Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 5 (30.1.1936)
- Date
- 1936-01-30
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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KALENDER Febr. 1936 Schewat 5696 I.Sefliialmri 8. Wochenabschnitt: Bau 2. B. M. 10—13,1« -Haftra: Jer. 46,13-28 8. ShnM 15. Wochenabschnitt: Beschalach (Schabbat Schirah) 2. B. M. 13,17-17,1« Haftara: Richter 4,4-5,3i Chamischah Assar Bischwat (Neujahrsfest der Bäume) 13. SmmIwwI .. 22. Wochenabschnitt: Jissrau. 2. B. M. 13-20 Haftara: Jes;. 6,1-7,5-9,-V6 - 20:Dsuflflrsfafl 28. Jaum Kippur Kolon 22. SooaalMi 29. Wochenabschnitt: Mischpotim 2. B. M. 21—24 Parschass Schekolim : 2. B. M. 30,11-1« Haftara: 2 Kön. 12,1-17 Neumondsweihe 23. Sonnabend ^30. 1. Tag Rausch Chaudesch Adar 5696 24. Mentao 1. 2. Tag Rausch Chaudesch 29. Soeeabend 6. Wochenabschnitt: Terumoh 2.. B. M. 25-27,1» Haftarä: 1. Kön. 5,2« 6,13 Hafsoko - steckt uns noch in den Knochen. Heut aber müssen wir uns um so größerer Nüchternheit befleißigen, indem wir ruhig unserm Handwerk nachgehen und — entsagen, besonders dem Assimilisatiolis-TraUm." Das war die Erkenntnis, die den greisen Liebermann auss tiefste drückte. Er. der Scharfsichtige, Nüchterne. Wache. er hatte ein Traumleben geführt, als er sich in Teutschland .auf-' gegangen, non ihm willig anigenvininen gefühlt. Das Erwachen ans diesem Träum hat dem stolzen Manne die lebten Jahre verdüstert. Jetzt sehnte er. der einst so lebensvolle, den Tod herbei, der ihn am d. Februar 1N!ö nach .kurzer Krankheit hinwegnahm. Liebcrmann-Ausstellung. Wegen Vorbereitung juv lieberman» Ausstellung bleibt das Jüdische Museum zu Berlin bis Sonntag, den"-9. Februar, den Tag der Erösinung der Gedächtnisausstellung, geschlossen. Eine Reihe von wertvollen Leihgaben ist inzwischen eingetrossen. Südamerikanische Einwanderungsländer Zugunsten seines Schülerstipendiensonds veranstaltete das Patenschastskomitee für das Adatz- Schttlwerk Berlin am ‘25. Januar in der Singakademie einen Bortrachsabend, der sicherlich stärker..besticht gewesen wäre, wenn man die Veranstaltung in die Schulauln gelegt hätte. Nach klaitgreinen Gesaiigsvvrlrägeu des Schulchors sprach Dr. Nlarcus B i r u b a u m über die Bestimmuug der Adaß-Schulen, die fortlaufend von mehr als lOOl» Schulkindern besucht werden und das Nccht haben, an der eigenen Anstalt Abschlußprüfungen vorzunehmen. Dr. Alfred Hirsch,' berg deutete die Parallelen von 'Bildung und Auswanderung als von zwei Begriffen, die beide Weite in sich tragen und denen etwas Abenteuerliches zugrunde liegt. Deiin was gäbe cs AbenteuerlichereZ als das erste Begreifen bildungsmäßiger Zusammenhänge und,als das Hinausgehen ans der Berivurzeluiig in die Fremde. Bildung bedeute die Lösung des Transferproblems durch limivandlung von Geld in Wissen, tlnd die Schulen, die in fester Bindung an jüdische Tradition das Wissen der allgemeinen Bildung vermitteln, geben das beste Rüstzeug auch für das Leben auf neuer Erde, sei es nun in Palästina oder in Südamerika. Beide Redner baten um Unterstützung des Schulwerks, das 159 Freistellen.und ,‘241 Schulgeldermäßigungen gewähre. Ten Hauptvortrag hielt der bekannte Tropensorscher Tr.- Mar Wer ist Onkel Henoch? Lnlel Henoch ist der Verwalter des Zentrallagers der Jüdischen Winterhilfe in der Dirksenstraße, und er ist wegen seiner väterlichen Autorität und freundschaftlichen Weisheit bei vierzig Kindern beliebt. Vierzig Kinder. Insassen des Auerbachschen Waisenhauses. Angehörige der „Ahawa" und Kinder von Müttern des Jüdischen Frauenbundes, Berlin, finden sich in Abteilungen zu zwölf pro Tag für vier Stunden in der Tirckseustraße ein, im fünften Stockwerk eines riesigen Lebensmittelspeichers, den die Jüdische Winterhilfe für die Lagerung ihrer Lebensmittelspenden gemietet hat. Mit ungeheurem Ernst betätigen sich hier 8—14jährige jüdische Jungen und Mädchen im Dienst der Armen und Notleidenden. Ihr Wille zu helfen, ihr nimmermüder Eifer wird von Onkel Henoch unterstützt . . . Das ist gar nicht so einfach. Zunächst die Pädagogische Ausgabe: bevor die Moszkowski. An Hand zahlreicher Lichtbilder zeigte er die Probleme jeder .Kolonisation und spezialisierte sie auf Argentinien und Brasilien, die, beide aus einem .Kontinent gelegen, beide klima-. tisch-relativ günstig, doch ungeheuer verschieden nach Boden und Bodenkultur, nach Bedrohung durch Naturereignisse (die Heuschreckenplage in Argentinien) und nach Zuknnftsmöglichleiten auch in jüdisch kultureller Hinsicht sind. Er zeigte did ungeheure Schwere.der Aufgabe, die die Menschen au ,eder Kolonisationsarbcit erwarten, aber er verstandes, auch die ethische Größe dieser Ausgaben zu zeigen. . Dr. M. E. Kinder an die Lebensmittel herangelassen werden, müssen sie zum-Händeappell antretcn — erst Hände waschen, daun an die Arbeit — für die Kleinen wie für die Großen ist es Ehrensache, mit blitzblanken Fingern vor dem „Chef" zu erscheinen. Tann bindet sich ein jeder-'ein-Schürzchen und Kittel um, das ihm zur Verfügung gestellt wird, faßt Posten vor einem Sack Erbsen, Linsen, Mehl, Graupen, einer Kiste Zucker oder Kakao und dergleichen, -neben sich einen Haufen Tüten und eine Waage. An einem Sonnabend — nach Sabbatausgang— gab es eine kleine festliche Ueberraschung —' einen Ansporn zur Weiterarbeit. Im fünften Stock in der Tircksenstraße veranstaltete der Bezirk Mitte einen „Käffecnachmittag", auf dem er seine „Mitarbeiter" feierlich als Gäste begrüßte: das heißt: es gab gar-keinen Kaffee, sondern. Schokolade und Kuchen und — einem an dit zufolge — auch etwas Schlagsahne. Ein ehrenamtlicher Zauberkünstler trat auf, gaukelte den Kindern alle möglichen unglaublichen Kunststücke vor, und staunend saßen sie aus leergeräumten Lcbensmittelkisten wie in Die Kinder bringen Onkel Henoch die von ihnen abgewogenen Pakete Die jüdische Winterhilfe SeiHAOMCKl Schachaufgabe Rr. 53 von Gerhard Lewisohn (Quedlinburg) Matt in drei Zügen. Weis-?: Ka7, Tgl, Ld2, Sc3,..Ba3 (5) Schwarz: Kaö, Dkl. Tr4, Bc4, k5. g7 (6) Der Autor dieser Ausgabe ist erst 16 Jahre alt. 'Lösung der Aufgabe Nr. 51: 1. Kd‘2—c3 (drohend Dg2— a‘2 matt) .... pc6—c6f, 2. Lb5—c4 matt .... De6Xe5f, 2. Tel—d4 matt .... Lg4—dl (.e‘2), 2. Tel—e2 matt .... Sa8—b6, 2. Lb5—a4 matt .... d3—d2, 2. Dg2Xd2 matt Lösung der Ausgabe Nr. 52: 1. kö—k6. Xk7-«6 „ 2. h6—h7, Kg6Xh7 , 3. f6—f7, Kh7—g7 4. Keo—e6, und gewinnt am schnellsten. Richtige Lösungen der Ausgaben 51 und 52 gingen ein von: Sanitätsrat Tr. S. Tomke, Rechtsanwalt Ludwig Mayer, Willy Michaelis (Berlin)-, Michael Levy (Krefeld), Gottfried Gumbel (Stuttgart), Gerda Loewkowih (Kvnstadt), Tierarzt Mar Kvschminskr (Landsberg), Siegmund 2lusterlitz (Gießen). Don Nr. 51 von: Jacob Baumann (Köln). Rabbiner Dr. Tänzer (Göppingen).. Don Nr. 52 von: Jacob Bamberger (Kvln-Sülz). Schachaufgabe Nr. 54 von Dr. F. Seidemann (Teplitz-Schönau) „II I'rodlerna" 1932 Matt in zwei Zügen. Weiss: Kd2. Tbö, Tc8, Lbl. Sc3. Sg6, Bb3. rö, 52 Schwarz: Kd4, Lc8, Lgö, Se6, 853. ßc7, du, fti, h4 Schachbrieskasten. RA. L. M. (Berli Der 8V5 in Problem 51 verhindert die Nebenlösr 1. Kd2Xd3. Besten Dank für Einsendung. A zu viel Material bei zu naheliegender Lösu tiefen Klubsesseln eines feudalen Theaters — v r Tischen aus dem gleichen primitiven Zeug ui - ließen sich bereitwillig bezaubern. Zum Schli. •» verehrte der Zauberkünstler einem jeden ei r scherengeschnittenes Porträt — zur Erinnerung ai die Tage der Arbeit für die jüdische Winterhilfe. Text und Photo von Arno Kikoler. (Fortsetzung der „Winterhilfe" 1. Beibl. 3. Seite)' Konzerte und Vorträge in Berlin Der Geiger Willy Frey und der Pianist Joseph R o j e n st o ck gaben ein Konzert. Sollte man die Art ihrer Interpretation mit einem einzioen Wort kennzeichnen, so wäre das: Intensität. Werke aus drei Epocl^n (das Barock Tartinis. die Klassik Beethovens, der Impressionismus von Blochs ..Baal schein") wurden aus ihre-n Geist und Stil erfaßt und durch ein ganz persönlich emgesteUtes. erfühltes und erfülltes Spiel den'Hörern erlebnismäßig nahegebr» ää. Neben der wcicl)en Bogenführung, dem' pointierten Vortrag (Kreisler m'.-d. Wieiiiaiv'ttv. dem milden Glanz seines To>:s fenelie Fren-diesmal duc.ll den dramatischen Zug. mit dem er die ilnrnnich ahroUende Fig'irieruna Beethovens gab Bis zu welcher Vehemenz des Äusdrucks Freu zu Neigern vermag, ze-g'.e das letzte große Solo, die echt barocken „Leu''elslrilter" der Sartini-Sonate, die der Geiger forinlicl, in. die Sailen schlug. Rmeustock ivar ein ansgezeiclmeter ‘Partner in der Scharst- und Sicherheit der Sar- Nellung die er durch reiche Narbigkeit im Amchlag- ,Bloch) versinnlichte. Je nach der Bedeutung seines Parts übernahm Roienstvck die Führung, nnter- - tnauerte Steigerungen .dlirch den breiten. mäclNigeu Fundamenikläng des Klaviers oder bcschied sich mit der Rolle eines reinen ..Begleiters". Tgs ionzert fand vor einer kleinen, aber erfreulich juicndlichen und (^geisterten Hörerschaft statt. ^was ganz Avartes gab es lvi Weil: Bläserkamilvriniisif ' teilweise von lebenden Meistern. Einer .nprcinoniM'ch hurgehauchten.- bukolncheu Rhapiodn oon -vonneger (tur zivtl Flöten. Klarinette und gl-iiner). einer harter kouturrerten. modernen S-.-alj-.->e von Milbaird «kür "Flöte und Vid'tcn'ii'nr-ji, guter Mittler. Musikalität' uitd Sc In Ik z c 1 , I I ,1 I c;i 1 cincn ■ gedeckten Klang hntr.nd -durch die Fähigleit. reu vermag. Ilnisangrenve,,-nd teilweise schwierig'..' Ausgaben batte Rudol' c ec i-o a r z ostlavier,, die er nilt gewohnter Geu.auicilen ,n>id Belebtheit erfüllte. Tie Bla-er eiiiu d,". scluvaäie Punkt des S rcix'sters. zeigen heute grove Fertigkeit, das Ztisammenspiel der Herren Schleyer l.Flöte). B r e m c r (L bve). Spittel (Klarinette).' Bramson (Fagott). Salomon (Horn) mit den schon Genannten ergibt (in einem Werk des Brahnls-Zeitgenosien Herzogenberg) einen runden, fülligen Klang. Edith Bock, noch in der gesanglichen . Entwicklung, hatte vor allem mit ihrer Schlußnununer, virtuosen ' Koloraturvariativnen, reickien Beifall. L. A. Den Kompositionen I a m e s. R o t h st e i n s war wie in den Vorjahren ein Abend gewidmet, der erneut die Gruiideigensckicrft seiner zahlreichen Vlerke aufzeigen konnte, nämlich eine handwerklich sicher fundierte liebenswürdige Gefälligkeit, die hier und da in einem Lied stärkere persönliche Prägung erhält oder den Willen nach tieferer mnsikalischer Auswertung eines Textes deutlich macht. In Susanne L a n d s b e r g - H o l l a e n.- der und Kurt Na hm erhatte der Komponist, der am Klavier begleitete, Interpreten, die viel aus den Nlanufkripten und älteren Vertonungen heranSznholen vermochten, in der Wiedergabe des machtvollen Bastes blieb eine Hymne nach Süßlind von Triinberg iin Gedächtnis. - Von Rvthirein geiehte ostjüdi'che Volkslieder ionrden von Nlorde?h>A ‘st oi l, .sachverständig und lu'ibicki vvrgetragen. Fnsgeiaiut atzer .stellte mau sich die Frage, avaruiu (vohl andere jiidiiäie Komvvnisten avie Berthold Goldschmidt. Tr. Listauer. Edvard Mvritz u. a. nach niemals in einem derartigen größeren'„Solo-Abend" zu hören waren, zumal ihre Produktion .mindestens gleiches Anrecht geltend -machenkann.' ■ Auch Walter H i r schberg gehört zu diesen letzteren, seine Lieder vermittelte die Altistin Else 2V a ch s m a n u in einem H a u s k v u z e r t. Tie ('ehr selbständigen Vertonungen ausgesucht, vornehmer Dichtungen sind gedanklich ickxarf durchgearbeitet, (vobei die nulsikalischc Empfindung allerdings manchmal zurückbleibt. Weitmis am besten gelingt das Nachzeichnen düsterer Farben, so in- E. F. Meyers „Ebor der Toten" oder Zuckmavers .Möriture", denen auch hie Sängerin am besten emgegenkam. ivübrend das ellvas spröde Stimminaieria: iuv 'Mustorg'kvs piedizenen uiclzt biegsam'und weick» genug ist: Tie Pianistin Nina S ch r ö d e r - G r ü n e b a n m ipiel-te betont männlich, -k-.an.glieb aoc nig P'.i'erenzieri. sidch mit Hunior >u:d bester technischer Durchbildung die „Bilder estier Ansstellung". ' Xai. Tas r amenkomitee der K ü n st l c r h i l f e der Jüduchen p-cunemde lud zu einem Abend zum Besten ihres Knnstlermittagstisckzes. Dr. Anne- . .liefe Land a n gab in ihrer lvkannten dnrch- ,-p‘istigten und dicirmanten Art einen Neberblick über die Entwicklung des Tanzes, vor allein der verschiedenen Formen des Walzers. Sic wurde dcrbe. von Lilli H e i n e m a n n und Max K u t t n e r unterstützt, die einige der beliebtesten Tßalzermelodien von Strauß, Lehar, Fall und Kälmän unter großem Beifall znm Vortrag brachten. Tie „getanzten Tänze" von Eugenie Pariser hätten in Bewegungen und Ansdruck vielleicht ruhiger und ansgeglict)cner fein können. Und immer freute man sich besonders.- wenn Tr. Anneliese Landau wieder das Wort ergriff. X—i. Lotte S ch w a r z - R o s e n b a u m - trat nach längerer Zeit — iin K u lturb u nd — wieder vor das Berliner Publikum. Man konnte an ihrer Kunst des Vortrages ein überraschendes Ergebnis feststellen: sie gibt sich jetzt gereifter, menschlich beseelter, dynamisch gestufter und sie erhebt sich, vor allem im Aufschwung des gesprochenen Wortes. zu einer Kraft.und Eindringlichkeit des Ge- . fühlsausdruckes, der von der lauernden Gefahr leerer, heroinenbaster Pathetik kaum noch bedroht ivird. Bielleieht, daß ihr edel durchgebildetes, ans einen warinen Moll-Ton gestimmtes Lrgan zuweilen, iin Forle sich noch übersteigt —.doch ivird es auch in den weicheren imd zarteren Schattierungen z»m Jnstrmnent einer Beseeltheit, in der das Ursprüngliche . eines - gesunden und iinkomvlizierten Empsindens voll und rein ausschwingt. Das Programm des Abends brachte mir jüdische Dichtmigen, mit einer starken Betonung des Lhrisch.-Hhmnischen.. Dian hörte u. a. von Franz Lppenheimer'eiii ivnchtiges Prophetengedicht: 'einen von innigem Gottesbcwnßtsein ertüllten. sormenichönen' ..Psalm" von Arthur Silbergleit. die Uebersetzungdes 22. Psalms von Manfred Sturinann. die mächtig aufklingendc Sabbatprophezeiung von Böries von Münch-. Hausen. (ans den Gesängen „Juda"): daneben Episches ans dem „Moses" von Edmond Fleg und d«rs menschl'ich-visivnäre, bildkrästige Schlnßkapitel ans Gerivn Sterns Roman ..Weg^ ohne Ende". Ter Abend H.nd reichen, einmütigen Beiiall.. Ter Re'erent hat die Pilichtwdie Berwaltnng des Lvgenhanses in dev Kleiststraße ans einen ..akustischen" Nebelstand hinzmveisen, der dringend der Abhilfe bedarf.^ Wie bei stiiheecn Beransial > - tiingen, ist cs auch an diesem Abend ivieder vorgekommen. daß in den nnmittelbar.über dem Bortragsiaale gelegenen Räumen fortdauernd Tische gerückt. Stühle hin und her geschoben und sonstige Geräusche verursacht wurden, die im Publikum eine begreiflick-e Unruhe hervorriefen und eine gesainmelie .Aufmerksamkeit unmöglich machten. Im Interesse der Vortragenden Künstler wie auch der Zuhörer darf erwartet werden. daß solche unliebsamen Störungen in Zukunft unterbleiben. H.Tj. Ein Jehuda-ben-Halcvi-Abend der Nezitato-- rinnen Else und Jngeborg Roman huldigte durch seine Verbindung weltan-schaulicher und literatur-"> geschichtlicher Belehrung mit künstlerischer Andachr dem Klassiker des hebräischen Mittelalters in durchaus würdiger Art. . Nach machtvollem Harmoniumspiel des Organisten Rick)«rrd Altman n zeichnete Rabbiner Dr. Manfred Sw.ari s e n s k h auf dem Hintergründe eines großen Zeit- und Kulturgemäldes das geiftizze Bild des ganz in seinem Glauben wurzelnden Dichters und Religionsphilosophen mit haftenden Strichen. Dann sprach Jngeborg Roman in der Verzückung einer Disionärin hinreißend eindrucksvoll das Zionslied des Sehnsuchtssängers nach den kuppelgekrönten Tempeln Jerusalems. Else Roman las eine mit liebevoller Sorgfalt eigenhändig geschriebene Studie über die Entwicklung des Menschen inid Dichters. Ihre Wiedergabe seiner Verse sowie u. a. der hymnischen Worte Heinrich Heines über den „Traumweltsherrscher mit der Geisterkön.igslrviie" ersreutc durch beseelte Schlichtheit und sinndeutende, rhythmische Gliederungen. Die Hörerschaft wußte den Sprechkünstlerinnen für die erstmalige Darbietung einer geschlossenen Folge von Dichtungen Iehnda ben Halevis sowie für die Vergleichsmöglichkeiten zahl» reickzer Uebersetzungen Tank. —t. Premiere in der Kleinkunstbühne des Kulturbundes. Am 4. und 5. Februar findet im Eafs Leon die Erstaufführung, der neuen Revue in 17 Bildern: „Herr Direktor — bitte Vorschuß!!" statt. Text von Willst Rosen und Vtax Ehrlich, Musik von Willy Rosen. Soeben erschien: Dr. S. tlCHTENSTAEDTER Lwnrsmusimd andere Äukunttsnivgikrkkekten Herousforderunfl zu einer Diskussion. ~ 61’5., Preis I KM.-" Vor einigen Monaten erschien von demselben Verfasser (unter dem Decknamen Ne'man Wische Fragen (D’cnjT-na) (Judentum und Judenheit, Lehre u. Leben). 220 S., Preis brosdi. M. 3,60, geb. M. 4,50 Zu beziehen durch jede Buchhandlung GUSTAV ENGEL VERLAG v LEIPZIG