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Central-Verein-Zeitung · 1936-01-16 · 3 (16.1.1936) · page 12

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
3 (16.1.1936)
Date
1936-01-16
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Der alte Prager Judenfriedhof Wappenzeichen versehene Fahne der jüdischen Studenten, die in der Altneuschul ausgestellt ist, ein Zeichen kaiserlicher Knade für die besondere Tapferkeit, welche die Juden 1648; bei der Verteidigung der Prager Altstadt gegen die von der Kleinseite anrückenden ioto Archiv Grotle Schweden unter dem Befehl des Grafen Königsmark gezeigt hatten. Diese Fahnen sind das Sinnbild für die Verflochtenheit, die das jüdische Prag mit dem Prag der großen Geschichte verbindet. . Dr. WernerjCahnmann Jüdisches Leben — jüdischer Geist Max Wiener: Zum jüdischen Kulturproblem Tie neue Donnerstag-Vortragsreihe des Berliner j ü bischen L e h r h a U f e s steht unter dem Gesamtthemn: „Jüdische Kultur heute'. In dem einführenden Bortrag-am 9. Januar beschäftigte sich Rabbiner-Tr. Max Wiener mit der Frage: „Gibt es heute eine jüdische Kultur?' Er stellte an den Beginn seiner Ausführungen die Grnndthcsc, das; wir eine jüdische Kultur gehabt Hütten, in der -Gegenwart, jedoch nicht ’ besäßen und in Zukunft vielleicht erhalten würden. Kultur ist nach seiner Definition die-Form, in der eine B o l k s g e m e i n s cha s t lebt. Als charakteristische Gestalter der jüdischen Geschichte, wie sie die Geschichte keines anderen Volkes auf. zuweisen hat, sind die Propheten anzusehen. Männer, die für den Gedanken des Gottesglaubens und der moralischen Lebensführung kämpften, und. wenn es sein mußte, auch litten. Tie ans dieser Grundeinstellung sich entwickelnde Gebundenheit der jüdischen Gesamtheit an das Gesetz bildete die Grundlage der jüdischen Kultur -bi8 zur 'beginnenden Emanzipation. Die Thora wurde den Juden, wie es Heine, einmal gesagt hat. zum „portativen Vaterland'. Mit der beginnenden Emanzipation gelängte die bis dahin alle Lebensgebiete umfassende jüdische Volksgemeinschaft mehr und mehr zur Auflösung. Damit entfiel auch die.-Basis für eine eigene jüdische Kultur, .An deren Stelle traten K u I t u rJ c i st n n g e n einzelner jüdischer Aken scheu. die aber als Leistungen derjenigen Völker betrachtet werden, deren Vilbimgserlebnis die Juden genossen hatten, und die daher nicht als 'jüdische Kultur anzusehen sind. Ties schließt natürlich nicht aus. . daß diese Leistungen einzelner Juden auchspezifisch jüdisch gefärbt sind, was sich auf dem Gebiete der Dichtung (Heines unschwer, auf anderen Kulturgebieten allerdings zum Teil weit schwerer Nachweisen läßt, um so, mehr, als -eine leidenschaftslose Prüfung dieses Problems noch nicht in ausreichendem Maße erfolgt ist. Im dritten Teil des Referats wandte sich Wiener dem Problem der entstehenden jüd is ch c n K u l t u r i n P a l ä st i n a zu. Hierbei komme es zunächst darauf au, ein wirklich organisch geschichtetes jüdisches Volk in Palästina zu schassen, da die einseitige bernssmäßige. ' bildnng-rmäßige und soziale, Schichtung, in. der sich die jüdische Gesamtheit in der Gegenwart befindet, nicht die Grundlage einer neuentstehenden Kultur sein könne. Erst wenn jüdisches Sein wieder fest im Erdboden verwurzelt ist, wenn es-also eine jüdische Banernschicht gibt, werde auch die gesunde Grundlage für echte jüdische Knlturleistnng wieder vorhanden - feind-. Solange dieser Prozeß der Ncnverwurzelung im Boden noch im Werden sei. gebe es für die Schaffung der jüdisclien Kultur nur ein?, was allerdings stets charakteristisch für jüdisches Sein, war: Warten! Wir können den klar durchgegliederten Ausführungen Wieners unter einer Voraussetzung zuftimmen, nämlich dann, wenn die Darstellung des zweiten Teiles seiner Ausführungen, in dem er sich mit dein Zeitalter der Emanzipation auseinanderseht. lv e r t u r t e i I s f r e i gemeint war., Hatte doch diese Zeit neben der negativen Folge elner^Anstockernng jüdischen Eigen-Irbensanch die positive Folge, daß die Juden eine Weltvfsenhcit erhielten, die den Ausgangspunkt für jede wie auch immer geartete Neugestaltung jüdi- Httitet BBto&t&u schen Seins bildete. Gerade weil nur ein relativ geringer Teil der jüdischen Gesamtheit vom jüdischen Leben in Palästina unmittelbar erfaßt wird (was die mittelbaren Auswirkungen auf ihre Gesamtheit' nicht ausschließt!), wird das Problem des Juden, der sein Leben in einer anderen Umwelt führen muß. durch die Schaffung der eigenen Volkskultur in Palästina -"nicht umfassend gelöst werden können. So betrachtet, ge- Winnen auch Einzelleistungen jüdischer Menschen außerhalb Palästinas einen jüdischen Wert, wobei es allerdings dankenswert wäre, wenn das . spezifisch Jüdische derartiger Leistungen, etwa im Anschluß an Forschungen von Max Brod, e?ne stärkere Untersuchung fände, als es bisher geschehen ist. W.ft—ck. Eugen Täubler: „Prophetismus, Idee und Wirklichkeit.“ Die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, Berlin, er öffnete ihre diesjährigen, einer breiteren Oesfentlichkeit zugänglichen Mvutagsvorlesungcn am 13. Januar mit einem Vortrag des bekannten Historikers Professor Dr. Engen Taubler über den Jüdischen Prophetismus.- Der äußerst anregende Vortrag war für alle diejenigen, die im vergangenen Winter Martin Bubers Vortrags- Zyklus über den biblischen Messianismus gehörthaben, dvps'elt interessant. Während Puber in erster Linie die religivnssvziölogischen Untergründe des Messias-Gedankens durchleuchtet hatte, behandelte Täubler die gleiche Geschichtsperiode, aber unter stärkerer Betonung des historischen Aspekts. Das Geheimnis der prophetischen Verkündigung ist nach Täublcrs Ueberzeugnng kein anderes wie das einer jeden menschlickzen Lffenlmrung; wie diese hat es mit Magie. Mantik'oder Mystik nichts zu tun. .Vom Dichter oder Denker unterscheidet den Propheten der ans Gestaltung von Mensch und Welt gerichtete Wille, über den Bekenner hebt ihn die religiöse Schöpferkraft hinaus, über den bloßen Gestalter sein visionäres Ziel. Der Priester anderseits grenzt sich vom Propheten dadurch ab. daß er nicht so sehr zur Entwicklung der religiösen Idee beiträgt, als vielmehr die Entfaltung des kultisäien Braucizes beeinflußt. Sind somit die Hauptmerkmale des Prophetentnins festgelegt, so bedarf es stets neuer Wandluugcn. um den Prophet ismus von recht zaghaften Anfängen zu seiner vollen Höhe und gewaltigen Bedeutung ausreiscn zu lassen. Er beginnt damit, d<ch sich Gruppen verzückter Ekstatiker bilden und zu Prophetensciinleu vereinigen, die nicht das'stille Suchen nach Gott, sondern den vrgiastischen Rausch fordern. Auch der Inhalt der Prophezeiungen-ändert sich: derererbte Glaulv wird zur persönlichen Erruugenscl>aft. die Verantwortung des einzelnen 'wird größer, die Gerechtigkeit wird als sittliches Prinzip stabilisiert. Es geht um die Gesamtheit — aber die Gesamtheit besteht aus einer Summe von einzelnen, deren Handlungen entscheidend sind. Bei all dem ist das Ziel: das mesiianische Zeitalter— Strafe und Läuterung find nur Stationen eines geschichtlichen Prozesses, der zu diesem Ziel hinführen soll. So werden die geschichtlichen, ja sogar die politiscizen Moineiite im Prophetismus allmählich stärker betont. Ursprünglich ist der Prvphetismus nur religiös und völlig unpolitisch. Seine politisclw Betätigung bleibt auch nur auf die Begriffe der Auserwühlthcit und des messianischen Reiches ansgerichtet. Damit der Messiasgedanke lebendig bleibt, soll ein Exil mit seinen für den Fortbestand eines Volkes übergroßen Gefahren - vermieden werden, rvenn es irgend angeht. Das Eril wurde aber in dem Augenblick eine geschicht- Wartung erhalten, nicht mehr als unmittelbar bevorstehende Wirklichkeit. Tie veränderte Zeit bedarf für ihren kleinen Alltag weder der- Drohung des göttlichen Zornes noch des messianisckien Reiches, sondern lediglich der kultischen Norm. Der Prophetie ist der Antrieb der Erweckung immer mehr genommen: im Zeitalter Esras ist sic an sich selbst zu Ende gekommen. Günther Looser. Manfred Swarsensky: „Die Welt des Talmud.“ Die Gruppe Neue Synagoge ich Synagogenverband Berlin hatte es sich zur Ausgabe gestellt, in mehreren Vorträgen unter dem Gesamttitel „Aus der Welt des- Talmud' eine breitere jüdische Oefsentlichkeitmit der Entstehung. Eigentümlich, keit und Bedeutung dieser überragenden Kulturschöpfung dessüdischen Volkes einigermaßen vertraut zu machen. Im letzten Vortrag, den" Nabbiner Dr. Manfred Swarsensky hielt, gab der Redner zunächst zusammensassend einen kurzen Ueberblick über den Talmud. Nicht alles, was die Gemara enthält, ist verbindlich für die jüdische Lebenspraxis geworden, da in der Gemara ja sehr oft nur Privatmeinungen einzelner Gelehrter verzeichnet sind. .Bon den späteren Gesetzeskodizies, die den gewaltigen Stoff des Talmuds nach bestimmten Gebieten systematisch ordneten, muß hauptsächlich die Mischne Tora des Rambam erwähnt werden. Im 16. Jahrhundert schuf Rabbi Joses Karo (Safed) den Schulchan Arüch. zu dem Rabbi Moses Jsserles aus Krakau, kurz „Rmo" genannt, noch besondere Bestimmungen für die aschkenastsche Judenheit erließ. Besonders ausführlich beschäftigte sich Dr. Swarsensky mit den Angriffen, die gegen den Talmud gerichtet werden. An sehr guten Beispielen zeigte er. wie Tälmudzitate. die wahllos aus dem Zusammenhang gerissen werden, nicht nur, den Sinn end stellen, sondern manchmal geradezu das Gegenteil von dem behaupten, was in Wirklichkeit gemeint ist. Der Talmud habe dem Juden eine eigene Welt gegeben und ihn in schweren Zeiten vor geistigem Verfall bewahrt. Ter Jude müsse stets darauf bedacht sein, sein geistiges Niveau zu bewahren. Dr. Swarsensky forderte dazu auf, sich mit dem Talmudstudium zu beschäftigen, da das jüdische „Lernen' sittlichen Halt und religiöse Kraft verleihe. Oberkantor Leo Göllanin gab den inhaltsreichen Ausführungen des Redners eine würdige musikalische Umrahmung. „ S. G. liche Notwendigkeit, in dem die Diskrepanz zwischen der Bedingtheit der Erfahrung und der - Uubeolngigeit des Glaubens, zwischen-oell^Wirr»^ innigen des Jeremias und der--Erwartung! des , Volkes. Gott durch gesteigerte Glanbenskraft zum Wilnder zwingen zu können." nicht mehr über« brückbar ivar. Im Exil selbst bereiten sich die Grundlagen für den späteren Universalismus des Judentums vor. Ezechiel und Teuterojesaja verlegen' die jüdisckie /Wirklichkeit und Wirksamkeit von der Außenwelt nach innen. Rach der Rückkehr ans dem Eril ist die Wendüng nach, innen endgültig vollzogen. Die mesiianische Hoffnung bleibt als immer'wache Er- Dr. L. Jacobsohn: Das künstliche Herz Das künstliche Herz, das der Berliner 'Internist Dr. Leo Jacobsöhn an einem von der Berliner jüdischen Gesundheitsverwaltung veranstalteten Vortragsabend im Logenhaus seinen Kollegen demonstrierte, hatte auch nicht die mindeste Aehnlichkeit mit einem Herzen. Es bestand nämlich aus einem kastenförmigen Apparat, der auf einem Tische, und einem gewöhnlichen Lautsprecher, der auf dem Boden stand. Und dieser Apparat, der etwa wip ein Rundfunkgerät anmutete, gab die Sprache des Herzens, die sonst leis diskret nn Brustinnern erklingt, so laut wieder, daß man jeden Ton, dumpf pochend, auch auf den letzten Bänken des großen Saales vernehmen konnte. Die Vorführung brachte den zahlreich dersammelten Aerzten nichts - grundsätzlich '-Neues., Dr. Jacobsvhn hat die geistreich ersonnene Apparatur, die inzwischen von anderer Seite wesentlich vervollkommnet worden ist, bereits vor Jahren vor der Berliner Aerzteschaft demonstriert. Aber die jetzige Vorführung im Logenhaüs erwies die Praktische Verwendbarkeit der Apparatur von neuem. Man hörte'den dumpfen Schlagrhythmns des Herzens bei zwei gefunden. Menschen. die neben dem Apparat Platz genostnnen hatten; das Herz des älteren gebärdete sich dabei etwas aufgeregt. Auch andere Störungen der Herzschlagfolge sowie die geräuschartigen Schallbefunde bei Herzfehlern verschiedener Art konnten deutlich wahrgenommen werden. Damit ist die Verwendbarkeit des eigenartigen Verfahrens für medizinische Lehrzwecke vor größeren Auditorien erwiesen, ebenso für die Ueberwachung einer Narkose im Operationssaal, und für die Kontrolle der fötalen Herztöne. Zur Aufnahme der Herztöne benutzte Jacobsohn Schallkapsel und Mikrophon, zur Verstärkung ein System von Kathodenröhren. Aber man braucht, um Herztöne hörbar zu machen, so paradox es klingt, kein Herz — man kann auch ohne Herz, ohne den lebendigen Menschen anskvinmen, wenn man, wie das Jacobsvhn in einem geistreichen und mühevollen Verfahren gelungen ist, die Herztöne künstlich erzeugt. Es ist hier nicht der Platz, auf das Verfahren näher einzugehen; es" Ist seinerzeit in der Fach- und Tagespresse beschrieben' worden. Die Töne und Geräusche werden in ihren Elementen theoretisch errechnet, die einzelnen Tonschwingungen wie beim Tonfilm in Form von Strichen und Linien zu bestimmen Klangbildern zusammengefügt, auf einer durchsichtigen Platte registriert und vor einer lichtelektrischen. Zelle abgedreht. .Dieses künstliche Herz arbeitet dann unermüdlich — lichtelektrisch abgetastet und rundfunktechnisch verstärkt. — u — Arthur Eloesser: Joseph Kainz Als eine nachträgliche Gedenkfeier bezeichnete Tr. Arthur Eloesser im Berliner Kulturbund seinen Bortrag über Joseph K a i n z. Im dichtgefüllten Bach-Saal sah man diesmal ausnehmend viele Gesichter der älteren Generation. —die Kainz noch gekannt hat und der nun der Vortragende, besonders legitimiert durch cangzayrcge am treffendsten charakterisiert hat: sein Zeitgeüojft und Kollege" Emanuel R e i ch e r , von dem das Wort stammt. Kainz hätte Feldherr sein und Schlachten gewinnen können. In dieser Feld- Herrennatur sammelten sich, nach Eloesser? Ausführungen, ungeheuregeistige und seelische Kräfte, die von einem stürmenden Tempo bewegt wurden, Energien ans Leidenschaft und Sonne, die etwas Anfeüerndes, Fortreißendes hatten, und von denen sich auch manche Dichter, wie Hermann Bang., wie Schnitzler -und Hofmannsthäl. inspiriert fühlten. , Ter Vortrag verschaffte'dem Publikum einen un- 'Mittelbaren und lebendigen Eindruck vom Wesen eines Schauspielers, den wir vor allem in feinen -: klassischem Rollen -einst' bewundern dürften. -Her. Eindruck verstärkte sich noch durch eine.Fülle menschlicher- Züge, die der Redner aus Personlichen Erinnerungen, Gesprächen und mancherlei liebenswürdigen- Anekdoten zwanglos aneinander- - reihte. " , 7 H. L; Vorbereitungskurse für palästinensische Lehrerseminare. Am Jüdisch-Theologischen Seminar Breslau sind in Verbindung mit der hebräischen Sprachschule seit dem 1. Juni 1935 Vorbereitungskurse zur Aufnahme als ordentliche Hörer in die palästinensischen Lehrerseminare eingerichtet wor- , den. Die Notwendigkeit, unsere Jugend neuen Berufen zuzufi'chren und insbesondere, bei entsprechender Eignung, ihnen die Möglichkeit zu geben, in Palästina als Lehrer tätig zu sein, hat zur Einrichtung dieser Kurse geführt. Die Kurse ','werden zurzeit von 20 Hörern respektive Hörerinnen besucht, von denen zwölf im Besitze eines, Reifezeugnisses find. Aufnahmebedingung ist das Zeugnis der mittleren Reife. Die Vorbereitung , erfolgt in zwei Kursen, denen die Hörer je nach dem Stand ihrer hcbräisck^n Kenntnisse zugewiesen werden. Tie Vorbereitung dauert demnach ein bis zwei Jahre. Der Unterricht wird in den meisten Disziplinen-in hebräischer Sprache erteilt. Die Reichsvertretung hat die Kurse als der Subvention würdig anerkannt., so daß die meisten Gemeinden im Bedürfnissalle den Teilnehmern Subventionen. gewähren. Das Schulgeld beträgt 20 RM monatlich. Das neue Semester beginnt am 20. April. Meldungen an Dr. Albert Lewkowitz, Breslau, Wallstraße 14. Eine Konferenz der bei der Jüdischen Gemeinde beschäftigten Lehrer des Hebräischen findet am 19. und 20. Januar in der Aula der Mittelschule. Große Hamburger Straße 27. statt. Auf dieser Konferenz sollen im Anschluß an einleitende Referate wichtige allgemeine und methodische Fragen des hebräischen Unterrichts erörtert werden. An Referaten sind vorgesehen: Bamberger: „Das Hebräische im Plan der Schule": Neier: „Der Unterricht im ersten Dolksschuljahr"; Berggrün: „Sprachliches und Methodisches unter besonderer Berücksichtigung des Erwachsenen-Unterrichts"; Loewenthal: „Allgemeine Probleme des Hebräischen Unterrichts". Die Teilnahme an der Konferenz ist für die bei der Gemeinde beschäftigten Lehrer obligatorisch. Lehrer des Hebräischen, die nicht bei der Gemeinde beschäftigt sind, und sonstige fachlich interessierte Lehrer sind herzlichst eingeladen. freundschaftliche Beziehungen zu dem Künstler sowie durch die Herausgabe seiner Jugendbriefe, das noch unverblaßte Bild des illustren Toten in die Erinnerung zurückrief. Kainz war, wie Eloesser hervorhob, entgegen der vielfach verbreiteten Ansicht kein Jude: aber er hatte zwei jüdische Frauen, von denen ihn nur der Tod trennte: er hatte fast ausschließlich jüdische Freunde und stand dem Judentum durch Neigung und Verständnis besonders nahe. Ein Jude war es auch, der Kainz Lehrhaus Frankfurt a. M. B e r i ch t i tz u n g zum Arbeitsplan: Die Bor» lesnng von Rabbiner Dr. Seti gma n n findet entgegen der Ankündigüng Dienstags, 21 bis 22 Uhr, im Sitzungszimmer der Westend-Synagoge statt. — Tie beiden Arbeitsgemeinschaften. von Professor Tr. Bondy fallen ans. Im Januar begannen und beginnen folgende Lehrgänge: 15. Januar, Unterlindau. Bu b er: Gepräche über das Judentum, 20.30 Uhr. 16. Januar, Westend-Synagoge. Strauß: Bibellesen, 19.15 Uhr; Philosophie, 20.30 Uhr. Lemle: Raschi (Jugendag.), 18.30 Uhr. Werner: Englische- Ag-, 20.30 Uhr. Hauptsynagoge. Dienemann: Geschichte. 20 Uhr. 20. Januar, Leerbachstraße 14. S a l o m o n : Hochromantik in der Musik, 19 Uhr. Bockenyeimer Landstraße 23. .N euhaus : Mischna Sanhedrin. 20.30 Uhr. Philantrvpin. Epstein: Lage der Juden in den verschiedenen Ländern, (Jugendag.) 18.15 Uhr. Deutsche Stilübungen. (Jugendag.) 19.15 Uhr. Westend-Synagoge. Merzbach: See* lische Konflikte jüdischer Jugend. 20.30 Uhr. S chö n- -b e r g e r : Gehalt und Form des religiösen Kunstwerks, 20.30 Uhr. Werner: Französische Ag.» 20.30 Uhr. * 21. Januar. Westend-Synagoge. Philipp: Faust. 20 Uhr. Lismann: Ueber das Pathos in der Kunst, 19 Uhr. Seligmann: Gebete, ,21 Uhr. Hanptsynagoge. B o n d y : Menschenkunde (Jugendag.), 20 Uhr. 22. Januar, Philantrvpin. W e i l: Physik» 20 Uhr. Westend-Synagoge. B u b e r : Psalmen, 19.30 Uhr; Gespräche über das Judentum, 20.30 Uhr. Bvndy: Pädagogische Ag., 20.30 Uhr. 23. Januar, Westend-Synagoge. K a n t o r owicz: Einführung in soziologische Fragen (Jugendag.), 2» Uhr. . "0 Uh ^CHUU?*'- Ptzilantropin. Weil: Chemie. Em Sozial- und Wirtschaftsrecht Tie Pressestelle der Reichsvertretung teilt mit: Tie Reichsvertretung der Juden in Deutschland plgnt als nächste Berössentlichung im Verlage der ihr angeschlvssenen Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden E. B. eine Darstellung des Sozial- und Wirtschastsrechts. ausgewählt und bearbeitet für die Bedürfnisse der Juden in, Deutschland von - Ministerialrat k. R. Fritz Wittelshöser. . Die Schrift . wird einen systematischen Ueberblick über alle gesetzlichen Bestimmungen geben, die für die jüdische Rechts- und Wirtschaftsberatung von Bedeutung.. sind. Sie wird insbesondere folgende Gebiete behandeln: Arb eits recht, W irisch astsrecht. Sozialversichcrungsrecht.Woh lsahrts- und Jugend recht, Staatsang e h ö rigkeitsrecht. Auswanderungs - rech t. A u s l ä n d e r r e ch t. In ihrem ersten Teil sollen die für die jüdische Arbeit wich-, tigen Grnndznge und leitenden Gedanken der gesetzlichen Bestimmungen klargelegt und durch praktische Beispiele veranschaulicht werden. Der zweite . Teil wird den Abdruck der gesetzlichen Bestimmungen im Wortlaut dringen^lncd^als^TLoseblattausgabe" ständig^auf dem laufenden gehalten werden können. "Die Schcist soll dein jüdischen Sozialarbeiter, beut— jüdischen Rechts- und Wirtschaftsberater, dem jüdischen Arbeitnehmer sowie dem Handel- und Gewerbetreibenden ein zuverlässiger Ratgeber sein. Für jeden, der sich mit den einschlägigen Fragen zu beschäftigen hat, wird diese neue Berössentlichung daher unentbehrlich sein. Bestellungen auf die Schrill zum Subskriptionspreis von broschiert je tzremplar 2 RM, Loseblattwrm je Eremplar 3 RM nimmt entgegen die Reichsvertretung der Inden in Deutschland Abteilung Zcntralwohlfahrtsftelle. Berlin-Charlotten- '! bürg 2. Kantstraße 158.

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