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Central-Verein-Zeitung · 1936-02-13 · 7 (13.2.1936) · page 16

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
7 (13.2.1936)
Date
1936-02-13
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Ssk-ftcn) 25.13 'TmiTtr; '4. Männer-Hochrcckricge ^Abteilung üJlitto -1.07 Punkte. —Frauen:^. Barrenriege «Abteiliina 'Mitte! 22.2-S Punkte: Srrunfl: fdftcntjeflc ('Abteilung Mitte. 20.3«. Punkte;-3. Schwebebaiikrieae (Abteilung Bütte- 20,1 Punkte. — M ädch c n : Barre,iriege I lIugendabteilung Mitte. 23,0k Punkte: 2. Barrein-iege II (Iugendabteitung Mitte) -22 k'i Punkte. — U n a.b e n : 1. BodeiiUirnriege (Iiigeiidabteiliina 'JJiittcJ 23,1 Punkte: 2. 2tiit)= reekriege (Iiigeiidableiluiig yjiittcj 22,25 Punkte. Rheinland-Westfalen Zum dritten Male: Bonn . ■v 35 i e ' ,7 u bb a I l in e i st e r s ch a s t des Be- . zirks Mittel rhein im- )R Jo ist entschieden. Zum dritten Male wurde die Ncannschast' ans Bvn-n niit dein Meistertitel ausgezeichnet: nun kann sie sich daraus vorbereiten, den Titel-de-? Westdeutschen Berbandsineitter?, den sie.ebensall-? trägt, erfolgreich zu verteidigen, (.siegen Türen zeigtem sich die Bonner wieder in ausgezeichneter Form. Bereits bei der Panse hatten sie mit 5 :0 den Lieg bombensicher in Händen. Tie Tnrener nahmen dann eine geschickte Umstellung vor und vermieden dadurch eine zweistellige Niederlage. "7 : 1' hatten die Gastgeber am Schluß des fairen Treffens gewonnen. 1*-? machte nichts ans, daß die zweite Mannscl)ast ihren Tnrener Kameraden mit l : unterlegen war. In 1 ii sseldvrf gab es ebenfalls eine größere . Anzahl Tore, aber die Verteilung war. hier beiter. Tie Tüsieldvrser schössen nämlich vier und die M.- - Gladbacher drei, wodurch : die Tüsseldorier den zweiten Tabellenplatz seit in Händen haben. Ter, Kamps war fair und ausgeglichen. Tie Gäste spielten im Angriss. sogar etwa-? besser, aber ihre Verteidigung -machte entscheidende taktische Fehler, die der Tülleldorier Innensturm geschickt ausnutztc. Ter Lieg war vcrdicitt. Tie Sportgrnppe Trier hat sich wieder eine . Fiißballniannschast zugelegt. die zu Hause in einem. Freiiiidschastsspiel gegen eine Kombination von KobleiipKastellaun zum ersten Male in Aktion trat. Beiderseits wartete man mit recht guten Ltürmerlristungen aus: wenn die Kombination das Zufamnienspiel uictit übertrieben hätte, wäre sie wollt nicht geschlagen worden. To mußte sie in eine 5 : 4= (3 .2--Niederlage willigen, die nach ritterlichem und spannendest Kamps zustande kam. J. 0. Wer wird Verbandsmeister? Ta am 22. Mürz der westdeutsche Fußballmeister bereits das Porrnndeiiipicl um die Reichsmeisterschast in 4!vrdwestdeutschland bestreiten' muß. ist der Termin des w e st d e u t s ch e u Endspiels aus den März festgesetzt. Ter Bleifter des Bezirks Mit-, t e l r h e i n (Bonn, triiit auf den Lieger des Spieles vom 23. Februar oder 1. -März (Bochum gegen Westfalenmeister.. das in Bochum ziini Austrag gelangt. Tie Bvchumer. Bl ei st er des Indiistriebezirks. sollten sich siir das Endspiel guatisizieren. vielleicht erreichen sie dieses aucti kampltos. denn die Ermittlung des Mestialenmeisters ist keine einfact-e Lache. Im W.e st f a > e n bezirk stetst nur rin einziger' Platz «in Wiedenbrück! zur Beringung, so dgß von den nach dem "Rücktritt Bluiiiler? und Fürstenaus von den Punktelpielen verbliebenen vier Mannschaften .jeweils zivei nr Aktion treten können. Unter, tlmständen muß also um einem Berzicht vvrznbcngeii. nach dem 23. Februar der. Westsalenmeister ..ernannt" werden. Augenblicklich können von den vier Mannschaften noch drei Meister werden, nachdem Paderborn den Lieg gegen Wiedenbrück verschenkt hatte. Tie Paderkorner mußten im Gegenteil, froh sein, daß Herbert Brück Ter langjährige Hockest- und Eishockey-Internationale des Wiener Eislauf-Vereins, der mit seinem Bruder Walter auch die österreichischen - Farben aus den T thmpischen Winterspielen 1028 - ui Lt. Moritz vertrat und nach seiner Uebersicdlung nach- Berlin als Mitglied des damals berühmten Eishorkeyteams des Berliner Schlittschuh-Clubs. dessen Blütezeit als ersolgreicher Stürmer mitmachte, hat sich vor kurzem dem Te ii ii i % c l u;b G r u n ewald in Berlin angeschlossen. , . . . Wie Brück ■ unserem lVs.-?.-Mitarbeiter versicherte, -hat er den Entschluß, sich dem jüdischen Short zur Verfügung zu stellen. keineswegs gefaßt, um neue sportliche Ehren zu erringen. Was ihn allem zu diesem Schritt..bewvgen hat, ist die . Freude am Sport und ein von Berantwörtnng getragener».Wille, der jüdischen Jugend mit der in der längen Zeit seiner Aktivität' gewonnenen Erfahrung und dem großen Können, das er sich mit leinen 3«, Jahren noch immer bewahrt hat, zur Leite stehen und sie weiterbilden zu können. Diese selbstlose Einstellung ehrt den Wiener. Tee jüdische Hockey- und Eishvckeyspvrt jedoch wird sie mit Tank znr Kenntnis nehmen und von ihr Gebrauch zu machen wissen. Ihn zum Borbild zu haben, kann unserer Lportjugend in jeder Beziehung nur.von Nutzen sein; denn außer seiner aktiven Laufbahn, die beispielhafter, d. h. reich an bedeutenden Erfolgen, reich aber auch an ernsthaftem, von bester sportlicher '.Gesinnung, diktiertem Training, gar nicht denkbar ist, erscheint seine gesunde Äuffaisüng vom jüdischen Sport überhaupt, in gleichem Maße , nächahmensivcrt. Es ist ihm aus seiner sportlichen Erziehung heraus unverständlich. unter den heutigen Verhältnissen geradezu unverantwortlich, erfahren gu müssen.'welches Neben- und Gegeneinander die Arbeit der Verbände beherrscht, dort, wo eine bedingungslose Zusammenarbeit am Platze sein müßte. Tie Erziehung unserer Jugend zu jüdischen Sportlern seines Schlages mögen sich die Vereine angelegen sein lassen. Nur dann wird es einmal . Streitigkeiten, wie' sie jetzt an der Tagesordnung sind,« nicht mehr geben, und die Führer der Verbände. können sich in ihrer Arbeit allein auf beit sportlichen - Teil konzentrieren. Herbert Brück beim Training Foto Herbert SonncnfeUl. Berlin sie ein 3 : 3 erreichten, beim beim Seitenwechsel führte Wiedenbrück noch 3 :0. In u ii r ft e n n « traf man -sich mit Münster in . einem Gesellschaftsspiel. das die technisch besseren Gäste klar : n für sich entschieden. Tie Fürstenmier versagten im Sturm vollständig, so daß die Hintermannschaft allzu sehr überlastet wurde. J. G. Westdeutscher Makkabi-Fussball Am 2. Februar trafen sich in einem Borentscheiduiizstamps die beiden westdeutschen Lpitzenmannsüzaften Jtus - D u i s b u r g und Hakoah- Essen um die westdeutsche Makkabimei st er schaft in Duisburg. Trotz des schlechten Wetters hatten sich mehrere Zuschauer eingefunden, die von dem rassigen und stets fair dnrchgeführtcn Treffen begeistert waren. Hakoah- Esien. gegenwärtig wieder außerordentlich kampfstark, gewann durch taktisch kluges Spiel aus der Tefensive das größtenteils von ihr überlegen durchgeführte Treüen verdient mit 8:0 (1:0). Ter beste Mannschaftsteil bei Est'en war die ausgezeichnete Berteidignng, während im Sturm der stets gefährliche Itinksaußen Stern als bester Mann.ein fabelhaftes Tor erzielte: die übrigen beiden schössen v. d. Walde und Jsaack. Durch diesen Sieg steht Est'en in der westdeutschen Makkabi-Meisterschaft mit sieben Punkten an der Spitze dem vorjährigen Meister M.-Gladbach mit sechs Punkten, Duisburg, Düsseldorf, Köln und Wuppertal. M.R. Schlesien Winterhilfsspiele in Breslau Zugunsten der Jüdischen Winterhilfe trafen sich am 9. Februar in Breslau eine kombinierte Mannschaft des RJF-Breslan und eine ans Angestellten der Jwria-Bank uud,jüdi'chen Gemcindebeamten zusammengestellte Elk zu einem Fußball-Freundsehastskampi. Tas Spiel konnte RIF mit 3 : 1 für sich entscheiden. Bis zum Wechsel leistetete die kombinierte Mannschaft harten Widerstand, sodaß RjF nur zu einer 1 -. «-Führung durch den Mittelstürmer kam. 2tach Halbzeit ließen sie jedoch gegen den start-n Wind kämpfend sehr nach: RjF konnte durch Mittelläufer und Halblinks zwei weitere Erfolge erzielen, während die Gegner durch den Halblinken wenigstens noch zum verdienten Ehrentor kamen. vul. Aus Oberschlesien . Am 2. Februar trat die Sportgrnppe „Schild^» B e u t h e n znm erstenmal mit ihrer T ii r n * grnppe an die Lessentlichkeit. Vor einem zahlreichen Publikum wickelte sich eine Reihe von Darbietungen ab. die die Zuschauer mit starkem Beifall gnittierten. Tank der Mitwirkung einiger Breslauer RjFer, die mit Uebungen im Keulen- und Iahnenschwingen sowie im Jiu-Jitsu, aufwarteten, sowie der Bemühungen der Turnleiter hatte die Veranstaltung vollen Werbeerfvlg. F. Mitteldeutsche RjF-Meisterschaftskämpfe Tie Frauen von Schild Dresden traten am ' 9. Februar gegen Lchild H alle an. Das. sehr pannende Spiel war-völlig ausgeglichen. Ergebnis: 3 .3 «3 : 1) für Dresden. Im Fuß ball kämpf Schild Dresden I gegen Schild Halle I waren die. Dresdener von Amang an führend, obwohl sie kurz nach Beginn einen Spieler dttrch Berletzimg einbützien und außerdem mit zwei Ersatzleuten antraten. Tas -Lpiel verlies »trotzdem, sätr und .-schnell. Ergebnis: 10 : 0 (ö : 0) für Dresden. Beide Spiele waren.Rundensptele, zur Feststellung der mitteldeutschen Schild-Meisterschasten. . _. 0.1. Württemberg Freundschaftsspiele in Stuttgart Am 2. Februar hatte der ^iuttgarte^r RjF die A. H.- und die 1. Fußballmannzcha't P f o r z - heim zu Freundschaftsspielen cmgeladen. 2.w Stuttgarter A. H. spielten fast nur aus ein xox; das Ü: O-Ergednis besagt alles. Im Spiel der ersten 'Mannschaften gtng-Pwrzheim bereits nach zehn Minuten überraschend ui ,mhrung. Ten Ausgleich besorgte der LNtttgarter Salbltnke auf eine genaue Flanke des Rechtsaußen^ Bald stand es 2:1 für stuttgarl. aber ein »ultihverilandnis zwischen Torwart und Verteidiger nutzten dte Pforzheimer aus und schollen kurz vor Halbzeit den Ausgleich. Nach Halbzeit gelang es den Stuttgartern, den ausgezeichneten Torwart der Gatte nur noch einmal zu schlagen- Beger ttandballbetrieb in Göppingen Aus dem RjF-Platz Gö p pi ngen herrschte am 9. Februar Hochbetrieb. Es standen nch im ersten H a n d b al t kamvi die I u g e^n d vW N l m und Stuttgart gegenüber. 2. le Stuttgarter Jugend hielt 'ich mit 10 Mann sehr gut und verlor nur knapp 6:5 gegen die körperlich kräftigeren Ulmer. Die Stuttgarter Jugend spielte ihr erstes Kamp'ipiel. Im folgenden Handballmeisterschaitskamps der l. Mannschasten von Stuttgart und Göppingen gelang es den Stuttgartern znm erstenmal m Göppingen einen einwandfreien tt : 2- Sieg zu , erringen (Halbzeit 4 : Oi. Ans beiden Seiten waren die Torhüter sehr gut, und nur der schnellere und wur'kräftigere Stu'l-'arter Sturm enLichred das Spiel. Zum Abschluß spielten di? Frauen vvn U l in und Heil b r v um. ^Ta-? mc-ist verkeilte Spiel ge-oan:ien die Ulmer Frauen verdient mit 3:1. Ocilk. Zasern Nürnbergs ttandball-8!eg über Fürtb Auf ,FürthS Platz gab es einen überlegenen Handbällsieg der l. Elf des JTUS Nürnberg über die gleiche des JTUS Fürth mit 7:2. In dem flott durchgeführten Spiel, da-? Nürnberg sederzeit in der Hand hatte, erreichte die Nürnberger Ntannschatt bereits bei Halbzeit eine 0:0. Führung. Tiefer Borsprung schien den.Nürnbergcrn zu genügen: das. Tempo ließ nach; dadurch konnte Fürth zwei Tore auiholen. dl. Der Rcichsausschutz jüdischer Lportverbänd« teilt mit: Zu seinem Beauitragten für Bayern hat der Teutsche Makkabikrcis Tr. Hans Eavell (Nürnberg) und der Sportbund des RjF Alex ^chen» Häuser (Fürth) ernannt. Jüdisches Leben — jüdischer Geist Leo Hirsch: Kunst als Kulturschöpfung. In der Donnerstag-Reihe „Jüdische Kultur heute' de? Bert i n e.r Jüdischen ^ehrhausi's sprach Leo Hirsch über „Kunst als Kulturschöpiung". Maßgebend für den kulturellen Stand einer Gemeinschast sei. so führte, er aus. wie weit die Geineinsclitist als Ganzes uiimittelbac an den kulturellen Leistungen aktiv und passiv beteiligt sei (Ehöre des Aeschhlos. Gemeinscti<iftsmnsik. mittelalterliche Kirchenarchitektonik), oder aber wie weit die Kunst ein Svnderleben neben der Geineinsclitist führe (Mn'enin. Konzert). Das Leben der südischen Geineiniciiait fei von vornherein'gekennzeichnet ge-, ivesen diircii die Beziehung zu Gott.- Vom Geist Gottes seien stets, entweder die jüdische Gemeinfchait oder, soweit diese abgetallen sei. einzelne jüdische Menschen-wie die Propheten, erfüllt-gewesen. Teinentsprechend hätten auch künstlerisetie- Lcistnngender Juden ibren Kern stets im R e l i g i ö s tu gehalst. Allerdings feien diele künstleri'chen Ausdriicks'orinen zunächst nur in geringem Umiange anzutreücn gewesen. Erst als die Juden ihr eigenes Land verloren hätten, hätten sie größere künstlerische Leistniigeii. insbesondere aus dem Gebiete der Diclitknnst. gcwissermaßeii als Kullnreriatz. hcrvvrgebracht. Hierbei handle es sich Jedoch nicht um eine Kunst im ivesteuropäiichen Sinne, sondern um eine solche, an die man östliche Nllißstäbe anlegcn. müsse. Der östliche kultnrschöpferi'che Mensch '(wie etiva Laotie) beziehe a l I e kulturellen Lcbensäußernngen in Fein Schttissen ein. wahrend im Westen die Knltnrleistnngen in einzelne Gebiete' (Atusik. Lvrik. Epik) zerlegt seien. Desivegen ivirke die Kultur des Dstens im Gegen'atz zu der- „geordneten' ivestlichen scheinbar chaotisch. Im östlichen Kulturkreis. habe die kulturelle . Einzelleistnng stets einen unlösbaren Zus a in in e n h a n g rn i t d e r Gei a in t k u l t u r.' Im Westen.hingegen iei sie losgelöst denkbar. In seinen Schlnßansiulirungen kehrte Hirsch zu seinem 'Ausgangspunkt zurück, daß jüdische kulturelle Leistung von einer bestimmten Grnnd- I, a l 1 n n g auszngehen habe, und er legte am Beispiel des zu indischem Sein znrückgekehrten Karl. W v l i s k e h l dar. welche Geistesbaltnng hier einzunehmen iväre. Das Rcierat zeichnete sich durch die besondere Fülle des zulaminengetragenen Rcateriäls aus. . Trotzdem konnte es in seinem 'Ausbau nicht in dem erwarteten 'Maße znr stlärnng des schwierigen Problems beitragen.' So 'ehr nur mit seiner . Grnndauilat'nng des unlösbaren Iulammenhange? zwischen Gottesgebundenheitund Kunst im Juden tum übercinslimmen und gleich ihm der Meinung sind, daß auch außerhalb des eigentlichen iüdi'chen Landes echte jüdiiche Kulturleistung in die'em Sinne möglich ist. so halten wir doch die von ihm vor'gebrachtcn Einzelheiten für recht anfechtbar. Kann inan znm Beispiel Heines Dichtweise in ihrer Spannung zivischen Pathos und Ironie in Parallele zur östlichen Dichtkunst setzen, oder handelt es sich nicht vielmehr um eine aus der besonderen jüdischen Lage heraus erzeugten. Spannung? Sind nicht mitlinter ursprünglich religiös geprägte jüdische Ktmstsormen wie die Semirot vom innersten religiösen , Kern vielfach ebenso losgelöst, wie umgekehrt die Auiiührung Bachscher religiöser Dtusik einen Konzertiaal in ein Gotteshaus verwandeln kann und auch rerwandelt? Ist schließlich ein Musikleben, das sich: in Konzertsälen abspielt, weniger dichterisch ausder Gemeinschaft gewachsen oder weniger kulturell wertvoll als das der griechischen Ehöre, oder handelt es sich nicht vielmehr um nur verschiedenartige A u s d r u ck s - . forme n des Gemeinschaftslebens zu verschiedenen Epochen? All diese Einzelheiten brauchen naturgemäß die Grundtheie Hirichs nicht zu erschüttern. Aber eine anders ausgcrichlete Argumentation hätte eine noch bciriedigeudere Wirkung unter den Zuhörern ausgelöst. Dr. Werner Rosenstoek. Eröffnung des Sozial- und Heilpädagogischen Seminars Frankfurt/M. Am 8. Februar wurde in der Aula der Religionsicknile. Hermesweg 7. das von der Zentralwohliahrlsstelle. dem Provinzialverband und dem Jüdischen Lehrhans errichtete Sozialu n d H e i I p ü d a g v gr i ch e , S e m r n a r eröffnet. Tas Seminar, das zunächst nur mit zwei Lehrgäng'en beginnt, soll der Erfüllüug von zwei Ausgaben dienen. . 'Rabbiüer Tr. H,o r o v i tz hielt die Erösfnungsaniprache. in 0er er die 'Notwendigkeit einer guten Scknvackistnnigen- und Pshchvpathenfüriorge eindringlich darlegte. Arzt und Pädagoge müssen zuiaiiunemvirkeii. inn diesen schwierigen Kindern zu helfen und sic vor Berwahrlosnng zu schützen.- Ten hierzu Beruieneu das nötige Rüstzeug zu liekeru. ist die Aufgabe des Heilpädagogischen Seminars. In einem längeren Dvrtrag schilderte sodann Professor Tr. Bon du die zurzeit bestehenden Schwierigkeiten. So gibt es z. B. in Berlin unter dcn vielen Kindergärten keinen einzigen für Schwererziehbare, keine Hilssichnle nsw. Aelsn» (ich ist es überall im Reich. Schwer psychopathische Kinder sind stets eine Gefahr für die gesunde Umgebung. Heute muß ein Kind, das eine solche Gefahr bildet, um der Gesamtheit willen ansgcichieden werden, aus dem Heim, dem Kindergarten. der Schule oder dgl.. obwohl man genau weiß, daß es damit um so sicherer der Berwahrloiung anheiinsallt. denn cs fehlen uns die Einrichtungen, die es dann aufnehmen und bewahren könnten. Professor Bondy zog in seinen weiteren Ausführungen die Grenzen zwischen der Wirksamkeit des Arztes und der des Erziehers, uni aber schließlich die Notwendigkeit beider und die Wege ihrer gegenseitigen Ergänzung anizuzeigen. Er schilderte die verheerende Wirkung der Enttäuschung auf die Persönlichkeit des Erziehers, der, nachdem er seine beste Kraft vergebens eingesetzt hatte, schließlich selbst eine Geiahr.für die Kinder werden kann. Tem kann am besten durch eine gediegene -fachmännische Aiisbildnng begegnet werden, die ihn befähigt, das Krankhafte vom'Gesunden im Kinde rechtzeitig zu unterscheiden., Aber auch vor der übertriebenen Anlvendting des Gelernten sei zu warnen. Nach ihm ergriffen noch die beiden Leiter des Lehrgangs. Tr. med. PtarPNeyer und Tr. med. Arnold Merzbach, das Wort, um eine kurze Disposition ihrer Arbeit und die Aufteilung des "Stoffes unter die beiden Referenten darzustellen. Das Seminar ist auf voranssichtlich 3 bis-4 Semester berechnet und soll später auch mit praktischen Uebungen verbunden werden. Lehrhaus Wiesbaden In dem Zyklus „Jüdische Religion gestern und Heute" sprach Rabbiner Tr. Grüncwald. Mannheim, über: „W erdende Religion i n P a l ä st i n a". Ter Redner suchte in seinem Bortrage' zunächst die spezisisch jüdischen Religionselemente von beii NeligionsvoriteUnngen der Umwelt -zu unterscheiden. Er gab dann einen 'Heberblick über dir verschiedenen religiösen Gruppicrun- 'gen in Palästina und ihr Verhalten dem religiösen Anspruch gegenüber, Dabei wurden die Bedingungen der Entfaltung dieses:Ansprnchs ans'den Besonderheiten des Landes Aind seines Aufbans entwickelt und der Anteil der drei Faktoren, des Wachsens, des Plauens und der geschichtlichen Revolution behandelt. Dem Weg ..von unten" her (religiöses Erlebnis, Rückkehr, Kamps des einzelnen) begegnet der Weg „von oben" (Begründung einer sichtbaren religiösen Autorität), ivvbei der zuletzt angeführte auch für die Inden in der Zer- 'strennng von großer Bedeutung ist. Das Reue in der Entwicklung des religiösen Lebens in Palästina liegt darin, daß es nun rvieder Teil rinseres ganzen Lebens ist, dessen Bestimmung, zumal soweit es sich um geistige und seetische Führung handelt, auf --Seibstbcstimmnng beruht. Wie bei allen-Fragen, fo wird auch die Frage nach dem Religiösen, nach seinem Drt. feiner Behauptung und feiner Prävalcn; zu einer Frage nach dein ganzen Leben überhaupt. Ihre Löfnng kann nicht losgelöst sein von der Gemeinschaft und der Arbeit, die zum Aufbau führt Tamit wird die Grenze einer »religiösen Propaganda klar, die sich in Wort und Schrift äußert und nicht zugleich in dem persönlichen Beitrag, den der einzelne in der Arbeit für die Grundlagen einer neuen Gesellschaft lcistct — in Freiheit und Deinut. Tie überaus zahlreiche Zuhörerschaft dankte dem Redner für seine interellanten Ausführungen. L. Ter Weltverband für religiös-liberales Judentum hat sich an Rabbiner Tr. Mar Tiencmann mit dem Ersuchen gewandt, eine Palä-' stinareife zwecks Fcststellnng der Bedingungen für die Entwicklung moderner religiöser-Formen in Palästina zu. unternehmen. Rabbiner Tr. Dicncmann wll die Ausgabe haben, zu untersuckien. auf welck>e Weife dem Bedürfnis nach nenzcitlichcn Formen des Gott^-sdicniles und Gebetes ui einer sowohl den besonderen Landesverh iltnisien als auch der seelischen Haltung der setzt in Palästina lebenden religiös-liberalen Juden augeincpcnen Art entsprochen werden könnte. . Wie der Indischen Telegraphen-Agentnr mitgeteilt wird, ist an den Weltverband die Bitte herangetrageir worden, bei der Entwicklung einer' modernen Form der Religionsüvung in Palästina mitzuwirken, die unter Be".utzung der hebrai'äsen Sprache und ans die pchcholoai-che Eigenart des' Jischuw eingestellt fein. foll. Es wurde ausdrücklich betont, daß keineswegs etwa das liberale Judentum Englands oder der Bereinigten Staaten nach Palästina vcr.pslanzt werden soll, sondern daß. die neuen Eebetsformen sich in gleicher Weise der . Eigenart des neuen Palästina anpasien sollen wie der religiös? Liberalismus den Verhältnissen der ivestlichen Länder. Tr. Dienemann soll sowohl die allgemeinen religiö'cn Berhällnine Palästinas als auch die vorhandenen A-n'ätze znr E'.itiyicklung eines nivdernifierten Gottesdienstes im Lande studieren und dem Weltverband einen Bericht erstatten. der bic'em als Unterlage für feine Aktion zur Förderung eines fvezififch palästinensischen - religiösen Liberalismus dienen wird. Ländliche Hauswirfschaf tsschule Ahlem Ter Porstand der Ilraelitiichen Eartenbaufchul: Ahlem (Post Haniic>r>er-2im!neri hat eine Ländliche Hauswirtschaitsichuie eingerichtet. Bezweckt wird, jüdische Mädchen im Alter von 14 bis 16 Jahren in einem -zweijät,riaen Lehrknrs in allen Zweigen der ländlichen und städtischen Hauswirlichäit auszubitden. Tie Kurfe. die von gevrü'le.n Haus-' und Wirtschailslehrerinncn geleitet werden. um'a''en im ersten Lehrjahr Hausarbeit, büraertiche Küche. Backen. Decken und Servieren. Waichen. Ptätten und Nähen, im zweiten- Lebrjahr wird die Ausbildung im Kvchen u. a. durch Erlernen der Tiärküche. in der 'Kadclarbeit durch Erlernen der Schneiderei ergänzt. Sonderlehrgang in Lehnitz für 14- und läjährige Mädchen Tas Problem, während einer Uebergangszeit der in der Entwicklung stehenden jungen 'Menschen zuzleich Erholung und Vorbereitung auf die Jahre der Arbeit zu bieten, wird durch die in Lehnitz neu cinlerichtete Berufs vorlehre in jeder Hinsicht gelöst. Tiefer Sonderlehrgang beginnt erstmalig Litern t?36 in dem nach modernen sozialen Grundsätzen geleiteten Erholungsheim des Jüdischen Frauenbundes am Lehnitzsec. das in 4« Minuten Fahrzeit mit der Vorortbahn von Berlin aus zu erreichen ist. I

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