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Central-Verein-Zeitung · 1936-01-23 · 4 (23.1.1936) · page 5

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
4 (23.1.1936)
Date
1936-01-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 4 * 3. Beiblatt Grösse und Grenzen neuer Philosophie 23. Januar 1936 Das sschlicht und klug und mit tiefer Berank« Wortung^ durchdachte Buch des Iesuitenpaters A l. sred Delp „Tragische Existenz". (Zur .Philosophie. Martjn Heideggers,' erschienen bei Herder, Freiburg i. B.) ist eine'grundsätzliche Auseinandersetzung mit der neuen Existeüzialphilo« sophic. Deren Sinn, Richtung und Methode werden am katholischen Standpunkt vorübergeführt und überprüft, die Einwände dagegen sind also aus das religiöse Denken zurückzusühren und darum in manchem Wesentlichen auch mit unseren Auffassungen zu identifizieren. Uebrigens ist das Werk auch von besonderem, eigenem Wert. Die Not unserer Zeit hat in Heideggers Philosophie ihren eigentümlichsten Nüsdrulj gefunden, und dieses Denken, das die geistige Situation weithin beherrscht, ja „Mode" ist. ist „die Philosophie der bedrohten Existenz". Ihre Ursprungssituation ist „die geistige Heimatlosigkeit des europäischen und besonders des" deutschen Menschen von heute", iher Geschichte die.der Entwurzelung. Luther begann sie durch Losreißung des Menschen vom allgemeinen Grund. Kant nahm ihm endgültig-das transzendente Ziel und spaltete ihn in den Träger der reinen und der praktischen Vernunft, nach Hegel blieb er nur noch „ein irgendwo freischwebendes Wesen, nur seinen eigenen Gesetzen folgend", die wirkliche Welt wurde „Täuschung oder Sündensall des Geistes". Die Gegenbewegung gegen solche Bedrohung der Existenz setzte mit 'Nietzsche und Kierkegaard ein, beide verlangen den vollen, ganzen Menschen, und Henri Bergson führt „die Ansetzung einer arativnalen. wenn nicht' irrationalen Schicht als tragenden Grund für Leben und Denken" bis zum System durch, und von verschiedenen Punkten her legen dann Dilthey und Simmel. Scheler und besonders Husscrl das Fundament der Existenzialphilosophie., mit der Heidegger erneut „die Frage nach dem Sinn von Sein".stellt und schließlich beantwortet: „Ex niliilo omne ens cfiia ens fit“ und. über die Aerstehbarkeit des Seins: „Die Angst ist diejenige Grundbesindlichkeit, die vor das Nichts stellt. 'Das Sein des, Dasens ist überhaupt nur verstehbar — und darin liegt die tiefste Endlichkeit der Transzendenz -—. wenn das Dasein im Grunde seines Wesens sich in das 'Nichts hineinhält." Bei. diesen krassen Kardinalsätzen hakt Delp ein, kennzeichnet die Grundhaltung dieser philosophischen Bewegung als leidenschaftlichen Aufstand gegen den.Intellekt und ihre faktische Erhebung des Menschen zum Mittelpunkt der Philosophie, untersucht, Zunächst Heidegger folgend, dessen Begriff.Dasein. Existenz. Welt. Verstehen. Befindlichkeit. Angst. Sorge, Besorgen, Geworfenheit, Sein und Zeit in ihren Zusammenhängen und als ontologische Gegebenheiten des Bewußtseins. Dann aber die Kritik: Heideggers Methode der vitalen Phänomenologie versage dem Problem seiner Ontologie gegenüber, verabsolutiere das Endliche, fasse nvt- U'endigerweise das Sein einseitig auf, führe schließlich zu einem tragischen „Finitismus, der sich vor Gott in Trotz und Hochmut verschließt", gebe eine „Theologie" ohne „Theos", fast eine Gegenthevlogie: „Man brauchte das erschreckende, vhninächtige „Nichts" nur durch das allmächtige „Gott" zu ersetzen und zu ergänzen, und wir hätten die Grundthese allen geschöpflichen und gläubigen und christlichen Denkens." Gewiß sei Heideggers Philosophie ein Fortschritt, da „wieder .nach dem Ganzen gefragt wird", gewiß sei seine " Auszeigung der „ursprünglichen Verbindung - zwischen Erkenntnis, und tätigem. Leben" verdienstvoll, gewiß mußte eine so /.destruktive' : Philosophie, geschrieben werden, zum Ausdruck der Zeit.'.zur Hineinhaltung ihrer Sicherheit in das.. „Nichts", zur — Besinnung. Aber die leitende Absicht, dieses Philosophie, „den transzendentalen Horizont der Frage nach dem Sein zu gewinnen", mußte scheitern, „einmal horizontal: es wird nur der ungeschiedene Bewnßtseinskompler der Weltbegegnnng beachtet und der nur in den Momenten seiner Verweisung aus Welt: dann vertikal: es werden alle Verweise nach oben übersehen." Ihre Tragik: das Geheimnis der fehlenden Mitte. „Was hilft es. den Menschen der Welt zu geben und ihm sich selbst zu nehmen?" Hier wie im gesamten Zeitgeschehen herrsche..das Gesetz dieier . tragischen Selbstauslösung". „Aufruf zu tragischer Existenz ist diese Philosophie, weil Aufruf zu einseitiger Existenz und deswegen' Aufruf zu sterbender' und untergehender und haltloser und so auch sinnloser Philosophie." K a r l I af p e r s stellt sich in seinem Blich „Vernunft und Existenz" (Fünf Aula- Vorlesungen der Universität Groningen, Verlag . I. B. Wolters. Groningen-Batavias, übrigens dem vielleicht schönsten und vornehmsten philosophischest Werk dieser Zeit, dem gleichen Problem, auch er geht von der Revolutlonierung des Denkens durch Nietzsche und Kierkegaard aus. . die in der Situation >des Philosophierens wie des wirklichen Lebens auftreten „wie der Ausdruck des Verhängnisses. das als solches damals noch niemand bemerkt, das aber in ihnen schon sich versteht." Beide haben die Vernunft aiis der Tiew der . Existenz heraus in Frage gestellt. Jaspers stellt in formvollendetem Vortrag ihr Wesen, ihre Problematik, ihre Gemeinsamkeit und 0, Unterschiedlichkeit, ihre Zweideutigkeit, das Verwirrende ihrer Wirkung und die Aufgabe des Philosophierens im Verhalten zu ihnen dar. untersucht in der zweiten Vorlesung Sinn, Wesen und Werden der philosophischen Logik, in der dritten die „Wahrheit als Mitteilbarke,t". in der vierten Vorrang Und Grenzen des vernünftigen Denkens und in der-fünften, die uns besonders wichtig ist, die Möglichkeiten gegenwärtigen Philosophierens. Ja. Hegel war das Ende der selbstgewissen, objektiven Vernünftigkeit, und nnt Kierkegaard und Nietzsche muß man innerlich in eigener Erfahrung dahui. kommen, wo man wirklich weiß, hier geht es nickst weiter.' Aber in Wirklichkeit, sind wir nicht vor dem ZLichlS». sondern wieder wie jederzeit, wo Menschen leben, vor dem Ursprung. Die tiefste und konsequenteste Ueberprüsung unseres existenziellen und denkerischen Bestandes hat die Fragwürdigkeit der Vernunft als eines Bestellenden ergeben, woraus aber Jaspers durchaus keinen Finitismus folgert, sondern: Vernunft ist Aufgabe, ist „das große Philosophische Anliegen". „Ich bin ein Wesen, das der Vernunft fähig ist. aber nicht aus reiner Vernunft ist. . Ich kann nichts Wirkliches nur erdenken, kann daher z. B. auch die Transzendenz nicht beweisen." Aber das Wesen der Vernunft, für sich allein unschöpferisch zu sein, ermöglicht gerade ihre Universalität, durch die sie überall das Schaffende in Gang zu bringen ver- Mst ergreifender Bestnnmltzklt grenzt Jaspers die Pstiloiotzlnc gegen Religion, .«uii.il, Witzen fchait,. hiftpnscii und sonst krilisc!>e 'Ke::achiuug ab und iiindiert. großartig, unser Denkenkonnen nnd- Denkenmüiie.n: ....Angesichts von Religion und Gottlosigkeit lebt der Philoiovlnerende ans eigeiicni Glauben. Solange der Mensch philvioohiert. weißer sich im Zllsammenhaug nicht mit der tzeckigen Kette der..'Wahrheitszengen/ lni der um der glanbcnde- Ehrist ,suhlen durstet, auchment mit der von jeher weltge.staltcnd wirksamen und jederzeit auch ibre Sprache sindenden Gotllosi-gteit. aber im Zusammenhang mit der beimlich oiienbaren Kettx in Freiheit suchender' 'INenscheä. Deren leuchtende Glieder sind die wenigen großen Ptziloiopheii. die. keine Jünger verlangend, ja sie verschmähend, ihrer menichlichen Endlichkeit sich lo bewußt wie der Unendlichkeit^ in der sie leben, die Fackel reichen dem, der sie von sich ans ergreift und am Ende vielleicht uns. als verglimmenden' Funken ' weiterträgt. vis der 'Nächste sie wieder zu Heller. Flamme entzündet. Dieser Glaube ist in der Vernunft mehr als Vernunft.' Es ist nickst das gleiche, ob ich mich schlechthin gründe in der Setbstgeivißheit der Vernunft als erkennendem Tun. oder ob ich mir in diesem Medium als Möglichkeit eigener Existenz . gewiß bin." Und gegen den Eiinvand. Philosophie kenne selbst die Symbole der Transzendenz nur als vom Subjekt geschasiene Gebilde, lasse'also das Sein der Gottheit fccktisch sallen ivie alle Lbjeltivität: „Keinessalls geset,ietzt das in echter Ptzilosophie. Philosophie kennt im Grunde alle Phänomene als ihr relevant nur, sofern sie Ehisfren der ihr vorhergehenden Wirklichkeit der Transzendenz sein können. Sie ergreift in iyrem Suchen die Ehiffren als möglick,c v.-7-lion, nicht Gott selbst in seiner Verborgenheit. Aber die. Ehiisren bedeuten ihr etwas, sofern ne die Vcr borgenheit, die sie nickst, enthüllen, können, doch als das letzte eigentliche Sein anzeigen." „Philosophie —" (und mit diesem Schlußwort wird bei Jaspers ihre Größe und Grenze souverän formuliert» „kann immer nur positiv verfahren: sie spricht und gibt sich kund in der E»lfaltnmz. Wahre Philosophie iit ursprünglich mipolemisch. Sie glaubt dem. woraus-sie kommt, und worauf sie geht, wartet auf die Duelle/ in jedem Menschen. Sie kennt keinen Schutz und vertrant mir der Ofscnbarkeit 'und Stille der LwHrheit, die sich in ihr aussprichi." I-. II. Hugo Dingler: Das Handeln im Sinne des höchsten Zieles ( Absolute Ethik). Verlag Emst Reinhardt, 'München. Ethik, die Lehre vom „richtigen Handeln des Menschen", ist für Dingler, den bekannten Philosophen und Methodiker, die Grundwissenschaft aller Philosophie, ja aller Wissenschäft. „Sie ist für den Menschen jedenfalls die wichtigste Wissens schaft. die es gibt. Denn sein ganzes Leben ist Handeln, ist Tat, und. die schwierigste Frage für . ihn ist die, welches die richtige Tat sei." Also sei absolute^ Klarheit nirgends so notwendig wie. hier, und die große seelische Krisis, die heute die ganze westliche Menschheit erschüttert, habe wohl nn Mangel einer absoluten Lösung des ethischen Problems ihren letzten und tiefsten Grund. 'Nun erklärt Dingler. daß eine absolute Begründung des Ethischen, die sein Buch unternimmt, nicht nur nötig, daß vielmehr eine einzige Lösung möglich und. jedenfalls „für das allgemeine Fundament" erreichbar sei. Im Gegensatz zu allen Bermehen von aimen her bielel er eine völlig ui »dl selbst ruhende' Eth'k, die am ihren .eigenen Iire.ng logisch ivrnmtierl.en .Grundlagen auigcbanl - wird. Am dem FnndamLrst einer strengen 'K-ckleiiS' lehre errvaelist ,.eine..'..Zwi -vllukW_dge_, Jirti dnrck, ihre i’v.itU' Begrundbarieik von »eder Gebots-' othif innericheide. Gegen, -die Gebolsethik,- ein Kapilel. das uns beionders angelst. ivird. wer ebenso polemi'stert: ivie gegen die - 'BZerielhrf. die " ani dem imsiclieren'-Grnnde veri»e>i>jlill)er. „Mn-- denG errieltzeck >ei. So.ericliemt schlietzticki. ans ' dem Veben inrs Leben geschrieben, eine Sick,erheit der-.Richtung für das Verhältnis der H,mdtnngen des einzelnen zur Genieml'chaNi die.Richtung ...nn Suine des liöchsteii Zieles." Drngler betont, die Auklänge feiner Tarnelliiiig .'an Aiiisaiiimgi'n des neuen Teiitsckilands feien nicht von llügefähr. er konmie melliodiich denkend ani die-gleichen großen Linien. Gegen die Gebotseli>ik des Alten Testaments wird eingeivendet. daß hier Staatsgeietze imd ethische Gesetze dasselbe seien,'..d. h.' die Ethik wird als jurisliick, nutzverstanden." Die -Gesetze, decken nicht die Fülle des Lebens, datier -leien Interpretationen' und immer weitere Intervretaiione» nötig geworden, daher die Eptioicklimg Tliora --'N.ischiia -Talmud. Das Ehristeiitmn hedentc dann die'.Revolte gegen die Gehötsethik ..los vom Gesetz »nd lii» zur Sack,eund zmn Sinn."' Der Leilhegrisi der „Liebe' wurde kvnstitniert. somit gegen die jüdisckie Gebotsrrhik eine - Zieletljik imsgeitellt, offenbar linier einem „von anderer. nick>t diesem (jndischeiis 'kßllke aiigetzöriger Seite herkominende» Eintliiß." Die Abigendimg bon'. der jüdisckie» Gehötsethik eutwickelie sich koiiiegnent bis zur Zielet!,il m der neuerlichen deiitick,eii Bewegung. . Uns sielst es imr 'an. diese Ansfatzmig .nn'erer Neberliefermig. ivonacki ..die Etlstk des Alten Testanients in ihrer ailgemeiiieii :l>'ickitii»g eine dnrchaiis endaimonilliickie und unhervische ist" und auch, darum abgelehut U'ird. zur '.Neimtnis zu nehme,,.. 'Vlisieiiichastlick,e Berteidigimgen. »amlich Darslellunge» der jiidisel,e» Eil,,k. sind oou herusencr Seile I,iiire>ck>end oers>ick,t ivorden I-. ». Professor l)r. 10. HorneTfer: Nie-tzsrlin als Vorbote der (JegenWart. . A. Hagel ADüsseldorf 1935. Die schon in zweiler Auslage vorliegend- Broschüre vereinigt drei in der..Deutschen Berg^ werkszeitmig" erschienene Artikel über Nietzschs und die Revolution, die tltopie. das Ideal. Denk- L rt ihres ersten Erscheinens eilt sprechend und dem damit l'erl'imdenen Zweck breiter Masienwirknng ist sie klar und anickHiilich geick,riebiM. ohne sehr -tief zu graben. Für Horneisers religiös bedingt- Ansiassuttg sielst der 'junge 'Nietzsche im Vordere grnnd. Er hebt dejien Kaiiip.f für Einheit dev Volksempsindimg. gegen Gleichmacherei und den ..Götzendienst des Tatsächlick,en". gegen eine ,utoinistische Revolution" hervor, schildert die neuo Rangordnung der ttllerie in einer „aristokratischen Diesseitsreligion" »nd lasst 'Nietzsches ethische Lehre als Leistiingsethik gegemiher der ckiristlichen Liebes- und llants GereelstigkeilsetHik auf. Die Beden» 1»ng einer Religion sreilicl, will er Nietzsches „Utopie" nicht znerkeimen, aber Nietzsche lebe „im Advent", im Bvrgeiülst einer kviiimeiiden Religion. .So sind auch Nietzsches sittliche Auschammgen nicht Selbstzweck, sondern in die überlieferten ..aufzn» nehmen, cinzligliedern,- cinzubauen". — a — Die Pinkussche Schlesier- Bücherei vom Staat gekauft Tie über die Grenzen Schlesiens lsinans berühmte Schlesierbücherei des im Juni .1934 Heimgegangenen Kommersieitrales Mar Pinkus' (Neustadt O.-T.) ist von staatlicher Seite käuflich für öffentlidje schlesische Bibliotheken erworben lvordeir.. Tie Tagespresse, il. a. die „Schlesische Ta'geszeitu'ng". die „Schlesische Zeitung" und die „Breslauer Zeitung", berichten in langen fast übereinstimmenden Artikeln über die am 13. Januar in der Pinknsschen Villa in stienstadt erfolgte feierliche Uebernahme der Bibliothek. (Tie „B re s ln n e r N e u c ft en N a ch richte n" hatten schon an: 28. Dezember 1035 über öe» Verkauf der Bibliothek und ihre Bedeutung berichtet, ohiie allerdings vollkommen richtig informiert zu fein.) Zu der Uebernahme.waren u. a. Archiv- Tirektvr Tr, Becker von der Preußischen Staatsbibliothek Berlin, der Tircktor der Sberschlefischen.LandeSbibl-ivthek Dr. R o t h e r . und Tr. Gralka vom Presse- und Aufklärungsamt der Provinzialverwaltung erschienen. In den Presseberichten heißt es n. a.: „Mit dem Erwerb dieser Bücherei erhalten die schlesischen Bibliotheken einen unschätzbaren Zuwachs. Die 'Ncustäbtzer Bücherei ist eine Spezialsammlung ausschließlich schlesischen Kulturgutes, >vie es in solcher Geschlossenheit und Kostbarkeit nirgends vorhanden ist." Archivdirektor Dr. Becker schilderte nach den gleichen Berichten die Bücherei als ein Juwel der schlesischen Büchersammlungen und erklärte, es wäreein Unglück für ^-.Dchil'sil'n qiwjpti wenn sie für Schl->sG" VI"--- loren gegangen wäre. Ter unschätzbare Wert der Bücherei bestehe darin, daß sie zu einer Zeit ausgebaüt wurde, als in Schlesien noch niemand daran dachte. Bücher in dielen Besonderheiten zu sammeln. Hier leien ' Kostbarkeiten zu vielen Hunderten mit ungeheurem Fleiß und großer Mühe zusammengetragen worden, die jetzt für Schlesien erhalten bleiben. Der schlesische Dichter Gerhart Hauptmann sei in dieser Bücherei in einer Weise vertreten, die beispiellvs bleiben werde. Diese Gerhart-Hauptmann-Sammlung werde der Staats- und Universitätsbibliothek Breslau als Eigentum zugewiesen, weiter erhalte tze die Sammlung der Ausgaben des bekannten schlesischen. Mystikers Jakob Böhme. Tie restlichen Bestände, die noch zahllose Schätze schlesischen Kulturgutes enthalten, gingen in den Besitz der Qberschlesischon Landcsbibliothck . über (die 1937 von Natibor nach Beisthen libersiedeln wirdl. Tr. Becker bozeichnete den Tag der Uelvrnahme als ein historrsck)es Ereignis in' der schlesischen Kultiixgcschichte, sie sei für. Olvrfchlesien. eine Kulturtat ersten Ranges. — Landesbibliotheks-Dircktor Tr: Rother sprach u. a. über die Zusammensetzung der Bücherei, die aus rund 'JO OOO Bünden bestehe. Die Gerhart-Hanptmann-Abteilung. die allein 4.3<>0- Bäude umfaßt, bilde eine kostlxlre Besonderheit. Sie umfasse Erst- und Luriisausgaben. Sonderdrucke. Manuskripte sowie zahlreickw Nebersttzungeii in freuide Sprachen (darunter sogar ins EhinesisckG und sei in ihrer Vollständigkeit einzig dastehend. Sie gelte in den Kreisen der Bück)er7ack>--. 'lenke als beispiellos. Zu der Sammlung gehören auch Bilder Gerhart -Hauptmanns in'großer Zahl: die Theaterzektcl der - Erstaufnihrungen seiner Werke aus aller Welt »nd eine Unzahl von Zeitiingsaiisschnitien. die sich mit dem Dichter und seinen Arbeiten beschäftigen. Von den schlesischen Mystikern sei Jakob.Böhnie in »ie crreichier Vollstäiidigkcit seiner Ausgaben cvrtretcn. Tie Bibliothek enthalte ferner die schlesischen Dichter und Schriftsteller aller Zeilen.. Bon. Eick^ndorfss „Der Taugenichts" seien allein -50 verschiedene Ausgaben vorhanden. Weiterhin sind zahlreiche Schriften schov i-chlistirn- Kn,ist- 17ns Biographien usiv. zu nennen. In der Sanimlung alter Drucke befänden sich unschätzbare Kostbarkeiten darunter von den Mitarbeitern Johann Eutenbergs Wiegendrucke aus den Jahren 145-3 und 1499, Tie handschriftliche Abteilung enthalte etwa 100 Urkunden aus allen Zeiten, beginnend mit dem 14. Jahrhundert. Stammbücher. Predigt-. werke, Protokollbücher von Innnngen, Briefe und handschriftliche Nachlässe berühmter Schlesier. Stiche «so die vollständigen Werke Adolf v. 'hin,- zelsi. Pläne und Landkarten schließen sich an." Wir haben in einem Aussatz (E.-B.-Zeitung Nr. 19. is. .März 1934, und in einem Nachruf <Nr. Juni 1934) die Persönlichkeit und d-,s Lebenswerk von Mar Pintns sowie die einzigartige Bedeutung seiner SchKsierbücherei. die eiunter ungehenrcn Dpiern mit großer Hingabe und licbevvllein Verständnis aufgebant hat. gesclstldert. Kurt »SeKwerin (Breslau). Arabesken um Ost und West Dem toten Rudyard Kipling Rudyard Zlipling schrieb eine Ballade vom Dstcn und Westeii. „Ja. Lst ist L,st. und West ist West. — Nimmer treffen sich die zivei. -- Bis Himmel und Erde vor Gott znm jüngsten. Erericht . erscheinen. — Aber es gibt kein £ft u»b fei» West,, wenn zwei rechte 'INänner, und käinen^ sie von den beiden Enden der Erde, Angesiiht zu Angesicht gegenüberstchcii.' Zwei rechte Männer voii-deii beiden Enden der Erde. Wir wollen uns vorstellen, ivas das sstr rin Prachtvolles Trefscii^ivare. Vielleicht iniistte der eine Kipling selbst sein. Er wurde in Indien geboren, er wurde im Lrient groß, er ivurde der beste Kenner der Psyche des Lrieists. geschult an der gcsamteii biblischcii Fabel- und Märcheinvell. Und von dem aiidercn Ende der" Erde müßte zu diesem Tressen auch wieder Kipling kommen. Der andere Kipling aiis dem Westen aus London, der der briti'cheii Kolonialpolitik singend die feier- ' liche-Weihe gibt.mit „Nimm auf Dich des Weißen l>Nannes Last". Und bei diesem Zusammensein, das' ich mir einmal in einer verrälicherten Hafenkneipe denke und einmal in einem ebenso verräucherten Redaktionszimmer. schlügen zuerst die beiden mit den Fäusten aus den Tisch, daß die Gläser oder die Tinteiisäsier klirrten. Das wären die Pra ludien zu dem männlichsten Gespräch, männlich, weil von Zucht, von Gerechtigkeit durch Gehorsain vor dein Natiirgelesi die ll,ede Zväre. weil davon gesprochen /'werden ivürde, Ivie Harry Ehoyne. das ver>oöl,iite junge. Bürsckzct>e» . in der Seegesckßchte ..Eaplanis Evnrageons" unter den Seebären znin tückiligen Pian» .Hera«gezogenwurde, weil-der T schnirgel mit seinen gefahrvollen Hintergründen die Hiiitergriinde des Gespräches abgäbe »nd ioeil „Knn" aiislanclite, das irischs Sold,'iteiitind. das - fick, sriil, verwaist unter dem Hiiidiivolt herninirieb./ die icliliiinnsien Abeiitcner im Dienste von 'Polizeispitzeln erlebteund. zuletzt als Diener-lei einem alten Laniapriester landete. Hier erweiterte-sich das Gespräch,, es' umfasste eine' ,Hille von oriciitalisclier Pracht, in den lebendigsten m>d biintesten Farben gemalt. Jetzt waren die beiden Partner »'arm geworden. Sclsailerliche Griinaisen ick»neidend, lialten sie sich gegenseitig den Tod der Sceickstange gi-schildert, ivie sie ihn erlebien, als inil dem kleinen Taiiipier „Rathinines" von Kapstadt nach Svnthauiploii snliren. Gransiiiii ging es da zu", sechs oder siebest Fuß über Backbo-rd, in Nebel ge« .rahnit und völlig ol»ne Halt oder Tlütze. wie der ttiollinoud. hing ein' G,-sjchi. st,; iuar sei>- menschliches Gesicht, auch-nicht'das eines T i. .-, es ge-;l)üitr nickst dieser belannteir Erde an', v noch eininal iväre ihnen das iveiße st,r„iel» gekommen. Nber danst wäre»' sie auch ickioii »vieder in Sonthauiplön gelandet nnd nnt einem ivilden Bocksprniig mitten in das Tori. Hnclly gesahrcn. sich im tollsten iN-stickster nbernrnstend und versck>lnckend." Das Dorf Hiickli, wäre von ihnen auser sehen ivorden. .„zudem Torte, das beick»lvß. die Erde fn slach", zu ioerden. Und sie saßen Halls ohnmächtig vor Lache» da, bei der Vorstellnng, wie basgesamte'Parlament das Lied von der slach geivordencn Erde, anstii'nmte. „erstlichweil es ihnen Spaß machte, und ziveitens —. das ist das Furchtbare—o-n bieseiu Liede iura ne nicht ainhvren konnten. Um keinen Preis in der Welt konnten sie aushören." Dann Crime aber die Erinnerung an den „Puck vom Bncksberg". Und ste erzählten ßck, die <vr schichte der englischen Verrasning. ivie der Jude Kadmiel den 40. Punkt der Mayna Gliarfa, iNis

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