Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 10 (5.3.1936)
- Date
- 1936-03-05
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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geführt — eine endgültige Lösung dieses Szene gibt die an anderer Stelle dieser Zeitung 'wiedergegebene Nembrandtsche Radierung. Tann finden sich noch die Szenen, in denen Befehle erlassen werden, Gesetze verküiidet, Gesetze 'widerrnsen, und schließlich ist es die Gestalt des Haman, die ^.ls Prinzip des Bösen schon im 12. Jahrhundert in einer- Bibelillustration Vvrkommt. In der formelhaften Schilderung des Mittelalters ist in sechs Szenen die Bestrafung des Lasters dargestellt; darunter Haman am Galgen, neben ihm als allegorische Figur die ^Ehrsucht". ' Und auch bei diesem Thema l^at Rembrandt das letzte Wort gesprochen: Haman „in Ungnade" ist einer seiner spätesten Bilder. Haman, Ahasver. Mardochai, drei Gestalten vor dunklem Hintergrund in eindrucksvoller Vertikalparallele; Haman nach vorn wal-ckend und leise nach links geneigt, dadurch etwas isoliert. Gr ist nicht'der Bosewicht, sondern der tragisch Schuldige, der die Konsequenzen wehrlos duldend auf sich nimmt. Es ist ein Seelendrama,' das ins Allgemeine, Shmbolhafte wächst: drei Menschen in ihrer Einsamkeit und in 'ihrer schicksalsmäßigen Verknüpfung. Alis den Gemeinden Gemäß der vom Verbaiidsansschuß des Sächsischen Israelitischen Gemeindeverbandes erteilten. Ermächtigung hnt der Verbandsvvrstand im Einvernehmen mit den beteiligten Gemeinden, in denen nur Prediger und Lehrer, aber keine.Rabbiner wirken, ' beschlossen, die Gemeinden B an tz e n »nd Zittn n dem Rabbinat Dresden, An nab erg und Zwickau dein Rabbinat Chemnitz, und die Gemeinde Plane n dem Rabbinat Leipzig znznteilen. Die Neiivrdmmg wird nur insoweit wirksam, als Amtshandlungen in Frage kommen, zu deren Vornahme religionsgesetzlich lediglich ein Rabbiner autorisiert ist. In Verfolg des Anschlusses der Israelitischen Landcsgemeinde M e ek l e n b n r q und der Israelitischen Gemeinde V ii deck an den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden ist nunmehr ans Anregung »nd mit finanzieller Unterstützung des Prenßenverbandes eine Vereinbarung zwischen Lübeck und Mecklenburg zustandegekommen,'/ans Grund derer der Rabbiner der Gemeinde Lübeck. Dr. Winter, die Geschäfte des feit dem Tode von Dr. Silberstein verwaisten/ Mecklenburger Landesrabbinats in der Muse wahrnehweii wird, daß er die Mecklenburger Gemeinden regolinäßig zur Vernnstaltüng von Gottesdiensten. Vorträgen, Schulinspcktionen svivie zur seelsorgerischcn Betreuung aufsnchcn wird. Tie Israelitische Kultnsgcmcinde -N ü r n b e r g. die 1925 noch 9000 Seelen, 1933 noch 7502 Seelen umfaßt hat. verzeichnete SterbcsäUe 1933 / ». , «- 8 138 . 1934 .... . 91 1935 . . . « . 112 Die Israelitische Kliltlisgenieilide Schweinfurt. die 1925 noch 382 Mitglieder zählte, ninfaßte 1936 noch 303 Seelen. Während der Jahre 1933, 1934 und 1935 waren insgesamt 16 Todes-, fülle zu verzeichnen, denen in dem Zeitraum von drei Jahren nur 4 Geburten gegenüberstanden. Bon der jüdischen Wintcrhitse wiirden IO Familien mit etwa 20 Seele», also annähernd 7 Prozent der Bevölkerung betreut. Die Künstlerhilf« der Jüdischen Gemeinde Berlin sucht sür mehrere Künstler dringend Klaviere, die kostenlos zur Bersngnng gestellt werden. Nachrichten sind erbeten am die KnnsNerhilie. Charlottenbürg 2, Kantstraße 158 «Telephon: Bisuiurck 6023). Au* den Familien Fwu Jvhcinna Löwenthal (Flensburg) wurde am 5. '.Olärz 75 Jahre alt. — Frau Jeanette Holz - in a n u gcb. Herzog begeht am 6. März ihren 75. Gebiirtslag. — Fran Tina B v d l a e n d e r gcb. Sitt- - ner «Berlin LI 12/ feiert am 11. 'März ihren 70. Geburtstag.— Lamnel 2c»5 und Frau Johanna geb. Levtz - «.Thaleischweiler b. Pirmasens) jeiern „am 1V. März ihre goldene Hochzeit. Vocamei#en 10. März, 20 Uhr: Vereimgung jüdischer Frauen viroh- '.Berlios. Milgliedcrveriaiiniilung mit Purim-Nachseic.r. . .gludheim, .Marburqcr.'.ütraüc ■ 12. März, 17 Uhr: Fraucuverciil der Deriincr Bnei Britz. -LlMiig mit Vorlrag -Johanna Mcner über Rudolf Franks-Buch:'/.Ahnen und Enkel." L'ogenhaus, «Ici(t- ■ ftrofjc »I. ' In der Synagoge Levetzowstraße findet am 7. März.'11 ..Uhr 15 Min., zum erstenmal ein. Lneg Schabbat statt, der sich von diesem Termin -an jedem Sonnabend zu gleicher Stunde wiederholt. Am 9. Mürz, 20 Uhr. spricht ans Einladung der Israelitischen Kultusgemeinde und des Ortsrings der jüdischen Iugendverbände Pc ün che ns im gemeindlichen Sitzungssaal der Geschäftsführer des Reichsansschnsies der jiidischen.Iugendverbände lBerlin) Dr. Bruno S o in m e r s e l'd ckiber „Tie gegenwärtige Situation der jüdischen Jugend in Deutschland". Stadtmüde Kinder. Dem Erholungsheim des Jüdischen Frauenbnndes in Lehnitz, 40 Pcinuten von Berlin entfernt, ist jetzt auch ein Kinderheim angeschlvsien worden, in dem Kinder, die längere Zeit ansspannen müssen, nicht nur Erholung und günstige Lebeiisbedingiingen finden, sondern auch Nachhilfe-. tzNusik-, Werl-und Bastellinterricht erhalten und in jüdischer Umgebung ein Dasein in Gemeinschaft führen. Eine Aerztin überwacht die Pflege der Kinder. Turnen, Spielen, Lernen im weiten Waldpark, Likgestunden in offenen Hallen sind gleichzeitig intensive Heilmittel. Anmeldungen: Verband Berlin des Jüdischen Frauenbundes, Berlin-Grunemald, Königsallec 11a. Telephon .17 Hochmeister 3746. Dienstag 4 bis 6 Uhr und Freitag 11 bis 1 Uhr. TA USCH E CKE nhtrliilß* Tausch-Ordnung . ' Der Tauschder Märken wird nicht über: die Schristleitnng geleitet, sondern sott" sich von Sammler, zu Sammler unmittelbar vollziehen. Tie Briesmarkentanscheckedient lediglich dazu, - Sammelwüufche zu veröfsentlickien, deren Angaben möglichst spezialisiert erwünscht sind'. Eine. Verantwortung übernimmt die Schristleitnng in keinem Fall und nach keiner Richtung hin. - Die Taltschordmmg kann als Sonderdruck gegen Voreinsendung des Portos von der Schrifttcitung gratis bezogen werden. Als Grundlage für den Tausch von Postwertzeichen können bei Briefmarken die Preisnvtie'rnngen in den Katalogen Mich. Senf, Gibbons oder Vvert.benutzt werden, bei Ganzsachen im allgemeinen der Katalog von Ascher, sür, deutsche Ganzsachen der Spezialkatalog von Ascher-Junker. Bei Abarten sind.entweder die Festsetzungen des Kohl-Briefmarken-Handbuchs als Richtlinien zu benutzen, soweit solche dort schon behandelt sind, sonst gibt die Schristleitnng auch gern Auskunft über Bewertungen. Hierbei muß allerdings auch gleich der sonst von den betreffenden Sammlern benutzte Katalog angegeben lverden. S p e z i a l g e b i c t e, die besonders bevorzugt lverden, sind stets genau anzugeben. . . Bei der K v r r e s p o n d e n z sind philatelistische Frankaturen sehr erwünscht, d. h. die Benutzung von Gclegenheits-, Wohltätigkeits-Ausgaben,'Ra,id- und Eckstücke, Blocks. Platten-, Hansaustrag-NiNNmern usw. An Abkürzungen werden verivendet: . Irl. 8. kleiner Sammler .Gz.. Ganzsachen m. 8. mittlererSämmler ungebr. ungebraucht x-r.8. großer Sammler J«ebr. gebraucht?al. Palästina a. Hf. . ans Brief 8.0. Naher Osten, d. h. HM, Basis Miclzel Türkei u. 'Nach- HS. Basis Senf folqestaaten. HG. Basis Gibbons Aeghpten.Sndan, HV. Basis Uvert^ Persien ' 8t./8t. StückgegeiiLtück vt.H. Deutsches Reich m. Kdt. Korresp. deutsch Kolonien, Ab- Ke. Korresp. englisch stimm - n. besetzlltl-. KvresP. sranz. ten Gebieten Kh. Korresp. hebr, Eu. Europa 2gebe folgende Ve. Uebcrsee Länder T ausch-Adressen Robert Alts ch u l. Hannover, 2Ute Erllcr-Hcc'r- Stratze 24; tu.' 3.; Eu. u. Ile.; BM; ungebr. u. gcbr.; Kdt. - ' / , - Tr. med. Ernst Bvrvnow. Zahnarzt. Dreslau 5, Gartcnstraße 48; m. T.; Tt. R.; des. Vierereckblocks u. Abarteil nngebr.; BM.; Kdt. Heinz E. n g e l, Berlin-Ehartvttenbürg . 4,' Gervinillsstrasze 5. ll.. 1. Ausg.; in. 2.; Eu. ungebr. u. gebr.; gebeganze Welt; BM.; Kdt. Joses G r o e q e r, Berlin 8 4. Ehausscestraße 52; Tt. Altdt. Kol., England. Südafrika; gede ganze Welt, auch Biililzen; BM.; Kdt. Biel Tänschmaterial vorhanden. Tr. Gut lila nn, Tüsscldors, Brchmstratze 39; S : Ue.; BM.: Kdt. Arthur H a u v t >n a ii n. Hambnrg 20, Rohhagen 13; i». S.; Frankreich n. Spanien svezial, des. auch Vuransentwertlinge». Kdt.; Kc.; Ksr. Frttz.Kiwl, Reiße i. Lberschles.. Marienstr. 6: in. S.: Tt. N. m. Abarten, Eu.; gebe Eu.; BM.; Erslsdg. erbeten. v. K rv to. Berlin 81V 87. Agricvlästraße 13/14; Eu.; Ue. Erstsdg. erbeten. Julius M a Her- B e r r i c, ' Berlin-Eharlottenburg 4. Mielandstraße 32; m, S.; Eu.; Ue.; BM.; Kdt., Ke. Fred M ü n i e r. Verlin-Eharkottenburg '4, Shbek^ strafe 54. III.; m. S.; Eu.; Ue.; BM.; Kdt. Hans Oppenheimer. Berlin-Steglitz. Biorn- . sonsträße 27; m. T.; Tt. R.; Frankreich, Niedert., Schweiz. USA.;-g. Eu.. Ue-i BM. Kdt. . Dr. med. Erwin Perlmutter. Danzig, Dorstadt, Graben la; m. S.; Tt. R.; Eu.; BM. g. Eu.« David^'^t eich,' Kassel, Sedanstraße 11; Dt. R. Spezial. Eu.: BM.; Erstsdg. erb. , . Ernst Reinhardt, Berlin 80 16. Rungestraße 20; m. S.; alle dt. Gebiete, des. Saargeb.; gebe Dt. R. Eu.; BM.; Kdt.. Ke.. Ksr.; Erslsdg. erb. Hans Reiter, Berlin IV. Uhlandstraße 72. HI.: m. S.; des. Trauer-Marken; gebe Dt. R., Eu.; BM.;- A. R o ste n b e r g 1. Fa. M: EichelbergS Nachfg., Marburg a. d. Lahn. Barfüßerstrcße SO: m. S. - -Arnold Spa nge n tha l. Düren (Rhld.). «sch'llsrstraße 32, b. Hartoch; in. S,; -Eu; 'Mgebr. u. gehr.: gebe Eu.- und Ue:; ungebr, U. gebr.; BM.; Kdt.; sucht - des. Tauschsreunde ä.'Rheinld.. Kurt' Spier, Weiden b.-Kvln. Hans-Willh-Mer-- tcn---Straße' 3i>:- in.iS-: Tt. 3>t.. dann auch Eu.; Eu.: g. Tt. R. des. seit 1933. Italien.. Spanien, «udstawieu; -Kdt., Ksr. ~ . Leo Ste r n b e r g. Berlin W 87. -schlcswige« Ufer 15; m. ä.; Eu.. Ue.; g. Eu., Ue.; BBi. Frau Arthur Wert h e r; Berlin IV 1a, Knesebeckstraße 4649; m. S.; Eu.; BA!.; Kdt. Me Jüdische Ulinterhilfe Die Jüdische Winterhilfe in Nürnberg betreut 930 Einzelpersonen bzlv. 401 Parteien. Ties e»itspricht etwa 20 Prozent der Gemeiudemitglieder. Jüdische Winterhilfe in Schlesien. Der jüdische Wohlfahrtsverband der Provinz Nieder- . schlesien umfaßt 40 Gemeinden außer Breslau, mit insgesamt etlva 3230 Seelen. Tie Jüdische Winterhilfe betreut etwa 330 Familien mit 66t» Köpfen, d. h. etwa 20 Prozent. Soweit die einzelnen Gemeinden nicht in der Lage sind, ihre Hilfsbedürstigcn allein zu versorgen, nimmt der Verband den notivendigen Ausgleich vor. Die Stznagogengemeinde Breslau umfaßt etwa 18 000 Mitglieder. Davon werden 4552 Personen gegenwärtig von der Jüdischen Winterhilfe imterstiitzt. also 20 bis 25 Prozent der gesamten Gcmeindemitglicder. Die Zahl der Unterstützungsempsänger ist in der letzten Zeitgegenüber den Vormonaten gestiegen. Ende Dezember betrug sie nur 438t. Ende November rund 4000 Pcrsvnen. Tie gegenwärtig unterstützten 4552 Persvncü setzen sich aus 2257 Fällen, die durchschnittlich zwei Uliterstütznngsempfänger anfweisen. zusammen. Im einzelnen erhalten etwa 1100 Einzelpersvnen. 500 Familien zu 2 Personen. 300 zu 3 Personen, 190 zu. 4 Personen. 100 zu 5 bis 6 Personen und II über 7 Personen Unterstützung. -2500 Erwachsene und 500 Kinder wurden neu eingekleidet. Seelische Winterhilfe 21. Veranstaltung im Ease Leon. Kur« fürsteudamm 155, 9. März, 16 Uhr. Bunter Nachmittag für Erwachsene. Mitwirkcnde: Erich El kan und Hellmut Wolfs sagrn an: Jani B a l l a n, Bvber - L e w i n ski, - Ntartha F r o st, Herbert G r ü n b a u m , Hedi H aase, Hanni Rosen , Felieiä Sachs, Karsa S ch a p i r v , Kinderorchester des 2. Waisenhauses der Jüdischen Gemeinde in Pankow. , Ai» Klavier: Rudi Lehmann, Ru.th E v h n und Lothar A! a tz k e. Karten sür. Hits»-. bedürftige unentgeltlich im Winterhitssbezirk Sndwest. Münchener Straße 37. Einlaß nur mit Eintrittskarte. Einlaß zui» 2t»»len Nachmittag um 15 Uhr. Jugendliche unter 16 Jahren haben keinen Zutritt zuiii Buuteu Nachmittag, 22. und -23. Beraiistaltiing im Tlerlincr Logeiihaus, Kleiststraße 10, 17. März, Kindernachunttag 15.30 Uhr. Bunter Abend 20 Uhr. Karten für Hilfsbedürftige ab 9. -März, linentgeltlich im Ltzinterhilfsbezirk V. Steglitzer Straße 9. im Wintcr- Hilfsbczirk kV, Südwest. Münchener Straße 37 und im Winterhilfsbezirk -Via, Nordwestcn, Tiirmstraße 9. Einlaß zum Bunten Abend nicht vor 19 Uhr. Konzerte und Vorträge in Berlin und im Reich Susanne L ö w c n st e i n sang in einer Win t e r h i l f s Veranstaltung der Berliner tzienen. Shnagoge vier der Gellert-Lieder von Beethoven. Der hohe Ernst der Gesänge ivurde durch die Aliistin. die ihre reichen Stimmittel -in. allen Registern gut anszugleichen weiß, stark eindringend gestaltet. Leo T a u b in a n n war als Begleiter ein seinnerviger Helfer. Dri M i s ch s M a d r i g a t - V e r e i n i g n n g mit Thea B i e -- der als Solistin brachte Schuberts Kantate ..Mirjams Siegesgesang" und den inr Snlzer sompu- »iertcn 02. Psalm, für den sich der Ehor schon mehrfach eingesetzt hat. der aber an Bedeutung weit ziirücksteiit. Mit einem stinimnngsvotlen Werk von Reger hatte Ludwig A l t m ä n n an der Orgel den Abend eingeleitet. eine Ansprache von : Curt E. K a s s e l stand in der Mitte, und liebenswerte Rezitationen von Johanna Ai eh er waren eine srenndti.che Beigabe. a Ter Vierte Lichte 9iach>nittag der Reform- ^-e m e i n d e bot den Hörern vielfache geistige Anregung. Julius B a b ging auf die merkwürdige Tatsache ein. daß zwei der bedentendsten dent-- scheu Dichter der letzten Generalion durch die Iakobslegenden zu dichterischem Schaffen angeregt worden sind: über Gerhart Hauptlnanns dramatisches Fragment „Hirtcnlicd" gab der Vortragende einen Ueberblick, das große noch nicht, abgeschlossene Werk Thomas Manns sowie des südischeu Dichters Richard Veer-Hosmann Vorspiel „Iäakvbs Tranin" wurden in die Bctrachtnng eingezogen. Im Einklang mit dem Thema sprach Edith H e r r n st a d t - O e t t i y g e n die von ° Stefan Zweig edel geformte Rahel-Dichtung, die breitwvgende Prosa ohne Textvorlage nachmvdellicrend. Ludwig A l l m a n n spielte Reger; seine feinsnhlige Registerwahl und' subtile Teck»nik im Dienst cmpfiiidungsstarkcr Mnsikalität ergaben ein incisterliches Stimmungsbild, Der Alt Erna Iacobhs ist in getragener Lvrik sehr ansdrncksfähig: in biblischen Liedern Dvorals vssenbarte die Stimme schönen Timbre. Kai. Hermann Schwarz, der Organist des Friedenstempels, eröffnete ein Konzert für die Indische Winterhilfe mit einem ..Orgelvorfpiel über hebräische Motive" von Arno tztadel. Schwarz gab dem. Ganzen einen großen Farbcnreichtlim, hob Solostimmen plastisch hervor, nutzte überhaupt die geringen Möglichkeiten des heikel' zu behandelnden' Instruments so geschickt, daß hier eine ansgezeichnctc Leistung anerkannt sei. Schwarz begleitete dann den Eettisten Fritz W a l l.e n der g z»l älterer Musik,-wobei.nur die häufige. Verwendung der Schwebestiinine störte. Sehr schön saug Hede Türk, an diesem 'Abend stimintich besonders günstig disponiert. Ter Bariton Siegbert t c i n seid brachte mit etlvaö sprödem Stimm- . klang Lieder von Edvard Pioritz. die gut deklamiert .sind: rein nnisifälisch hat Mvritz aber weitaus Inspirierteres geschrieben. Der Pianistin Lili Eltrcich sind Anlagen zu bestätigen, zu einer podilnnreifen Leistung kam es noch nicht, da der Händel stilistisch gänzlich? verfehlt angelegt war und der Ehvpin iveder im Technischen noch in der Gestaltung ' überlegen gemeistert wurde. Viel Freride bereitete Mar Koninski mit den Vortrag einiger sinnreicher heiterer Legenden. Dr. Kurt Sin'ger hielt eine kurze Ansprache. L. A. Die Buchhandlung Lichtenstein in Breslau veranstaltete einen Ehrenabend für Siegfried B.r u ck als 'Nachfeier zu seinem 50jährigen Bühnenjübilänin: Die Veraiistaltnng darf zu'den. besten .gerechnet werden, die das jüdische Knnstleben Bros laus bisher gab. Siegfried Bruck bestritt den ganzen Abend mit auswendig vorgetragenen Rezitativüen. die jüdisch . und künstlerisch gleich wertvoll waren. In dem reichhaltigen Programm fielen besonders „Tie Berufung Jeremias" aus der Bibel, Gedichte von Morris Rosenfeld und Börries von Münchhausen aus: edelste Sprache verband sich mit glücklicher Gestaltungskraft. Schote,u Alechems „s^er Haupttresfer" war ein Pteisterstück guter Erzählungs- und Charakter,' siernngskilnst. Der Künstler, der lange Jahre mitgroßem Erfolg' an'den - Breslauer Schauspielbühnen gewirkt hat. ist jugendfrisch und künstlerisch beseelt wie je und fand den lebhaften Betfall der Hörer. Schw. Für die Betreuten der Dresdener Winter- Hilfe wurden zwei Kuustabcube veranstaltet, die „Heiteres und'Ernstes in Wort und Ton" brächten/ Bella E-r d o e s. von ihrer früheren Bühnentatigkeit in Dresden noch bestens bekannt, fesselte mit Volksliedern, in den Originalsprachen gesnngen, soivie Arien, und Chansons anS LPern und klassischen Operetten. Mit Couplets ans „Mamsell Nitonctie", ans Osfenbachs „Schoner Helena" und ans der „Flederinans" erntete sie großen Beifall. Paul S k v n s.k i rezitierte mit großer Hingebung; Liliencrvns „Pedder Lüiig" und Goethes „Gott und die Bajadere" paßten aber nicht in das Programm. Am ersten Abend sprach Siegfried L e w i n s k h Perezsche Erzählungen sehr gemütvoll. Trndl Fuchs «Münchens sang Arien und Lieder und der junge Heinz M e y e r brachte wvhlgelungene Violinstücke. E. B. Ter Ausschuß sür Kunstpslege, Plänen i. V. veranstaltete ein Konzert mit Joseph S ch lv a r z sKlaviers und Boris Sch lv a r z lVivlinc)/ Durch die restlose Hingabe an die Werke war schnell der Kontakt zu dem voll- - besetzten Saale gefunden. Es gab n. a. Mendelssohn. Chopin-Sarasate und Müssorgski. Ter Beifall veranlaßte eine Zugabe nach der anderen. G. . Der nengegründetc Kulturbund Braunschweig begann seine Tätigkeit mit einem Liederabend von Erika S a m s o n (Storni). Berlin. Die noch jimge Künstlerin' hat eine ausgezeichnete Gesangsschnlung. Die hebräischen Volkslieder wurden mit Wärme und Innigkeit, die italienischen mit viel Temperament vorgetragen.- die Arien von Händel und Pnccini hinte'rließen nachhaltigen Eindruck.' Als meisterhaster Begleiter erivies sich John M a n d e l b r o d (Hannover). 3. T. Die Jüdische Künstlerhilfe Essen veranstaltete einen K l e i n k n n st a b e n d. Das Tanzpaar Hein e- C a l l m a n n bewies besonders in einer grotesken Vorführung künstlerische Fähigkeit. Bert Bernd. Köln, erfreute durch ernite und heitere Musik aus dem Akkordeon, Hans Kaufmann, der 16jährige Geigenkünstler, zeigte saubere Bogen» sührnng. Lustige Songs sang Käte F r o h s i n n. T o b e r. Köln, konferierte, Werner Schüler war ein ausgezeichneter Begleiter. Das Publikum dankte mit reichlichem Beifall. Auswahl und Reihenfolge der Darbietungen schienen allerdings nicht immer glücklich. —n—. Im Jüdischen Kulturbund Reiße (O.»S.) gastierte Marion Ko eg eck. Berlin. Mit ihrem . vielseitigen Repertoire gewann die Künstlerin die Herzen eines beifallsfreudigen Publikums. Werner S e e l i g - B a ß. dessen Tonschöpsungen einem Teil des Programms sein Gepräge gaben, erivies sich als ein besonders fähiger Musiker und Begleiter. Winterhilfskonzert mit Rosenstock Nach seiner Rückkehr aus Amerika wird Eencralmnsikvireltor Joseph Rosenstock zum erstenmal vor das jüdisclie Konzertpnbliknm im Nahmen eines.Konzerts der Jüdischen Winterhilfe treten, dasunter dem Titel „Ans Opern in d Operetten" am Sonnabend, . dem. 14. Mär,;. 19 Uhr 30 Min., im.Bach-Saal statt'indet. Das Konzert bringt populäre Arien und Ouvertüren verschiedener Komponisten. Tie Veranstaltung sieht in ihrem' Prvgrarnm unter anderem die Wiederholung der „Pvlvwetzer Tänze" .von Bvrodin vor, die schon beim letzten Winterhilsskvnzert am 6. Januar' durch die bravouröse Wiedergabe des Killtnrlnindorchesters minutenlange Beifallsstürme anslöste, Arien von Mozart. Verdi und Nleyerbeer, die Ouvertüren „Die schöne'Ntelusine" von Mendelssohn und ..Sizilianische Vesper" von Verdi. Außerdem bringt das Programm „Ans Opern und Operetten" die. Ouvertüre „Pariser Leben" von Lffenbach sowie- Lieder von NUllöcker. Johann und Josef Strauß. Der Lpernchvr des Knltnrhnnd-Thcatcrs wird unter Leitung seines Dirigenten Berthold Sander den Walzer „An der schönen hlauen Donau" von Johann Strauß zum Bortrag bringen. Die Karten zum Preise von l und 1.50 RM sind bereits restlos verkauft. Karten in den. übrigen Preistategvrien (3, 2.50. 2 und 0,75 RM) sind erhältlich bei der Propagandaabteilung der Jiidischen Winterhilfe. 6 2. Rosenstraße 2—4 (Telephon D. 1. Norden 6711. Apparat 71), beim Pförtnerder Indischen Gemeinde. Oranienburger Straße 29. bei den Buchhandlungen Kedem, Dahlmannstraße 8, Philo-Berlag. Pariser Straße 44, und Ernst Wolfs. Prager Platz 4, sowie bei den Kastellanen der Shnagogcn Fasancnstraßc 79/80 und Letzetzowstraße 7/8. . Der Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde m Deutschland teilt mit: Wir weisen daraus hin. daß die^ letzten Gruppen für die Ausstellung des A r b e ick s b u ch e s nunmehr aufgerufen sind und fordern daher alle aktiven Mitglieder des Reichsverbandes (K ü n st l e r) auf, sich-um die Ausfertigung eines" ArbeickSbnches zu ' bemühen^ da der Besitz des Arbeitsbuches Voraussetzung für jede Anstelliings- bzw, Beschäftigungsmöglichkeit ist. Das Antragsformular ist bei den Arbeitsämtern und in Papierwarenhandlungen erhältlich. Das ausgefüllte Formular muß von dem für den Wohnsitz des Antragstellers zuständigen Polizeirevier abgestempelt und dann dem zuständigen Arbeitsamt eingereicht werden. Kosten entstehen nicht.