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Central-Verein-Zeitung · 1936-02-20 · 8 (20.2.1936) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
8 (20.2.1936)
Date
1936-02-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Dem Andenken zweier grosser Mediziner August V. Wassermann 21 Februar 1866 bis 16. März 1925 August i'. 'JiMiiii-rinaim, bciirn (3r(nirt?!nn sich om;J1. ,1-iH’vuar smn uebzigsteu lUalc jäljrrii wurde, nt im .‘llti’r vou r*!>;'in()rrn und) tiunliuillni beiden verschieden. £ie jimrjc (fienc* rcition besitzt fein ctiicnc« Bild von dieser starken und aiK-iH'pvai]ten Persönlichkeit. iUkiijeinmnn fle.ljütt zu der kleinen und erlesenen -2rf)itr Don Ricuscheu. denen c-s vergöuut ist, der.Welt etwa-? zu bieten, >vns überall und zu jeder Ieit bedeutsam bleibt, was in der Eutseruuug nur gewinnen kann. Durch sciuc Leistung ist er ein W v h l t ä t e r der M e n s ch h e i t, and) wenn man mit Recht diesen Titel nur sehr sparsam vergibl. Wasserinann fiilslte sieh stets als v\ubc und war stolz auf sein Judentum. Tein Wese» uiid seine Bercnllaguiig waren jüdisd). Er war ein Glied einer angesehenen Bamberger Familie, der bedeutende -UaiiTl'.’utc entstammten, Männer von Ilvhein Geiueiusiiiit >md verdienstvollster Betätigung sür die jüdische Sache. . Auch mit dem Dichter Iaeob Wassermann war er verwandt. Teine Entwicklung stand von Beginn unter dinem gliiektidieii Stern. Im Instittit von Robert .stad) fand Wassermann Änsd)lns; an den anregenden Forscherkreis, der fid, um Paul ürljrlidjgruppicrtc. Ihm verdankt er die grnndlegcndcil Richtlinien. die ihn bei seiner Arbeit leiteten... Wassermann hat viel gearbeitet und viel veröffentlicht. Aber unsterblich ist sein Name verknüpft mit einer Großtat, mit der (Entdeckung der nach ihm benannten Blntrcaktivn, die es ermöglicht. einfach und fictjrx die Lues Zn erkennen, Ein hier nicht der Platz, näher anseinanderzufetzcn. weld)e Antriebe die medizinische Forschzing-dieser Tat verdankt. Jahrzehnte dauernde Äitimmgs- . kämpfe .auf dem Gebiete der Rervenkrankhciten 'anden ihre restlose Zttarunq. . Erkennltng und Behandlnnq schivicrig '..zu, 'deutender und erioigreichen Eingriffen nnznganglid>er .Vt rrtnfl) citc-- fvriiien wurden in die richtige Bahn.gelenkt. Blau darf meist vergessen, daß Paul Ehrltchs-herrliches Ge)d)enk an die Menschhelt, die Heilung der LneS dnrd) dcrs Salvarsan. langsamer und weniger sicher' ihren Sregeszng durch die Welt ohne die diagnostische Hilfe der Wassermannschen Reaktion sich gebahnt hätte.. . - Wassermann war kein Gelehrter »nd Forscher im landläufigen Sinne, kein Mann des Schreibtisches'und des. Laboratoriums. Seine geniale Unbefangenheit ermöglichte ihm den großen Wurf. Als er auf die Anregung Albert Reißers es unter Mitarbeit von Bruck wagte, eine serologische Lucsdiaguostik aufzubauen, ging er von sehr verwickelten und wenig wahrscheinlichen theoretischen BornnSsetznngen aus. die sich auch aus die Tauer nidit halten ließen, sAb'er die Befunde waren richtig und loertvoll, obgleich die Grundlagen nicht tragsähig waren. Wassermanns Leben ist Don der Tragik der früh gelungenen großen Leistung beschattet. Ter Anspruch, den die'Welt und er selbst danach an ihn stellten, war zu groß. Ihm war das Schicksal der Frühvollendctcn beschiedcn, sein Werk zeigt keine Entwicklungslinic. Verhältnismäßig jung ist er dahingegangen. Aber der Tod hat den lebensfrohen Marin nicht aus erfolgreicher Arbeit gerissen. Seine Tat hatte er getan. Will man dem-,Lazcy die Bedeutung der Wassermannschen Entdeckung klarmachen, so kann man darauf Hinweisen, daß. in der ganzen Welt jedes .Krankenhaus, das wissenschaftlich ernst genommen werden will, bei zahlreichen Patienten auf die Wasjermannsche Reaktion die Diagnose und Behandlung ausbaut. Kein Arzt kann an ihr Vorbeigehen. Ihre hygienische Bedeutung machte die behördliche Reglementierung der Ausführung der Reaktion notwendig, besonders dafür eingesetzte Bölkerbnudskommissionen haben die" Reaktion genormt. Wassermann ist der vielleicht höchste Ruhm der Entdecker zuteil geworden: Für die. Nachwelt ist der „Wassermann" ein Begriff geworden, der Schöpfer hat einen dauernden Play in der Geschichte der Medizin, er tritt aber, was nur den ganz Großen vergönnt ist, hinter seinem Werk zurück. Martin Jacobr. James Israel 2. Februar 1848 bis 20. Februar 1926 Bor zehn Jahren, gingJames. Israel dahin, heute noch unvergessen bei allen, die ihn im Beruf Gemälde von Max Liebermann gekannt, bei Freunden, Schülern und den vielen, die ihn bewunderten. Mit ihm verlor die LÜelt einen großen Arzt und Ehirurgen, säst unersetzlich auf dem Gebiet der Ricrcucrkrantungen. Er war der Schöpfer der Rierenchirurgie. Als junger Arzt begann er an dem damals nod) kleinen Krankenhaus der Iüdisd)cn Gemeinde in Berlin. Seine Assistenzzeit wurde von zwei-ganz großen Männern der medizinischen Wissenschaft geleitet und gefördert, von den beiden Lrdinärien der Berliner Universität, v. Langen deck, dem Ehirurgen, und T raube, dem Internisten. Ans dem Kriege 1870 kam er, geschmückt mit dem Eisernen Kreuz, zurück. Als Langenbeck sein Amt niederlegte, empfahl er der Jüdischen Gemeinde James Israel zu seinem Nachfolger. Israel bekain die Berufung. In den 42 Jahren seiner Leitung erstand hier eine Stätte der ernsten Wissenschaft, die Weltruf erlangte..- Zu ihm strömten Aerzte aus aller Welt. Ehirnrgie zu erlernen, zu ihm drängten sich Patienten aus allen Ländern, reich und arm, regierende Fürsten und die Geringsten kamen. Nicht vom Lehrstuhl einer Universität, nicht als Lrdinarins der Fakultät, sondern als Letter eines Krankenhauses fdjuf er sich eine Schule und zeigte, daß cs audp so möglich ist, ein großer Arzt und Mensch zu fein und einen Nachwuchs Heran» zubilden. ' Er schrieb über die moderüc?>ierenchirirrgie ein vorbilblidics Lehrbuch,"das ein Spiegel seines Wesens ist, gefeilt, soigniert, vornehm in der Wortbildung. klar in vollkommener Ausdruekssorm. alles erschöpfend, bis ins Tiefste des Stoffes eiu- -. dringend; -1018 wurde cs von ihm erneut und ergänzt hcrausgcgcbcn'zusaiumeu mit seinem Sohn Wilhelm Israel. Roll) heute ist es eine Fundgrube für-jeden, der fill) mit dem Störs beschäsligi. / -- Al.s junger Arzt gelang ihm eine Großtat auf . medizinischem.'- Gebiete' - die Entdeckung des Strahlenpilzes: er fand Buttel und Wege zur Heilung dieser bis dahin' todbringendezt Er-/ krankung. Es wird von allen Forschern als für James Israel ckztrrakteristisch hervorgehoben, daß seine Arbeit in jeder Beziehung so erschöpfend war, daß spätere Forscher nichts mehr hinzuzusügen wußten. James Israel stammte aus einer angesehenen jüdischen Familie sephardischen Ursprungs, deren Angehörige schon gegen 1700 in Schwerin ivohnten. Seine hohe Erscheinung, von der eine unnachahmliche Würde ausging, war auch überall dort bekannt, wo Kunst und Wissenschaft gepflegt wurden.' Seine aristokratische Gestalt mit dem weißen, gepflegten Bollbart. den klugen, forschenden Augen, der wohltöneuden Stimme, den schönen, feinen Händen waren der Ausdruck einer großen Persönlichkeit, und die Natur hatte hier Aeußcres und Inneres zu einer seltenen, vollendeten. Harmonie geschaffen. Er liebte, und verstand Kunst, Literatur. Musik. Malerei, und er erfaßte mit tiefschürfendem Geiste und enormem Wissen, dem ein glänzendes Gedächtnis zur Seite stand, auch hier das Wesentliche. Seiner sachlichen Kritik fehlte cs nicht an Naturgefühl. Intuitiou und Phantasie. Unvergeßlich bleibt seine wundervoll geformte Art. Erlebtes, Geschautes wiederzugeben. Er war, wie ihn Fr. Kraus nannte, der ärztliche Künstler, der überragende Diagnostiker, ein begnadeter Chirurg. Dr. A. Mosenthal. , Emil Wohlfahrt (Breslaul. der frühere langjährige Inhaber der Atvrgcnsternfchcn Buchhandlung in Breslau, wurde am 18. Februar 85 Jahre alt. — Frau Iettchen M o f e s . geb. Friedmann (Tann, 'Rhön), vollendete am 19. Februar ihr 90. Leben-iahr. — Frau Emilie L ö w cnbergcr, geb. Millstätter (Mannheim), feierte am 19. Februar ihren 99. Geburtstag. — Kantor und Lehrer Josef M a r r (Krefeld». der auf eine über 59säbrige Amtstätigkeit zurückbtickt und lange 'Zeit Vorstandsmitglied der Lrtsgruvbe Gießen des E.-B. war, wird am 1. März 79 Jahre alt.. ERZIEHUNG UND UNTERRICHT ■ Club der Jugend ■ Haushaltsvorbilriung! f.4 auswärt. Teilnehmerinn., eig.Zimm. m.Vollpens.mögl. Kombinationsmöglichk. m. all. besteh. Arbeitsgemeinsch. Handelskurse, Sprachen,Sport. Literat., auch Abendkurse Heinz Berendt, Berlin, Nassauische Sir. 53. H 61300 HDASS JISROEL-SCHulwerk I. Jüdisches Privates Realgymnasium und Oberlyzeum st;tlt. (I linstigo <;i‘lrgouboit rstufr. I'iir AnswarUpe iu-u cinzurii-htimilen Inter- II. Volksschule für Knaben und Mädchen nriihrliriittirhtT und eng- Arl'oitsp:i'inoi!isolta(tcti uutcr 11 b i lilu Schulgeld gestaffelt. A ii ino 1 <1 ■■ iiuroii im Sekretariat 9—1 l'hr t.'lptlirh. 1mm der sSettiilleituns. Sumila« 11-1.. Mittwoch 8',,-10. apriin NW R7 ktctrinumisiiof n. DClIin W O # , TU-rtrnrt«>n < *> 6»1», Dr. Adler’sche Privatschule Barl.-Sehönebarg, Martin Lutherstr. 58 (Stadtpark) 6 1,4977 Grundschule 7 Höhere Privatschule Vl-Ol für Knaben and Mädchen GrundsStzl. kleine Klassen / Unbeschränkte lufn. jederzeit Für Kinder und junge Mädchen Erholung und Wintersport im ,*Auen he i m". Wolfshau i. Riesengeb. Internat Prediger Hirsch, Coburg gegr. 1917 Ideales Sch ul heim in prachtvoller Höhenlage. Volksschule—Realschule Zu Ostern werden noch einige Neuanmeldungen angenommen j Lehrhaushalt T n_: UL. Praktische Arbeit Irr» U Pro Kursus Mk. 25.— monatlich. I. Hauswirfschaft, 2. Kochen, 3. Backen, .4. Plätten, 5. 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