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Central-Verein-Zeitung · 1936-01-16 · 3 (16.1.1936) · page 8

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
3 (16.1.1936)
Date
1936-01-16
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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gemacht hat, unbeachtet.aller besseren Hilfsmittel, welche die Wisselischnst . besitzt, Naschis Kommentar unersetzbar und ein steter Begleiter des Textes. Anders liegt cs mit seinem Kommentar zur Bibel. Dieser hat nicht so uneingeschränkte Anerkennung gesunden, die Kommentare von Abraham ibn (Lsra und David Kimchi haben sich neben ihm behauptet, verdienen auch wegen der Weite ihres Horizonts und des Wertes ihrer Hilfsmittel den Vorzug. Aber, mit Naschis Erklärung zum Pentateuch hat es eine eigene Bewandnis.. . Dieses Buch der Offenbarung, das die gundlegenden Lehren des Glaubens und des Lebens behandelt. war bis dahin, mehr nach erbaulichen" und lehrhaften -Gesichtspunkten' (Derasch), als nach dem natürlichen Wortsinn (Peschat), erläutert worden. Naschi trat mit denr ernsten Bestreben iiu die .Arbeit ein. deneinfachen Wortsinnn zucrmittelii, aber er tonnte sich dochnicht, entschließen, dem srominen-Leser alles vorziienthalten, waS er an Belehrung und Erbauung in einem solchen Werke suchte. Sa verbiudet er niit dem einfachen Wortsinn, auf den er nachdrücklich Gewicht legt, fromme Fabeln und Legenden, rabbinische Gesetze und Vorschriften. „Es gibt", so schreibt er einmal gleich mit Anfang der Genesis, „viele Midrasch-Sätze zu dieser Stelle, die von unseren alten Lehrern an ihrem "Platz .zusammen-' gestellt sind. Ich aber habe keine andere Absicht, als den einfachen Sinn der Bibel anzugeben und daneben solche Sätze der Agada' aufzunehmen, welche die Worte der Bibel sinngemäß auslegen." Seine Methode des Suchens nach dem einfachen Wvrtsinn hat die Geister mächtig aufgerüttelt, in seiner Umgebnngwurde die Erforschung des natürlichen Inhalts der ischrift mit Eifer betrieben, jeder Tag brachte Fortschritte aus diesem Gebiete. In vorgeschrittenen Jahren erlebte er es, daß sein eigener Enkel, Samuel ben Ateir, ihm die Mängel seiner Atethvde vorljielt und darlegte, daß. man in einem Kommentar zur Tora anders verfahren müßte. Ter große Gelehrte scheute sich nicht, dem Jüngling recht zu. geben und unumwunden zuzugestehen, daß, wenn die Jahre es ihm nicht versagten, cs notwendig wäre, seinen ganzen Kommentar umzuwerfen und neu zu bearbeiten. Dieses Geständnis macht feinem Mut zur Wahrheit alle' Ehre, war aber psychologisch nicht richtig gedacht, denn gerade die Eigenart des Kommentars, die in der Verbindung der religiösen mit der nüchternen Exegese lag, hat dem Werke seinen unvergleichlichen Erfolg gebracht. Er wurde der Pentateuch-Kommentar schlechthin. das Erziehuugsbnch des jüdischen Knaben, das Lehrbuch des schlichten Mannes. das Erbauungsbucl) der einfachen Iran. Selbst in einem Lande wie Spanien, wo vollkommenere, auf gesünderen Prinzipien und besseren Unterlagen ausgebaute Kommentare zur Verfügung standen, hat Raschi einen vollkommenen Siegbavougetragen. Sein Kommentar wurde für alle Juden in getragen. Sein Kommentar wurde für alle Juden in allen Jahrhunderten eine gern genutzte Bildungsguelle. Man 'hat ihn bearbeitet wie die Bibel selbst, jede Zeit hat ihre eigene Auffassung, ihr eigenes Bildungsideal in ihn hineingelegt, mehr als hundert Erklärer haben sich wieder um feine Erläuterung bemüht. Nicht nur in jüdischen Kreisen, sondern auch in christlichen ist er viel gelesen und benutzt worden. Durch Nikolaus von Lhra hat Luther ihn kennen und und schätzen gelernt, die Humanisten haben sich vielfach seiner bedient, Johann Friedrich Breithaupt hat ihn fast vollständig ins Lateinische übersetzt (Gotha 1710—1714). Von der Beliebtheit des Kommentars zur Tora zeugt die. Tatsache, daß er der erste datierte hebräisch^ Truck war. der die Presse verließ (Neggio in Kalabrien 147.',). und die Nachfrage nach ihm war so groß, daß er vor K>00 t..i anderen Orten Italiens sowie in Spanien und in Portugal wiederholt gedruckt wurde — von den zahllosen späteren Aufgaben und Uebersetzungen ganz zu schweigen. Naschis Konuneutare gingen aus. den Vorträgen hervor, die et seinen zahlreichen Jüngern hielt. Er muß ein Meister der Methode gewesen sein und erzielte den großen Erfolg, daß er' eine bedeutende, bis zur Vertreibung der Juden aus Frankreich wirkende Schule, die der Tossaphisten, begründete. Es muß ilun eine besondere Genugtuung bereitet haben, daß er neben seinen Schwiegersöhnen auch seine Enkel in seinen Bahnen wandeln sah; tatsächlich sind, seine Nachkommen die Hauptträgcr seiner Lehrweise geblieben. Sie haben sich, keineswegs die Verherrlichung ihres Ahnen zur Aufgabe gemacht, haben vielmehr freimütig an seinem Werke Kritik geübt, wo sie es für erforderlich "hielten. Sie haben den Namen Raschis dadurch noch populärer gemacht. Das jüdische Volksbewutztsein hat ihm die höchste' Verehrung bewahrt, cs hat sie mich"dadurch zum Ausdruck gebracht,, daß es allerlei Legenden über, ihn. dichtete. Wie ' von anderen Helden der Vorzeit, wußtemän von seiner vornehmen Abkunft, von 'seiner wunderbaren Geburt, von -seinen zahlreichen Wanderungen und außergewöhnlichen Erlebnissen. von seiner Berührung mit hervorragenden Persönlichkeiten, wie Gottfried von Bouillon, und seiner Prophetengabe zu erzählen. In ' der alten Wormser Snägvge zeigt man noch heute die Astaschi-Kapelle und den Stuhl, auf dem er gesessen haben soll — beides Erzeugnisse späterer Feiten, die Raschiftraße kündet , ,, seinen Ruhm, den er sich durch ...J'n1 " "■' seine Komentare als unvergängliches Denkmal in die Herzen der jüdischen Menschen geschrieben hat. Sein Nameist lebendig, wie sein Werk lebendig ist! (6 Das Januar-Heft des „Morgen' Das neue Heft des „Morgen" zeigt eine fruchtbare Mannigsaltigkeit der Beiträgeein Abbild des auf allen Gebieten in Bewegung befindlichen Indentnms. Ter Einleitungsartikel „Alikrvkosm v» d e r Weltgeschichte" von A. H. wendet sich gegen ein .jüdisches Dasein, das nur Flucht in die Erinnerung ist. Nicht i n der Geschichte, sondern a » 5 der Geschichte für die Zukunft sott der heutige Jude leben,, im Bewußtsein, daß jeder einzelne, wie und wo er auch wirke, zu dein Weit gehört, der zu jeder Zeit die Geschichte des Judentums fortznsühren berufen war. Grigvri L a n d a u entwickelt auf soziologischer Basis ausgezeichnete Gedanken zur „S ch ö p f e r i s ch e n D i a s p 0 r a". Tie zentrale Stellung der sozialen Ethik im Judentum ist-„das Ergebnis seines Diaspvradaseins". Sie ist aus Selbsterhaltungstrieb aufs Diesseits gestellt, denn .'.nur d i e. Geineinichast kann in dieser Lage bestehen, die sich aktiv mit höchster Krastanspannung in der Welt selbst behauptet". So wird religiös fundierte, erdgebunden soziale' Einstellung Boraussetzung und . Ergebnis einer werteschafsenden Diaspvragemeinschaft. Einige junge jüdische Literaturhistoriker geben Musterbeispiele, wie jüdische Litcraturbetrachtung beschasjcn sein muß, von der L e 0 Hirsd), der Bcriasscr emcs dieser Aufsätze. bckennK, „Jüdische Literaturgeschichte ist arm und kaum im Anfang." Hans Bach gibt eine Schau über „I ü d i s ch e S e I b st b e k 0 n 11 t u 1 s s e", also über Autobiographien jüdischer Menschen. Die ältere Zeit ist arm an solchen Dokumenten, da das Leben des einzelnen, durch die Lehre beherrscht und geordnet, nicht betrachtenswert erschien; erst wenn das Leben nicht mehr geschlossen war, sondern sich in einem gespannten oder zerbrochenen Zustand befand, ergab sich der Trieb, seine Problematik darzustellen. In einem ebenso konzentrierten wie sachlich klaren Essay schildert L e 0 Hirsch Persönlichkeit und Werk des eben hundertjährigen Al e nch 0 l e M 0 ch c r S f 0 r i m, als „ersten großen Für-, sprechet: des sozialen und nationalen Lebensrechts im jüdischen Citen". Mendele machte sich seine Arbeit schwer; er will eigentlich Erzieher sein, aber ..der gestaltende Künstler erweist sich mächtiger als der Zweckschriftstellcr". Er wird znm Erzähler hohen Ranges Das Boris-Kroyt-Quartett Boris Kroyt, Bernfeld, Weiden und Godfried^ Zeelander .Fol. Herbert Sonnenfeld und zum ersten ostjüdischen Dichter der .Natur; er wird aber auch zum innerjüdischen Revolutiouär, der als erster die soziale Ungleichheit und das Unrecht in der jüdischen Gesellschaft feststellt und "bekämpft; er ist Realist und Psychologe und Humorist zugleich: er hat die jiddische .Kultursprache geschaffen und das Hebräische als Schriftsprache erneut und ergänzt. — Johanna Al ichaeli s gibt einer neuartige Deutung des Golem-Mythos ans seelischem Ursprung, nämlich als Gestaltwerdung des Naturelements in einem naturabgewandtcn. vergeistigten Judentum. Lütz Weltmann, betrachtet „Juden als Uebersetzer"; an Beispielen bedeutender jüdischer Uebersetzungen, in der Gegenüberstellung mit nichtjüdischen Uebertragungen, versucht er das. eigentümlich Iüdisctp: in dieser Mittlerarbeit zu findem Alle diese "Arbeiten geben nicht nur Tatsächliches in zeitlicher oder motivischer Berknüpsniig, sondern sie stellen ihre Themen in iveite Entwicklnitgs- und Gedankengänge, Menschen, Werke und Geschehen zugleich ans inneren Motiven wie ans 'äußeren Be< dingungen'erklärend. ■. Jako b P i c a r d beginnt verheißungsvoll eine Novelle „D e r G e z e i ch n e t e", in .westdeutschem .Bauernland spielend, vom armseligen Inden, der jedes Jahr den Wochenabschnitt der Ver, fluchungen. lesen muß und plötzlich ans. seinem seelischen Elend er< wacht. Ilse Weiß gibt ein formstarkes Gedicht „A mftetbam er I n d cn m a 111". Ein umfangreicher Glossenteil bietet eine Presseschan und Besprechungen wichtiger Neuerscheinungen, so von K. A. Aleissingers Roman „Der Äbentenerer Gottes"; Rahel Wischnitzer Bernstein „Gestalten und Symbole der jüdischen Kunst"; Albert Lewkowitz „Das Judentum und die geistigen Strömungen des. ly. Jahrhunderts"; Julius Härter „Quellenbuch zur jüdischen Geschichte und Literatur": Hugo von HosmannSthals Iügendbriefe, und des David-Friedländer-Hefts der ..Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland". —us. Stefan Z >v e i g s Roman „Maria Stuart" erscheint demnächst in einer französischen Uebersetzung von Alzir Hella im Berlage voll! Bernard Grasset, Paris.; In Paris ist soeben der.XII. Band der großen „Ericyclopedie kran?ai s s" erschienen, der „Kunst und Literatur in der zeitgenössischen Gesellschaft" behandelt. Als Herausgeber dieses Bandes zeichnet Pierre Abraham. Es sind darin u. a. Aufsätze von Jean Richgrd Bloch, Julien B e,u d a und und Andre M au rvi s enthalten. _ ' „luieirelei" im Hamburger Kulturbund Dieser erste BühnenerfvlgE Schnitzlers, hat noch heute — nach 40 Jahren — einen Teil seiner Wirkungskrast belialten. . Es ist die alte und doch nie veraltende Tragik der achtlos verschmähten, alles hingebeiide» Liebe, .'deren- Gestaltung dem Dichter in der Figur der Eliristine gelungen ist. Nicht so spurlos dagegen ist die Zeit an den beiden Freunden Fritz'und Thfl'dc'r oorbickgegangen. zwei geistigen Brüdern des aus der Einatlerierie vetannten Freundespaares Aiiatvl und A!ar. Die Regie von Hans Bnrbaum läßt das Stück in unseren Tagen spielen und. verzichtet damit ans einen nicht'unweseuttichen Akzent des Schiiitzlerschen Werkes. Die beiden Freunde in dem modern eingerichteten Raum tvirkeu in dreier Ansfassung zu'nüchtern, Es ist auch nicht nur der mangelhaft'beherrschte Wiener Dialekt, cs ielilt der Aussüh-rnng der etwas.müde Ebarme dieser jungen Leute, die weiche, muiikatiiche Wiener Atmrsphäre.-' Biellciclit isl.dies nicht allein Schuld der lliegie: sondern.der Tüpiis Anatvl ist dem tnoderuen Schauipieler wollt zu fremd geworden. tltzenn man dies in Betracht zieht, so stellten Earl Heinz I a f s ö lTheodor) und.Hermann Schindler (Fritzl zrvei reclü ansprechende junge Leute ans die Bühn-e.-wobei Ia'iö hin und ivieder den leichten Gesprächsion durch unnötig schar'e Pvintierimg durelibradi. Tie- Ehriiline wurde von tzlitnelise T ö p s e r dargeslellt. die von "Natur vieles, sur diese Rolle mitbringt. aber noch nick,t dio. ts>uoaudthcit bat, die'e natürsi-^-'" -UIangelatcnt wirken zu lassen, sondern ständig in Wort öen Aiimerkiinge». daß sich ihr?lnstritl vorwiegend in sehr gesellschaitlichen Formen vollzieht. Eine vollkommene Leistung — auch in bezug aus den Wiener Dialekt — bot Edith Herßlik in ihrer Rotte der Katharina Binder: sic svieltc schlechthin „die" tziachbarin: den-ewigen T'.tpns von Neugier, Geschwätzigkeit, Tage.sklughei-t und Rührseligkeit. Beifall, bei offener Szene belvhuie dieses Kabinettstück feiner .Uinnif; Dieser Beiiall galt, wohl auchihrem Milsvieler in der Szene: Iutius K o.b l e r. der den Baler der Ehriitine in Alasto und Spiel als alten Aluiikus und Idealisten tv.cfilidi charakterisierte. . Das Publikum schien zum Schltiß ergrissen und dankte durch lebhaften Beifall. H. G. und Gebärde betont imd dadurcl, die fülle Gestalt der Ehriiline überzeichnet. Gegen Schluß, wo das Spiel stärkere "Akzente vertragen kann, war ihre Gestaltung von dramatischer Wirkungskrait. Li'elotte Eohen (Rosensi war. eine guicklebendige Mizi. deren Darstellung sie durch leichte Komik würzte. Den ..Herrn" ipielte A! e I ch i 0 r zu schwer und drohend; das Terlbnch sieht stir d:eu Nolle eine Milderung ihres Ernstes vor durch Konzerte und Vorträge in Berlin und im Reich Ein sachverständiges Publikum halle sich beim B v r i s - -0 r v 11 t -Quartetl eingeiunden und konnte sich hieran minutiös durcharbeiteten Feinheiten, an -der klanglichen - Delikaretie, - ge?. feilter Ttmamik und besonders an' den geistigen Forderungen erfreuen, mit denen die Bereinigung an die Werke herangeht, bei denen stets das'Weienttiche. .der Grundgehalt, in erster Linie beachtet ivird. Die Freiide war so groß', daß die vier <K r-v nt, B e r 11 i c 1 d , W e i d e n, Z c e I a u d e r) sick, zu ciiwr Zugabe verstehen mußten, und' zwar z::m Finale ans Dvoraks I-"-,lur-Quartett.' Die lltzahl iü nicht-Zuiall. denn die federnde Rhythmikinid breite Melvdie'nhrnug der slawischen Komponisten_sagen dem Quartett aüi meisten zu. tbie auch Tichaikowikvs Zweites Quartett bewies, das an Jiitensität des und ka Ni me vni n ii ka i t idtcr Gefchlosien heit Nelvunki vildete. obwoill oirdrnti— gegcnge'eme Werke wie das Debnün-Quarten ruid Beethovens in Q-moIl ap.s op. lt^ -unter der eminent sicheren' Führung und dem großen strahlenden Toi! des Primgeigers in prägnanter Ehar.akteriitik gegeben wurden. Lai. Joie p h und Bor i s S dt tv ä r z spielten die drei idtöiiüeii Biolinionateu von Beethoven, die Frühlings-, die llrentzer- und die letzte Sonate. Das Besondere. Einmalige imd Wundervolle au diewm Alu'iziercu ist das gänzliche.Sid)vcrs:ebkn und Aliteinanderfühlen - von Vater und Sohn. Ein -großer. Pianist spielte hier die der Bivlinsriinme zninindest ebenbürtige „Begleitting": Joseph Schivarz trug sie mit kraftvoller- Alännlidifcit vor, glanzvoll, mit unfehlbarem Instinkt alle Schönheiten hervorhebend Und manchmal mit der weisen Abgetlärtheit dessen, der seit langen Jahrzehnten höchste Kunst dem Publikum nahe bradste. Bater Sdiwarz ist wohl der geheime chiiritus rootoo des Ensembles. Aber der geigerischen Indivjdnatität des Sohnes bleibt aller Svjelranm zur Entfaltung, Boris Sdiwarz ist ein vcrinnerliditer Künstler.. Ihn zeidtnet eine königtidte "llvbtesse des. Striäzs ans. Klarheit, Lauterheit, Süße des Tons, die gleiditvohl mit . Behemenz und Tentpcramcnt des Ausdrucks gepaart sind. Das Konzert fand. nid)t mir den momentanen Jubel eines sehr vollen Saales, cs ivird lange in der Erinnerung haften. L. A. - Alerander K i P n i s hätte mühelos sein Publikum bis in die Alorgenstunden beisammenhalten können, mühelos,'was seine künstlerisdie Leistung, mühelos was die Aufmerksamkeit der Zuhörer antangt. Alan genoß die auserlesene Kunst mit .Dank und Ersdtütlernng'und gewann dem ans dem .. Ueberfluß spendeüden. Künstler.schon während des Programms und am Sd)luß Zugabe um'Zugabe ab. Iluvergeßlidi Sdiumauus „Jdi Hab im Traum geweinet" und „Aloudnadit" sowie Atoussorgskys „Der Floh". . h. Dr. Anneliese L a n d a u hat and) ins neue Jahr ihre zahlreidse treue HörersdMt mitgenommen. Ihre mnsikgeidsid)tlidien Borträge, die auch die dankbar anzuerkennende Aufgabe erfüllen, das Berfiändnis für die setveitigen Aufführungen der Berliner K u t t n r b u n d 0 p e r zu verliefen, üben sid)er wegen der . erfreutid) getnngenen Alisdsimg von beredter, nie trockener Gelehrsamkeit und. abivedtitniigsreich-chärmanter Gcutallungsart eine bemerkenswerte l Anziehmigskrait —Jlnt dem Programm steht in akademisdiem Ton: „Die Qvcr. Ar. 2: Tie große französische Qver: Bizet lzn .Earmen")." „Earmen" wird als Tnp einer Qperngaltung, hervorgegangen ans der Beridimelzüng von Großer Ipriidier und Komiidter Qper, von Drama und Qper überhauvt. hingestellt. Einleitend find in großen Ilmristen die zugrunde liegenden, bis dahin geläufigen Qvernformen an zahlreidien Beitpielen. auch am Instrument lWilbelm Altmanni. in ihrer. 'Eigcnart^ erklärt. Rur kurz wird der Inhalt der Qper. gestreift. Geschickt ist die Analyse der Handlung, das Eingehen auf die Echtheit der Eyaraktere, auf die psydiotogifdien Borgäuge. Lebendig werden Alotive und mufifftitiftifdje Besonderheiten erläutert. Das ist sd)vn nid)t mehr Einführungsvorlesung zu uennen. die fidj ctiua in Eiuzelheiteu verliert, das ist eher ein ansdiäulidics, vielgestaltiges Gesamtbild vom Geschehen .-'um einen Komponisten und sein Meisterwerk. .Diesem Empfinden entsprang . zweifellos - der reiche, dankbare Beifall, der sich and) auf die eifrig iniiivirkcnden Sängerinnen Ctllt H e ine - ma n n (Sopran), Agnes Le n ba d) (Alt),. Rote Her s d) (AM sowie Wilhelm A [tma 11 n (am Flügel) übertrug. L. G. L. Alanfred Stur 11t a 11 tt las für die Mitglieder des Münchener K u l t u r b u n d s Gedid)te uud eine Erzählung „Baraks Kampsprcis". Unter den . Gedid>ton stand das sehr reife „Bekennttt.is" nicht nur der Reiycnfolge nach an der Spitze: cs war das eigene Erleben des Autors, das iit diesen Bersen für alle Gültigkeit gewann. Bon der nationalen Programmlyrik, die später folgte, kann man das weniger sagen, obwohl dis Hörersdiait aus begreiflichen Gründen gerade da willig .mitging. Tie angedid)teten „Siedler" aber, glaube . ich,- würden das Pathos dieser Dichtkunst-.nicht als ein Stück von ihrem Leben empfinden können. Wie es tvirktich war. kann man in „Arbeiteriniten erzählen" nad)lesen. Sturmanns Bersuche zur Wiederbelebimg biblischer Stoffe, aus der Liebe des späten Nachkommen geboren.-sind überaus bcad)tliche Beiträge zur Meisterung dieser großen Aufgabe, zumal sie am Borbild von Rilke und Thomas Mann gemessen werden können. Am schönsten und reinsten geriet der dichtcr'isdje Ton in dem attschamingsgesättigten Gcdidit von „Ruth, und Boas", am wenigsten in der zum Schluß vorgelesenen Novelle „Baraks Kampfpreis". Es fehlt dieser Erzählung alles, was zu einer Erzählung gehört: die Erfassung des Eesd)id,tlid)-Wirklidten. die Spannung im Atifban und *ie psttcheli'gnche Berticinng. So möchte man dem getchmacksichcrcn, schilleritch „sentimentalisdien" Lyriker Sturmann wünschen, daß er seine Kunst auf dem Gebiet vertieft, ans dem. e.r Dleistcr ist. (’a. Tie Berpflidstnng der Kulturbünde zur- Förderung des zeitgenössischen Schaffens wurde im o. Lrchestcrkonzert des Kulturbundes Rhein-Main in Frankfurt a. M. durch die Suite „Uriel Acoftä" von Karol Rathaus zum "Ausdruck gebracht. Der Komponist wendet ohne historische Pedanterie

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