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Central-Verein-Zeitung · 1936-02-20 · 8 (20.2.1936) · page 10

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
8 (20.2.1936)
Date
1936-02-20
Page
– (sequence 10)
Language
German
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’dfp Wirtschaftsorganisationen von vornherein dazu ve.ranlasM.' m ihrer J{<-einmncr auch angemessen«* Amortisationen zu berücksichtigen und -.sobald wie möglich auf -eigenen Küssen, zu stelle». Die Komis aber bekommen ihre Mittel sobald ~ wie mötrlirji zu neuen llrsciillessungsarbeiten frei. Auf der grossen amerikanischen Konferenz, die sich in den letzten Wochen mit der Beschaffung neuer .Mittel - für die Auswanderung deutscher .luden und die Entwicklung Palästinas beschäftigte, wurde nutgeteilt, dass die bekannte . Siedluiurseesellsdiaft JCA unter Umständen bereit wäre, dein 'Keren Kajemet eine Anleihe von '4001)00 LI’ zu, verschaffen und sich ausserdem an -der Erschliessung. des Hulogebieles zu beteiligen, wenneine .Einigung über die' Abwicklung dieses Komplexes erhielt \yerden sollte. Auf der anderen-Seite luit der Keren Hajessod zur; Zentralisierung seiner Kolonisalions-, tatigkeit unter der .Firma:■ „Palestine Agricultural Settlenieiil Association“ ein neues, mit 50 000 LP W I rYn nrhe cnlKcliloMene GIIClGralinmohlllcn Bruno Bender, Llnhstr. 32. B l, KurfBrat 1165/68. Kapital ausge-stattotes. Unternehmen gegründet,' das durch Ausgabe von neuen Aktien und Obligationen auch privates Kapital zur Intensivierung der Siedlungsarbeit' heranziehen will. Man sieht also überall das Streben nach Zentralisierung und nach Heranziehung neuer Mittel auf möglichst breiter Basis. Wenn in der Tat nie massgebenden Stellen zäh genug, und einig genug sind, um diese Ansätze weiter zu entwickeln, so kann man sich davon eine wesentliche Beschleunigung, und Konsolidierung des Siedlungswerkes und die Schaffung neuer Arbeitsplätze versprechen. Allerdings ist es mit den organisatorischen nml finanziellen'Vorbereitungen allein nicht getan. Auch das zur Verfügung stehende Mensclienmaterial ist für den Erfolg wichtig. Eine wertvolle um! grosse Reserve bilden die schon im Lande befindlichen Mittelstandsfamilien und Arbeiter.die schon lange auf Ansiedlungwarten und nur vorläufig in anderen Berufen arbeiten: Die neue Einwanderung dagegen kommt nur teilweise für ein solches Programm in Frage. Durch den Ueherschuss der Einwanderung über die in den letzten .fahren nur minimale Auswanderung sowie durch den hohen Gr--, hurleiiüberschuss hat sich der jüdische .Jisehuw Palästinas so stark vermehrt, dass er heute annähernd die Ziffer von 400 000 Seelen erreicht haben dürfte. Davon sind rund 150000 Menschen durch die Einwanderung der letzten vier Jahre ins Land . gekommen. Aber das Verhältnis zwischen den wichtigsten Einwandererkategorien hat sich in dieser Zeit stark verschoben. (iosaml- Auf IM Arbeiter n. Handwerker kamen , Jahr Ein« amlcrung; Kapitalisten Angehllrlge 15182 11289 25) 108 15)88 815)77 28 180 15)81 "41 14t 44 .207 15)85 (12 5104 42 200 Jüdisches Leben ■ ■# Samuel Landauer zum 90. Geburtstage Vtltrr heißt Weisheit erwerben: Tamuel Ln n b n ii e r wird am 22. lycbtunr 5U) Jahre alt. Gehören in Würben, (Bayern i. evlstammte er einer streng religiösen 'Fayiilie.i Kr bezog die Ieschiwa in Eisenstadt. an der Talmud zugleich mit profnnru Wissenschaften gelehrt.'wurde. Ter Leiter dieser Schule war Israel HildesHenncr. der' nachmalige Gründer und Reftvr des Berliner ^Kabbincrseminars: Nach Absolvierung fet (byinnasiurns in Alainz ividinctc sich Landauer dem Studium der vrientalischen Sprächen -in-Leipzig) Ltraßburg und München. Hier promovierte er 1872. Seine Dissertation behandelt die Psychologie de-?' Ibu Sinä, ..des pursten aller Wissensc1)ast". — Bor mehr als i»o- Jahren mußte der Jubilar zur Wiederherstellung seiner Gesundheit nach Italien reisen, fand in Mailand,und Florenz zufällig die Handschriften, deren Vergleichung die Fertigstellung der Abhandlung ermöglichte, die im 25». Bande, der Deutselten Morgenländischen Gesellschaft veröffentlicht wurde. — Im Jahre 1875 habilitierte sich Laudauer an derKaiser-Wilhelm-Universität in Straßburg für semitische Sprachen, ging später zum Bibtiotheksdienst über und wurde 1884 Bibliothekar an der dortige» Universitätsbibliothek. 485)4 wurde er Honorarprofessor und 1005 Oberbibliothekar. Eine späte Ehrung erfuhr Landauer durch das Jewish ll'heological Seminaryin New-Dork, das ili» jüngst zum Doctor honoris causa ernannte. Mit seiner amtlichen Wirksamkeit verlmnd Lau dauer eine fruchtbare wissenschaftliche Betätigung lind seine Forschungsergebnisse liegen in einer JReitje von Werken im Fachgebiet der Orientalistik vor. Hier in eine Würdigung dieser Arbeiten einzutreten. ist unmöglich: ich möchte lediglich auf die Arbeiten Hinweisen. die eine Bereicherung und Vertiefung j ü d i s chcr Wissenschaft bilden: Eine Veröffentlichung des arabiscl-en Urtextes — jüdischer Geist . ..Emunot we Poot“ Saadjas: ein liochbedentsames «'. Onellcnwerk zur Erkcnninis der jüdischen Philosophie. — Tie Masorah zum Onkelvs. Das Targuni der Prophtztae Posteriores lim 'Aufträge der - Berliner Akademie für die Wissenschaft des Judentums): beides wichtig für die Bibcleregcse. — Studien zu Merse Chrestoniathia- Targuinika. ThernistiDin Aristotelis Metaphvsicorum. ■Ile-- liraice et Latine lim Aufträge der Preußischen Akademie der Wisienscliaiten). — Ter ruhige Fluß äußerer Lebensverhältuisse wurde durch den.Aus- - ^gang des Weltkrieges gewaltsam unterbrochen. Ter.hochverdiente.Gelehrte. der bereits das biblisehe Älter überschritten! hatte, mußte 1018 die StadK m - ■ .: der er heimisch geivorden, mit dem gesamtcii Lehrkörper der Universität verlassen und. fand-in Augsburg eine zweite Heimat.— Tcm' Jubilar »ist mit außergewöhnlicher Geistessrische seltene körperliches Mistigkeit erhalten geblieben. Ter Reichtum an innerem Leben und die Abgeklärtheit seines Weiens spiegelt sich in seinen an mich gerichteten Briefen, und wenn er jüngst schrieb: „Mir rft heute noch das Vertiefen ist den Talmud und unsere ausgedehnte jüdische Literatur mein tägliches Brot und : mein Hochgenuß", klingt daraus der ernste Mahnruf: Festhalten am Judentum. Michael Fräenkel (Stcifau). Martin Buber: Das prophetische Wort Als Abschluß eines in Karlsruhe von der Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung unter Leitung von Martin Buber Veranstaltelen Wochenendkurses, der eine gut besuchte und intensive. Arbeitsgemeinschaft über das Buch Jona zum Gegenstand hatte, hielt Buber eine Borlesung über ,^Tas prophetische Wort", ans der wir folgende'Gedankengänge wiedergeben: . Zu wem und in welcher Absicht spricht der Prophet? Zu dieser Frage ist zunächst scstzustelle». ' daß der Prophet kein Wahrsager ist:, es ist niemand. der eine feststehende Zukunft vvrhcrsagt. wie etwa ein Astrolog. Ter Prophet geht vielmehr davon aus. daß von der Lebenseinstellung der Menschen in dem Augenblick, in dem er zu ihnen redet, die Gestaltung ihres Schicksals in der nächsten Zeit a b h ä n g t. Tenn der Mensch kann seinerseits mitentscheiden, ob er aus seinem Weg bleiben oder umkehrend Gott wählen wird. „Kehret um. abgekehrte Sohne, ich ivill euere Abkehrungen heilen." Ter Mensch braucht nur diese Wendung seines ganzen Wesens zu beginnen, und dann steht man ihm von oben bei und hilft ihm die Bewegung vollenden.. Tas ist es auch, )vas das Buch Jona mit der Umkehr Ninives. meint. Ter Sinn dieser Umkehr ist nicht, auf eine frühere Strecke des eigenen Weges zurückzukehren. sondern sie ist die Hinwendung zum Weg Gottes, zu dem Weg, den Gott durch die Geschichte seiner Welt voranschreitet, und auf dem der Mensch Gott folgen und ihm nacheifern kann. Tie Wendung des ganzen Menschen aber wirkt in die Wendung, in die Erneuerung der Welt zu Gott hinein. Ties, ist das Geheimnis des 'Verhältnisses von Gott und Mensch, demgegenüber alle Bcgrisslnteressan! ist besonders der stark steigende Anteil der Rubrik „Angehörige", die im letzten Jahr bereits mehr als zwei Drittel der Gesamteinwanderung bestritt. Dabei handelt es sich nicht nur um die von den. neuen .kapitalistischen oder Arbeiter-Einwanderern mitgebrachten* Angehörigen, solidem in steigendem Ausmass um die von älteren Einwohner» nachgeforderten Verwandten. Soweit diese Menschen durch Mitnahme von Vermögen ihre eigene Kaufkraft mitbringen, stellen sie zusätzliche Konsumenten dar, stärken also den Ililamlsmarkt der heimischen Produktion. Soweit das aber nicht der Fall ist und diese Einwanderer auch zu eigener produktiver Arbeit nicht fällig sind, liegt der Fall, vom Standpunkt, der Gesaiutwirtschaft betrachtet, schon schwieriger. Es ist bekannt, dass die Regierung jetzt — hoffentlich nur vorübergehend — die Einwanderung von Arbeitern und die Anforderung von Angehörigen eingeschränkt hat. Um so stärker wird das Gewicht der Kapitalistenkategorie im Rahmen der gesamten Ein Wanderung wachsen. Und dabei wird alles davon abhiingen, ob diese Menschen'genügend Kapital mitbringen und genügend Arbeitsfähigkeit, Unternehmungslust und wirtschaftliche Einsicht, verbunden mit nationalem Verantwortungsgefühl, um dieses Kapital ■ im volkswirtschaftlichen Sinnt* fruchtbar zu machen. Uni diese Unternehmungslust waclizuhallen mul in die richtigen Bahnen zu lenken, bedarf' es verstärkter Aktivität der. Zentraliustanzen. Aus .diesem Grunde sind die eingangs besprochenen .'Ansätze zu einer solchen Aktivität im heutigen ' Zeitpunkt besonders Die 8 8. Ja liroskoiileron z d or II i - stadial 11 a o w d i m ist nach Annahme einer Reihe von. Resolutionen, in denen Wege zur Uoberwiinlung der Gefahren der Wirtschaftskrise gezeigt werden, geschlossen worden. Als solche Mittel gegen eine Krise werden bezeichnet: die Mobilisierung aller Arbeitsmöglichkeiten in den jüdischen Kolonien, die Durchführung öffentlicher Arbeiten, die Stärkung des Arbeitsloseufonds, die Aufrechlerhaltung des gegenwärtigen Lohnniveaus und die ■.Förderung des Verbrauchs einheimischer Produkte. . ■Von'dein Delegierten der, linken Poale Zion 'Ahramow icz wurden schwere Vorwürfe gegen die kommunistische' Internationale erhoben, die bestrebt sei. die Wirtschaftskrise dazu auszunutzen, um Uneinigkeit .in die Reihen der Arbeiterschaft Palästinaeinwanderung und Touristik im Jahre 1935 Aus dem vor kurzem veröffentlichtem statistischen Bericht der Palästinaregierimg über l\in- und Auswanderung im Jahre 1885 gebt hervor, dass 117 228 Personen im letzten Jahre als Touristen oder Einwanderer legal nach Palästina gekommen sind. Davon waren 58 282 jüdische Einwanderer. 25) 25)51 aus dem .Ausland zurückkehrende palästinensische Einwohner und 42 570 Touristen. Unter den jüdischen Einwanderern gab es 'ti'JOlj Angehörige der Kapitalistenkategorie und 2241 Touristen, die die Erlaubnis zu dauernder Niederlassung erhielten. Die Zahl, der eingereiston Juden überstieg die der ausgereisten imi 65 0(32, während die Zahl der ausgereisten Araber um 225)0 grösser war als die der eingereisten. Das der Touristik gewidmete Kapitel des Regierungsberichtes stellt eine dauernde Abschwächung der Touristenbewegung vom September 1935 an fest. Im September kamen 8805 Touristen ins Land, im Oktober war die Touristensahl auf ein Viertel davon, nämlich auf 2151 Perionen, gefallen. Im November gab es bloss 1449 und im Dezember 1250 Palästinatouristen. Kurze Nachrichten Durch die Ergänzung zum Bankengesetz, das unter anderem die Einsetzung eines mit weitgehenden Kbntrollbefugnissen ausgestatteten Bankenkommissars und einen jederzeitigen Widerruf der Bankenkonzession am Falle unsolider Geschäftsführung Vorsicht, ' werden die. Banken auch zur Einreichung von Monats-' bilanzen verpflichtet. Die genossenschaftliche Darlehnskasse fiir deutsche Einwanderer, die der Hitaehdulh- Olej . Germania nahesteht, hat bisher für 18 800 LP Kleinkredite gewährt, von denen am Ende des Geschäftsjahres 1935 noch.etwas über 11000 LP äusstanden. Diä Investment Corp. of Palest ine. die mit einem Aklienkapilal von 20 000 LP ausuestatb'l ist. hat deutschen Uaavara - Transferenten 100 000 l.P vierprozentige Obligationen' durch Vermittlung des Bankhauses Japhet zum Bezüge angeboten. Die 15 200 Stammaktien, welche die Palest ine Land Development Co. den deutschen Transferenten angeboten hatte, rnn dafür gemeinsam Mit "der -..NIR“' deutsche Waren zu kaufen, sind bereits überzeichnet. Bis zum 2. Februar sind 2.67 Millionen Kisten Citrusfrüclite verschifft worden; das sind annähernd 350 000 Kisten mehr als , im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das Plus gegenüber der vorigen Saison waf in -den vergangenen Wochen bereits grösser gewesen, doch mussten in letzter Zeit die Verschiffungen wiederholt wegen heftiger. Stürme unterbrochen werden. Die Erlöse auf den ausländischen Märkten zeigen seit geraumer Zeit eine anhaltende Besserung. Rumänien hat. seine Drossoiungsmassnahmen gegen die Einfuhr palästinensischer Citrüsfrüchte rückgängig gemacht. Man sieht daher dem Endergebnis der gegenwärtigen Saison mit grosser Zuversicht entgegen. Diese Stärkung der Citruswirtschaft muss sich auch auf den'allgeiiieiinm Arbeitsmarkt sowie auLdie gesamte Wirtschaftslage günstig auswirken. Aus den neuen Eintragungen im palästinensischen Amtsblatt, glaubt man,,auf eine Wiederbelebung der Griindungslätigkeit schliessen zil können, die seit der Herbstkrise erheblich.nachgelassen hatte. Sollte sich diese Hoffnung endgültig bewahrheiten, so wäre damit, eine wichtige Voraussetzung für die Schaffung neuer Arbeitsplätze für die kommende Ali ja erfüllt. Eine Gruppe von Bewohnern des Karmel hat sich zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen, um, nicht zuletzt, zur Hebung des Fremdenverkehrs, städtebauliche Verbesserungen vorzunehmen, insbesondere auf dem Gebiete der Straseenpllasterung und der Slrassenbeleuchtung. Das neue Gebäude des Tel Aviver Museums, ein Geschenk des Bürgermeisters Dizengoff, ist nunmehr fertiggestellt. Die neuen Räume werden eine bessere Darbietung der vorhandenen Kunstwerke sowie die Veranstaltung von Sonderausetellungen und Vorträgen zur Anregung des künstlerischen Interesses ermöglichen. Nach dem Muster der Finanzinstitute der zionistischen Arbeiterbewegung hat die revisionistische Organisation jetzt mit einem Kapital" von 100 000 LP eine ...National Labour Bank*4 (Bank Heauiel) gegründet.' - In den ersten drei Quartalen des Jahres. 1933 betrug die Gesamteinfuhr Palästinas 18.41 Millionen LP, das sind rund 2,6 Millionen mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nach Abzug der Goldeinfuhr, des mitgebrachten Einwanderergutes und des Regierungsbedarfö verbleibt ein echter Importbedarf der palästinensischen Wirtschaft in Höhe von 11.76 (i. V. 9.27) Millionen LP. Demgegenüber betrug die echte Warenausfuhr 3,62 (2,82) Millionen LP. Deutschlands Anteil am palästinensischen Import stieg im gleichen Zeitraum von 1,27 auf 1.(32 Mill. LP, während sich der palästinensische Export »ach Deutschland von 0.55) auf 0:24 Mill. vermindert hat. Der Saldo der Handelsbilanz hat sich all so zugunsten Deutschlands auf 1.37 Mül. verdoppelt. Die Stadtverwaltung von Jerusalem hat ihren Budget-Voranschlag, entsprechend der Kürzung der Regierungsbeihilfe von 42 000 auf 25 ÜOO LP, auf 92 000 LP herabgesetzt. Salo B. Lewertoff. der bis 1983 geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Neue Musik, Köln, war und später in gleicher Eigenschaft dem jiidischen Kulturbund Rhein- Ruhr angehörte, wurde von Professor Bronislawv H u h e r m a n zum Organisations-Direktor der neu gegründeten Paiestine Orchestra Association ernannt. Lewertoff war bereits 1934 mit einer Broschüre ^Jüdischer Kultur-Aufbau'4 hervorgetreten, die Grundlegendes zur Entwicklung eines palestinensischen Musiklebens sagte und bei den massgebenden Instanzen Palästinas starke Beachtung fand. lichkeit und dogmatische Formulierung unwirfsani! und zu arm ist. ' ..Welches nunin das Verhältnis von Wort mid Leben des Propheten? Sie sind beide r:ines. Tw' ipinbvliichen Handlungen der Propheten—welche . die Pstschvlogen mißverstehen — umschließen das Wort. Tiefe'Handlungen sind Lehenswirflichfeiten und sind Zeichen. Tenn der Prophet iü io von, seinem Auftrag angesprochen. daß er. feinen pr.ivaten persönlichen Lebensbezirk sür sich anssparen kann. 4Mit seinem Sein und Leben stellt er vielmehr die Botschaft dar. . To spricht der prophetische Mensch auch zu den Äiachteii der Welt, 'weil er es muß. weil es für ihu keine Grenzen gibt.. Und so ist von.'Ainaugaü, da es Könige in Israel gab, immer^esn Prophet gegen den König, gestanden:, Samuel gegen Saul/Ierenua, gegen -Zidkia., Tas Wort kommt von oben. Schicksal dieses ,Maumes ist es, ob er . äntwvrtet oder sichder- Anttvort -versagt. Stg; ' •, Arnold Bemey: Die Königsidee der "neueren Zeit. Im Rahmen der Montags-Vorlesungen der Lehranstalt für die Wissenscl)ast des Judentums, Berlin, sprach der ehemalige Tozent an der Universität Freiburg i. Br^, Tr. Arnold Bernev., über den Zusammenhang der jüdischen und der abendländischen Königsidee. Insbesondere zeigte er diejenige -Komponente des abendländisckien Königtums auf, die ihre Wurzel in der biblischen jL?hre vom Königtum hat. Tas Königtum des Reiche? Juda— das Reich Israel zog der Vortragende mit Recht nicht in den Kreis sciner Betrachtungen — waL ein Wahlkönigtum: nur ein Gewohnheitsrecht, ließ. sZ bei dem Hause Davids verbleiben. Auf seine Ättss gestaltung waren das Heer, die Priesterschast, die Propheten und hin und wieder die Bolksversamm- Inng von Einfluß. Entstanden ist das jüdische Königtum im Gegensatz und als Gegenstück zu dein asiatischen Königtum ägyptischer Prägung*, daher ist es auch nicht für Asien, sondern für das an die Bibel anknüpfende dlbendland, insbesondere für das Mittelalter beispielgebend geworden. Im Gegensatz zu den asiatischen Dynastien ist das jüdische Königtum'nicht ans sich selbst heraus göttlicher Natur, sondern kräit, göttlicher Gnade. Es, iit ein politisches Amt innerhalb der Religion, sein eigentlicher Kern ist die Pflicht zu absoluter richterlicher und sozialer Gerechtigkeit. Eine reine, unmittelbare Fortwirkung ist der jüdischen Königsidee weder im Islam noch im Ehristentnm beschieden gewesen. Erst vom Beginn des eigentlichen Katholizismus an, in den Zeiten des Streites zwischen Kaisertum und Papsttum und schließlich in den Perioden der Kämpfe zwischen Herrschertitm und Ständen hat man in eklektischer Weise aus das jüdische Königtum zurückgegrisfen, nm es je nach den eigenen Bedürfnissen polemisch auszuwerten. "Im Mittelpunkt der Erörterungen standen dabei stets die Figuren Sauls und Samuels, insbesondere dessen Ber» kündigung in Samuel I, 8, 11. Gregor der Große und Gregor VEL, Thomas von Aguino und Luther, John Milton und James Harrington, Bossnet und Fenclon haben bei ihren Lehren auf das biblische Königtum Bezug genommen, ja selbst hei Friedrich dem Großen lassen sich biblische Einflösse Nachweisen. Ter interessante Vortrag fand einen interessanten Abschluß: Tr*. Berney verlas ein Zitat etwa des Inhalts, daß die menschliche Gesellschaft ohne einen über ihr stehenden und alle Tisferenze» fraft höherer Autorität ausgleichenden Leiter nicki’, vollkommen sein könne. Nach Inhalt und Fornurlicrung hätte man auf das Werk eines Alitors aus dem 18. oder 19, Jahrhundert geschlossen — bis sich zum Schluß herausstellte. daß das Zitat eine Stelle aus dem More ueduchim des Maimonides war. Gii. Lo. In den engeren Mitarbeiterkrris der Mittelstelle" für jüdische Ertvachsenenbildung ist Tr. Ludwig F e u ch t w a u g e r (München) - eingetreten. Rabbinische Lehranstalt Frankfurt a.M. Tas Soniincrscmestcr an der unter Leitung von Gemeiiiderabbincr Tr. Iäkvb H v f s.m a n n stehen- . den Rabbinischen Lehranstalt „Ieschiwa" beginnt am 28. April. Aninetdungen für alle vier Avteitiingenwerdeii schon jetzt enlgegeiigcnvminen. müssen jedoch dis spätestens I. 'April eingereichl werden. Ter Unterricht erstreckt sich auf: Pentateuch mit Kviiiiileiitareii, biblisches Lchriittum, A.ischna, Talmud mit Kommentaren. Tec-isvren, Hebräische Grammatik. Ncu- Inbräisch, (Lektüre und Konversation), Jüdische Geschichte und Palästinatundc. — Jur den Lehrgang in der Pvrbercitn.ngsktasse werden schillenttassene Knaben ausgenommen, die nur geringe Borkenntnisse in " "jüdischen Iächcrn besitzen. Anmeldungen an, das Kuratorium der Rabbinischen,Lehranita(( ..Je», >wa , Frankfurt a. Ai-., Thcobatd-Ehrist-Straße 6. Tee der Kinder-„Alija". Es mag für Tr. Georg / Landauer eine erfreuliche Bestätigung seiner eigenen jüdisch-politischen und menschlichen Haltung sein und für sehr viele andere ein sehr nachdenksames Erempel, daß er überall, um, er in den kurzen Wochen feines Tcutschland-Aufenthalts in die Erscheinung trat, mit Herzlichkeit und Frcundschait anfgenvmmcn wurde. Tiefe -Wärme galt nicht etwa nur dem Leiter des Zentralbürvs sür die Ansiedsung, deutscher Juden in Palästina. dessen sachliche Tüchtigkeit und menschliche Zu- •: verlässigkeit Wichtiges vollbringen geholten hatte. Sie galt vor allem dem Manne, der in den ersten und erregtesten Monaten 15)33 klar und ■ kameradschaftlich die Zusammenarbeit ^vischen den großen organisierten Bewegungen innerhalb der Juden-Deutschlands herbeizusühren und ,zu konsolidieren geholten hatte. Niemals hat Landauer seine zionistische Grundhaltung auch nur ein Zentimeter breit preisgegeben, aber keinen Augenblick hat er eine sachliche Notwendigkeit hinter die Gesinnung rangiert, aus der heraus sie geboren war. In dem kleinen Kreise der Freunde der Kinder-Alija, der Georg. Landauer zu Ehren am 11. Februar-zu'ammeirgekommeu >var, wurden , diese Beobachtungen und Empsinduugeu. denen Tr. Otto Hirsch, Tr. Georg L u b i u s k i und Tr. FranzMeyer Ausdruck verliehen, sichtbarer als in großen'Bertammtungen. Mit Beruhigungkönnen die Eltern von Kindern, die mit der Iugend-Alija nach Palästina geben, ihrer Kinder Zukunft sich entwickeln sehen, wenn sie sich innerhalb der Einilußsphärc von Georg LandiNier ab» spielt. . A. H. I »

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