Alejchem, haben wir Birnen gegessen. Keine schlechten Birnen. Es waren Birnen, die meine Frau in der Stadt gekauft hatte. L. H. Erlesenes Dich. Israel, hat in der Wüste I.h.'v. wunder- . bar geführt. Er hat dich zum Verheißungslande durch Irren ' .• -_vierzig Jahre geführt. Er hat ^ich wollen altern lassen,-damit verjüngt ' du ziehest ein; Er hat, da unterwegs du starbest, dich Hein, als neue Schar geführt. Er hat dich wolle), dursten lasse-,7^um—dir—de-ru. Ouell aus Felsgestein Zu schlagen; er hat tags im Donner, dich nachts in Blitzen klar geführt. Er hat dich lassen irre gehn, damit dck kämst ans rechte Ziel; -Er hat dich langsam, seltsam, aber er hat dich immerdar geführt. (Rückert: Ein Vierzigjähriger)