Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 2 (9.1.1936)
- Date
- 1936-01-09
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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China in Europa Zu der Londoner China-Ausstellung (28. November bis 1. März) Am 28. November wurde die Internationale Ausstellung chinesischer Kunst in der Royal Academy of Art? in London eröffnet. Sie steht, unter dem Patronat der englischen und chinesischen Regierungen und gibt zum ersten . Male Europa Gelegenheit, eine alles umfassende Schau der Kunst des Reiches der Mitte zu sehen. Ebenfalls zum ersteil Malebeteiligt . sich die chinesische Regierung selbst an einer Ausstellung der Kunst ihres Landes mit einer Auswahl von mehr als SOO Stücken/ die den . früheren kaiserlichen Schatzkammern entstammen. Tiefe Sammlung aus Peking, deren früheste beste Stücke 1766 v. Ehr. stammen, ist säst vollständig unbekannt, und keines dieser Objekte ist bisher in Europa gezeigt worden. Sie bildet den eigentlichen Kern der Londoner Veranstaltung. Hervorragende Kunstgegenstände kommen auch aus den königlichen Sammlungen im Buckingham Palace und Windsor. Castle. Ferner kamen mehr als 2000 China-Arbeiten aus privaten und öffentlichen Sammlungen in Europa. Amerika. Indien. Japan und dem nahen Osten in die englische Residenz. Bereits am 29. November sprach der Organisator und bekannte Mäzen dieser Ausstellung. Sir Percival David, unter dem Vorsitz des Kronprinzen von Schweden in der Reihe der festgesetzten Vorträge: am 6. Dezember Tr. F. T. Eheng über die kulturelle unb geschichtliche Bedeutung der chinesischen-Kunst, es folgt dann im Januar d. I. ein Vortrag über chinesische Malerei von Professor Jukio Jashiro und zum gleichen Thema eine Führung durch Mr. L a w r e n c e B i n y o u. den früheren langjährigen Kustos dieser Abteilyng im Britischen Museum. . Wenn auch erst im Jahre '1887 ein kenntnisreicher Museumsmann, Professor Tr. Luthmer in Kassel, den Katalog der Freiherrlich Karl von Rothschildschen Sammlung chinesischer Porzellane verfasite. so besagt dies keinesfalls, daß bis dahin die chinesische Kunst mit allen ihren Aeußernngen nnbekanntgevlieben. Es. waren längst die berühmten Abteilungen des Arctropolitan-Mnscums in New-Hork. im alten Serail in Konstantinopel. tm Britischen Museum, im Kunstindustrie- Museum Oslo, im Pariser Mnsee Guimet, entstanden und auch Publikationen aller Art herausgekommen. Wenn man anläßlich der Londoner Ausstellung darüber nachdächte. Literatur zu dem weiten Thema „Chinesische Künste zu nennen, müßte man William C o h n (Berlin) erwähnen, der 1930 ein Buch „Chinese Art" schrieb, das in London heräusgegeben wurde. Daisy G o l d s ch m i d t. deren .F'ärt Okinois" in Paris 1931 erschien, des schwedischen Gelehrten Osvald Siren ..Histoire des arts ancieas de la Cbine“, be§ russischen Forschers Rostowz e w s Arbeiten über den chinesischen Tierstil, des Japaners 'Zoshito Har a d a Ausgrabungsberichte einer chinesischen Siedlung in Korea (Tokio 1930). Nicht zu vergehen S a l-nr on y s Aussätze über die Steinplastik öder Curt Glasers Arbeit über . die Gewanddarstellung in der ostasiatischen Plastik, das Buch von Otto Fischer über die -Malerei der Han-Dynastie, Oskar Embdens Bemerkungen zu lernst Zimmermänns hervorragendem Werk über das China-Porzellan, nicht zuletzt die Auktionskataloge der französischen Sammlungen F a n ch i e r - M a g - man (Paris 1928) und Emile Javal (Paris 1926) sowie der Kollektion Friedrich Perzym'ki, die .1929 bei Cassircr in Berlin unter den Hammer kam. ' Biele China-Sammlungen kannte.und kennt lnaN: die Sammlung vön' Frau Olga I u Ita: W c g e n e r. deren hervorragende . - Gemälde 1908 ausgestellt waren, die Eumorsoponlos-Kollektivn. eine.der - silhrenden Keramiksammlungen, der Berliner. Kunstbcsitz- Glogwwski (Auktion 1923 bei Svthebh), die hochberühmte Schau ber Sir Percival David, über die aus dem Jahre 1934 eure wunderbare Veröffentlichungmit 180 farbigen Tafeln ans der Feder R. L. H o b - sons vorliegt, die Stockholmer Sammlung I w a n T r a u g ö t t, deren Bestände in . dem neuen Buch des Berliner Forschers Reidcmeister ..Pting-Pörzellan" genannt sind. Natürlich denkt man zurück an die Berliner China-Ausstellung, die 1929 in der Preußischen Akademie der Künste eröffnet wurde. Sie kam damals unter der Leitung von Mar L i e ber m a n n zustande, der selbst ein leidenschaftlicher Verehrer der ostasiätischcn Kunst gewesen und. japanische Farbenhol.zschnitte sammelte. Von dieser deutschen Ausstellung liegt von . Direktor Kümmel ein guter Katalog mit Abbildungen und kritischen Anmerkungen vor, er ist auch dadurch interessant, weil viele Namen von Leihgebern ün Verzeichnis der diesjährigen Londoner Schau wiederkehren:/ Da liest man von den berühmten Porzellanen von Tr. Herbert Ginsberg oder Emil Baerrva.ld (Berlin), von O skar R a p h a e l. der in .England Mitvrganisator ist. . und für die Ansstellungsleitung als einer der ersten Kenner oft in China gewesen, von He r b c r t G u tm a n n, Th. Simon (deren Besitz. allerdings inzwischen versteigert wurde), vom Kronprinzen und der Kronprinzessin von Schweden, die damals die Berliner Ausstellung besuchten, von den 1272 Nummern, die auch die Berliner Beranstaltung berühmt gemacht hchien. Alan bewundert hier wie dort die Malereien, Aeußernngen eines ersten Kunstwollens in China, jene Rvllbilder Und seltenen Albumblätter und die Langrollen. Menschen aller Kulturen haben ihre Freude an der Keramik, deren Blütezeit unter jene Dynastien fällt, die im 10. Jahrhundert die T'ang ablösen, an den Ming-Porzellanen: mit ihren Schmelzdekorationen aus gebrannten Scherben, den Schmelzmalereien auf der Glasur, schließlich den einfarbigen Glasuren von freudigster dekorativer Wirkung. Ueberall in jeder Ausstellung .findet man Chinas Bronzen, die Spiegel und die Gesäße, zum Teil, patiniert, die Glocken und die Beschwerer. Und die großen Toppelstatuen des Buddha, die stehenden Bodhisaltvas und die tanzenden Asparas. Daneben lieben wir die Seidenstoffe des fernen und doch'so nahen Ostens. Gewebe und Ripse 'mit blassen Mustern ans rotbraunem Grund, die Stickereien in Orange. Olivgrün. im Kettenstich gearbeitet, auf denen' die chinesischen Wolkenmuster bewundert werden. Jade und Kalkstein auch lieferten den 'Werkstoff nir. manches Kunstwerk, das abseits der großen Sammelzentren beheimatet ist. Genannt seien hier nur die gewählten Chinasammltlngcn von Dr. G o t t h c l f und Dr. L e w ins o h n. in Kassel. vr. 01er» Mord. Banla Neutelcl unrl Herbert Kohn (Herko) . .Das-.Sekretariat - für Bildende Kumt nn atitlcirsverband..' der Indischen stnltiirbünde -w-u . letzt slandlg" wechselnde Ausstellungen veranitätz. ten: um Künstlern den Weg nn tue Oeisentt'ch. fett zu bahnen. In der erttcn Scl>iu :m. Klub-. henn des Fratwnbundes. .Marbnrger Straße .2. ' werden unter der Leitung von Uran Ltsbeiy Easstrer und Dr. Max Lsbvrn Arbetten von Paula Nenfeld und Herbert Kohn (Herko) gezeigt. ' Die Malerin, bekannt durch die Beiträge in Ausstellungen des Berliner Jüdischen Museums, hat einen Sommer lang das Leben und Treiben der kommenden Chaluzim beobachtet und Augen- . blicksbilder von Gut Winkel im Spreegebiet teil-' gehalten. Lieder ber Arbeit konnte man diese Studien nennen, es sind Jinpresnoncn des landwirtschaftlichen Tuns der südischcn Jugend. Ganz gleich, ob diese Knaben und Mädchen an der Jentriftige arbeiten, ob sie Gurken hobeln. Rüben verziehen, gärtnern, melken oder Kartoffeln schalen, immer hat Paula Neuseld sie bei der Arbeit beobachtet und freundliche Ausschnitte dieser Borbercitungszcit für Palästina auf der Leinwand festgehalten. Das stete Aus und Ab der Arbeit, ihr strenger Rhythmus und zugleich ihr Schwung, spiegelt sich vornehmlich in einem Bild ..Beim Mähen", während im „Konservenbetrieb" nicht .nur was Liebermannsche Motiv stofflich anklingt, sondern auch in der gesamten- Ansmachung. der Art zu malen, zu beobachten, zu ordnen, viel Verwandtes herüberblicken läßt. So bitdett die Gemälde. Zeichnungen und Pastelle ein reizvolles Ensemble, dem die Einheit von Form und Inhalt ihren Stempel ausdrückt. Herbert Kolm.(Herko) iit mehr ein tüchtiger, ideenreicher Werbegrafiker, ein ilotier Zeichner, als ein in die Diese gehender, aus künstlerischen Erkenntnissen schöpfender Maler. Hervorzuliebe» sind in der Ausstellung die kleinen Pariser Sk'.z zen. Eindrücke, im Borübergehen gewonnen und ins Graphisäze übersetzt, ebenso wie viele Radierungen aus Italien. Das Hauptarbeitsgebiet wie gesagt die Werbegrafik, Plakate und Illustrationen für die Industrie und daS Handwerk. Aeußernngen einer formgewandten, iminer das Wesentliche treffenden zeichnerischen Ausdrucksweise. Dr 0. B. Ausstellung im Jüdischen Museum- An Steile der Breslauer Künstler, wird am Sonntag, dem 12. Januar eine Ausstellung von Bildern des Malers Henry Happ und von Plastiken de - Bildhauers Peter F i n g c st e n eröffnet, zwei besonderen Begabungen unter der süngeren Ber- . . l.iner Knnstlerschait. — Die Ausstellung „Altes Kultgerät ans Privatbesitz" bleibt daneben noch weiter bestehen. Besicht igiiiigszeitcn. täglich außer Sonnabend — von 10 bis 14 Uhr. Kunstnachrichten Zn der Srangerie in Barisavurde eine große niederländriche Ausstellung eröffnet. - die die Gemälde des weilen Zeitraumes van Evck bis Brucgel vortühxt. Tie große Krinik der van Evck. die i>ir über hundert Jahre den ntederländischeu tUsttlern den ' Weg vorgeichrieben. repräsentiert nch tu der Barner Aitsstellnng nt neben Werken, darunter den Stnter'tugetn des Gcntcr 'Altares, trüber rm Berliner - chatter-Jrtcdrtch-Mnsennt. aber auch tu (uuem 3ülauz!tuck. ' der niemals o'tem-Uch-ae.;etaleit ..Madonna" aus der Samut. litng R o b e.'r t d e ' R'o r h i ch t l d. Wahre,td die Sprichivörrdaritellungeit Bruegels aus der Samuüupg i'lii n e r v am - d e n B e r g!> eben- .!.Müs tu der .Orangerie zu teilen ünd.' ' ■?, ’ : 'Das Dczentberbeu der .Zell'chrni „A tlatt » bi ' bringb tl. a. einen -..Auktagt / .2'2mndernde- 7.- 'Marckn'nmolive" von I. E. P iu t tz l u. / In der Reuen Galette tu 29ien >mnde die Sven - Hedtn - Ausilellung eronnet. die auch >n Berlin ttt.ber Galerie Gurlnt zu tehen war und von Wien nach Budapest und Prag geht. Aquarelle.. Handzelchnuugen aus vier Jahrzehnten, nicht zuletzt die Bücher Hedins kennzeichnen diese Schru. In unserem Zusammenhänge intereisieren die Paläninabtätter des großen »Anenlenners. die int Weltkrieg gcschaitcn wurden. Hier ging es ihm um die verschiedenen Typen, um die Dariteiinng von iepbardischen.' aichkevanschen. kurdt'chen, hemenittichen. buchtrt'chen und samaritaniichen 'Juden. Altes Portratzeichiinngen. die Zettgni-r oblegen inr die scharte, das Wesentliche ertaiiende Beobachtungsgabe Sven Hedins. Im '. Mintzkabtnetl des Berliner Kaiser- I r t e d r t ch 2M tt i e n in s nt eine kienie Ans iteining abeistn.ticher Münzen aus alter und neuer Jett zu teben. Unter den lieidntt'äien und christlichen Prägungen bemerkt man eine Goldmünze mit dem Porträt des Königs Salomo und der Umfchri't .J'rael".- In 'Haifa wurde ein großes. tiino-Theaker der Sc''entlich'eit übergeben, das der ehenialige Berliner Tbealerarchilekt Oskar Kants mann geichasten bat. Dieser Baimuu'ler gewann auch den erüen Breis in einem Agettbewerv zur Gestaltung der großzügigen peuen Strandanlagen, die nn nördlichen Tel Aiviiv sich bni.ziehen werden. 'Aucli »in das msue Theatergebande der H.rbnna in Tel Aivnv liegen ielir inlereüaule . Enkn'urfe von Sskar Kaiiimaiin vor. Jiii Jab're 19-'!n kouute H e l m a r L e r i l i seme einpgarNge PhotograbhieliiiNt in Berlin in einer AiisstcUintg der Kimstblbliothek zeigen. Sein Buch „Das Antlitz des Alltags" machte il>n über Dcutichland hinaus bekannt. Schon 493:r stellte der Kunstsalon. „Mailil' tn Tel Aivnv seine Arbeilen aus. einen B'lderallas von Blenschen aller Art. L'tenbarniigen pbvsiognomiicher Er kennlins. die;edes 'Anllitz, zu 'einem Erlebnis iverdeu lan'en. 'Reiierdings konnten in Palästina in ubev dreijähriger Arbeit viele Eiuzeldokuw mente Helmar Lcrilis zu einem Kolleltipdokuineiit vereinigt iverdeu. zu einem Filmwerk .Awodoh", Lied der(Arlieik. das kürzlich seine Ilrailsführung In der S t ad t b i h l r v t h e k in A u s s i g iTtchechvilowakei) wurde eine Ausucllung graphi'ci'er Arbeiten von Emil C t I i f eröffnet. J>t dei, '.'Ibbaiidliingen der Preußischen ’-'l k a d emie der '29 i t s e n s ch aste n soll die Gemnnverof'enriichiing der Bremer Taminlung sie. von der lächelnden Träne bis zu unverschleierter. robuster Heiterkeit. ')leu in Hardts Programm (und vielleicht etwas abseitig an diesem Abend) war „Wanderers Nachtlied" von Goethe: das uns sonst aus Schuberts Vertonung vertraute Gedicht wurde in Hardts Interpretation innere Einkehr, schlichtester Seclenklang,-gesprochene Musik. Ludwig Hardt veranstaltet im S ch u - mann-La-ak. im Hause des Bach-Saats. Lützowstraße, am 19. Januar, einen Jubiläums-Vor t r a g s abend. Beginn 8,15 Uhr. Dos Programm bietet einen Querschnitt durch sein gesamtes Lchaffen. I^3ri)nettentlie3ter in klünclien Die Marionettenbühne.Münchner jüdischer Künstler (Mitwirkende: Lotte Ernst. Marie- . iujse Kohn. Käte Loeb. Lilly Marschütz. Rieoletta R v tzzMi h a l. Sonja Z i e g l e r , Rudolf E r n fl. DM Paul K u h n . Waller R i e s . Berthold WoltN hörte und sah man mit einem . Dr.ama „Das Gelöbnis" von Perez Hirschhain und dem ..Schienmenuett". einem Singspiel nach Motiven von Haydn. Die Gcsamtleitung hatte Berthold '29 o l t s. die musikalische Leitting Dr. Josef Waldner, Puppen und Szene, außergewöhnlich geschmackvoll atisstast'iert und eingerichtet, waren von Marieluite .'Kohn. und Rudolts E r n st. Die RWhl des höchst undramatischen. naiv-mystischen Stückes von Hirschbein entsprang offenbar dem Wunsch, einen jüdischen Stoff aus die Bühne ztt bringen. Ein solcher Wunsch ist sehr begreiflich, aber er sollte nur dann realisiert werden, wenn er sich innerhalb der Grenzen vollziehen läßt, die der eigenartige Kunstcharakter des schreibt. Die Marionettenbühne, noch dazu, wenn die Puppen so vorzüglich gerührt werden, wie es in München der Fall ist. verlangt wie keine andere Bewegtheit de« Aktion. Lebhaftigkeit der Gestik. Dafür boten die populären Lhrismen Hirschbeins leider keinen Anhaltspunkt. Um jo belebender und erfreulicher wirkte das „Lchsenmenuett" aus das Piüblikunt. Hier Zeigte sich beste ■ münchncrische Tradition. Wie der zierliche Joseph Haydn am winzigen Spinett selbst das Lchsenmenuett intonierte und die vollsaftigen Figuren der Frau Barbara und des Lchsetthändlers Jftok dazu tanzten — das war ein Kabinettstück der Marionettenkunst. Dies ist der Weg. auf dem man weitergehen sollte. Das Pttbliknm rief zum Schlttß Darsteller und Leiter wiederholt vor den Bor- Hang. Ca. Offenbach-Einakter im Jüdischen Kulturbund Rhein-Main Mit welcher Meisterschaft hat Jacques Ottenbach aus der 'Rot eine Tugend gemacht: der für die winzige Rtt'lhite seines Pariser Boulevardtheaters geltenden baupolizeilichen Borichrift. die nur lvenige Berionen auf der Szene znließ. verdanken' nur eine große Anzahl seiner Kammeroperetten. Daß sic .noch' heute eine Fundgrube für den sein können, den Ranmichwierigkeiten aus den petck Lvure verweilen, hat auch der Kul'turbttud Rhein- Main erkannt. Seine Wahl fiel auf drei Bunone- '. -rieft,- die .von' ihrem nnisilalliehen Zauber inchts eingebüßt haben. Wie belustigend ist noch heute die Parodie ans die. italienische Spieloper und den Stil 'Meyerbeers in ..Salon,Pitzelb e r g c r". eipritvoll und witzig charakterisiert die 'Musik Figuren und Situationskointk in „Die H a n n i w eint — der H a n s i lach t" und in dem „'Mädchen von E l i z o n b o“. Willi A r o n s Regie machte die kleinen Werke zu Kabinettstücken der Opernkammerkunst. Fritz Sch am es schuf mit einem Mindestmaß an szenischem Auiwand den angemessenen optischen Hintergrund, und Hans Lüikhelm Steinberg t vom, Pult aus das besonderez._gebackener "Ehema künstlerische Gepräge. Das Ensemble agierte mit x.®et,9e.r e singender Btissonist. und 'Kert Bär. der brillante Spezialist für Tümmlingc. übertrumptteit sich tn handfestem Theater. Sentimentale Gegengennchke stellten mit klangschöneit Slnimten Kate Elllinger und als vielseitiger Spieltcnvr Herbert Heß her. Das Publikum ging b/geistert mit. .4. IIe. Staininpiibltkinn. dennocl) wünschen wir. die Gruppe'denn nachsteir'Mal vor größeren Ari'g.tben .zu 'eben. ' ... „ ..? agierte i ansteckender Laune: Edith E i f enheime r trug stimm- und spielbegabt in das Parvenumilieu des Salons Natürlichkeit und »Frohsinn, als flennende Hanni zeigte ne Sinn für drastische Komik. Walter Rieß ('München), ein echter, prächtig „Palette der Komödien“ in Offenbach Tic Gruppe I ü d i s ch e r Darsteller F r a n f f u r t a. ‘.Ui. brachte ttmer A 11 r e d Ä u e r b a ch s Lt'itung ei neu Bühitennbrnd „Palette der Komödie»". Sie lrugalle F.rroioertc des Humors hell in hell, doeh fehlten fchiverc. dnnlle Töne. Kontraste. HRnstk-, Tanz- und <^e sangnummern steigerten die Buntheit znm ..Bunten 'Abend". Diese weißen Flecken aut der Palette boten mehr Unterhaltung, und ntinderlen die ' Farbigkeit. 'Aus der Palette: Szenen 'und Sketsches von 'Alt'red Atierbach. bis aus die Schlußizei'e „Publt. knin im Kino" gute Kleinkunst mit 'dem Thema: Milieu und Konvent ton werden lächerlicki in den Atenschen. die ihre Sklaven sind. „Ter Star'. „Endlich allein!", ..'Aetherrausch" (Stegreifipiel von starker Wirkung>und der Monolog „Dis ideale Paar" geben Gelegenheit, alle Engel und Teufel des Humors losziilaüen. 'Alfred An -er » bä eh ivielt die Humvre bis ztir GäUigkeit in der 'Ansage meisterhail. wie' er sie - schrieb. Sv',e S e l i g m a n « - die stärkste Begabung her . Spielgemeinfchatt — gibt Laniienhaftigken. Jehlagtertigkeit und Verschlagenheit mit Deinperainent und Leichtigkeit. Ihre: Bitterkeit als „armes Luder" mackste A-etrvfien. Hertha jüiitr gab die liebende und verliebte junge Frau mit verhaltener Innigkeit. .'Anneliese B r au n t h a I inar Zote mit Geschick oder mit Ungeschick — je nach Belieben — gleich firm. Eile Liebreich. Bergmann- --- eine liebe-„voUe" Tante nur Ueberschwang. Ludwig Rosenbusch wirk: stark als Frauenkcuner. ob ungestümer, neuob verstehender Arzt, braver Beottznler.- Edith Eit'enheimer sang mit größtem Beifall Wiener Lieder selch und lieblich. .Kurt Rosenb u sch zeigt Fähigkeiten zu einem Melodramat-- ker. der Zehnjährige Martin Rubi n st e i n :st ein Solotänzer von ansprechendem Können. — Die ..Palette" erfreute ein volles Haus, sicheres WinterhUfskonzert in Berlin Das verlockend reichhaltige Programm i rwm >>! t i! r b u n d. o r rireff c r angekundig Sinww.ekonzcr::- znqnnstcn der Jiidiich . S i n t f i h :'!•» C . hatte den BackpTaal Ins t den letzten..Illatz gestillt. Ter 'Andrang hatte Aal ge. da st es zu An'ang..bei SchitbeLis ...Unv, cw-deter". nn tzublcknin und infolgedenrn ancki Orchester an Konzentration Mängel!e. aber aoenere Berlanf des Abends rechtfertigle die ln geivannten Erwartungen 'vollauf.' Eri Jo'pe hat nnt der D'äyilung feint r jndiid --angcrknaben otno große Att'gäbe iibernomw das heute erreichte Ziel .ist . eine ganz berv ragende Leitung des Lehrers und Tirigen! denn c:n d-rart kompliziertes JiNiruinent. es^ein.vielstnnnnae.r Knabenchor dar'tellt. in t I' iltinsmästig kurzer Z.cit zu solckier stln'in! der "Jnkonätton und der 2in-ens:ibrimg erziehen, . bedeutet vielJ . .Wtlhrlm. G >i m : n:i hatte sich Mahlers Lieder ei tanrenben Geicllen.' gewühlt, deren glntv Earoen allerdings ineijr einen l.yrckmen alei dramakn'ckcn Bariton verlangen, doch er'cho diüberlegene .tste''ai!gsknnst . die . renKen A driicksmöglichkeiteii der Lieder nt' vorluldln '2i‘fi'c. D en Hohevii:-ft braäste Konzert me! A.allr Iren nnt der 29iedergabe des B.räh konzertes. Das non den großen Biofinkonzet ae-.'t:g und techn'.'cki 'am ichwersten zu interi lwrende 2nerk wurde von ihm in einer pr t:aen '2>ern:nduna. e.nkfchloüener Energie ni'd dvrnkenvolien Tinnens vvrgetragen. Tas Lrckic!na-!rte unter Jo'eph ij{ o.f e n st öcf den sin'viilß Eharakter der Sätze, und namenttlch im letzten der mitreißenden Rhythmik entzündete sich fchlagkechnirche Kunst des Dirigenten, die t'lbschluß des Abends noch einen beiondc Triumph feierte: Däs Sieqesballctt aii? i letztett Akt des „Fürst Igor" vLn Borow Polowetzer Tänze, genial an der Tarstellu wüchnger Kraft und rauichtrunkener Be riing. feuerte unter dir'er Schlagtechnik Srchester zu ungewohn'tcher Hingabe an. >) - auch die Begeisterung der Hörer erst Löschen des Lichtes enigedämmt werden lt