Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 8 (20.2.1936)
- Date
- 1936-02-20
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Hr. 8 » 2. Beiblatt 20. Februar 1936 Das Psalmen-Werk Martin Bubers i,Die Schrift“, zu verdeutschen unternommen Von Martin Buber gemeinsam hiit Franz Rosenzweig. Bd. XIV: Das Buch der Preisungen. Verdeutscht von Martin Buber. Schochen-Verlag, Berlin 1936. 276 Seiten -?ie fliiififcfic - rclniiuie Ciebcviammhnni, .das „Gesangbuchs des nacherilischen Judentum-; und der nacherilischen Svnagvgen. unsere „Psalmen", baden seit vielen Jahrhunderten jenseits ihres Standorts im biblischen -ßanon selbständige Eristenz gewonnen./ Sie Haben nicht nur Form und Inhalt des „geistlichen Liedes" säst aller Bolker geprägt, sondern sind in ihrem alten, unver-, änderten Tertbestand Ilrlaut und nnübertrossencs Borbild des Gebets überhaupt geblieben. Tiefes Gebet- und Liederbuch hat die Welt wie kein anderes Literaturwerk irgendeiner anderen Sprache erobert: bedrängte und dankerfüllte. klagendc und jubelnde Herzen aller Zonen und Zeiten schütten sich mit seinen seltsam unverbrauchten Ansdrucksmitteln und Tönen aus. Wendungen. Sätze. Gefühlswerte daraus silld in den Allgemeinbesitz übergegangen, ohne daß man sich mehr um die Herkunst aus den Psalmen kümmert: De'' profuiulis — Eine feste Burg ist unser Gott — Mein Gott, warum hast du mich verlassen — ' Kyrie-eleison — unzählige Denk- und Ausdrucksformen der weltlichen und geistlichen Lhrik des Abendlandes kommen unmittelbar aus dem hebräi- . scheu Liederbuch. „Tas Ganze ist ein rvunderbar reiches Gefüge einer aus der Tiefe der Seele gesungenen Poesie", urteilt 1934 einer der letzten deutschen Erklärer der Psalmen (Professor Haus Schmidt). ..ein Spiegel wechselnder, nicht selten einander widersprechender Empfindungen. überall durch ihre Unmittelbarkeit und Wahrhaftigkeit ergreifend". lind als Grund der ewigen Wirkung dieser Gesäilge empfindet der gleiche Interpret die Tiefe des persönlichen Erlebens.' die. unerhörte straft ihrer anschaulichen Bilder, die sparsamen sprachlichen Mittel: am Psalter haben die Gläubigen dreier Religionen das Gebet und das de-, wütige Sichsügen in das Uncrforschliche gelernt. Tie Fülle der vorhandenen Verdeutschungen und..Kommentare zu diesem biblischen Buch erleichterte seine Behandlung in dem Buber-Roscnzweigschen Bibelwcrk. aus dem „Tas Buch der Preisungen" den 14. Baud darstellt, keineswegs. Ter reine Urtertbefuud und die Ausschlüsse der griechischen, shrischeu, aramäischen, lateinischen Uebcrsetzung sind außerdem bei den Psalmen viel weniger glatt als im Fall etwa des überlieferten Tvra-Tertes. Auch die 'Popularität, und Ge-' iäniigkeit vieler Stücke bei Juden und Nichtjudcii. das Vertraute der hebräischen Laute, noch für die Entserntereu. welche Sinn. ja. Silbeusolge nicht mehr gegenwärtig haben, macht das Unternehmen der neuen Uebertragung ins Deutsche nicht leichter, lieber die besonderen Ausgaben, vor die der Uebersetzer der Schrift durch die ..Preisungen" gestellt. ist, hat Buber in einem eigenen Beiheft Auskunft gegeben. Verlockenden Konjekturen, zu denen der Urtert viele Erklärer versührl -hat. widersteht Buber: der Tert. derhier verdeutschtwurde, ut -der inassvretische, der uberlieierte: lieber die ..Grenp'iluativn". d. h. die Falle, iii denen durch geringfügige Buchslabenveritellungen Sinn und Zu'aliinlenhang nnederhersteilbar erscheliieu. wird überzeugende Rccheiischait gegeben, Unter den uuüberskeigbarcn Gesetzen der hebräischen und deutschen Sprache die Macht der Trägheit, der Geläufigkeit. des Trüberweglesens zu überwinden, bleibt riudi bei diesem biblischem Buch die Ausgabe: dazil das prägnaiite. einprägsame Wort zu ivählcn. das. wo es wiederlehrt, sogleich wiedererkannt wird uiid dabei ein ungewohntes nicht zu scheuen, in diesem Bemühen blieb sich Buber ivie in den vvrangegangenen Teilen, trotz vielen angemeldeten Bedenken, absvliit treu. Wir schlagen die Psalmen. Verse und Wendungen aus. die berühmte, hundertmal erörterte Schwierigkeiten bergen, oder popriläre. in ihrem hebräischen Wortlaut oder auch in der deutschen klassischen Wiedergabe uns in Fleisch und Blut übergegangcne Gesänge, Gebete. Klagen. Hymnen enthalten. Etwa des „Schir-hanialos“ oder ..L'Dowid-bonu'h“, das ..Mismor-sehir-rjomhäschabbos“ oder das Freitagabcudlied „llectniuerauk-nn''. die linvergänglichtten. uns ganz tief eingegrabeneu hebräischen Melodien, die uns nicht mehr aus dem Thr und dem -Herzen gehen, auch wenn wir sie nicht mehr regelmäßig „sagen". „Tie ntln säen in Tränen, im Jubel werden sie ernten. Er geht und weint im Geh'», der austrägt den Samenwuri. im Jubel kommt einst, kommt, der. cinträgt seine Garben." Tie nur im Hebräischen und in der Melodie liegenden Gesühlswerte sind aus den deutschen Berszeilen ausgeilogen. Richt anders bei den anderen zum Bestandteil unserer Liturgie gewordenen Liedern und „Preisungen". Tie Eriitnerungsgeladenheit einiger Psalmen (was etwas ganz anderes ist als ihre Geläufigkeit oder gar ihr trivialer Mißbrauch) ist so stark, das; daran ihre ilcbersctzbarkeit säst scheitert. Herrlich aus der anderen Seite die Verdeutschung der großen schwierigen Gedankcnpsalmcn. etwa der beiden tertlich und eregetisch dvrncnreichslcn des ganzen Buches: Psalm tW und 73! Wie.sind sie wieder unsere eigenen Gedanken und Gebete geworden! „Wenn ich nur Dich habe, so frage ich nichts nach Himmel iiiid Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist Tn doch, Gott, allzeit meines Herzens Troß und mein Teil." Tie Prägung, die Martin Luther in seiner Nebersetzung diesen Verien (73. 2"> und 26) gegeben hat. bleibt unvergänglich und wirlungsmächtig. Und doch ist nur die Bubcrsche wörtliche Uebertragung (im Zusammenhang mit den beiden voransgehenden Versen 23 und 24), der Psalm selbstder in Stellvertretung des hebräischen Tertes zu Recht steht: „Wen.habe ich im Himmel! ° - - aber bei dir - .- - - habe ich nicht Lu't nach der Erde. . Schwindet mein Fleisch »nd mein Herz, der-Fels meines verzeus.uneiu-Teil, bleibt'Gott ui die Zeit." - . Plan fclilage die Plalmen.39. ferner 44 und 5l bei Buber aui: sie sind uns in dieier Form neu geschenkt und drucken aus, was uns auf der Seele . brennt. ... Rnr als ein Schattenriß geht jedermann, nur Tinisl ist. »in was sie lärnien, man schüttet auf und kennt nicht, iver's heimst. Tie hebräischen Ueberichriiteii der Psalmen und die rätselhaften Eingangsbemerlungen zu einigen Stücken lassen den Vermutungen der Erklärer freien Spielraum, geben aber dock) bei ruhigen itzid abgemessenen, langjährigen Beob- -achtuugen des Ganze» deutliche Vorstellungen von den Zwecken der Liedersammlung und über den Sammler. Bubers Wortwahl schließt sich besonders da. >vo nur die Singweije durch die Aiifangsiveise eines einst bekannte» Liedes bezeichnet sein kann, eng an den hebräischen Wortlaut tun. die in der Wortwahl getroffene eregetische Entscheidung ist in allen Fällen, gemesseii au der großen Zahl bisheriger deutscher Ucbcrsctzungen. . spürbar zurückhaltend, aber immer selbständig und bei Vergleichen sesselnd. ja spannend. Verläßt mau die hundertfältigen interessanten Einzelheiten und überblickt das Ganze dieser neueil Uebertragung der ältesten und ergreifendsten Liedersammlung der Menschheit, so bleibt der Eindruck. eines großen geistigen Ereignisses, das unsere Tagessorgen überdauern wird. „Der Geist des Alten Testaments" hat sich im „Buch der Preisungen" als Geist der Demut. der Gottcrqebeuheit und. des Richtwiderslrebens vor dem Nebel und. der Geivalt exemplarisch verdichtet; dieser Geist hat keineswegs Menschen, mit „zerbrochener Knechtsseele" geschaffen. In dem richtig verstandenen Psalter ein höchst ungebrochener Geist, der nur scheinbar widerspruchsvoll ist. L>er sich als demütig, gottergeben vor der überirdischen Macht gibt, der aber da. wo cs gilt, das überniitzlich Gute gut zu nennen, und das Böse auf Erden aufs kräftigste und eindeutigste abzulchne», au ungebrochener Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrigläßt.*) Ludwig Feuchtwanger. *> An anderer Stelle (in einem der nächsten Hefte des '..Atvrqen". hier ist nicht der Platz da;», soll darqeüellt 'werden, welchen Platz die Vuber-Intcrvretativn der Psalmen in der jahrhundertealten Wissenschaft von diesen llafsifchen Texten einnimnit. „Lasse. Tu. mein Ende mich kennen-, meiner Tage Maß. was es fei. kennen will ich. wie ich hinfällig bin. Spaunenbreite. ach. gabst du ineinen Tagen, meine Weile, vor dir m sie wie nichts, allseits ein Tunst nur ist all der aiifrechte Auswanderer! W i e trän s f e r i e r e n] Sie Ihr Vermögen? | » Beratung Ober die Einwanderung«taat«n 0 •lg. Landejkenntnl» r(Europa und Uebenee) I 2. Bestmögliche/ und ichneller Vermögenitranifer I 3. Immobilien-Tausch bei Auswanderungen. Dr. jur. G. E. Rosendahl D«vls«nb*rater (Volljuri«» u. Vollkaufmann) Frankfurt a. Main, Liebigstraße 50 Sprechstunde nach telef. Anmeldg. / Tel. 77128 Hans Margolius: „Vom Wesen des Guten*-, Tan - Verlagsgesellsehalt, Berlin 1934. Es hat etiva? von riilirender Tapferkeit Pür einen .jüdischen Scl,riftsteller. sich jetzt au seinen Schrcil'tisch zu fetzen und.Tesiintivneu des.Guten . ausznsinneu: und es ist einschönes Stück Tonguichvtterie. ivenn ilim dabei foeder seine besondere Situation zu schassen maclit. noch in der Arbeit der Gedanke kommt, daß es docl, sozusagen auch eine jüdische Ethik gibt. Aber das alles sicht ihn nicht an: er link 'mancherlei Wil'cnscliäslliclies und Tichterisches gelesen, und so entstellt ein liebenswürdiges! flüssig geschriebenes kleines Buch mit seinen, etwas weichen Beobächtnngeii und jo^ Hübschen Aphorismen ivie z. B. iS. 22): „Gnl-Sciu heißt sich zuhause sinden im Leben/" Nun führt aber das Bändchen den Untertitel „Prinzipien der Ethik", und i» einem Machwort erklärt der Verfasser es für eine nnisenschastliche^ Grundlegung einer Theorie des-ethischen Lebens. Eine-Grundlegung der Ettiik zu schreiben, ist eines der schwersten Tenkergeichaste: es zu unternehmen, heißt einen Grund betreten >oo die schärfsten .hüpfe der Geschictite it,re Susteme a,,sgerick)tet haben — große düstere Burgen mit sclpoerem Geschütz an Teiinilivne» und Begriffen. Ter Verfasser aber läßt die Burgen Burgen sein . . . Seine Gruiidaiiffassuug liegt in dem Satz, das Gute sei „rein und ansichließlict). Sache der Ge» finuung". fei „Hingabe aii persönliche Werte", „gesteigertes Leben". Hier wird also jede Ethik mit objektivem Geltnngsaiisprnch aiisgeschlvsseii r:nd das lltzesen ^des Guten noch scharfer ass es der Prvtestaiitichnus lut. i» daS subjektive Gefühl ' verlegt: jä an einer Stelle lS. 7ü> ist es geradezu „eine Sache der Begnadigung l!). jedem bewiißten tlbollen und jedem direkten Imperativ verschlossen." Tie Schivierigleit jeder philosvphischeu Ethik beruht darin,, ivie sie der Idee des Gutcii die selbständige, vo» jeder menschlichen Bemühung unabhängige Geltung einer Idee lassen und trotzdem der inelisihliihcn Persönlichkeit ei neu Zugang dazu, einen Vluteil daran gewähren soll, tivenii hier nun jedes objektive FiirSich-Bestehen ansgegeben wird, ist nicht abzuselien. woraus ethische Forderungen begründet werden, können. Tas geschieht, indem plötzlich, ivie mit einem Taschenspielertrick, statt des Begriffs des Guten der des „3ceel>teu" eingesetzt wirb <S. 71): „Es gibt kein Gebot, gut zu sein oder gut zu handeln. Aber es gibt ein Gebot, immer und Ein« neue Megilla Das Buch Ester, die wunderschöne Geschichte, die das jüdische Gottvertrauen in das Herz ihrer Heldin eingeschlossen hat. die lebendige Geschichte, die bei den Juden so beliebt ist. weil sie Menschen mit deutlichen und klaren Eharakteren schildert, weil sie voll Handlung ist und weil sie dem Guten hanz eindeutig zum Siege vcrhilit. diese Geschichte ist schon in der Form ihrer' äußeren Ansmachnng besonders ausgestattet. Tas Buch Ester hat die alte ursprüngliche Rolleniorin aller Bücher beibehalten. sie ist eine „Megilla" geblieben, so wie in vergangenen Zeiten, als man sie aus Tierhäuten schrieb. Und nur der Geschichte Ester wurde der Name Megilla gegeben, schon in der Miichna wird speziell nur sie so genannt. Tie Megilla wird also ebenso wie die Torarolle aus Pergament geschrieben. aber nicht aus eine Toppelrolle: sic wird auch nicht auf einen Holzstab gewickelt und braucht auch nicht einen besonderen Umschlag zu besitzen. Nun. die Megilla. die wir heute schildern wollen (erschienen bei Tr. Herbert Löwenilein. Berlin), ist nicht auf Pergament geschrieben. 10 000 Rollen wurden dieser Tage in Berlin fertig-gedruckt, das nt schon eine..Rollenzahl, die keine kleine Rolle spielt, wenn man bedenkt, wieviel Kälber ihre Haut dafür hätten zu Markte tragen müssen. Tiefe zehntausend Rollen sind also aus schönem gelben matten Papier. Tie Truckerei. die sonst nur gerade Bogen, flache Bück-er und Zeitungen ihren Maschinen, zumutct. kommt es wohl selbst wie ein kleiner, schon srüh geieidrier Pnrimscherz vor. daß sich nun ans einmal aus Tiia>en und. in Schränken schlanke Pappzulinder. dip mit Silbersiapier beklebt sind und wie die Sraelpicifeu ausseheu. übereinander schichten, und vielleicht sind sogar die Falzmaschincn. die diesmal jeder Tätigkeit enthoben sind, etwas beleidißl Und --rüMpien über die vorsintflutliche Äiothodc. Büchcw' zu rollen — noch dazu mir der Hand rollen — ihre Falzmeiser. Toch die Mädckien. die an den langen Ti'ckien stehen und die schmalen Papierstreiien aneinander kleben, sie dann, wie schon erwähnt. .zutzimmenrollen und in die silbernen Papphülsen stecken, lasten sich's nicht verdrießen. sie kümmern sich nicht einen Teut um die Falz- Maschine. Trei Streifen sind ancinanderzukleben. drei Streifen mit Zeichnungen und Tert. Wir erwähnen zuerst ' die Zeichnungen, obwohl ja der Tert viel wichtiger ist. und cs sogar in den ganz alten Zeiten, woer noch aus Pergament geschrieben und nun in der Shnagoge vorgeleien wurde, verboten ivar. so wie bei der Torarolle. den' Tert mit Srnamenlen und Zeichnungen zu schmücken. Aber schon im sünszehnten Jahrhundert wurden die Megitlot für den -Hausgebrauch mit allerlei Schmuck ausgeslatlet, sie bekamen auch einen künstlerisch ausgebildeten Stab aus Holz oder Elfenbein. sie bekamen bunte Bilder und; ne bekamen getriebene Silberhüllen. der mannigialtigslen Art. Aber ivir wollen..uns. ivieder zu unseren bescheidenen Bceczillor zuwenden, die ja. zu cznter Letzt das We''enlliche. woraus es ankommt. ebenso schön präsentieren, wie die alten koilba.rcn. Tas ist nun der Tert. Er iß, wie cs Borichritt nt. von einem Swer geschrieben worden, nach der Schriittradition. dem Schrislbild nach der Ueberlieicrung. Tie Nieberichritt ist vokaliiiert. im Gegensau znm Megilla. aus der vorgelefen wird. und die. wie die Tc'rlTrolle. nnpunktiertcn Tert hat. In gleichbreitcn Spalten laiiien die schönen - geformten hebräi'chen Buchstaben, ein klares geschlossenes und ruhiges Schristo'rnament. Sie sind ein zrisärnmen'assender und wieder deutlich teilender Rahmen der Zeichnungen, die rechts und links das. Leben und die '.tznigabc. der -Uönigiu Euer schildern. Ta ntzt vor ailein breit und würdig aui-dem Thron »lönig Ahasveros. vor chm. beinahe uock, maje!lati'a,er. sein 'Movs. Ücechrs und links die Leitnvache mit den Lanzen. Gleich darauf begibt üch die Hobe Herrschaft' zum Feßmahl'. die Sonne scheint aei^i-lnad s>'i-w-rgl!cki tnilt nie Wjfiqnrftp " den Schrrm ubcr das königliche Haupt. 'Ralürlich iü der Bcvps dabei. Beim.Fenmahl geht es hoch he.r. die Königin Vaiki weigert sich jedoch zu er- 'ckieinen. W^cis' die Palairdcimen für erschreckte Gesichter machen' Graziös schwingen inzwischen die Tänzerinnen beim Ieü. Arme und Beine.und die Weisen am Hv'e schreiben aliobald das könig-- Iid)e Gebot, nach der Perser und Meder Gesetz. Tann tuicheln zwei -llrieczer vor des .Uvnigs Palast, es geht Um den Anschlag aus Ahasvervs. Zu in Glück belauscht die beiden heimlich Ptordecktzri. Aus der nächsten Zcichiiilng kann nian sehen, wie mächtig Haman ward, alles beugt sein .»nie vor. ihm. nur Ncvrdechai steht ausrecht. Haman ist allster sich, das nächste Bild'läßt keine Ziveiiel darüber übrig. Aufgeregt würfelt er den Vernichtungstag aller Juden aus. Seht doch wie sein ehrgeiziges und etwas korpiilcntes Weib zusieht! Ter Herold verkündet den Beriiichtiingstag.. die Juden wehklagen. Ta sieht nian ivie Ester mit Schleppe und Blumenstrauß sich dem königlichen Throne näherte. Erwärtungsvoll blickt ihr der Mops cutgegen, den .Uönig ahnt man nur dahinter. Und mm ist Mordechai gerechtfertigt, auf hohem Roß wird er durch die Stadt geführt. Aber Haman» Frau ist böse und hetzt ihren Gatten aus. Esterlädt den. .llöuig und Haman-zu Tische, köstliche Speisen werden-cTlisgetrageu. Haman benützt einen Augenblick des '.'llleinseins mit Ester. il)t vor die Füße zu fallen, allein der -irönig kehrt gerade in da» Gemach wieder zurück. Tie Weisen schreiben ein iiciies Gesetz. — die Boten reiten, es -zu verkünden das Gesetz, gilt der Besreiiuig der Juden. - Tie Zeichntingen. sie sind von' Ltto Geismar, sind wirklich geglückt, sie sind leicht humoristisch, ohne eine llarikatur zu sein, sie sind gerade das richtige für -llinder. die hier die Ursache eines jndiickien frohen Jettes kcniiciilcrnen sollen, und iür Erivachscne. die sich über das Fest wie tzivder srcucii. E. If. Der literarische Nachlass Jacob Wassermanns .Ter „Peiler Lloyd" meldet, daß ein Faluilici,- Atirttt bisher die Ver'ötfentlichung der nachgelancneu Werte Jacob Wassermanns verhindert habe, ttcachdem nunmehr der Streit friedliche beiaelegt ivorden itt. dürften in der nächsten Zeit unbekannte Novellen und Romane Jacob Wassermanns veröiientlicht werden, darnnter die .Uiiidheilsgeichichte „Engclhart Ratgeber" und der Romau Vorn Ehestiften Unter dem Titel h ü d i s rh e Bt e in o* Ire u a ii s drei I wh r h u n d e r t e »" hat Hans Bach eine Aiisivähl - jüdischer Seibsldarstelliiiigen iert dem 17. Jahrhundert zusamineügettellt, die deiiuiächst -in der Bi'iclu'- rei des Schocken Verlages erfcheineil ivird. Wir vervisentlichen nachtteliend einen Rbjcl,nitt ausc>en 'vceinoiren des Petschaststechers Aron ,'ciak lI7:!i>7-l-S|7) ans Trcneiibrietze» in "v>ecklc-iil»ir>;Hä.rr hat als erster Jude -um das Wvhnrectzl in -S'chiveden mit Eingaben, ttlekvmmandaiivnen und Suppliken gekämpft. Nach vielen Enttänschnnge» bekommt er durch den Zlönig den Zuschlag. Tie Urkunde wurde am 2-s. September 1777, in Ulriksdal' ausgestellt. Sie gibt dem-Arvn Iiak. sei,iein Bruder Ncordrehai lind R. 2lbrnl>a,„ Pacl, das ttiecht. in Schiveden zu ivvhne» ..mit ihren’ Weibern und »inderii gegen vrdinnre .ßvntribiitio»". las Uapilel sctzließl »ul einer Scli>tder»,'ig der Elie». die Arvn Iiakstiftet, - in» so die erilen jiidi'clien Iainil.ien in Sctzioedeil mt» ziniedelii. Tie b niiiiniiiiiii H geben, mit wn>ic!>erlei jiidi>cl:eii Euu'prengseln. den niederdeiitichen Tinlelt jene.r. Zeit, getreu ivieder. ..Schi lniein Bruder) r'lbrahgiir hatte »och ein Tochter von' seiner 'e'rtte I raii ntthinaii' (unö.-ifjc 'J<ümc) ivar. Bögelche. T ieie Vögelche hatte viel ansgeitaiideii von il>re Slieiinnller. Scl>i Rbral>a»ihat sich nieiiiallütiiinmertum ein Schidducl). bhninjm (mein Schioieger'i>I)ii- Iiak l>at ein’ Schioetter in Bleicliroden. il>r Nca,in l,e,ßt R. Briidir. Ter l>at ein Soli», nichman innd sein Otame "iik- Micstel. 2vir haben, viel geliort von dieien Michel, daß er ein geichicktir -Men'ch Ist und l>at sich ei» schöus anseljiidlich Kapital verdient. Ich schrieb cin dieien Mensch schon von hier aus. daß ul) merde nach Sctiiverin kominen und da liabc ich ein Bruder, uschinau ','ldral,aiii Brietzen. er hat eine Tochter. Habethulv lInng'"räu> Bögelche. (vvni. ivelrhe sein 'Mutter Bruder auch eine Schwester hat zur. Fraue. Wann dann solches Mädchen ihn ausländig ist und das Mädchen auch zuiriedeu itt. daß aus den Sci,iddZch iva's wird, so soll er mit mir mich Sloc!I)vliii und nehme ihm in der Ehawrusio (als Teilhaber), denn ich "hielt