Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 6 (6.2.1936)
- Date
- 1936-02-06
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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England, Juden und Araber in Palästina ' lieber eine Reihe bedeutsamer politischer Probleme, zu denen die töaudatsregiorung nach jüdischer Auffassung eine einseitig varaberfreundliche Stellung einzunehmen scheint, findet in der palästinensischen 'Oeffentlichkeit heftiger . .Meinungsaustausch; statt, nachdem die Legislative Frage im Augenblirk ein wenig in den Hintergrund getreten zu sein scheint. . Vor. : allem ist es . eine . bevorstehende gesetzliche Regelung-, die eine--Einschränkung der Bodenverkäufe an Juden zum Gegenstand haben wird, die begreiflicherweise die jüdischen. Kreise in Erregung versetzt. Eine arabische Delegation hatte am 29. Januar vom High Commissioner die telegraphische Antwort des Kolonialministers S. H. Thomas entgegengenommen, die eine Reihe arabischer Forderungen, so die Einführung, einer demokratischen Regierung in- Palästina, ein Ladenverkauf sverbof und die Einstellung der jüdischen Einwanderung forderte. Der Minister erklärte in seiner Antwort, dass der Forderung nach Einführung einer demokratischen Regierungsform durch, die Pläne für die Errichtung eines Legislative Council Rechnung getragen würde.- Was die Frage der vollständigen Einstellung der jüdischen Einwanderung betreffe, für die stets der Grundsatz der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Landes massgebend war, so beabsichtige die Regierung nicht, von diesem Prinzip abzugehen. Sie erwägt die Errichtung eines statistischen Amtes zur Feststellung der wirtschaftlichen Veränderungen, die sich im Lande vollziehen. Zu der arabischen Forderung . nach Verbot - 'des Ladenverkaufs erklärt Minister Thomas, dass er grundsätzlich der Verkündung eines Gesetzes zugestimmt - habe, demzufolge Bodeneigentümer,, mit Ausnahme derjenigen im Distrikt Beer Schewa, der Verkauf von Boden nur unter der Bedingung gestattet wird, dass sie eine für ihre Existenz ausreichende Fläche behalten. Fach diesem geplanten Gesetz wird dem High Conimissioner das Recht gewahrt, Ladenverkäufen zuzustimmen. wenn sie.der Bedingung entsprechen, dass für den bisherigen Eigentümer das existenzsichernde Minimum übrigbleibt. Wieviel Boden verkauft werden, darf, soll von Zeit zu Zeit für die einzelnen Gebiete auf Grund der Bewässerungs- und Kultivieruiigsverhältnisse festgestellt werden. Auch Pachtland ist denselben Bedingungen unterworfen. Die geplanten gesetzlichen Bestimmungen sollen im allgemeinen so gehandhabt werden, dass jeder Ladenverkauf, mit Ausnahme von Verkäufen im Distrikt Beer Schewa, diesen Einschränkungen unterliegen soll. Eine hebräische Uebersetzung der Antwort ' des Kolonialministers auf das arabische Memorandum w;urde der Jewish Agency for Palestine übermittelt. Der Entwurf . des Ladenverkaufsg e/s e t z e s sieht etwa folgendes vor: Der Verkauf von landwirtschaftlichem Besitz hängt von der Lage des Bodens — Gebirge oder Ebene —, de» Bewässerungsverhältnissen und der Ent-. fernung von städtischen Siedlungen ab und wird demgemäss'mit 120 bzw. 85.oder 50 Dnnam festgesetzt, Nur der Distrikt Beer Schewa. der wasserarm ist und in dem es keine jüdische Siedlung gibt, soll ausgenommen bleiben. Es wird berichtet, dass der Präsident der Jewish Agency, Dr. Chaiin W e i z in a n n, dem High Conimissioner Sir Arthur Wa’ufhope. im Hinblick auf diesen Gesetzentwurf die Einwände, die vom jüdischen Standpunktgegen ein solches Gesetz, erhoben werden. müssen, 'bekanntgegeben und dabei auch die Frage des Legislative Council zur . Sprache gebracht habe. Angeblich soll Dr. Weizmann dem High Commissioner gesagt haben: Sie zwingen uns, gegen Sie ebenso zu kämpfen, wie wir gegen Lord Passfield gekämpft haben. Dr. Weizmann soll den High Conimissioner darauf aufmerksam gemacht haben, dass die ganze von der Regierung in letzter Zeit befolgte politische Linie die Grundlagen des Jüdischen Nationalheims zu zerstören drohe. Es heisst.Dr. Weizmann habe hinzugefügt, die Jewish Agency würde sich genötigt sehen, den Internationalen Gerichtshof"im Haag änzurufen. falls die Palästinaregierung bei ihrer gegenwärtigen Politik verharren sollte. , ln einer am 2. Februar abgehaltenen , geschlossenen Sitzung des Waad Leuini hielt Dr. Chaiin Weizmann ein ausführliches Referat über die gegen lebenswichtige jüdische Fragen n, Palästina gerichtete Politik der Mandatarniacht. Der Versammlung wohnten zahlreich^. Vorsitzende jüdischer Gemeinden und andere einflussreiche Persönlichkeiten des Jiechuw bei. Dr Weizmann betonte die.dringende Notwendigkeit einer festen Haltung des gesamten Jischjiw gegenüber den in der letzten Zeit von der Palästina-Regierung getroffenen politischen Maesliahmen Hie Versamxu1ung--billighii -emstinnni Palästina-Mandat und das Jüdische Nationalheim gefährde. - In den, an die Jewish Agency forj. Palest me gerichteten Begleitschreiben zu einer Kopie der Antwort, des Colonial Office auf die Forderungen der Araber nach Einführung einer demokratischen Regierung, Einstellung, der jüdischen Hm-'- Wanderung" und Einschränkung der Bodenverkäufe an Juden-,hat High ComiuissioiierSir' Arthür .Waucbope erklärt, es sei von wesentlicher Bedeutung für das Nationalheim und die Wohlfahrt Palästinas, dass den Arabern, die ihren Boden an Juden verkaufen,- genug Boden zur Sicherung ihrer Existenz übrigbleibt, ln der Antwort des Ministers für die Kolonien auf das arabische Memorandum war bekanntlich die Absicht der Regierung angekündigt worden, ein Gesetz zu erlassen, durch das in einschneidender Weise der freie Ladenverkauf beschränkt wird. Li seinem Schreiben an die Jewish Agency weist der High Conimissioner darauf hin. dass von den jüdischen Bodenkäufern in den letzten fünf Jahren, in denen jüdische Bodenkäufe auf das Vierfache gestiegen seien, das Erfordernis den verkaufenden Arabern den für ihre Existenz nötigen Boden zu belassen, nicht berücksichtigt worden sei. obwohl die Wohlfahrt des Landes dies notwendig gemacht, hätte. Mit Rücksicht auf diese Tatsache, habe die Regierung Seiner Majestät auf Rat des High Commissioner beschlossen, auf dem Gesetzeswege einschränkende Massnahmen zu treffen. In dem Schreiben wird weiter das Versprechen gegeben, dass die-Regierung sich mit der Exekutive der Jewish Agency beraten werde, bevor sie diese gesetzlichen Bestimmungen in Kraft setzt. In den Leitartikeln der jüdischen Zeitungen wird in scharfem Ton gegen . die antijüdische Politik ' Stellung genommen, diP inan in den letzten Massnahmen der Regierung zu erkennen glaubt. Die Tageszeitung „Haare/" schreibt, der Brief des Ministerpräsidenten Ramsay MarDonald an Dr. Weizmann und die Versprechungen anderer englischer Staatsmänner seien jetzt aufgehoben worden. Die Schwäche der Regierung werde die Araber nicht versöhnen, sondern nur die Verdrängung der englischen Herrschaft aus Palästina un'd dem Nahen Osten beschleunigen. Andererseits werde die Verleugnung der feierlich übernommenen Verpflichtungen der englischen Regierung gegenüber den Juden deren Kampf für den Aufbau Palästinas nicht aufhalten, ungeachtet aller Hindernisse, die die englische Verwaltung von allem Anfang an der Arbeit bereitet habe. Aelmliche -.Gedanken: werden in .dem Leitartikel der „Palestine Post“ zum Ausdruck gebracht. Die arabische 'Tageszeitung „E T E.i w a a" be- richtet. High Commissioner Sir Arthur Waucbope habe der arabischen Delegation, die die Antwort des Koloiiienministers:.auf das arnlwsrhe Memorandum entgegennahm.- als sie ■.■darüber Klage führte, dass die Regierung die arabischen Forderungen nicht erfülle, geantwortet: „Es tut mir leid,.aber das ist alles, was ich nach grossen Anstrengungen vorn Colonial Office erlangen konnte.“ Das palästinensische Pressgesetz Mit Rücksicht auf die gespannte politische Lage hat der lligh'Commissioner. — wie hier schon gemeldet wurde — ein Pressgesetz, erlassen, das die bisherigen Zensurliestiniimmgen ei lieblich verschärft. Er wendet sich vins- . besondere'- gegen die 'Verbreitung unwahrer Nachrichten oder tendenziöser Darstellungen, die geeignet •erscheinen,- den öffentlichen 'Frieden zu gefährden oder die öffentliche Meinung zu beunruhigen. In solchen Bällen kann in Zukunft das betreffende Blatt auch ohne vorherige Warnung verboten und beschlagnahmt werden; der verantwortliche Redakteur’* w ild mit einer Geldstrafe bis 100 LP oder mit einer Gefängnisstrafe bis zu sechs Monaten bedroht. , Nicht zuletzt mag diese Vorsiclitsniassnalime durch die Ereignisse in dem nördlichen .und in dein südlichen Nachbarland Palästinas' ausgelöst worden sein. In Aegypten herrscht, wie bekannt, eine kritische Lage im Zusammenhang mit den ■ Verhandlungen ' über', eine Neugestaltung der Beziehungen zu England, und die Studentenuuruhen flackern immer wieder auf. In Syrien hat sich der Kampf, um Wiederherstellung der Verfassung und erweiterte Autonomie zu einem, .jetzt allerdings abfallenden Generalstreik zugespitzt, der namentlich in der Hauptstadt Damaskus zu Strassenkibnpfen und mehreren Todesopfern geführt. Fiat. Die. französische Mandatsiegieruug hat, Militär eingesetzt. In dem englischen Mandatsgebiet hat diese Bewegung bei de» arabische» Nationalisten viel . Sympathie gefunden, ln Nablus wurden . grosse Massenversammlungen al>- gehalten, und in Transjordanien sogar ein eintägiger Sympathiestreik veranstaltet. Palästinas Bedeutung für EnglandsStellung im Orient Aus einem neuen Buch von Hilaire Belloc Im Cassell-Verlag erscheint soeben unter dem Titel „Das Schlachtfeld" die jüngste Arbeit des bekannten englisch-katholischen Schriftstellers Hilaire Belloc, in der er auf die Möglichkeit hinweist, dass Palästina und Syrien, wo es im Verlauf-von 3000 Jahren immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Ost und West gekommen ist, aufs neue der Schauplatz eines grossen. Religionskrieges werden könnten. England, führt Hilaire Belloc aus, sei in Palästina besser daran, da e6 grosse Vorteile biete, als Förderer und Schützer der jüdischen Einwanderung aufzutreten.' Die jüdische Einwanderung verschaffe. Palästina Einkünfte, die fast grösser seien als die Möglichkeit ihrer Verwertung. Als grosses Bankenland hätte England wohl das. Experiment aus eigenem materiell'stütze^ können; tatsächlich bringe es sich selbst in Gang und mehr als das. llaifn, der einzige wirkliche Hafen an der ganzen Küste, sei mit jüdischem Geld erbaut, ohne das Geld, das mit den jüdischen Einwanderern einströmte, würde Haifa nicht das sein, was es tatsächlich ist.- Dasselbe werde sich binnen kurzem bei der Entwicklung des Straßennetzes und bei der Wiederaufforstung zeigen, es sei bereits.in der grossen Menge neuer.Bauten sichtbar.- Die ganze Umgebungvon Jerusalem sei bereits ümgewandelt.- In der Esdrealon-Ebene, irr Bethlehem, an den Abhängen bei Tiberias. überall gehe der neue Aufbau vor sich. ._ Bei alledem müsse man aber dessen eingedenk sein, dass das. was getan wird, nicht unmittelbar für die englische Macht, sondern für die Juden geschieht. Der Vorteil der Juden, als der Verbündeten der englischen Macht, könne ein Vorteil Englands sein, er sei aber nicht ein unmittelbarer Vorteil: und er habe eine sehr ernste Kehrseite, nämlich die. dass von alten Störungen von aussen, die Syrien bei den Veränderungen in neuer Zeit erlitten habe, die stärkste und von der eingeborenen Bevölkerung am meisten verhasste der Zionismus sei. Man könne, fährt Belioc fort, diesen Hass als unwirksam bezeichnen: der jüdische Fortschritt müsse andauern., solange Frieden:4mrr-sdiL_iui.d. England ungestört die Macht in' Händen hat. —Dir Jnilnn.-li.riimen■ eine weit höhere materielle 'dass die jüdischen Anstrengungen bereits Erfolg haben. Ganz besonders die Hauptstadt werde ümgewandelt; Jerusalem sei jetzt eine jüdische All dies aber, behauptet. Belloc. ruhe auf einer einzigen Grundlage: der Politik und der: materiellen Kraft einer europäische» Großmacht. Sobald diese Macht auf arideren Gebieten beschäftigt sein oder diese Politik geändert weilten würde, wäre das End“ der jüdischen Anstrengungen in Palästina .gekommen. Diese Anstrengungen stützten sich auf etwas, dessen sich die übrigen in die syrische Welt eiudririgeuderi Kräfte nicht rühmen könne», nämlich auJ ein starkes moralisches Motiv, das zwar nicht religiös in technischem Sinn sei, aber die Macht einer Religion habe. Obf?-oli! es gewisse Dissidenten gebe, sei die ganze jüdische Rasse, und jedenfalls der.nach'Palästina kommende jüdische Einwanderer, von de» stärksten Motivenbeseelt, die Mensi-hen zur Tat führen können. Aber diese Kraft alhin wurde es den Juden nicht ermöglichen, sich gegen über der grimmigen Feindschaftder sie umgehenden' mohammedanischen Welt zu behaupte». Diese Feindschaft sei eine'ebensolche moralische Macht, von der die Zukunft unbedingt erfüllt sein werde. Wir im Weste», schreibt Belioc zum Schluss, würdige» diese Macht nicht, weil wir nicht ihren Ausdruck hören; wir sind nicht Zeugen der Gebärden, noch Partner bei de» Unterredungen, die den Nahe» Osten erfüllen; lassen wir sie aber'ausser, acht, dann - lassen wir etwas ausser acht, was eine Wendung - unseres .Schisais herbei führen könnte.' den von der Jewish Agency eingenommenen Standpunkt. Von vertrauenswürdiger Seite wird.mitgeteiP. dass Dr. Weizmann demnächst nach -Europa reisen wird, um persönlich die Führung in der Kampagne gegen jene Politik zu übernehmen, der sich die Jewish Agency wider-etzt. weil diese politische Linie im Widerspruch stehe zum Kultur mit: geschulte wissensctTTrfttirhe—Fach— ieute, eine bedeutend vermehrte Nutzung des Landes und seiner natürlichen Hilfsquellen. Sie können aus einem unversiegbaren Menschenreservoir schöpfen. Ohne die teilweise Ein- ' Schränkung seitens der Behörden würde der Strom das Land sofort überfluten. Aber schon bei seinen jetzigen Formen könne man sehen, Eine Palästinaklausel in dem Vertrag zwischen dem Irak und Ibn Saud? Jerusalem, 28. Januar. (ITA) Die Tageszeitung „El Liwaa“ berichtet, daß in dem neue,, Frcundsrhnftsvertr^gzwischen Irak und dem Reiche des Königs Ibn .Saud eijie Klausel enthalte» sei, derzufolge beide Regierunge,, sich verpflichte», auf Gross-Britannien dahin einzuwirkmi. dass es das Pnlä-stinaprohlrm entsprechend den Zusagen, die d.« Araber rnha.lten hätten, löse, Halbierung der Einwanderungsziffer Wie die Jüdische Telegraphen'-Agentur (JTA) erfährt, sind im Januar rund 2100 .luden nach Palästina eingewandert. Die Zahl dmjüdischen Einwanderer im Januar 1betrug 4330. Die Rechtsstellung 3er Frau in Palästina Am 20. Januar 103t» hielt Dr. Hans Ka lisch Im Jüdischen Frauenbund in'Berlin einen Vortrag über die Rechtsstellung der Frau in Palästina. Der Redner vermittelte einen Einblick-in die Vielfalt der in Palästina geltenden Rechtssvsteme, inslvesöndere auf verschiedenen Gebiete» des - l-.im'itien- und Erbrechts (Ehescheidiings-,- 1 ’nlerbalts-, ■ Vormundschaft*- und . Testaments rechts). - Dieser RectiI-.znsI.in,I *oi darauf zurückzufiihreu, dass, auf .diese» G-bmlmr jede;Religionsgememsctiait -ihr eigenes Recht,, und ihre eigene Rechtsprechung -besitze. Nur. die V o 11 s I r e c k u n g sei - den ' staaUn-heu- Gericliten, Vorbehalten. Ma.Go. Endlich Schutzzölle ’VonunieremPiliitin»- Korrespondenten Tel-A>iv, den 20. Januar 1038. Nach langen Verhandlungen, in denen Je» wist, Agency und liidusfriollmiverband immer wieder der Regierung ihre Forderungen und mühsam ausgearheifetes Material überreichten, ist jetzt ein Gesetz, verkünd»! und sofort in Kraft gesetzt worden, das einem bedeutenden Teil der palästinensischen Industrie endlich den' notwendigen Schutz gegen ausländisches Dumping gewährt. Da sieh die Industrieproduktion des Landes zu SO Prozent in jüdischen Händen Eugen Schwan, München Oomfrelhelt. nüchst der Kautlngerstrassn empfiehlt -/um .V)jährigen gestehen der l'iniui. in eigener mmlcrn einRerirlitetrr (iross-Reslorci tünrllrh frlsrli grellrminlin KAFI'l.r Jut»llJ*nms-!tIl*cl>uiijr zu KW.2.4«* |'-I*fnn«1. Versandv n n » l’fnrnt' a n p ortu frei. J>ic'.InhiMnms-t’reislistr mit vielen InHigen ■ Angeboten .wird auf 'Wunsch zngcsandt. befindet, ist dieses Gesetz gerade für de» jüdischen Wirtschaftssektor, der in letzter Zeit so viele Erschütterungen und Enttäuschungen erlebt hat, einmal wieder eine positive Erningeii- -schnft. ' Die Liste der Z o 1! e r li ö h u » g <■ n ist ziemlich umfangreich. Sie umfasst unter anderem zahlreiche Erzeugnisse der Textil- und Bekleidungsindustrie wie Krepp- und ini-rcensierle Baumwolle, Baumwoll Stückware, Damenkleider lind Kiinslseidoustriimpl»“. Hennlen und andere Unterwäsche, ferner Eismifnh, ikatc wie ■Draht. Schrauben mul Nägel, vm-.-cIin-dmegusseiserne Waren, Eimer und Gitter, gusseiserne IN,tue» und „!>riiim.s“-Breimer und Beleuchtungskörper, .-ausserdem, elektrotechnische.- Erzeugnisse und Autozubehör wie Akkumulatoren und Batterien. Die Papierindustrie endlich profitiert von dem Schutzzoll für .Papier-Ser--, vielte» und -Tasrlwntiirlier, die Baustoffindustrie von de», Ziegel zoll, die chemische Industrie von dem Schutzzoll für I'arfiinmriewnpMi und-die'Holzindustrie von dem erhöhten Möbelzoll. Auf der aridere» Seite''ist.die Zollfreilisl« um 'verschiedene von der 'hiesigen' Industrie benötigten Materialien und Halbfabrikate erweitert worden, so-dass-auch vor, dieser Se.ilo her eine Erleichterung geschaffen wird.. Einige Zölle sind verdoppelt worden, bei andmon bewegt sieb die Erhöhung uni 5u Pm/mif. Die erste, sichtbare. Folge dieses Kurs-' Wechsels in der Imluslriepolitik der Regierung, ist die Wiedereröffnung zweier grosser E a 1, r i k e n in der Umgebung Tel- Avivs. die im -Herbst vorigen Jahres 41„g.-Iegt worden war,-,, mul Hunderte von Arbeite,entlassen halten: der Sridenfabnk ..M--<hi*‘. die der Firma Sachs gehört, mul der Strumpffabrik Regew. Alle,; auch eine Reihe von ganz junge» .Industrie» »nd mehl zuletzt die Eise»- „ml Metallindustrie in der llaifalmchl wird zweifellos ihren -.Anteil an der Versorgung' des I„- landsmarktes vergrüsseni mul im Zusammen-, hang damit »e»e Arbeiter, einstellen könne». Schonvom Standpunkt des Arbeifsmaikb'S ans ist diese neue Imluslriepolitik äugelst bedeutsam. Man bat ausgerechnet, dass die heimische Industrieproduktion um mindestens. 2 Millionen EP gesteigert werde» könnte, wenn es nur gelänge, den Idosse» Dumping- und .Schleuder-Wettbewerb des Auslands vom Markte fernzuhalti-u. Eine solche Produktion.vd-igenmg würde nach dm, bisherige,, Erfahrungen dm Einstellung von annähernd zehulaimend nmimi Arbeitern mit einer E'.hiisi,„,m.- von etwa e,ne,- ' Million bedeute». Palästina, .Autiialimefäliig- ..keit für neue Einwanderer war inletzter Zeit zum guten Trj) abhängig, von ih-.r Industrie und ihre» llilfsgewerhe», m-besnmlere dm» Handel mul dem ...ii.-' Eandwict- Kchaftliche 'Siedlung ist zu .. gr»—'.„ Teil eine Frage des-Geldes umt des Bodens. Solang“ die der jüdische.» Kolonisation zur Verfügung Stehende Bodmifläche -m. -„,1 ,-t wie bis. her. wir.! die industrielle Siedlung, dm auf -enge», Raum eine hohe Produktion und damit die Einordnung einer »rosse,, "Zahl von Menschen ermöglicht, ein wesentlicher,.- I al-.toi ■ für die Einwanderung blmlm».' Und in der Tat hat die industrielle Produktion der Sladl hereif.s die landwirtschaftliche Produktion des Dorfes dem Werfe nach überflügelt: Sie beträgt zurzeit etwa 10 Millionen .|.P jährlich. Mil. Rücksicht auf die Ahschwäclnmg der Bnulmwegung’ und das bevorstehend.** Ende der Orange,mr„to. die ebenfalls zahlreiche Arbeitskräfte absorbiert hat, steht die -Ausweitung des industriellen A rhpitsmnrkles; a-L—olmctdnLrechlmti-s Problem —H^tPfTTIer- Erschliessung n-rn-r Möglichkeiten für die-landwirtschaftliche Siedlung. . Nun soll gewiss die „eun Zollr.-form nicht va!s Allheilmittel gepriesen. werde». Ihr wichtigster Mangel ist die fehlende Elastizität. Es . gibt keine Differenzierung nach Einfuhrland'-,n. Die Zollerhebung wirkt sich gegen die gub-n Kunden d“s palästinensischen Orangen«\vpnr!es ebenso aus wie gegen Länder, die der Jaffa-