Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 10 (5.3.1936)
- Date
- 1936-03-05
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Juristische Wochenschau Reichsinspekteur Raeke über die Judenverordnung der Deutschen Rechtsfront _ Im „Mitteilungsblatt" des RSDJB berichtet Ncichsinspekteilr Raeke über die Erfahrungen, die man mit der am September 1935 verofientlichten „fudeiwcrvrdnung der Deutschen Rechtsfrvnt" Mnacht habe (Verdat für Amvälte, die fnnktivnarc oder Parteimitglieder sind, Juden zu vertreten). Die Verordnung habesich , durchaus . bewahrt, - bitte demnächst ergehende Erg ä n - .- z u n g's v e r v r d u u n g werde alle noch bestehen-. den Zweifelsfragen'beseitigen. Das; der Iuristeii» .. bund keine Iildenschuhtrllppe sei, N'crde auch kiins- . - tig. zur obersten Richtschnur gemacht, andererseits aber auch die grundsätzliche fttctbeit der anwaltlichen und ivirtschaststreuhanderischcn Berussausübuug respektiert werden. Nachweis der arischen Abstammung bei der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft Tie Reichsrechtsanwaltsordnung (in der Renfassulig vom "1. Februar 1936, RGBl. I. S. _Ü07) saßt die Bestimmungen über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft zusammen.. In dem Vorspruch heißt es: „Die Rechtsanwaltschaft so zu erhalten, daß sie ihre hohe Ausgabe erfüllen kann, erachtet die Reichsregierung für ihre ernste Pflicht. Sie sieht in dem jedes Bedürfnis überwiegenden Zustrom zur Anwaltschaft eine schivere Gefahr für den Bcrussstand. Ter Rechtsanwalt ist der berufene, unabhängige Vertreter und Berater in allen Rcchtsangelegenheiten. Sein Berns ist k e i n (s c w e r b e. sondern Ti c n st a in R c-ch-t^ Von den Bewerbern wird unter anderem eine sormularmäßige Erkläriing über die Abstammung verlangt. Tie Erklärung erstreckt -sich nach dem Formular auch darauf, daß keiner der Vorfahren des Bewerbers oder feiner Ehefrau bis zurück zum 1. Januar 1800 jüdischen oder farbigen Blutes war oder zu irgendeiner Zeit der jüdischen Religion angehvrt hat. Die Gebühren des an die Stelle eines nichtarischen getretenen Armenanwalts In einem in der „Juristischen Wochenschrisi" verössentlichten Beschluß des.üanunergerichls vom 7. Dezember 1935. wird ausgesprochen, daß die Rechtsprechung des jsiunmergerichts. die dem für den ansscheideneu nlchtarischen Anwalt iieu eintretendcn ArmcnaiNvalt - den Gebührenanspruch der Reichskasse gegenüber soiveit versagt hat. als schon für den nichtarischcn Vorgänger dieselben Gebühren erwachsen sind (und zivär ohne- Rücksicht auf eine der Beiordnung beigcfügtc einschränkende Klausel), nur und ausschließlich das Verhältnis des Armenanwalts zur Reichskasse, die die Arinenanivaltsgebühren zahle, im Auge gehabt habe. Durch den Verzicht gegenüber der Reichs- .kasse werde, der Anspruch des Rechtsanwalts au die eigene Partei nicht in Mitleidenschaft ge-, zogen./ Jung Juristen und Judenfrage In der Zeitschrift ,..I u gen d u n b, R c cf) t" sind Anssatze, von Tr. R u t t k e über „Iudeiötuin im Recht" und von Prosesivr Tr. Reinhard (vn!i» über „Die Inden un Staatsrecht7 erschienen. -Rüttle fuhrt, aus, daß der Rational- . sozial ismus nicht antisemitisch. .sondern a s e in i t l j ch sei, und daß .es nach germamicher Aufsassuiig bei der- Rechtsgeitaltung und Rechtsaittvcnduiig auf das R e ch t s g e f u h l ankomme. Höhn befaßt sich mit der'Auseinandersetzung des Staatsrechtlers Iellinek mit Gierkes Staatslehre und kommt zu dem Ergebnis, daß der Re ch t s - b e g r i f f bei Iellinek zu einer P r o d u k t i o n z iv erk de w u ß t e n -D e n k e n s geworden sei. Fristverlängerung beim Ausgleich bürgerlich-rechtlicher Ansprüche Durch die achte Verordnung zur Durchführung und Ergänzung des Gesetzes über den Ausgleich bürgerlich-rechtlicher Ansprüche vom 25>. februar l '.»36 (Reichsgesetzblatt 1936. S. 1-7) sind die im 8 8 des Gesetzes bestiminten Fristen zur Geltendmachung von Aiisprüchen bis zum 3 0. A p r i l 1 9 3 6 verlängert worden. - Konzession für jüdische Gaststätten Das Stadtvcrwaltungsgericht in. Hannover hat. wie die „frankfurter Z e i t u n g " berichtet, - zivei .sionzessionsentscheidungen getroffen. Die „Zion s l v g e ' hatte beantragt, ihr die Erlaubnis zum Betrieb der unbes ch r ä n k t e n S ch a n k w i r t s ch a f t in ihren Räumen zu erteilen mit' der Begründung, sie sei eine h u m a n i t ä r e Bereinigung. der nur jüdische Mitglieder angehörten. Tie 'beantragte . Schankerlaubnis soll sich ans die Mitglieder und deren Gäste beschränken. Ein Bedürfnis müsse deshalb anerkannt werden, weil die Juden in den.öffentlichen Gaststätten nicht gern gesehen seien'. / Ter geplante Betrieb, der Zionsloge solle nach außen als Schankwirtschaft nicht in Erscheinung treten. Dadurch wolle man vermeiden, daß »ichtjndische Gäste in das Lokal..kämen/Das S t a d t v e r iv a l t u u g s g e r i ck> t erteilte die Erlaubnis unter der Bedingung, daß erstens nur. an Mitglieder der Shnag o g e u g e m e i n d e und nichtarische Gäste solcher Mitglieder ausgeschenkt werden dürfe und daß zweitens die Bestimmungen der N ü r n b erg er Gesetze bei der Beschäftigung des. Personals genau beachtet würden. Rach Meinung des Gerichts emipreche cS dein Geist der Rürnberger Gesetze, uu'iiii die Ilidc» eine eigene Gaststätte erhielten. .Ans diesem Grunde habe man das Vorliegen eines Bedürfnisses anerkannt. * ■•- In einem z weit e.n falle hatte eine f t u u. die Erteilung der E r I a li b u i s z u m A u s s ch a n k ä I k v h o l f r e i e r G c t r ä n k e und zur Ailsilbung des Be herber-, g u n g s g e w e r b e sbeantragt. Die ützirtschangruppe „Gaststätten- und BeherbergniigsgeiverbeT hatte sich gegen den Antrag ausgesprochen, da. kein Bedürfnis vvrliege. Alle iibrigen In stauben hatten icdvch keine Eimvendinigen erhoben. Tw Antragslellerin ertlarte. ihr sei un Iiili vorigen Jahres die Erlaubnis iur andere Raume bereits erteilt ivvrden. Es handle.'sich nur »in. einen ’ Ilmzug. Sie sei" I n d i n iind habe nurjüdische U n >i d s ch a s t.' Das Gericht erteilte die Erlaubnis besonders auch mit. Rücksicht dar ailf. daß es sich .nur lim eine-Verlegung des Betriebs handele. Die Zwangsversteigerung von Grundstücken und Auswanderung Ter a m b u r g e r G r u n d e > g e n - t ü in e r" vervsfentlicht eineu Beschluß des Landgerichts Altona, durch den die frage, ob ein iiu-. verhältnismäßiger Rachteit für den die Zwangsversteigerung bi treibenden Gläubiger auch dann vvrliege, wenn cr ein Jude iß, der nach P a l ä st i n a a n s w a n d e r n will, beiahl ivird. Es heißt in den Gründen des Beschlusses, daß der Schaden, den die Gläubigerin durch die ctiiftweilige Einstellung erleiden würde, nicht bloß m dem verspäteten Empfang der Schnldiiiiiiine. ioii dern dann besteht, daß die Glänbigcriii diiech die spätere Beiriedigniig aller Ützahrscheinlichkeit nach einen Bcrlust von mlndeüeiis der Häl'le der fvrderlmgen zn gewärtigen hat. Tie Glänbigerul . habe dargelegt, daß ihr vcm-.I'eii Behörden, gestattet worden sei. ans Gr-uiidder besonderen für die jüdische Alisivasedmiing nach ^Palästina erlassenen grseplickien Bestiiiuiuuigk'i<hic im 2baren clearing der forderniig der denliilie» .Ansinhr inich Paläuina dienen, ihr greifbares Ver:n0.gen nach Palästina zu iiberiühren. Tie Geldbeträge der Glänbiacriii fänden dabei z»m vollen Mitvn' oder doch nur mit einem geringen Äbichlag Verivendnng. fallen der Gläubigerin Geldbeträge jedoch erst nach der Ansivaiidernug zn, so sliei'endiese n»s sogenanntes, ^perrkonlo. wodurch sie eineu .Uursverlnst von etwa. 75 Prozent ihrer forderniig oder bei Beriicksiäsiigima des vorbezeichneten i'lbschlags einen etivas gerlngercn Ui'rsverlnst erleiden ivürde. Dieser, Verlnsi wäre, aber nnverineidlich. .ivenn dem Siliuldner die einstiveilige Eiiislelliuig ^pigebiltigt-U'ird. iveil alsdäliii der. Abschluß des. Zivaiigsversieigermigsverfahrens voraussichtlich nach der Aiisivaiideruiig liegeii ivürde. Dazil kvmme die siir die Gläubigerin iininerhin einireleiide Ericliiveriing und Verteuerung des Verfahrens zur Weiterverfolgung ihrer Aniprüche, mlls das Verfahren zur /,eit.> er Aiisivaiideruiig noch ickiiveb.t und.spater vom .lu.-- laude.her uvch fortgesetzt werden soile. Zulässigkeit der Klage eines unehelichen Kindes auf Feststellung der Vaterschaft . In der ..Deiuicheii Iufliz" lN'^'a S. Ivird ein Urteil des Amtsgerichts..E » t > » ».„tge. teilt, dnrel, das der slläge eines n u e h e I i ,l> e n n indes gegen die Eltern selues vernorbeiieu Vaters aut f e si n e l l.» i> g der Vatec'chau slattgegeben wird.- E>n reäitliche.s Intereiie für die - fen'l-eltiiiig der Vater'chait ie.i nulil nur dann gegeben. >oeiiu es sich - um -die AnNellung.. uu Staäisdieiut oder die' llebernaluNe von- /'lemleiil der Partei oder" ihrer, Srgam'ä-lionrn l,aiidele-. sondern cs sei «rl l ge rii e > i, iniolge des Erkennens der Bedeutuiig von Vliits- »;id Rafieuzu-. gehorigkeit ine ,edeii Ulagei-voibaiide»' Amt,.»» 'AZirlieliaits und Privatleben greinimmer mehr die Orkeiiiilnis von der 'Avlwendigleil. die-Ariergeietzgebiuig zii beachten. Platz. Gefängnis wegen versuchter Erpressung Die ..Grei;er Reiieften Rarhrichten' berickite» von einer Gerichtsvl-rhaiidliiiig. ::: der ein ans. Plane» slammender .Angeklagter ivegru versilchter Erpres'iing zn andrrtlialb- ' ' Geiängnis verurteilt wurde. Der Ange lirieb im . 'Roveinber vorigen Jahres an jndiielie» .tzausinaiul in 'Berlin einen Brief i er aussiilirte. der siausiiianii habd un Ja > dentfelie Selmlinädet>eii geichaudet und >ver n. ioelelic Strafe cr zu erioarten habe, ' im» ieiiic freiheil lieb sei. solle er beiin P in Greiz posilagernd N>"U RR! für Um n. ,r»r den fall, daß er. der Angek ns zum 3u. Rovelüber nicht im Besitzeldcs sei, werde er'die Sache der 'Polizei 'en. slls der Angeklagte ivegeii der gei -n - Geld.-., sendiliig bei der Po'l nachir.agle. v polizeilrdi feUgeiioiiimen. Dir Verhau egal die Haltlosigkeit der Behaiipkiing i p-klagten. Der Tlaatsämoall .beantragte eiangiiissivasivon -eniein Ialir. In >> tzl^iidoner tuhrto er ans. ivrini der Angrlli >in> angrl>Iick,eiii Haß gegen die Jude i-mredeii suche, so sei das lacherlieli. sali/ ei es in»i nur a»is Geld aiigekoiliiiien. el> iolelie . 'vchttzvdt.,, werde die R'euil,eil d ipies der - Veivrgiiiig gegen die-,luden nur ai>>» uud im Auslände »ber die Itel-lni - zu den Iudeii ui Dciitseliiand ein ga l,e-- 'Bild liervorgernfeii. T.is iüericht e aus die angegebene Stra'e soivie a»f uiug der bürgerlichen Ehrenrechte aiii di :e. >>ack> Auffässung des Schoffrngei i.lils l|t mgeklagte die Reinheii des Uainpfe - gegen es /'veieil I'i'fleckl, Der-I»die je, in Denis,! cht l'i>ge!. frei. Die' Stellung zinii Juden , gesetzlich geregelt. Der einzelne dnrse nicht iinler dem Vorivand .nationaler Belange siä> Gesetzwidrig-..- feiten erlauben. HERREN-KONFEKTION c r ' ' D.. 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